Simons Selbstversuch: 60 Tage DDPYOGA... and going!

  • 04 Januar, 2014
  • geschrieben von 
  • Gelesen 2271 mal
  • Artikel bewerten
    (0 Stimmen)

 

Diamond Dallas Page-211

Bang, monkeys! Da bin ich wieder. Ursprünglich war angedacht, euch DDPYOGA einmal kurz vorzustellen, aber nach inzwischen zwei Monaten bin ich so gnadenlos begeistert, dass ich einfach nochmal ein kurzes Update geben muss.

Eine Sache, die mich anfangs davon abgehalten hat, das Programm zu bestellen: Ausnahmslos jeder, den man darüber reden hört, hört sich an wie ein bezahlter Werbesprecher. Hipp hipp hurra, alles ist super, alles ist wunderbar – jeder kann es machen, jeder hat was davon, es gibt absolut keine Nachteile. Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch weiß, dass das nicht hinkommen kann. Dennoch: Nach zwei Monaten Workout kann ich all diese Aussagen nachvollziehen.

Aber gehen wir nochmal zurück zum ersten Teil meines Erfahrungsberichts: OP war gerade überstanden und ich schrieb, es laufe schon wieder im Gym – das hielt aber nicht lange und die operierte Leiste meldete sich kurz nach Veröffentlichung des Artikels wieder. Ich bin weder hypochondrisch, noch sonderlich vorsichtig veranlagt, aber in dem Fall dachte ich mir dann doch: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Also gezwungenermaßen erstmal wieder auf Yoga konzentriert. Was Spaß macht, was süchtig macht, weil man einfach jedes Mal aufs Neue gefordert wird und es im Gegensatz zu den meisten anderen Arten von Fitness jede Menge Abwechslung bietet. Aber ich wollte einfach wieder Masse aufbauen. Ich meine, mir war klar, dass das mit Dynamic Resistance bestimmt auch machbar ist, aber eben sehr schleichend. So lief es auch in den ersten Wochen, als ich mich durch die Anfänger- und Fortgeschrittenen Workouts gekämpft habe.

Das ganze änderte sich jedoch recht schnell, als ich zum Diamond Cutter kam (das Workout, das ich schon nach wenigen Tagen versuchen wollte und miserabel gescheitert bin). Nach fünf Wochen konnte ich ihn endlich durchziehen. Wisst ihr noch, wie Page den Diamond Cutter in der WCW beschrieben hat? Feel the Bang! Besser kann man das Workout nicht beschreiben. Im Fitnessstudio hast du deinen Leg Day, dann die Arme usw.

Hier bist du nach 50 Minuten fertig mit der Welt – und zwar dein ganzer Körper. Am Ende fühlt sich deine Yoga Matte mehr wie ein Küchenbrett an. Über dir steht der King of Bada Bing und hat dich eine knappe Stunde mit dem Fleischklopfer malträtiert. Nach der ersten Session dachte ich mir: Das könnte doch was werden. Also habe ich mir den Grundsatz „Make it your own“ zu Herzen genommen und meinen eigenen Workout Plan erstellt. Wichtig: Jeden zweiten Tag den Diamond Cutter, um den Muskeln einen Tag zur Regeneration zu geben.

 


Am Jahresanfang folgte dann der nächste Bang, diesmal auf der Waage: Vor meiner OP wog ich 69kg, danach 61kg. Nach zwei Monaten YRG bin ich nun schon wieder hoch auf 66 kg. Nach den ersten 30 Tagen schrieb ich noch, das Programm sei "mehr als eine nette Ergänzung". Inzwischen nutze ich es in erster Linie, noch vor dem Fitnessstudio, um in Form zu kommen. Letzteres dient eigentlich nur noch zum Aggressionsabbau, wenn mal nötig. ;) Was aber noch wichtiger ist: Das Wohlbefinden, das man über die Zahlen hinaus erlangt.

Mein erster Artikel über DDPYOGA musste eigentlich nur für eines Kritik einstecken: Dass ich die Story von Arthur Boorman nur am Rande erwähnt habe. Aber die kennt schließlich jeder, der schon mal von dem Programm gehört hat: Ehemaliger Soldat, konnte sich nur noch mit Hilfe von Gehhilfen bewegen, kann nun wieder laufen. Aber auch von Arthur abgesehen tummeln sich einige solcher Fälle (wenn auch natürlich nicht in dieser extremen Form) in der hauseigenen Community.

