Samstag, 07 April 2018 14:16

100 Prozent Authentizität: Warum ich Ronda Rousey in der WWE feiere Empfehlung

geschrieben von Fred Reisinger
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100 Prozent Authentizität: Warum ich Ronda Rousey in der WWE feiere WWE

Des Öfteren, insbesondere im letzten Monat während der olympischen Winterspiele, stelle ich mir die Frage, wie es sich wohl anfühlt, wenn man in einer Sportart zur Weltelite zählt. Und wie wird es dann erst Ronda Rousey ergehen, die sich nun anschickt, in der dritten Sportart zur Weltspitze zu gehören.

Nach einer äußerst erfolgreichen Judo-Karriere mit dem Höhepunkt einer olympischen Medaille 2008, Titelgewinnen bei den MMA-Promotions Strikeforce und UFC ist sie nun nach langer Vorbereitung doch noch bei der WWE gelandet. Lange habe ich darauf gehofft und spekuliert und beim diesjährigen Royal Rumble war es nun endlich so weit. Ich hatte absolute Gänsehaut, als plötzlich „Bad Reputation“ ertönte.

Viele Zuschauer in der Halle ohne UFC-Wissen erkannten logischerweise nicht, dass dies das Theme Song von Ronda Rousey ist. Ich hingegen machte um fünf Uhr morgens einen Luftsprung vor Freude, war ich kurz zuvor mit Trish Stratus als Nummer 30 des Women's Rumble Matches doch etwas enttäuscht gewesen, dass Ronda Rousey ihr Debüt schon wieder nicht feiern wird.

Ronda Rousey sorgt für unglaubliches WWE-Interesse

Jetzt aber ist sie da! Doch seitdem wird man das Gefühl nicht los, dass Ronda Rousey in bester John-Cena-Manier die Fangemeinde spaltet. Dahingehend sind wir bei Clothesline.eu wohl ziemlich repräsentativ, hat doch Kollege Maik Hanke erst kürzlich die negativen Aspekte angesprochen.

Diese möchte ich nun sehr gerne relativieren bzw. herausstellen, wieso es aus meiner Sicht nahezu gar keine negativen Aspekte gibt. Zunächst kann man festhalten, dass Ronda Rousey ein unglaubliches Interesse unter den Wrestling-Interessierten generiert. Blickt man sich alleine auf YouTube um, so wurden dort die Videos mit Ronda Rousey teils von mehr als fünf Millionen Zuschauern angeklickt.

Vier der fünf erfolgreichsten WWE-Videos der vergangenen 30 Tage handeln von Ronda Rousey. Setzt man diese Zahl in Relation zu den wöchentlich etwa drei Millionen Fans, die sich RAW ansehen, so wird schnell klar, dass Ronda Rousey weitaus mehr als nur die regelmäßigen WWE-Stammzuschauer anspricht. Von millionenfach geklickten Publikationen zahlreicher Non-Wrestling-Medien mal ganz zu schweigen.

Sofern dich diese Zahlen nun überraschend, so ist dies dem einfachen Grund geschuldet, dass MMA in Deutschland maximal eine Nischen-Sportart ist und dementsprechend keinerlei Relevanz in unseren Medien erfährt. Ganz anders in den USA. Dort ist MMA längst erfolgreicher als WWE, und Ronda Rousey war (neben Conor McGregor) DAS Aushängeschild des Marktführers. Dies spiegelt sich auch beispielsweise an ihren zehn Millionen Instagram-Followern. Zum Vergleich: John Cena kommt auf 8,1 Millionen, ein AJ Styles auf „läppische“ 1,6 Millionen.

Ronda Rousey beeindruckt mit ihrer Präsenz

Doch verlassen wir nun einmal die wirtschaftliche Seite der Rousey-Verpflichtung. Für uns Fans zählt schließlich nicht die Geldsumme in der Bilanz, sondern die Qualität im Ring. In ihren bisherigen Segmenten finde ich Ronda Rousey einfach nur beeindruckend aufgrund ihrer physischen Präsenz. Ich würde mir sogar wünschen, dass man sie nicht nur gegen Stephanie McMahon stellt, sondern beispielhaft wie beim Elimination Chamber PPV auch gegen Triple H, als sie diesen durch den Tisch beförderte.

Ich meine, es ist schließlich Ronda Rousey. Die Frau, die über Jahre im MMA dominiert hat, und dementsprechend in einem realen Kampf jeden anderen aktuellen WWE-Wrestler (mit Ausnahme mal von Brock Lesnar) innerhalb von Sekunden den Arm brechen könnte. Leute wie Dana Brooke oder Absolution wirken neben ihr nicht als ernstzunehmende Gegnerinnen, denn man kauft es Ronda Rousey sofort ab, dass sie auch einem Triple H die Stirn bietet. Authentizität ist in meinen Augen ein sehr wichtiger Faktor beim Wrestling, und Ronda Rousey erfüllt diesen zu 100 Prozent.

