Post-PPV-Talk zu WWE Hell in a Cell 2012

  • 02 November, 2012
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hellinacell2012Die Hölle in der Zelle und eine Ausgabe von RAW liegen hinter uns. Wie fanden wir den PPV? Welche neuen Erkenntnisse gibt es? Kann man sich auch mal über etwas freuen oder bleibt vieles in der WWE vermeintlich höllisch schlecht? Eins kann ich vorweg nehmen: Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber wir haben auch Gutes gefunden.


Randy Orton – sinnlos im Seilgeviert

Simon Weimer: Ortons (in seinen Augen) unfassbar angekratztes Standing musste nun also nicht nur mit einem Sieg gegen Del Rio wieder aufpoliert werden, nein. Er musste Barrett auch noch das letzte bisschen Momentum nach seinem Comeback nehmen. Ich glaube niemand, weder Smartmarks, noch Offizielle, könnten mir erklären, was Orton da derzeit vor den Kameras macht. Was seine Geschichte ist. Er schleicht irgendwie durch die Wochenshows, wird mal hier von einem Heel attackiert, geht da mal selbst auf jemanden los, aber warum das alles? Michael Hayes meinte einmal zu Mick Foley, ein guter Heel müsse das Gefühl haben, dass seine Aktionen gerechtfertigt sind. Bei Faces sind sie das in der Regel ohnehin. Aber was ist mit Orton? Bei ihm lässt sich nicht einmal sagen, ob das, was er da tut moralisch „richtig“ oder „falsch“ ist, was idR eine gute Sache ist. Wenn man eine SL dabei hat, über die man nachdenken kann. Orton ist einfach nur da und verteilt seine RKOs an Heels, was ihn dann irgendwie zum Face machen soll – Gähn!

Ralf Stommel: Randy ist einfach eine Wundertüte, wie schon im Talk vor dem PPV gesagt, weiß man in letzter Zeit nicht wie seine Matches ausgehen. Das sollte eigentlich freuen, denn es würde ja für Spannung sorgen. Simon hat es schon richtig beschrieben, Orton ist einfach nur ziellos da und diese Unberechenbarkeit des Ausgangs bringt nichts. Keine echte interessante Storyline, einfach nur ein Abstellgleis für Alberto Del Rio. Wenn Randy jetzt auch noch nur unsauber gegen Heels verliert, dann ist das letzte bisschen Spannung raus und wir sind wieder da, wo wir herkommen. Dennoch bekommt er regelmäßig die besten Reaktionen, man stelle sich vor, was ein Heelturn anrichten könnte, aber das will man nicht, da man Randy gar nicht sinnig darstellen könnte mit seiner aggressiven Art. Was würde wohl passieren, wenn Randy bei den Series gegen das Faceteam turnt und Punk so den Sieg bringt, das wäre ein WOW-Moment, zumindest für mich. Soweit wirds aber nicht kommen und wir werden weiter verfolgen müssen, wie er Barrett aufmischt und gleichzeitig sowas wie eine halbe Fehde mit Del Rio hat, schade drum.

Maik Hanke: Dieses Problem hat Orton ja inzwischen eine ganze Weile. Im Prinzip hat er im kompletten Jahr 2012 noch nichts wirklich zu tun gehabt, nicht einmal zu WrestleMania. Das ist schon traurig, wenn die WWE mit einem ihrer Top-Dogs so wenig anzufangen weiß, dass er im Prinzip nur Midcard ist. Aber dort leider trotzdem deutlich über den Dingen steht. Das bringt ihm nicht viel, weil es ihn aktuell dennoch nirgends hinführt, schadet aber allen anderen Wrestlern auf der Ebene. Leider kann man bei Orton ohnehin kaum noch Spannung erwarten. Ich bin erstaunt, dass er vor einer Weile mal gegen Del Rio abgeklopft hat, aber er ist der lebende Beweis, dass sowas im Nachhinein doch weniger schadet, als WWE immer glaubt. Er scheint doch weiterhin nahezu unbesiegbar… Orton ist langweilig. Ein Heel-Turn scheint notwendig. Das konnte er bisher immerhin… Aber bewegt er sich dann noch langsamer und spricht noch monotoner? Hmm. Orton ist dennoch als Face wahnsinnig over. Etwas, das ich nicht wirklich begreifen kann. Die ganzen Fans, die Cena immer ausbuhen, warum buhen die nicht auch Orton aus? Der schlägt doch vielfach in die gleiche Kerbe…


