Maik Hanke

Maik Hanke

WWE hat den bekannten türkisch-kanadischen Fernsehmoderator Arda Ocal verpflichtet. Wrestling-Fans könnten den 33-Jährigen durch seine Arbeit beim Sender The Score kennen, auf dem die smarte Wrestling-Show „Aftermath“ lief.

Ocal schlägt damit den gleichen Weg wie Renee Young ein. Beide hatten „Aftermath“ bis 2012 gemeinsam mit dem ehemaligen WWE-Referee Jimmy Korderas moderiert.

Bei WWE soll Ocal unter dem Namen Kyle Edwards auftreten.

Geht der personelle Aderlass bei TNA weiter? Mit Austin Aries könnte ein Zugpferd die Carter-Company bald verlassen. Es heißt, Aries Vertrag laufe in Kürze aus – wann genau, ist nicht bekannt.

Möglicherweise waren die Tapings von Impact Wrestling in Bethlehem, Pennsylvania, in der vergangenen Woche seine letzten Auftritte. Danach tweetete Aries Folgendes und befeuerte die Gerüchte:

Tommy Dreamers House of Hardcore wirbt für seine Show am 15. November mit dem TNA-Star. Für die TNA-Tour durchs Vereinigte Königreich im kommenden Jahr ist Aries bereits nicht mehr angekündigt.

(Quelle: WrestlingInc.com)

Cassandra Frazier, die Witwe des früheren WWE Superstars Nelson Frazier, der unter den Namen Mabel, Viscera und Big Daddy V auftrat, hat nie die Spenden erhalten, die Fans nach dem Tod des Superschwergewichts für die Bestattung und das Begleichen von Schulden gesammelt hatten.

Fraziers früherer Tag-Team-Partner Bobby „Sir Mo“ Horne habe das Geld angenommen, aber nie der Familie Frazier übergeben. Weniger als 100 Dollar hätte sie erhalten, berichtet Cassandra Frazier gegenüber der Website Examiner.com. Sie habe zuerst geglaubt, die Fans hätten gar nichts gespendet. Stattdessen habe Horne eine „riesige Summe“ zusammenbekommen. „Ich habe fast nichts mehr“, sagt Cassandra Frazier. Sie habe fast alles in ihrem Haus verkaufen müssen, um die Bestattung zu bezahlen, und habe x-mal umziehen müssen.

„Er ist ein Lügner, ganz einfach“, sagt Frazier über Horne. „Er hat andauernd Leute auf Facebook um Spenden gebeten für seine Nierentransplantation und seine Dialyse, aber kaum mehr, seit Nelson gestorben ist.“ Horne habe das gesammelte Geld für seine eigene Behandlung ausgegeben, unterstellt Frazier. Es sei kein Wunder, warum ihr Mann Horne nie gemocht und vertraut habe.

Horne widersprach gegenüber Examiner.com diesen Darstellungen. Er habe beispielsweise nie Spenden für einen Grabstein erbeten, wie Frazier behauptet hätte. Seine Aufgabe sei es lediglich gewesen, die Details des Gottesdienstes zu klären. „Mein Partner ist ohne Versicherung und Geld gestorben. Ich habe geholfen, ihn zur letzten Ruhe zu betten – so gut ich konnte und mit dem Geld, das da war“, sagte Horne.

(Quelle: WrestlingInc.com)

Wenn Hollywood einen Film gedreht hätte mit einer Story wie dem Leben von Jake „The Snake“ Roberts, hätten Kritiker ihn zweifelsohne als überkonstruierten Kitsch abgetan. Denn Roberts Leben war mehr als eine Berg- und Talfahrt: Es war den Mount Everest hoch und wieder runter – x-mal hintereinander. Es war vom Himmel in die Hölle und zurück auf Erden.

Einer beachtenswerten Karriere als WWE-Superstar, die in diesem Jahr mit der Aufnahme in die WWE Hall of Fame gekrönt wurde, folgte der Absturz. Über mehr als 15 Jahre galt Jake Roberts als der Inbegriff des abgehalfterten Ex-Wrestling-Stars. Die Familie zerrüttet, das Konto leer, der Körper kaputt, das Leben im Dauer-Delirium. Eine schwere Alkohol- und Drogensucht hatten den früheren Star fest in der Hand. Viele Journalisten hatten wohl längst den Nachruf vorproduziert in der Schublade liegen. Es gleicht beinahe einem Wunder, dass Jake Roberts noch lebt.

Roberts: „DDP hat mein Leben gerettet“

Doch vor etwa zwei Jahren hat Roberts tatsächlich die Kurve gekriegt. Ausgerechnet Diamond Dallas Page, sein früherer Schüler (ich sag ja: Hollywood-Kitsch), nahm ihn unter seine Fittiche, ließ ihn in seiner Crib wohnen, half ihm mit einem strikten Plan durch den Tag. Nachdem alle Hoffnung bereits verloren schien, besiegte Roberts tatsächlich seine „Dämonen“. Auch körperlich kam er wieder in Form. „DDP hat mir das Leben gerettet“, sagt Roberts ganz unumwunden.
 
Als WWE den Mann mit der Schlange Anfang Januar bei Old School RAW sogar das erste Mal seit Jahren wieder vor ihre Kameras treten ließ, liebten ihn die Fans. Und er sah er gut aus, zufrieden und gesund. Als wäre nichts gewesen. Äußerlich hatten seine Eskapaden dem Augenschein nach keine Spuren hinterlassen, aber innerlich? Im Februar erhielt Roberts erstmals die Diagnose: Krebs. Hinter einem Knie fanden Ärzte einen bösartigen Tumor.

Unglück im Glück im Unglück 

Die Ärzte entfernten das schlechte Gewebe, untersuchten Roberts regelmäßig – der Krebs schien besiegt. Dann, vor wenigen Tagen, wieder Grund zur Sorge: Bei einem Flug klagte Roberts über Brustschmerzen. Es war eine schwere doppelseitige Lungenentzündung, stellte sich heraus. Nach der Landung warteten die Ärzte bereits auf ihn. Im Krankenhaus versetzten sie ihn für drei Tage in ein künstliches Koma.
 
Jetzt, noch eine Schock-Diagnose: Der Krebs ist zurück. Bei ihren Untersuchungen fanden die Ärzte Krebsgewebe in Roberts Brust. Glück im Unglück, dass die Ärzte es fanden? Hoffentlich rechtzeitig. Aber musste es schon wieder Krebs sein? Unglück im Glück im Unglück.
 

