Jon Cross

Jon Cross

Ain’t it great“ - möchte man meinen. Mit Jeffrey Leonard Jarrett hält in diesem Jahr ein Wrestling-Unikum Einzug in die renommierte WWE Hall of Fame

Advent, Advent - die Hütte brennt,
denn wie’s ein jeder von Stamford kennt
gibt’s, für das Roster meist negativ,
Weekly‘s live statt aus dem Archiv.

Statt klingender Glöckchen am heimischen Herd
werden die Fans mit Wrestling beschert.
Doch die Brands mit Courage bei stiller Nacht,
denn Paycheck ist, wenn man trotzdem lacht.

So werden die Fans auf das Fest eingestimmt
mit Kostümen, Schmuckwerk und Keksen voll Zimt.
Die Crew kippt sich Punschmengen hinter die Binde,
die Damen tragen Kleider Marke „X-Mas trifft Sünde.“

Doch gibt’s Blut, Schweiß und Tränen weiß ein jeder, der’s sieht:
Hier kloppen sich zwei a la „Miracle on 34th street“.
Drum gehört diese Spielart zum Firmenbestand
des jährlichen Festtags-TV vom McMahon-Land.

So folgt heuer zum „Throwback - Donnerstag“
eine Auswahl bisheriger Fights hiernach.
Und diese sind, dank Schreibern und Titan-Chef,
immer anders und nicht nur Schema F.

Genießt daher dies kleine Match-Potpourri
mit Tischbruch, Prügeln und Fest-Harmonie.
Denn WWE-Christmas heißt, ist doch wohl klar:
Das Fest der Liebe … und Hiebe - nich‘ wahr?!

 

In diesem Sinne: Season Beatings für Rating-Gewinne …

 

Wenn es nach dem Gusto eines bestimmten Herren geht, der seine Patengeschenke gern mit Südfrüchten vergleicht, oder dem eines inzwischen ergrauten Ex-Promotors … dann bestünden die Wrestling-Kader ihrer Ligen nur aus solchen Vertretern, die der alte Fritz gern als „lange Kerls“ bezeichnet hat. Gemeint sie Hünen, Kolosse oder sonstige imposante Erscheinungen, welche den Durchschnittsbürger in sämtlichen Dimensionen überragen. Das mag seine Gründe haben - denn wenn dort alle gleich sind steigt die Spannung wer denn nun in einem möglichen Aufeinandertreffen die Nase vorn hat.

Nun ist das wahre Leben aber keinesfalls uniform und gleichförmig - die Welt ist bunt und verschieden. Das Wrestling - Business hat das in den vergangenen Jahrzehnten auch erkannt - und so hat die qualitative Evolution von der Wirthausklopperei zur salonfähigen Brutal-Akrobatik auch dem Querschnitt der Bevölkerung die Tür zum Kader aufgestoßen. Inzwischen tummeln sich Koryphäen aller Couleur und Gestalt - und die wahre Spannung baut inzwischen eher auf dem Sinnbild „David gegen Goliath“ auf. Zumindest in vielen Fällen.

Ginge es nach besagten Herren hätten gewisse Leute ohne das gewisse Gardemaß nicht den Hauch einer Chance einmal zum Leitwolf (oder mindestens zur Hyäne) einer Liga zu werden. Dass sie es dann doch geschafft haben ist vorrangig anderen Werten geschuldet: Showqualitäten, Technik, Raffinesse und Geschwindigkeit zählen da zu den ausschlaggebenden Attributen.

Und je mehr mancher davon besitzt, umso mehr macht er dadurch gewisse Insuffizienzen vergessen und gewisse Kritiker mundtot. Daher an dieser Stelle eine große Top Ten der kleinsten Heavyweight - Champions …. zumindest der vom amerikanischen Kontinent.

Platz 10: Chris Jericho (6‘0‘‘)

Von dem US-Standardgrößenmaß existiert eine ganze Latte an hochkarätigen Maineventer und Gürtelträgern wie beispielsweise Kurt Angle, Buddy Rodgers oder Bret Hart. Die Intern-Entscheidung fiel auf den Ayatollah of Rock’n’Rolla, da er als ehemaliger Cruiserweighter da noch am gefühlt schmalsten wirkt. Was allerdings seine Fähigkeiten im Ring und ganz besonders am Mikro keineswegs schmälern soll: es kommt daher nicht von ungefähr, dass er immer wieder die Ringe der WWE beehren und sich mit neuen Leuten das Spotlight teilen darf, damit diese over kommen. Von seinen Erfolgen und Titelsammlungen brauchen wir gar nicht anfangen zu reden - das kann der Kanadier sowieso selbst am besten. Kostprobe gefällig: bei Videoportalen einfach seinen Namen und den eines McMahon - Familienmitglieds eingeben. Das kann ein paar verregnete Nachmittagsstunden schon mal vergessen machen …



Platz 9: A.J. Styles (5‘11‘‘)

Ja, auch der Filigrantechniker mit der Frisur irgendwo zwischen Günter Netzer und Prinz Eisenherz ist nicht wirklich größer … was man eigentlich gar nicht glauben mag angesichts der Tatsache, wo er überall auf der Welt schon Prestige und Titelgürtel eingeheimst hat. Inzwischen auch schon mit der großen Vier vorne scheint der gute Mr. Jones noch nicht ans Aufhören zu denken - wozu auch. Denn gerade im Land der McMahons hat er so noch allen Grund sein Können gegen den Kader unter Beweis zu stellen … selbst wenn er unlängst wieder gegen einen der Big Men verlor, aber der ist ja leider gefühlt unantastbar. Wahrlich unantastbar sind dagegen Styles Move-Repertoire und seine Präsenz.



Platz 8: Chris Benoit (5‘11‘‘)

Von einer großen Company gerne mal totgeschwiegen war drahtige Kanadier mit dem oft stoisch ernsten Gesichtsausdruck eines mit Sicherheit: ein Allround - Wrestler par excellence. Stand er auf der Card egal gegen wen: das Ergebnis sprach fast immer für sich. Genau wie Ric Flair konnte auch er im übertragenen Sinne faktisch mit einem Besenstiel einen Showstealer herzaubern. Dass ihm auf der anderen Seite Charisma und Alleinunterhalterqualitäten fehlten verzog man ihm da gern - aber vielleicht war es mit ein Grund, warum er bis zu seinem 33. Lebensjahr warten musste, bis ihm endlich die Ehre eines Heavyweight - Titelgewinns zuteilwurde. Viele weitere wären vermutlich gefolgt, wenn ... es nicht so gekommen wäre wie es kam. Eine Leben, dass eine Liedzeile sehr treffend beschreibt: „Fortune Fame Mirror Vain gone insane - but the memory remains …“

Platz 7: Bruno Sammartino (5‘10‘‘)

Der legendäre Italo-Amerikaner ist ein wahres Paradebeispiel für diese Rubrik: denn obwohl relativ untersetzt hält er mit guten sieben Jahren Titelregentschaft noch immer einen einsamen Annalen-Rekord, welcher wohl auch nie mehr gebrochen wird (in der Hoffnung, dass bald mal jemand Lesnar Einhalt gebietet …). Klar liest sich seine Titelsammlung nicht unbedingt hammermäßig - aber manchmal ist weniger halt mehr. Und manchmal braucht es bei einer entsprechend starken Präsenz nicht zwangsläufig einen Titel. Eine Gabe, die nicht viele besitzen. Und die Sammartino nicht gerade mit vielen teilt - am Ehesten noch mit dem Undertaker.



Platz 6: Jeff Jarrett (5‘10‘‘)

Tja, auch er darf nicht fehlen: das wandelnde Nashville-Haarmodel mit der opulentesten Buchstabierkunst seiner Zeit. Und das sind längst nicht alle Facetten eines Double - J, der später Gitarren wie weiland Garth Brooks zerdepperte - nur eben auf den Köpfen der Gegner. Auch bei ihm waren die Titans lange skeptisch und hielten ihn sowohl in character als auch vom großen Gold fern. Doch Jarrett reagierte kreativ - gründete nach dem Abgang seine eigene noch immer bestehende Liga (selbst, wenn sie heute anders heißt) und zeigte dann schließlich dort, zu was er fähig ist, wenn man ihn denn hätte machen lassen. Klar - auch in der WCW trug er mehrfach den höchsten Gürtel … aber um manche Art und Weise des Erreichens breiten wir lieber den Mantel des Schweigens.



Platz 5: Pedro Morales (5‘10‘‘)

Und eine weitere Legende der Marke „Big is beautiful - small is powerful“. Noch am ehesten aus den Annalen der Intercontinental Championship bekannt sowie als erster Triple Crowner geht seine Schwergewichtsregentschaft vor über 40 Jahren fast unter. Diese hatte es allerdings ebenfalls in sich: mit einer Dauer von über zweieinhalb Jahren reiht er sich damit in der Bestenliste knapp hinter John Cena ein … der allerdings 13 Regentschaften brauchte, um das zu erreichen. Und - er brachte auch den gewissen Phänotyp als kleinen Vorteil mit (siehe oben). Etwas, das Morales nicht vergönnt war … und er eigentlich auch nicht nötig hatte. Dafür spricht sein bis heute guter Leumund, vor allem im lateinamerikanischen Lucha Libre - Business.



Platz 4: David Arquette (5‘8‘‘)

Leider gehört auch er in diese Auflistung, obwohl er weder ein Wrestler noch ein besonders ruhmreicher Champion war. Böse Zungen sprechen ihm gar Talent in seinem eigentlichen Metier ab … aber Fakt ist: auch Ex - Mr. Courteney Cox trug dereinst mit der WCW Heavyweight Championship für stolze zwölf Tage einen hohen Gürtel. Dies war damals als Promotiongag gedacht, nachdem der halbe Ligenkader bei „Ready to Rumble“ mitgewirkt hatte, wo David die Hauptrolle mimte. So kam er in den Genuss nach einem Tag Team Match Eric Bischoff zu pinnen und gab rund anderthalb Wochen später diesen bei „Slamboree“ wieder an Jarrett weiter. Aus wessen trashiger Feder diese Idee stammt muss (und möchte) ich hier nicht erwähnen - außer vielleicht, dass diese Unpersönlichkeit sich ein halbes Jahr später selbst diesen Gürtel um die Hüften schrieb … und ihn damit gänzlich entwertete.

Platz 3: Daniel Bryan (5‘8‘‘)

Ganz klar darf er in dieser Aufzählung nicht fehlen: eine Ikone der Bartträgerkultur, der ähnlich anderer hochgeschätzter Ring-Kosmopoliten wie Benoit, Jericho oder Malenko mit einer fast sensationellen Technikpräsenz, komplettiert um ein Kämpferherz, schon Jahre lang auf sich aufmerksam machte. Groß war die Vorfreude, als er dann endlich bei der WWE aufschlug … wie auch die Fragezeichen, ob es ihm denn gelänge so weit wie einer der beiden Erstgenannten zu kommen. Man kann sagen: er schaffte es - und wie. Wäre nicht die einschneidende Verletzung gewesen, wäre der natürliche Hype, der um ihn gestartet wurde, ein noch größeres Phänomen geworden, als er ohnehin schon war. Daher braucht sein „Yes!“ den Vergleich mit Hogan, Austin und Cena nicht zu scheuen - und macht seine beiden anderen zu kurzen HWC-Runs als Opfer der Schreiberlinge schnell vergessen.



Platz 2: Eddie Guerrero (5‘8‘‘)

Wieder in aller Munde und wieder ganz vorn: im Herbst hatten wir bereits den guten Eddie in den Fokus gerückt. Einerseits aufgrund seines eigentlich 50. Geburtstages … und dann nochmal, weil auch der Tages seines Ablebens sich leider mal wieder gejährt hatte. Fakt ist aber eines: Guerrero war stets ein Vollblut-Wrestler, der immer alles gegeben hatte. Wer ihn in seinen Anfangsjahren erlebt hat, hätte sich nie ausmalen können, dass so ein vergleichsweise nüchtern daherkommender Mexikaner ohne Maske mal eine derart schillernde Persönlichkeit werden könne. Und genau dies war vermutlich aus der ausschlaggebende Punkt, dass Eddie unaufhörlich immer weiter nach oben stieg … mit der Belohnung Anfang 2004. Und die war zu dem Zeitpunkt mehr als redlich verdient. Gern hätten wir mehr davon gesehen, wie das Lasso from El Paso in den höchsten Titelkreisen funktioniert hätte - aber das Schicksal sah für ihn andere Wege vor. Leider den alles Irdischen …



Platz 1: Rey Mysterio (jr.) (5‘6‘‘)

Profitiert hat davon (muss man so sagen) unser Platz 1, sein Landsmann und wohl der im Pro Wrestling bekannteste Maskenträger Lateinamerikas der neueren Zeit. Ich hätte mir dereinst nie ausgemalt, dass der nur 1,68m große Kolibri-ähnliche Wirbelwind mit Namen ReyRey mal den höchsten Gürtel der WWF/E tragen und sich Kalibern wie Big Show, dem Untertaker oder dem Great Khali stellen würde. Dass er solchen Kaventsmännern durchaus beikommen kann hat er sowohl in seiner alten Heimat WCW bewiesen als auch beim Stamford-Debüt gegen Kurt Angle - bei Ersteren haben allerdings die Drehbücher Beihilfe geleistet. Und bei seinem Titelgewinn 2006 war es halt das Fahrwasser des großen Abschieds von Freund Eddie. Verdient war er allemal - und wie man vier Jahre später sah keine Eintagsfliege.

Wir alle kennen, bejubeln oder hassen sie: die Superstars der großen Wrestlingligen, welche uns seit Jahren nicht nur mit mehr oder weniger glanzvollen Ringleistungen zu begeistern wissen, sondern oft auch mit der Art und Weise, wie sie in- und außerhalb der Seile agieren. Sprich: wie sie halt ihr jeweiliges Gimmick ausleben. Und das kann oft auf vielerlei Wegen geschehen …

Das ganze Drumherum wie ein Athlet dabei seine ihm gegebene Rolle spielt und ausfüllt ist in einigen Fällen ein steiniger Weg gewesen: viele der Superstars mussten im Laufe der Jahre erst diverse verschiedene Parts übernehmen, ehe sie das Alter Ego fanden, mit welchem sie dann berühmt wurden. Im Grunde fischten die Promotions dabei oft im Trüben - und testeten gewissermaßen die einzelnen „Typen“, bis sich die passende fleischgewordene Umsetzung fand … oder spekulierten darüber. Da kommt es nicht von ungefähr, wenn Interviews, Wrestling-Magazine und das Internet vereinzelt Stilblüten bringen, wer denn dereinst für ein Gimmick eingeplant gewesen war. Da fragt man sich gerne, wie es wohl gewesen wäre, hätte man diese Planspielchen in die Tat umgesetzt.

Um dies zumindest teilweise zu beantworten, soll nun der folgende nicht ganz ernstgemeinte Veranstaltungsbericht folgen, welcher die gängigsten Personalmythen, Gimmick-Spekulatius und ein wenig Eigen-Phantasie des Autors miteinander verarbeitet … verbunden damit, dass man für einen entsprechenden Kader derart um Entschuldigung bittet, da hier die Grenzen linearer Zeit etwas aufgelöst werden mussten.

Also dann: Vorhang auf und Bühne frei …



....



… und zum wiederholten Male heißt es „Herzlich willkommen!“ aus Minneapolis, dem Kernland der WCWF, das uns auch heute zu einer neuerlichen Ausgabe von „MirrorMania“ begrüßt, der größten und spektakulärsten Show des turnusmäßigen Wrestlingjahres. Das wird auch deutlich, als nach einer Pyroshow und der obligatorischen Nationalhymne Commissioner Robert Heenan die Fans nochmals verbal auf die Show einstimmt, ehe er das verbale Zepter den bewährten Fähigkeiten des Kommentatorenduos Arn Anderson und Scott Hudson überlässt. Diese rühren natürlich auch nochmal die Werbetrommel für Matches des heutigen Abends - und insbesondere die große Vendetta zwischen „The Game“ und EC um die Heavyweight Championship.

Los geht es allerdings zunächst mit einem Tag Team Match. Dies steht ganz im Zeichen des maskierten Publikumslieblings Mr. Olympia, dem in dessen Fehde gegen den Max Moon alias dem „Luna Luchador“ Charles Ashenoff neuerdings der Völkerball-verrückte Dodge Buzzman noch mit gegenüberstand und beide Heels eine Allianz bildeten. Gegen diese forderte er nun ein Tag Team Match - mit einem bislang unbekannten Partner. Der entpuppte sich nach den ersten Takten von „Heart of America“ als der frenetisch umjubelte „USA Guy“ Derrick Bateman, welcher nach mehrmonatiger Verletzungspause somit sein Comeback feierte. Der Kampf selber ging recht flott daher, war allerdings auch kurz gehalten: Moon traf letztlich mit seinem Moonsault versehentlich Dodge, der Mr. Olympia (alias Alan Neal Jones) festhielt. Dieser warf sich mit Mattias Clement dann über das Seil, während Bateman mit dem Deviant den Sieg für ihr Team gegen Moon holte.


Das Stecher-Duell - it's perfect ...

Persönlich wurde es dann auch im zweiten Match, welches um die Intercontinental Championship ging. Nicht nur hatte Porno-Superstar Sexton Hardcastle ein Auge auf seinen Titel gehabt - wohl aber auch eines zu viel auf die schöne Emmalina. Zu viel im Übrigen auch für den „Heartbreak Kid“ Shane Douglas, der den Kanadier daraufhin um dessen Gürtel herausforderte. Und da beide es zuvor scheinbar nicht erwarten konnten aufeinander loszugehen, setzte Commissioner Heenan kurzerhand „Mr. Perfect“ Terry Taylor als Special Referee ein.
Letzterer erwies sich als mehr hinderlich für einen flüssigen Matchverlauf beider Athleten. Hardcastle hatte so die Chance, mit dem technisch etwas forscheren Douglas mithalten zu können. Die Entscheidung fiel, als Emmalina sich mit Taylor anlegte, während Hardcastle im Sweet Chin Music - Ansatz einen Lowblow zeigte, um hiernach per Cumshot Driver alias Impaler DDT die Titelverteidigung perfekt zu machen. Apropos Perfect: dieser schien hiernach, als habe er kaum etwas mitbekommen, während Hardcastle weiter nach Emmalina gierte, die von Taylor zur Rede gestellt (und somit festgehalten) wurde. Bevor es brenzlig wurde, clotheslinte Douglas aber beide nach draußen und feierte anschließend mit seiner Flamme. Hardcastle blieb somit sein „Hello Ladies …“ im Halse stecken.

Zur Abwechslung war es dann Zeit für das „Captain’s Diner“, die Interview-Rubrik von Captain Mike Rotunda, in welcher er diesmal den Spaßmacher Doink begrüßen durfte. Der clownesque Athlet kam dann auch feixend und kichernd zum Ring, warf Konfetti und „WCWF“ - Flyer ins Publikum und besprenkelte Rotunda etwas per Spritzblume. Beim Captain war Jimmy Garvin, der hinter dem Clown steckt, dann aber nicht so froh zumute: auf die Attacken der letzten Wochen seitens Fang McFrost angesprochen verwies Doink, dass McFrost schon recht bald die dunkle Seite eines Clowns kennenlernen werde - und dann würden ihm vor Schreck seine verbliebenen spärlichen Haare bald ganz ausfallen… doch in dem Moment attackierte der besagte Blondschopf Doink, bevor diverse Ordnungskräfte beide trennen konnten. Heenan setzte daraufhin ein Match beider für später an.

Die Zeit hatte die Liga im Übrigen dafür genutzt, ein futuristisches Objekt am Ring aufzustellen: die so genannte „Ice Cell“. Diese stand im Anschluss im Mittelpunkt - denn in diese musste der jeweilige Gegner zum Sieg befördert werden. Das perfekte Interieur, um zu beweisen, wer mehr vom kalten Element verstünde: entweder der mysteriöse Glacier oder letztlich doch Eishockey-Freak „The Goon“ Chris Irvine. Der hatte letztlich für beider Ausscheiden bei der großen „Battle Royal“ gesorgt - und damit den Zorn des Mannes mit den Husky-Augen auf sich gezogen.
Trotz der Sonderregel kam ein mehr als gutes Match heraus, bei dem Robert Szatkowski in seiner Rolle als „Freezed Enigma“ seit langem Mal wieder zur Höchstform auflief. Trotzdem ging sein Telemark Frogsplash genauso daneben wie Goon’s Blizzard-sault. Dann aber konnte der allerdings Glacier zum Penalty Kill eindrehen - doch der befreite sich mit einem Kick, warf den Goon übers Seil und schickte diesen per Cryonic Kick vom Apron nicht nur in die Eiszelle, sondern dabei gleich durch die Tür. Das brachte ihm letztlich den Sieg ein.


Mal ohne Wand-Botch debütiert ...

Deutlich bedächtiger (sowie bizarrer) wurde es im Anschluss zwischen den Hünen Oz sowie der recht trashigen Christmas Creature. Glen Jacobs, diesmal allein, schien von seinen Gesten und wookie-ähnlichen Äußerungen wie Kevin Nash auf das Duell zu brennen … was ebenfalls seinen Ursprung in der Battle Royal genommen hatte. Zum Glück ebenfalls kurzgehalten stand der wrestlende Zauberer mit der Merlin Bomb unmittelbar vor dem Sieg … als es plötzlich dunkel in der Halle wurde und auf der großen Leinwand ein Mann im glitzernden Helm erschien: der Shockmaster machte damit seine Aufwartung in der WCWF und prophezeite den Superstars das Ende ihrer Macht. Oz war zwar nicht geschockt, allerdings abgelenkt genug, dass der Creature der Sieg per Small Package gelang.

