Montag, 09 April 2018 17:02

WWE WrestleMania 34 im Review: Gut ist nicht gut genug Empfehlung

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Einige gute Matches, eine Reihe von handfesten Überraschungen und die Comebacks von Daniel Bryan und dem Undertaker – WWE WrestleMania 34 hatte so Einiges zu bieten. Darf ich trotzdem enttäuscht sein?

WrestleMania war jetzt nicht wirklich schlecht, Manches war sogar ganz gut. Aber ganz gut... ist mir bei diesem Event und seinen Voraussetzungen zu wenig. Es ist eine Krux mit diesen verdammten Erwartungen! Aber gehen wir die Matches von vorne bis hinten durch: Was war gut, was war schlecht, was überraschte, und was enttäuschte?

Eine Übersicht über alle Ergebnisse von WWE WrestleMania 34 findest du hier.

Intercontinental Championship
Seth Rollins vs. The Miz (c) vs. Finn Balor

Ein Opener, wie man ihn sich wünscht: viel Tempo, Spannung, und drei Teilnehmer, die sich gegenseitig richtig gut aussehen lassen. Am Ende gewinnt Rollins (starker Entrance übrigens!) und steigt mit dem IC-Title-Gewinn in den Kreis der Grand Slam Champions auf. Ich kann vorwegnehmen: Vielleicht das beste Match an diesem Abend – sicher aber das Einzige, an dem ich nur Gutes finde.
Wertung: 8/10

SmackDown Women's Championship
Charlotte Flair (c) vs. Asuka

Das Match war gut. Vielleicht wäre mit einer spannenderen Schlussphase und ein paar mehr Submission-Kontern hinten raus noch etwas mehr drin gewesen. So kam mir das Finish etwas zu schnell, genau wie der Streak-Bruch verfrüht kommt. Es war klar, dass Asukas Undefeated Streak irgendwann enden muss, WrestleMania ist auch nicht die schlechteste Bühne dafür – aber in der tiefsten Undercard? Und dann ohne dass Asuka vorher überhaupt den Gipfel erklommen, sprich den Titel mal gewonnen hat? Da passt was nicht. Und dann zieht auch noch John Cena während der Feierlichkeiten nach dem Match alle Aufmerksamkeit auf sich, als er aus dem Publikum kommend in den Backstage-Bereich rennt, weil der Undertaker womöglich da ist. Ziemlich unfair für die Frauen – auch wenn das Match gut war.
Wertung: 7/10

United States Championship
Bobby Roode vs. Rusev vs. Jinder Mahal vs. Randy Orton (c)

Das Match war jetzt nicht wirklich langweilig, aber eben auch nichts, was wirklich gut wäre oder woran man sich erinnern wird. Das ist halt Undercard. Jinder Mahal als US Champion – das hätte wohl niemand gebraucht. Außer halt der indische Markt, den die WWE mit dieser Entscheidung bei Mania mal wieder umgarnt. Für alle anderen Fans ist das nichts.
Wertung: 4/10

Mixed Tag Team Match
Triple H & Stephanie McMahon vs. Kurt Angle & Ronda Rousey

Zuerst habe ich mich gefreut, dass dieses Match so früh auf der Card steht. Schließlich hat mich der Aufbau null überzeugt. Will die WWE den Fight nun etwa verstecken, dachte ich, weil sie Angst hat, dass er schlecht wird? Zuerst sprach Einiges dafür: Ganz viel lausige Seifenoper für die Casual-Fans, ganz viele Cheap Shots von Stephanie McMahon, und Ronda Rousey mit ein paar unsauberen Moves nach ihrer ersten Einwechslung. Aber dabei blieb es nicht, das war nur Aufbau! Denn das Match nahm dann Schwung auf: Ronda Rousey hatte einige gute Aktionen drauf, das Publikum ging mit wie bei keinem anderen Match, Triple und Stephanie McMahon taten alles dafür, dass ihre Gegenüber „over“ kommen, auch Kurt Angle bekam seine Momente. Das Finish, das gut gemacht war, gehörte dann der MMA-Kämpferin. Erwartungen übertroffen!
Wertung: 7,5/10