Ein Stehaufmännchen

Ein Werdegang vom Wrestling-Star zum halbtoten Junkie zum geläuterten Ex-Junkie bleibt wohl nicht ohne Folgen. Muss Roberts nun den Preis für seine Verfehlungen in der Vergangenheit zahlen? Aber Krebs? Woher der kommt, weiß man fast nie. Nach all dem, was Roberts durchgemacht hat, war er doch endlich auf dem rechten Weg, endlich wieder im Leben angekommen. Seine dramatische Geschichte schien sich zum Guten zu wenden. Das Leben ist nicht fair.
 
Roberts ist noch nicht tot – noch lange nicht. Es ist ein Klischee, wenn jemand bei einem kranken Wrestler schreibt, der größte Kampf stehe nun erst an. Roberts hat diesen Kampf schon mehrfach hinter sich. „Das ist nur ein weiterer Kampf“, sagt Roberts bei einem Indy-Event. „Wenn man die Sucht besiegen kann, kann man auch Krebs besiegen“, gibt sich The Snake beherzt. Trotzdem: Er wirkt angefasst, nachdenklich. Er weiß, dass es kein gutes Zeichen ist, dass der Krebs zurück ist. Aber Roberts ist ein Stehaufmännchen. Und er schöpft unmessbare Kraft aus dem unendlichen Zuspruch, der ihm entgegengebracht wird. Menschen mögen Comebacks. Mach’s noch einmal, Jake!

Edge, Chris Jericho, Jeff Hardy, CM Punk, John Morrison, Rey Mysterio, Shelton Benjamin, Charlie Haas, und, und, und… Die Liste der Super-Techniker bei SmackDown Mitte des Jahres 2009 war schier endlos, ebenso wie die Möglichkeiten, sie einzusetzen. Jede Woche setzten die Booker den Fans reihenweise Top-Matches in PPV-Qualität vor.

2009 war – neben 2003 – sicher die beste Zeit der SmackDown-Geschichte. Ach was: Was das Wrestling in den TV-Shows angeht, war das eine absolute Hochphase der WWE-Geschichte. Es zeigte sich: Während RAW die Show-Show war, war SmackDown die Wrestling-Show.

Hier ein Beispiel:

Chris Jericho vs. Jeff Hardy – SmackDown vom 24. Juli 2009


WWE-Moderatorin, -Kommentatorin und -Interviewerin Renee Young steht hoch in der Gunst der WWE-Verantwortlichen. Backstage soll es Gespräche geben, ob die 28-Jährige zukünftig Teil des Kommentatoren-Teams bei A-Show RAW werden könnte.

Besonders Stephanie McMahon soll von Youngs Arbeit begeistert sein. McMahon setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen in der von Männern dominierten WWE prominente Stellen besetzen.

(Quelle: WrestlingInc.com)

WWE Superstar Daniel Bryan wird keine weitere Nackenoperation benötigen. Diese Entscheidung hätten Ärzte vergangene Woche getroffen, sagte Bryans Ehefrau Brie Bella in einem Interview für die Fernsehsendung „Total Divas“.

Bella berichtete, dass Bryan derzeit in der Reha sei und allmählich die Kraft in seinem rechten Arm wiedergewinnt. Wann der frühere WWE World Heavyweight Champion zurück im Ring sein wird, ist noch unklar. WWE-Verantwortliche hoffen auf ein Comeback in drei Monaten.

Daniel Bryan fehlt WWE seit bereits drei Monaten wegen einer schweren Verletzung am Nacken.

(Quelle: WrestlingInc.com)

Um den Overkill endgültig perfekt zu machen – und wir wollen euch ja auch nichts vorenthalten –, hier die hoffentlich letzten Social Services zur Ice Bucket Challenge. Auch die ganz großen Wrestling-Legenden waren sich nicht zu schade, sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu schütten und auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Die Videos von Vince McMahon, Triple H und dem Undertaker kennt ihr ja schon, hier der Rest der Elite:

Hulk Hogan:


Mick Foley:


Roddy Piper:


Bret Hart:


Shawn Michaels:

Und als Reaktion auf Vince McMahons Nominierung – Donald Trump:

Ric Flair wollten wir euch eigentlich auch präsentieren – sein Video ist leider inzwischen schon wieder auf Youtube gelöscht...

Seit unserem ersten Überblick ist nochmal ein ganz fetter Haufen neuer Videos von Wrestling-Stars, die an der Ice Bucket Challenge teilnehmen, aufgetaucht. Klickt euch mal durch, viele sind echt sehenswert und es ist schließlich für einen guten Zweck. Mit dabei: Was fürs Auge, was zum Lachen, eine deutsche Stimme – und ein besonderer Geist im Dunkeln.

Maryse:

Velvet Sky und Bully Ray:

Chris Jericho – Nummer zwei:

Renee Young:

Lisa Marie Varon (Victoria/Tara):

Zack Ryder:

Carsten Schaefer:

Titus O’Neil:

David Otunga:

Mr. Anderson:

Torrie Wilson:

Goldust:

Seth Rollins (oder auch nicht):

Road Dogg:

Matt Hardy – natürlich extreme:

Jeff Hardy – natürlich extreme hoch zwei:


Kermit der Frosch (auf Nominierung von Vince McMahon):

Jeff Jarrett und Karen:

Bad News Barrett:

Layla:

Michelle McCool:

… und der Undertaker!

„Superstar“ Billy Graham hat nur noch zwei Jahre zu leben habe, ehe seine Leber versagt, teilt der WWE Hall of Famer auf seiner Facebook-Seite mit. Seine Ärzte hätten ihm diese fatale Diagnose gestellt. Grund seien Komplikationen mit Hepatitis C. Abdullah the Butcher, den Graham mit schweren Beleidigungen angeht, habe ihm diese Krankheit eingebrockt, so der „Superstar“.


Graham schreibt, Abdullah habe ihn aber nie gebladet. Aber er habe ihn angesteckt, ebenso wie er schon den Wrestler Hannibal angesteckt habe. Hannibal hatte wegen einer Ansteckung im Juni einen Gerichtsprozess gegen Abdullah gewonnen, der bisher geleugnet hatte, Hepatitis C zu haben.

Graham ist ohnehin nicht gut auf Abdullah zu sprechen. Als der Madman from the Sudan 2011 in die WWE Hall of Fame aufgenommen wurde, forderte Graham – Mitglied seit 2004 – wieder aus der Ruhmeshalle gelöscht zu werden. Abdullah sei ein blutdurstiges Tier, hatte Graham damals gesagt. Seinen Hall-of-Fame-Ring verkaufte Graham auf Ebay.