In der Interviewecke hatte Matt Borne derweil den amtierenden WCWF - Champion zu Gast, den schillernden „Electric Cowboy“ Sam Houston. Lässig grinsend und mit aufgesetztem breiten Südstaatenslang fasste er das Geheimnis seines Erfolgs mit einer einzigen Catchphrase zusammen: „Ain’t I great?!“ Und genauso wie zuvor und auch in der Zukunft werde EC der Liga seinen Stempel aufdrücken, egal wer sich ihm in den Weg stelle. Sie alle werden seinen Namen nie vergessen: es ist S-A-M-H… doch bevor er weiterbuchstabieren konnte trat sein heutiger Maineventgegner hinzu: „The Game“ Owen Hart. Wieder einmal zeigte sich der Ontario Assassin fassungslos, was aus seinem Bruder Bret geworden sei: ein Abziehbild zum Fremdschämen. Aber heute werde er dem Electric Cowboy die Lichter ausknipsen - in der Hoffnung, dass er dann wieder normal werden würde ….

Als Nächstes standen die Tag Team - Titel auf dem Spiel. Nach etlichen Wochen bekamen die amtierenden Champions diesmal wieder eine echte Herausforderung: denn Big Van Vader hatte sich mit dem mysteriösen Seven (alias Dustin Runnels) zusammengetan. Allerdings wirkten der „Soultaker“ Charles Wright und Mean Mark, der „Master of Pain“, alles andere als eingeschüchtert.
Das änderte sich erst, als James Hellwig (der Vader wie berichtet inzwischen als echten Namen angenommen hat) für die Herausforderer begann und gleich die Kontrolle übernahm. So entstand eines der besseren Powerhouse - Matches mit ordentlich Härte - und auch Dramatik. Denn wie zu erwarten verweigerte Seven letztlich den entscheidenden Hot Tag und verließ einfach die Halle. Vader anschließend auf sich allein gestellt, gab aber nicht auf und brachte gar die Mastodon Press ins Ziel. Doch am Ende half alles nichts und Big Van musste sich den Champs und ihrem Electric Chair / Ropewalk Clothesline - Finisher genannt Soulsmasher geschlagen geben.


And that's the frosted line ...

Ordentlich Härte gab es dann aber auch anschließend zwischen Doink und Fang McFrost. Der Clown ließ dabei seine fröhliche Fassade fallen und lieferte sich genauso wie der frühere „Malibu Blonde“ Steve Anderson einen Slobberknocker vom Feinsten, der sich mehr außer- als innerhalb des Rings abspielte. Doink konnte sich zwar auf einige seiner Kinkerlitzchen verlassen, doch am Ende musste auch er sich McFrost und seinem Cold Froster geschlagen geben.

Wieder Interviewzeit bei Matt Borne - diesmal mit „American Made“ Bob Backlund, welcher wie immer wort- und gestenreich daherredete und dann seinen neues Protegé ankündigte: den „Hawaian Crusher“ Adam Brianic, der immer mehr auftrumpfe und unlängst eine bedeutende Rolle bei der Battle Royal gespielt habe. Es erfülle „Brotha Bob“ mit Stolz einen solchen Athleten unter seinen Fittichen zu haben - und er ernannte Bryanic daher ab sofort zum „All American Crusher“ …
… doch in dem Moment unterbrach beide ein selbstgefälliges Lachen - und der Million Dollar Man Ric Flair erschien mit seiner rechten Hand, dem Ringmaster. Dieser werde heute noch auf den Crusher treffen - doch bevor es ernst- wie schmerzhaft für diesen werden solle, gebe ihm Flair noch die Chance auf seine Seite zu wechseln. Der Crusher verneinte dies allerdings, worauf Flair meinte, dass „everybody’s gotta price…“

Kampf Nr. 7 bedeutet die „Streak“ … denn der Undertaker machte seine Aufwartung in der Halle. Diesmal schickte er sich gegen Deacon Batista an, der mit seinen skurrilen Religionsideen den Fokus des Deadmans auf sich gezogen hatte. Wie immer in John Nords Matches herrschte die Behäbigkeit des Akteurs vor - nur, das Batista vieles der Arbeit übernahm, wodurch ein halbwegs akzeptabler Matchfluss zustande kam. Am Ende sollte es den Tombstone Piledriver geben - doch Batista hob den Taker vorher aus und siegte per anschließender Sitout Powerbomb. Somit blieb die Streak bestehen: zwölfte Niederlage im zwölftem Match!


Patriots vs. Dollars

Money, Money, Money, Money ….“ Vom ewig lachenden Million Dollar Man begleitet kam der „Ringmaster“ Bryan Clarke zum Seilgeviert - und beide wurden dort Zeugen eines ohrenbetäubenden Jubels beim Einzug vom All American Crusher und Backlund. Da verkam das Match, welches recht flott ablief, fast zur Nebensache. Die Scharmützel und Andeutungen Flairs waren Brotha Bob irgendwann zu viel und so setzte es ringside eine handfeste Prügelei, die im Patriot Crossface des Real American mündete. So ging fast unter, dass das Totale Package sich aus dem Million Dollar Dream befreite, da der USA Guy die Flagge schwenkend im Publikum erschien. Der Bald Eagle Smash folgte - doch beim Ausheber war Bateman plötzlich im Ring und drosch dem Crusher den Flaggenstiel in den Rücken und auf den Kopf. Clarke ließ sich zum Cover auf ihn fallen und gewann so. Anschließend warf er den Crusher hinaus zu Backlund, welche beide den Handshake Batemans mit Flair staunend wie zähneknirschend mitverfolgten … wie auch die Buh-Rufe.

Ein anderer Hintergangener äußerte sich derweil bei Matt Borne: der „Heartbreak Kid“ Shane Douglas prophezeite Mr. Perfect, dass er zwar noch keine Beweise hätte, die besagten, er habe mit Hardcastle gemauschelt - was er allerdings garantieren könne ist eine satte Abreibung dafür, dass er Emmalina in die Zange genommen habe. Und diese … spuckte nur ihren Lolli in die Luft, schlug ihn per Handrücken aus dem Bild und meinte, der nächste Hieb treffe Taylor.

Nun wurde die Käfig-Konstruktion, welche den ganzen Abend über an der Decke gehangen hatte abgesenkt - denn mit dem Cagematch unter „War Games“ - Regeln sollten die Zwistigkeiten zwischen der Brood sowie der Evolution ein für alle Mal beseitigt werden. Das Spektakel sollte seinem Namen auch gerecht werden: zunächst begannen Maven Huffman für die Evolution sowie Gangrel für die Brood noch verhältnismäßig zahm. Doch als dann die restlichen Mitglieder in 90 Sekunden - Anständen dazustießen wurde es härter - und auch blutiger: Mark Jindrak, R.K. Orton und Terra Ryzing (der sich seit diesem Abend „Terror Ryzing“ nennt) als auch Kevin Thorn, Christian und Chris Daniels legten den Level immer eine Spur höher. Ein Loch entstand im Käfig und auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung sollte es Ortons Piledriver auf das Käfigdach gegen Christian geben … als Gangrel die Kafigumrandungen in Flammen setzte. R.K. stürzte erschrocken zurück - worauf Christian zu einem Bulldog umgriff … durch den beide durch das Käfigdach nach unten stürzten. Thorn donnerte Jindrak per Crucifix gegen die Käfigwand und schließlich besiegelte Daniels mit dem HME (Hellish’t Moonsault ever) gegen Terror Ryzing vom Käfigrand (!) den Sieg der Brood.

Vor dem Hauptfight gab es noch eine kurze Videocollage der „Hall of Fame“ - Zeremonie, in die u.a. „Chief“ Leon White, „The Spider“ Randy Savage sowie Triple H, „Hacksaw“ Hulk Hogan, aufgenommen wurden.


Brothers, Beef and Bullying

Dann aber war die Zeit für Mainevent gekommen - der epochal wie unterschiedlich eingeläutet wurde: wasserprustend machte Owen Hart den Anfang. Wie schon einige Jahre zuvor wurde sein Theme „The Game“ wieder live eingespielt - von seinem guten Freund Garth Brooks. Countryklänge ganz anderer Art dagegen von Sam Houston: im klassischen Stil aber in einer gleißend illuminierten Kutsche von der Decke heranschwebend hielt der Champion wie ein echter „Electric Cowboy“ Einzug.
Im Ring entbrannte dann aber der gegenseitige Hass der Brüder seit dem Split vor gut einem Jahr. Sam alias Bret spielte seine ganze Erfahrung aus und ging wie schon in den Wochen zuvor auf Owens Knie los. Aber auch der ließ nicht locker und so kam es bereits nach wenigen Augenblicken nicht nur zum Duell der Hart-Brüder, sondern auch, wer von beiden den besseren Scorpion Hold besitzt: Owen mit dem Game Over oder doch Bret mit dem Bluegrass Lock. Beide hatten mehrfach die Chance den jeweils anderen in diesen zu nehmen, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. The Game saß mehrfach fest, konnte sich aber immer wieder befreien - doch am Ende war es Houston, der als erster abklopfte. Leider war der Referee genau in dem Moment KO, da Owen Sam per Reverse Enzuigiri getroffen und diesen gegen den Unparteiischen geschleudert hatte. Hart weckte ihn wieder auf, als … Houston ein Tiefschlag gelang und er seinem Bruder die Beine verschränkte. Bluegrass Lock in der Ringmitte - doch in dem Moment gelang Owen der Small Package. 1 … 2 … 3!

Mit dem neuen Champion „The Game“, einem Konfetti- und Luftballon-Regen sowie den feiernden Fans ging „MirrorMania“ somit zu Ende …

.....


… und damit eine Veranstaltung, die es so nie gegeben hat und auch nie geben wird. Ob das nun gut oder schlecht wäre, muss jeder für sich festlegen.

Die Feststellungen, dass manchmal gefühlt oder real nicht die richtigen Leute in Wrestling-Matches des Titan-Lands gewonnen haben, wurden ja unlängst getroffen und darüber spekuliert. Und das muss auch so sein - denn sonst wären die Foren, Bulletins und Newsboards des WWW ohne ihre Haupt-Daseinsberechtigung.
Und die Liste derartiger Booking-Fettnäpfe … ist leider Gottes lang - und auch umfassend. Und wenn schon die WWF/E etliche dieser Böcke geschossen hat … so möchte man sich gar nicht ausmalen, was alles bei der Turner Promotion aus Atlanta schiefgelaufen ist. Wohlgemerkt: die Anzahl stieg zum Ende faktisch exponentiell. Die Auffallendsten haben wir hier einmal aufgelistet:

 

Platz 10: „Hollywood“ Hulk Hogan vs. Sting; StarrCade 1997

Hui, gleich eine Überraschung bei der ersten Nennung. Denn hier haben wir eigentlich den Mainevent bei der Hauptveranstaltung des Jahres, auf den ein Selbiges lang hingearbeitet und eigentlich nichts falsch gemacht wurde. Bis das Match kam … und das war noch nicht mal grottig, sondern ganz nett mit recht hohem Unterhaltungsfaktor. Einziges Problem: Hogans Ego. Der wollte nämlich nicht verlieren und setzt daher ein mehr als bescheidenes Finish an, in dem Sting gewann … aber auch wieder nicht, da man einen kontrollierten Screwjob mit Neuerwerbung Bret Hart bookte. Das war nix Halbes und nix Ganze … oder doch: nämlich die super aufgebaute Fehde gänzlich vor die Wand zu fahren. Statt Borden hier den klaren Sieg zu geben hätte die andere Variante dann schon eher Titelverteidigung heißen sollen als diesen Bockmist hier präsentiert zu bekommen. Im Grunde … war dieses Finish der Anfang vom Ende der WCW. Auf alle Fälle der Logik.

Platz 9: Evan Karagias vs. Madusa; StarrCade 1999

Der eine oder andere wird es sicher bereits gemerkt haben: der Autor steht mit einem gewissen Chefschreiber und -booker der US-Wrestlinggeschichte auf Kriegsfuß. Und da ist er sicher nicht der einzige. Aber mal ehrlich: der selbsternannte Antichrist des Pro Wrestlings … Mr. Russo, schmeicheln sie sich nicht selber - wohl eher der Durchfall guten Geschmacks. Das hat er gleich nach seinem Amtsantritt in Georgia bewiesen - und die Cruiserweight-Division, einst eine Bank in der WCW, mal komplett in den Sand gesetzt. Die meisten Lichtgestalten waren nicht mehr da oder fighteten in höheren Gewichtsklassen, genügend Nachwuchs wäre aber vorhanden gewesen … da fragt man sich, was diesen Festnetztelefonierer geritten haben mag, eine der wenigen Hoffnungen dieser Sparte seinen Gürtel an eine Ex-WWFlerin über ihrem Zenit und mit der Optik eines Spice Girls in den Wechseljahren abzutreten. Zumindest eine Story gab es ja zwischen beiden - leider aber auch den Russo-typischen „Turn of the Week“. Und damit hat er neben seinen kruden Ideen und dem Tellerrand-Booking am meisten genervt. Hier wäre der Titel eindeutig besser bei Karagias aufgehoben gewesen.

Platz 8: Madusa vs. Oklahoma; Souled Out 2000

Und wo wir schon mal da sind, dann bleiben wir auch hier … passt gerade auf die Situation - und das, was der liebe Jürgen von der Lippe umschreibt. Als wäre diese erste Cruiserweight - Titelfarce nicht schon schlimm genug gewesen, nein - es ging noch übler. Mit Russo wechselte auch Arbeitskollege und Best Buddy Ed Ferrara ins Turnerland - und mit ihm eine selten dämliche wie geschmacklose Parodie von Jim Ross, die Ferrara „Oklahoma“ (Ross Heimat) nannte und mit der er auch live in den Sendungen auftrat. Und gegen genau den verteidigte Madusa ihren Cruiserweight-Gürtel (!!! - ja, richtig gelesen...) … und gab ihn wieder ab. Mit Ex-Alundra oder sonst einer halbwegs wrestlende Lady hätte man sich als Leichtgewichts-Primus ja noch anfreunden können - aber einen Nicht-Wrestler, der eher schlecht einen Nicht-Wrestler karikiert, zum Champion zu machen … mag vielleicht der feuchte Traum eines Ed Ferrara gewesen sein, bescherte den armen Teufeln, die teuer Geld für diesen Anti-PPV hingeblättert hatten, aber nur die mit Alp am Anfang. Da half auch nichts, dass Oklahoma wegen Gewichtsverstoß den Gürtel bald wieder los war.
In meiner wilden Zeit als Mark dachte ich mal, der Abgang von Russo & Ferrara wäre der Todesstoß für Stamford gewesen - heute weiß ich: es war die Rettung und Erlösung.

Platz 7: Berlyn vs. Brad Armstrong; Halloween Havoc 1999

Ohne jetzt zu viel über den guten Alex Wright, seine Fähigkeiten oder seinen Stil zu diskutieren: ihm wurde dreifach übel in der zweiten Hälfte 99 mitgespielt. Über einen großen Zeitraum wurde sein Gimmick als böser Deutscher aufgebaut - und ein gewisses Potential hatte die ganze Sache mit Sicherheit auch. Doch schon das Debüt kam ins Stocken: das sollte bereits im Frühjahr starten, wurde dann aber auf den Herbst verschoben, da zum geplanten Start die Columbine Highschool - Massaker stattfanden und Alex Look zu starke Parallelen aufwies. Das Debütmatch bei „Fall Brawl“ sollte dann gegen Buff Bagwell erfolgen, aber der weigerte sich schlicht & HBK-like - und wurde gegen „Hacksaw“ Jim Duggan ausgetauscht, der schon damals körperlich jenseits von Gut und Böse war. Die größte Company-Backpfeife kam aber einen Monat später: beim „Havoc“ sollte Berlyn gegen US-Guy und Road Dogg-Bruder Brad Armstrong ran, selbst nicht mehr als ein etwas aufgewerteter Jobber. Sein Pech war, dass genau in diesen Zeitraum das Auftauchen Vince Russos fiel. Der krempelte den Laden von Null auf Hundert nach seinem Gusto um - und säbelte das Berlyn-Gimmick dabei gleich mit ab. Zu gut Deutsch: Alex musste gegen Nobody Armstrong jobben - und tat es auch in der Folgezeit. Im Gegenzug bekam sein Bodyguard The Wall (imposante Statur, aber technischer Analphabet) anscheinend Wrights somit ausgebliebenen Push. Hier wäre Alex (egal mit welchem Gimmick) vermutlich die bessere Wahl gewesen, auch über die folgenden Monate betrachtet. Zumindest qualitativ - aber diese Niederlage hat seinen WCW-Leumund im Grunde beerdigt.

 

Platz 6: Glacier vs. Buff Bagwell; WCW Thunder vom 01.09.1997

Und schon wieder steht Marcus Alexander „Buff“ Bagwell, der wrestlerische Chancen- und Kritikertod, im Mittelpunkt. Denn er beendete etwas, das gut ein Jahr zuvor gestartet worden war: nämlich die Karriere von Glacier. Charisma mag man bei dieser fleischgewordenen Videospielfigur vergebens suchen, dafür stimmten die technischen Skills halbwegs, was man in verschiedenen Matches über die kommenden Monate bewundern durfte. Vom Start weg hatte der Mann mit dem Huskyauge und dem kaltrinnenden Blut zudem eine Siegesserie aufgebaut und diese rund zwölf Monate durchgezogen. Es folgten Martial Arts- und Horror-Storylines, welche auch ganz unterhaltsam waren und eigentlich ihre Nische im Programm hatten. Von daher ist es doppelt unverständlich, dass er bei einer Wochenshow einfach mal aus dem Kalten heraus und komplett unlogisch seine erste Niederlage einsteckte. Keiner, der im Rahmen einer Storyline eingriff. Und das vor allem nicht mal auf großer Bühne, geschweige denn gegen einen halbwegs renommierten Superstar. Denn das ist und war Bagwell mitnichten, obwohl er sich vielleicht damals dafür hielt. Eher liegt die Tatsache nahe, dass er seinen Diva-Allüren ähnlich Platz 7 mal wieder freien Lauf ließ. Fakt ist: hier hat die WCW mal wieder mit Zitronen gehandelt. Die Glacier-Story ließ man im Nichts versickern, ohne das Potential voll auszunutzen. Ein Titelmatch, ein Hypestar - oder von mir aus Nr. 1 auf Goldbergs Liste. Aber das hier war eindeutig der falsche Weg. Glacier wurde zum Jobber gestutzt und Bagwell dackelte weiter als Steroid-Appendix im Schatten der nWo-Leitwölfe. Mal wieder flog Geld zum Fenster raus - aber (zumindest damals) hatte man ja noch genug davon ...

Platz 5: Hulk Hogan vs. Jeff Jarrett, Bash at the Beach 2000

The day, the wrestling died … und wieder mal ist die Anti-Ikone involviert. Russo zog seinen Stil rücksichtslos durch und positionierte seine Lobbyisten. Inzwischen war er bei denen angekommen, die ähnlich ihm bislang die Fäden gezogen hatten: Eric Bischoff und Hulk Hogan. Und die sollten nun auch ihre Wachablösung bekommen. Geplant war der große Zapfenstreich für den Millennium - Bash … genau vier Jahre, nachdem Hogan selbst einen eingeleitet hatte. Aber wieder tobte der Krieg der Egos: Hogan wollte die geplante Niederlage gegen Russo-Guy Jeff Jarrett nicht akzeptieren und putschte. Was letztlich herauskam ist negativ-legendär: Double-J legt sich hin, ein verwirrte Hogan pinnte und verteidigte und wurde anschließend seitens Russo mit einer Shoot-Rede rauskomplimentiert. Bischoff ging dann gleich mit. Egal, ob der Einschnitt vielleicht wichtig für die Company war: Hogan hat hier einen Fehler begangen. Nur weil er standhaft blieb, sich weigerte zu verlieren und so vielleicht erhobenen Hauptes hätte gehen können, haben er und letztlich WCW am Ende noch mehr Schaden genommen als vorher. Dass auch eine Niederlage am Ende ein Erfolg für einen sein kann, hat er erst zwei Jahre später gegen The Rock lernen dürfen.

Platz 4: 3 - Ring - Battle Royal; World War 3 1997

Es gibt Dinge, die sind so gut, dass man sie sinngemäß adaptiert. Und es gibt Dinge, die manchmal wenig Sinn machen. Dass es eigentlich ne gute Idee ist, einen Event mit einer Battle Royal vor dem größten PPV des Jahres zu positionieren, fand auch die WCW anno 1995, hob damit den dritten Weltkrieg aus der Taufe - und nahm statt einem gleich drei Ringe. Der Sinn des WWE-Rumble ist allerdings, dass der dortige Sieger - da er dadurch nur seine aktuelle Over-Ness demonstriert - bei WrestleMania auf den Champion trifft. Im WCW-Pendant funktionierte dies bei vier Ausgaben jedoch nur bei Nr. 1 und Nr. 4 (wobei man den Erstling eigentlich auch abziehen muss, da hier der vakante Titel auf dem Spiel stand). Die anderen beiden lagen mitten im nWo - Krieg - und wurden logisch anders ausgelegt. Am ehesten kam man noch 97 ins Grübeln: die große Storyline Hogan vs. Sting war kurz vor dem Siedepunkt - der ideale Zeitpunkt also, um vor dem Money-Match dem Heel-Stable zu zeigen, wo der Hammer bzw. der Baseball Bat hängt. Und es gewann … Scott Hall. Zwar überraschend, aber wenig kreativ und sinnvoll. Ein Henchman aus den eigenen Reihen in der latenten Upper Midcard ohne vorzeigbare eigene Fehde - nee, das wollte man doch wirklich nicht sehen. Hier hätte die Crow-Kopie den eindeutig besseren Part als Sieger abgegeben. Im Übrigen: Halls Shot war für den Superbrawl geplant - und fand letztlich bei Uncensored statt. Als wenn er ein lästiges Übel wäre, für das man keinen Timeslot fand.

