Jon Cross

Jon Cross

An diesem Sonntag steht mit dem SummerSlam nicht nur ein weiterer PPV an, sondern auch der turnusmäßige zweitwichtigste Höhepunkt im WWE-Terminkalender. Die Frage ist dabei: wird die Card dem auch gerecht? Die World Heavyweight Championship machte in den Vormonaten bedingt durch Daniel Bryans Verletzung eine Achterbahnfahrt durch und landete einmal mehr bei John Cena, der das Gold nun gegen Brock Lesnar verteidigt. Dazu gesellen sich weitere illustre Matches, die mal weniger mal mehr zum prestigeträchtigen Event passen. Schau mer mal, wie der Kaiser zu sagen pflegte...

 



Lumberjack – Match
Seth Rollins vs. Dean Ambrose

Great_One: Von dem Match erwarte ich – trotz der aus meiner Sicht immer ungünstigen Stipulation – einiges. Ein Match zwischen Ambrose und Rollins hat immer das Potential, die Show zu stehlen. Hier muss man noch abwarten wie man die Stipulation mit einbezieht. Rein logisch betrachtet dürften die Lumberjacks ja auch nur aus Heels bestehen, die gegen Ambrose arbeiten. Dean durfte zwar die Stipulation auswählen, aber Triple H setzt als COO doch immer noch fest, wer als Lumberjack auftreten darf. Von Ambrose erwarte ich aber, passend zu seinem verrückten Charakter, dass er einfach ohne Rücksicht auf sich selbst in eine ganze Horde voller Heels jumpt, nur um an Rollins zu kommen.
Plant die WWE eine Fortsetzung der Fehde, dann würde ich hier von einem Sieg von Ambrose ausgehen. Sollte die Fehde beendet werden, sollte Rollins gewinnen, da er mit dem Koffer noch ein bisschen Aufbau benötigt, um glaubhaft einzucashen. Allerdings ist bei dieser Matchart auch völliges Chaos und kein eindeutiges Ergebnis im Bereich des Möglichen.
Ich tippe mal auf einen Sieg von Dean Ambrose.
Vorfreude: ***

Jon Cross: Der Shield-Split ist vollzogen und aus dem Scherben-Trio hat WWE etwas durchaus Passables gezaubert. Die Judas-Storyline Rollins gegen den Lunatic Fringe hat auch durchaus Vendetta-Charakter und wurde anfangs gut umgemünzt. Leider flachte das Ganze zum großen Showdown bei der Sommerparty derart ab und in seichte Gewässer auf Kinderparadies-Niveau, dass mir der anfängliche Spaß langsam vergeht. Und als wäre das nicht schlimm genug: Lumberjack Match für eine Rache-Story? Also dazu fällt mir nichts mehr ein. Naja, wirtschaftlich betrachtet macht es schon Sinn, wenn man nur acht Kämpfe aufstellt so dem Rest-Kader eine Bühne zu geben. Bzw. man die Fehde noch weiter auswalzt.  Aber für ein Aufeinandertreffen ehemaliger Stable-Mitglieder, wo man schon gefühlt die Messer zwischen den Zähnen blitzen sehen kann, ist das 'ne glatte Farce. Gewinner ist auch egal, da ein Ende wie geschrieben noch nicht absehbar ist.
Was soll’s: halbwegs ansehnlich wird es schon werden. Gut für beider Stile ist es aber nicht.
Vorfreude: **3/4

Ralf Stommel: Ich war, wie die Kollegen auch schon anklingen ließen, auch sehr angetan von dieser Fehde, aber gerade wenn es darum geht, Spannung vor dem Kampf aufzubauen, dann fehlte einfach etwas. Ich war sogar jemand der das "Match" bzw. die Attacken von Ambrose statt eines Matches beim vorigen PPV für gut befand. Nun habe ich die Befürchtung, dass einfach nicht das geliefert wird, was man liefern könnte. Wahrscheinlich liegt es eher an WWE als an den beiden, aber dennoch befürchte ich, dass ich am Ende dort sitze und denke: "Ja und jetzt?" Und mal für den Kollegen Ambrose, wenn du keinen flüchtenden Gegner haben willst, dann mach ein Hell in a Cell Match draus, aber das darf man natürlich nicht ohne den zugehörigen PPV. Finde es sowieso schade, dass man nicht langsam die Fehde steigert und dann beim HiaC enden lässt. Dafür hätte man hier aber ein normales Match gebraucht. Ja, ich freue mich, dass sie die Bühne bekommen, aber irgendwie ist die Freude von Befürchtungen getrübt.
Vorfreude: ***

Dana: Lumberjack? – Geil. Lumberjack-Matches waren früher meine liebsten. Denn sie waren ein Garant für Massenschlägereien und dafür, dass intensive Fehden auch danach noch ebenso intensiv weiter geführt werden konnten. Und genau das passt zu den beiden hier Beteiligten. Aus meinen Kollegen hier spricht nur jugendliche Unerfahrenheit ;) Das Match sollte geil werden – das Ergebnis sollte eine Weiterführung der Fehde garantieren. (Wenn da nicht das etwas… nun… nennen wir es „abstruse“ Booking der WWE wäre…. Aber hey… Lumberjack!
Vorfreude: *****


Roman Reigns vs. Randy Orton

Great_One: Von diesem Match erwarte ich erst mal wenig. Roman ist einfach noch nicht so weit und Randy Orton kann gute Matches zeigen, wenn er denn will. Dass die beiden ein gutes Match auf die Beine stellen können, will ich gar nicht abstreiten. Aber ich erwarte es erst einmal nicht. Auch wenn ich ein Fan von Roman Reigns bin, eine Niederlage wäre hier vielleicht ganz wichtig für seine weitere Entwicklung, um nicht komplett zu übermächtig zu erscheinen. Vielleicht mischt sich ja auch noch Triple H in das Match ein und sorgt damit für einen Sieg von Randy. Ich tippe jetzt mal auf einen Sieg der Viper.
Vorfreude: **

