WWE: Warum mich die Alt-Stars bei WrestleMania nerven

  • geschrieben von Manfred Reisinger

Eigentlich könnte man zu diesem Thema immer wieder den Artikel aus dem Vorjahr recyclen und bräuchte nur die Namen der Protagonisten auszutauschen. Denn jedes Jahr zu WrestleMania kann man das Phänomen der zurückkehrenden Teilzeit-Wrestler und Alt-Stars aufs Neue bewundern. Dieses Jahr in den Hauptrollen: Brock Lesnar, Goldberg, Shane McMahon, The Undertaker und Triple H.

Früher, sprich vor einigen Jahren, konnte ich mit den WrestleMania-Auftritten vom Undertaker noch gut leben, schließlich war der Deadman mein erster großer Wrestling-Liebling und ich bekam bei jedem Ertönen des Glockenschlages beim Entrance einen kleinen Mark-out. Zudem waren die Matches allesamt sehr ansehnlich. Doch mittlerweile packt mich der Undertaker nicht mehr. Dies beginnt schon damit, dass ich wenige Tage vor WrestleMania den Grund hinter dem Match zwischen ihm und Roman Reigns noch nicht mal kenne. Man hat sich ein bisschen finster angesehen und schon stand das Match.

Goldberg vs. Brock Lesnar um den Titel? Das entbehrt jeder Logik

Promo-Duelle gab es ebenso keine, lediglich mal eine kurze körperliche Auseinandersetzung, bei denen man (neuerdings) beim Undertaker immer unentschlossen ist, ob er die Verletzung einfach nur erstklassig sellt oder ob er sich tatsächlich ernsthaft verletzt hat. Insgesamt werde ich persönlich den Eindruck nicht los, dass in den letzten Jahren einfach derjenige Uppercarder/Main Eventer der Gegner des Undertakers wird, für den man ansonsten keinen Platz auf der Card hätte. Insgesamt wäre mir hier das vor dem Royal Rumble angedeutete Triple Threat Match gegen Brock Lesnar und Goldberg lieber gewesen.

So aber treffen die anderen beiden Herren in einen One-on-One-Duell um die WWE Universal Champion aufeinander. Warum diese Fehde unbedingt den Title braucht, entbehrt für mich jeder Logik. Bisher drehen sich in den Promos von Paul Heyman ja eigentlich nur darum, dass sich Brock Lesnar für die bisherigen Niederlagen (die Rumble-Elimination mal mitgezählt) revanchieren will. Gut, zumindest die Fehde beziehungsweise die Hintergrundgeschichte ist damit schon deutlich besser als jene beim Undertaker.

Triple H vs. Seth Rollins: Hier stimmt fast alles

Und dennoch missfällt es mir, dass hier zwei Teilzeit-Wrestler den Main Event von WrestleMania bestreiten. Was hat bitteschön ein Goldberg hierfür in den vergangenen Jahren dafür geleistet? Einzig allein den Zustand, das gesamte restliche Roster mit seinen zwei Squash-Siegen gegen Brock Lesnar und Kevin Owens der Lächerlichkeit preisgegeben zu haben – das kann er sich an die Backe nageln. Herzlichen Glückwunsch.

Der dritte Kandidat im Bunde ist Triple H. Ähnlich wie der Undertaker bestreitet auch The Game nur noch sporadisch Matches, darf aber bei keiner WrestleMania fehlen. Zu Gute halten muss man der WWE hier allerdings, dass fast alles stimmt. Die Fehde gegen Seth Rollins wurde lange aufgebaut, besitzt Tiefe, und sollte Rollins am Ende den Ring als Sieger verlassen, verlief alles ziemlich gut – die kürzliche Verletzung von Rollins mal ausgeklammert. Allerdings hat mir die Promo von Triple H bei der RAW-Show vom 20. März etwas sauer aufgestoßen. Hier sprach er ja über Seth Rollins' Verletzung und dass ihr WrestleMania nur dann stattfinden könne, wenn Rollins einen Vertrags unterzeichne, der besage, dass er keine Schadensersatzansprüche gegen WWE stellen könne, sollte ihn Triple H zu Brei schlagen. Soweit, so gut. Nun stellt euch aber diese Promo mit dem exakt gleichen Inhalt vor, nur gehalten von Seth Rollins. Das wäre Bombe.

