JBL 2020 in die WWE Hall of Fame: Wrestling God ein Heel vor dem Herrn Empfehlung

  • 05 März, 2020
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Er nannte sich „Wrestling God“ und war ein Heel vor dem Herrn: John Bradshaw Layfield, kurz JBL, legte zwischen 2004 und 2005 einen historischen Run als WWE Champion hin. 2020 wird der Wrestler in die WWE Hall of Fame aufgenommen. Ein Rückblick auf eine Karriere, die eigentlich schon vorbei schien und dann doch noch legendär wurde.

Manchmal ist es einfach eine Frage, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. John Bradshaw Layfield kann ein Lied davon singen. Das gibt der Wrestling-Superstar auch unumwunden zu. Seinen ganz großen Durchbruch hatte JBL eigentlich längst verpasst, seine Rolle in der WWE versandete, das Karriereende war nah. Doch für JBL sollten sich Mitte des Jahres 2004 die Ereignisse unvorhergesehen fügen.

Weil sich Kurt Angle verletzte und Brock Lesnar die WWE verließ, klaffte im Main Event bei SmackDown plötzlich eine gewaltige Lücke. Ein Bösewicht musste her, einen, den man in wenigen Wochen gegen WWE Champion Eddie Guerrero stellen konnte. Und dann war Bradshaw, für den die Wrestling-Promotion eigentlich schon seit Jahren keine echten Ideen mehr hatte, auf einmal der Mann der Stunde.

JBL wie „J.R. Ewing“: Mit Gimmick-Wechsel bis an die Spitze

Mit einem Buch über Erfolg an der Börse („Have More Money Now“) hatte der Wrestler abseits des Rings für Schlagzeilen gesorgt, trat im Fernsehen als Finanz-Experte auf. Und so wurde auch im Wrestling-Programm aus Bradshaw, früher Cowboy, dann Barschläger, John Bradshaw Layfield, oder einfach JBL, ein Selfmade-Millionär von der Wall Street. Es war eine Gimmick-Änderung um 180 Grad – und die Geburt eines der ikonischsten Wrestling-Schurken der 2000er-Jahre.

JBL trug fortan Anzug und Cowboyhut, ließ sich in einer weißen Stretch-Limousine von einem Chauffeur zum Ring fahren, prahlte mit seinem Geld und nannte sich in meisterlichen Promos irgendwann selbst einen „Wrestling God“. JBL brachte das Publikum gegen sich auf wie kein Zweiter. Der ultimative TV-Bösewicht „J.R. Ewing“ wäre stolz.

JBL wird am längsten amtierender WWE Champion der SmackDown-Geschichte

Beim Great American Bash 2004 gewann JBL den WWE Title von Eddie Guerrero, einem Mann, dem der angehende Hall of Famer nicht genug danken kann. „Dank Eddie hatte ich diesen unglaublichen Run“, sagte JBL Jahre später. „Wenn es jemand anderes als Eddie Guerrero gewesen wäre, hättet ihr nie von JBL gehört.“ Guerrero, im wahren Leben gut mit Layfield befreundet, setzte sich sehr dafür ein, dass das JBL-Gimmick funktionierte.

Berühmt sind ihr Texas Bullrope Match und ihr Steel Cage Match. Nach ihrer Fehde verteidigte JBL sein Gold außerdem gegen Größen wie den Undertaker oder Big Show. Bei WrestleMania 21 verlor er schließlich den Titel an einen aufstrebenden Jungspund namens John Cena. Mit einer Regentschaft von 280 Tagen war JBL zum längsten amtierenden WWE Champion in der Geschichte von SmackDown avanciert. Ein Rekord, der rund 13 Jahre halten sollte, bis er 2018 von AJ Styles gebrochen wurde.

Bradshaw holte als Teil der Acolytes / APA Tag-Team-Titel

JBLs Karriere-Zenit zwischen 2004 und 2005 war nicht abzusehen gewesen. Eigentlich hatte der Wrestler ein Dasein in Under- und Midcard gefristet. 1995 hatte John Charles Layfield, so sein bürgerlicher Name, bei der WWE unterschrieben, und brauchte ein paar Anläufe für den Erfolg. Das Cowboy-Gimmick Justin Hawk Bradshaw scheiterte ebenso wie das Tag Team New Blackjacks an der Seite von Barry Windham.

Seinen Platz in der WWE fand Bradshaw schließlich an der Seite von Ron Simmons (ehemals: Farooq), mit dem er das Tag Team The Acolytes formierte. Die Acolytes waren unter anderem Teil der Ministry des Undertakers und gründeten später die Acolytes Protection Agency, kurz: APA. Bradshaw und Simmons waren dann Bier trinkende und Zigarre rauchende Kneipenschläger, die man als Bodyguards buchen konnte. Zwischen 1999 und 2001 gewann Bradshaw mit Simmons drei Mal die WWE World Tag Team Championship. 2002 kämpfte der Texaner, der für seine brutale Clothesline from Hell berüchtigt war, auch um die Hardcore Championship, schnappte sich den (ehrlicherweise ziemlich wertlosen) Titel dank der 24/7-Regel sagenhafte 18 Mal.

JBL: Nach Karriereende Kommentator – und jetzt in WWE Hall of Fame

Viel mehr schien die Karriere für Bradshaw allerdings nicht mehr bereit zu halten. Bis sich Kurt Angle verletzte. Bis sich Brock Lesnar verabschiedete. JBL, als Übergangs-Titelträger gedacht, legte einen historischen Run als WWE Champion hin, gewann später außerdem je einmal die WWE Intercontinental und United States Championship. JBL wird als zehnter Grand Slam Champion und 20. Triple Crown Champion der WWE-Historie geführt.

Nach seiner aktiven Karriere, die er 2009 mit einer sekundenschnellen Niederlage bei WrestleMania XXV gegen Rey Mysterio beendete, arbeitete Mikrofon-Meister JBL als Kommentator für die WWE. Jetzt führt ihn sein Weg in die WWE Hall of Fame. Neben JBL werden 2020 auch noch Batista, die nWo und die Bella Twins aufgenommen. Die Ruhmeshallen-Zeremonie steigt am Donnerstag, 2. April 2020, drei Tage vor WWE WrestleMania 36 in Tampa (Florida).

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist die Zeremonie zur WWE Hall of Fame im Vorfeld von WrestleMania 36 ausgefallen. Sie wird wohl zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

(Titel-Foto: WWE.com)

Letzte Änderung am Donnerstag, 16 April 2020 22:45

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