Montag, 08 Oktober 2012 09:47

Bobby Roode vs. James Storm - Die Vorgeschichte zum Grudge Match des Jahres - TNA Bound for Glory 2012

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boundforglory2012Hallo und herzlich willkommen zum Special zu TNA Bound for Glory 2012. Heute präsentieren wir euch die Vorgeschichte zum Grudge Match des Jahres, einem Street Fight zwischen Bobby Roode und James Storm, den ehemaligen Tag-Team-Champions, die sich nach einer einjährigen Fehde nun den großen Showdown liefern werden.

„Ten years to build a company, four years to build a friendship, one bottle to destroy it all.“ Diese Worte stammen aus einer Promo von James Storm und passen ideal auf die Fehde zwischen dem Cowboy und seinem ehemaligen Partner und neuen Erzfeind Bobby Roode. Eine Komponente fehlt in der Gleichung aber noch: Der Titel. Storm und Roode sind Urgesteine bei Total Nonstop Action (TNA), waren jedoch nie in Nähe des großen Golds. Das hat sich inzwischen geändert. Dazu beigetragen hat ihre Fehde – um den Titel –, die nach insgesamt einjährigem Aufbau ohne Zweifel als Fehde des Jahres bezeichnet werden kann.


Beer Money und die Bound for Glory Series 2011

Beer Money, Inc. nannte sich das Team der Tag-Team-Experten James Storm („America’s Most Wanted“) und Robert Roode („Team Canada“), das in den Jahren zwischen 2008 und 2011 die Tag-Team-Szene bei TNA kräftig aufmischte und sich zu einem der profiliertesten Tag Teams in der Geschichte der Company aus Orlando, Florida, entwickelte. Vier World Tag Team Championships ergatterte sich das Duo, bei dem Storm für das Bier stand und Roode für das Geld. Ihr letzter, 212-tägiger Title Run ging in die Geschichte als bislang längste Regentschaft in die TNA-Geschichte ein.

Für die Bound for Glory Series im Jahr 2011 legten James Storm und Bobby Roode ihre Team-Bestrebungen beiseite und versuchten sich – als Faces wohlgemerkt – in der Singles Division, um das wichtige Turnier zu gewinnen und Number One Contender auf die TNA World Heavyweight Championship bei der größten Veranstaltung des Jahres, Bound for Glory, zu werden. Mit einem Erfolg rechnete keiner so wirklich, auch als die beiden in die Final Four bei No Surrender einzogen. Dennoch siegte Roode, während Storm in einem der Halbfinalmatches ausschied. Roode fuhr zu Bound for Glory als Herausforderer um Kurt Angles Titel.


Der große Moment für James Storm

Es war sein erster großer Main Event. Bobby Roode ist von Anfang an bei TNA dabei – sollte dies nun sein großer Durchbruch werden? Noch nicht. Ein gutes Match endete leider auf unrühmliche Weise: Dem Champion gelang der Angle Slam und griff beim Cover ins Seil, während Roodes Arm unter dem Seil lag und ein Ropebreak bedeutet hätte. Der Ringrichter „übersah“ beides, Angle verteidigte den Titel. Roode war am Boden zerstört.

Bei der kommenden Ausgabe von IMPACT WRESTLING, ausgestrahlt am 20. Oktober, durfte Roodes Partner James Storm, der bei Bound for Glory übrigens gar nicht gebookt war, gegen Angle antreten. Und er gewann sogar überraschend in seinem allerersten Titelmatch in all den Jahren bei TNA per Last Call Superkick den größten Preis der Carter-Company. Es war einer der besten Feel-Good-Momente der TNA-Geschichte. Storm feierte anschließend mit AJ Styles, Kazarian und – natürlich – Bobby Roode, der seinem Kumpel sogar den Titel umschnallte.


Bobby Roode und die Bierflasche

Eine Woche später wurde ein neuer Herausforderer um den Titel gesucht. Bobby Roode gewann ein Number One Contender’s Match gegen Samoa Joe und trat sieben Tage später gegen James Storm an. Es war ein starkes Match, dessen Ende einen weiteren geschichtsträchtigen Moment darstellte: Roode screwte Storm, wuchtete ihm dessen eigene Bierflasche, vom Referee ungesehen, über den Schädel – Titelwechsel. Roode turnte Heel und feierte mit seinem Stiefel auf der Brust des geschlagenen Ex-Champions und -Kumpels den Titel in die Höhe reckend.

