Wrestling-Jahresrückblick: 17 Themen, die uns 2017 beschäftigt haben Empfehlung

  • 23 Dezember, 2017
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Was war 2017 wieder für ein pickepackevolles Wrestling-Jahr?! Ein Jahr hochklassiger Matches, internationaler Turniere, historischer Titelgewinne, großer Überraschungen und emotionaler Abschiede. Von WWE über TNA bis ROH und NJPW – diese 17 Themen haben uns 2017 beschäftigt. Unser Jahresrückblick.

1. Thank you, Taker!

WrestleMania 33 ist achteinhalb Monate her, und ich weiß immer noch nicht so recht, was ich sagen soll. Roman Reigns hat dem Undertaker im Main Event der Mega-Show die zweite WrestleMania-Niederlage beigebracht und den Deadman womöglich in die Rente geschickt. Der Taker legte Hut, Mantel und Handschuhe in die Mitte des Rings und verabschiedete sich höchst emotional. Was ein Abgang. Thank you, Taker!

2. John Cena und der Titel Nummer 16

Es ist passiert: John Cena hat seinen 16. World Title gesammelt und ist mit dem ewigen Rekordhalter Ric Flair gleichgezogen. Beim Royal Rumble 2017 entthronte er AJ Styles nach einem der besten WWE-Matches des Jahres.

3. UK in WWE

Noch vor dem Mae Young Classic entschied sich die WWE im Januar für ein großes Turnier im Vereinigten Königreich. Wer hätte je gedacht, dass wir mal ein großes WWE-Turnier beeindruckenden Empress Ballroom von Blackpool zu sehen bekommen? Mit Leuten wie Pete Dunne, Trent Seven sowie Tyler Bate, dem Turnier-Sieger und ersten WWE United Kingdom Champion, brachte das Turnier einige neue Stars zum Glänzen. Das spätere Titelmatch zwischen Bate und Dunne bei NXT Takeover: Chicago war eines der besten Matches des Jahres!

4. Okada und Omega

Die Wrestling-Welt verneigt sich 2017 vor zwei Männern: Kazuchika Okada und Kenny Omega. Die beiden ließen die Welt schon am 4. Januar bei NJPW Wrestle Kingdom 11 über ihren Wahnsinns-Main-Event staunen, bei Dominion legten sie noch eine Schippe drauf. Rating-Papst Dave Meltzer bewertete die beiden Matches mit sechs bzw. sechseinviertel (von eigentlich fünf) Sternen. Auch ihr drittes Match beim G1 Climax bekam nochmal sechs Sterne. Was ein Wahnsinn! Und jetzt setzt Omega noch die Kirsche auf sein Sahnejahr: ein Programm mit Chris Jericho mit Match bei Wrestle Kingdom 12 am 4. Januar 2018.

5. Ric Flair überlebt

Beinahe wäre es um Ric Flair geschehen! Der Styling-and-Profiling-Lebensstil forderte seinen Tribut, der Alkoholismus brachte ihn im Sommer fast ins Grab. Herz und Nieren versagten, die Ärzte rechneten mit dem Schlimmsten. Ric Flair wurde ins künstlichen Koma gelegt, überlebte eine schwere OP – und berappelt sich allmählich. Im November überraschte er in der WWE mit einem kleinen Auftritt zu Ehren seiner Tochter Charlotte. Dem Alkohol hat er abgeschworen, doch es wird noch ein langer Weg zur Regeneration für den Nature Boy.

6. Alexander Wolfe: Ein Deutscher holt Gold

Zum allerersten Mal in der Geschichte hat ein Deutscher einen Titel in der WWE gewonnen: Alexander Wolfe, bürgerlich: Axel Tischer, ist als Teil des Stables SAnitY an der Seite von Eric Young und Killian Dain NXT Tag Team Champion geworden. Sein Coup bei NXT Takeover: Brooklyn III kam fast exakt 20 Jahre nach dem ersten Titelgewinn von Alex Wright bei WCW. Neben Wolfe ist mittlerweile auch der Deutsche Marcel Barthel (Axel Dieter Jr.) im WWE Performance Center gelandet, die in Deutschland bestens bekannten Aleister Black (Tommy End) und Fabian Aichner (Adrian Severe) gehören bereits bereits NXT an, mit Black als einem der spannendsten Neulinge des WWE-Jahres.

7. Johnny Gargano und Tommaso Ciampa

Eine der ganz großen Überraschungen 2017, einer der ganz emotionalen Momente, durchaus auch eine der großen Enttäuschungen des Jahres: Der Turn von Tommaso Ciampa gegen Tag-Team-Partner Johnny Gargano machte so viel Lust auf mehr, leider machte ein Kreuzbandriss Ciampas der NXT-Fehde erst mal einen Strich durch die Rechnung. Dann halt 2018. Denn das muss noch kommen, das wird noch kommen, und das wird gut.

8. Christopher Daniels und der Big One

Er hat es endlich geschafft! Christopher Daniels hat erstmals in seiner Karriere einen World Title gewonnen. Bei der 15th Anniversary Show von Ring of Honor gewann der Veteran die ROH World Championship von Adam Cole – ein emotionaler Höhepunkt des Jahres. Nach 105 Tagen reichte er den Titel weiter an Cody Rhodes, der seinerseits bei Best in the World erstmals World Champion wurde – 31 Jahre nach seinem Vater Dusty Rhodes.

