WWE WrestleMania 33 – Achterbahn... der Emotionen

Wochenlang hat uns die WWE den „Ultimate Thrill-Ride“ versprochen und ist nie müde geworden, den nervigen Slogan von WrestleMania 33 zu wiederholen. Und was soll ich sagen? WrestleMania 33 war tatsächlich eine Achterbahnfahrt... der Emotionen. Unter dem Strich steht eine höchst denkwürdige Show – mit viel gutem Wrestling, einer ganz fetten Überraschung und einem historischen Finale. Erste Gedanken zu jedem Match kurz nach Ende der Show.

Kickoff-Pre-Show

WWE Cruiserweight Championship
Neville (c) vs. Austin Aries

Ein gutes Match für eine Pre-Show. Austin Aries und Neville hätten mit diesem Match auch auf der Main-Card eine gute Figur abgegeben. Es fehlte ein wenig das Big-Time-Feeling, aber das kommt im Hellen sowieso nicht so recht zustande. Beide Teilnehmer feuern sich ihre besten Moves um die Ohren. Positiv überraschend, dass der Heel Neville durch den Red Arrow gewinnt.
Bewertung: 7,5/10

Andre the Giant Memorial Battle Royal

Das war ja mal überhaupt nix. Ich weiß nicht, ob ich schon mal eine solch schlechte Battle Royal in der WWE gesehen habe. Es fing schon blöd an, als bereits in den ersten Sekunden unzählige Wrestler rausgeworfen wurden und man kaum sah, wer denn flog, geschweige denn, dass gesagt wurde, wer flog. Es war wahrscheinlich gut, dass dann Big Show und Braun Strowman früh raus waren. Wie unspektakulär Sami Zayn und Dolph Ziggler ausschieden, tat weh. Am Ende ging es nur darum, Football-Star Rob Gronkowski, der in der ersten Reihe saß, aktiv einzubinden. Mojo Rawley gewann die ganze Kiste im Finale gegen Jinder Mahal. Das sagt alles über das Standing der Andre the Giant Memorial Battle Royal. Vielleicht besser so, dass keiner meiner Favoriten gewonnen hat...
Bewertung: 2/10

WWE Intercontinental Championship
Dean Ambrose (c) vs. Baron Corbin

In meinen Augen eine sehr richtige Entscheidung, dieses Match noch in die Pre-Show zu verfrachten – besonders, weil Baron Corbin nicht einmal den Titel gewann. So wirkte es höchst mittelmäßig. WrestleMania? Hat man hier nicht gespürt.
Bewertung: 5/10

Hauptshow

Shane McMahon vs. AJ Styles

Wow, dass dieses Match die Hauptshow eröffnet, war die erste Überraschung. Die zweite Überraschung folgte sogleich: Es wurde tatsächlich ein Wrestling-Match, und zwar ein gutes. AJ Styles und Shane McMahon spielten ein gutes Spiel mit dem Wechsel zwischen Wrestling und Striking. Und dann kam das, auf das ich gehofft hatte: ein langer Referee Bump – wie einst bei Undertaker vs. Triple H bei WrestleMania 17. Das machte den Weg frei für die so hoch erwartete stuntgeladene Action und die Prise Hardcore. Shane McMahon erfüllte die Erwartungen mit dem seinem Standardprogramm aus Coast to Coast und Elbow durch den Tisch – und setzte mit der (verpassten) Shooting Star Press sogar eins drauf. Dass AJ Styles am Ende gewann, ist natürlich die richtige Entscheidung. Ein super Opener!
Bewertung: 9/10