Platz 3: Lex Luger vs. Ric Flair; Great American Bash 1988

Für den Schritt aufs Treppchen tummeln wir uns mal nicht in der WCW-Endzeit, sondern müssen etwas weiter zurückgucken. Eine Begegnung, die damals „on fire“ war: Luger und Naitch kämpften noch ein Jahr zuvor Seite an Seite in den legendären „Four Horsemen“, ehe das spätere Totale Package dem Stable den Rücken kehrte, zum Top-Babyface mutierte … und zu Flairs Erzfeind. Das Ganze bereitete man mehrere Monate vor, ehe Luger bei GAB seinen einstigen Mentor um dessen Titel forderte. Das Match war dann auch der erwartete Kracher, bei dem Luger Flair an dessen Grenzen und den Rand einer Niederlage brachte. Das Torture Rack saß, die Glocke erklang … aber zum Schrecken aller wurde der Kampf via „Blood Stoppage“ abgebrochen und Flair behielt sein Gold. Eine Entscheidung, die sehr subjektiv und zweischneidig erschien: offiziell war nie etwas nachzuweisen, aber die angeblich tangierende Wunde war so gering, dass sie im McMahon-Country nicht mal ein Pflaster gebraucht hätte. Man hatte eine große Storyline … mal wieder versiebt. Und Luger war wieder eine Stufe herabgestiegen: sein Rematch verlor er nämlich auch und fehdete ab dann wieder in der Midcard. Wenn man gewollt hätte, dann wäre Lex Champion geworden … aber warum auch immer hatte es mal wieder nicht sollen sein.

Platz 2: Diamond Dallas Page & David Arquette vs. Jeff Jarrett & Eric Bischoff; WCW Thunder vom 25.04.2000

Ganz klar sind VIPs oder sonstige Celebrities immer eine Aufwartung für die großen Ligen, da das Medieninteresse an derartigen Leuten das Publikum außerhalb des Mikrokosmos Pro Wrestling auch mal auf dieses Metier aufmerksam macht. Besonders wird es aber immer dann, wenn sie auch aktiv ins Geschehen eingreifen und sich selbst mal im „Catchen“ versuchen. Übers Ziel hinausgeschossen ist die WCW in ihrem vorletzten Jahr dabei allerdings mit der Promotion für „Ready to Rumble“. Als Dank, dass der halbe Kader im fertigen Werk mitwirken durfte, lud man Hauptdarsteller David Arquette dann zu den Weeklys, steckte ihn in ein Tag Team Match … und sorgte so für den ersten Titelgewinn eines hauptamtlichen Schauspielers. Das Medienecho war wie erwartet groß - die Championship selbst, welche dereinst von Leuten wie Ric Flair, Vader, Sting oder Randy Savage glorreich ausgefochten wurde, dürfte indes symbolisch geweint haben. Nix gegen Publicity, aber warum muss man auf Holzhammer komm raus ein Prestigeobjekt jemand zuschustern, das diesem eine Nummer zu groß ist und dadurch rapide an Wert verloren hat. Der Gürtel hätte bei Jarrett bleiben oder zu DDP wechseln können, Arquette hätte man aktiv als Referee, Enforcer oder Valet einbinden können, dann hätte auch ein Turn funktioniert. So machte man faktisch die Liga lächerlich und den Gürtel wertlos … halt, nein: wertlos wurde er erst ein halbes Jahr später, als Russo ihn sich für eine Woche um die Hüften schrieb.

Platz 1: Goldberg vs. Kevin Nash; StarrCade 1998

Und damit sind wir bei einer der größten Mauscheleien des Pro Wrestlings: die über ein Jahr andauernde Siegesserie des Bill Goldberg hat inzwischen ihren Platz in der Wrestling-Geschichte. Mit einer Dominanz, wie man sie eigentlich selten erlebt hat, pflügte der Hüne seinerzeit durch das gesamte Roster und brachte sie alle mit dem Jackhammer zur Niederlage. Die große Frage ehemals: wer würde diese Streak dereinst brechen? Hogan war um den Titel bezwungen, StarrCade rückte immer näher und letztlich sollte es … Kevin Nash sein. Ich weiß nicht, wie es den meisten geht - aber meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. In Stamford ein mittelmäßiger Titelträger, im Turnerland eher Tag Team - Champion und Mitläufer. Trotz Wolfpäc - Gründung blieb er das ganze Jahr einfach zu unscheinbar, als dass er in den Fokus hätte rücken können. Aber da ist und war nun mal diese eine persönliche Trumpfkarte, die Big Sexy wie einem echten Kardinal Richelieu des Pro Wrestlings die Macht abseits der Kamera bescherte.
Faktisch roch so alles nach (Verzeihung Werder-Fans) dem üblichen Stallgeruch und Kungelei. Und das war es dann auch wirklich - sieht man mal das Match als Fingerpoke of Death - Ouvertüre an. Blut mag dicker als Wasser sein … aber längst nicht so dick wie die Schmiere beim Schmieren. Und so hat sich Ur - Alpha Kevin Kraft seines Egos in die Topposition gebracht - und somit logisch glaubwürdigeren Varianten wie Sting, DDP, Bret Hart oder eben Hogan in diesem Moment die Nase gezeigt. Gutsherren- Booking allererster Güte … naja, zumindest hat er die WW3-Battle Royal gewonnen, damit es einigermaßen logisch daherkam (siehe Platz 4). Und ein Elektroschocker leistete auch dankbare Beihilfe. Da kann man nur sagen: That’s Entertainment!

Unsere Rückblicks-Rubrik heute mal an ungewohnter Position - aber das hat seinen Grund … denn wir feiern quasi weihnachtliches Bergfest. Ab heute sind es nur noch zwölf Tage bis zum Heiligabend - und im WWE-Stammland USA zelebriert man traditionell dieses doppelte Dutzend auch gern gesangstechnisch. Aber … halt - war da nicht mal was?!

Genau - denn wer sich an die Christmas-Momente aus unserem letztjährigen Adventskalender noch erinnert, dem dürfte geläufig sein, dass die „Twelve Days of Christmas“ ein vor allem im englischsprachigen Raum sehr bekanntes Weihnachtslied ist. Und was bekannt ist, dient in aller Regel der WWE als gute und kreative Steilvorlage für gelungene Nummern.

Letztes Jahr nur angerissen können wir heute eine der bekannteren Wrestling-Varianten dieses Evergreens als Video präsentieren. Vermutlich sogar die Bekannteste ihres Metiers, denn niemand Geringeres als „The Great One“ höchstpersönlich - Dwayne „The Rock“ Johnson - hat den Klassiker anno 2001 auf seine unnachahmliche Weise intoniert und damit dem guten Test seinerzeit einen Vorgeschmack auf ihr weihnachtliches Match am selben Abend gegeben.

In diesem Sinne: zählen wir mal runter …

Als es noch keinen allmächtig erscheinenden Ringmogul mit Grapefruits gab, waren die USA vergleichsweise fair aufgeteilt: in Territorien. Zwischen diesen tingelten die verschiedenen Superstars umher, werteten hier und da die Veranstaltungen auf und zelebrierten ihre Shows unter einem umfassenden Rahmenbanner. Faktisch eine Föderation … welche aber mit dem Auftauchen eines Vince McMahon letztlich endete. Er entstaubte das in seinen Augen überholte System und bündelte wie ein wahrer Kapitalist Wrestler in seiner Company genannt WWF/E. Dies – als erster Schritt, denn im Zweiten wurden so die kleineren regionalen Ligen nach und nach aus dem Mainstream gedrängt zugunsten eines großen nationenweiten Unternehmens, das auch heute noch erfolgreich ist. Über Vor- und Nachteile einer solchen Strategie mag man heute noch streiten – vor allem aber über die Vorgehensweise.

Besieht man sich diese Zustände, kann der Nostalgiker froh sein, dass in Europa wrestlingtechnisch noch alles beim Alten und in Ordnung ist. Und dies ebenfalls in einem Kontinent mit föderaler Regierung – was man schon fast als Witz bezeichnen könnte. Unser Good ol‘ Germany bildet da keine Ausnahme: im Grunde mehr hobbymäßig denn halbprofessionell tummelt sich eine wackere Schar durchaus versierter Athleten, die durch das bundesweite Tingeln zur Bandbreite der lokalen Ligen beiträgt - teils auf Abruf in die großen Ligen dieser Welt.

Was aber, fragt man sich … würde wohl passieren, wenn es in Deutschland mal zu einer Monopolstellung ähnlich den USA kommen würde: wenn faktisch alle bzw. ein Großteil der renommierten deutschen Wrestlingligen zu einer Company fusionierten. Wie würde das wohl aussehen? Gut, im Grunde ist diese Frage überflüssig, denn das Gros der deutschen Ringerelite ist irgendwann und manchmal auch parallel in jeder bekannten deutschen Company vertreten.
Aber wenn man die Chance hätte, mal aus dem Vollen zu schöpfen, dann … würde vielleicht so etwas dabei herausspringen (etwaige Verwendungen möglicher realer Namen bitte ich zu entschuldigen – ebenso wie unbeabsichtigte Stigmatisierungen, manche Zeitlinien und vermutlich manche falschen Manöver):

 

Und wieder barst die Columbiahalle zu Berlin aus allen Nähten, sowohl was die Verkaufszahlen an Zuschauern als auch die Lautstärke im Inneren anging. Denn einmal mehr hieß es „Crown of Creation“, die größte Veranstaltung im Kalender von „Wrestling-Olymp of Germany“ (WoG), der ersten bundesweiten Wrestling-Organisation Deutschland. Von einer kleinen Pyroshow begleitet hießen Peter William und WoG – Commissioner Ulf Herman die Fans sowie erstmal die TV-Zuschauer herzlich willkommen. Bevor sie allerdings zu tief in die Card und die Materie gehen konnten, wurden sie vom Theme von „Hilal“ unterbrochen. Das gesamte Halbmond-Stable kam mit seinem Boss Murat Bosporus in die Arena … zu erstmals gemischten Reaktionen, denn einige „Kreuzberg, Kreuzberg“ – Rufe skandierten in der Halle. Ankara, Kaan, Arslan und Koray blieben außerhalb stehen, während Alpha Female und Cash Money Erkan zu ihrem Stable Chef in den Ring stiegen. Murat lobte seine Spießgesellen erstmal über den Klee – denn gemeinsam mit ihnen hat er der Liga, haben sie Deutschland bewiesen, dass sie die Wrestling-Elite sind. Dass sie die dominante Macht in Deutschland sind: Halil habe alle wichtige Titel der WoG in ihrem Besitz … und das werde auch so bleiben. Als Herman Bosporus etwas auf den Boden der Tatsachen zurückholen wollte, erinnerte dieser ihn daran, dass er erstmal sein Match heute Abend überstehen soll … also hätte Ulf noch Zeit, den Ringrost abzuschütteln. Und als Herman die Sprache auf Bad Bones brachte, hatte Murat nur Gelächter übrig: nur weil Klinger 16-Carat geholt, nur weil er eine belanglose Weinheimer Battle Royal gewonnen hatte, würde ihn das nicht prädestinieren, ihm oder Halil das Wasser zu reichen. Wer solle ihn also aufhalten…
… doch da erscholl ein anderes Theme und das „Beck Pack“ erschien auf der Stage: Crazy Sexy Mike, Wesna, Chris Colen, Coach Ahmed Chaer und schließlich Karsten Beck selbst. Der Bottrop Boy sicherte Bosporus zu, dass der Spot von Bad Bones absolut gerechtfertigt sei. Also könne Murat sich schon mal darauf vorbereiten, dass Klinger ihn noch mehr zusammenstauche als er ohnehin schon sei. Es folgten dann noch einige verbale Scharmützel der übrigen Mitglieder, die sich heute noch gegenüberstehen würden, doch dann ging es auch schon mit der Action los.

In einem technisch hochwertigen Opener standen sich T.K.O., Da Mack sowie Emil Sitoci gegenüber. Alle drei legten sich mächtig ins Zeug und zeigten feinste Team-Manöver … doch am Ende zahlte sich die Erfahrung von „The Untamable“ aus: Macks Enzuigiri an TKO nutzte der Holländer als Steilvorlage für seinen Snapmare Driver, der dann auch zum Sieg reichte.

Qualitativ gut wurde auch das zweite Match, bei welchem der zuvor gesehene Chris Colen es an dieser Stelle mit dem Altmeister Leon van Gasteren zu tun bekam. Ihre vormalige Fehde sollte an diesem Abend ein (vorläufiges) Ende finden. Der Niederländer packte sein ganzes Repertoire aus, doch das Austrian Wolverine blieb am Ball – und letztlich per Falcon Arrow siegreich. Anschließend gab es den fairen Handshake.

Deutlich härter ging es dann zwischen Thumbtack Jack und Ilja Dragunov zu – denn nachdem zwei erste Matchversuche im Chaos endeten, sollte nun per „2 out fo 3 Falls“ – Falls count anywhere – Regel ein Sieger her. So dauerte es auch nicht lange, bis beide erst den Ring verließen, dann einiges Mobiliar zu Bruch ging … und letztlich Blut floss. Längere Zeit brauchte dagegen, bis der erste Fall durchging – doch der hatte es in sich: Dragunov entging dem Suplex durch einen mit Reißzwecken übersäten Tisch, stieg dann auf eine nahe Balustrade und zeigte sein Torpedo Moskau gegen Jack. Allerdings hielt der geistesgegenwärtig einen Stuhl hoch, wonach der Russe dagegen krachte und sich gegen das Cover nicht mehr zur Wehr setzte. Wie ein Pitbull griff der Bayer dann weiter an – und der German Suplex durch den Thumbtack Tisch saß. Das Cover folgte – allerdings war Jack vollkommen über das 1:1 perplex, da Dragunov irgendwie die Schulter hochbekommen hatte. Es setzte Nearfalls und Schläge – doch letztlich war ein Tiefschlag per Stahlrohr matchentscheidend. Jack bekam den Schlag beim Finisher-Ansatz ab und wurde umgehend von Ilja per Inside Cradle eingerollt.

Etwas gemächlichere Bilder im Anschluss – denn die beiden „Playboys“ Absolute Andy und Patrick Schulz fighteten aus, wer denn der größere „Bringer“ sei. Um es kurz zu machen: es war der Nürnberger per A-Klasse … allerdings sah das eine ganze Weile nicht danach aus, denn der frühere GEIL warf für einen möglichen Sieg alles in die Waagschale und brachte Andy mehrfach an den Rand der Niederlage. Aber letztlich sollte es nicht sein.

Ein erstes wichtiges Kapitel im großen Stable War bildete das anschließende Six Men – Ladder Match um einen Heavyweight Titleshot. Bosporus hatte Aslan Ankara die Wichtigkeit dieser Chance vor Augen geführt – doch dem standen noch fünf andere Fighter im Weg. Allen voran Patrick Spalter, der als großer Favorit ins Match ging – wie allerdings auch Marius Al-Ani, Sasa Keel sowie der mächtige WALTER. Der Sechste im Bunde war bis zuletzt ein kleines Mysterium … doch dann stellte sich Alex Wright als Mystery Oponent heraus!
Es entwickelte sich das erwartete Spektakel mit Bumps, temporären Allianzen und haarscharfer Chancen. MVP war ganz klar Al-Ani, der mit sehenswerten Aktionen glänzte, u.a. einem waghalsigen Frogsplash von der Leiter auf Keel. Bei WALTER bestand indes die große Frage, ob die Leiter hielt … sie tat es nicht – und das, nachdem er bereits einen Hangman’s Neckbreaker Wrights von der Leiter eingesteckt und sich zurückgekämpft hatte. Letztlich kam es zum erwarteten Duell auf der Leiter: Ankara und Spalter fighteten gegeneinander, griffen beide nach dem Gürtel … doch ein satter Handkantenschlag des Berliner Helden, der zudem übermäßig gefeiert wurde, ließ den Halil-Fighter loslassen. „Berlin’s Finest“ feierte seinen Triumph ausgiebig – während Ankara unten von Kaan, Koray und Erkan empfangen wurde – und dies zusätzlich mit satten Ohrfeigen für sein Versagen.

Zur „Abkühlung“ gab es dann Ladies Action zwischen Melanie Gray und Nicky Foxley. Es folgten flüssige Action und Konteraktionen. Aber Erfahrung zahlte sich wie Qualität nun mal aus – und so musste sich die Nicky ihrer bayrischen Landsmännin schließlich geschlagen geben.

Ein Interview mit Bad Bones wurde eingespielt: Klinger sagte, dass er auf das Match brenne - genau wie Halil auf ein Zeichen, wo er sich befände. Aber den Gefallen werde er ihnen nicht tun - und warten bis zum Mainevent. Erst dann werde er sich zeigen - und das Video sei aufgezeichnet sowie er schon nicht mehr da …

Halil dann wieder in Action, denn Murat Kaan und Koray setzten ihre Tag Team Titel gleich gegen drei Teams aufs Spiel: die „Southwest EaglesMichael Phoenix & Ken Floyd, die „Rogue Nation“ (Rogue & Jack Anderson) sowie die Schwarz-Bros. Eric & Mike. Zwischen allen acht Fightern gab es schöne Schlagabtausche - allerdings brachten sie letztlich ebenso wenig etwas ein wie die Nearfalls. Die Nation und die Eagles fighteten letztlich außerhalb - und Halil verteidigten ihre Gürtel per Rolling Cutter / Fallaway - Kombi gegen Mike Schwarz.

Richtig turbulent wurde es dann rund um das nächste Match: denn wieder hieß es Halil. Nur das dieses Mal WoG - German Champion Tarkan Aslan im Mittelpunkt stand und seinen Gürtel wie angekündigt gegen Karsten Beck verteidigte. Ein Spiel der Emotionen, Finesse und Härte: Beck spielte seine Trümpfe strategisch günstig aus und brachte Aslan dutzende Male an den Rand der Niederlage. Erst als dieser seinen FeeKuZa danebensetzte und der Referee getroffen wurde, wurde es wild. Beck konterte umgehend per Sitout Powerbomb, doch niemand zählte den Count, bis ein zweiter Offizieller kam. 1 … 2 …. doch da griff plötzlich Chris Colen ein und zog den Unparteiischen hinaus! Beck war über den Vertrauensbruch perplex - und gab dem Verräter noch eine Tracht Prügel mit, bis diesem Koray und Kaan zu Hilfe eilten. Die Überzahl glich Ahmed Chaer aus - doch dann turnte auch dieser und schlug Beck nieder. Aslan flog mit dem zweiten FeeKuZa heran und verteidigte so seinen Gürtel. Anschließend gab es noch den Beatdown von Halil - bis diesem völlig überraschend Aslan Ankara mit einem Stuhl bewaffnet zu Hilfe kam. Chaer und Colen zogen mit dem Rest von Halil dann ab.

Im neunten Match war dann der Commissioner gefordert: lange hatte sich die Auseinandersetzung mit Claudio Castagnoli hingezogen und war auch von diversen Boulevardblättern und -magazinen aufgegriffen worden. Heute stieg der große Fight gegen den Vertreter aus Übersee - und damit auch alles im Rahmen bleiben sollte, wurde als Special Referee & - Enforcer Christian „Ecki“ Eckstein geholt. Der griff dann auch beherzt ein, wenn der Hünen und der aktuelle WWE-Cesaro allzu rustikal gegeneinander ausholten. Die Anzahl von Halil’s Ringside-Spielchen steigerte sich mit jedem Match … denn nach einer guten Viertelstunde tauchten die Stable - Vertreter auf. Die deutsche Rakete ahnte, was drohte … und stellte sich den Heels, die ihn daraufhin auch in die Mangel nahmen. Ulf und Claudio rauschten dann simultan mit Big Splashes auf die Heels heran und vertrieben diese dadurch, ehe sie sich wieder ihrer Auseinandersetzung widmeten. Letztlich war ein Wimpernschlag entscheidend - und der Schweizer rollte, nachdem er sich aus dem Tower of Power freirangelte, Herman zum Sieg auf. Anschließend gab es ebenfalls einen fairen Handshake.

Alles andere als zimperlich ging es dann im kommenden Match weiter: Alpha Female und Cash Money Erkan auf Seiten Halils trafen auf das „Happy Couple“ des Wrestlings: Crazy Sexy Mike und Wesna. Die Begegnung stand ganz im Zeichen der Ladies, welche kein gutes Haar an der anderen ließen und mächtig austeilten. Auf der anderen Seite wollte Erkan seinem früheren Mentor beweisen, auch welchem Holz er geschnitzt ist - zog aber meist den Kürzeren. Die Heels hielten den kroatischen Panther lange auf Distanz zum Hot Tag. Als der in der Luft lag, rauschte Chaer außerhalb heran … und wurde aus dem Lauf heraus von Mike per Crossbody vom Apron geplättet. Wesna dagegen ließ ihre Gegnerin per Drop Toe Hold in die Ecke krachen, lud sie dann zum Kryptonite Krunch auf und holte sich auf diese Weise den Sieg.