Jon Cross: Wow, The Next Big Thing 2.0 gegen das ewige Talent. Hatte hier zwar den Neo-Boss persönlich erwartet, aber gegen seinen noch aktiven Sidekick springt sicher ein passender Kampf raus. (kann sie dann ja seinem Eheweib widmen…) Wie gesagt: passender Kampf, dem ich aber im Vorfeld tiefstapelnd nicht viel gebe. Zu sehr hat man in den letzten Wochen bei Reigns das Grün hinter den Ohren gemerkt. Ob die Corporate-Speerspitze da der richtige Mann ist, um ihn zu „ziehen“, werden wir am Sonntag sehen. Alles andere als ein Push-Sieg von Reigns wäre überraschend. Wenn er wirklich ganz nach oben soll, dann hat er aber noch 'nen langen Weg vor sich…
Vorfreude: **1/2

Ralf Stommel: Ich lasse jetzt mal den In-Ring-Aspekt außen vor, da es gut werden kann oder eben nicht, aber viel mehr bin ich über das Zustandekommen des Matches verwirrt. Gehen wir nochmal zurück: The Shield besiegt, ja im Grunde vernichtet, Evolution deutlich. Dann kommt der Verräter Seth und zerbricht den Schild. Das hat nur am Anfang Reigns wirklich interessiert, ja er wird sogar mit einem Titleshot "belohnt". Leider merkt man hier, dass alles mit heißer Nadel gestrickt wurde und einfach nicht zieht. Das Match kommt out of nowhere, Orton hat Reigns nicht mal besonders provoziert oder sonst was, er war einfach sein Gegner. Zudem hat er Orton schon klar mit The Shield besiegt. Reigns sollte viel mehr auch hinter Seth her sein, der hat immerhin den Schild zerbrochen und schleppt nen Koffer mit sich rum und ist somit näher am Titel als Orton. Wirklich schade, das wirkt nicht rund. Hinzu kommt ja noch, dass Orton den Sieg eigentlich dringend braucht, aber wohin dann mit den beiden. Gewinnt Reigns steht er auch relativ alleine da und ließe sich maximal als Herausforderer für einen Lesnar eignen, nur der Push geht mir dann doch etwas weit, denn dafür scheint er mir vor allem am Mic nicht gut genug.
Vorfreude: **1/2

Dana: Ich mag sie beide. Auch wenn ich nicht so ganz genau verstehe, wohin dieses Match denn letztlich führen soll. Dass Matches, wie Ralf richtig merkte, mitunter sehr seltsam zustande kommen, nehme ich sogar noch hin. Aber wohin fährt der Zug hier? Verliert Orton, was passiert dann mit ihm? Wird er noch weiter nach unten durchgereicht? Vom Titel weg? Verliert Reigns, was passiert mit ihm? Verschwindet er in der Bedeutungslosigkeit der Midcard? Gibt es ein Unendschieden/Draw/No Contest/WSE? Dann wäre die Frage, wohin es geht, nur aufgeschoben…
Vorfreude: ***


Flag Match
Jack Swagger vs. Rusev

Great_One: Dieses Match muss aus meiner Sicht einfach der Real American gewinnen, da er vom Potential her auf längere Zeit für die WWE zu gebrauchen ist. Rusev geht bislang den Weg den viele Monster-Heels oder auch andere böse Osteuropäer gehen durften. Dominieren, dominieren, dominieren, irgendwann um die Championship antreten und dann irgendwann in einem Face-Comedy-Tag-Team enden. Genauso war es bei Vladimir Kozlov und genau so kann auch Rusev noch enden. Swagger könnte hier auf lange Sicht und auf längere Zeit wirklich von einem Sieg profitieren. Gewinnt Rusev, dann ist der Sieg verschenkt worden, sobald man für Rusev keine guten Ideen mehr hat. Und das geht nunmal sehr schnell in der WWE. Ich tippe auf Jack Swagger als Sieger.
Vorfreude: **

Jon Cross: Na endlich mal wieder ein Themenfight auf so einer Card. Und dann noch einer aus den tieferen Regionen der Mottenkiste. Hach, da werden Erinnerungen an selige Zeiten wach, als es noch Kanada vs. USA hieß (Raider statt Twix und Niveau statt RTL…). Im Grunde das einzig passende Match für diese politische Fehde, welche die Steilvorlagen aus den News nutzt. Auf diese Weise können beiden davon profitieren – bisher war es schon sehr unterhaltsam und auch endlich mal ein Lichtblick für den Bulgaro-Russen. Den sehe ich im Übrigen vorn, da zu Swagger (frisch Face geturnt) die Niederlage passen würde. Showmatch zwar, aber wird sicher launig. Freue mich drauf – und auf die Stimmung im Center.
Vorfreude: ***

Dana: Flaggenmatch? Ehrlich? *mäh* Und dann auch noch in bester Kalter Krieg – Manier… Rusev ist mir als Ein-Mann-Ostblock echt zu öde. Das gleiche gilt aber für Swagger und Colter. Mein Tipp: Einer wird gewinnen ;) Ansonsten: Ich denke, das Match ist sogar noch eher als Toilettenpause geeignet als der Catfight.
Vorfreude: *

Ralf Stommel: Hier muss Swagger einfach siegen und das wird er auch. Er ist Face, es heißt Amerika vs. Russland und wir sind bei WWE. Eigentlich hat man das ja ganz passabel auf den Weg gebracht, aber der Weg war steinig und schwer (ok ist geklaut, aber passt). Was soll man eigentlich mit Swagger danach machen, das ist mir noch nicht ganz klar. Mit Rusev übrigens auch nicht und da sich hier nix entwickeln kann, ist mir das relativ egal. Oder man turnt Sheamus endlich Heel und lässt Swagger hier mal angreifen würde zumindest ein klein wenig passen...
Vorfreude: **