We are the Tag Team Division

Simon Weimer: Die in meinen Augen derzeit größte Fehde der WWE: Randy Orton vs. The Tag Team Division. Der Eine squasht sich so nebenbei durch die Weeklies, während sich Tag Teams langsam anschleichen, ihm das Spotlight nehmen und am Wichtigsten: Ihre Geschichten erzählen. Na gut, an das Spotlight der Viper kommen sie noch nicht ran, aber sie stellen definitiv eine Verbesserung der Shows dar. Wo vorher Ryback und Brodus Clay ohne Ziel, Sinn und Verstand durch die Gegend squashten, versuchen Rhodes' Scholars nun seit Wochen am Stuhl der Champs zu sägen – und das durchaus unterhaltsam. In der zweiten Reihe fehden die Maskenfetischisten gegen die Prime Time Player – und beide sind in meinen Augen nicht weit vom Status der No.1 Contender entfernt. Nichtsdestotrotz gibt man sich derzeit viel Mühe, Rhodes' Scholars zu etablieren, weshalb ich auch mit ihnen als nächsten Champs rechne. Das wird auch nötig sein, sollte man Kane & Bryan in absehbarer Zeit splitten. Auch wenn ich die beiden anderen Teams für fähig halte, sind sie noch nicht bereit, die (noch) wackelige Division zu tragen.

Ralf Stommel: Hier macht man wirklich etwas richtig. Endlich gibt es wieder eine Devision, wo mehr als 2 bis 3 Teams glaubhaft um einen Gürtel kämpfen, bzw. zwei Gürtel. Man lässt die Heels auch clean gegen Faces siegen und verleiht ihnen so Glaubwürdigkeit. Natürlich ist es leider absehbar, dass Team Hell No gesplittet wird und die beiden ihre Gürtel abgeben werden, dennoch verhelfen gerade Kane und Bryan dem Geschehen um die Tag Teams zu einem hohen Unterhaltungswert. Rhodes und Sandow sind ebenfalls beide mittendrin und Cody durfte sich endlich von seinen viel zu zahlreichen Niederlagen erholen, die er in Singles Matches einstecken musste. Ich hoffe man hält an eine dynamischen und aktionreichen Tag Team Devision fest und bringt weitere Teams over, genug Shows hat man dazu eigentlich in petto.

Maik Hanke: Ich würde mir ja wünschen, würde man Kane und Daniel Bryan etwas länger als Team zusammenstecken. Splitten kann man die ja immer noch irgendwann. Aber es wäre doch auch kein Problem gewesen, die langsam immer weiter zu einem richtigen Team zusammenwachsen zu lassen. Warum auch nicht? Die beiden funktionieren als Team. Und funktionierende Teams werden gebraucht in Zeiten der lieblos zusammengewürfelten Duos. Ja, im Prinzip sind Kane und Bryan auch einfach zusammengewürfelt, aber die monatelange Story verbindet die beiden, dass sie quasi selber zusammengewachsen sind. Das wirkt ja schon ganz anders. Bei Cody Rhodes und Damien Sandow sehe ich das etwas kritischer: Das ist ein typischer Fall eines zusammengewürfelten Teams. Vollkommen ohne Vorgeschichte einfach in ein Team gepackt, fertig. Aber vielleicht wird das ja was. Denn beide machen aus der Situation in der Tat das Beste, dennoch glaube ich nicht, dass die beiden wirklich lange zusammen unterwegs sein werden. Vielleicht ein Title Run, dann könnte wohl auf der Road to WrestleMania der Split kommen. Aber vielleicht werde ich ja vom Gegenteil überzeugt. Ich hoffe, bei der ganzen Division setzt man mehr auf Konstanz.


World Heavyweight Champion – und das clean!

Simon Weimer: Ist es nicht verdächtig? Es ist gerade mal Anfang November und es liegt mancherorts schon Schnee – während ein Heel bei WWE in einem Co-Main-Event einen cleanen Sieg gegen das kommende Topface erringt. Friert gerade die Hölle zu? Sheamus' Superpush wurde also relativ unspektakulär unterbrochen und ich habe absolut keine Ahnung, warum. Ich meine, nichts gegen den Titelverlust, der war vermutlich das Beste, was SmackDown passieren konnte. Sheamus ist zwar ein solider Big Man und im Grunde wahnsinnig talentiert am Mic, aber wie Cena, Orton, Del Rio und wie sie alle heißen, leidet er seit Monaten an fehlender Charakterentwicklung – mit dem Unterschied, dass man im Gegensatz zu den vorher Genannten hier wirklich Potential verschenkt. Eigentlich war ich immer ein großer Verfechter von Big Show, zumal er schon zu WCW-Zeiten zu meinen absoluten Faves zählte, aber inzwischen kann sogar ich ihn nicht mehr sehen. Zum einen liegt natürlich an der PG-Monster-Darstellung, zum anderen an seinen inzwischen sehr, sehr limitierten In-Ring-Fähigkeiten. Naja, zumindest ist einem die Überraschung mit dem Titelgewinn gelungen, auch wenn ich keine Ahnung habe, wo man damit hin will...

