Crossed Fiction: Wrestler aller (Bundes-)Länder vereinigt euch …

  • 08 Dezember, 2017
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Als es noch keinen allmächtig erscheinenden Ringmogul mit Grapefruits gab, waren die USA vergleichsweise fair aufgeteilt: in Territorien. Zwischen diesen tingelten die verschiedenen Superstars umher, werteten hier und da die Veranstaltungen auf und zelebrierten ihre Shows unter einem umfassenden Rahmenbanner. Faktisch eine Föderation … welche aber mit dem Auftauchen eines Vince McMahon letztlich endete. Er entstaubte das in seinen Augen überholte System und bündelte wie ein wahrer Kapitalist Wrestler in seiner Company genannt WWF/E. Dies – als erster Schritt, denn im Zweiten wurden so die kleineren regionalen Ligen nach und nach aus dem Mainstream gedrängt zugunsten eines großen nationenweiten Unternehmens, das auch heute noch erfolgreich ist. Über Vor- und Nachteile einer solchen Strategie mag man heute noch streiten – vor allem aber über die Vorgehensweise.

Besieht man sich diese Zustände, kann der Nostalgiker froh sein, dass in Europa wrestlingtechnisch noch alles beim Alten und in Ordnung ist. Und dies ebenfalls in einem Kontinent mit föderaler Regierung – was man schon fast als Witz bezeichnen könnte. Unser Good ol‘ Germany bildet da keine Ausnahme: im Grunde mehr hobbymäßig denn halbprofessionell tummelt sich eine wackere Schar durchaus versierter Athleten, die durch das bundesweite Tingeln zur Bandbreite der lokalen Ligen beiträgt - teils auf Abruf in die großen Ligen dieser Welt.

Was aber, fragt man sich … würde wohl passieren, wenn es in Deutschland mal zu einer Monopolstellung ähnlich den USA kommen würde: wenn faktisch alle bzw. ein Großteil der renommierten deutschen Wrestlingligen zu einer Company fusionierten. Wie würde das wohl aussehen? Gut, im Grunde ist diese Frage überflüssig, denn das Gros der deutschen Ringerelite ist irgendwann und manchmal auch parallel in jeder bekannten deutschen Company vertreten.
Aber wenn man die Chance hätte, mal aus dem Vollen zu schöpfen, dann … würde vielleicht so etwas dabei herausspringen (etwaige Verwendungen möglicher realer Namen bitte ich zu entschuldigen – ebenso wie unbeabsichtigte Stigmatisierungen, manche Zeitlinien und vermutlich manche falschen Manöver):

 

Und wieder barst die Columbiahalle zu Berlin aus allen Nähten, sowohl was die Verkaufszahlen an Zuschauern als auch die Lautstärke im Inneren anging. Denn einmal mehr hieß es „Crown of Creation“, die größte Veranstaltung im Kalender von „Wrestling-Olymp of Germany“ (WoG), der ersten bundesweiten Wrestling-Organisation Deutschland. Von einer kleinen Pyroshow begleitet hießen Peter William und WoG – Commissioner Ulf Herman die Fans sowie erstmal die TV-Zuschauer herzlich willkommen. Bevor sie allerdings zu tief in die Card und die Materie gehen konnten, wurden sie vom Theme von „Hilal“ unterbrochen. Das gesamte Halbmond-Stable kam mit seinem Boss Murat Bosporus in die Arena … zu erstmals gemischten Reaktionen, denn einige „Kreuzberg, Kreuzberg“ – Rufe skandierten in der Halle. Ankara, Kaan, Arslan und Koray blieben außerhalb stehen, während Alpha Female und Cash Money Erkan zu ihrem Stable Chef in den Ring stiegen. Murat lobte seine Spießgesellen erstmal über den Klee – denn gemeinsam mit ihnen hat er der Liga, haben sie Deutschland bewiesen, dass sie die Wrestling-Elite sind. Dass sie die dominante Macht in Deutschland sind: Halil habe alle wichtige Titel der WoG in ihrem Besitz … und das werde auch so bleiben. Als Herman Bosporus etwas auf den Boden der Tatsachen zurückholen wollte, erinnerte dieser ihn daran, dass er erstmal sein Match heute Abend überstehen soll … also hätte Ulf noch Zeit, den Ringrost abzuschütteln. Und als Herman die Sprache auf Bad Bones brachte, hatte Murat nur Gelächter übrig: nur weil Klinger 16-Carat geholt, nur weil er eine belanglose Weinheimer Battle Royal gewonnen hatte, würde ihn das nicht prädestinieren, ihm oder Halil das Wasser zu reichen. Wer solle ihn also aufhalten…
… doch da erscholl ein anderes Theme und das „Beck Pack“ erschien auf der Stage: Crazy Sexy Mike, Wesna, Chris Colen, Coach Ahmed Chaer und schließlich Karsten Beck selbst. Der Bottrop Boy sicherte Bosporus zu, dass der Spot von Bad Bones absolut gerechtfertigt sei. Also könne Murat sich schon mal darauf vorbereiten, dass Klinger ihn noch mehr zusammenstauche als er ohnehin schon sei. Es folgten dann noch einige verbale Scharmützel der übrigen Mitglieder, die sich heute noch gegenüberstehen würden, doch dann ging es auch schon mit der Action los.