SmackDown Tag Team Championship
The New Day (Kofi Kingston & Big E, w/Xavier Woods) vs. The Usos (Jimmy Uso & Jey Uso) vs. The Bludgeon Brothers (Harper & Rowan)

Zunächst mal: Ich habe mich richtig für die Usos gefreut, dass sie endlich ein Match auf der Main Card von WrestleMania bekommen. Doch dann sollte es eines der schwächsten Matches des Abends werden. Es blieb deutlich unter den Möglichkeiten, von den Usos und vom New Day gab es so gut wie gar nichts zu sehen, es wurde die reine Bludgeon-Brothers-Dominanz-Vorstellung. Aber klar, irgendwo muss man bei so vielen Matches auf der Card halt Zeit sparen.
Wertung: 3/10

Singles Match
John Cena vs. The Undertaker

Da hat die WWE wieder ordentlich mit dem Publikum gespielt! Erst kam Cena, doch kein Undertaker. Stattdessen tauchte Elias auf, singt ein bisschen, ärgert ein bisschen, lässt sich ein bisschen vermöbeln. Ich hatte zu dem Zeitpunkt gehofft, dass der Undertaker gar nicht mehr an dieser Stelle auftritt (war ja tiefste Midcard!), sondern höchstens seinen Auftritt für den Main Event ankündigt, oder so. Aber dann... ging es doch los! Der Taker kehrte als Phenom, als Deadman zurück (also nix mit American Badass) – und squashte Cena in nicht mal drei Minuten mit seinem Standard-Repertoire weg. Tja, was soll man davon halten? Wir haben den Taker gesehen, er hat Cena besiegt, das Publikum ist drauf angesprungen. Ist doch alles, was man will, oder? Naja! Als Match kann man es kaum werten, wir müssen es wohl als Bonus sehen, immerhin war dieses Match nicht vorher angekündigt. Das Ganze hat ja auch funktioniert, wie es war. Aber insgeheim haben wir doch alle auf ein großes Legenden-Match gehofft, oder?
Wertung: 5/10

Tag Team Match
Shane McMahon & Daniel Bryan vs. Kevin Owens & Sami Zayn

Das Match beginnt mit einer hinterhältigen Attacke der Heels, Daniel Bryan wird danach das halbe Match behandelt. Was sollte das? Spannung aufbauen vor dem Hot Tag? Ist doch Quatsch – wir haben alle lange genug auf das Comeback gewartet! Aber die WWE hat hier leider ohnehin keinen großen Wert auf Match-Qualität gelegt. Es ist fast beunruhigend, wie belanglos dieses Match bei der eigentlichen Klasse seiner Performer war. Abgesehen von den Yes-Chants war auch das Publikum währenddessen tot, reagierte nicht mal darauf, als Bryan nach Helluva Kick und Pop-up Powerbomb auskickte. Nach einer Move-Reihe von Bryan – die zweite Hälfte des Matches lag Shane unentwegt draußen – war dann plötzlich Schluss. Es ist etwas merkwürdig: Daniel Bryan ist zurück im Ring, aber irgendwie spricht am Tag darauf kaum einer darüber. Das Match selbst hätte da zwingend einen nachhaltigeren Eindruck hinterlassen müssen.
Wertung: 6/10

RAW Women's Championship
Alexa Bliss (c) vs. Nia Jax

Zuerst sah es nach einem Squash aus, dann wurde das Match doch viel länger, als es nötig oder gut gewesen wäre. Denn mit der Länge wurde es auch langweiliger. Immerhin durfte auch Alexa ein bisschen was zeigen. Das Finish war dann ganz gut mit dem Samoan Drop vom zweiten Seil. Nia triumphiert und zeigt echte Emotionen beim Titelgewinn.
Wertung: 3/10

WWE Championship
Shinsuke Nakamura vs. AJ Styles (c)

