Bobby „The Brain“ Heenan gestorben: Der Unterhaltungs-Gigant Empfehlung

  • 18 September, 2017
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Mit seinen 1,83 Meter war Bobby Heenan kein Riese, doch hatte er ein Mikrofon vor dem Mund war er wahrlich der Größte in der Wrestling-Welt. Er, den man „The Brain“ und „The Weasel“ nannte, gehörte zu den besten Kommentatoren aller Zeiten und gilt als bester Manager aller Zeiten. Jetzt ist der WWE Hall of Famer im Alter von 73 Jahren gestorben.

Heenan litt an Kehlkopfkrebs, eine Krankheit, die die vergangenen 15 Jahre seines Lebens bestimmt hatte. Schon bei seiner Aufnahme in die Ruhmeshalle der WWE im Jahr 2004 hatte die einst so mollige Manager mit den rosigen Bäckchen körperlich massiv abgebaut. 2007 hatte sich Heenan komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, Meldungen von schweren gesundheitlichen Rückschlägen gab es aber immer wieder.

Die Krankheit hatte ihm das geraubt, was ihn einst weltberühmt machte: seine Stimme. Heenan hatte zwar Anfang der 1960er-Jahre seine Karriere als Wrestler begonnen, wechselte aber schon bald auf die andere Seite der Seile. Im Wrestling, das mit dem Fernsehen groß wurde, waren Interviews zu Promotion-Zwecken immer wichtiger geworden.

Wer nicht versteht, warum Wrestling so viel mehr ist als die reinen Show-Kämpfe im Ring, kennt die Arbeit von Bobby „The Brain“ Heenan nicht. Heenan war ein geborener Heel. Hinterlistig, gewitzt, aber auch zum Brüllen komisch. Er musste nur seinen Kopf Richtung Publikum drehen und bekam dafür schreiende oder lachende Reaktionen von Tausenden zahlenden Fans. Und wenn er die Klappe mal wieder zu weit aufgerissen hatte und es dann ernst wurde, konnten die kleinen Beinchen des dicklichen Manns ganz schön schnell rennen. Völlig over the top – und deswegen so erfolgreich. Heenan hatte keine Scheu, sich lächerlich zu machen, wenn es der Unterhaltung diente.

Bobby Heenan: Weasel – Brain – Legende

Als Manager begleitete er viele der größten Wrestler aller Zeiten zum Ring – und mit gewieften Methoden zu Titeln: Ob Andre the Giant und Ric Flair, Harley Race und Lex Luger, Mr. Perfect und Ravishing Rick Rude, Heenan hatte sie alle. Und mit den größten Schurken unter seinen Fittichen wurde auch Heenan selbst zum großen Gegenspieler, zum Beispiel von Hulk Hogan in der Boom-Periode der WWE Mitte der 80er-Jahre.

Heenen hatte das Reden drauf wie kaum ein Zweiter. Das bewies er nicht nur als Manager – ein Job, den er 1991 aufgab, weil er aus gesundheitlichen Gründen keine Prügel mehr beziehen durfte –, sondern zwischen Mitte der 80er und Mitte der 90er als Colour-Kommentator in der WWE an der Seite von Gorilla Monsoon. Das ungleiche Duo war Comedy-Gold – ohne dabei das Geschehen im Ring zu vernachlässigen. Dabei beleidigte Heel Heenan zwar die Fans und deren Lieblings-Wrestler, machte das aber oft so überraschend und pointiert, dass man gar nicht um ein Grinsen herumkommen konnte.

Wenn die WWE Legenden wie Bobby Heenan in ihre Hall of Fame aufnimmt, die in ihrer aktiven Zeit vor allem als Bösewichte auftraten, verwendet die Promotion gerne den Ausdruck „love to hate“ – das Publikum hätte es geliebt, sie zu hassen. Während die Zuschauer das bei vielen Wrestlern wohl oft nicht erkannt hätten und es vorzogen, diejenigen einfach nur zu hassen, war das bei Bobby Heenan fast unmöglich. Heenan war ein Unterhaltungs-Gigant.

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Letzte Änderung am Montag, 18 September 2017 12:59

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