Brie Bella vs. Stephane McMahon

Great_One: Die Story lief eigentlich ganz gut und solide. Auch recht interessant. Doch der letzte Montag und die Wendung mit Daniel Bryan, der seine Frau Brie betrogen haben soll, hat das Ganze ins Negative geführt. Selbst wenn man nicht jede Folge von Total Divas gesehen hat, sondern nur mal hin und wieder einen Clip auf WWEs Youtube Account – so wie ich – wird wissen, dass Daniel Bryan so gar nicht der Typ ist, der seine Frau betrügt. Außerdem musste ich direkt an die Claire-Lynch-Story von TNA denken, die AJ Styles damals auch nur geschadet hat. Kompletter Blödsinn meiner Meinung nach. Wahrscheinlich kommt am Ende heraus, dass die Frau von den McMahons gekauft war und Bryan doch treu ist, aber in erster Linie hat es Bryan aus meiner Sicht nur geschadet, sowas zu behaupten.
Da mir Stephanie McMahon in ihrer Rolle aktuell richtig gut gefällt, würde ich am liebsten einen Sieg der McMahon sehen. Am Ende wird aber wohl Brie gewinnen, was in Ordnung geht, wenn sie dann auch gut gepusht Jagd auf die Divas Championship macht. Aber eigentlich bin ich der Meinung, dass hier die falschen Frauen in der WWE zu viel Spotlight abbekommen haben.
Vorfreude: **

Jon Cross: Die Familie für die Qualitätsquote. Steph hatte bislang ja noch nicht viele Matches in ihrer Karriere, aber wenn sie das McMahonsche Kampfschwein-Gen wie früher raushängen lässt, gehe ich von einem für die Verhältnisse guten Kampf aus. Der Letzte liegt aber gut zehn Jahre und drei Kinder zurück, was eine große Unbekannte ist. Von daher liegt auch viel an Brie – aber als talentierterer Zwilling ist das ein gutes Omen. Zünglein an der Waage wird einmal mehr Hunter in Personalunion als Ehemann und Ligenchef sein – und sei es bloß für 'ne Ohrfeige, wonach Steph abstaubt. Beim Ende lass ich mich überraschen…
Vorfreude: **3/4

Dana: Hat es die Entwicklungen von RAW wirklich gebraucht? Eher nicht, oder? Mit drängte sich da auch den TNA-Vergleich von G_O auf. Interessant wird dieses Match nur dadurch, dass die Männer der beiden Ladies gleich mit involviert sind. Und natürlich die Frage, ob und in wie weit unser „Physiotherapeutin“ auftauchen und eingreifen wird.
Vorfreude: **

Ralf Stommel: Ich fand die Story hier auch richtig gut, bis wir auf unterstes GZSZ- oder eben TNA-Niveau abgerutscht sind. Wie will man das nur retten? Durch ein gutes Match? Wird schwer werden, denn so gut können die beiden nicht sein. Wird Bryan auch auftauchen und mit Brie den Sieg feiern oder ihr helfen? Ich weiß es nicht, aber ich bin durchaus ein wenig gespannt, wie es nun ausgeht, aber der letzte Montag bleibt leider als schwacher Abschlusspunkt vor dem Kampf.
Vorfreude: **1/2


Chris Jericho vs. Bray Wyatt

Great_One: Jericho gewann beim letzten PPV clean gegen Wyatt und nun sind Harper und Rowan wenn ich das richtig im Kopf habe vom Ring verbannt. Also nochmal: Jericho gewinnt ein Match gegen Wyatt, wo die restliche Wyatt Family mit am Ring sein durfte, und bekommt nun quasi ein Rückmatch ohne die Wyatt Family am Ring? Ergibt für mich nicht so wirklich Sinn. Aber gut, wenn Wyatt am Ende gegen Jericho gewinnt, ganz alleine und ohne auch nur die Möglichkeit, Hilfe von seiner Family zu bekommen, könnte es ihm viel bringen. Match dürfte recht ansehnlich werden und Bray Wyatt sollte/müsste/wird gewinnen.
Vofreude: ***

Jon Cross: War für mich im Vorfeld eigentlich der Showstealer des Abends – bis MITB kam. Da wurde dann mal wieder alles bestätigt, was schlechte Organisation in Stamford ausmacht. Man holt einen Parttimer (muss Chris leider so bezeichnen), bringt ihn als Übergangsgegner für einen aufstrebenden Topcarder und dann gewinnt der Bandleader auch noch. Supi – so baut man Spannung für einen Rückkampf auf. Mit derartiger Logik hat man Bray vor Wochen an Cena verfüttert und versucht nun ihm wieder etwas Standing einzuflößen. Von den Qualitäten beider bin ich nach wie vor Fan und überzeugt, aber für die Vorfreude… ist das Prä-Booking so, als würde man im Kriminalroman den Täter auf die erste Seite schreiben.
Vorfreude: ***

Dana: Kaum zu glauben, dass ich das über ein Jericho-Match sage: Langweilig. Bestenfalls wird es ein Sieg von Wyatt gegen den übermächtigen Star in Altersteilzeit – gewonnen ist damit dann nichts. (Außer vielleicht für die Booker, denen die Ideen ausgehen, was sie mit den Wyatts machen sollen). Schlimmstenfalls verliert er und kann dann mit seinen Farm-Kumpel dann auch gleich wieder Schafe f§$§en gehen….
Vorfreude: **

Ralf Stommel: Was genau sollen die mit den Schafen tun? Füttern? Ahso! Nein ich glaube, dass Wyatt einfach gewinnt, aber auch mit einem guten Match, werde ich am Ende nur sagen, jo war eh klar. Und wenn WWE es anders löst, dann denke ich nur: Wie dumm kann man sein und mache mäh.
Vorfreude: **


WWE Intercontinental Championship
The Miz © vs. Dolph Ziggler

Great_One: Ich war nie ein Fan von The Miz, aber als Midcard Champion kann man ihn gut gebrauchen. Ziggler sollte allerdings in wichtigeren Matches stehen als hier "nur" um die Intercontinental Championship anzutreten. Am Ende würde ich mir wünschen, dass Ziggler The Miz mit einem Superkick in das Moneymaker-Gesicht besiegt und Champion wird. Glaube da aber irgendwie noch nicht dran. Miz windet sich wahrscheinlich irgendwie raus.
Vorfreude: **