9. Comebacks in der WWE

Nostalgie-Welle in der WWE: Die Promotion brachte nicht nur WCW-Klassiker wie die War Games und Starrcade zurück, auch Kurt Angle kehrte nach elf Jahren in seine Wrestling-Heimat zurück. Am Vorabend von WrestleMania wurde er in die WWE Hall of Fame aufgenommen, später wurde er General Manager von RAW und wrestletete sogar wieder (einmal sogar an der Seite von The Shield, das ebenfalls wiederbelebt wurde). Die weitere dicke Überraschung des WWE-Jahres: das Comeback der Hardy Boys bei WrestleMania. Und hinten raus bekommt Matt Hardy jetzt sogar noch sein Erfolgs-Gimmick aus Impact- und Indy-Zeiten: den Broken-, sorry, Woken-Charakter.

10. Ewiges Chaos bei TNA/Impact/GFW

Wie heißt die Promotion nun eigentlich? TNA, Impact Wrestling oder doch Global Force Wrestling? Da konnte man 2017 durcheinander kommen. Im Frühjahr fusionierte Impact mit Jeff Jarretts GFW, löste die Verbindung nach Jarretts Abgang aber schon nach wenigen Monaten wieder auf. Die früher als TNA bekannte Promotion musste außerdem etliche Abgänge verkraften, unter ihnen James Storm und Low Ki, Taryn Terrell und Gail Kim (die ihre Karriere beendete) sowie mehrere Referees wie Earl Hebner und Brian Hebner, die innerhalb kürzester Zeit fluchtartig die Company verließen. Das Chaos nimmt einfach kein Ende.

11. Mae Young Classic

Was letztes Jahr das Cruiserweight Classic war, war dieses Jahr das Mae Young Classic. Qualitativ war das MYC zwar nicht ganz so gut wie das CWC, aber immer noch ziemlich gut, mit vielen neuen hochtalentierten Wrestlerinnen. Kairi Sane, ehemals als Kairi Hojo eine große Nummer in Japan, gewann das Turnier und ist mittlerweile fest bei NXT. Shayna Baszler, Toni Storm, Candice LeRae, Piper Niven und Co. haben aber auch einen starken Eindruck hinterlassen.

12. Karsten Beck in die Hall of Fame

Die Nachricht von seinem Hirntumor erschütterte 2016 Wrestling-Deutschland, nach erfolgreicher Operation wollte Karsten Beck 2017 zurück in den Ring von Westside Xtreme Wrestling (wXw). Es war bereits alles geplant, dann kam die Absage. Es wird doch nichts, der Deutsche musste wieder unter das Messer. Mittlerweile ist klar: Becks Karriere ist vorbei. Am 23. Dezember 2017 wird der „König der Catcher“ bei der wXw 17th Anniversary Show als zehnter Mann in die wXw Hall of Fame aufgenommen.

13. Goldberg: Nicht blinzeln!

Seine Blitz-Matches früher wie heute kann man gut als Sinnbild nehmen: So schnell Goldberg 2016 in der WWE angekommen war, so schnell war er 2017 auch schon wieder weg. Die WWE Universal Championship verlor er in einem weiteren kurzen Match an Brock Lesnar ab. Wer da geblinzelt hat, hat schon was verpasst. Der Hype ist dann schnell verflogen.

14. Cruiserweight-Krise

Die Bedeutungslosigkeit hat einen Namen: 205 Live. Die Cruiserweight-Show der WWE ist nicht nur nie wirklich gezündet, sie verlor im Laufe des Jahres 2017 auch ihre zwei größten Stars: Neville und Austin Aries. Jetzt ist der Heel geturnte Enzo Amore Dreh- und Angelpunkt der Show. Zwar hat er wohl mal mit seinen frechen Promos ein paar Zuschauer angelockt, die sonst wohl nicht gucken, doch nicht zuletzt auch den um Klassen besseren In-Ring-Performer, aber letztlich auf lange Sicht offenbar perspektivlosen Neville vertrieben. Aries hatte sich schon vorher verzogen.

15. Undisputed Era

Bald, mag man fast meinen, ist die Indy-Szene leer gekauft. Auch 2017 hat die WWE wieder einige der größten Stars unter Vertrag genommen, die bisher noch in den kleinen Hallen unterwegs waren. Darunter Adam Cole, Kyle O'Reilly und Bobby Fish. Als Undisputed Era nehmen sie in den Wochen um den Jahreswechsel NXT auseinander, von ihnen wird man auch gewiss 2018 jede Menge hören.

16. Wrestling worldwide

Jinder Mahal als WWE Champion? Das klingt nicht mal nach Fantasy-Wrestling auf der Playstation, sondern einfach nur nach Hirngespinst. 2017 hat uns gelehrt: Das ist Realität. Der Ex-Jobber, der einiges an Muckis zugelegt hat, gewann das große Gold der WWE. Denn der indische Markt ist im Fokus des McMahon-Landes angekommen. Auch China wird immer wichtiger: In der Andre the Giant Memorial Battle Royal bei WrestleMania 33 trat mit Tian Bing (vorher nie gesehen und danach nie wieder) der erste Chinese in der WWE an. Und nicht nur die WWE expandiert: New Japan Pro Wrestling (NJPW) ist in den USA angekommen und hat die IWGP United States Championship ins Leben gerufen. Der erste Champion ist Kenny Omega. Muss sich die WWE künftig warm anziehen? Abwarten.

17. Todesfälle

Auch 2017 trauerte die Wrestling-Welt um viele verstorbene Helden, unter ihnen die WWE Hall of Famer „Superfly“ Jimmy Snuka, George „the Animal“ Steele und Bobby „the Brain“ Heenan, ebenso wie Ivan Koloff, Chavo Guerrero Sr., Rosey, Smith Hart, Ron Bass, Lance Russell und Tom Zenk. Mit Big Otto Wanz und Eddy Steinblock verlor der deutschsprachige Raum zwei seiner größten Legenden. Wir verneigen uns und sagen ein letztes Mal ehrfürchtig Danke.

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