In einem technisch hochwertigen Opener standen sich T.K.O., Da Mack sowie Emil Sitoci gegenüber. Alle drei legten sich mächtig ins Zeug und zeigten feinste Team-Manöver … doch am Ende zahlte sich die Erfahrung von „The Untamable“ aus: Macks Enzuigiri an TKO nutzte der Holländer als Steilvorlage für seinen Snapmare Driver, der dann auch zum Sieg reichte.

Qualitativ gut wurde auch das zweite Match, bei welchem der zuvor gesehene Chris Colen es an dieser Stelle mit dem Altmeister Leon van Gasteren zu tun bekam. Ihre vormalige Fehde sollte an diesem Abend ein (vorläufiges) Ende finden. Der Niederländer packte sein ganzes Repertoire aus, doch das Austrian Wolverine blieb am Ball – und letztlich per Falcon Arrow siegreich. Anschließend gab es den fairen Handshake.

Deutlich härter ging es dann zwischen Thumbtack Jack und Ilja Dragunov zu – denn nachdem zwei erste Matchversuche im Chaos endeten, sollte nun per „2 out fo 3 Falls“ – Falls count anywhere – Regel ein Sieger her. So dauerte es auch nicht lange, bis beide erst den Ring verließen, dann einiges Mobiliar zu Bruch ging … und letztlich Blut floss. Längere Zeit brauchte dagegen, bis der erste Fall durchging – doch der hatte es in sich: Dragunov entging dem Suplex durch einen mit Reißzwecken übersäten Tisch, stieg dann auf eine nahe Balustrade und zeigte sein Torpedo Moskau gegen Jack. Allerdings hielt der geistesgegenwärtig einen Stuhl hoch, wonach der Russe dagegen krachte und sich gegen das Cover nicht mehr zur Wehr setzte. Wie ein Pitbull griff der Bayer dann weiter an – und der German Suplex durch den Thumbtack Tisch saß. Das Cover folgte – allerdings war Jack vollkommen über das 1:1 perplex, da Dragunov irgendwie die Schulter hochbekommen hatte. Es setzte Nearfalls und Schläge – doch letztlich war ein Tiefschlag per Stahlrohr matchentscheidend. Jack bekam den Schlag beim Finisher-Ansatz ab und wurde umgehend von Ilja per Inside Cradle eingerollt.

Etwas gemächlichere Bilder im Anschluss – denn die beiden „Playboys“ Absolute Andy und Patrick Schulz fighteten aus, wer denn der größere „Bringer“ sei. Um es kurz zu machen: es war der Nürnberger per A-Klasse … allerdings sah das eine ganze Weile nicht danach aus, denn der frühere GEIL warf für einen möglichen Sieg alles in die Waagschale und brachte Andy mehrfach an den Rand der Niederlage. Aber letztlich sollte es nicht sein.