Eine Rückkehr Kurt Angles zur WWE ist derzeit außer Reichweite. Angle habe kürzlich mit Triple H über ein neues Engagement telefoniert. Dabei habe Triple H den olympischen Goldmedaillengewinner zurückgewiesen. Angle habe daraufhin Vince McMahon angerufen, der aber nur darauf verweisen konnte, dass Triple H nun für Personalfragen zuständig sei. Triple H soll nun verärgert sein, dass Angle versucht habe, ihn zu umgehen.

(Quelle: WrestlingInc.com)

Was er gegessen habe, um seinen großen Triumph zu feiern, fragt ein Reporter des Promi-Portals TMZ den neuen WWE World Heavyweight Champion Brock Lesnar, der am späten Abend nach dem SummerSlam 2014 aus einem Restaurant kommt. „We ate John Cena tonight“, antwortet sein Manager und Freund Paul Heyman mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Lesnar lacht. Das Beast hatte im Main Event der größten Show des Sommers John Cena nicht nur verspeist, er hatte ihn bei lebendigem Leibe zerfleischt.

WWE hatte Cena Lesnar zum Fraß vorgeworfen. Lesnars Kampf beim SummerSlam war kein richtiges Match und trotzdem wird man noch lange darüber sprechen. Es war eine Demontage, eine Darbietung von Dominanz. Eat – Sleep – Conquer – Repeat. Es war das 7:1 von Deutschland gegen Brasilien in einem Wrestling-Ring. WWE hatte den Main Event der zweitgrößten Show des Jahres für einen Squash geopfert. Dabei hieß Lesnars Gegner John Cena.

Cena, der größte Star der vergangenen zehn Jahre, der mit dem größten Push aller Zeiten, der fünfzehnfache World Champion, der Superman. WWE hatte ihn an Lesnar verfüttert – und damit alles richtig gemacht. Zugegeben: Wenn Lesnar einen anderen Gegner, beispielsweise einen Daniel Bryan, als Gegner gehabt hätte, dann würde das Internet jetzt laut aufschreien. Stattdessen jubilieren sie „Thank you, Lesnar“. Denn auch wenn er regelrecht zerstört wurde, finde ich: Cena kann eh nichts mehr schaden.

Die Augen eines Killers

Brock Lesnar stand inmitten des Seilgevierts und schaute fokussiert, aber regungslos in Richtung des Entrance-Bereichs. Langsam zoomte die Kamera an sein Gesicht heran und fing die eiskalten blauen Augen eines Killers ein. In jeder Sekunde seines Entrances und in jeder Sekunde des folgenden Kampfs fühlte sich Brock Lesnar groß an. Ich habe zeitweise endlich wieder den Brock Lesnar gesehen, den ich seit seiner Rückkehr vor mehr als zwei Jahren sehnsüchtig erwartet hatte. Brock Lesnar ist bei mir wieder over gekommen.

In zwei Standpunkten im Nachgang zu WrestleMania XXX hatte ich die WWE scharf kritisiert, dass Brock Lesnar die legendäre Undefeated Streak des Undertakers brechen durfte. Es war für mich die größte Fehlentscheidung aller Zeiten. Und vielleicht ist sie das für mich heute immer noch. Aber ich hatte auch gefordert, dass die WWE zum SummerSlam etwas Großes mit Lesnar vorhaben müsse, dass sie in Causa Lesnar nun liefern müsse. Und sie hat etwas geliefert.

Der weiße Hulk

Brock Lesnars Dominanz war so nicht abzusehen. Schließlich hieß sein Gegner Cena, der Lesnar in dessen erstem Match nach seiner Rückkehr im Jahr 2012 besiegen durfte und ihm so direkt ein dickes Glaubwürdigkeitsproblem eingebrockt hatte. Nach dem Ende der Streak standen die Vorzeichen gewiss anders und ich bin fest von einem Titelwechsel ausgegangen. Es musste sein. Der Sieg war richtig und wichtig – aber erst die Dominanz hat Lesnar endgültig wieder vom handzahmen Kätzchen zum fleischgewordenen Teufel werden lassen.

Lesnar machte von der ersten Sekunde an Dampf und überrollte John Cena wie ein D-Zug (Here comes the Train…). Der erste F-5 schmetterte Cena bereits nach etwa einer halben Minute auf die Matte. Endlich war die Handbremse gelöst. Lesnar war endlich wieder der weiße Hulk. Eat – Sleep – Suplex – Repeat. Lesnar spielte mit Cena. Der konnte sich zweimal hochpowern, doch Lesnar hat nie die Kontrolle über das Match verloren. Das typische Superman-Finish Cenas fiel aus. Aber Lesnar verfiel zwischendurch wieder in alte Muster. Das Match zog sich. Das Biest hatte wieder Kaugummi zwischen den Klauen. Aber nur ein wenig. Und es ging ohnehin nicht um ein Fünf-Sterne-Match.

Cena und das Match hatte man der Darstellung und dem Beginn einer größeren Story geopfert. Die wird sich sicherlich bis WrestleMania strecken. Backstage herrscht derzeit angeblich Uneinigkeit darüber, wer gegen Lesnar auf der größten Bühne gegenübertreten soll. Vince McMahon sei für The Rock, heißt es, Triple H pocht auf das Next Big Thing Roman Reigns. Bis dahin wird Brock Lesnar durch das Roster pflügen dürfen. Wenn er denn da ist.

Lesnar ist wieder etwas wert

Brock Lesnar ist ein Part-Timer. Daran dürfte sich künftig wenig ändern. Und so hat Paul Heyman in der Promo bei RAW am Tag nach dem SummerSlam jetzt schon versucht, die Zuschauer bei der Stange zu halten. Er betitelte die kommenden Lesnar-Matches nicht nur als „Must-see“, sondern als „Can’t Miss“. Ich hab Bock auf Lesnars Run. Erst mal zumindest. Der Grundstein ist gelegt. Jetzt wird es wichtig sein, wie der Titel durch Heyman in den Shows präsent gehalten wird.

Nach der Demontage Cenas gehen Lesnar schon mit dem Titelgewinn die glaubwürdigen Herausforderer aus. Vielleicht ist es daher ausnahmsweise gar nicht verkehrt, einen Part-Timer als Champion zu haben. Sehr freuen würde ich mich zukünftig auf ein Match (ein richtiges Match!) gegen Daniel Bryan, der das Gold bei WrestleMania gewinnen durfte, als Lesnar den Undertaker besiegte, und den Titel nur wegen einer Verletzung kampflos abtreten musste.