Jon Cross: Und ein weiteres gutes Match für die Sommerkarte. Auch hier gehe ich von respektabler Kampfquali aus bei den beiden Akteuren. Miz hat nach der Filmkarriere und dem WWE-Champ-Low-Light sich ebenso wieder auf alte doppelt unterhaltsame Pfade begeben (Wrestlen & Show), wie Ziggler seinen Nimbus als Charakter ähnlich einem Toastbrot zugunsten seines jetzigen Standings loswurde. Zwar fighten zwei ehemalige Maineventer nun eine Stufe tiefer ums Gold, aber dafür hab ich es im Blut, dass wir einen soliden Fight sehen werden. Der Slam war mal traditionell der PPV, an dem IC-Belt wechselt. Am Sonntag gehe ich aber mal nicht davon aus.
Vorfreude: ***1/4

Dana: Das Match ist völlig okay für den aktuellen IC-Titel. Wenn ich aber an Matches aus der Vergangenheit denke: Ultimate Warrior gegen Rick Rude, Bret Hart gegen Mr. Perfect, Razor gegen Diesel, Triple H gegen The Rock, Razor gegen Shawn Michaels… da werde ich etwas wehmütig. Denn ich sehe hier weder The Miz, noch Ziggler zukünftig da, wo ihre Vorgänger hingelangten. Der Titel hat massiv an Wert verloren – und so auch seine Träger und Herausforderer. Ein ordentliches Match wird es wohl schon.
Vorfreude: ** 1/2

Ralf Stommel: Ich freue mich auf dieses Match, denn hier stimmt der Aufbau durch den Sieg von Miz in der Battle Royal und die Fehde läuft auch gut. Ich traue beiden ein gutes Match zu und so sehr ich mir Dolphs Sieg wünsche, so sehr glaube ich, dass The Miz einen dreckigen Ausweg findet und bei Night of Champions erst der Titel wechselt. The Miz als Heel ist übrigens um Welten besser, als der Face Miz. Dolph sollte, den Superkick bekommen, Del Rio ist ja nun auch weg. Aber gerne auch erst beim nächsten PPV um den Titel für sich zu erobern, jetzt wäre zwar auch cool, aber vllt etwas zu früh. Ich freu mich!
Vorfreude: ****


WWE Divas Championship
AJ Lee © vs. Paige

Great_One: Diese beiden Damen hätten mehr Spotlight bekommen müssen als Stephanie McMahon und Brie Bella. Hier geht es schließlich auch um eine Championship. Paige gefällt mir als Heel viel besser als vorher als Face. Und AJ überzeugt in jeder Rolle. Allerdings frage ich mich, was es der Championesse bringen soll, wenn sie sich zweimal nicht gegen Eva Marie durchsetzen kann...
Ich frage mich allerdings noch, ob dieses Match wirklich stattfinden wird. Nach ihrem Match bei Smackdown wurde AJ von Paige attackiert und wurde dann wohl auch von den Offiziellen behandelt. Könnte eine Story sein, um dieses Match kurz zu halten oder sogar von der Card zu streichen. Passt da vielleicht mal wieder etwas in WWEs Zeitplanung nicht? Wir werden es sehen.
Vorfreude: **

Jon Cross: Normalerweise reicht mir ein Damenmatch pro Abend. Aber wenn es Ms. Brooks gegen Paige-Berg heißt, dann ändere ich auch gern meine Meinung. Von der Engländerin wissen wir ja nun, was sie im Ring draufhat und bei AJ erübrigt sich die Frage auch. Von daher glaube ich, dass beide Ladies Lees Titelverteidigung sauber über die Bühne bringen werden. Ein Titelwechsel ist eher ausgeschlossen, denke ich. Der Angle-Anreißer mit der kratzenden Paige ist ganz nett – seit Mickie James vs. Beth Phoenix aber ein Schema. Da man sich im erzkonservativen Ami-Land sicher nicht auf 'ne Lesben-SL einlassen wird, bin ich zumindest gespannt, wie der Angle letztlich ausgeht.
Vorfreude: **3/4

Dana: Ich finde hier hat man einiges verbockt. Aus Paiges Titelgewinn hätte man viel mehr Impact mitnehmen müssen. Immerhin hielt AJ den Titel ja eine gefühlte Ewigkeit. Statt dessen gibt sie ihn dann, nachdem sie ihn erfolgreich gegen alles und jeden verteidigte, ratzfatz wieder an AJ ab. Das ist langweilig, das ist schlecht gemacht und letztlich auch unnötig. So wie so ziemlich alles, was ansonsten rund um diese Fehde passiert ist.
Vorfreude: **

Ralf Stommel: Hier muss ich Dana mal klar widersprechen. Ich fand, dass es genau richtig war, den Titel zu AJ zurück zu geben, denn nur so, war der Heelturn von Paige umzusetzen. Die beiden können wohl mehr, als sie dürfen, vor allem wenn noch das anderen Damenmatch auf der Card ist, die Chefin soll ja nicht schlecht aussehen. Es muss aber stattfinden und ich hoffe auf einen leicht erschummelten Sieg von AJ. Ja erschummelt, denn ich will auch mal dreiste oder clevere Faces und nicht nur die Saubermänner bzw. - frauen, die uns WWE nur zu gern und oft gibt.
Vorfreude: ***


WWE World Heavyweight Championship
John Cena © vs. Brock Lesnar

Great_One: Das Match wird eine Schlacht. Allerdings wahrscheinlich zum Großteil erneut nur in eine Richtung. Lesnar wird Cena vermöbeln. Und am Ende auch hoffentlich gewinnen. Nicht weil ich Cena nicht mehr als Champion sehen will, sondern weil ich nicht sehen will, wie John Cena mal eben so das Beast besiegt, welches die Streak des Undertaker gebrochen hat. Gebt Lesnar den Titelrun. Lasst ihn den Championship bei Night of Champions im Rematch gegen Cena erneut verteidigen. Sollte Lesnar sich entschließen doch mehr Auftritte zu absolvieren, dann lasst den Gürtel eine Zeit lang bei ihm. Wenn nicht, dann kann Rollins nach der Titelverteidigung im Rematch seinen Money in the Bank Koffer eincashen und den Gürtel von Lesnar holen.
Vorfreude: ***