Zu was ist Shane McMahon mit AJ Styles in der Lage?

Ein Face, das unbedingt gegen eine Legende antreten will, dabei seine eigene Gesundheit hinten anstellt und sogar anbietet, einen Vertrag zu unterzeichnen, durch den jegliche Schadensersatzansprüche erlöschen. Das alles nur, um unbedingt Triple H verdreschen zu dürfen. So eine Promo hätte ihm so dermaßen gut getan. Ist verglichen mit den beiden anderen Fehden vielleicht etwas Meckeren auf hohen Niveau, aber leider zeigt dieses Beispiel eben erneut sehr gut, dass leider immer der bereits etablierte Star im Rampenlicht stehen muss. Schlussendliche erwarte ich hier aber die beste Matchleistung, da Triple H verglichen mit den anderen Teilzeit-Wrestler noch der mit Abstand Fitteste und Fähigste im Ring ist.

Als Abschluss noch ein kurzer Abstecher zu SmackDown, denn auch hier treibt speziell zu WrestleMania ein McMahon sein Unwesen. Die Rede ist natürlich von Shane. Nachdem er vergangenes Jahr in einem Hell in a Cell Match vom Dach flog, lässt er es dieses Jahr etwas ruhiger angehen. Vertreten ist er aber erneut. Den Sinn hinter dieser Fehde verstehe ich soweit auch noch nicht richtig. Zum einen ist Shane doch gerade der Einzige aus dem McMahon-Clan, der gerecht handelt und nicht unfair agiert.

Noch eher hättes ich es verstanden, wenn sein Gegner AJ Styles sauer auf General Manager Daniel Bryan wäre (aber gut, der darf bekanntlich bei WWE nicht mehr wrestlen). Was aber nahezu schon lächerlich ist, war der Hinweis von Daniel Bryan, AJ Styles wisse nicht, worauf er sich einlasse. Bitte was? Soll AJ Styles jetzt etwa Angst vor Shane McMahon haben? Der AJ Styles, der überall auf der Welt aktiv war und wohl alles gesehen hat? Puh, da musste ich echt etwas schlucken. Gespannt bin ich auf das besagte Match aber doch etwas und zwar darauf, wie sich Shane McMahon in eine One on One ohne Stipulation schlägt – sofern nicht noch eine hinzugefügt wird.

Shaq O'Neil bei WrestleMania wäre wie Stefan Effenberg bei „Schlag den Star”

Von Glück kann man nur sprechen, dass sich WWE mit Shaquille O´Neil nicht handelseinig geworden ist. Wäre nur ein weiteres sinnloses Match auf der Card geworden und die x-te Niederlage von Big Show gegen einen Promi. Wobei ich mich schon vor vielen, vielen Monaten, als erstmals für ein solches Match gerüchtet wurde, gefragt habe, wie viel Bekanntheit O´Neil noch besitzt. Außerhalb der USA dürfte er wohl nur für echte Basketball-Fans, die mindestens 30 Jahre alt sind, einen Mehrwert darstellen. Innerhalb der Landesgrenzen dürfte er sicherlich noch etwas bekannter sein, aber wäre jetzt beispielsweise hierzulande ein Stefan Effenberg bei – sagen wir mal – „Schlag den Star” solch ein Quotenmagnet? Oh, das gab es ja bereits – und die Antwortet lautet Nein.

Gespannt darf man übrigens noch sein, was die drei großen Stars der Attitude Era so machen am Tag von WrestleMania: also Hulk Hogan, Steve Austin und The Rock. Jeder von denen ist schließlich für ein Segment von ungefähr 15 Minuten gut. Kevin Owens und Chris Jericho schaffen ihr Match nämlich sicherlich auch in 7 Minuten...

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