Natürlich darf man beim Wrestling nicht immer puren Realismus erwarten, doch ich finde, ein Hauch mehr an MMA im Wrestling schadet nicht. In den vergangenen Jahren konnte ich nämlich über nichts mehr den Kopf schütteln, als wenn ein Wrestler den Armbar erfolgreich ansetzen konnte und nichts passiert. Aus einem verdammten Armbar kann man sich nicht befreien. Entweder man klopft ab, oder der Arm ist gebrochen.

Wer es nicht glaubt, der soll sich einige Fights von Ronda Rousey ansehen. Ich bin sehr froh darüber, dass man diesen Fakt bei der Auseinandersetzung mit Absolution hervorgehoben hat. Der Armbar ist Rondas Markenzeichen, weshalb Stephanie McMahon in eben jenem Move bei WrestleMania mit sehr großer Wahrscheinlichkeit abklopfen darf – solange sie anschließend nach wie vor die Gehaltsschecks unterschreiben kann. ;)

Natürlich im ersten Match keine Wunderdinge zu erwarten

Im einem Wrestling-Match darf man sicherlich noch keine Wunderdinge von Ronda Rousey erwarten. Auch wenn sie natürlich einen enormen sportlichen Hintergrund mitbringt und im MMA verschiedene Kampftechniken gefragt sind, ist Wrestling halt doch nochmal etwas ganz anderes. Daher finde ich es auch gut, dass sie nicht sofort in ein „richtiges“ Match geworfen wird, sondern sozusagen das „Celebrity Match“ bei WrestleMania erhält. Sie tritt an der Seite von Kurt Angle gegen Triple H und Stephanie McMahon an.

Doch wie Chris Jericho erst kürzlich in einem Interview erklärte, sprechen mehrere Faktoren dafür, dass Ronda Rousey hart an sich arbeitet, um möglichst bald eine ansprechende wrestlerische Leistung im Ring zeigen zu können. So ist sie bereits seit frühester Kindheit glühender Fan vom Wrestling und bringt daher auch den Willen, Ehrgeiz und vor allem die nötige Leidenschaft mit, um sich in diesem Bereich erneut an die Spitze zu arbeiten. Wer den Weg von Ronda Rousey kennt oder gar ihre Biographie gelesen hat, wird wissen, dass sie mit weniger auch selbst gar nicht zufrieden wäre.

Insgesamt habe ich von Ronda Rousey seit ihrem Debüt exakt das bekommen, was ich erwarten durfte. Sie spielt im Grunde keine Rolle oder Gimmick, sondern sich selbst. Einen Fan des Wrestling-Business, der nun plötzlich in dieser Welt selbst aktiv mitmischen darf und bei WrestleMania das Match mit der größten Aufmerksamkeit worken darf. Ihre an manchen Stellen sichtbare Nervosität lege ich ihr dabei nicht mal negativ aus, denn dadurch wirkt sie nur umso glaubhafter – eben authentisch. Man könnte auch sagen: Sie spielt ihr Gimmick perfekt. Denn wenn man neben den Stars seiner Kindheit steht, dann ist man nun mal aufgeregt.

Etwas schmunzeln musste ich, als Kollege Maik den grimmigen Gesichtsausdruck von Ronda Rousey ansprach. Schmunzeln deswegen, weil dieser Aspekt mir überhaupt nicht aufgefallen ist. Warum? Weil das ihr normaler Gesichtsausdruck vor einem Kampf ist. Man sehe sich einfach ihre Mimik bei den Entrances vor MMA-Fights oder im Octagon an und vergleiche ihn mit dem bei der Auseinandersetzung mit Triple H und Stephanie McMahon. Erkennbarer Unterschied? Fehlanzeige.

Lasst das übertriebene Make-up weg!

Mein einziger Kritikpunkt an Ronda Rousey liegt an ihrem übertriebenen Augen-Make-up. Ich habe keinen blassen Schimmer, warum sie das tut oder mit sich tun lässt. Es passt einfach mal so gar nicht zu ihr. Ich kann echt jedem nur empfehlen, sich einmal ihre Biographie durchzulesen. Ronda Rousey ist in gewisser Weise das Mädchen von nebenan, die sich nach dem Sport mit dir lieber in die Kabine hockt und ein Bierchen trinkt, statt in irgendwelchen Talkshows den Promi-Faktor raushängen zu lassen. Daher kann ich dieses übertriebene und unnatürliche Make-up so rein gar nicht verstehen.

Ich bin auf den weiteren Weg von Ronda Rousey sehr gespannt, es dürften sich so einige interessante Fehden anbieten. Ein Programm mit Nia Jax wäre der nächste und in gewisser Weise auch einzig logische nächste Schritt bei RAW. Dann gibt es noch Charlotte und in etwas weiterer Ferne das große „Money Match“ Ronda Rousey vs. Asuka. Hierfür muss man Asuka lediglich noch einige Monate weiterhin unbesiegt bleiben lassen, schon schreibt sich die Storyline zwischen beiden eigentlich von ganz alleine – Stichwort Royal Rumble 2018.

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Gelesen 419 mal Letzte Änderung am Samstag, 07 April 2018 14:35

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