Jon Cross: Puh – schwierige Kiste, da ich von beiden im Grunde nicht viel halte. Der eine ist kaum da, nervt mit seinem Sprachrohr und wirkt auf Smarks eher unzuverlässig und der andere ist… Cena. Ich kann nur Parallelen zu früher ziehen: Ihr erstes Aufeinandertreffen war gelinde gesagt Bullshit und das Zweite blieb trotz guter Optik etwas hinter den Erwartungen zurück. Aber Johnny-Boy ist als Notnagel-Champ immer eine Bank, vor allem da D-Bry noch lange fehlt. So kam es dann, dass der Chain Gang Soldier nun zum dritten Duell bläst. Alles in allem ist Zeit vergangen und Brock hat bewiesen, dass er für ein gutes Match immer zu haben ist wie Cena für die Bereitschaft eines sechsten Moves im Repertoire. Das zugrunde gelegt… wird die Basis für den entsprechenden Mainevent werden, den beide mit Sicherheit auf die Bühne zaubern werden. Mir persönlich stößt aber in dem Zusammenhang auf, dass neben Bryan nun auch Cesaro in die Röhre guckt, der für das große Duell sein Standing opfern und begraben durfte. Tja, that’s life… and that’s entertainment!
Vorfreude: ***1/2

Dana: Cena verliert – Brock ist Champ. Licht aus, Spot an: Undertaker haut Brock aus den Puschen. Rollins cashed ein. Ende.
Vorfreude: ***

Ralf Stommel: Oha Dana, kurz knapp und prägnant. Aber ein Threeway mit Brock, Rollins und Cena kann ich mir nicht so ganz vorstellen. Ich will die Variante mit Lesnar als Champ, denn er ist derzeit, der einzige Heel, der das auch wirklich ausstrahlt. Cena hat seine Sache als Bryan-Vertreter gut gemacht und taugt immer als Notlösung. Nur jetzt bitte nicht den Fehler machen und den Titel bei Cena belassen. Bitte nicht Lesnar verlieren lassen und Rollins den Koffer einsetzen. Lesnar muss ein Monster bleiben und das tut er nur durch Sieg oder unfaire Niederlage, wobei das Letztere nicht mal sicher ist. Aber dafür muss Cena dreckig spielen, was ich nicht glauben kann. Lesnar gewinnt, weil es besser so ist und dann sehen wir einfach weiter, ich sehe auch nicht viele Wege, denn Cesaro ist leider kaputt und Bryan zu lange noch weg. Der Taker wird aber nicht eingreifen, denn noch ein Match mit Brock, kann er nicht zeigen, vor allem mit Sting am Horizont.
Vorfreude: ***1/2

 

Allgemein

Great_One: Ich geh irgendwie mit recht durchschnittlichen Erwartungen an die ganzen Matches und an den PPV ran. So richtig freue ich mich auf keines der Matches, auch wenn da einige bei sind, die richtige Kracher werden könnten. Ob sie es denn auch werden, kann ich aktuell irgendwie nicht sagen. Ich sehe dem PPV aber gespannt entgegen. Gerade der Main Event macht mir ein bisschen Sorgen, denn bei dem Push von John Cena, den er schon seit über zehn Jahren bekommt, weiß man nie, ob er nicht doch mal eben so nebenbei gewinnt.
Außerdem ist es eine Frechheit, dass weder Cesaro, noch die amtierenden Tag Team Champions, die Usos, auf der aktuellen Card für den Summerslam vorhanden sind.
Vorfreude: ***

Jon Cross: Mit einem Gesamturteil tue ich mich recht schwer. Einerseits wurde die Card stimmig zusammengestellt und weist endlich nach langer Zeit auch mal wieder kreative Nuancen auf. Ob nun ein neunter Fight gut oder besser wäre, sei dahingestellt. Im Gegenzug stören mich die Teilzeit-Wrestler und die viele „verbrannte Erde“ im Vorfeld, mit der man Leute ins Rampenlicht stößt, die ich da nie erwartet hätte (ihre Sache aber bislang ordentlich machen). Gestandene Recken und zukunftsträchtige Talente müssen dafür aber als Steigbügelhalter herhalten und werden derart ins Abseits gedrückt, dass man sich fragt, ob die WWE sie da jemals wieder rauslässt. Vince war schon talentblind – hoffe, Hunter ist es nicht auch.
Vorfreude: ***

Dana: Die Card lässt ein bisschen Starpower vermissen. Was im Wesentlichen daran liegt, dass WWE nicht mehr so schrecklich viel Starpower hat und die durch Wrestler in Altersteilzeit teuer einkaufen muss. Ansonsten ist der SummerSlam für mich der PPV der Fortführung. Hier werden keine Fehden beendet – höchstens neue begonnen. Und ich denke, dass das auch dieses Mal so sein wird.
Vorfreude: ***

Ralf Stommel: Es ist zwar der Summer Slam, aber es kommt kein WOW-Gefühl in mir auf. Es ist nichts vor dem ich Angst habe auf der Card, aber es fehlt auch ein absolutes Highlight. Das kann der Main Event nicht sein, da man nicht voller Vorfreude auf den Ausgang blickt, sondern voller Befürchtungen, dabei macht Cena nicht viel falsch, es ist mehr, dass die Auswege danach eher zum Stirnrunzeln als zum Freuen anregen. Ziggler vs. Miz wird für mich das MotN und hier passt für mich alles.
Vorfreude: ***

Wie wertvoll und bedeutend ist ein Brock Lesnar fürs Business?

Dass ich diese Zeilen hier schreibe liegt weniger an der Tatsache, dass Brock und mich eine persönliche Gemeinsamkeit verbindet, sondern vielmehr an seiner Personalie an sich, die mir über die Jahre betrachtet mehr als nur eine Grüblerfalte beschert hat. Nun aber, da sich sein rekordverdächtiger Sommer mit dem Match gegen das Aushängeschild John Cena zum inzwischen zwölften Mal jährt darf die Frage gestellt werden, was ein Brock Lesnar unter dem Strich für die WWE bedeutet. Denn eines ist sicher: er polarisiert - wenn auch nur auf den zweiten Blick.