Ein erstes wichtiges Kapitel im großen Stable War bildete das anschließende Six Men – Ladder Match um einen Heavyweight Titleshot. Bosporus hatte Aslan Ankara die Wichtigkeit dieser Chance vor Augen geführt – doch dem standen noch fünf andere Fighter im Weg. Allen voran Patrick Spalter, der als großer Favorit ins Match ging – wie allerdings auch Marius Al-Ani, Sasa Keel sowie der mächtige WALTER. Der Sechste im Bunde war bis zuletzt ein kleines Mysterium … doch dann stellte sich Alex Wright als Mystery Oponent heraus!
Es entwickelte sich das erwartete Spektakel mit Bumps, temporären Allianzen und haarscharfer Chancen. MVP war ganz klar Al-Ani, der mit sehenswerten Aktionen glänzte, u.a. einem waghalsigen Frogsplash von der Leiter auf Keel. Bei WALTER bestand indes die große Frage, ob die Leiter hielt … sie tat es nicht – und das, nachdem er bereits einen Hangman’s Neckbreaker Wrights von der Leiter eingesteckt und sich zurückgekämpft hatte. Letztlich kam es zum erwarteten Duell auf der Leiter: Ankara und Spalter fighteten gegeneinander, griffen beide nach dem Gürtel … doch ein satter Handkantenschlag des Berliner Helden, der zudem übermäßig gefeiert wurde, ließ den Halil-Fighter loslassen. „Berlin’s Finest“ feierte seinen Triumph ausgiebig – während Ankara unten von Kaan, Koray und Erkan empfangen wurde – und dies zusätzlich mit satten Ohrfeigen für sein Versagen.

Zur „Abkühlung“ gab es dann Ladies Action zwischen Melanie Gray und Nicky Foxley. Es folgten flüssige Action und Konteraktionen. Aber Erfahrung zahlte sich wie Qualität nun mal aus – und so musste sich die Nicky ihrer bayrischen Landsmännin schließlich geschlagen geben.

Ein Interview mit Bad Bones wurde eingespielt: Klinger sagte, dass er auf das Match brenne - genau wie Halil auf ein Zeichen, wo er sich befände. Aber den Gefallen werde er ihnen nicht tun - und warten bis zum Mainevent. Erst dann werde er sich zeigen - und das Video sei aufgezeichnet sowie er schon nicht mehr da …

Halil dann wieder in Action, denn Murat Kaan und Koray setzten ihre Tag Team Titel gleich gegen drei Teams aufs Spiel: die „Southwest EaglesMichael Phoenix & Ken Floyd, die „Rogue Nation“ (Rogue & Jack Anderson) sowie die Schwarz-Bros. Eric & Mike. Zwischen allen acht Fightern gab es schöne Schlagabtausche - allerdings brachten sie letztlich ebenso wenig etwas ein wie die Nearfalls. Die Nation und die Eagles fighteten letztlich außerhalb - und Halil verteidigten ihre Gürtel per Rolling Cutter / Fallaway - Kombi gegen Mike Schwarz.

Richtig turbulent wurde es dann rund um das nächste Match: denn wieder hieß es Halil. Nur das dieses Mal WoG - German Champion Tarkan Aslan im Mittelpunkt stand und seinen Gürtel wie angekündigt gegen Karsten Beck verteidigte. Ein Spiel der Emotionen, Finesse und Härte: Beck spielte seine Trümpfe strategisch günstig aus und brachte Aslan dutzende Male an den Rand der Niederlage. Erst als dieser seinen FeeKuZa danebensetzte und der Referee getroffen wurde, wurde es wild. Beck konterte umgehend per Sitout Powerbomb, doch niemand zählte den Count, bis ein zweiter Offizieller kam. 1 … 2 …. doch da griff plötzlich Chris Colen ein und zog den Unparteiischen hinaus! Beck war über den Vertrauensbruch perplex - und gab dem Verräter noch eine Tracht Prügel mit, bis diesem Koray und Kaan zu Hilfe eilten. Die Überzahl glich Ahmed Chaer aus - doch dann turnte auch dieser und schlug Beck nieder. Aslan flog mit dem zweiten FeeKuZa heran und verteidigte so seinen Gürtel. Anschließend gab es noch den Beatdown von Halil - bis diesem völlig überraschend Aslan Ankara mit einem Stuhl bewaffnet zu Hilfe kam. Chaer und Colen zogen mit dem Rest von Halil dann ab.