Und schließlich kam es zum großen Mainevent - und dem Halil-Overkill. Murat Bosporus erschien natürlich in Begleitung seines gesamten Stables, die bereits auf Bad Bones lauerten … doch der kam unter dem Ring hervor und stürzte sich umgehend auf seinen Erzfeind. In einer Art halblegalem Lumberjack Match musste sich Klinger einerseits um Murat kümmern, andererseits darauf achten, nicht von dessen Spießgesellen gepackt zu werden. Dem Matchfluss tat das keinen Abbruch und beide fighteten mit harten Bandagen. Dem M.K.G. entging Klinger per kurzem Knee Strike, ehe die Wrecking Ball Knees schon drohten … doch das steckte Colen ein, der auf dem Apron erschienen war. Der Ring drohte überrannt zu werden - doch auf einmal erschienen Herman, Castagnoli, Ankara und das Beck Pack, um die Heels zumindest auf die Stage zu vertreiben. Im Ring konnte Murat derweil seinen Finisher durchziehen, doch Bones fighteten gegen die Aufgabe an. Halil startete einen letzten Angriff, als der Arm bereits einmal gesunken war, wonach sich verschiedene Fights außerhalb entwickelten. Der Arm fiel zum zweiten Mal. Der Referee hob den Arm das dritte Mal … als plötzlich das Licht ausging. Und als es wieder hell wurde, rollte Bosporus scheinbar getroffen im Ring herum, während die Fans laut jubelten: denn niemand geringeres als Axel Tischer stand im Fanmeer, reckte die Arme - und einen kurzen Holzbalken empor. Bosporus torkelte … Wrecking Ball Knees, doch Murat fing den Move ab. Snap Suplex, den Bad Bones konterte - Shadow Driver. Das Cover, 1 … 2 … 3!

Der neue WoG - Champion wurde frenetisch gefeiert, denn die Faces enterten den Ring und ließen ihn hochleben, während Halil geschlagen die Halle verließen. Mit den letzten Bildern stand Bones mit dem Titel auf einer Ringecke, deutete zu den Fans … und dann zu Tischer, der zwischen ihnen stand. Damit endete „Crown of Creation“ …

 

… und auch ein Stück Fantasy Wrestling Marke Deutschland und Eigenbau. Gut: bei einem hypothetische Füllhorn werden manche bestimmte Leute vermisst haben, andere könnten darauf verweisen, dass manche der Akteure nicht besonders von ihrem Typus getroffen worden sind und schließlich wird es einige Fights entweder so nicht geben können oder bereits gegeben haben.
Aber wie dem auch sei: ein Gedankengang war es auf alle Fälle wert, oder?!

Tja, nach langer Zeit mal wieder ein kleiner Rückblick: wenn gleich nur ein Kurzer und Gemixter von der WWE-eigenen Seite. Und passend zur besinnlichsten Zeit des Jahres holen wir dazu einen Klassiker des weihnachtlichen Liedgutes hervor: „Jingle bells“

… wenngleich die Stamford - Company mit der Archiv-Collage den Evergreen sowohl inhaltlich als auch bildlich etwas abgewandelt haben. Speziell den Herren der Schöpfung könnte das Zuschauen unter Umstände ein wenig Schmerzen bereiten. Um dies aber humoristisch etwas zu kompensieren schnibbelte man einige akustische Glöckchen ein - als Sinnbild, was da zum Klingen gebracht wurde.

Ein neckischer kleiner Mickey-Mousing-Spaß, welcher sich in der Machart entfernt an die Prügelorgien Bud Spencers anlehnt. Daher: schöne Vorweihnachtszeit und … das Euch nicht auch die „Glocke derart schlage“ …

 

Es ist aus unserer modernen Welt faktisch nicht mehr wegzudenken: kaum taucht irgendwo eine bestimmte Person, Sache oder ein entsprechendes Ereignis auf, welches die Massen begeistert und einen nicht abzuflauenden Hype mit sich zieht, folgt diesem meist unmittelbar eine Pestwolke diverser Gegenstände und Devotionalien, welche einen Ikonen-ähnlich an das oder den erinnern soll. Zu gut Deutsch: Merchandising.

Die Bandbreite an derartigem Nippes und Fanartikeln ist dabei so breitgefächert, wie es industriell überhaupt möglich erscheint und ergötzt sich auch auf nahezu alle Bereiche täglichen Gebrauchs. Das Wrestling-Business bildet da keine Ausnahme: jeder von uns hat das eine oder andere Utensil zu Hause, das ihn an unser aller Zuseher-Hobby direkt wie indirekt erinnert. Einige Artikel haben es da zu einer Art kleinem Kult gebracht - seien es Shirts, Gürtel-Repliken oder DVDs resp. Blu-Rays.

Doch wo Licht ist, existiert bekanntlich auch Schatten … und so haben die Hersteller und Vertreiber im Laufe der Jahre auch den einen oder anderen Bock in der Hinsicht geschossen. Zum Glück kam das nicht so oft vor, aber wer jetzt in der Vorweihnachtszeit noch eine Geschenkidee braucht und jemanden kennt, den man nicht mag … der sollte einmal über einen der folgenden zehn Gegenstände philosophieren: eine Art Worst-Auslese von Merch-Ladenhütern … die teilweise derart bizarr daherkommen, dass wir aus Fürsorge unserer Leserschaft gegenüber lieber auf Abbildungen an dieser Stelle verzichten.

* Das „Monday Nitro“ - Parfüm

Wenn man den fröhlich trällernden Doofen aus den 90ern Glauben schenken darf, sagt „Mief!“ ja über den Charakter gar nichts aus. Duftwässerchen stehen augen- bzw. nasenscheinlich nicht wirklich jedem, weshalb die Palette weit reicht. Wie genau sich das Odeur des Aftershaves der WCW - Flaggshow dabei zusammensetzt konnte bislang nicht in Erfahrung gebracht werden … und gehört vermutlich unter Verschlusssache: die vereinzelten Benotungen dieser Serie waren zumindest nicht besonders - und stuften es noch eine Spur schlimmer ein als der Stamford-Versuch, mit einem „Attitude“-Duft dereinst gleichfalls bei Douglas ins Regal zu kommen. Da bleibt man doch besser bei der renommierten Qualität. Zumindest einen Slogan hätte man für das Nitro-Toilettenwasser damals gehabt: „Nimm mich jetzt auch wenn ich stinke, denn sonst sag ich winke-winke….

* Der „Ultimate Warrior“ - Comic

Normalerweise dürften die berühmten Sprachblasen - Bildchen in ihrem Stammland, wo sie zum Kulturgut gehören, stets ein Selbstläufer sein. Dass dies mit dem Pseudo-Biopic des Ultimate Warrior nicht wirklich klappte, sollte bezeichnend für die Qualität sein. Allein das, was man optisch davon im Netz findet, erstickt die Lesefreude bereits im Vorfeld … denn der gute James Hellwig ließ sich in der heroischen Darstellung von seiner Ringpräsenz inspirieren und dies dann auch noch potenzieren. Was letztlich herauskam erinnert an einen fanta-farbenen Hulk mit Anabolikamissbrauch, dem vermutlich der Großteil an Therapiesitzungen fehlen dürfte. Dazu: 0815 - Stories und Fachtermini aus dem Phrasenland der Fantasy. Quasi eine „One Warrior Nation“ - nur dass es die gab und sie vermutlich vergleichsweise noch unterhaltsamer war (was etwas heißen will …).

* Stylische Haar-Attrappen

Man macht als Fan in manchen Fällen einiges, um seinem geliebten Original optisch nahezukommen. Da sind Muscle-Shirts, Caps oder Tattoos Marke Edding noch das Rudimentärste. Damit aber beispielsweise die Anhänger von Daniel Bryan und Eric Young nicht immer ihre Katze rasieren und sich die Schur mit Uhu-Alleskleber ans Kinn klatschen müssen, um den Bart-Men täuschend ähnlich zu sehen, hat die WWE auch hier reagiert … und plastinine Bart-Attrappen auf den Markt geworfen.
Als Gag ganz neckisch, im täglichen Leben allerdings recht unpraktisch, da man bei der Größe Original-Standard nur vermuten kann, das der eigene Mund dann auch wirklich in der Aussparung hängt. Getoppt wird das Ganze dann nur noch durch knallrote schnittlauch-ähnliche Sheamus-Toupets … mit denen man dann allerdings nur als Assistent in der Muppet Show anfangen könnte. Da stehen einem sprichwörtlich die Haare zu Berge.

* „Demonic Superstars“ - Actionfiguren

Gleiches Spiel wie bei den Comics: auch Actionfiguren gehören in den USA zum Sammelstandard - eventuell inzwischen von Handys und sonstigem digitalen Gedöns abgelöst. Gerade die WWE/F hat sich daran über die Jahre stets eine goldene Nase verdient. Was die Company aber Ende der 1990er geritten hat, einen einmaligen Abstecher in die Horror- und Fantasyschiene zu wagen, bleibt bis heute ein Rätsel. Nicht dass es keine entsprechenden zu verwurstenden Charakter gegeben hätte, nein: der Undertaker, Kane oder Gangrel zum Beispiel waren eine dankbare Steilvorlage. Der Schöpfer der „Demonic Actionfiguren“ hat es dann aber scheinbar übertrieben und den Fanartikeln-Ständen der Welt einen feuchten Traum der Marke Mary Shelley beschert: einen Steve Austin in der Optik eines Star Trek - Borg mag ja noch recht originell sein, aber Christian, Kane & Edge würden mit derart verformten Händen und Köpfen jedem Zombiefilmer die Tränen in die Augen treiben. Die Lachtränen wohlgemerkt …

* Halloween Sting - Masken

Masken gehören zum Wrestling wie das Salz in die Suppe - zumindest in Mexiko und Japan wird einem da niemand widersprechen. In den Vereinigten Staaten hingegen wird ihnen im Höchstfall eine hohe Randerscheinung zuteil. Berühmte Maskenträger wie Kane, Rey Mysterio oder der Patriot haben bei ihrer Berühmtheit dabei den Nimbus ausgenutzt, dass die Gesichtsverdeckungen mal was anderes sind. Klar wie Kloßbrühe dass sich so etwas auch sicher gut vermarkten lässt. Dem wollen wir hier nicht entgegenreden, nur … wenn die Maske originär eher ein Make Up ist, zusätzlich stilisierte Hals- und Kopfhaut noch dranpappen und das Ganze das schröckliche Design einer Serienmörder - Vermummung hat, dann raten wir eher zu einem Luchador - Präsent. Ohne dem guten Sting zu nahe treten zu wollen - aber das hat er nicht verdient, so vergleichsweise Sch**** dargestellt zu werden.

* Wrestlingshirts und andere Katastrophen

Der vergleichsweise einfachste Weg den Schulterschluss mit seinem Ringidol zu zeigen dürfte immer noch der Kauf eines T-Shirts mit entsprechendem Aufdruck sein. Da kann man eigentlich nichts falsch machen … es sei denn natürlich, man nimmt entweder die falsche Größe, die falsche Zielgruppe oder schlicht das falsche Motiv. Und davon gibt es leider genügend Beispiele zum Beleg. Sei es der schlecht gezeichnete Brahma Bull beim Verzehr einer Poontang Pie, die optisch eher an etwas aus anderen Körperöffnungen erinnert, über ein APA - Shirt mit einer ungewollt homophil-doppeldeutigen Aufforderung bis hin zu John Morrisons Affenshirt und der bizarren Catchphrase, dass man das Essen anderer Leute verspeisen werde. Das alles dürfte aber nix gegen das inzwischen legendäre Sin Cara - Shirt mit dem Phallus-Suchbild sein, dass man glücklicherweise sehr rasch aus dem Verkehr zog. Aber andererseits: im Zusammenspiel mit dem Test - Shirt damals sicher eine Ergänzung … denn schließlich fehlt ja etwas, wenn da steht „I am a testicle“ …

* Der John Cena - Nussknacker

Nein, es sollte wirklich keine Actionfigur des Chain Gang Soldier sein, obwohl dies manche Fans spitzbübisch behaupteten. Die ganz Zynischen könnten darauf verweisen, dass das nicht stimme: die Sprachgestik zwar schon, dafür wären die restlichen  Körpergebaren zu hektisch. Aber mal Scherz beiseit - dieses vorweihnachtliche Stück Schnittkunst ist ein zweischneidiges Schwert. In Deutschland  könnte es als Erzgebirgs-Evergreen neben den Adventskranz gehören. Die Frage bleibt: was hat das mit den USA und vor allem mit Cena zu tun? Derartige Kameraden stellt man sich soweit bekannt in Übersee eher selten über die Kamine. Und äußerlich betrachtet … weist außer einem Aufdruck sowie weitgehend des Holzhütchens nichts darauf hin, dass der Knacker an den guten Felix Anthony erinnern soll. Eher noch an Jeff Jarrett und seine „Slap Nuts“ seinerzeit. Aber „Crack Nuts“?! Könnte eher zum Wahlspruch der Divas werden.

* Stone Cold junior

Steve Austin ist mit seinem „Stone Cold“ - Gimmick ein wahrer Meilenstein gelungen: nicht nur prägte er eine Ära, auch wurde dementsprechend ähnlich einer Midas-Berührung (nahezu) alles zu Gold. Ein Erfolgsgarant sondergleichen … allerdings fragt sich der Autor bis heute, was die tiefere Bedeutung hinter einer Babypuppe im Look der Rattlesnake wohl sein mag. Das weibliche Groupies schon mal üben können, sollten sie mal Mrs. Austin werden und in den Genuss ehelicher Pflichten nebst plärrender Resultate kommen? Oder doch eher ein Feldversuch, die Teenie-Girl - Vertreter der Barbie- und Baby Born - Generation für sich zu gewinnen? Und die Moral von der Geschicht - man weiß es nicht … vermutlich hatte da jemand beim Anblick des recht lustigen WWE-Spots von damals, der in der Neugeborenen-Station spielte, eine Eingebung. In dem Fall aber eine recht Bizarre …

* Hallo, ich bin die Seife

Ich bin ehrlich - und musste erstmal intensiver nachschauen, dass Titan Sports so was wirklich mal in den Handel gebracht hat. Was eher nach Scherzartikelladen oder den verkappten Auswüchsen japanischer Skurril-Kultur ausschaut, gab es tatsächlich: edel verpackt in einer Championgürtel-Hülle aus Plastik dröhnten bei sofortigem Wasserkontakt wahlweise die Laute von Steve Austin oder The Rock aus dem Stück Reinigungsmittel und verkündeten einem, dass man rieche und dem entsprechend Abhilfe schaffen solle. Richtig trashig wird es aber erst, wenn die Seife „Wash your ass“ befielt … denn wenn man ein bisschen um die Ecke denkt und den Hygieneartikel mit einer hypothetischen Eselsbrücke zu Gefängnisduschen versieht, bekommt so ein Satz eine ganz andere Bedeutung.  Und selbst wenn nicht: für den selbigen ist zumindest die Idee.

* Gebt mir ein V, gebt mir ein I …

Und als würde man meinen, es gehe nicht niveau- und geschmackloser … wird noch einer draufgesetzt. Kaum zu glauben, aber die Titan Company hat doch tatsächlich vor gut fünfzehn Jahren ein Katie Vick - Cheerleader - Outfit auf den Markt geworfen. An und für sich nichts Schlechtes und optisch neben einer gewissen konservativen Langeweile auch kleidsam. Das gilt aber nur für die, welche den Hintergrund nicht kennen. Alle anderen werden sich beim Anblick des Rock-Pullover-Arrangements an den denkwürdig schlechten Angle seinerzeit erinnern: genau dies waren die Sachen, welche eine gewisse Katie Vick trug … und die soll laut Triple H in einem von Kane verschuldeten Unfall umgekommen sein. Da ging es dann noch mit dem MacGuffin, doch die Story wurde immer absurder und ekliger … und um es kurz zu machen: Schuldfragen wechselten sich mit Aktionen ab, die zu Katies (zumindest im Deutschen doppeldeutigen) Nachnamen passten. Aber zu (nekro-) viel will ich da jetzt dazu nicht ausführen. Fakt ist: ein Lowlight an kreativen Schreiberergüssen sondergleichen. Das dann auch noch mittels Merchandise auszuschlachten ist im Grunde unfassbar. Zum Glück kann man eines sagen: das Weiße darauf … sind Unterschriften und zum Glück nicht das, was Ariel oder der Weiße Riese mutmaßlich nicht mal rausbekommen würden.

Man kann allerdings sagen, dass diese Ausrutscher eher selten vorkommen. Zulegen würde ich sie mir beileibe nicht. Eher andere Dinge …


… weshalb ich die Rubrik mit ein wenig anderem Spekulatius beende. Hatten wir bislang reale Merchandise-Artikel, die keiner wollte kredenze ich zum runden Abschluss nun fiktive Merch-Favs, die ich mir (und vermutlich auch andere sich) zulegen würde(n).

Platz 3: Die - DVD - Box „Thank you, Vince“

Und dies in der „High Definition“ - „Grapefruits“ - Edition. Ein gut vierstündiger Abend mit packenden Matches, Interviews, Videos und Anekdoten. Alles entstanden im August 2005 anlässlich Vince McMahons 60. Geburtstag und seines gleichzeitigen Abschieds von der Company-Bühne.

Platz 2: Der Original „WWE - Gluck auf“ - Fanschal

Und dies mit allen Unterschriften der Aktiven, die anno 2012 beim „SummerSlam“ auf Schalke dabei waren. 20 Jahre nach Wembley machte es die Company erneut möglich und veranstaltete live über den Teich.

Platz 1: Das Jubiläums Tour - Autogramm von Owen Hart

Planmäßig zum 25-jährigen Bestehen seiner Ringkarriere machte der King of Harts seine Ankündigungen wahr, ging nach Auslaufen seines WWE-Vertrags nochmals auf große Welt-Abschied-Tournee mit Gastspielen bei verschiedenen Ligen … und machte dabei auch noch einmal in Deutschland halt.


Tja, was meint ihr? Wer würde was am Ehesten kaufen?

Bald ist es soweit: dann wird eine Frage beantwortet. Vielleicht eher weniger die, wer als Sieger des großen Champion vs. Champion Matches hervorgeht - sondern eher nach der des Special Referee, um dessen Person sich einige Gerüchte ranken.

Am heutigen Montag, dem 9. Oktober 2017, hätte der gute wie legendäre Eduardo Gory Guerrero Llanes, den meisten besser bekannt als Eddie Guerrero, das halbe Jahrhundert vollgemacht und wäre 50 Jahre alt geworden. „Hoch die Tassen!“ kann man da nur sagen, wenn… ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…

"WWE Hell in a Cell 2017" – der Himmel für Wrestling-Fans oder doch nur die alltägliche Hölle auf Erden? Wir haben uns die Card der SmackDown-Live-Großveranstaltung mal genauer angeschaut und sagen, worauf man sich freuen kann, worauf weniger – und vor allem warum.