Aber betrachten wir das Ganze doch einmal global. Nach einem Debüt einen Tag nach WrestleMania X-8 legte der Vanilla Gorilla parallel zur Brand Extinsion einen regelrechten Senkrechtstart hin, in dem er dominant wie kein Zweiter a la Bill Goldberg durch den Stamford – Kader pflügen durfte. Da er zu diesem Zeitpunkt mit dem Prestige etlicher Independent-, Highschool- und Universitäts-Wrestlingtitel seine Aufwartung gemacht hatte, butterten Vince McMahon und seine WWE – Funktionäre ordentlich Kapital in den Nachwuchsathlet. Konkret wurde Brock mit einem Zehn-Jahres-Vertrag (!) ausgestattet – ein deutliches Signal, dass man ihm vertraute. Und dies zahlte Lesnar nicht nur entsprechend zurück, sondern sich für die WWE auch aus. So durfte er sich nicht nur in die Annalen als letzter echter King oft he Ring eintragen, sondern auch gut zwei Monate später: als er The Rock im SummerSlam – Hauptkampf dessen Titelgürtel abnahm und mit 25 Jahren damals jüngster WWE – Champion aller Zeiten wurde.
Eigentlich bezeichnend, dass gerade The Great One sein Gegner war. Hatte dieser doch bei seinem Debüt eine ebensolche Karrierechance vorgesetzt bekommen, die ihm das Publikum aber nach einiger Zeit dann nicht mehr abnahm und den heutigen Filmstar bis zum Reboot als The Rock ins Abseits drückte. Etwas ähnliches befürchteten damals auch Fans und Kritiker … allerdings trat der Effekt nicht ein. Ob es an den Erfahrungen der Vergangenheit lag oder Brocks Präsenz mag heutzutage Spekulation sein. Fakt ist, dass ihm die WWE mit der Matchserie gegen den Undertaker (und dessen zweimaligem Job) ein weiteres Zugeständnis auf seinem goldenen Weg machte. Erst der Verrat seines damaligen Managers Paul Heyman beendet den Run – schon komisch: Heyman ist auch aktuell wieder an Brocks Seite und hat gemeinsam mit dem Taker auch in diesem Jahr bleibende Erinnerungen hinterlassen. Geschichte wiederholt sich halt immer …

Der Titelverlust sollte sich im Nachhinein nicht als Rückschritt entpuppen – oder eben doch, da Lesnar anschließend zwei nach vorne tat. Zunächst mit dem Rumble-Sieg und schließlich einem Titelprogramm gegen Kurt Angle, in welchem er sich im WM-Mainevent seinen Gürtel zurückholte und die technische hochwertige Fehde über das restliche Jahr erstreckte. Damit war er eigentlich am Höhepunkt seines Schaffens angelangt – allerdings bereits in jungen Lebensjahren. Lesnar hatte in seinem Greenhorn-Jahr alles abgeräumt was irgendwie ging und stand an der Spitze der Corporation. So im Nachhinein betrachtet ein zweischneidiges Schwert: der Erfolg konnte noch so groß sein – entscheidend war das Bestehen im täglichen Leben. Und dies erwies sich für Lesnar als umso schwerer. Trotz durchweg guter In-Ring-Leistungen schien er mit dem plötzlichen Erfolg und der Last der Company auf seinen Schultern nur schwer klarzukommen. Ein Phänomen ähnlich dem von Kinderstars, denen der Übergang von Limerenz- in Konsolidierungsphase nicht oder nur schwer gelang. Oder dem eines Ikarus auf dem Weg zur Sonne …
Um dieser Belastung (insbesondere dem Tourenstress) einher zu werden, versuchte Lesnar alles – bat sogar die Führung um separate Flüge im Firmenjet, welche ihrem Zugpferd diese Extrawurst auch gewährten. Doch auch dies konnte die Abwärtsspirale beim hochgelobten Future Athlete letztlich nicht aufhalten, was dann schließlich anläßlich WrestleMania XX in seinem mehr als enttäuschenden Match gegen Bill Goldberg mündete und zu einem unrühmlichen Ende führte. Kometenhafter Auf- und Abstieg innerhalb von nur zwei Jahren – das musste ihm erst einmal einer nachmachen.

Vielmehr noch bescherte ihm diese „Tellerwäscher zum Millionär und zurück“ – Story etliche nachhaltige negative Frotzeleien sowohl aus dem Fanlager als auch aus dem Entertainment selber ein. Von divenhaftem Verhalten und Rückgratlosigkeit war sinngemäß die Rede und davon, dass er sich nur die Rosinen aus dem Kuchen gepickt haben soll. Harte Worte, zumindest damals. Nimmt man aber einmal den Kontext über die gesamte Zeit bis heute, ist ein gewisses Quäntchen Wahrheit da nicht zu verleugnen. Insbesondere dann, wenn man sich anschaut, wie er seine Zeit bis zum Parttimer – Comeback illuster verbracht hat: NFL, New Japan, MMA, UFC. Während er beim Ultimate Fighting auftrumpfte, zickte er beim Football rum und schmiss bereits nach kurzer Zeit wie schon bei der WWE zuvor. Etwas dass, trotz seiner ersichtlichen Verdienste und Erfolge, seinen Leumund mit dem goldenen Schnuller nur bekräftigte. So war es denn auch wenig verwunderlich, dass er anno 2012 wieder ins Stamford’sche Geschäft zurückkehrte: zwar mit ordentlichem Fan- und Medienecho, aber ein gewisser kritischer Unterton schwang immer mit. Und der kam auch nicht von ungefähr: denn mit John Cena, Triple H und CM Punk bekam er über die vergangenen Jahre wieder hochkarätige Fehden in der Uppercard verpasst, erhielt er parallel dazu wieder vielzitierten Zucker im Anus angesichts eines begrenzen Auftrittskontingents über das Jahr verteilt. Da fragten sich viele, wie so etwas funktionieren kann, wenn doch Präsenz für die Werbetrommel einer Fehde das Salz in der Suppe ist. Die Antwort war klar: neben aufgezeichnetem Material fürs Archiv fungierten andere als Katalysator in den Auseinandersetzungen. Sei es nun Paul Heyman, der einmal mehr an die Seite seines Proteges zurückkehrte, oder eben Cesaro im entsprechenden Fahrwasser.