Im neunten Match war dann der Commissioner gefordert: lange hatte sich die Auseinandersetzung mit Claudio Castagnoli hingezogen und war auch von diversen Boulevardblättern und -magazinen aufgegriffen worden. Heute stieg der große Fight gegen den Vertreter aus Übersee - und damit auch alles im Rahmen bleiben sollte, wurde als Special Referee & - Enforcer Christian „Ecki“ Eckstein geholt. Der griff dann auch beherzt ein, wenn der Hünen und der aktuelle WWE-Cesaro allzu rustikal gegeneinander ausholten. Die Anzahl von Halil’s Ringside-Spielchen steigerte sich mit jedem Match … denn nach einer guten Viertelstunde tauchten die Stable - Vertreter auf. Die deutsche Rakete ahnte, was drohte … und stellte sich den Heels, die ihn daraufhin auch in die Mangel nahmen. Ulf und Claudio rauschten dann simultan mit Big Splashes auf die Heels heran und vertrieben diese dadurch, ehe sie sich wieder ihrer Auseinandersetzung widmeten. Letztlich war ein Wimpernschlag entscheidend - und der Schweizer rollte, nachdem er sich aus dem Tower of Power freirangelte, Herman zum Sieg auf. Anschließend gab es ebenfalls einen fairen Handshake.

Alles andere als zimperlich ging es dann im kommenden Match weiter: Alpha Female und Cash Money Erkan auf Seiten Halils trafen auf das „Happy Couple“ des Wrestlings: Crazy Sexy Mike und Wesna. Die Begegnung stand ganz im Zeichen der Ladies, welche kein gutes Haar an der anderen ließen und mächtig austeilten. Auf der anderen Seite wollte Erkan seinem früheren Mentor beweisen, auch welchem Holz er geschnitzt ist - zog aber meist den Kürzeren. Die Heels hielten den kroatischen Panther lange auf Distanz zum Hot Tag. Als der in der Luft lag, rauschte Chaer außerhalb heran … und wurde aus dem Lauf heraus von Mike per Crossbody vom Apron geplättet. Wesna dagegen ließ ihre Gegnerin per Drop Toe Hold in die Ecke krachen, lud sie dann zum Kryptonite Krunch auf und holte sich auf diese Weise den Sieg.

Und schließlich kam es zum großen Mainevent - und dem Halil-Overkill. Murat Bosporus erschien natürlich in Begleitung seines gesamten Stables, die bereits auf Bad Bones lauerten … doch der kam unter dem Ring hervor und stürzte sich umgehend auf seinen Erzfeind. In einer Art halblegalem Lumberjack Match musste sich Klinger einerseits um Murat kümmern, andererseits darauf achten, nicht von dessen Spießgesellen gepackt zu werden. Dem Matchfluss tat das keinen Abbruch und beide fighteten mit harten Bandagen. Dem M.K.G. entging Klinger per kurzem Knee Strike, ehe die Wrecking Ball Knees schon drohten … doch das steckte Colen ein, der auf dem Apron erschienen war. Der Ring drohte überrannt zu werden - doch auf einmal erschienen Herman, Castagnoli, Ankara und das Beck Pack, um die Heels zumindest auf die Stage zu vertreiben. Im Ring konnte Murat derweil seinen Finisher durchziehen, doch Bones fighteten gegen die Aufgabe an. Halil startete einen letzten Angriff, als der Arm bereits einmal gesunken war, wonach sich verschiedene Fights außerhalb entwickelten. Der Arm fiel zum zweiten Mal. Der Referee hob den Arm das dritte Mal … als plötzlich das Licht ausging. Und als es wieder hell wurde, rollte Bosporus scheinbar getroffen im Ring herum, während die Fans laut jubelten: denn niemand geringeres als Axel Tischer stand im Fanmeer, reckte die Arme - und einen kurzen Holzbalken empor. Bosporus torkelte … Wrecking Ball Knees, doch Murat fing den Move ab. Snap Suplex, den Bad Bones konterte - Shadow Driver. Das Cover, 1 … 2 … 3!

Der neue WoG - Champion wurde frenetisch gefeiert, denn die Faces enterten den Ring und ließen ihn hochleben, während Halil geschlagen die Halle verließen. Mit den letzten Bildern stand Bones mit dem Titel auf einer Ringecke, deutete zu den Fans … und dann zu Tischer, der zwischen ihnen stand. Damit endete „Crown of Creation“ …

 

… und auch ein Stück Fantasy Wrestling Marke Deutschland und Eigenbau. Gut: bei einem hypothetische Füllhorn werden manche bestimmte Leute vermisst haben, andere könnten darauf verweisen, dass manche der Akteure nicht besonders von ihrem Typus getroffen worden sind und schließlich wird es einige Fights entweder so nicht geben können oder bereits gegeben haben.
Aber wie dem auch sei: ein Gedankengang war es auf alle Fälle wert, oder?!

Letzte Änderung am Samstag, 09 Dezember 2017 08:07

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