In der nächsten IMPACT-Folge sollte es zum Rückmatch zwischen den ehemaligen Beer-Money-Mitgliedern kommen. Storm wurde allerdings vor dem Match attackiert und trat blutüberströmt an. Storm wurde „bewusstlos“ und verlor entsprechend. Später stellte sich heraus, dass Ex-Champion Kurt Angle, den Storm entthront hatte, für den Angriff verantwortlich war. Es entwickelte sich also zunächst einmal keine längere Fehde zwischen dem kanadischen Champion und dem Cowboy aus Tennessee.


Der Aufstieg Bobby Roodes

Während Storm gegen Angle fehdete (und ein Match bei Final Resolution gewann), bekam Roode eine Story gegen AJ Styles, seinen ehemaligen Kollegen im Stable „Fortune“. Die Fehde zog sich über zwei Pay-per-Views (PPV). Roode konnte seinen Titel je knapp behalten. Auch in den folgenden Monaten durfte Roode nicht clean gewinnen, um ihn weiter als Top-Heel zu etablieren. Zwischenzeitlich kreuzten sich auch die Wege von Roode und Storm wieder, als es bei Against All Odds ein Four-Way Match um den Titel gab. Ein halbes Jahr lang hielt Roode den Titel und verteidigte ihn immer durch unfaire Aktionen oder knappe, glückliche Entscheidungen. Dabei wurde er aber zum „Leader of the Selfish Generation“ und selbsternannten „It Factor of Professional Wrestling”.

Dann näherte sich der 15. April 2012, der Tag von Lockdown 2012, einem der wichtigsten PPVs bei TNA. Um die Intensität der Fehde, die sich entwickelt hatte, zu verdeutlichen, hier ein paar Worte aus einer Promo von Bobby Roode, kurz vor dem Match: „Tonight is the night that the entire wrestling world has been waiting for. […] Tonight isn’t a wrestling match; tonight is a fight. Tonight I am out for blood. I hate you and you hate me. I am coming for you, Storm. I am out for blood. Put your wife and kids to bed. Tonight I prove to the world that I am without a shadow of a doubt the most dominate World Heavyweight Champion in the history of this company and I am the It Factor of Professional Wrestling.” Welch Intensität er dabei an den Tag legte – Weltklasse.


Showdown bei Lockdown

Endlich sollte es zum großen Showdown zwischen Bobby Roode und James Storm kommen. Lange hatte es gedauert, nun sollte es zum Einzelmatch im Stahlkäfig kommen. Der PPV fand ausgerechnet in Storms Heimatstadt Nashville, Tennessee, statt. Viele Beobachter erwarteten, dass hier ein Kapitel abgeschlossen wird und Storm den Titel gewinnt. Die Voraussetzungen für einen weiteren Feel-Good-Moment schienen nicht zuletzt dadurch perfekt, dass auch Storms Ehefrau im Publikum saß und zwischendurch im Bild eingeblendet wurde. Doch vielleichte schlug TNA gerade deswegen einen anderen Weg ein.

Bobby Roode wurde weiter als Top-Heel over gebracht, als er einen erneuten dreckigen Sieg davontrug: In einem intensiv geführten Match, in dem es beiden darum ging, den anderen klar im Ring zu besiegen, superkickte Storm Roode. Der rollte aber auf den Apron. Dann setzte es einen zweiten Last Call und Roode stürzte durch die sich öffnende Käfigtür und siegte somit. Storm nahm daraufhin eine zweimonatige Auszeit. Mit Roode hatte TNA in der Zeit weitergehende Pläne. Nicht nur hatte man ein Eigengewächs zum neuen Star des Unternehmens gepusht, nun sollte Roode auch noch Rekord-Champion werden.


Nummer eins bei TNA, Nummer zwei weltweit / Neustart

Am 24. Mai trat Roode gegen AJ Styles an, dem bislang am längsten amtierenden Champion der TNA-Geschichte. Gewinnt Roode, löst er Styles ab. Er gewann tatsächlich und stand fortan in den Geschichtsbüchern nicht nur als Tag-Team-Champion mit der längsten Regentschaft. Einen Monat später kehrte James Storm bei Slammiversary zurück und besiegte den noch ungeschlagenen Crimson in einem Squash. Am gleichen Abend verteidigte Roode den Titel gegen Sting – den er mit einer Bierflasche von James Storm ausknockte. Man merkte, die Fehde zwischen dem Bier und dem Geld war noch nicht vorbei. An dieser Stelle sei eine kleine Randnotiz gestattet, die verdeutlicht welch einen Aufstieg Roode und Storm inzwischen hinter sich hatten: Ende August wurden traditionell von der Pro Wrestling Illustrated die 500 besten Wrestler (PWI 500) gelistet: Roode belegte den großartigen zweiten Platz, Storm landete auf dem zwölften. Ein tolles Ergebnis für die beiden neuen Aushängeschilder von TNA.