Jim Ross hat bereits davon gesprochen, dass nun eine Zeit anbrechen könnte wie in der Ära der Territorien, als die seltenen Matches des Champions noch etwas Besonderes waren. Eine heute in der von Wrestling übersättigten Gesellschaft vergessene Zeit. Ob die Zuschauer darauf ansprechen, wird abzuwarten sein. Es ist das Experiment wert – denn zurzeit ist Lesnar etwas wert.

Während beim SummerSlam noch das strichelige Grunge-Logo im Fernsehen präsent war, hat WWE zur RAW-Ausgabe einen Tag später den Wechsel des Logos vollzogen. Das moderne, scharfkantige Network-Logo, das das digitale Zeitalter besser vertreten soll, prangt nun nicht nur an den WWE-Headquarters in Stamford, sondern auch in der Ecke jeder Fernsehübertragung, im Signatur-Trailer zu Beginn der Shows oder auf der Website WWE.com.

Außerdem hat WWE bei RAW die beiden bisherigen World Title zum neuen WWE World Heavyweight Title verschmolzen. Auf dem neuen Titelgürtel ist ebenfalls bereits das neue Logo zu sehen.

Die Attitude Era, die das Grunge-Logo noch zu WWF-Zeiten eingeführt hatte, und die Ära der Ruthless Aggression, als das Logo die F-Striche verlor, sind damit endgültig Fälle fürs Archiv.

Noch ist Sommer. Mancherorts ist es auch noch warm. Da mag eine Abkühlung gut tun. Aber ein Eimer mit Eiswasser samt Eiswürfeln über den Kopf schütten? Das scheint schon reichlich übertrieben. Dann auch noch ein Video davon machen und ins Internet stellen? Das klingt geradezu bescheuert. Ist aber witzig – und dient einem guten Zweck!
 
Was in Deutschland die Cold Water Challenge war, ist in vorrangig in den USA die Ice Bucket Challenge. Jemand gießt sich einen Eimer Wasser über den Kopf und nominiert drei weitere Leute, die ihm das nachmachen müssen. Ansonsten müssen sie Geld an eine gemeinnützige Organisation spenden. Bei der Ice Bucket Challenge kommt die Kohle der ALS Association zugute. ALS steht für Amyotrophe Lateralsklerose, eine unheilbare Erkrankung des Nervensystems, die zu Muskelschwund und schließlich zum Tod führt. Eine Krankheit, die vorher kaum einer kannte und nun die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Die ALS Association hat nach eigenen Angaben schon über zehn Millionen Dollar eingenommen.

Woher so viel Kohle kommt? Längst ist die Challenge zu einem Ping-Pong-Spiel der Super-Promis geworden, die sich reihenweise gegenseitig nominieren. Meistens gießen sich die Stars das Wasser über den Kopf und spenden trotzdem. Auch unter den Wrestling-Superstars geht es rund. Weil es inzwischen so schwer geworden ist, den Überblick zu behalten, hier eine Übersicht, über die besten Prüfungen – garantiert nix für Warmduscher! Und Diven sind natürlich auch dabei! ;-)

Triple H, ganz stilecht:



The Game nominiert Vince McMahon – und auch der kommt der Herausforderung nach.



McMahons Wahl fiel auf Fernsehmoderatorin Maria Menounos, die für die WWE schon bei WrestleMania in den Ring stieg.



Stephanie McMahon erhielt ihrerseits die Nominierung von Menounos.



Der Coolste: Batista hat eine extreme Überraschung parat (was muss der Typ für eine heftige Eiswürfel-Maschine haben):


CM Punk:



The Rock, wie immer eine coole Sau.

 

Edge und Christian im Doppelpack:

Beth Phoenix mit Special Guests.

Bei Hollywood-Heel The Miz muss nachgeholfen werden.

Nach zahlreichen Aufforderungen endlich: Chris Jericho

Big Show und Mark Henry:

Bo Dallas:

Kurt Angle:

DDP & Jake Roberts:

Dr. Shelby macht auch mit und ratet mal, wen er nominiert.

Wie versprochen, hier noch ein paar Divas:

Nikki Bella:

Kaitlyn:

 

Und na klar, erfunden hat’s natürlich der Hulkster vor rund 20 Jahren in der WCW… ;-)

Und bei RAW am Montag haben es Seth Rollins und Dean Ambrose nachgemacht:

Der frühere TNA World Champion Bully Ray steht angeblich nicht mehr bei TNA unter Vertrag. Wie der PWInsider von mehreren Wrestlern erfahren haben will, habe Ray vor der gestrigen Show das Roster zusammengerufen, um sich persönlich von allen zu verabschieden. Er gehe nicht davon aus, danach noch einmal wieder aufzutreten.

Rays Vertrag sei gestern ausgelaufen, heißt es nach Informationen von PWInsider. Beide Seiten hätten für eine Verlängerung nicht zueinander finden können. Paradox wirkt dabei allerdings, dass der frühere ECW-Star im Oktober zusammen mit seinem Tag-Team-Partner Devon in die TNA Hall of Fame aufgenommen werden sollte.

Bully Ray ist seit 2005 Teil der Carter-Company und war besonders in den vergangenen paar Jahren ein tragender Pfeiler von TNA. 2013 gewann er zweimal die TNA World Heavyweight Championship.

(Quellen: PWInsider, Wrestlinginc.com)

Das neue moderne WWE-Logo mit scharfen Kanten und spitzen Ecken, das bisher vorrangig für das WWE Network stand, hängt nun auch am WWE-Hauptgebäude in Stamford, Connecticut. Am Freitag präsentierte Präsident Vince McMahon das Logo an den Headquarters. Eine Fotostrecke findet sich auf WWE.com.

WWE vollzieht damit einen weiteren Schritt bei der Neuausrichtung auf das Logo, das die digitale Ära repräsentiert. Das bisherige Grunge-Logo, das seit 2002 die WWE symbolisierte, wird somit Stück für Stück zurückgedrängt.

„Das neue Logo repräsentiert die Evolution der Marke WWE“, sagte Chief Brand Officer Stephanie McMahon. Es sei zeitgemäßer und demonstriere den vorwärtsgewandten Blick der WWE. Eigentlich sei es nicht der Plan gewesen, dass das Network-Logo für die ganze WWE verwendet wird, aber die gute Resonanz habe zur Entscheidung geführt. Die Farben Schwarz und Rot sollten bleiben, weil sie seit 15 Jahren eine Klammer der Firma seien.

