Maik Hanke

Maik Hanke

Die neue Indy-Promotion Global Force Wrestling (GFW) hat einen Teil eines eigenen Rosters bekanntgegeben. Jeff Jarrett will für sein Projekt im Juli erstmals TV-Shows aufzeichnen. GFW bezeichnete die Wrestler als hochveranlagte professionelle Athleten von fünf Kontinenten.

Folgende Namen gab GFW bekannt:

Doc Gallows (Teil des Bullet Clubs, bekannt aus der WWE als Luke Gallows oder von TNA als DOC)
Karl Anderson (Tag-Team-Partner von Doc Gallows)
Davey Boy Smith Jr. (bekannt aus der WWE als David Hart Smith)
Lance Hoyt (Smiths Partner im Tag-Team Killer Elite Squad)
Chris „The Adonis“ Mordetsky (aus der WWE bekannt als Chris Masters)
PJ Black (aus der WWE bekannt als Justin Gabriel)
Seiya Sanada (von TNA bekannt als The Great Sanada)
Quinn “Mosse” Ojinnaka (früherer NFL-Profi)
Lei’D Tapa (vormals TNA)
Thea Trinidad (von TNA bekannt als Rosita)

Mixed-Martial-Arts-Star Chael Sonnen wird eine Rolle als Fernsehexperte einnehmen.

Weitere Namen würden folgen, teilte GFW mit.

(Quelle: GlobalForceWrestling.com)

Ein 20-jähriger Mann hat im US-amerikanischen Jersey Shore (Pennsylvania) einen 18 Monate alten Jungen mit Wrestling-Moves getötet, berichtet WrestlingInc.com unter Berufung auf PennLive.com.

Der Mann habe am kleinen Sohn seiner Freundin Wrestling-Aktionen wie den Rock Bottom und den Last Ride ausgeführt. Bei einem Last Ride soll er das Bett, auf das er den Jungen werfen wollte, verfehlt haben. Das Kleinkind stürzte auf den Boden und verlor das Bewusstsein. Im Krankenhaus stellten die Ärzte beim Jungen eine Verletzung an der Lunge und mutmaßlich ein gebrochenes Genick fest. Das Kind starb wenig später. Ursprünglich hatte der Mann behauptet, er habe das Kleinkind fallen gelassen.

Der Mann befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. Er wird sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten müssen.

In einer Mitteilung nahm Wrestling-Marktführer WWE Stellung zu dem Vorfall. „Es gibt keine Entschuldigung, wenn ein 20-jähriger erwachsener Mann ein 18 Monate altes Kind angreift“, hieß es. WWE bezeichnete den Vorfall als Verbrechen und Tragödie.

(Quellen: WrestlingInc.com, PennLive.com, WashingtonPost.com)

Stu Hart war der menschgewordene Hybrid aus Superman und Yoda. Dieses kantige Kinn, die gestählte Brust, die schier überirdische Kraft – damit hätte er glatt Christopher Reeve die Rolle seines Lebens streitig machen können. Auf der Wrestling-Matte war er dazu ein absoluter Großmeister, der bis ins hohe Alter aufopferungsvoll unzähligen Jungwrestlern ihre Meisterprüfung abnahm. Heute wäre der legendäre Wrestler, Promoter, Trainer und Patriarch des Hart-Clans 100 Jahre alt geworden.

Fast wie die fiktiven Filmhelden ist auch Stu Hart längst im Reich der Mythen angekommen. Ein Leben wie er wird keiner mehr führen: Er gründete eine der wichtigsten Wrestling-Familien aller Zeiten, alle seine zwölf Kinder sind im Business verankert: Sieben Jungs wurden Wrestler, einer wurde Ringrichter, alle vier Mädchen heirateten Wrestler. Und das, obwohl Stus Ehefrau Helen nichts für Wrestling übrig hatte. Hart selber hat gegen Bären und Tiger gerungen. Und im Hart Dungeon, seinem berühmt-berüchtigten Trainingskeller, soll er seine Studenten derart malträtiert haben, dass man, wenn es ganz still ist, immer noch ihre Schreie durch die Villa hören kann. Stoff, aus dem Legenden sind.

Weltkrieg lässt Traum von Olympia platzen

Harts Leben begann am 3. Mai 1915 in Saskatoon im kanadischen Staat Sasketchewan. Wie in den Biografien von vielen großen Selfmade-Men gehört es sich, auch bei Hart zu berichten:  Er hatte eine schwere Kindheit. Seine Familie war angeblich so arm, dass sie in einem Zelt lebte. Im Christlichen Verein Junger Menschen (englisch: YMCA) lernte Hart das Ringen auf die harte Tour kennen: Er wurde regelmäßig von Älteren vermöbelt.