Ralf Stommel: Ich finde gerade der Ausgang von Hell in a Cell hat etwas gezeigt, nämlich das Sheamus sich entwickelt. Ja, die Darstellung von Monstern ist bei PG leider etwas dürftig, aber mit Henry hatte man es damals gut hin bekommen, das sollte man bei Show ähnlich booken und gut wäre es. Ich zweifle nicht daran, dass Sheamus sich den Titel zurückerobern wird und die Fehde gewinnt, aber immerhin hat er clean den Job gemacht und sorgt so für etwas Momentum in der Fehde mit Show. Warum man Show den Titel gibt? Wahrscheinlich damit man Zigglers Koffer irgendwie einbauen kann. Darauf warte ich übrigens auch schon viel zu lange und wenn Dolph jetzt wirklich mit Cena fehden muss, dann gute Nacht, denn keiner glaubt ernsthaft, dass Cena den Job macht, um Dolph zu pushen. Ok, zurück zum Thema! Durch den Titelwechsel hat diese Fehde bei mir schon deutlich mehr Interesse geweckt als Sheamus vs. Del Rio. Ja, die Matches sind nicht so toll, aber immerhin sorgt das Booking für ein wenig Spannung.

Maik Hanke: Potzblitz – das war in der Tat eine dicke Überraschung. Big Show wird noch einmal World Heavyweight Champion. Und ich war überrascht, auch das Match war sehenswert, zumindest als es in die Vollen ging: Sheamus kickt nach der Weapon of Mass Destruction aus, Big Show nach dem Brogue Kick. Sheamus schafft einen White Noise gegen Show und der siegt mit einem weiteren KO-Punch. Gar nicht so schlecht von der Spannung her. Was das sollte, frage ich mich aber auch. Ich denke, es hat zwei Gründe: Einmal Big Shows Biografie ein wenig wieder aufpolieren nach dessen Mini-Title-Run Ende des vergangenen Jahres und ihm somit noch einen Run als Champion geben zum Ende seiner Karriere hin. Denn ich denke nicht, dass Big Show hier nach noch einmal einen großen Titel bekommen wird. Außerdem könnte es gut möglich sein, dass man nun irgendetwas in Richtung Ziggler aufbauen möchte. Wenn er sich den Titel von Show holt statt von Sheamus, wird das Top-Face nicht geschwächt und Ziggler würde es weiterhelfen, weil er mit Show einen Riesen besiegt. Falls es so kommt. Mit seinem Finisher wird Ziggler wohl kaum gegen Big Show gewinnen können – schade… Eins noch zum Titelwechsel zu Big Show: Diese Entscheidung verdeutlicht sehr, wie dünn WWE und vor allem SmackDown in der Spitze besetzt ist. Inzwischen pusht man also wieder einen alten Veteranen mit besonderen Körpermaßen in die Main-Event-Region. Vor wenigen Jahren wäre er dort sicher nicht gelandet. Lange wird Big Show aber auch nicht Champion bleiben. Vielleicht bleibt er noch bei der Survivor Series Champion. Bei TLC wird dann womöglich aber wieder Schluss sein.


… und dann kam Foley

Simon Weimer: Okay, wir haben: Einen aus der Not geborenen Main Event, einen Champ, der nicht entthront werden sollte, einen Herausforderer, dessen Winning-Streak nicht gebrochen werden sollte und ein daraus resultierendes, eher lahmes Finish, welches ein mögliches Rematch nicht wirklich reizvoll erscheinen lässt? Was macht man da am besten? Man bringt Mick Foley... rein... genau! Die Leute mögen Foley, das muss doch was werden! Aber gut, ich will mal nicht so sein. Immerhin gab es nach der Punk-Foley-Promo zuvor einen Aufhänger und wenn die beiden jetzt noch etwas länger miteinander zu tun haben, können dabei ein paar übergeniale Promos rausspringen. Auch wenn die Verkündung der Teams etwas antiklimatisch und impactlos war, fand ich es ganz gut, dass es man es schon bei dieser RAW-Ausgabe komplett über die Bühne gebracht hat und man nun Zeit hat, die Fehde komplett über die nächsten Wochen aufzubauen. Leider ist ein Face-Sieg hier sehr absehbar. Alleine die Vorstellung von Punks Team war ein Trauerspiel, das wieder einmal sehr deutlich den chronischen Heelmangel aufgezeigt hat. Keiner der Heels hat eine wirkliche Reaktion erhalten.