Ob Knieprobleme, Hüftdysplasie oder ehemalige Gewichtheber, die am Ende sind und sich rehabilitieren wollen. Bei manchen ist es nur Hoffnung, andere sind weiter fortgeschritten und haben ihre Wehwehchen schon erfolgreich geheilt. Ich selbst habe keine schwereren körperlichen Leiden, bin aber beruflich naja... ich selbst nenne es Kartonschieber. ;) Im Lager, mehr oder weniger seit sieben Jahren. „Rücken haben“ ist da schwer vermeidlich. Ich habe keine chronischen Schmerzen, aber es zwickt schon in schöner Regelmäßigkeit. Nach meiner sechsten Woche ist mir plötzlich aufgefallen, dass da gar nichts mehr war. Momentan bin ich komplett schmerzfrei (endlich auch körperlich ;) und fühle mich so gut wie seit Ewigkeiten nicht mehr.

Kurz loben muss ich auch hier noch einmal die geschäftliche Seite (was ich in unserem Forum auch schon kurz angerissen habe): Der Support ist einfach überragend. Ich glaube, ich hatte bis jetzt drei oder vier kleine Anfragen und wirklich jedes Mal wurde innerhalb weniger Stunden präzise geantwortet und mein Problem hatte sich in Luft aufgelöst. Ganz große Klasse!


In unserer Trainingskolumne hat euch unser Mister X schon ein wenig über die Wichtigkeit von „Core Strength“ aufgeklärt. Die kann nicht nur für Wrestler, sondern auch für den Otto-Normal-Verbaucher so einiges leisten. Spätestens, wenn man zu den wirklich herausfordernden Sachen in YRG kommt, merkt man, wie viel Stabilität und Kontrolle einem ein starker Core über seinen Körper gibt. Schon bei kleinen Dingen spürbar, wenn man nach dem Workout aus dem Schneidersitz aufstehen will und plötzlich nicht mehr die Hände benutzen muss. Mehr Kontrolle über den eigenen Körper bedeutet auch geringere Verletzungsgefahr – nicht nur für Wrestler.

Deshalb widme ich die Tage, in denen ich mich nicht vom DC fertig machen lasse, Red Hot Core (und wenn ich Lust habe noch irgendeinem Workout zur Flexibilität). Allerdings muss ich Mister X in einem widersprechen:

„Das Abnehmen von Fettpolstern am Bauch ist wohl eine der schwersten Sachen im Training überhaupt. Aus einem relativ einfachen Grund: Der Körper WILL dieses Fett einfach nicht hergeben.“

Ach wirklich?! Dann bin ich wohl die Ausnahme von der Regel. Ich kratze ständig am Sixpack, obwohl ich ihn gar nicht will. Ich mag keine Sixpacks, rein optisch, ich bin nur auf die Core Strength aus. Daher bin ich momentan wohl der einzige Typ auf Erden, der reinschaufelt, was geht nur um trainieren und trotzdem keinen Sixpack bekommen zu können. Genießt meine Verwirrung – ich tue es auch. 

Um zum Ende nochmal zum vernünftig denkenden Menschen zu kommen: Welche Personen haben denn nichts von DDPYOGA, wo sind die Nachteile? Ich habe lange überlegt und mir fallen im Grunde nur jene ein, die beruflich sportliche Ziele haben. Wer die körperlichen Ausmaße eines Wrestlers erreichen will, für den wird der Gang ins Fitnessstudio unverzichtbar sein. Ein Marathonläufer wird alleine durch YRG nie die Ausdauer bekommen, die er braucht und ein Zirkusmensch ohne Wirbelsäule ist mit traditionellem Yoga vermutlich besser bedient.

Allen anderen, die ein gute Mischung aus Masse, Flexibilität und Ausdauer haben (und vielleicht ein paar sinnlose Moves zum verbiegen lernen) wollen, alle die sich von kleinen Wehwehchen verabschieden und schlicht einen gesünderen Lifestyle (denn wie erwähnt: Das ganze geht über das Workout hinaus) leben möchten, kann ich nur empfehlen: Get up and feel the BANG!


{fcomment}

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 Januar 2014 15:21

Kalender

« September 2019 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30