 

Kickoff Pre-Show
Tag Team Match
Shelton Benjamin & Chad Gable vs. Hype Bros. (Zack Ryder & Mojo Rawley)

Maik: Ein Match, das gut in die Pre-Show passt, meinetwegen hätte es aber sogar auf der Main Card stehen dürfen. Denn ich freue mich, dass Shelton Benjamin wieder da ist und finde, dass man das der Welt durchaus zeigen kann. Außerdem könnte es endgültig zum Turn von Zack Ryder und den Split der Hype Bros. kommen. Ist zwar alles Undercard, aber das ist man in der Pre-Show schlimmer gewohnt.
Vorfreude: ** ½
Jon Cross: Also wenn ich was auf den Tod nicht ausstehen kann, dann das Zerdeppern namhafter Tag Teams und gezwungene Joint Ventures der Ex mit anderen. Das ist jedes Mal ein kreativer Offenbarungseid - und ein Stich ins Herz eines jeden (S)marks. Versöhnlich stimmt da halbwegs, dass Benjamin wieder an alter Wirkungsstätte weilt - ein echter Könner vor dem Herrn. Zusammen mit den Hype Bros wird da schon was halbwegs Herzeigbares rauskommen. Ansonsten - einmal durchwinken bitte.
Vorfreude: **

Singles Match
Bobby Roode vs. Dolph Ziggler

Maik: Das ist schwere Kost. Ich mag Roode, ich mag Ziggler, ich mag aber nicht den verkrampften Ansatz, mit dem man die beiden beschäftigt. Roode kommt gerade erst im Main Roster an, und man versucht, ihn dem Publikum über seinen Entrance näher zu bringen. Ok. Allerdings entsteht dadurch schon jetzt ein übliches Problem in der WWE, dass man die Vorzüge des Faces so eklatant ausschlachtet und vermarktet, dass sie nur noch nerven. Noch ist es nicht so weit, wäre aber schade. Die Position von Ziggler, der nur noch Steigbügelhalter der Neuen und jetzt Entrance-Imitator ist, wird derweil immer trauriger und aussichtsloser. Man kann nur hoffen, dass die WWE nach irgendeinem Super-Match sich mal am Kopf kratzt und fragt: Was zur Hölle tun wir dem Jungen gerade eigentlich an?
Vorfreude: **
Jon Cross: Finde ich gut und interessant die Ansetzung. Scheinbar hat man mal wieder eine passende Nische für Ziggler gefunden (und er scheinbar zu alter Stärke zurück). Im Gegenzug bekommt Roode On-Air-Time im großen Roster. Im Geiste der Staffelübergabe gehe ich von einem Sieg Roodes aus, denn Ziggy hat für sich und seinen Level glaube das erreicht, was geht - jetzt kann er auch den Big Show machen. Klasse dürfte es auf alle Fälle werden, dazu sind beide mehr als fähig. Jetzt muss nur noch der Rahmen stimmen … und sollten beide Lust auf Arbeit haben.
Vorfreude: ***

Singles Match
Randy Orton vs. Rusev

Maik: Lasst es uns schnell machen: Orton und Rusev sind in aktueller Form nicht mehr erträglich – und vielleicht auch in sonst keiner mehr. Mir egal, ob die hier ein gutes Match auf die Beine stellen, ich werde es mir nicht angucken. Warum? Weil ich es mir nicht angucken will. Next.
Vorfreude: 0
Jon Cross: Am Anfang hab ich bei dem Match echt gedacht, dass es unter dem Banner „Not gegen Elend“ steht. Aber ich sah mich positiv überrascht: beide sind zu einem schönen Programm fähig, wobei sogar Rusev eine ansprechende Figur abgibt. Der Ortonator hat sowieso alles erreicht und kann sich beruhigt verschiedensten Vendettas widmen. Immer noch besser, als Edel-Edeljobber oder Topcarder-Füllwerk. Also meines Erachtens kann man das ruhig noch ein wenig ziehen: Sieg des Bulgaren, dann Fehdenausdehnung zur Series und anschließen schwingen beide zu anderen Gegnern um. Gefiele mir ganz gut.
Vorfreude: **1/2

WWE SmackDown Women's Championship
Natalya (c) vs. Charlotte Flair

Maik: Ich find's gut, dass Natalya endlich mal den Titel hat. Sie wurde in den vergangenen Jahren zwar schon ziemlich nachhaltig beschädigt, aber das kann man jetzt ein Stück weit korrigieren. Außerdem ist sie eine willkommene und gute Abwechslung an der Spitze der Women's Division bei SmackDown. Charlotte bietet sich als Gegnerin hervorragend an, das ist eine frische Ansetzung zweier Könnerinnen. Problem: Charlotte hat ein so viel höheres Standing in der WWE, dass ich an keine Gleichverteilung der Kräfteverhältnisse glauben kann. Wahrscheinlich bekommt Natalya irgendeinen Schummelsieg zugeschrieben.
Vorfreude: **
Jon Cross: Als alter Nattie-Fan sollte ich mich eigentlich freuen, dass sie endlich mal den Titel trägt … aber irgendwie will das Glamour-Feeling nicht so richtig aufkommen. Kann natürlich sein, dass die WWE mal wieder den Moment verpasst hat. Daher lege ich große Hoffnung in das Duell mit Lotta, die eigentlich eine Bank für gute Damenleistungen ist. Und ich bin überzeugt - es wird ein gutes Match. Sieger ist eigentlich egal …
Vorfreude: ***1/4

WWE United States Championship
AJ Styles (c) vs. Baron Corbin

Maik: Ach naja, die Fehde haut mich jetzt nicht so wirklich vom Hocker – wie so weniges, was Baron Corbin tut –, aber man gibt sich immerhin Mühe, das Programm am Leben zu halten und ein klein wenig fortzuschreiben. Auch wenn es viel mit dem Einbinden von Tye Dillinger zu tun hat. Der hüft- und gesichtssteife Corbin überzeugt mich zwar weiterhin nicht, aber es ist jetzt wohl trotzdem nötig, ihm den Titel zu geben. Damit er nach vergeigtem Money-in-the-Bank-Cash-in und einigen Niederlagen nicht ins Bodenlose stürzt. Sein erster Gegner dürfte dann nochmal Dillinger werden, der ihn ja gerade erst bei SmackDown besiegt hat. Und Styles wird frei für neue, hoffentlich wieder höhere Aufgaben.
Vorfreude: ** ½
Jon Cross: Joa … auf den Fight freue ich mich richtig, denn hier können - richtig eingesetzt - beide glänzen und als Gewinner hervortreten: Corbin, wenn er sich den Titel holt und endlich mal nicht mehr so farblos wirkt und AJ, dass er nun wieder für die höheren Gefilde frei wird. Stamford, bitte versaut es nicht. Styles hat inzwischen zur Genüge bewiesen, dass er den MVP geben kann (und was IMO auch nicht nötig war, da er mit einem entsprechenden Ruf einst eintraf) und auch oben gut aufgehoben ist. Vielleicht läuft es diesmal umgekehrt für ihn auf der Road to WM - denn aufwärts wäre ihm zu wünsche. Und für Baron wünsche ich mir, dass er gegen die Hochkaräter dem Gürtel zu neuen Ehren verhilft. Genügend personelle Möglichkeiten sind ja vorhanden.
Vorfreude: ****

WWE SmackDown Tag Team Championship
Hell in a Cell Match
The New Day (c) vs. The Usos (Jey Uso & Jimmy Uso)

Maik: Still und heimlich gab es neben der Women's Revolution noch eine andere kleine Revolution in der WWE: die Tag Team Revolution. Also, ok, eher im Kleinen. Aber guckt mal: Vor einer Weile gab es das erste Tag Team Elimination Chamber Match, jetzt gibt es das erste echte Tag Team Hell in a Cell Match (dieses eine Ding von 1998 vergessen wir mal). New Day und die Usos sind dafür die richtigen, weil verdienten Hauptfiguren. Außerdem ist es ein ganz frischer Impuls in einer eigentlich bald ausgelutschten Fehde. Und mal ein ganz anderes Hell in a Cell. Hat zwar nichts mit der Härte zu tun, die man dort sonst erwartet, wird aber eine actionhaltige Sache, tippe ich. Also: Ich find's gut, ich freu mich aufs Match, ich tippe auf Titelverteidigung.
Vorfreude: ****
Jon Cross: Und täglich grüßt die Müslipackung … ich war froh, dass das Po-Saunen-Trio endlich mal weg vom Gold ist und ohne Gürtel mit ihren Stärken spielt. Aber dank des alten Leidens von WWE (siehe Pre-Show) wurden die drei Spass-ketiere mal wieder ins Pic gedrückt … und bekamen als Gegner mit den Usos wohl die farblosesten Gegenspieler (ohne hier unfreiwillig ein unterschwelliges Oxymoron reinzubringen). Sorry, nix gegen die Teams und die Fehde an sich … aber es gibt weitaus sinnvollere Ansetzungen, die man in den Käfig hätte packen können als einen unterhaltungstechnischen Selbstläufer, der im Cage sein Pulver sinngemäß derart verschießt wie Dolly Buster in einem James Ivory - Film. Dürfte ganz gut werden - wie eigentlich alles im HITC-Gefängnis, aber den Titel will ich weder bei den einen noch den anderen wirklich sehen.
Vorfreude: **1/4

WWE Championship
Jinder Mahal (c) (w/ Sunil & Samir Singh) vs. Shinsuke Nakamura

Maik: Nehmt dem Jobber endlich den Titel ab! Sorry, ich kann ich Jinder Mahal weiter nur den Loser von einst sehen – nur, dass der jetzt auf vermeintlich illegale Weise Muskelmasse angehäuft hat. Das Title-Picture ist leider seit Wochen komplett irrelevant, und so sehr ich Nakamura grundsätzlich im Ring schätze – ich weiß nicht, ob er jetzt der Richtige wäre, um das zu ändern. Die Promos von ihm sind nämlich noch grausiger als von Mahal. Trotzdem: Ich hoffe und sage: Titelwechsel. Und dann darf es Nakamura mit Styles oder Owens zu tun bekommen.
Vorfreude: **
Jon Cross: Wie lange versucht die WWE das Experiment eigentlich noch durchzuziehen? Weiß schon: in Ermangelung entsprechender Koryphäen für die Spitze (konkret: die Vintage-Schwarz/Weiß - Bösewichter der 80er) probierte man das gleiche wie im Sommer 2004. Unterschied zu damals: JBL hatte Talent, Micwork, gute Gegner … und die Möglichkeit sich zu verbessern. Vor allem letzteres sehe ich nicht wirklich bei Mahal, der von ganz unten nach oben gedrückt wurde … und wo ich mich frage, ob es nicht andere Varianten als ihn gab. Mir wäre lieber gewesen, die hätte Tian Bing hochgeschossen und versucht, den chinesischen Markt zu erobern. Das hätte eine schöne Heat für Nakamura gegeben. Der tut mir hier ein bisschen Leid, denn bereits beim SummerSlam hat man die fehlende Chemie zwischen beiden bemerkt. Richtig, richtig schade - denn Shin ist eine echte Bereicherung. Hoffe, er holt den Gürtel … ansonsten sehe ich für Mahal nur eine Rettung: wenn man nämlich Hawaian Blue-Eye in Kurta und Turban steckt und ihn an dessen Seite stellt. Aber das … wird wohl nie passieren.
Vorfreude: **1/2

Falls Count Anywhere Hell in a Cell Match
Kevin Owens vs. Shane McMahon

Maik: Endlich wieder ein Hell in a Cell Match, das diesen Namen verdient! Man hat sich in den vergangenen Monaten (!) viel Mühe gegeben, diese erbitterte Fehde aufzubauen, jetzt darf sie sich gerne in einem brutalen Match entladen. Ok, brutal ist in der heutigen WWE wohl kaum mehr drin, aber man kann sich sicher sein, dass sich McMahon für nichts zu schade sein wird. Leider hat Shane seit seiner Rückkehr einiges an Coolness eingebüßt, seine Spots werden immer mehr zum Klischee, falls das überhaupt noch mehr geht – aber was soll's! Das wird ein gutes Match und es nützt dem Richtigen. Mit dieser Fehde (inklusive der erinnerungswürdigen Attacke auf Vince McMahon!) beweist die WWE mehr Vertrauen in Owens, als es ein Titel allein könnte. Für KO gibt es derzeit nur eine Richtung: nach oben. Er könnte der neue Edge von SmackDown werden. Macht was draus!
Vorfreude: *****
Jon Cross: Tja … hmm … also auf den ersten Blick habe ich mich schwer damit getan: der Corporate Wile E. Coyote im höllischen Käfig gegen den wahren Alpha-Kevin als Vollstrecker. Und kein großer Single Titel - obwohl: da hätte auch eher das Punjabi Prison - Bambuskonstrukt gepasst. Auf der anderen Seite … man hat wirklich versucht, einen roten Faden zu spinnen und die Geschichte bis zum jetzigen Höhepunkt richtig anzuheizen. Zudem mimt Owens den facettenreichen Heel par excellence und man hat auf der anderen Seite die furchtlose Verkörperung der Führungsetage, für DAS Wow des Abends seine Gesundheit zu riskieren und der eigenen Versicherungsgesellschaft die Haare ergrauen zu lassen. Kannst sagen, was de willst: Kevin wird das Ding machen und Shane-O-Mac zieht seins wie eh und jeh durch. Heißt zu gut Deutsch: es wird wieder viel zu Bruch gehen, viel geblutet und hoffentlich werden alle Knochen ganz und alle Zähne im Kiefer bleiben, wenn McMahon jr. sich mal wieder aus luftigen Höhen stürzt. Das war eigentlich schon immer ein Garant für gute Matches … und das wird es mit Sicherheit wieder geben.
Vorfreude: ****

Insgesamt

Maik: Doch, doch, das kann man so stehen lassen. Wie immer gibt es zwar den Orton- und/
oder- Rusev-Ausreißer nach unten, das Gute ist aber: Die beiden stehen im gleichen Segment und können schnell geskippt werden. Der Rest der Card ist weitgehend sinnvoll zusammengestellt und setzt, wie es sein soll, mit den Hell in a Cell Matches die richtigen Höhepunkte. Jetzt müssen die nur halten, was sie versprechen.
Vorfreude: *** ½
Jon Cross: Licht und Schatten wechseln sich ab - sowohl qualitativ als auch was die Vorfreude angeht. Wenn die WWE und ihre Akteure einen guten Tag erwischen und diesen Gimmick-PPV nicht vor den Baum fahren, dann steht uns als Fans ein ganz interessanter Abend bevor. Aber angesichts mancher personeller Entscheidung kann auch das Gegenteil eintreten. Ich lasse mich überraschen - vor allem vom Einfallsreichtum der Matchwriter.
Vorfreude: ***

Stell dir vor, es ist Krieg... und jeder geht / guckt hin. Am 18. November schlägt im Toyota Center zu Houston (Texas) einmal mehr die Stunde der Wrestling-Fans des puren Fights zwischen den Seilen: nicht steht in dem Fall mit TakeOver der faktische Höhepunkt des NXT-jahres auf dem Plan - auch die War Games, einst eine der bekannteste Matcharten der WCW-Geschichte, wird dort ihre Renaissance feiern.

Das ist die Match-Card im Überblick:

NXT Championship Match
Drew McIntyre © vs. Andrade “Cien” Almas

War Games Match
Roderick Strong & The Authors of Pain (Akam & Rezar) vs. Sanity (Alexander Wolfe, Eric Young & Killian Dain) vs. The Undisputed Era (Adam Cole, Bobby Fish & Kyle O'Reilly)

NXT Women's Championship - Fatal 4-Way Match (vakant)
Ember Moon vs. Kairi Sane vs. Nikki Cross vs. Peyton Royce

Singles Match
Aleister Black vs. The Velveteen Dream

Singles Match
Kassius Ohno vs. Lars Sullivan

Pre-Show Dark Match
WWE United Kingdom Championship
Pete Dunne (c) vs. Johnny Gargano

RAW Only - PPV
09.07.2017
American Airlines Center
Dallas, Texas



WWE Universal Championship
Brock Lesnar © vs. Samoa Joe

Ambulance Match
Braun Strowman vs. Roman Reigns

WWE Intercontinental Championship
The Miz © vs. Dean Ambrose

WWE Raw Women's Championship
Alexa Bliss © vs. Sasha Banks

WWE Raw Tag Team Championship
30-Minute Iron Man Match
Cesaro & Sheamus © vs. The Hardy Boyz

Singles Match
Bray Wyatt vs. Seth Rollins

Singles Match
Big Cass vs. Enzo Amore

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Kickoff
WWE Cruiserweight Championship
Neville © vs. Akira Tozawa

Der nächste Großveranstaltung des SmackDown-Brands steht an. Bei Battleground stehen sämtliche Titel auf dem Spiel, und es kehrt ein lang nicht mehr gesehener Gast zurück: Nein, nicht John Cena (aber ja, der ist auch wieder dabei), sondern der Käfig des Punjabi Prison Matches. In der Konstruktion tragen Jinder Mahal und Randy Orton ihre nächste Schlacht um die WWE Championship aus. So sieht die bisherige Card aus (Änderungen möglich):

SmackDown only PPV
23.07.2017
Wells Fargo Center
Philadelphia, Pennsylvania

Bisherige Card:

WWE Championship
Punjabi Prison Match
Jinder Mahal © vs. Randy Orton

WWE United States Championship
AJ Styles © vs. Kevin Owens

Flag Match
John Cena vs. Rusev

WWE SmackDown Tag Team Championship
The Usos © vs. The New Day

Number One Contender Match for SmackDown Women's Championship
Fatal 5-Way Elimination Match
Becky Lynch vs. Charlotte Flair vs. Lana vs. Natalya vs. Tamina

Shinsuke Nakamura vs. Baron Corbin

Sami Zayn vs. Mike Bennett

Kickoff Pre-Show
Tye Dillinger vs. Aiden English

Vergangene Nacht war es soweit: der „SmackDown!“ - Only - PPV „Backlash“ ging über die Bühne … und führte zu den folgenden Ergebnissen:

Kick Off

Tye Dillinger besiegte Aiden English via Tye Breaker (08:20 min)


Main Show

Singles Match
Shinsuke Nakamura gewann gegen Dolph Ziggler (15:50 min)

WWE SmackDown Tag Team Championship
The Usos © besiegten Breezango (Tyler Breeze & Fandango) (09:15 min)

Singles Match
Sami Zayn besiegte Baron Corbin (14:35 min)

Six Women Tag Team Match
Carmella, Natalya & Tamina besiegten Becky Lynch, Charlotte Flair & Naomi (10:05 min)
[Lynch gab in Natalyas Sharpshooter auf]

WWE United States Championship
Kevin Owens © besiegte AJ Styles per Count Out (21:10 min)
[Styles hatte sich zuvor mit seinem lädierten Beim am Kommentatorepult verheddert und bekam von Owens einen Kick an den Kopf ab]

Singles Match
Luke Harper besiegte Eric Rowan (09:00 min)

WWE Championship
Jinder Mahal besiegte Randy Orton © (15:45 min) - TITELWECHSEL!!!!
[die Singh - Brüder attackierten Orton vor und während des Matches, das daher verspätet angeläutet wurde. Als der Champion die Brüder abfertigt hatte, nutzt Mahal dies zum Finisher.]

Wenn man sarkastisch dieser Tage ist, was vermutlich etliche Fans betrifft, so befinden wir uns in einer ähnlichen Situation wie vor zwanzig Jahren: Denn auch da wie heute blickte man im Spätwinter und den ersten Frühlingstagen mit einem unguten Gefühl in Richtung WrestleMania - obwohl faktisch der Super Bowl der WWF/E als Highlight den großen Liga-Turnus abschließen sollte. Doch anders als heute, wo man im Grunde optional aus dem Vollen schöpfen kann (speziell was Personal und Möglichkeiten angeht) bzw. hätte können, sahen die Vorzeichen im Jahre 1997 alles andere als rosig aus… allerdings mit einem unerwarteten wie überraschenden Ausgang.

Drehen wir das Rad der Geschichte um zwei Jahrzehnte zurück: Vince McMahon und seine Promotion standen immer noch mit dem Rücken zur Wand. Nach dem Generationenwechsel, einem mehr als grottigen 1995 sowie einem Folgejahr, das man mit äußerst schmalem Kader halbwegs solide über die Bühne gebracht hatte, kamen erste kleine Sonnenstrahlen zum Jahresende 96 auf: Endlich hatte man ein paar hoffnungsvolle Talente gefunden, bewährten Athleten entsprechende Charaktere verpasst und ein paar Fehden geknüpft, die Lust auf mehr machten. Und auch die Qualität stimmte mal, was man insbesondere an der Survivor Series des Jahres merkte. Aber noch immer drohte der Schatten der damals übermächtig erscheinenden Konkurrenz WCW, welche ebenfalls 1996 enorm aufzutrumpfen gewusst und zusätzlich mit ordentlich Starpower unterfüttert nun einem goldenen Jahr entgegenzublicken hatten. Keine besonders guten Voraussetzungen also, um den Fans die größte Show des Jahres zu servieren.

Erschwerend kamen dann noch einige andere Unstimmigkeiten hinzu: nicht nur, dass der einst groß angekündigte und verpflichtete Rückkehrer Ultimate Warrior im Vorjahr bereits nach wenigen Wochen wieder weg war und man Sycho Sid als halbwegs brauchbaren Ersatz holte; nicht nur, dass mit Marc Mero eine variable Größe der Mittelgewichtsszene verletzungsbedingt weggebrochen war - auch beim größten Zugpferd musste man Abstriche machen: Shawn Michaels zelebrierte seine Backstage-Macht der Tage divenmäßig in vollen Zügen, wollte ungern im Rahmen der Titelfehde verlieren - und verlor aus diesem Grund „sein Lächeln“. So zog er den berühmt-berüchtigten „Lost my smile“-Joker, um sich in eine OP-Pause zu begeben. Die Notwendigkeit des Zeitpunkts ist bis heute umstritten. Dahin also der geplante Mega-Rückkampf mit Bret „The Hitman“ Hart - und graue Wolken zogen sowohl über Stamford als auch dem Michigansee auf. Denn seit jeher eilt dem Publikum von Chicago, wo die dreizehnte WrestleMania stattfinden sollte, der zweifelhafte Ruf der Unberechenbarkeit voraus. Unoptimale Ausgangspositionen also, doch im Endeffekt bewiesen Vince McMahon und seine Mannen genug Mut und Kreativität, den Widrigkeiten zu begegnen… und schufen auf diese Weise einen ungewollten Meilenstein, welcher ihnen den Sieg sowohl im „Monday Night War“ als auch auf ganzer Linie bescherte. Oder… um den Mania-Zweittitel zu bemühen „Wie Phoenix aus der Asche“: für den PPV vielleicht nicht ganz so, für die WWF/E aber auf alle Fälle.