Die Frage bleibt: rechtfertigt dies die hohe Kaderposition? Eine eindeutige Antwort gibt es da wohl nicht, nur ein Spektrum an Meinungen. Sicher: die Programme, welche er absolvierte, waren durch die Bank weg allesamt gut und überzeugend auf ihre Weise – allen voran das hochgelobte Match gegen Punk. Auf der anderen Seite bleibt der fade Beigeschmack einer Teilzeit – Diva, für die die WWE anscheinend bereits ist / war große Opfer zu bringen. Angefangen vom Job des Undertakers und dem Ende seiner legendären Streak bis hin zum Fahrwasser-Piloten Cesaro, der nun offensichtlich für das anstehenden Programm mit Cena als Bauernopfer herhalten und seinen Push abgeben musste. Die WWE legt sich für die „Golden Mile“ eines Brock Lesnar hin. Eigentlich fast genau dieselbe Kritik wie für seinen Gegner John Cena. Wobei … der zumindest präsenter in der Company ist.

Dass derartiges Kleine Welt – Gehabe gestandene Lockerroom – Helden vor den Kopf stößt, mag auf der Hand liegen und ein möglicher Grund für Frustration im Spind – Universum sein. Auf der anderen Seite spülen On-Air-Minuten einer derartigen „Cash Cow“ dem Unternehmen neben Mainstream auch die eine oder andere satte Summe in die Kassen. Ergo: des einen Freud, des anderen Leid. Angesichts des Wahlspruchs „Best for Business“ sollte man sich selbst hinterfragen, welches Übel man persönlich eher in Kauf nehmen möchte.

Ich persönlich halte es da mit der Philosophie eines weisen alten Mannes: „Das Wohl vieler ist wichtiger als das Wohl weniger … oder eines einzelnen …“
Aber … ich bin gerne bereit, mich kommenden Sonntag vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

summer-cross

So in etwa war es für mich, wenn ich heute einmal zurückblicke auf die Tage, in denen ich erstmals mit der Leidenschaft fürs Wrestling konfrontiert wurde. Vielleicht auch ein Wunder, dass ich dem Faible irgendwie treu geblieben bin – betrachtet man einmal die Zeit, als ich mit dem Schauen begann.
 

throwback-thursday

Als der legendäre Jushin Thunder Liger anno 2005 die erste Ausgabe von „Bound for Glory“ krönen sollte, war das Endergebnis leider nicht das Erhoffte. Besser lief es da schon ein Jahr zuvor bei „Ring of Honor“.

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Heute man ein Blick auf zwei bekannte Männer, die ihre prägenden Eindrücke in der WWE hinterlassen haben: Rob van Dam und Jeff Hardy. Nur diesmal anders …

throwback-thursday

 

Passend zum Wonnemonat haben wir ein „Mai-Light“ wie es ein plakativer Sender gern betitelt herausgesucht. Nach dem Motto „a Stone Cold day in hell“ …

throwback-thursday

Am morgigen 23. Mai dieses Jahres jährt sich nun zum inzwischen 15ten Mal der Todestag des „King of Harts“ Owen Hart.

throwback-thursday

 

Wenn am kommenden Sonntag der Muttertag ansteht, nehmen wir uns die Zeit, der eigenen Lebensschenkerin persönlich auf verschiedenste Art und Weise zu danken.

throwback-thursday

Nachdem das Elite- Stable unlängst wieder aktiv in die WWE – Shows zurückgekehrt ist, nehmen wir die heutige TBT – Ausgabe zum Anlass, mal auf dessen Geburtsstunde zu schauen.

throwback-thursday
Da wir uns noch im Fahrwasser von WrestleMania befinden, haben wir uns dieses Mal für ein Match zweier Athleten entschieden, über die in den letzten Tagen oft gesprochen wurde.

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Am vergangenen Samstag, dem 17. Mai, stieg die inzwischen 30. Ausgabe von „ACW Saturday Night“. Wie angekündigt feierte die Weinheimer Promotion ein weiteres Auswärtsspiel und veranstaltete in der Odenwaldhalle zu Michelstadt.

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Neuer Monat, neues Glück: mit WWE Extreme Rules wurde ein neues Wrestlingjahr eingeläutet, das nun mit WWE Payback fortgesetzt wird. Wie wird es wohl weitergehen? Geht The Shield als Sieger hervor oder am Ende doch die Evolution? Wer triumphiert im Last Man Standing-Match? Und welche Entscheidungen fallen bei den Midcard-Titeln? Die meisten Fragezeichen richten sich allerdings nicht auf ein Match, sondern auf die Entscheidung des verletzten WWE Champions Daniel Bryan. Wir werden es erleben ...

Die diesjährige WrestleMania inklusive „Road to …“ war eigentlich ein Paradebeispiel: mit Daniel Bryan gewann den Titel am Ende derjenige Fighter, der es sich auch langfristig verdient hat. Und insbesondere ein Typ, den die Fans sehen wollten und (zumindest wirkte es so) den diese durch ihre Smark-Reaktionen dorthin gepusht haben. Denn das bisher von der WWE präsentierte und prognostizierte Duell zwischen dem ewigen Talent Randy Orton und dem aus dem Hut gezauberten Parttimer Dave Batista war nun weiß Gott nicht dass, was sich das Fan-Universum für den Hauptkampf von WrestleMania XXX gedacht hatte. Ergo hat sich bewusst der Smark-Wille gegenüber dem durchgesetzt, was die WWE (gefühlt auf Biegen und Brechen) durchzuboxen beabsichtigte. Den Fans in die Karten gespielt hat dabei sicherlich ebenfalls, dass viele der zurückliegenden Manias nicht das Feeling versprühten, welches man ersehnt hat. Sei es durch Stagnation (John Cena) oder von oben vorgegebene Rollenbesetzung mit Teilzeitarbeitern, an denen die verdienten Arbeitstiere nicht vorbeikamen (The Rock). Die Gretchenfrage soll dabei aber nicht sein, wieviel Work tatsächlich hinter verschiedenen Entwicklungen steckt, sondern eher: sollte die WWE wieder vermehrt auf die Stimme ihrer Fans hören oder doch lieber ihren eigenen Stiefel durchziehen?

