Warum gibt es bei WWE WrestleMania kaum Gimmick-Matches?

  • geschrieben von Manfred Reisinger

WrestleMania besitzt Alleinstellungsmerkmale ohne Ende. In Sachen Anzahl der Matches, Dauer der Show oder Zuschaueranzahl kommt keine andere Veranstaltung auch nur ansatzweise an die Mega-Show der WWE heran. Doch es gibt ein weiteres Merkmal, das einem nicht sofort ins Auge springt und einem eigentlich auch nicht abgeht, sonst würde es einem schneller auffallen – es mangelt an Stipulationen.

In Zeiten von speziell kreiierten Gimmick-PPVs (Hell in a Cell, TLC, Extreme Rules etc.) überschwemmt uns WWE nahezu mit Stipulationen aller Art. Doch bei WrestleMania herrscht in der Hinsicht nahezu Ebbe. Der Undertaker bekommt ab und an mal ein Hell in a Cell Match spendiert und in der Midcard kommt es vereinzelt zu Multi Men Ladder Matches. Im Durchschnitt dürfte man so auf eine Stipulation pro Show kommen. Berücksichtigt man dabei, dass es teilweise mehr als zehn Matches auf die Card schaffen, ist das eine beachtlich niedrige Zahl im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen. Ein Steel Cage, TLC oder gar Last Man Standing Match sucht man bei WrestleMania vergeblich. Die letzte Stipulation in einem WrestleMania Main Event gab es vor 21 (!) Jahren – das legendäre 60 Minute Iron Man Match zwischen Bret Hart und Shawn Michaels, welches erst im Sudden Death entschieden wurde.

WrestleMania lockt Zuschauer auch ohne Stipulationen

Bevor jetzt der eine oder andere Schlaumeier um die Ecke kommt: Ja, No DQ ist streng genommen auch eine Stipulation und die gab es des Öfteren im Main Event, doch für mich verändert sich dadurch am Match selbst eher weniger. Gleiches gilt übrigens für "No Holds Barred" oder "Non-Sanctioned Match", wobei man die Unterschiede zwischen diesen drei Matcharten sowieso mit der Lupe suchen muss. Keiner wird ankommen und sagen "Oh, diese Stipulation hat es aber in sich. Nur deswegen bestellte ich mir diesen PPV".

Hinter letzterer Aussage liegt auch der Hund begraben, weshalb es bei WrestleMania traditionell so wenig Stipulationen gibt. Grundsätzlich erreicht man durch ein besonderes Gimmick-Match zusätzliche Aufmerksamkeit und generiert damit zusätzliche PPV-Verkäufe. Doch WrestleMania war stets allein durch seinen Namen, Image und Prestige ein Verkaufsschlager, sodass man schnell zu der Erkenntnis kam, WrestleMania verkauft sich auch ohne Stipulationen hervorragend.

Gut, mittlerweile ist diese Ansicht durch das WWE Network natürlich etwas veraltet, man ist nicht mehr auf PPV-Verkäufe angewiesen, doch der Grundsatz gilt nach wie vor: Zu WrestleMania kommen alle – auch ehemalige – Wrestling-Begeisterte hervor und gucken die Show. Denen ist die Card und der Aufbau der Show (relativ) egal, es wird einfach geguckt. Ein ähnliches Phänomen wie beim Super Bowl, denn zahlreiche Leute gucken, die sonst gar nichts mit der NFL am Hut haben. Doch die Show spricht für sich und verkauft sich sowieso, zumal es – wieder in Bezug auf WrestleMania – durch das WWE Network (kostenloser Probemonat!) günstiger und einfacher denn je geht.

Letzte Änderung amFreitag, 31 März 2017 08:46
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