Freitag, 24 März 2017 09:00

WWE Hall of Fame: Diamond Dallas Page

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"You need to define the moment - or the moment defines you."

Diamond Dallas Page verdient seine Brötchen heute unter anderem als Motivationsredner - und obiges Zitat (welches aus einer Nitro-Show der späten 90er stammt) zeigt ein bisschen, dass er das schon immer irgendwie in sich hatte.

Page wuchs als ältestes von drei Kindern (übrigens deutschstämmiger Eltern) grötenteils bei seiner Großmutter auf, teilweise auch bei seinem Vater, einem Nachtclubbesitzer. Bevor Page mit dem Wrestling anfing, trat er in Daddys Fußstapfen.

Erst im zarten Alter von 32 Jahren (1988) näherte DDP sich so langsam dem Wrestling - wenn auch nicht aktiv. Er managte in der AWA etwa Curt Henning. Drei Jahre später tauchte er schließlich in der WCW auf, wo er zunächst die Fabulous Freebirds managte und schließlich auf Scott Hall traf.  Bis heute gibt Page die Lorbeeren für die Idee zu seinem Gimmick an Hall weiter. Der "Diamond Studd", die erste Inkarnation des Diamond-Dallas-Page-Charakters mit Pornobrille, Zigarre und Glitzerjacke (kaum erkennbare Inspiritaion aus seiner Nachtclubbbesitzer-Vergangenheit erkennbar) ist also, ebenso wie Stings Crow-Gimmick Halls damals permanent volltrunkenem Hirn entsprungen - damit sollte Clausthaler mal Werbung machen.

Bei WCW steiler Aufstieg im zarten Wrestling-Alter

Neben seiner Tätigkeit als Manager versuchte er sich als Kommentator an der Seite von Eric Bischoff. Als Gerüchte im Lockerroom die Runde machten, WCW wolle den Diamond Studd begraben, begann Page, sich dafür einzusetzen, eine Rolle als aktiver Wrestler zu bekommen. Im noch zarteren Alter von 35 Jahren, begann er für seine aktive Karriere zu trainieren. Nach nicht einmal einem Jahr Training debütierte er bereits bei Nitro. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer - Ende 1991 begann Page zu wrestlen, Ende 1992 zog er sich eine schwere Schulterverletzung zu und wurde gefeuert.

Etwas über ein Jahr später kehrte er jedoch wieder zurück und gewann prompt die WCW Televevision Championship. Von da an ging es steil bergauf, wie so vieles in der WCW bleibt bei Page vor allem seine Fehde mit der NWO, speziell mit NWO-Mitglied Randy Savage im Gedächtnis. Page bezeichnet das Programm bis heute als sein Katapult in den Main Event. Bei Spring Stampede gewann er selbigen gegen den Macho Man.

Von da an nahm Pages Karriere richtig Fahrt auf, innerhalb von gerade einmal drei Jahren gelang es Page, sich erst den US Title zu sichern, zwischenzeitlich groß angelegte Celebrity-Fehden mit Hulk Hogan und Dennis Rodman zu frühren und schließlich bei Spring Stampede 1999 die World Heavyweight Championship zu erringen (übrigens in einem Fatal 4 Way mit Hogan, Sting und Ric Flair - es gibt kleinere Namen).

Ein Ring der WWE Hall of Fame ist noch zu wenig Ehre

Dass Pages Glanzzeit in den Geschichtsbüchern kaum Würdigung findet, liegt in erster Linie daran, dass sie mitten im Armageddon der WCW-Zeit stattfand. Gegen Ende nahm er sich ein wenig zurück, wrestlete zum Teil nur noch Teilzeit, aber letzten Endes hat Page der WCW vom Anfang bis zum Untergang die Stange gehalten, war bis zum Ende eines letzten Babyfaces, die tatsächlich noch over waren und im Ring ablieferten. Zur Übernahme durch die WWE sagt Page heute, er bereue, dass er mit an Bord gekommen sei. Er war damals in eine Stalker-Storyline mit dem Undertaker vewickelt. Pages Idee war hingegen eine "People's Champ vs. People's Champ"-Fehde mit The Rock. Vince McMahon war dagegen. Heute meint Page, er hätte damals seinem Bauchgefühl vertrauen sollen.

Heutzutage ist der Name "DDP" nicht mehr ohne den Begriff "Yoga" im Anschluss zu lesen. Auch wenn seine Penetranz und die inzwischen gezwungene positive Grundhaltung in seinen Interviews manchmal nerven... so wirklich verübeln kann man es ihm nicht. Bei allem Verkaufsgelaber, bei allen PR-Strategien... Page steht immer noch hinter allem, was er tut. Das spürt man. Und den tüchtigen Geschäftsmann kann man ihm nun wirklich nicht absprechen.

Und alleine dafür, dass er Menschen wie Jake Roberts oder Scott Hall clean bekommen hat, gebührt ihm eigentlich noch viel mehr Ehre als ein Ring der WWE Hall of Fame...

Gelesen 1070 mal Letzte Änderung am Dienstag, 03 Oktober 2017 12:32

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