Billy Gunn vs. Flash Funk (Free for all)

… oder im Grunde der Rest vom Schützenfest, denn mehr bot der Kader für die Appetithäppchen-Phase nicht her. Zudem überaus schade, dass es die WWE nicht verstand, aus 2 Cold Scorpio mehr herauszuholen als einen optischen Unfall aus Power Ranger und einer Godfather-Frühform. Und als man es Ende 97 dann doch versuchte… da war es schon zu spät. Nichtsdestotrotz mühten er und Gunn sich rund sieben Minuten redlich ab, ehe der Ex-Tag-Team-Cowboy sich den Pinfall-Sieg holte. Offensichtlich die Ouvertüre zum damals ersten Singles Run Gunns, der kläglich scheiterte. Erst Monate später als Outlaw hatte er seine beste Zeit.
Jon Cross - Wertung: **

4-Way Elimination Tag Team Match
New Blackjacks vs. Headbangers vs. Doug Furnas & Phil LaFon vs. Godwinns

Resterampe Nr. 2 als eigentlicher Opener. Im Grunde… keine so schlechte Idee und ehrlich gesagt auch gar nicht so doof umgesetzt. Zudem gab es nette Schlagabtausche und einige nicht so abzusehende Entwicklungen - welche für mich aber der große Kritikpunkt waren. Schön zumindest, dass man endlich auch mal andere Teams zu sehen bekam außer den Big 4 aus 1996. Klar auch, dass die Godwinns nach der langen Top-Position wohl kaum den Sieg davontragen würden. Und klar, da logisch… wenngleich wie ein Notnagel wirkend ebenfalls, dass man für JBL und Barry Windham eine Tag-Team-Rolle fand, zu der beide auch familiär hervorragend passten - die New Blackjacks. Und - man hatte mit den Kanadiern LaFon & Furnas zwei der heißesten Eisen im Feuer, welche seit dem Jahreswechsel einen steten Weg nach oben angetreten hatten. Im Grunde hätte ihnen vom Logischen her der Spot um die Team-Gürtel zugestanden… wäre das nicht schon beim Vor-Event passiert. Am Ende siegten dann mit den Headbangers ebenfalls zwei Newcomer, die sich allerdings vergleichsweise unscheinbar voran gearbeitet hatten. Und das - letztlich gegen die Godwinns, nachdem die Blackjacks erst disqualifiziert und die Kanadier ausgezählt wurden. Überraschung: ja - aber der offensichtlichere Weg wäre mir lieber gewesen.
Jon Cross - Wertung: **1/2

WWF Intercontinental Championship
Rocky Maivia vs. The Sultan

Um ehrlich zu sein: Die Bekanntgabe war für mich damals wie ein Schlag ins Gesicht. Für den größten PPV des Jahres eine Titelmatch-Ankündigung mit Weekly-Niveau. Da hätte der Gürtel auch beim Vorgänger bleiben können. Und so sehr man sich auch bemühte, den Kampf opulent mit Superstars wie dem Honkytonk Man am Mikro oder Rocky Johnson und dem Iron Sheik als Sekundanten anzureichern - der erste Mania-Auftritt des Future Rock kam daher wie ein Gourmet-Essen mit Bockwurst. Geniales Debüt, stete Siege und einen Monat zuvor den IC-Belt geholt. Und bei WrestleMania?! Da wartete ein Undercard-Edeljobber, dem man mit Zwang Bedrohlichkeit vermitteln wollte. Soweit zu den grottigen Rahmenbedingungen. Der Fight selber… war aber gar nicht so schlecht, denn Johnson hatte es ja mit seinem Cousin Fatu zu tun alias Future Rikishi. Daher zeigten beide zehnminütiges Wrestling auf richtig gutem Niveau - wenn denn nicht das Ende gewesen wäre. Ein simpler Roll-Up und das war’s. Da half selbst der Aftermath wenig. Rocky auf dem absteigenden Ast, der letztlich zur The-Rock-Wiedergeburt führte. Quasi… noch ein Phoenix.
Jon Cross - Wertung: **3/4

Hunter Hearst Helmsley vs. Goldust

Diese Begegnung hatten wir damals schon beim Rumble gehabt - seinerzeit mit Intercontinental-Titel… und ich hätte mir den Fight um diesen auch noch einmal gewünscht. Aber Stamford dachte sich, dass der heutige Chef in spe und der Erstgeborene des „American Dream“ genügend Qualität und Starpower in den Fight pumpen würden, so dass das Gold eigentlich nicht nötig war. Ich muss sagen: Recht hatten sie. Triple H und Dustin Runnels machten da weiter, wo sie zu Jahresbeginn aufgehört hatten - und das richtig gut. Curtis Hughes als Helmsley-Bodyguard war der debütierenden Chyna gewichen, die damals optisch noch nach olympischem Doping-Trainingslager aussah. Mit Marlena als Jagdopfer war genügend Soap Opera integriert, dass der Kampf gut abgerundet wurde… und beide ohne Gesichtsverlust aus der Nummer herauskamen, als Hunter per Pedigree auf 2:0 erhöhte.
Jon Cross - Wertung: ***1/2

WWF Tag Team Championship
Owen Hart & British Bulldog vs. Vader & Mankind

Ein Titelmatch mit einer satten Ladung Technik-Skills und Topstars - eigentlich konnte da nicht viel schiefgehen. Aber trotzdem kam die Begegnung gefühlt aus der kalten Hose. LaFon & Furnas bekamen wie geschrieben nicht den Vorzug und so hatten es die Langzeit-Champions mit zwei echten Großkalibern zu tun. Nur… erwartete man die hier eigentlich nicht. Zumindest ich nicht. Vader und Foley hatte man im Zuge der Undertaker-Fehde zu einem Team gezimmert und für mich damit die Chance verpasst, sie adäquater in die Card einzubauen. Speziell bei Mankind wäre ein Fehdenabschluss gegen den Taker in Chicago sicher besser gewesen… aber manchmal muss man halt umplanen. Wie dem auch sei, zeigten alle Vier einen harten Fight, welcher der Ankündigung auch mehr als gerecht wurde… bis auf das Finish, das, um niemandem zu schaden, per Double-Count-out etwas zu salomonisch geraten ist.
Jon Cross - Wertung: ***3/4

Submission Match
Bret „The Hitman“ Hart vs. „Stone Cold“ Steve Austin

Und damit kommen wir zum großen Highlight des damaligen Abends - und einer historischen Sternstunde für die WWF/E, auch wenn das in der nachfolgenden Dimension vielleicht nicht so abzusehen war. Wir rekapitulieren: HBK fiel aus, wodurch Bret Hart zunächst ohne Gegner dastand. Doch man hatte ja noch Plan B - und der hieß Steve Austin. Die Rattlesnake hatte nach ihrem Sieg beim King of the Ring einen unaufhörlichen Bekanntheitsgrad erfahren, zu dem sich seit Jahresbeginn immer mehr Pops gesellten. Und da die Fehde mit dem Hitman praktisch immer noch offen für neue Impulse war, gab man beiden das Match. Und die Impulse kamen… mehr als genug. Über den Fight selbst muss man keine weiteren Worte verlieren, denn die gut 22 Minuten füllten beide Athleten mit Herzblut, Härte und Hass aus, dass es nur so strotzte. Ohne gefühlte Handbremse gaben Bret und Steve alles, was sie hatten… und sorgten für ein dramatisches Finish: Ein blutüberströmter „Stone Cold“ weigerte sich derart beherzt gegen die Aufgabe im Sharpshooter, dass er letztlich das Bewusstsein verlor. Special Referee Ken Shamrock in seinem ersten Auftritt erklärte den Hitman zum Sieger, doch der stand ebenfalls noch derart unter Adrenalin, dass er seinen Erzfeind unter stetigen Buhrufen immer weiter bearbeitete. Schließlich ging Shamrock per Ausheber dazwischen, wonach Hart mürrisch abzog. Austin dagegen bekam als eigentlicher Heel Jubelarien und wurde selbst dann noch gefeiert, als er dem helfenden Offiziellen den Stunner verpasste und torkelnd die Arena verließ. Einer der besten klassischen Double Turns der Wrestling-Geschichte: Das einstige Top-Babyface Bret Hart und der Ober-Heel Austin hatten auf einen Schlag die Rollen getauscht. Und auch die verbalen wie optischen Obszönitäten gemischt mit salonfähiger Brutalität trugen ihr stilbildend Übriges bei. Wenn es einen Ursprung für die Attitude Era gegeben hat, dann diesen Kampf. Und so wird Hart vs. Austin immer als Urknall des Wrestling-Zeitalters gelten, das nicht nur Austins kometenhaften Aufstieg erst ermöglichte, sondern auch der Company zurück an die Spitze verhalf. Ein Kampf… den man gesehen haben muss.
Jon Cross - Wertung: ***** (hätte sechs gegeben, aber das ist ja nicht möglich…)

Chicago Streetfight
Nation of Domination vs. Ahmed Johnson & Legion of Doom

Nach der vorherigen Darbietung hätte man voraussichtlich einen Gang runtergeschaltet… doch man blieb in etwa bei dem Gewaltgrad: qualitativ eine Etage tiefer, aber nicht minder rustikal beschrieben die Intimfeinde Johnson und Farooq ein weiteres Kapitel ihrer schier endlosen Rivalität. Um der Ur-Nation, welche eher an eine Heel-Version der Village People erinnerte, zahlenmäßig Paroli bieten zu können, hatte sich Johnson mit Hawk und Animal verstärkt. Der zum Austragungsort titulierte Streetfight bot dann im Endeffekt auch alles, was der Name hergab - und was das Arsenal betraf auch alles, was man in der Peripherie finden konnte. Und so kam neben Feuerlöschern, Straßenschildern und den üblichen Alufolien-Mülltonnen auch eine Küchenspüle zum Einsatz. Das Ganze recht chaotisch, aber dafür hart und recht ansehnlich dargeboten… wobei der beste Part daran war, dass auf diese Weise die ringerischen Schwächen der meisten Akteure gut kaschiert wurden. Und so gab es für den Feel-Good-Moment den Sieg der Faces. In der Gänze betrachtet mit Sicherheit das beste Match der Fehde.
Jon Cross - Wertung: ***1/2

WWF Heavyweight Championship
Sycho Sid vs. Undertaker

Zugegeben: für eine WrestleMania eine etwas bescheidene Ansetzung um den höchsten Titel der Liga. Aber andererseits hatte die Company in der Vergangenheit schon weitaus schlechtere Big-Man-Mainer gesehen, und stand der Grim Reaper so far noch in keinem. Daher kreuzte er die Klingen mit Sid, der diesen Spot zumindest einmal innegehabt hatte, und zeigte mit diesem… einen langen und vor allem in Gänze betrachtet bedächtigen Kampf. Zur Ehrenrettung der beiden Halb-Immobilien sei aber gesagt, dass sich diese mehr als redlich mühten und fehlende Dynamik mit reichlich Storytelling und Härte würzten. Abgerundet wurde das Ganze durch Bret Hart, der endgültig zur dunklen Seite der Macht turnte - und am Ende gar matchentscheidend war, dass der Taker sich zum zweiten Mal den großen goldenen Gürtel umschnallen durfte. Und auch auf die eigentlich geplante Vendetta brauchte keiner zu verzichten: Denn der verlorene Lächler Shawn Michaels persönlich kommentierte ringside mit Jerry Lawler und Jim Ross und durfte sich die gepfefferten Spitzen des Hitman aus nächster Nähe anhören. Nichtsdestotrotz: kein Totalausfall, sondern ein halbwegs solider Fight mit positivem Ausgang.
Jon Cross - Wertung: ***

Fazit

Es gab schon weitaus schlechtere WrestleManias - bessere allerdings auch. Die wilde „13“ darf sich allerdings in den Reigen der paar „Grandaddy’s“ einreihen, in welcher Wrestling-Geschichte geschrieben wurde. So wie vieles im Wrestling-Background Spekulationsmasse ist, gilt dies auch für den Ursprung des Attitude-Zeitalters: manche sehen das Submission Match darin, manche die „3:16“-Promo vom King of the Ring. Wenn es nach mir geht... so war das im Sommer 96 die Quelle und WrestleMania XIII die spätere Initialzündung. Denn erst im weiteren Verlauf von 1997 kam die Ära in all ihren Facetten derart zur Ausprägung, was vorher nur sachte der Fall war. Und so folgte nach dem „Flug des Phoenix“ zunächst noch ein etwas holpriges Restjahr, das zudem mit einem kleinen Schocker endete, ehe im Anschluss der Wiederaufstieg begann und die WWE die Früchte ihrer Arbeit ernten durften. Ferner war der durch die Rattlesnake angeschobene Style wegbereitend für kommende Generationen an Superstars, welche sich unabhängig bisheriger Schwarz-Weiß-Malerei ihre Nischen in der großen kreativen Grauzone charakterlicher Ausrichtung suchen konnten.

Ob der 2017er-Mania ein ähnliches Kunststück gelingt wie vor zwanzig Jahren, darf an dieser Stelle bezweifelt werden. Aber wenn zumindest der qualitativ positive Überraschungseffekt letztlich herauskommt, ist das schon mehr als erwartet.

Tja, wie sang und rappte der gute Will Smith dereinst so unbeschwert: „Party in the City where the heat is on…“ - der dann folgenden Zeile „I’m going to Miami“ folgte er dann auch folgerichtig. Und das nicht nur, weil er zweimal den Leinwand-Cop vor der Filmkulisse der karibischen Metropole mimen durfte. Naja… in unserem Fall etwas abgewandelt, denn es geht eher ein paar Meter weiter nach Orlando: die Disney-, TNA- und Weltraum-Stadt des Sonnenscheinstaates in Schlagdistanz zur Heimat von Crockett und Tubbs.

Auch World Wrestling Entertainment scheint dem Ruf folgen zu wollen - denn was vor neun Jahren gut funktionierte sollte auch dieses Jahr wieder entsprechend laufen. Und so wird es dann am 2. April anlässlich "WrestleMania XXXIII" erneut heißen: „Welcome to Orlando!“ … oder besser: „Welcome to the Camping World Stadium!“ Denn so heißt die Spielstätte seit gut einem Jahr und löste damit den eigentlich zu Florida besser passenden Namen „Citrus Bowl“ zugunsten eines renommierten Wohnmobil-Herstellers ab. Aber wie man das Kind auch nennen mag: Die einstige Zitronenschüssel hat, obwohl kein Mainstream-Verein des US-Sports aktuell groß dort zugegen ist, schon einige sporthistorische Ereignisse erleben dürfen.

Citrus Bowl: Heimat der Rock-Größen

Und die Bekanntesten haben mit dem beliebten runden Leder zu tun, das die Amis nur als „Soccer“ bezeichnen. Anno 1994 fanden hier zur Fußball-Weltmeisterschaft vier Vorrunden-Begegnungen sowie das Achtelfinale Niederlande - Irland statt. Und da das anscheinend so gut funktionierte, lagerten die IOC-Verantwortlichen zwei Jahre später gleich noch ein paar Gruppenspiele des Olympischen Fußball-Turniers von Atlanta nach Florida aus. Da ist es nur mehr als passend, dass der vermutlich größte Kickerverein der Stadt, nämlich Orlando City SC, hier seine Heimspiele austrägt. Zumindest… bis der Club in diesem Jahr in seine eigene Sportstätte umzieht.

Doch einsam scheint es in dem Sportkomplex auch dann nicht zu werden, zumal neben Sport- auch Größen aus dem Musikbusiness gern und oft die Hütte voll machen. Und so gaben sich neben den Rolling Stones auch bereits Metallica, Pink Floyd sowie auch der unlängst verstorbene George Michael nicht nur die Ehre, sondern auch die Klinke in die Hand. Und auch… Adam Sandler. Zwar nicht gesangstechnisch, aber zumindest beruflich konnte er vor nahezu zwanzig Jahren den „Citrus Bowl“ als Kulisse für „Waterboy“ gewinnen.

WrestleMania XXIV in Orlando ein Meilenstein

Sie alle aber schafften eines nicht, was der WWE 2008 gelang: nämlich über die Kapazität von 61.348 Leutchen hinauszugehen und einen Zuschauerrekord aufzustellen. Mit offiziell 74.635 Fans war damals didi-mäßig „die Wanne richtig voll“, weshalb „WrestleMania XXIV“ sich in den Annalen der Campingwelt verewigen durfte. Das durften sich an diesem Abend dann auch einige andere: in negativer Hinsicht Chavo Guerrero für eines der wohl kürzesten Titelmatches so far, VIP-licherseits Floyd Mayweather, indem er Big Show die Lichter ausboxte, in goldener Weise der Undertaker mit dem von Edge gewonnenen Heavyweight-Titel… sowie schließlich legendär, als Shawn Michaels mit dem Nature Boy Ric Flair sensationell dessen letztes Match bestritt.

Bleibt nur die Frage: bald neuer Rekord? Zumindest liegt die Latte dafür recht hoch - und wurde zudem 2012 noch etwas emporgerückt, als im „großen Stadion-Bruder“ Sun Life Stadium (inzwischen in Hard Rock Stadium umgetauft) zu Miami 78.363 wrestlingbegeisterte Zuseher sich das „Once in an Lifetime“ zwischen John Cena und The Rock bei WresleMania XXVIII gaben. Möglich wäre eine neue Bestmarke auf alle Fälle, denn seit damals wurde das Stadion nochmals umgebaut und renoviert, so dass mit Sicherheit eine neue Zahl entstehen dürfte. Wo diese aber liegen wird, werden wir demnächst erfahren - denn das liegt in den Händen der Stamford-Company.

In diesem Sinne: Visit Florida!

... und damit haben wir es geschafft. Das letzte Kalendertürchen ist geöffnet und die Weihnacht kann kommen. Dies natürlich in der vagen Hoffnung für alle Fans und Leser dieses Online-Kalenders, sofern sie nicht an den drei besinnlichen Tagen werktätig sind. Und wenn doch - seid ihr zumindest in guter Gesellschaft, denn den WWE Superstars geht es vielfach nicht anders, wenn Ebeneezer McMahon seine Buben und Mädels auch dann antreten lässt. Aber tief im Inneren lässt auch das hohe Fest die Company nicht gänzlich kalt, was sich an den vielen unterschiedlichen Varianten zeigt, wie man Wrestling und heilige Nacht sinnvoll miteinander verbinden kann. Genie und Wahnsinn gaben sich da über die Jahre oft die Klinke in die Hand. Zeit also, einmal Resümee zu ziehen, was Stamford uns über die Jahre so alles serviert hat. Daher - anlässlich 2016 - 16 Momente stiller bis rustikaler Besinnlichkeit…

16.) The Christmas Creature (1992)

Glen Jacobs ist über die Jahre betrachtet ein vielseitiger und gestandener Akteur der WWE, welcher der Company bereits lange angehört. Bevor er aber mit Kane sein wohl erfolgreichstes Gimmick mehr als eine Dekade ausleben konnte, bedurfte es einer charakterlichen Findungsphase seitens des Arbeitgebers. Denn zuvor versuchte er sich als Unabomb, Frankenstein-Zahnarzt Isaac Yankem DDS oder als Diesel-Kopie. Und es gab noch eine Gimmick-Ausgeburt, über die der Veteran vermutlich lieber den Mantel des Schweigens decken möchte. Anfang der 1990er in der USWA war es, als in einer Weihnachts-Ausgabe plötzlich eine hochgewachsene Mischung aus Mumie, Grinch und Weihnachtsbaum angedackelt kam, um sich mit den Fans sowie Santa Claus anzulegen - und nebenbei einen Jobber zu squashen. Die Creature kam nicht wirklich gut an - zumal ein solches Gimmick wohl nur einmal im Jahr funktioniert hätte. Zum Glück brachte Jacobs eine andere Maske Jahre später mehr Glück und Ruhm.

15.) Xanta Claus (1995)

Und noch eine Gimmick-Idee, die vermutlich nur an Heiligabend wirklichen Impact hervorgebracht hatte: 1995, also in einer für die WWE relativ mauen Zeit, versuchte man das Möglichste, um den Kader breiter und qualifizierter aufzustellen. Eine Variante war die Verpflichtung des unlängst verstorbenen Balls Mahoney: an sich eine gute Sache, da er als Jobber die Federation schon kannte. Was die Ausrichtung anging - tja, hatte man dann aber kreativ am Ziel vorbeigearbeitet. Grundsätzlich ist die Idee ja schön, mit Xanta Claus einen bösen Bruder des Weihnachtsmannes zu präsentieren, der die Geschenke lieber mopst. Die Umsetzung haperte allerdings an zweierlei: zum einen (wie schon geschrieben), dass Weihnachten halt nur einmal im Jahr ist, und zweitens, dass die Fans den späteren Testikel-Fan nicht als Bad Santa sehen wollten. Und so war nach einigen Auftritten schon Schluss - was bleibt, ist ein recht nettes „In your House“-Segment mit Savio Vega und dem Million Dollar Man als Xanta-Strippenzieher.

14.) 12 Divas Jingle Bell Match (2003)

Vor der großen Damen-Revolution in der WWE wusste diese mit den ringenden Ladys eigentlich kaum etwas anderes anzufangen, als sie ihre körperlichen Attribute und Talentansätze präsentieren zu lassen, sie an die Seite von Superstars zu stellen oder ihnen die Möglichkeit zum gemeinsamen Bad in Schokoladenpudding, Wasser oder sonstigen Mischungen derlei Konsistenz einzuräumen. Manchmal erlangten sie gar mit Flatulenz kurzzeitige Berühmtheit, ehe man die Zeichen der Zeit erkannte und mit „Total Divas“ seine eigene Big-Brother-Variante auf den Markt warf. Zur Weihnachtszeit anno 2003 versammelte die Company dann alle Ladys im Ring, dresste sie zu sexy Weihnachtsfrauchen auf, integrierte noch Scream-Queen Vickie Guerrero und erlaubte den Damen, mal wieder das zu tun, wofür sie einmal engagiert wurden: zu fighten. Dieses Multimen Match zählt dabei mit zu den besseren aus der Rubrik „Santa’s little helpers“. Da haben dann… im wahrsten Sinne des Wortes die Glocken geläutet.

13.) Alberto del Rios besinnliche Fahrstunde (2012)

Manchmal ist es sehr einfach, jemanden bei den Fans in negativer Hinsicht over zu bringen. Der gute Dos Caras jr. konnte Ende 2012 ein Lied davon singen: Da will er schon standesgemäß zum Ring gefahren kommen, um die Fans mit seiner Anwesenheit zu beehren - als die kurze Fahrt ein abruptes Ende aufgrund eines kleinen Zusammenpralls findet. Dumm nur, dass es sich bei der angefahrenen Person um den Weihnachtsmann gehandelt hat, der just in dem Moment die Zuschauer mit Geschenken bedachte. Was folgte, war eigentlich ein unfreiwilliger Stummfilm, der keinen Text benötigte: Del Rio stand einfach nur da und war sichtlich geschockt, sein Sidekick Ricardo Rodriguez salbaderte pausenlos auf ihn ein und der gute Santa wurde verarztet. Feelgood-Moment dann zum Schluss, als Mr. Claus auf der Trage wie weiland Jackie Chan den Daumen hob und wie nochmal weiland Arnie damit „I’ll be back!“ ausdrückte. Tja, so kann man vor allem die kindlichen Fans gegen sich aufbringen. Die Erwachsenen in Form des Lockerrooms auch, welche Zeter und Mordio schrien. Die Strafe folgte dann später: in einem „Miracle on the 34th Street“-Fight gegen John Cena.