Ralf Stommel: Foley is God. Oft ist dies auf zahlreichen Schildern zu lesen und am Mic zeigt er das nur allzu häufig. Foley vs. Punk ist promotechnisch einfach geiler Scheiß. Dennoch ist das eine Komponente im Spiel, die ich gerne ganz raus haben möchte: Ryback. Er gehört nicht in den Main Event, er kann kaum was im Ring und bekommt eine Darstellung die ich zum brechen finde. Leider finden die Amis es sehr geil und so wird der Push weiter gehen. Somit bewegt sich WwE noch weiter vom kleinen w weg. Ich fürchte halt, dass man Ryback drei Heels zerstören lässt und Punk einfach flieht. Herzlichen Glückwunsch! Ich mag die Elimination Matches eigentlich gern, aber nicht, wenn ich so ein Ende am Horizont sehe. Ryback hat es durch seine Darstellung geschafft, mich noch mehr zu nerven als Cena und das heißt einiges. Ich würde Punk vs. Foley lieben, aber nur ohne die Stampfmaschine, die alles und jeden vernichten darf. Kommt bookt ihn einfach gegen Cena, dann weiß ich, dass ich das Match überspulen kann und darf wenigstens den Rest genießen.

Maik Hanke: Ich habe im Anschluss an den PPV im Forum bei uns mehrfach gelesen, dass das Ende des Matches okay gewesen sei, die Zerstörung Punks danach aber nicht. Ich sehe das etwas anders, eventuell sogar genau andersherum. Aber im Prinzip habt ihr ja Recht, jaja. Verwirrt? Okay, dröseln wir das mal auf: Punk durfte nicht verlieren, Ryback durfte nicht verlieren, eine DQ oder ein Countout waren nicht möglich. Von daher ist ein Screwjob als Finish von der Idee her in Ordnung. Und Punk als Champion dann im Nachhinein zu demütigen, ist eine der für uns Smarks unschönen WWE-Marotten (wenn auch ein Heel, wenn wir ehrlich sind, für sowas da ist…). Nun aber das große Aber: Es war ein Hell in a Cell Match. Hell in a Cell Matches sind elitäre Gefechte, die eine gewisse Erwartung an sich binden und in Erinnerung bleiben sollen. Nun hatte man hier aber kein gutes Match und ein dämliches Finish. Sowas gehört da einfach nicht rein und schadet der Matchart. Die Szene, als Ryback Punk aufs Käfigdach verfolgt und ihm dort den Shell Shock verpasste, hat das Ganze daher etwas gerettet: Es waren coole, komplett unalltägliche Bilder, die einem da geboten wurden. Nur da hat man ein wenig HiaC-Flair gespürt. Aber es stimmt schon, es ist ärgerlich für Punk, der immer mehr zum stereotypen WWE-Heel wird, besonders da bei der Survivor Series die erneute Pleite folgen wird. Warum sollte man sonst auf ein WWE Title Match verzichten und stattdessen ein Elimination Match ansetzen, das an sich kaum zieht? Weil der Champion Champion bleiben soll, man aber die Faces weiter stärken will. Es wäre fatal für Ryback, würde er erneut verlieren müssen. Und dass Cena im WWE-Verständnis eh nicht verlieren darf, ist uns ja inzwischen lange klar. Für die kommenden Wochen wünsche ich mir übrigens ganz bescheiden, ähnlich wie Simon und Ralf, ein paar schicke Promos zwischen Punk, Heyman und Foley, die bitte in Richtung Weltklasse gehen dürfen.


