Perfide, aber genial: Wie die WWE das SummerSlam-Publikum austrickste Empfehlung

  • 21 August, 2018
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Brock Lesnar gegen Roman Reigns beim SummerSlam? Roman Reigns als neuer WWE Universal Champion? Darauf hatte doch wirklich keiner Bock. Trotzdem hat die WWE einen ziemlich cleveren Weg gefunden, den Main Event durchzuziehen und Reigns den Titel zu geben, ohne dass eine Welle des Hasses von der Live-Crowd rüber zu den TV-Zuschauern schwappte. Denn dieses Mal war die WWE den Fans einen Schritt voraus.

Um Roman Reigns den Titel zu geben, ohne dass er als neuer Champion im besonders kritischen New York City aus der Halle gebuht wird, brauchte es zwei Zutaten: Erstens, einen amtierenden Champion, den die Fans als Champion hassten. Den hat sich die WWE mit Brock Lesnar und seinem Minimal-Programm in den vergangenen Monaten gut zurechtgelegt. Mittlerweile hat er ein ähnliches Level der Ablehnung erreicht wie Reigns. Und dann brauchte es einen Stimmungsretter, einen, den die Fans viel lieber als Champion sehen wollten. Auch den hatte die WWE, und zwar in Person von Mr. Monster in the Bank Braun Strowman.

Beim SummerSlam sah das Ganze dann so aus: Die WWE setzte nicht nur wieder auf ein extrem kurzes Match, das rein von seinem Dauer-Action-Finisher-Geballer lebte und kaum Leerlauf für Langeweile ließ (dann singen die Fans schließlich besonders gerne Schmähgesänge), sondern platzierte auch Braun Strowman geschickt am Ring. Der Money-in-the-Bank-Gewinner kündigte schon vor dem Match an, nach dem Fight gegen den Sieger antreten zu wollen.

Fans warten vergeblich auf Strowmans Cash-in

Das war ziemlich clever. Genauso wie der Move, Strowman schon während des Matches Teil der Action werden zu lassen. So kamen die Fans gar nicht erst auf die Idee, Lesnar und Reigns mit besonderer Nichtbeachtung oder Antipathie zu strafen und nur auf Strowman zu warten – der war ja schon da. Dass die Fans zwischendrin Reigns und Lesnar einmal doch „You both suck“ zuriefen, war verschmerzbar. Denn dass der WWE-Plan perfekt funktionierte, zeigte die Reaktion der Crowd am Ende.

Roman Reigns gewann und bekam dafür sogar Pops – immerhin war Lesnar den Titel los. Die WWE hatte offenbar den richtigen Zeitpunkt gefunden, um den Titelwechsel durchzuziehen. Und Reigns bekam relativ wenig Hass, weil die Fans noch nicht mit dem Ende der Show rechneten, sondern noch den Cash-in von Braun Strowman erwarteten. Der kam allerdings nicht mehr, weil er ja schon während des Matches von Lesnar vermöbelt wurde und so nicht mehr rechtzeitig vor Show-Ende eincashen konnte. Als die Fans das schnallten, war die TV-Übertragung auch schon vorbei. Nicht schlecht, WWE. Der Plan war perfide, aber genial.

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Letzte Änderung am Dienstag, 21 August 2018 23:05

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