Es wird erwartet, dass WWE das neue Symbol in den kommenden Wochen auch bei den Fernsehshows, auf der Website, den Titelgürteln, bei Fanartikeln und so weiter einführt. Das Logo soll auch einen „Auftritt“ beim SummerSlam haben, berichtet die Website Variety.com.

Ich fürchte, wir brauchen bald ein neues Bild für unsere WWE-News...

(Quelle: WrestlingInc.com, Variety.com, Twitter.com, WWE.com)

Das Corpus Delicti war ein schwarzer Metallstuhl. Den zimmerte Seth Rollins seinen Kumpanen Dean Ambrose und Roman Reigns über ihr Rückgrat und brach ihrer gemeinsamen Gruppierung selbiges. Zwei Monate ist es her, dass man The Shield, das Stable, das länger gehalten hat als alle anderen in den vergangenen Jahren, gesplittet hat. Am Sonntag ist es soweit: Während Roman Reigns bereits bei den Großen mitmischen darf und in Main-Event-Nähe gegen Randy Orton antritt, treffen beim SummerSlam 2014 endlich Seth Rollins und Dean Ambrose in einem Match aufeinander. Grund genug, noch einmal zurückzublicken auf die glorreichen anderthalb Jahre der Hounds of Justice, und zu analysieren, was The Shield eigentlich so gut gemacht hat.

Wrestling hat eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Zirkus. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es auf Volksfesten und Karnevals fingierte Kämpfe von Kontrahenten mit erdachten Biografien, um naiven Zuschauern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Begriff „Mark“ stammt aus dieser Zeit. Die Schausteller markierten den kaufkräftigen, aber ahnungslosen Kunden mit Kreide – sodass die Kollegen wussten, wen sie leicht ausnehmen konnten.

Bis heute teilt sich Wrestling mit dem Zirkus eine Eigenschaft: Die Shows sind segmentiert aufgebaut. Im Zirkus gibt es beispielsweise dressierte Tiere, schier lebensmüde Akrobaten und bunte Clowns. Wrestling bietet zum Vergleich interessante Charaktere, athletisches Highflying oder auch lockere Comedy. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das macht Wrestling erfolgreich. Und im Kleinen hat dieses Prinzip auch The Shield erfolgreich gemacht.


WWE TLC 2012 Team Hell No & Ryback vs The...von EmilMoeller

Alle Ansprüche abgedeckt

The Shield hat fast alle Ansprüche eines Wrestling-Fans abgedeckt: Die drei Hounds of Justice hatten unterschiedliche Fähigkeiten, vertraten unterschiedliche Charaktere und verbanden unterschiedliche Stile. Dean Ambrose, der charismatische Chaot und Top-Talker. Seth Rollins, der High-Flyer. Roman Reigns, das Kraftpaket. Die drei ergänzten sich nicht trotz, sondern wegen ihrer Verschiedenheit perfekt. Und so konnten sie auch mit jeder Art von Gegner funktionieren. Egal, welchen Stil der Gegenüber hatte – irgendwer passte immer dazu, und auch manch ein Cross-over der Stile wirkte frisch und aufregend.

Frisch und aufregend wirkte The Shield gerade auch anfangs, als sie mit einem unorthodoxen Stil den typischen Tag-Team-Trott durchbrachen. Sechs-Mann-Matches waren in den TV-Shows oft Verlegenheitslösungen mit allzu vorhersehbarem Aufbau. The Shield hat diese Matchart wieder hoffähig gemacht. Gleich in ihrem ersten großen Match, bei TLC 2012, traten sie in einem Tables, Ladders und Chairs Match an und zeigten, was man zukünftig von ihnen erwarten konnte.

Showstealer en masse

2013 und 2014 stahlen Ambrose, Rollins und Reigns in schöner Regelmäßigkeit mit ihren Matches die Show. Weitere „Anspieltipps“: The Shield vs. The Usos (Money in the Bank 2013), vs. Usos vs. Cody Rhodes & Goldust (Hell in a Cell 2013), vs. Wyatt Family (Elimination Chamber) und vs. Evolution (Elimination Chamber und Payback 2014). Einfach mal einen Abend Zeit nehmen und sich durch ein paar Matches und Segmente klicken – beste Popcorn-Unterhaltung. Wir haben euch dieses Best of hier mal zusammengestellt.



Hell in a Cell 2013 - The Usos vs The Shield vs... von TheUsosOnline

The Shield etablierte sich nicht nur mit guten Matches, sondern auch mit ihren Fehden. Trotz der oft gleichen Story um das Überzahl-Spiel der Truppe wurden ihre Geschichten nicht langweilig, nicht zuletzt, weil man sie mit echten Superstars in den Ring schickte. Erst arbeiteten sie als Anarchotruppe gegen alles und jeden unter dem losen Motto der Gerechtigkeit, dann als Lakaien von WWE Champion CM Punk. Sie gingen brutal gegen den Undertaker vor und bestritten in der Tag-Team-Szene erfolgreich ihr Tag- und Titelwerk. Dean Ambrose gewann zusätzlich den US Title. Später turnte man The Shield Face und ließ sie wiederum eine neue Richtung einschlagen, indem sie sich der Authority in den Weg stellten.

"This is awesome"

Dass der Face-Turn funktionierte, ist bei heutigen guten Heels nicht selbstverständlich. Aber The Shield war längst so gut eingespielt und etabliert und stand längst für so gute Qualität, dass man die drei coolen Hunde einfach anfeuern wollte. Passenderweise leitete WWE eine Fehde gegen die ebenfalls kochend heiße Wyatt Family ein. Die Fans wollten den Clash dieser Stables unbedingt sehen und feierten den alleinigen Ansatz mit „This is awesome“-Chants, ohne dass sich die Teams überhaupt gegenseitig anrührten. Sie mussten sich nur gegenüberstehen und die Arena verwandelte sich in einen Hexenkessel.

Dazu zelebrierten The Shield von Anfang an einen Entrance, der geradezu für ein Face-Trio prädestiniert ist: der Weg durch die Fans. Dazu gab es ein catchy Theme („Sierra, Hotel, India, Echo, Lima, Delta – Shield“). Und auch beim Entrance fiel auf: Alle drei Shield-Mitglieder stiegen auf unterschiedliche Art über die Ringabsperrung. Reigns machte einen großen Schritt, Ambrose slidete locker drüber und Rollins sprang mit einer Vorwärtsrolle über die Barrikade. Oft sind es Details, die die Charaktere funktionieren lassen.