WWE United States Championship
Chris Jericho (c) vs. Kevin Owens

Chris Jerichos Entrance war ja mal genial – mit viel Humor und Liebe zum Detail. Statt einer neuen Lichterjacke präsentierte er dieses Mal... einen Blinke-Schal. Außerdem bekam er ein nettes Feuerwerk und eine überdimensionale „List of Jericho“. Als zweites Match auf der Card zu stehen, bedeutet eigentlich tiefste Undercard, und so wie Jericho und Owens loslegten, drohte uns ein kurzer Lückenfüller. Aber das wurde er nicht. Es wurde ein gutes Match! Es fing zwar nicht wirklich die Intensität ein, die Match und Fehde eigentlich haben sollten, das Match wurde aber doch länger als gedacht und spannend und cool. Das war gelungen. Kevin Owens ist der richtige Sieger.
Bewertung: 7,5/10

WWE Raw Women's Championship
Fatal 4 Way Elimination Match
Bayley (c) vs. Charlotte Flair vs. Sasha Banks vs. Nia Jax

Ok, mit meinem Tipp hab ich voll daneben gelegen. Ich hatte auf Nia Jax gesetzt, die dann doch als erstes eliminiert wurde. Bin ich aber nicht böse drüber. Sie passte da sowieso nicht so recht rein. Sie, der monströse Aufsteiger, war quasi das RB Leipzig neben Bayern, Dortmund und Schalke. Oder so. Als Zweite musste Sasha Banks gehen. Ihr Ausscheiden war ziemlich mau, als sie gegen die (nicht so wirklich) entblößte Turnbuckle knallte. Und auch der Match-Schluss war etwas halbgar, weil der Spot, als Charlotte ebenfalls gegen die Ringecke prallen sollte, nicht zu 100 Prozent so aussah, wie er aussehen wollte. Bayley gewann dann mit einem Flying Elbow – dem Finish ihres Helden Macho Man Randy Savage. Die Referenz ist cool, aber das machen die Frauen mittlerweile echt ziemlich oft... Das Match war längst nicht so gut wie das aus dem Vorjahr, aber schlecht ist auch anders.
Bewertung: 6/10

WWE Raw Tag Team Championship
Triple Threat Ladder Match
Luke Gallows & Karl Anderson (c) vs. Cesaro & Sheamus vs. Enzo Amore & Big Cass vs. The Hardy Boys

Drei gute Matches zum Start – und dann ein Multi Men Ladder Match? Das kann doch nur das nächste gute Match sein, habe ich mir gedacht. Und dann wurde noch ein weiteres Tag Team angekündigt... DIE HARDYS! Was für ein Mega-Moment! Ein kollektiver Mark-out von 75.000 Zuschauern in der Halle und wahrscheinlich Hunderttausenden zu Hause – inklusive mir! Ich habe mitbekommen, dass die Hardys tags zuvor bei ROH erst ihre Tag-Team-Titel in einem Ladder Match verloren haben, aber ich habe trotzdem kein Stück in Erwägung gezogen, dass die beiden wirklich bei WrestleMania zurückkehren würden. Die ultimative Überraschung! Auch ihren Titelgewinn am Ende feier ich extrem – nicht nur wegen des Moments, sondern weil die Hardys nun auch endlich mal ein großes Ladder Match gewannen, und Jeff seine 0:5-WrestleMania-Bilanz korrigierte. Und das Match? Darauf konnte ich mich zuerst gar nicht konzentrieren... An die Klassiker sollte es nicht herankommen, war aber trotzdem gut – und die Momente drum herum überstrahlen sowieso alles.
Bewertung: 9/10

John Cena & Nikki Bella vs. The Miz & Maryse

The Miz hatte in diesem Match zwar so seine Momente, doch dann wurde der Fight doch ziemlich schnell die erwartet klare Sache für die Faces. Das Match kann man geflissentlich vergessen. Es ging doch eh nur um den Moment danach: der Offenbar-Real-Life-Heiratsantrag von John Cena an Nikki Bella – der erste Antrag in der WrestleMania-Geschichte. Klar, Wrestling ist Seifenoper. Aber jetzt ist Wrestling auch Rosamunde Pilcher. Puh, war das schmalzig...
Bewertung: 3/10