Dass dieses Match an dieser Stelle der Card kam, versprach richtig viel. Es war der ideale Zeitpunkt für einen Höhepunkt. Und das Match wurde gut. Aber eben auch nur gut. Weit von einem Fünf-Sterne-Match, weit von einem Klassiker entfernt. Dem Duell hat es nicht gut getan, dass ständig währenddessen vom Dream-Match gesprochen wurde. Denn dann hat man immer nur darauf gewartet, wann es denn jetzt richtig anzieht. Es ist schwer zu sagen, was fehlte, aber irgendetwas fehlte. Vermutlich dieses Hineingesaugt-Werden, das große Matches ausmacht. Es fehlte etwas der natürlich Fluss, die ganz große Spannung wollte auch nicht aufkommen. Am Ende stand immerhin ein höchst sehenswertes Finish per Styles Clash. Der Moment of the Night kam nach dem Match: Völlig unerwartet turnte Shinsuke Nakamura Heel und fertigte Styles ab. Wir haben noch nicht das letzte Match der beiden gesehen!
Wertung: 7,5/10

RAW Tag Team Championship
The Bar (Sheamus & Cesaro) vs. Braun Strowman & Nicholas

Ein Kind aus dem Publikum ist Braun Strowmans Tag-Team-Partner. Kreative, unerwartete Lösung, aber insgesamt ziemlicher Nonsens.
Wertung: 1/10

WWE Universal Championship
Roman Reigns vs. Brock Lesnar (c)

Ich weiß, das werden nicht alle so sehen, aber das Beste war: Lesnar schlägt Reigns! Hier hat uns die WWE ganz schön getrollt, alle haben mit einem Sieg des ungeliebten Big Dog gerechnet, wähnten Lesnar schon mit einem Fuß aus der Tür bei der WWE. Doch die mehr als einjährige Titel-Regentschaft des Part-Timers geht weiter! Dumm nur, dass auch Lesnar immer weniger Leute sehen wollen... Das Match war wieder mal nichts als Finisher- und Suplex-Geballer. Klar, besser als Langeweile, aber für einen WrestleMania-Main-Event reicht das dann halt auch irgendwann nicht mehr. Zwischenzeitlich gab es „This is awful“-Chants. Übel auch die heftig blutende Wunde, die Lesnar Reigns zufügte... Es war an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten, wie oft Reigns in diesem Match auskickte. Nach sechs F5s (doppelt so viele wie beim Streak-Bruch gegen den Undertaker) war dann endlich Schluss. Wenigstens einmal gewinnt Reigns so ein Match nicht.
Wertung: 4/10

Fazit

Am mäßigen Durchschnittswert von 5,1 Punkten kann man die Show nicht allein messen. Das Gefühl, das diese Show zurücklässt, ist komplexer. Ich habe Schwierigkeiten, diese WrestleMania einzuordnen. Nüchtern betrachtet waren ja das IC Title Match, Charlotte vs. Asuka und Nakamura vs. Styles gute Matches, das Rousey-Match hat meine Erwartungen sogar klar übertroffen, außerdem sind Daniel Bryan und der Undertaker zurück! Man kann doch zufrieden sein – oder?

Es war so viel Potential da, ich habe mir ernsthaft Hoffnungen gemacht, WrestleMania 34 könnte eine historisch starke Show, vielleicht eine der besten WrestleManias aller Zeiten werden. Wurde es nicht. Styles vs. Nakamura war vielleicht objektiv gesehen okay, blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück. Oder Daniel Bryan und der Undertaker: Eigentlich konnte man ja froh sein, die beiden überhaupt wieder zu sehen. Darf man dann noch weitere Erwartungen stellen? Irgendwie hat mir das reine Da-Sein dann doch nicht ausgereicht. Und so wirken manchmal selbst gute Momente wie Enttäuschungen. Erwartungen sind ein selbstgemachtes Leid...

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Gelesen 332 mal Letzte Änderung am Montag, 09 April 2018 17:51

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