Evolution of the Shield

WWE hat The Shield als Gruppierung mit realistischem Werdegang verkauft. Zwischendurch gab es Spannungen und Tendenzen zum Split, doch getrennt wurde die Gruppe noch nicht, wie es WWE oft überstürzt bei anderen Teams durchzieht. Stattdessen raufte sich The Shield wieder zusammen und wurde noch stärker. The Shield feierte große Siege und große Momente und die drei Mitglieder etablierten sich als auch auf Dauer glaubwürdige Kräfte in der WWE. Mit dem glatten 3:0-Sweep im Elimination Match gegen Evolution um die Megastars Triple H, Randy Orton und Batista – bei dem jeder der drei einen Fall erzielen durfte – hatten sie alles erreicht. Es gab keine Ziele mehr. Ihr Weg war zu Ende.

Während Fans noch spekulierten, was man jetzt noch mit The Shield machen könnte, gelang der WWE ein Schocker: Lange hatte es keine Split-Andeutungen mehr gegeben – und zack, da kommt der Heel-Turn von Seth Rollins. Ausgerechnet Rollins, der bisher bei jeglichen Streitigkeiten als sozialer Kitt die Gruppe zusammenhielt. Von ihm hatte man den Turn nicht erwartet. Als derjenige, dem man – wegen Statur und Mic-Skills – in der WWE den großen Wurf am wenigsten zutraute, hatte er den Turn und den einhergehenden Push aber wohl auch am nötigsten.



Rollins hat sich inzwischen den Money-in-the-Bank-Koffer gekrallt und fehdet gegen den hintergangenen Ambrose. Spannend, gerade vor ihrem Match beim SummerSlam, ist die Tatsache, dass die beiden eine Indy-Vergangenheit haben. Rollins war als Tyler Black bereits das Aushängeschild von Ring of Honor, Ambrose gaunerte sich als Jon Moxley durch den Wrestling-Untergrund. Indy-Stars hatten es in der WWE lange schwer. Mit Ambrose einen früheren Death-Match-Wrestler nun sogar in prominenter und vielversprechender Rolle in der WWE zu sehen, war bis vor Kurzem undenkbar. WWE scheint ein Einsehen zu haben.

Dennoch wird wohl Roman Reigns derjenige sein, den Bodybuilding-Liebhaber Vince McMahon unter die Decke pushen wird. Schließlich ist die WWE immer noch das Land der Riesen, das Land der Vetternwirtschaft und das Land, das lieber auf Eigengewächse setzt, statt auf die, die es anderswo schon zu etwas gebracht haben. Schließlich will sich in Stamford keiner vorschreiben lassen, wer etwas auf dem Kasten hat und wer nicht. Wie es mit Rollins und Ambrose nach ihrer Fehde weitergeht, ist offen. Aber vielleicht siegt auch in ihren Fällen die Gerechtigkeit.

In der 62-jährigen Geschichte der WWE hat es 44 verschiedene WWE Champions gegeben. Unter ihnen viele US-Amerikaner und Kanadier, dazu ein paar Männer mit mexikanischen, samoanischen und italienischen Wurzeln. Sogar ein Iraner, ein Franzose und ein Ire waren Champion. Nur schwarz war keiner. Nicht einer. In 62 Jahren. Das Thema ist nicht neu, doch kocht in den USA durch einen Bericht des Atlantic nun wieder auf. Die Frage: Wie rassistisch ist die WWE? Oder konkreter: Ist Vince McMahon ein Rassist?

Um den Diskussionen gleich zuvor zu kommen: Ja, The Rock ist halb schwarz. Aber auch halb samoanisch. Und er stammt aus einer berühmten Wrestling-Familie. Seine Bilderbuch-Karriere trifft also nicht ganz den Kern dieser Diskussion. Und ja, es hat auch schon schwarze World Heavyweight Champions in der WWE gegeben: Booker T und Mark Henry. Und Bobby Lashley war ECW Champion. Aber wir wissen: Der World Title ist nicht der A-Titel und die Schwarzen haben als Champions nicht den A-Brand RAW getragen. Nie durfte ein Schwarzer das Aushängeschild der WWE sein.

Schwarze World Champions – eine kurze Liste

Schaut man sich einmal in der Wrestling-Geschichte nach schwarzen World Champions um, muss man die Lupe zur Hand nehmen. 1962 wurde Bobo Brazil NWA Heavyweight Champion – sein Run ist allerdings nicht von der NWA anerkannt. Erst 2002 und 2004 wurde mit Ron Killings (heute als R-Truth bekannt) bei TNA ein weiterer Schwarzer NWA Champion. 1992 wurde Ron Simmons in der WCW als offiziell erster schwarzer World Heavyweight Champion in der Wrestling-Geschichte auserkoren. Später gewann Booker T fünfmal diesen Titel in der WCW und einmal in der WWE. Heute ist Lashley TNA World Heavyweight Champion. Eine Liste von Namen, die man an einer Hand abzählen kann.

Fakt ist: Etwa drei Viertel der US-Bevölkerung sind weiß und Ringen wird an vielen Schulen trainiert. Ringen war schon immer eher ein Sport der Weißen. So wie Eishockey schon immer ein Sport der Weißen war und Basketball sowie Boxen eher Sportarten der Schwarzen sind. Wenn man annimmt, dass grundsätzlich viele Wrestler aus dem Ringen kamen und kommen, kann es schon sein, dass sich auch im Wrestling zumindest deutlich mehr talentierte Weiße umhertreiben. Aber so viele?

Wilde, Gangster und Rapper

Anders als in richtigen Sportarten können sich Wrestling-Promoter aussuchen, wer gewinnt und wen sie wie in der Liga positionieren. Sind also alle großen Wrestling-Promoter verkappte Rassisten? Auch wenn man sich die Gimmicks von vielen Schwarzen anschaut, könnte man leicht zu einem vernichtenden Urteil gelangen:

Kamala: Wilder
Godfather: Zuhälter
Cryme Tyme: Gangster
R-Truth: Rapper
Und das sind nur ein paar Beispiele aus der WWE.