Bei Destination X verlor Bobby Roode eher unerwartet seinen Titel an Austin Aries nach 256 Tagen (der durch diesen Sieg gegen den Rekord-Champ einen enormen Push erfuhr) und konnte ihn auch bei Hardcore Justice nicht zurückgewinnen. Es galt zudem die Klausel: Verliert Roode, bekommt er keine weitere Chance auf den Titel von Aries. Roode verschwand nun seinerseits für eine Weile. Er kehrte erwartungsgemäß bei No Surrender zurück, als er in ein Halbfinalmatch der neuen Bound for Glory Series eingriff – in das von James Storm natürlich. Roode schlug Storm wie einst eine Flasche über den Kopf und die Fehde flammte wieder auf. Es ist einer der typischen Fälle von Fehden, die einen Titel einfach nicht brauchen.


Die aktuellen Ereignisse

Nachdem Roode Storm den möglichen Sieg in der Bound for Glory Series gekostet hat, brach backstage ein Brawl aus, der nur durch Polizeikräfte gelöst werden konnte. Sowohl Roode als auch Storm wurden anschließend abgeführt. Bei IMPACT erklärte Roode seine Taten: Er habe verfolgt, dass Storm in der Bound for Glory Series so erfolgreich war, konnte aber nicht verstehen, wie der Cowboy eher als er einen Title Shot bekommen könne. Storm unterbrach Roodes Promo und ein wilder Brawl entfachte. Später am Abend kündigte Storm an, dass er Roode das Leben zur Hölle machen werde.

In der nächsten Woche stand eine Open Fight Night auf dem Programm und der Beer Hunter forderte seinen Ex-Team-Partner heraus. Der Anführer der egoistischen Generation wollte zunächst nicht, doch wurde von General Manager Hulk Hogan gezwungen, die Herausforderung anzunehmen. Das Ergebnis war das gleiche wie sieben Tage zuvor: Storm und Roode brawlten sich durch die ganze Halle. Ein moralischer Sieger konnte sich dabei  allerdings nicht abzeichnen.


Die letzten Weichenstellungen

Hulk Hogan legte in der nächsten IMPACT-WRETLING-Sendung fest, dass Roode und Storm bei Bound for Glory in einem Street Fight gegeneinander antreten werden. Nach der intensiven und persönlichen Fehde eine logische Entscheidung. Hogan setzte zudem den Mixed-Martial-Arts-Fighter King Mo als Special Guest Enforcer für das Match an.

Zehn Tage vor Bound for Glory trafen James Storm und Bobby Roode noch einmal in einem verbalen Schlagabtausch aufeinander. Der Cowboy unterstrich, dass er beim PPV nicht beweisen wolle, dass er ein besserer Wrestler oder Kämpfer sei, sondern ein besserer Mann. Roode erinnerte hingegen daran, dass Storm ihn nie besiegt habe, und prognostizierte, dass ihr Hass explodieren werde. Roode wolle Storms Karriere auf blutige Weise beenden. „This fight will be a bloodbath“, drohte der It Factor, der sich kurz darauf noch mit King Mo anlegte und, als der die Halle betrat, zu Boden gestoßen wurde. Der MMA-Fighter feierte anschließend mit James Storm.


Fazit

Nun deutet alles darauf hin, dass James Storm als Face in dieser Fehde nach einem Jahr Aufbau bei der größten Show des Jahres endlich einen Sieg einfahren wird. Es ist das Grudge Match des Jahres. Aus diesem Grunde wird von vielen auch die Einbindung King Mos kritisiert, der nur der PR dient und als Störfaktor angesehen wird. Storm vs. Roode hat genug Feuer, da braucht es auch keinen Special Enforcer, der den beiden auch noch Aufmerksamkeit entziehen könnte, und ohnehin keine Beziehung zu den Charakteren hat. Es bleibt abzuwarten, in welcher Rolle King Mo auftreten wird. Bisher scheint er klar auf Seiten des Faces zu stehen. Bleibt das so? Wird James Storm endlich den Sieg in dieser Fehde einfahren? Oder darf Bobby Roode wider Erwarten nach einem Rekord-Jahr als World Heavyweight Champion auch bei Bound for Glory eine weitere Krönung erleben? Wir erfahren es bei Bound for Glory 2012.

Das war sie, die Vorgeschichte, die James Storm und Bobby Roode verbindet. Wie habt ihr die Fehde erlebt? Wen seht ihr als Sieger? Diskutiert in unserem schönen Forum oder schickt mir eine E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Auch Anregungen, Lob und Kritik sind immer gerne gesehen. Viel Spaß bei Bound for Glory!

Gelesen 2493 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 20 Juni 2013 16:38

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