Allgemeines

Simon Weimer: Ich habe zum ersten Mal seit Monaten mit voller Aufmerksamkeit einen WWE-PPV und das anschließende RAW gesehen. Auch, wenn ich mir das beileibe nicht wöchentlich antun will, so sehe ich doch kleine Positivtendenzen beim Produkt aus Stamford. Ich habe absolut keine Ahnung, wie Punk das macht, irgendwie bleibt er immer das Licht am Ende des Tunnels. Selbst als Standard-Heel gegen Standardmonster und Standard-Topdraws bleibt er interessant – einfach ein Phänomen, der Kerl. Ist jetzt aber nichts Neues. Neu hingegen ist die Tag Team Division, die ich sehr positiv sehe. Einigen kritisieren zwar noch die zusammengewürfelten Teams, aber mal ehrlich: Wie soll man denn sonst eine neue Division aufbauen? Zunächst mal braucht es etablierte Namen, um den gemeinen Fan zu binden. Das übernehmen z.B. Kane und Mysterio. Die Smartmarks sind Tag-Team-Wrestling gegenüber ohnehin positiv gestimmt, man nehme fähige Leute wie Sandow, Rhodes & Bryan dazu und auch die Internetfans sind dabei. Und dann kann man nach und echte „echte“ Teams aus den Entwicklungsligen holen. Da machen die Prime Time Players bereits den Anfang. Mein einziger Kritikpunkt wäre bislang, dass ich die Usos wirklich, wirklich gerne als Teil dieser Division sehen würde. Fazit: Die Shows sind definitiv besser als noch vor einem Jahr, da war man allerdings auch an einem Punkt, an dem wirklich nicht mehr bergab ging.

Ralf Stommel: Ich bin immer noch der Überzeugung, dass man unglaublich viel mehr aus dem Potential machen könnte. Dennoch bin ich Realist genug zu wissen, dass dies leider nicht passieren wird. Somit muss man sich an kleinen Dingen erfreuen, sei es nun eine echte Storyline bei den Diven oder eben die aufstrebende Tag Team Division. Selbst der cleane Job von Sheamus macht mich froh, obwohl sowas selbstverständlich sein sollte. Der Weg den WWE derzeit geht, ist aber etwas zu berechenbar: Punk soll beim Rumble gegen Rocky den Job machen und ihm so möglichst viel Momentum mitgeben, denn immerhin war Punk seit über einem Jahr Champion. Das Rematch bei Extreme Rules wird dann The People’s Champ auch für sich entscheiden, damit Cena, der den Rumble gewinnt, ein zweites Mal gegen Rocky antreten darf. So schaut es derzeit aus und ich hoffe, ich irre mich, aber ich glaube es einfach nicht. Punk würde man danach wieder fallen lassen und wahrscheinlich weiter an Ryback verfüttern, eine Schande! Aber bleiben wir noch im Hier und Jetzt. Ich freue mich über wenige Dinge und muss leider sagen: WWE Championship ist Mist. Das liegt nicht an Punk, denn ihm kann man keinen Vorwurf machen, dass nicht mal er aus Ryback ein gutes Match raus holen kann. Ist RAW besser als vor einem Jahr? Ich weiß es nicht, es ist jedenfalls länger, aber das ist noch lange kein Qualitätsmerkmal.

Maik Hanke: Ich stimme Simon zu, die Tag Team Division ist wirklich auf einem guten Weg und das macht auch mich ein wenig froh. Jetzt müsste WWE da nur nochmal auf die Idee kommen, die Tag Team Matches mal etwas unterschiedlicher zu booken. Das geht. Dann muss man zukünftig mal gucken, dass man den Midcard-Leuten auch mal ein paar Storys schustert. Da erwartet ja keiner etwas Weltbewegendes. Aber für die Ortons, Del Rios und Midcard-Champs dieser Welt muss es doch mal ein paar kleine Storys geben, um ein klein wenig Interesse zu generieren. Im Main-Event-Bereich bin ich zwiegespalten, Tendenz negativ. Ryback ist immerhin erst mal nicht Cena. Eine richtige Meinung hab ich zu ihm aber noch nicht. Ich verteufele ihn noch nicht so wie viele andere, sehe ihm aber durchaus äußerst kritisch entgegen. Schließlich ist er weder im Ring noch am Mikrofon sonderlich talentiert. Ich bin aber ein wenig froh, dass er eben ein frisches Gesicht ist. Nur befördert man sich damit in die unglückliche Situation, dass er ja auch nicht verlieren darf. Hinzu kommt, dass man sich bei WWE offenbar auch ordentlich Mühe gibt, dem Smart Mark CM Punk durch die Reduktion zum Standard-Heel madig zu machen… Leider keine Aussicht auf Besserung. Immerhin wird Punk wohl mindestens bis zum Royal Rumble Champion bleiben. Was bei SmackDown passiert, verfolge ich schon seit einer Weile nur noch mit einem halben Auge. Aber immerhin ist dort nun auch mal wieder etwas passiert. Man hat einen neuen World Champion und vielleicht schiebt man irgendwann zum Jahresende mit Dolph Ziggler einen jungen Star noch dazwischen, der so langsam wirklich mehr Main-Event-Luft braucht.

Letzte Änderung am Mittwoch, 19 Juni 2013 09:00

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