Kamala ist dabei einer von denen, die die WWE anklagen: In einem Interview hat er mal ein Match mit dem Undertaker beim SummerSlam 1992 angesprochen. Während der Taker laut Aussagen Kamalas eine halbe Million Dollar verdient habe, habe er selber gerade mal 13.000 Dollar bekommen. „Es gab eine ganze Menge Rassismus in der WWE“, wird Kamala zitiert. Manchmal, wenn er für einen Event früh in der Halle war, hat er sich eine schicke Umkleide ausgesucht. Später seien dann die Agenten gekommen und hätten ihn rausgeschmissen, damit die weißen Stars sich dort umziehen können. „Wenn ich im Ring stand, war ich ein Superstar. Backstage war ich ein Nichts.

„Jemand wie du“

Auch on-air kam es bereits zu Situationen, die Kritiker als eindeutiges Indiz für Rassismus auslegen. 2003, Road to WrestleMania XIX: Auf der größten Bühne des Jahres sollte Booker T Triple H um dessen World Heavyweight Title – den damals wohl größten Titel, weil bei RAW – herausfordern. In einer Promo sagte Triple H im Vorfeld des Matches, dass „Leute wie du“  niemals in der WWE World Champion werden. Das sagte Triple H zu einem fünffachen WCW World Champion! Klar, Triple H war der Top-Heel und wollte Heat ziehen. Aber es war ein gefundenes Fressen für Kritiker. Die legen diesen Satz als Anspielung auf Bookers Hautfarbe aus. Triple H behauptete später, er habe die Knast-Vergangenheit seines Gegenübers gemeint. Bei WrestleMania besiegte Triple H Booker schließlich so sauber und eindeutig, wie es nicht sauberer und eindeutiger geht. Drei Jahre später durfte er immerhin als King Booker – bei SmackDown – vier Monate den Titel tragen.

Heutzutage bemüht sich WWE zunehmend um Political Correctness. WWE beteiligt sich im Februar am amerikaweiten Black History Month und die Charaktere der Schwarzen kommen derzeit weitgehend ohne negativ beladene Stereotypen aus. WWE bemüht sich außerdem darum, unterschiedliche Anspruchsgruppen zu erreichen. Mit internationalen Stars versucht das McMahon-Imperium, überall auf der Welt Menschen anzusprechen. Für den mexikanischen Markt gibt bzw. gab es Rey Mysterio und Alberto Del Rio, für England und Irland treten derzeit Wade Barrett und Sheamus an, mit Cesaro gibt es inzwischen auch jemanden für den deutschsprachigen Raum, und der Great Khali ist wahrscheinlich auch nur noch in der WWE angestellt, damit sich das Milliardenvolk Indien mit seinem riesigen Konsumpotential repräsentiert fühlt.

Einige von den Genannten waren World Champions, einige sogar WWE Champions, einige werden es zukünftig vielleicht werden. Sogar ein Alberto Del Rio war WWE Champion – obwohl er, wie sich herausstellen sollte, in vielerlei Hinsicht nicht wirklich das Zeug dazu hatte. Wenn selbst er WWE Champion sein durfte: Wieso gibt es eigentlich keinen wirklichen Repräsentanten für die schwarze Bevölkerung, der halbwegs erfolgreich in der WWE unterwegs ist? Kann es wirklich sein, dass in über 60 Jahren WWE kein Schwarzer (selbst wenn er Amerikaner ist) mal gut genug gewesen wäre, wenigstens einmal WWE Champion zu sein?

Wir können ja mal ein paar Namen durchgehen.

„Die rassistischste Organisation der Welt“

Mabel aka Viscera hatte man das King of the Ring Tournament 1995 gewinnen lassen. Die WWE-Verantwortlichen müssen also durchaus etwas in ihm gesehen haben. Den Push hatte man aber nie durchgezogen. Außer seiner massigen Erscheinung und einer Prise Charisma hatte er allerdings ohnehin nicht viel vorzuweisen. Ahmed Johnson war als Intercontinental Champion im Jahr 1996 (!) überhaupt der erste Schwarze, der in der WWE einen Singles Title hielt. Johnson galt zwar immer als etwas uncharismatisch, wurde dennoch als möglicher zukünftiger WWE Champion gehandelt. Er hatte das nötige muskulöse Aussehen und war ein versierter Athlet im Ring. In einem Interview sagte Johnson nicht nur, dass er durch Shawn Michaels die Auflage bekam, sich im Ring zu limitieren und auf High-Flying-Moves zu verzichten. Johnson klagte auch Vince McMahon an, ein Rassist zu sein, wie er im Buche steht. Bereits im Vorfeld seines Engagements soll WWE Hall of Famer Ernie Ladd ihm gesagt haben: „Du trittst in die rassistischste Organisation der Welt ein.“

Vielleicht waren tatsächlich nur wenige Schwarze so gut, dass sie unbedingt WWE Champion hätten sein müssen. Ein Ron Simmons, der in der WWE als Farooq auftrat, und ein Booker T hatten jedoch schon in der WCW bewiesen, das Zeug zum Champion zu haben. Gerade Booker war zu Zeiten des Monday Night Wars ein tragender Pfeiler der WCW, der mit dafür gesorgt hatte, die WWE im Quotenkrieg über Jahre zu dominieren. Sie hätten an der Spitze der WWE funktionieren können. Doch wahrscheinlich war gerade ihre WCW-Vergangenheit ein Problem. Denn Vince McMahon hatte, als die WCW Geschichte war, nur ein Ziel: Die Stars der ehemaligen Konkurrenz zu demontieren und seine eigenen Leute als einzig wahre Superstars darzustellen.

MVP, Kingston und Co. – Pushs ins Nichts

In den vergangenen Jahren gab es in der WWE eine Handvoll schwarzer Eigengewächse, die hätten durchstarten können, aber immer wieder – aus unterschiedlichen Gründen – zurückgehalten wurden. Ein Shelton Benjamin war ein grandioser Athlet mit wenig Charisma und Redegewandtheit. Elijah Burke war im Ring kein Schlechter, hatte Charisma und Mic-Skills – aber er hatte nicht den WWE-typischen Look eines Champions. R-Truth hatte 2011 als Heel bewiesen, dass auch er auch in Main-Event-Nähe ernst genommen werden kann. Doch das war nur auf einen kurzen Run ausgelegt. Zu dem Zeitpunkt war er auch schon 39 Jahre alt. Montel Vontavious Porter, MVP, legte ab 2008 einen Raketenstart hin, ehe er irgendwann, ohne erkennbaren Grund, fallen gelassen wurde.