12.) It’s Stunning Time all over the world… (1997)

Kein WWE-Evergreen hat über die Jahre so viel die Runde gemacht wie Steve Austins Ablieferung seines Finishing Moves gegen jede nur mögliche Person. Und auch zur Weihnachtszeit ließ er es ordentlich klingeln - meist mit den Köpfen der Gegner. Sein Lieblingsziel war dabei stets Boss Vince McMahon persönlich. Gegen den verhassten Firmenchef zog es immer die meisten Pops, wenn die Rattlesnake diesen in die Horizontale schickte. Besonders anlässlich der weihnachtlichen „Tribute to the Troops“-Shows brachte das den größten Jubel hervor. Aber auch der Weihnachtsmann selbst blieb nicht verschont. Darauf einen Weihnachts-Beer Bash…

11.) Christmas Sing-a-long (2012)

Zum Fest der (Nächsten-) Liebe gehören seit jeher Weihnachtslieder wie der Amaretto zum Glühwein. Das weiß ein jeder, der um diese Zeit mit Hausmusik in Berührung gekommen ist. Bei den Briten und Amis sind Weihnachtsgesänge noch hergebrachter und beliebter - und das weiß ein jeder, der Christmas-Episoden von US-Serien zu sehen bekommt. Die WWE hat vor vier Jahren versucht, dieser Tradition auf ihre eigene Weise zu huldigen. Das letztliche Ergebnis… war ganz neckisch anzuschauen, wie der damalige Kader sich in einer leeren Halle versammelt, um zur Melodie von „Jingle Bells“ und dem Taktstock eines John Cena seinem Gimmick entsprechend einen etwas abgeänderten Text zu trällern. Ein DSDS-Niveau sollte man aber nicht erwarten - manchmal schon eher Supertalent-Vorrunde …

10.) Good Santa vs. Bad Santa (2013)

Wie man bereits anhand Platz 13 feststellen konnte, geht der Weg zu ordentlich Festtags-Heat meist über Kinder. Und wenn man gerade kein Auto parat hat, wirft man sich ins rote Kostüm, mimt charakterlich den Grinch und versucht auf diese Weise Weihnachten zu retten. So geschehen Ende 2013, als Damien Sandows Karrierehoch gerade auf dem absteigenden Ast war. Allerdings schaffte er es wie immer formvollendet und ausdrucksstark, einem kleinen Mädchen das Geschenkefest ein wenig zu vermiesen. Grund genug für den Positiveren im Santa-Claus-Kostüm (in dem Fall Mark Henry), dem Einhalt zu gebieten und das negative Ebenbild in die Schranken zu verweisen. Zur Not halt körperlich. Wer diese Auseinandersetzung letztlich gewonnen hat, dürfte klar sein – aber ein Evergreen, was das Spiel mit den Massen angeht, ist diese Mini-Fehde allemal.

9.) Ric Flair’s Christmas Party (2001)

In der Weihnachtszeit 2001 kehrte die WWE gerade die Scherben der halbwegs vermasselten Invasions-Storyline zusammen und sammelte sich neu. Da war es geradezu ein Clou, den guten Ric Flair, der immer für eine heiße Promo bzw. das eine oder andere Match gut ist, zurück in die alten Gefilde zu holen. Er schickte sich dann auch an, mit Vince McMahon einen kleinen Machtkampf um die Company zu beginnen. Keine schlechte Idee, wie sich hinterher zeigte – sprang doch so eine mehr als lustige Christmas-Vendetta heraus, wer von beiden denn nun die bessere Weihnachtsparty schmiss. Und es dürfte ein offenes Geheimnis sein, dass da Spaßbremse Vinnie Mac deutlich den Kürzeren zog. Schließlich waren auch Naitchs Gäste illuster: Tajiri als Santa Claus versuchte sich ebenfalls am christlichen Fest wie ein damals noch maskierter Kane, der von Edge und Albert geschmückt und auf die Feiertage eingestimmt wurde (was aber nur mäßig gelang). Höhepunkt neben einem gut aufgelegten Big Show war aber Steve Austin: Die Rattlesnake verzichtete zwar auf die übliche Bierdusche nebst Stunner-Parade und schmiss stattdessen ein paar Dosen Steve-Wiser in die Runde. Wie heißt es so schön: It’s the most wonderful time of the year…

8.) X-Mas-Time with Bobby & Gorilla (1980er)

Die Feder ist manchmal mächtiger als das Schwert. Und manchmal braucht man halt auch im Wrestling keine knallharten Fäuste und Suplessen, sondern trägt salonfähige Zwistigkeiten verbal und mit gepfefferten Dialogen aus. So etwas hat man hier und dort schon unzählig und zwischen verschiedensten Duos erleben können: Schmidt und Pocher, Gottschalk und Jauch, Siskel und Ebert, Herricht und Preil, Hoeneß und Daum, Merkel und Seehofer… und in der WWE kam über lange Jahre nichts an Gorilla Monsoon und Bobby Heenan vorbei. In der 1980er-Jahren führten diese durch die Sendung „Prime Time Wrestling“ und ließen (wohlgemerkt gespielt und nach Skript) kaum ein gutes Haar am jeweils anderen. Das Ganze aber stets mit spitzer Zunge, ohne schwere Beleidigungen und dafür mit ordentlich doppelbödigem Witz. Und genau in derartiger Weise spielten sich beide in einer Weihnachtsausgabe die Bälle zu und sorgten so dafür, dass das gezeigte Wrestling mal zur Nebensache verkam. Well Dunn - ach nee, das waren ja andere…

7.) Ebeneezer Piper (1985)

Eine der beliebtesten Weihnachtsgeschichten ist zweifelsohne Charles Dickens' „Christmas Carol“, welche vom Festtagshasser Ebeneezer Scrooge berichtet und wie ihm die Geister von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht nur den Sinn der Weihnacht näherbringen, sondern auch die damit verbundenen Tugenden wie Güte und Nächstenliebe. Ende 1985 adaptierte die WWE ihre eigene Version der legendären Erzählung – mit vergleichsweise kostengünstiger Dramaturgie. In der kurzlebigen WWE-Nighttalk-Variante „Tuesday Night Titans” gab man ausgerechnet “Rowdy” Roddy Piper den Part des Feiertagsverweigerers und ließ ihn in Nachthemd und Zipfelmütze geisterhaften Besuch bekommen. Auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt die ideale Besetzung – aber wer den Hot Rod und seine Vorliebe für Weihnachten kennt, der nimmt das gerne in Kauf. Kurz gesagt: ein kurzweiliger Spaß.

6.) Die Anderthalbwoche mit The Rock (2001)

Wo wir vorhin beim traditionellen Singen waren: Da hat jeder mit Sicherheit so seinen eigenen Geschmack – und jedes Land so seine jahreszeitlichen Evergreens. Was den Deutschen ihr „Tannebaum“ sind den Engelländern ihre klingenden Glöckchen. Und die Leutchen von über dem großen Teich? Die zählen sehr gerne singend die zwölf Festtage von Weihnachten bis Heilige Drei Könige herunter. Bei den Amis sehr beliebt, kennt die „Twelve Days of Christmas“ hier kaum jemand. Natürlich hat das auch die WWE aufgegriffen und ließ über die Jahre verschiedenste Superstars den Zwölfer-Countdown trällern. Dabei gaben sich gute wie schlechte Versionen stets die Waage – aber die Jungs und Mädels haben ja einen anderen Job als eine musikalische Verewigung. Das Internet wimmelt vor verschiedenen Versionen davon – eine der gelungensten hat freilich der gute Great One anno 2001 rausgehauen. Ruhig mal anschauen!

5.) Im Keller mit dem Weihnachtsmann (1999)

Manchmal ist es halt so: Richtige Weihnachtsstimmung möchte nicht so recht aufkommen – vor allem dann, wenn einen nervige Verwandte mit Anwesenheit beglücken. So oder ähnlich erging es storylinemäßig Zuschauern und dem Großteil des WWE-Kaders, als Ende 1999 Stephanie McMahon erstmals richtig mainstreamtauglich ihren Vater hinterging, sich Triple H anschloss und das McMahon-Helmsley-Regime deklarierte. Da passte es gut, dass gerade Weihnachten war und das Pärchen seine Backstage-Macht in voller Wonne auskosten konnte. Einer der Leidtragenden war Mick Foley als Mankind, den die beiden besonders hart zu piesacken versuchten. Und anlässlich der heiligen Nacht verdonnerten sie den Familienvater dazu, den Weihnachtsmann in einem Boilerroom Brawl zu fordern. Doch Foley weigerte sich vehement und ließ den guten Santa Claus in Ruhe. Von Frieden war aber kurz darauf nichts mehr zu spüren, da gleich ein halbes Dutzend Claus-Kopien in roter Kluft nacheinander erschienen und dem guten Mick, der sich noch beherzt wehrte, offensichtlich mittels Fäusten die Weihnachtsbotschaft schlagfest vermitteln wollten. So hatte Mankind letztlich keine Chance und musste sich den kostümierten New Age Outlaws geschlagen geben. Sozusagen: Season Beatings.

4.) JeriShow’chen und die Weihnachtswichtel (2009)

Es war einmal vor langer Zeit, genauer gesagt vor nunmehr sieben Jahren, da begab es sich, dass zwei stattliche Athleten eine lange Zeit je einen goldenen Gürtel tragen durften. Und dies, obwohl der blonde Jüngling und der Riese eigentlich aus zwei verschiedenen Sendungen stammten. Nachdem sie so eine ganze Zeit lang regiert hatten, machten ihnen urplötzlich zwei volksnahe wie listenreiche Spaßmacher ihre güldenen Insignien streitig. Alle vier besiegelten daraufhin, die Angelegenheit ehrenhaft auf einem namhaften Schlachtfeld zur Primetime auszufechten, wobei die Spaßmacher letztlich den Sieg davontrugen. Für die Athleten eine traurige Zeit – zumal ohne ihre Gürtel jeder wieder in sein eigenes Reich zurückkehren musste. Der Riese war betrübt, doch in der Zeit der heiligen Nacht ergab sich gar Wundervolles: Der Weihnachtsmann selbst erschien dem Hünen und fragte nach dessen größtem Wunsch. Dieser wollte nur eines – nämlich seinen Kameraden wieder an seiner Seite haben. Da ließ der Weihnachtsmann seine Zauberkräfte walten und, bevor er den Wunsch vollständig erfüllen konnte, machte ein Zwerg, der mit den Spaßmachern sympathisierte, der Zeremonie ein jähes Ende. Es kam zu einem weiteren kleinen Gefecht, bei dem sich die Athleten (nun wiedervereinigt) wacker und siegreich schlugen. Tja – und wenn sie nicht gestorben sind… kommt und geht der eine sowie turnt der andere Jahr für Jahr…

3.) Achtung, jetzt kommt ein Cartoon! (2014)

Auf Platz 11 hatten wir ja bereits eine lustige Runde Weihnachtsgesänge – und wie gesagt: Es sollte auch nicht die Letzte sein. Zwei Jahre nach diesem Versuch startete Stamford einen weiteren Versuch, Fans und Zuschauer zum festtäglichen Karaoke-Schmettern zu bewegen. Und man muss klar sagen: diese Version ist noch besser. Waren damals nur Einleitung und Abblende mit Zeichentrick bebildert, verzichtete man diesmal ganz auf reale Akteure und ließ den Kader als stylische Comic–Truppe auftreten. Das sah nicht nur witzig aus, sondern bot handlungstechnisch auch viel mehr Möglichkeiten, beispielsweise im Falle der ausgeladenen Triple H und Stephanie, diese bei ihren mehrmaligen Eintrittsversuchen à la „Kevin allein zu Haus“ zu malträtieren. Dazu erzählt eine inhaltlich angepasste Version von „It’s the most wonderful time of the year“, wie die einzelnen Superstars gimmickmäßig die Feiertage verbringen. Gönnt euch das mal!

2.) Lauschet und höret die Stimme (2011)

Die besten Weihnachtsgeschenke, wenn man denn das Fest der Liebe am Materiellen festmachen will, sind immer die, die einen Herzenswunsch erfüllen. Und den wohl Schönsten bekam der kleinste Superstar in Reihen der WWE vor inzwischen sechs Jahren: Hornswoggle konnte und durfte endlich sprechen. Das Ganze als Rahmenhandlung eines weihnachtlichen Sketch-Segments, der viele Mitwirkende hatte: angefangen von Ricardo Rodriguez, der beim Flirt mit den Bellas nicht so recht vorankam, bis hin zu den seligen „Rowdy“ Roddy Piper und Dusty Rhodes, wobei Ersterer aus seiner Weihnachtsbegeisterung angesichts des auftauchenden Santa Claus keinen Hehl machte. Aber Star des Ganzen war klar der „McMahon-Abkömmling“, der seine neue Gabe allen Kund tat und sich mit Vickie noch ein „Excuse me!“-Duell lieferte. Und als am Schluss dann noch Mick Foley auftauchte und verwirrt nach den Geschehnissen fragte – das rundete diese Nummer formvollendet ab.

1.) Happy DX-Mas! (1997 - 2009)

Tja, wer sonst außer DEN zwei unterhaltungstechnischen Glanzlichtern der Attitude-Ära könnte diese Auflistung krönen: Shawn Michaels und Hunter Hearst Helmsley. Showmäßig konnte den Meistern der D-Generation X kaum einer das Wasser reichen und zum Glück, sollten man meinen, haben sie ihren spritzbübisch-anarchischen Humor über die Jahre bewahrt, sodass uns immer wieder ihre Auftritte ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben. Und zum Glück, sollte man ferner meinen, haben sie dabei auch inhaltlich eine Evolution durchgemacht: vorbei die Anfangstage mit Stripshows, weißen Ritzenflitzern und weihnachtlichem Gemächtschutz – in jüngeren Jahren haben sie, obwohl selbst ein Parodie, um die Weihnachtszeit die stereotypen Verkaufsshows ihrer Heimat durch den Kakao gezogen und präsentierten mit Augenzwinkern konzerneigenen Merchandise – natürlich mit feinstem schauspielerischem Overacting. Ein herrlich lustiger Blödel-Quatsch, in den sich zusätzlich noch Hornswoggle mit eingeschlichen hat… und somit in beiden Topspots präsent ist. Tja, da haben HBK und Trips sinngemäß das Nachsehen – im Clip übrigens auch…

Und damit endet der diesjährige Clothesline.eu-Weihnachtskalender. Wir, das Team der Website, möchten uns an dieser Stelle sowohl bei allen Mitwirkenden hier bedanken als auch bei Euch, den Lesern, für die Treue. Wir wünschen Euch auf diesem Wege ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben. Merry Christmas!

Wrestler müssen begnadete Entertainer sein, denn sonst wären sie nicht halbwegs authentisch: dieser Spagat zwischen physischer Leistung, schauspielerischem Talent und dem Spiel mit den Massen gelingt mit Sicherheit nicht jedem, aber einige bestehen diese dreiteilige Balance mit Bravour. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass gerade diese Superstars nicht nur mit einer treuen Fanbase und der einen oder anderen Championship belohnt werden, sondern manchmal auch per Anruf aus Hollywood. Die Traumfabrik hat schon seit Jahrzehnten erkannt, dieses Talent für sich zu nutzen - und so konnten wir den einen oder anderen Ring-Athleten schon auf der Kinoleinwand bewundern. Und da gab es nicht wenige Beispiele.

Zeit also für das inzwischen 20. Kalendertürchen, mal für euch einen Blick auf diese illustren Blockbuster-Ausflüge zu werfen und wer mit seinem Zutun mehr oder weniger dafür gesorgt, dass es wirklich ein solcher Straßenfeger wurde. Beispiele gibt es zuhauf an dieser Stelle, daher beschränken wir uns heuer passend auf eine Top 20 derartiger Ausflüge mit dem Richtwert der Ratings laut größter Internet-Kinoseite: IMDB.com. Auf diese Weise umgeht man einerseits, dass die nachfolgende Auflistung nur mit Machwerken großer Promotions und deren Zelluloid-Nebenbranche gefüllt wird (somit bye-bye an etwa „Shadow Warriors“ und „The Marine“). Andererseits beschränkt sich diese Top 20 auf Spielfilm-Produktionen, weshalb zum Beispiel „Beyond the Mat“ trotz hohem IMDB-Rating (7,6) hier unerwähnt bleibt. Und um es gleichmal vorweg zu nehmen: Die „üblichen Verdächtigen“ stehen dabei vielleicht nicht derart hoch, wie manch einer eventuell erwarten würde…

Leider knapp gescheitert: MacGruber (IMDB-Rating: 5,5)

Ich möchte diesen Kandidaten nicht ungenannt lassen: Wer ein Fan der 80er-Ikone MacGyver ist und zudem auf den manchmal recht zweischneidigen Humor der Amis steht, der dürfte mit dieser Persiflage auf den Vokuhila-Improvisationskünstler bestens bedient sein. „Saturday Night Live“-Comedian Will Forte gibt das etwas linkische Abziehbild mit Bravour, wenngleich die Komik in dieser verfilmten Sketch-Nummer oft sehr derb daherkommt. Als Beispiel sei nur der Name des von Val Kilmer gespielten Erzfeindes „Dieter von Cunth“ genannt - ich übersetze das jetzt mal lieber nicht… Für Wrestling-Fans allein ist eine recht kurze Zeit im Streifen interessant, als MacGruber sein Team rekrutiert: das nämlich ausschließlich aus WWE-Superstars besteht. So geben sich Chris Jericho, The Great Khali, Kane, Mark Henry und MVP ein kurzes Stelldichein - der Grund, warum sie das Filmende nicht erleben, ist einer der besseren Gags des Films. Grundsätzlich gehört auch Big Show zu der Truppe, allerdings sortierte MacGruber diesen in einer ebenfalls sehr amüsanten Szene schon vorher aus. Ganz nett, ganz kurzweilig - aber das war es dann auch schon. Ein Film wie Tischfeuerwerk (aus Kaugummi und Büroklammer): effektvoll, aber brennt sein Feuer schnell ab.

20.) Vorhof zum Paradies (5,8)

Ein etwas untergegangenes Frühwerk von Superstar Sylvester Stallone, dem zwei Jahre zuvor mit „Rocky“ der Durchbruch gelungen war. Sly, der auch Regie führte, spielt dabei einen von drei Brüdern, die im New Yorker Stadtteil Hells Kitchen (also da, wo Stallone ebenfalls herstammt) der 1940er-Jahre versuchen, mit Wrestling ihr Glück zu machen. Und schon… ist man im Metier. Daher lag es für Sly nicht fern, Leute aus der Materie für die Authentizität zu engagieren. Und so tummeln sich in den Nebencasts heutige Routiniers und Hall of Famer wie Ted DiBiase, die Funk-Brüder Terry und Dory jr., Dick Murdoch und Haku. Wirklich zur Mainstream-Tauglichkeit beigetragen hat das aber nur mittelbar. Grundsätzlich schlecht ist „Paradise Alley“ (so der O-Titel) aber nicht.

19.) Legendary (6,3)

Ohne die Nennung von durch WWE oder WCW mitproduzierten Streifen kommt auch dieser Countdown nicht aus. Stellvertretend für die konzerneigenen Machwerke à la „Knucklehead“, „Chaperone“, „McCinsey’s Island“ und Konsorten sei hier eine vergleichsweise Sternstunde herausgepickt, die mal nicht mit Komik zu bestechen versucht. Nicht ganz ohne Pathos, aber mit genügend Tiefgang wird ein Familiendrama dargeboten, in welchem Baby-Babyface John Cena den mürrischen Ringer-Bruder des Helden mimt. Und man muss sagen: er macht seine Sache neben „Lethal Weapon“-Star Danny Glover gar nicht mal so schlecht. Klar ist auch eine ordentlich weichgespülte und auf ein Happy End ausgelegte Handlung inklusive - aber die hat man auch schon schlechter erlebt. John Cena… was here - und das war ganz gut so.

18.) Spiel ohne Regeln (6,4)

Einige hätten diesen Streifen vielleicht weit höher erwartet. Ich ehrlich gesagt auch angesichts der Fülle an WWE-Superstars, dem insgesamt gut aufgelegten Cast und einer für die Verhältnisse knallig dargebotenen Story. Aber Rating ist nun mal Rating… nichtsdestotrotz ist das Remake von „Die härteste Meile“ mit Burt Reynolds, der zudem auch hier mit auftritt, stets ein Garant für gepflegte Testosteron-Unterhaltung: Adam Sandler in einem seiner besseren Filme muss als Football-Profi in den Knast und dort zum Willen des Direktors ein Sport-Team aus Mitinsassen formen, dass es mit der u.a. aus Steve Austin, Kevin Nash und NFL-Baddie Brian Bosworth bestehenden Wärter-Truppe aufnehmen soll. Wie es ausgeht, dürfte indes klar sein - auch weil Sandler seinerseits auf Hünen wie Bill Goldberg, Great Khali sowie MMA-Koloss Bob Sapp zählen kann. Daneben werden ordentlich Härte mit vielen guten Gags gepaart wie der männlichen Cheerleader-Truppe oder einem Big Sexy Kevin Nash, der unwissentlich und arzneibedingt in die Wechseljahre fällt. Für mich: ein Film, den man sich immer wieder geben kann.

