Top 10 unterbewertete Wrestling-Finisher

  • 14 Dezember, 2017
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Alle lieben den Tombstone Piledriver und den Stone Cold Stunner, alle staunen über Shooting Star Press und 450 Splash. Aber es gab und gibt noch so viele weitere hochklassige Wrestling-Finisher. Einige scheinen mittlerweile vergessen, andere wurden nach kurzer Zeit schon wieder ausgetauscht, andere werden schlicht unterbewertet, weil sie nicht zum Repertoire eines Top-Stars gehören, und manche wurden von vielen noch gar nicht richtig entdeckt. Eine Liste dieser tollen Moves könnte ins Unendliche gehen: Das hier sind unsere Top 10 – ohne Tag-Team-Manöver, und ohne bestimmte Reihenfolge.

Walking The Plank/C4 – Paul Burchill/Sin Cara

Der vielleicht erste Mann, der den C4 in der WWE zeigte, ist einer, den die meisten wohl längst vergessen haben: Paul Burchill. Der Engländer mit dem Piraten-Gimmick zog den hochathletischen Move 2005 aus dem Hut, nannte ihn „Walking The Plank“ und zeigte die Salto-Aktion aus dem Stand. Später wurde die Attacke bekannter als Finisher von Sin Cara oder unter dem Namen Flux Capacitor von Frankie Kazarian, die sie vom Top Rope zeigten. Herrliche Aktion!

Gutbuster/Gut Check – Jamie Noble/Darren Young

Mann, was habe ich gestaunt! Damals, Mitte der 2000er, als Jamie Noble seinen Gegner von seinen Schultern hob und Bauch voran auf seine angezogenen Knie hämmerte. Diesen Impact hätte man dem WWE-Cruiserweight gar nicht zugetraut. Die technische Bezeichnung der Aktion (Fireman's Carry Double Knee Gutbuster) ist etwas hölzern, und ob Noble damals einen attraktiveren Namen für den Finisher hatte, weiß ich gar nicht. Darren Young jedenfalls hat sich den Move vor einer Weile zu eigen gemacht und nannte ihn: Gut Check. Gekauft. Schade nur, dass die Attacke in der WWE immer bei Undercardern blieb und zurzeit gar nicht mehr im Einsatz ist.

Moonlight Drive – John Morrison

Jetzt laufe ich Gefahr, mich unbeliebt zu machen. Aber ich mochte den Moonlight Drive ja immer lieber als Starship Pain und habe mich geärgert, dass die WWE einst den Finisher von John Morrison geändert hat. Starship Pain fand ich immer etwas drüber, das hatte nur eine Prise Schauwert, aber null Impact. Den Moonlight Drive aber, den konnte Morrison schneller und variabler einsetzen und war mit seiner eleganten Drehung auch immer etwas fürs Auge. Schlicht und einfach ein cooler Move.

Green Bay Plunge – Mr. Kennedy

Hier kann man streiten: Ist der Green Bay Plunge wirklich unterbewertet? Eigentlich war jeder beeindruckt von der waghalsigen Aktion vom Seil. Und da haben wir es: Die war leider echt riskant. Vielleicht war es besser, dass die WWE Mr. Kennedy einen neuen Finisher verordnete. Aber der Mic Check? Nee. So ein Reverse STO sieht da im Vergleich echt ganz alt aus. Schade, dass Mr. Kennedy früh aus der WWE verschwunden und sein Green Bay Plunge dadurch im kollektiven Gedächtnis ein wenig untergegangen ist. Einer der geilsten Finisher ever.

Test Grade/TKO – Test/Alex Riley

In der WWE-ECW zeigte ihn Test als Test Grade, später übernahm ihn Alex Riley: den TKO – die imposantere Variante des RKO. Gegner auf die Schulter nehmen, schwingen, im Neckbreaker auf die Schulter und den Boden krachen lassen. Rumms!

Cattle Mutilation – Bryan Danielson

Als Daniel Bryan noch als Bryan Danielson in den Indys zu Hause war, war sein Submission-Finisher noch nicht der Yes-Lock, sondern ein x-mal coolerer Griff mit komischem Namen: Cattle Mutilation, technisch: Bridging Double Chickenwing. Den hatte er sich mal vom Great Muta abgeguckt. In der WWE zeigte er ihn ganz, ganz selten, vielleicht nur einmal: 2010 bei Hell in a Cell gegen The Miz. Als Matt Striker damals den Namen sagte, lachten ihn seine Kommentatoren-Kollegen nur aus. Ex-Veganer Bryan mochte den Namen (Deutsch: Viehverstümmelung) laut eigener Aussage auch nie – aber egal. Der Move selbst macht echt was her, ist in meinen Augen einer der besten Submission-Aktionen überhaupt – und nebenbei der Move, mit dem Bryan bei Ring of Honor reihenweise seine Gegner zur Verzweiflung brachte. Tap or snap!

Chaos Theory – Doug Williams

Es gibt ja Moves, die überraschen einfach, wenn man sie das erste Mal sieht. Weil man nicht ahnt, wie sie weitergehen, wenn der Wrestler gerade erst mit der Ausführung angefangen hat. Dazu gehört die Chaos Theory von Doug Williams. Denn die Attacke beginnt mit einer simplen Rückwärtsrolle von Williams mit seinem Gegner – wie bei einem Einroller. Statt den Gegner aber in der Pin-Position zu halten, dreht Williams weiter und hebt den Gegner zu einem besonders kraftvollen und schwungvollen German Suplex mit Brücke aus. Hoch technisch, mit Impact und Schauwert.

Angels Wings – Christopher Daniels

Hat Christopher Daniels mit den Angels Wings eigentlich jemals ein PPV-Match gewonnen? Oder sonst ein wichtiges Match? Selbst vor einigen Monaten, als er erstmals ROH World Champion wurde, entschied er sich wie so oft eher für den Best Moonsault Ever als Finisher. Dabei sind die Angels Wings (herrliche Bezeichnung: Spinning sitout lifting double underhook facebuster) doch ein ziemlich cooles Ding: wie der Pedigree von Triple H, bloß dass der Gegner sogar noch komplett hochgehoben und nach einer kleinen Drehung auf die Matte gehämmert wird. Bitte öfter benutzen!

Destino – Tetsuya Naito

Kein Move, der in Vergessenheit geraten ist, sondern einer, den viele Fans noch gar nicht richtig auf dem Schirm haben, obwohl Tetsuya Naito längst einer der größten Namen von NJPW ist. Destino ist athletisch, hat Impact – und sieht einfach anders (= besser) aus als alle anderen DDT-Finisher, die es zurzeit so gibt. Ich wage es gar nicht, in Worten beschreiben zu wollen, wie der Move aussieht, und empfehle: selbst angucken!

Project Ciampa – Tommaso Ciampa

Der tut schon beim Zusehen weh! Der Powerbomb Lungblower von Tommaso Ciampa gehört zu den härtesten (oder am härtesten wirkenden) Attacken, die ich kenne. Ich weiß leider gar nicht, ob Ciampa mit dem Move, den er schon in den Indys benutzt hat, bei WWE NXT überhaupt schon mal jemanden besiegt hat, ich erinnere mich nur an Kickouts – eigentlich ist die Aktion viel zu schade, um jetzt in der WWE als Trademark Move statt als Finisher verheizt zu werden. Ganz klar: ein unterbewerteter Top-Move!

Letzte Änderung am Samstag, 16 Dezember 2017 06:55

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