Non-Sanctioned Match
Triple H vs. Seth Rollins

Man muss die WWE loben für die Zusammensetzung dieser Card. Nach den guten Matches zu Beginn und dem Schmalz in der Mitte musste es hier einfach mal knallen. Das fing schon mit guten Entrances an und ging mit einem guten Match weiter. Intensiver Fight von Triple H und Seth Rollins, das konsequent die Geschichte um Rollins' Knie weitererzählte. Vielleicht zu konsequent. Zwischendurch hatte das Match seine Längen, das Publikum war dann weg. Das Finish mit Stephanie McMahon und dem Tisch war dann irgendwie zu albern. Insgesamt gut – aber kein Klassiker-Potential.
Bewertung: 7/10

Musikauftritte brauche ich bei WrestleMania eigentlich nicht, aber wenn es einen geben muss, ist hier wohl die richtige Stelle dafür gewesen. Nach vielen Stunden Wrestling war mal eine Pause als Cooler zwischen den Fights nötig.

WWE World Championship
Bray Wyatt (c) vs. Randy Orton

Das Match begann ziemlich flott, wirkte wieder wie eine fixe Angelegenheit – und sollte eine vor allem schräge Angelegenheit werden. Der Grund: Die Mind Games von Bray Wyatt, der Bilder von Maden, Würmen und Schaben auf die Matte projizieren ließ. Was das sollte, weiß ich nicht. Was ich davon halten soll, auch nicht. Immerhin eine ganz neue Idee. Wahrscheinlich das Beste am Match. Denn das Match an sich war ganz konfus, viel Stückwerk, wenig Fluss. Orton und Wyatt harmonierten überhaupt nicht. Und ganz plötzlich war Schluss mit einem RKO outta nowhere – und zwar wirklich outta nowhere. Ziemlich unspektakulär. Orton gewinnt also erstmals bei WrestleMania die WWE Championship.
Bewertung: 4/10

WWE Universal Championship
Goldberg (c) vs. Brock Lesnar

Wow, ich hätte nicht gedacht, dass ich das sagen würde... aber hier hat die WWE alles richtig gemacht. Goldberg und Brock Lesnar legten einen heißen Blitzstart hin mit drei Suplexes von Lenar und drei Spears von Goldberg. Und plötzlich ist Stimmung in der Bude! Auch dann ging es ideal weiter: Spear und Jackhammer von Goldberg – und der Kickout von Lesnar. Und die Zuschauer waren voll dabei. Dann gab es noch ein paar Suplexes, ein paar Konter, und dann war ratzfatz Schluss mit dem F-5. Zwar irgendwie kein richtiges Match, aber das war kurz und knackig. Irgendwie alles richtig gemacht.
Wertung? Keine Ahnung, was man da gibt

WWE Smackdown Women's Championship
Alexa Bliss (c) vs. Mickie James vs. Becky Lynch vs. Carmella vs. Natalya vs. Naomi

Ein gerushtes Match an einer extrem undankbaren Position auf der Card. Alle Teilnehmerinnen wollten natürlich zeigen, was sie können. So ist es eine reine herzlose Aneinanderreihung von Moves. Am Ende ließ Naomi Alexa Bliss aufgeben. Titelwechsel – und ein kleiner Feel-Good-Moment für den Hometown Hero. PS: Wie fürchterlich sah bitte Becky Lynch aus?
Bewertung: 3/10

The Undertaker vs. Roman Reigns

An dieser Stelle nur ganz kurz... Wir haben das letzte Match des Undertakers gesehen. Es ist passiert. Die Karriere des Undertakers ist vorbei. Sein letztes Match war kein wirklich gutes (und an einigen Stellen tat es weh, den Taker in einer solch schlechten Verfassung zu sehen), aber natürlich musste das der Main Event sein. Ein großer Abschied. Es ist schwer zu verdauen. Obwohl wir uns seit Jahren vorbereiten konnten. Thank you, Taker.
Hier und jetzt ohne Wertung

Letzte Änderung amMontag, 03 April 2017 15:47
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