 

Um es vorwegzunehmen: eine Antwort darauf kann man nicht verallgemeinern und darf hier auch nicht als Dogma zur Debatte stehen. Aber man sollte sich der Thematik einmal bewusst werden. Um nämlich den WWE – Willen zu verstehen, muss man das Unternehmen erst einmal verstehen.

 

Und das ist (leider) … eine marktwirtschaftlich geführte und orientierte Firma, die ein Maximum an bonitären Vorteilen als Gewinn für sich herausholen will mit ihren Wrestlern als Arbeiterschaft. Folglich setzen sie hierbei auf die „Zugpferde“ ihres Werktätigenstammes, die sich durch Popularität im Mainstream sowie entsprechenden qualitativen Wirkungsgrad den meisten Ertrag (=Erfolg) versprechen. Wie ein John Cena, der seit einem Jahrzehnt durch Fans und Merchandise-Hamsterer dem Unternehmen satte Gewinne beschert, oder eben ein Dwayne Johnson als Eigengewächs, der in WWE- und Kinouniversum gleichermaßen als Lichtgestalt vermarktet wird. Diesen „Cash Cows“ wird dann auf der anderen Seite gerne mal verziehen, dass sie zu eindimensional sind oder wie ein Phantom nur ab und zu mal auftauchen. Damit wird aber gleichzeitig die eigentliche Existenzgrundlage einer Promotion ad absurdum geführt – denn die wollen mit Wrestling und Sports-Entertainment punkten, weshalb die immer gleichen Gesichter an der Spitze schnell Tristesse unter den Zusehern verbreiten.

 

Warum also gefühlt jedes Jahr die gleiche alte Leier? Das hat verschiedene Gründe: zum einen verstehen es die personellen Evergreens, sich immer wieder neu zu erfinden. Und das ist schließlich die Quintessenz zum langfristigen Erfolg beispielsweise von Steve Austin, The Rock oder auch Triple H. John Cena bildet da die Ausnahme, womit wir schon bei Variante 2 sind. Denn sein Chaingang Soldier - Gimmick wischt sich schon seit zehn Jahren in immer gleicher Art und Weise vorm Gesicht rum, das vielen beim Gedanken daran in gleiche Handbewegung verfallen – allerdings mit anderem Hintergrund. Seine Basis ist die unerschöpfliche Generationen-Quelle an Kindern und Jugendlichen, die ihrem Superman zujubeln und seine Fanware kaufen, weil er mal wieder omnipotent den gesamten WWE – Kader im Vorbeigehen nacheinander an die Wand geklatscht hat. Ergo: Beständigkeit und Gimmick-Varianz sind der Schlüssel zu langlebigem WWE – Dasein.

Und diese Hürde zu nehmen ist das Problem vieler aufstrebender Leute. „Up to date“ zu bleiben und das auch noch beständig ist eine sehr schmale Gratwanderung heutzutage. In schnelllebigen Zeiten, wo Trends und Modeerscheinungen rasanter wechseln als Lothar Matthäus Ehefrauen, kommen einem die viel zitierten „15 Minuten Ruhm“ manchmal tatsächlich gefühlt bloß derart lange vor. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass beispielsweise Leuten wie Fandango oder dem Long Island Iced Z oft kurze Bekanntheit, aber nie der ganz große Durchbruch gelungen ist. Daher haben die Fanlieblinge oft nur die Halbwertzeit eines Strohfeuers ohne die Chance mal langlebiger zu brennen. Ferner kommen noch etliche andere Punkte hinzu, die viele aus der beruflichen Tätigkeit her kennen. Angefangen von Erfahrungswerten und interne Hackordnungen, durch die man sich hindurcharbeiten muss ist es wichtig, sich auch einen Namen zu machen. Denn verrichtet man seinen Job, fällt aber niemandem auf ist man zwar Rückgrat und wertvolles Mitglied der Liga, aber im Endeffekt bloß Mitläufer. Und selbst beim Schritt aus dem Schatten sollte man aufpassen, im gesunden Mittel zwischen „braunem Hals“ und provoziertem Rausschmiss zu sein.

 

Hat man dies alles überwunden und ist oben angekommen, ist die weitere Karriere ein Selbstläufer. Und in den meisten Fällen hat man bis dahin soviel Prestige angehäuft, dass man zur dauerhaften Topcarder – Schachfigur der WrestleMania – Planspiele geworden ist. Und hier liegt die Crux: in den letzten Jahren haben dies nur wenige geschafft. Die eigene Bequemlichkeit dieser Leistungsträger derartige Posten zu räumen gibt dem Satz „It’s so lonely at the top“ ganz neue Dimensionen. Wenn man dann auch nicht ins Beuteschema des Bosses passt, wird ein Karriereaufstieg schnell zur Sisyphusaufgabe. Zum Glück möchte man meinen hat Stamford inzwischen aber die Zeichen der Zeit erkannt und steuert erfolgreich dagegen an. Denn ein solcher Weg führt unweigerlich dazu, dass man sich selbst das Wasser abgräbt …

 

Ist nun aber der „Corporate Way“ das Allheilmittel zum Erfolg? Eingefleischte Fans werden dies womöglich verneinen und Topdraw - Beispiele a la Diesel, Mabel, Hulk Hogan (in seinem zweiten WWE Run) oder Great Khali anführen. Opportunisten werden im Gegenzug Leute wie The Miz oder JBL benennen: ehemalige Teamwrestler, deren Auftreten im Titlepic anfangs Kopfschütteln verursacht hat und die sich letztlich durchgesetzt und ihre Nische gefunden haben.

 

Bleibt die Frage vom Anfang: Fans oder WWE? Eine Antwort ist wie gesagt aufgrund der Vielschichtigkeit schwierig … und sollte daher auch unterbleiben. Fest steht aber, dass wenn man sich die augenblickliche Lage in der WWE anschaut, der Ruf der Smarkbasis zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist. Passend zur turnusmäßigen Staffelstabübergabe herrscht im Kader wieder eine verlorengeglaubte Goldgräberstimmung an neuen Leuten. Wollen wir hoffen, dass die Frischzellenkur auch zukünftig anhält … und nicht wieder bloß ein Strohfeuer ist.

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