17.) Rocky III - das Auge des Tigers (6,7)

Wieder ein Sylvester-Stallone-Streifen, diesmal aus seiner Paraderolle als Box-Ikone Rocky Balboa. Freilich musste er in diesem Teil einen Schritt zurückmachen, um sich seinen Biss (hier symbolisch durch das „Auge des Tigers“ dargestellt) zurückzuholen und zwei Schritte nach vorn zu gehen. Aber bis es soweit kam, bestritt Sly alias Balboa noch einige als seicht angesehene Fights. Unter anderem gegen einen Wrestler - und somit kommen wir im Ranking zu dem Mann, der für den konservativen Rest der Bevölkerung wohl das Synonym für Wrestling (oder wie es der Ottonormalverbraucher nennt: Catchen) bildet: Hulk Hogan. Hier nennt sich der Captain der Hulkamania schlicht „Thunder Lips“ - agiert aber im Grunde wie zu seinen besten hüftsteifen Hochzeiten. Ob ihn der Name letztlich zum Titel seiner Serie „Thunder in Paradise“ inspirierte, ist indes fraglich. Unzweifelhaft aber: Hier hat er eine seiner besten darstellerischen Leistungen abgeliefert.

16.) James Bond 007: Spectre (6,8)

Eine alte Filmweisheit besagt: Ein Held ist immer nur so gut wie sein Widersacher. In den knapp über 100 Jahren Filmgeschichte hat dies keine Filmreihe so treffend bewiesen wie die über den britischen Topagenten James Bond. Zumindest früher (also bevor der Spion seiner Majestät dank Daniel Craig facettenreicher wurde) bildeten die genialen wie psychisch-labilen Megagangster, besetzt mit den Großen der Filmindustrie, stets den erquickenden Kontrast zum oft eindimensionalen Hero. Salz in der Suppe dieser Soziopathen waren dabei auch immer die oft hünenhaften Handlanger, mit denen sich 007 den einen oder anderen Fight liefern durfte. Und man kann sagen: Wrestler sind dafür die Idealbesetzung, wie weitere Topplatzierungen beweisen werden. Im aktuellsten Streifen der Reihe, welchen der Autor im Übrigen nicht so schlecht sieht wie scheinbar der Rest der IMDBler, macht dabei Dave Bautista alias Batista eine mehr als eindrucksvolle Figur. Nahezu wortlos räumt der zweifache Großvater als Mr. Hinx mit rustikaler Durchschlagskraft auf, drückt Schädel ein und demoliert mit Bond mal eben ein Zuginterieur. Das alles mit der Unverwüstlichkeit eines Richard „Jaws“ Kiel - sowie ähnlich diesem mit der Option einer Widerkehr. Ich sage: von mir aus sehr gern.

15.) James Bond 007: Man lebt nur zweimal (6,9)

Und wo wir schon bei Bond sind, machen wir mit diesem gleich weiter. Wie bereits angeführt reihte sich Batista mit seiner Henchman-Rolle in eine illustre Schar von Kollegen ein, die der halbwegs unkaputtbaren Doppel-Null das Leben schwer machen durften. Im fünften Teil der Reihe… war das aber gar nicht so offensichtlich. Zwar spielte der in Japan und es wäre ein Leichtes gewesen, sich aus der Schar an Puroresu- und Sumo-Stars einige der einheimischen Stars herauszupicken. Doch man entschied sich letztlich für eine halbwegs einheimische Lösung - mit samoanischen Wurzeln. Es ist nur eine kurze Szene, in der Sean Connery alias Bond sich von einem Handlanger des Neben-Bösewichts Osato in dessen Firmenzentrale tragen lässt und diesen dann dort nach hartem Kampf überwältigt - aber wer genau hinsieht, erkennt in dem Angreifer „High Chief“ Peter Maivia. Und damit den Großvater von The Rock, der es später zu noch größeren Filmehren bringen sollte. Maivia auf dem Höhepunkt seiner Kämpfer-Karriere kam augenscheinlich sein halbwegs asiatisches Äußeres zugute wie auch sein Können, da man ihn dann auch gleich mit der Stunt-Choreographie des Films betraute. Eine kleine Rolle vergleichbar, korrekt - dafür aber ein starker Film.

14.) Spiel auf Bewährung (6,9)

Wenn man heutzutage an Wrestling und die Filmindustrie denkt, kommt man unweigerlich an dem Namen Dwayne „The Rock“ Johnson nicht vorbei. Und er hat es schon auf viele gute Kinostreifen gebracht - so wie auch diesen Ausflug ins ernstere Fach, der ähnlich Platz 18 versucht, Knast und Football miteinander zu verknüpfen. An der Seite von Rap-Star Xzibit formen beide aus jugendlichen Straftätern eine Mannschaft, die trotz aller internen Konflikte und Gang-Vergangenheit es schafft, zusammenzuarbeiten und bis ins Meisterschaftsendspiel zu gelangen. Eine gut erzählte Geschichte, die zudem auf Tatsachen beruht.

13.) John Wick (7,2)

Ein unbarmherziger Antiheld, der einen ebensolchen Rachefeldzug gegen einen persönlichen Nemesis und dessen Gauner-Organisation beginnt - irgendwie scheinen „Big Sexy“ Kevin Nash kleine Nebenrollen in solchen Produktionen zu liegen. Und offensichtlich auch Parts, die charakterlich nahe beim Russischen liegen. Nachdem er bereits 2004 in „The Punisher“ (Rating 6,5) einen Killer aus dem Putin-Land verkörperte, ist er in diesem Vendetta-Thriller kurz als Türsteher zu sehen, der den Club eines russischen Gangster bewacht und sogar ein paar derartige Vokabeln nebst entsprechendem Akzent aufsagen darf. Letztlich verschont Keanu Reeves als titelgebender Racheengel das Leben des einstigen WWE- und WCW-Champions. Viele andere Rollen im Film hatten dabei nicht derartiges Glück - trotz allem: toller Streifen.

12.) Spiderman (7,3)

Als Sam Raimi dem legendären Comichelden anno 2002 neues Leben einhauchte, hätte sicher niemand damit gerechnet, dass man zwölf Jahre später bereits die Fortsetzung eines neuerlichen Reboots bewundern durfte. Mit Tobey Maguire in der Titelrolle gelang es, den Spinnenmann sowohl heroisch als auch menschlich-verletzlich darzustellen - und dies mit einer Dramaturgie, die mal erfrischend anders (realistisch) war als das hollywood-typische lineare Modell. Im Film selbst will sich Peter Parker Geld für seine verschuldeten Anverwandten verdienen - und steigt dazu erstmals maskiert sogar mit einem Profi-Wrestler in den Käfig. Und wen sah man da als „BoneSaw McGraw“: den legendären „Macho Man“ Randy Savage. Gegen ihn musste Parker drei Minuten bestehen, was er nicht zuletzt dank seiner erworbenen neuen Kräfte auch schaffte. Wiederum: eine kleine Rolle, wenngleich sie bzw. die Ereignisse für spätere Entwicklungen mehr als wegweisend waren.

11.) Fast & Furious Five (7,3)

Und schon wieder sind wir beim ehemaligen People’s Champion, der oft raten lässt, was er denn in der Küche fabriziert hat. Klar könnte man die Liste mit seinen erfolgreichen Filmen voll machen - beispielsweise mit „Welcome to the Jungle“ (6,7), „Faster“ (6,5) oder „San Andreas“ (6,1). Oder - mit Platz 14... In diesem Fall… beschränken wir uns auf seine wohl erfolgreichste Rolle: als DSS-Agent Luke Hobbs, welcher in der PS-Reihe um Vin Diesel und Paul Walker sich inzwischen vom Jäger zum (mehr oder weniger) Verbündeten gemausert hat. Alles in allem hat es die auf Auto-Action getrimmte Filmreihe nach einigen Startschwierigkeiten geschafft, mainstreamtauglich und erfolgreich zu werden. So erfolgreich, dass kommendes Jahr der achte Teil starten wird - und der zudem nicht der Letzte ist.

Außerhalb der Wertung: Shrek, der tollkühne Held (7,9)

Halbzeit im Ranking - Zeit für einen kleinen satirisch gemeinten Blick über den Tellerrand. Natürlich hat der Überraschungserfolg des Jahres 2001 keine Darsteller aus dem Squared Circle - dürfte auch schwierig bei einem Animationsstreifen sein. Auf der anderen Seite ist der erste „Shrek“ für den Autor (und vermutlich viele andere) ein steter Garant für einen gelungenen Fernsehabend. Und… er beinhaltet eine Reminiszenz an das Wrestling: Als Shrek und Esel nämlich bei der ersten Audienz mit Lord Farquaad gegen dessen Ritter bestehen müssen - und das Freigatter für die Pferde verblüffende Ähnlichkeit mit dem Arbeitsplatz von Cena & Co. hat. Folglich legt sich der Oger auch entsprechend ins Zeug und schaltet die blechernen Handlanger u.a. per Vertical Suplex, Ankle Lock und Dropkick aus. Für mich eine der gelungensten Szenen des Films - der aber noch viele mehr zu bieten hat.

10.) Sie leben (7,3)

Und damit hinein in die Top Ten - und das mit dem seinerzeit größten Erfolg „Rowdy“ Roddy Pipers in dessen kurzer Leinwand-Karriere. Natürlich lebt der Film von diesem einen legendären Satz über Kaugummikauen und A***-Treten, von Pipers Präsenz und einem guten Drehbuch, das Horror-Altmeister John Carpenter gekonnt umsetzt. Ungeachtet der Tatsache, dass etliche so genannte Kritiker dem Film Mittelmäßigkeit und wenig Tiefgang bescheinigen, hat sich „Sie leben“ in der Filmgemeinde den Ruf eines Kultstreifens erarbeitet. Zu Recht, wie ich finde…

9.) Der Mondmann (7,4)

Viele Kritiker sind sich einig: Jim Carreys Darstellung des ebenso begnadeten wie anarchistischen Komikers Andy Kaufman zählt zu den besten darstellerischen Leistungen des kanadischen Gummigesichts, der bislang nur durch grotesken Klamauk-Comedy von sich reden machte. Ein Teil von Kaufmans bewegtem Leben, das hier dargestellt wurde, nahm auch das Wrestling ein, wobei der Comedian ausschließlich gegen Frauen antrat und diese hart zu Boden rang… bis ihm Jerry „The King“ Lawler endlich Einhalt gebot. Das Ganze war der Startpunkt einer jahrelangen und in den Medien ausgetragenen Rivalität - die sich letztlich aber als abgesprochenes Schauspiel zwischen beiden herausstellte. Und da der „Burger King“ faktisch noch genau so aussah wie anno dazumal, spielte Jerry in dem Biopic sich einfach mal selbst. Sowohl schauspielerisch als auch aktiv ein Clou, denn in den filmischen Wrestling-Szenen war Lawler mit seiner ganzen Erfahrung eine Stütze für Carreys Agieren im Ring.

8.) Stirb langsam - Jetzt erst recht (7,6)

Bruce Willis in seiner Paraderolle als ungewollte urbane Abrissbirne: Nachdem ihm zweimal Weihnachten fast versaut wurde, spielte sich das Ganze diesmal im Sommer ab und war mal nicht örtlich begrenzt. Nicht die einzige Neuerung für die Kinozuschauer - vor allem die Deutschen mussten sich einmalig umgewöhnen, dass Willis wie Stallone bzw. Schwarzenegger klang. Das Einzige, was man vom Urkonzept aufgriff, waren die deutschen Terroristen - mal ganz abgesehen davon, dass das, was die Jungs da im Original mundartlich von sich gaben, dem Begriff radebrechen ganz neue Dimensionen eröffnete. Sogar ein Finne musste sich da mit teutonischen Vokabeln herumschlagen: nämlich Tony Halme alias Ludvig Borga. Seine Filmminuten waren dabei gefühlt ebenso kurz wie vergleichsweise seine Wrestling-Karriere in der damaligen WWF. Unerwähnt wollen wir es trotzdem nicht lassen - denn wie man 2013 feststellen durfte: Es gab weitaus schlimmere filmischen Versionen, langsam zugrunde zu gehen…

7.) James Bond 007: Goldfinger (7,8)

Und 007 zum Dritten: mit DEM Streifen und DER Blaupause für einen Bösewicht-Handlanger schlechthin. Über die Story des goldverliebten Edelmetall-Fanatikers Auric Goldfinger, dem Bond sich zwecks Verhinderung atomarer Verseuchung der Fort-Knox-Goldreserven entgegenstellt, muss man eigentlich kein Wort verlieren. Gleiches gilt für Obbjob, den wortkargen Koreaner mit dem rasiermesserscharfen Wurf-Zylinder. Dabei steckte in dem Anzug mit Hochwasser-Hosen ein amerikanischer Profi-Wrestler: der japanisch-stämmige Olympia-Gewichtheber Harold Sakata war vor seiner kurzen Filmkarriere nämlich auch im Squared Circle zu Hause und hielt in mehreren nordamerikanischen Ligen Champion-Titel, vorrangig im Tag-Team-Bereich. Doch seine Berühmtheit rührte zeitlebens von seiner einen Rolle her, in welcher er (laut „Making of…“) ganz anders als sein Oddjob-Part war und peinlichst genau darauf achtete, Sean Connery und die anderen Mitwirkenden möglichst nicht zu verletzen. Ganz der Ringprofi halt.

6.) Ed Wood (7,9)

Platz 6 ist ein weiteres Biopic und setzt dem menschgewordenen Inbegriff des Wortes „Trash“ ein Denkmal. Vorrangig in den 1950ern stellte Ed Wood, hier genial von Johnny Depp verkörpert, B-Movies in derart billigster Machart her, dass einem vergleichsweise manche deutsche TV-Movies wie ein hollywoodistischer Quantensprung vorkommen. „Plan 9 aus dem Weltall“ kann man als Inbegriff von Woods damaligem Lebenswerk bezeichnen. Dessen einzige Trümpfe bestanden dabei in der halbwegs noch berühmten ehemaligen Horror-Ikone Bela Lugosi (dargestellt von Martin Landau, der dafür einen Oscar erhielt) oder dem hünenhaften schwedisch Ex-Wrestler Tor Johnson. Und für letztere Verkörperung nahm Regisseur Tim Burton dann halt ebenfalls einen Wrestler. In dem Fall WWE Hall of Famer George „The Animal“ Steele: ein Business-Urgestein, das bis heute bei den großen Promotions noch hier und da präsent ist. Sein Part war für die Gesamthandlung vergleichsweise klein - aber das galt auch für Johnson damals bei Wood. Somit hat sich auch beim Dreh der Kreis geschlossen.

5.) The Wrestler (7,9)

Und es geht weiter mit einem preisgekrönten Streifen. Zwar hat es „nur“ für Golden Globe und den Goldenen Löwen gereicht, doch die Oscar-nominierte Pseudo-Biographie über die Schattenseiten des Showkampf-Zirkus ist sehr bewegend, kommt über die Stars authentisch rüber und hat (zumindest kurzzeitig) dafür gesorgt, dass man das Thema Wrestling auch einmal für Normalbürger von der üblichen Schwarz-Weiß-Malerei abhob. Raubein Mickey Rourke ist, obwohl nicht mal erste Wahl, dafür faktisch eine Idealbesetzung - schaut man einmal sein reales Leben an. Tja, und wo Wrestling draufsteht, sollte man natürlich auch richtige Wrestler verpflichten - was man auch tat. ROH- und CZW-Fights werden gekonnt in die Rahmenhandlung eingebettet, so dass man Austin Aries, den Blue Meanie, Nigel McGuinness oder Europa-Export Claudio Castagnoli (alias Cesaro) bewundern darf. Und im eigentlichen (filmischen) Hauptfight tritt Rourke gegen den Ayatollah an… hinter dem sich zwar kein Chris Jericho verbarg, aber mit Ernest „The Cat“ Miller zumindest jemand, der dereinst mal bei der WCW recht aktiv war.

4.) Mad Max: Fury Road (8,1)

Wenn man nicht mehr weiß, was man machen soll… gibt es halt Aufgewärmtes. Diese kulinarische Binsenweisheit kann man genauso gut aufs Filmgenre ummünzen, wenn Hollywood und Co. mal wieder der Drehbuchstoff ausgeht und man daher alte Klassiker recycelt. Das kann gut gehen, manchmal erleidet man aber auch Schiffbruch. „Fury Road“ als inzwischen vierter Teil der Dystopie-Reihe bildet da zum Glück eine positive Ausnahme. Und so brachte Regisseur George Miller zwar statt Mel Gibson Tom Hardy, würzte nach dreißig Jahren das Franchise aber mit sehenswerter Action und Handlung auf. Lohn des Ganzen: sechs Oscars! Bleibt die Frage: Wo ist der Wrestling-Bezug? Der kommt, wenn auch etwas entfernt, besieht man sich einmal Rictus Erectus, den Handlanger von Gegenspielerin Furiosa alias Charlize Theron: Ja, das ist Nathan Jones, der u.a. anno 2003 mal bei der WWE angestellt war. Und man kann auch bei ihm sagen: Seine Kino-Karriere von „First Strike“ (6,6) über „Revenge of the Warrior“ (7,1) bis „Troja“ (7,2) war allemal interessanter und erfolgreicher als das Dasein im Ring. Und das hat er gegen den Verrückten Max mal wieder unter Beweis gestellt.

3.) Demolition Man (8,1)

Wir begeben uns aufs Treppchen und gehen hinein in die Film-Top-3, wobei man sagen muss, dass bereits ab dem vierten Platz des Kandidatenfeld so eng beieinander ist, das faktisch nur noch Nuancen… oder persönlicher Geschmack entscheidend sind. So auch in dem Fall, der stellvertretend für all die Filme des Multitalents stehen, der sowohl in Wrestling-Ring, Parlament als auch vor Kamera und Mikro immer seine Arbeit abgeliefert hat: Jesse „The Body“ Ventura. Ihm nahm man es ab, Federboas zu tragen, über Agent Orange zu reden oder verbal auszuteilen. Aber auch hier muss man feststellen: Schauspielerei und Politik machten ihn weitaus bekannter - wenngleich seine verbalen Entgleisungen als Gouverneur von Minnesota berüchtigt waren. Seine Filmkarriere war dagegen überschaubar - und man fragt sich, warum er mit dieser Minirolle Nennung findet, wo doch seine Parts in Predator (7,8) oder Running Man (6,6) weitaus bedeutender waren. Klare Frage - klare Antwort: Dieser Film ist einfach klasse. Sly als rustikaler Cop in einer anscheinend keimfreien und politisch (manchmal zu) korrekten Welt ist einfach ein tolles Setting. Und wer’s nicht mag - ein Fall für die Spülung. Aber bitte die Muscheln benutzen…

2.) Die Braut des Prinzen (8,1)

Es gibt Filme, deren Ruhm nebst guter Qualität meist von einem berühmten Schlagwort oder -satz herrühren. So zum Beispiel auch: „Hallo. Mein Name ist Inigo Montoya. Du hast meinen Vater getötet - jetzt bist du des Todes.“ Das Ganze am besten mit ordentlich Schmalz und spanischem Akzent verkleidet - so wie seinerzeit seitens Mandy Patinkin. In deutschen Gefilden nicht ganz so bekannt, genießt dieses Fantasymärchen in den USA eine beachtliche Beliebtheit - was sich auch in der Zitierfreude des genannten Satzes bsp. unlängst bei „The Big Bang Theory“ erklären ließe. Der Rest der Geschichte, die von der Liebe des vielseitigen Stallburschen Westley, gespielt von Cary „Saw“ Elwes, zu einer Prinzessin erzählt, ist recht linear: Dieser muss die Holde u.a. aus der Gewalt eines Räubertrios befreien - von denen einer ein hünenhafter Koloss ist. Und wer verkörpert diesen? André René Roussimoff alias der legendäre Andre The Giant. Die Ringkarriere des achten Weltwunders neigte sich aufgrund seines Krankheitsbildes damals (1987) schon fast dem Ende zu - und so versuchte er nach einigen vormaligen TV- und Kino-Ausflügen (u.a. „Conan - der Zerstörer“ (5,8)) es weiter in diesem Metier. „The Princess Bride“ blieb dabei (leider) sein einziger großer Erfolg - dessen Beliebtheit bis heute aber ungebrochen ist.

1.) Guardians of the Galaxy (8,1)

Und damit haben wir einen Sieger: einen charmanten, kurzhaarigen Endvierziger namens David Michael Bautista jr. - dem mehrfachen WWE-Titelträger, der bereits als Bond-Bösewicht im Ranking verewigt ist… damit aber nicht seinen Part als grau-rot-häutiger Drax, der Zerstörer in DEM Sommer-Blockbuster 2014 verdrängen konnte. Mit einem derartigen Erfolg hatte vermutlich nicht mal Marvel seinerzeit gerechnet, denn die actionreiche Space-Opera macht einfach Spaß beim Zusehen und das immer und immer wieder. Zirka 1,8 Millionen deutsche Kinogänger haben das bestätigt. Und endlich, möchte man sagen, gibt es kommenden März die langersehnte Fortsetzung - genügend offene Fäden und Handlungsstränge waren ja vorhanden wie mit Star-Lords noch unbekanntem Vater, Thanos und Nebula oder Wiedergeburt des lebenden Baumes Groot (der mit seinem einen Satz für mich einen der besten Kino-Oneliner der letzten Jahre abgeliefert hat). Ein gut aufgelegter Cast, in den Batze sich als Alien mit Metapher-Schwäche bestens eingefügt hat. Man darf daher gespannt sein, wie er sich im kommenden Frühjahr gibt. Der Top-Spot… ist, denke ich, aber mehr als verdient.

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