Ähnlich wie bei MVP war es bei Kofi Kingston. Der Super-Athlet stand Ende 2009 vor einem großen Push, zeigte auch am Mikrofon – wenn er denn mal ran durfte – gute Ansätze. Doch dann war es auf einmal vorbei. Randy Orton soll sich während seiner Fehde gegen Kingston bei den Verantwortlichen beschwert haben. Seitdem ist Kingston Edeljobber, darf nicht mehr, als ab und an einen kleinen Titel halten. Bei Battle Royals und Ladder Matches gibt er nun mit spektakulären Stunts den neuen Shelton Benjamin. Auf eine Weiterentwicklung seines Charakters wartet er seit Jahren.

Nun könnte es endlich so weit sein. Kingston scheint zusammen mit Big E und Xavier Woods eine neue Gruppierung zu bilden. Eine Gruppe der Unterschätzten. Motto: „Schluss mit lustig – Wir wollen endlich erfolgreich sein.“ Ein Heel-Turn ist in greifbarer Nähe. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass WWE der Tendenz verfällt, bei Ideenlosigkeit einfach wahllos schwarze Wrestler als Team zusammenzuwürfeln. Das gab es schon bei Darren Young und Titus O’Neil sowie R-Truth und Xavier Woods. „Ach, komm, die sind schwarz, die passen schon zusammen.“ So könnte der Gedankengang eines Verantwortlichen ausgesehen haben.

Eine neue Nation of Domination?

Das noch namenlose Stable, das sicherlich irgendwann mit dem halbwegs erfolgreichen Schwarzen-Stable Nation of Domination in Verbindung gebracht werden wird, wird wohl niemanden der Beteiligten mehr zum WWE Title führen. Vielleicht noch den recht neuen, aber auch wieder ziemlich limitierten Muskelprotz Big E. Immerhin ist dem vergessenen Kofi Kingston mit einem längst überfälligen Heel-Turn ein wenig Scheinwerferlicht sicher. So kann er endlich einmal wieder neu versuchen, over zu kommen. Beim SummerSlam 2014 hat die Gruppierung keinen geplanten Auftritt – ebenso wenig wie andere Schwarze.

Bisher nicht mit in der Gruppierung ist Mark Henry, selber früher Mitglied in der Nation of Domination. Der WWE-Veteran und frühere World Heavyweight Champion hätte nach Meinung Einiger auch mal einen Run als WWE Champion verdient gehabt. Der lange verschmähte Klaftkloß hat gerade in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er am Mikrofon durchaus etwas auf dem Kasten hat und mit dem richtigen Gegner auch mal im Ring überraschen kann. Henry ist auch einer, der kürzlich in einer Web-Show der Huffington Post jegliche Gerüchte über Rassismus in der WWE zurückwies und log, dass alle anderen Titel genauso wichtig wie der WWE Title seien.

Michael Hayes und das N-Word

Ein möglicher Grund für Henrys einstige Titelgewinne könnte eine Entschuldigung vonseiten der WWE sein. Creative-Mitglied Michael Hayes hatte Mark Henry mal als „Nigger“ bezeichnet. Er war für diesen Vorfall 60 Tage suspendiert worden. Die Sperre zeigte: Immerhin offener Rassismus wird in der WWE unter Strafe gestellt. Booker T hält laut eigenen Aussagen Hayes für keinen Rassisten. Hayes habe das „N-Word“ schon häufiger benutzt. Booker glaubt nicht, dass das einen boshaften Vorsatz habe. Hayes glaube eher, dass er selber ein Schwarzer sei.

Der Zwischenfall mit Henry ist allerdings nicht Hayes‘ einziger „Ausrutscher“ gewesen. Bobby Lashleys Abgang soll direkt auf Ärger mit Hayes zurückzuführen sein. „Ich kann jetzt nichts Genaues sagen, aber wie ich schon mal gesagt habe, manchmal hassen dich Leute einfach persönlich und versuchen, dich zu vernichten. Das ist hier passiert. Das Böse hat gesiegt”, hat Lashley nach seinem WWE-Abgang 2008 auf seinem Internet-Auftritt gepostet. Er soll Hayes gemeint haben, glauben Beobachter.

Lashley hingegen ist einer von denen, bei denen die WWE dazu neigte, sie fix bis unter die Decke zu pushen. Denn er hatte das Bodybuilder-Aussehen, das Vince McMahon gefällt. Er hätte problemlos glaubhaft in einem Main Event stehen können. Kritiker hielten ihn hingegen für durchschnittlich im Ring, äußerst schwach am Mikrofon und sahen in ihm keinerlei Ausstrahlung. Trotzdem hätte Lashley das Beispiel sein können, das nach all den Jahren den Bann durchbricht. Das Beispiel, das alle Kritiker Lügen straft. Aber er ist dieses Beispiel nicht. Vielleicht wegen Rassismus. Und auch kein anderer scheint in naher Zukunft dieses Beispiel zu sein. Vielleicht wegen Rassismus. Vielleicht aber auch, weil einfach zurzeit keiner da ist, der gut genug wäre.

Die Debatte um Rassismus in der WWE wird noch lange nicht vorbei sein. Gerade erst gewinnt sie durch neueste Ereignisse einiges an Brisanz: Ein Social-Media-Mitarbeiter der WWE soll den mexikanischen Wrestler Alberto Del Rio im Backstage-Bereich rassistisch beleidigt haben. Er soll nach dem Essen beim Catering gescherzt haben, dass Teller-Abwaschen eine Aufgabe für Del Rio sei. Der revanchierte sich dafür mit einer Ohrfeige. Del Rio wurde entlassen. Via Twitter (welch Wunder) traten WWE-Mitarbeiter nach: „@VivaDelRio ist für sein Handeln selber verantwortlich. Wenn ihr auf jemanden wütend sein wollt, dann auf Alberto. Es gibt keine Entschuldigung dafür, sich als Profi-Athlet nicht professionell zu verhalten.“ Über Konsequenzen für den Social-Media-Mitarbeiter ist bislang nichts bekannt.

Sting würde gerne noch einmal für ein großes Match in den Ring steigen, verriet der Superstar im zweiten Teil des Podcasts von Jim Ross, The Ross Report. Weitere Matches würden dann allerdings nicht mehr folgen. „Ich bin 99,99 Prozent sicher und kann sagen, dass es definitiv das letzte wäre“, sagte der frühere WCW- und TNA-Wrestler, der seit Kurzem erstmals unter WWE-Vertrag steht.

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