Aber Hart war ein guter Ringer. Ein sehr guter. Er träumte von den Olympischen Spielen. Doch wegen des Zweiten Weltkriegs fielen die großen Wettkämpfe aus. Stattdessen führten die Armee-Kameraden Hart an Professional Wrestling heran. Der Kanadier orientierte sich um –  vom Sport zum Sports-Entertainment. Nach Kriegsende entdeckte ihn der legendäre Wrestling-Promoter Toots Mondt – Stu Hart stieg ins Business ein.

Ob man es glaubt oder nicht: Harts aktive Karriere verlief ziemlich erfolg- und höhepunktlos. Den einzigen Titel, den er gewinnen konnte, war zweimal die NWA Northwest Tag Team Championship. Ein Titel, den heute kein Mensch mehr kennt. Das war’s. Was daran gelegen haben könnte, dass Hart ungewöhnlich schnell einen Job als Promoter hatte. Bereits 1948 gründete er Stampede Wrestling in Calgary.

 

Ein Tiger unter der Veranda

Hart war zwar bis in die 70er-Jahre hinein aktiv im Ring, zu Weltruhm sollte er aber eher als Promoter und vor allem Trainer gelangen. Wikipedia führt mehr als 50 Namen auf der Liste der Wrestler, die Hart trainiert haben soll. Darunter Legenden wie Billy Graham und Jake Roberts, das Dynamite Kid, Edge, Chris Benoit und Chris Jericho. Vor allem aber trainierte er seine Verwandten im Hart-Clan, darunter seine Söhne Bret und Owen Hart und seine Schwiegersöhne Jim Neidhart und Davey Boy Smith. Zu den letzten im Dungeon ausgebildeten Wrestlern gehören die Hart-Enkel Nattie Neidhart (Natalya) und Harry Smith (David Hart Smith) und der enge Familienfreund TJ Wilson (Tyson Kidd), bekannt aus der WWE.
 
1951 hatte Stu Hart ein ehemaliges Waisenhaus für seine wachsende Familie gekauft. Es heißt, es sei ein lebendiges Haus gewesen, in dem regelmäßig Gäste übernachteten und Kinder umher tollten. Unter der Veranda soll ein Tiger namens Ted gelebt haben. Im Keller des Hauses richtete Stu Hart aber einen Ort des Schmerzes ein. Des Schmerzes und der Lehre. Einen Trainingsraum, in den viele junge Wrestler aufrecht eintraten und gebückt wieder heraus humpelten.

Superman + Yoda + Pai Mei = Stu Hart

Stu Hart trug nicht nur die Charakterzüge eines Yoda in sich, sondern auch eine Prise Pai Mei, dem japanischen Kampfkunst-Meister aus Kill Bill 2, der seine Schüler auf brutale Weise Technik und Demut lehrte. Der Weg war der Schmerz. „Stretching“ nannte sich die Technik, mit der Hart getreu seinen Ringer-Wurzeln seine Studenten verbrezelte und an ihre körperlichen Grenzen trieb. Nur die Härtesten hielten durch. Aber für viele Wrestler zahlte sich das Training aus: Wer den Hart Dungeon überstand, der hatte definitiv das Rüstzeug zum Wrestler. Mehr noch: Im Dungeon ausgebildet worden zu sein, war ein echtes Gütesiegel.

Tod an Krankheit oder gebrochenem Herz?

So erfolgreich seine berufliche Laufbahn war und so lang sein Leben, so tragisch war ein Teil seiner Familiengeschichte: Sohn Dean starb 1990 an Nierenversagen, Enkel Matthew erlag 1996 einer Infektionskrankheit, Sohn Owen stürzte bekanntermaßen 1999 bei einer WWE-Show in den Tod, als er sich von der Hallendecke abseilen ließ. Harts Frau Helen starb 2001, Schwiegersohn Davey Boy Smith 2002 und Sohn Bret erlitt im gleichen Jahr einen schweren Schlaganfall.

Die Schicksalsschläge und die vielen Jahre im Ring forderten irgendwann ihren Tribut: Mit zunehmendem Alter wurde auch ein Stu Hart schwächer. Arthritis und Diabetes stellten sich als sein Kryptonit heraus. Harts Familie nahm ihm große Teile seiner Arbeit ab. Noch miterleben konnte Hart seine Aufnahme in die Wrestling Observer Newsletter Hall of Fame im Jahr 1996 sowie die Verleihung des Order of Canada, Kanadas höchste Auszeichnung für Zivilpersonen (2001). Jahre nach seinem Tod wurde Hart unter anderen in die WWE Hall of Fame (2010) und die Professional Wrestling Hall of Fame (2014) aufgenommen.

Stu Hart starb am 16. Oktober 2003. Romantiker behaupten: Er sei an gebrochenem Herzen gestorben. Den Tod seiner Frau Helen nach 53 Ehejahren habe er nie verwunden. Tatsächlich waren es wohl eher eine Lungenentzündung, ein Schlaganfall und Nierenversagen, die den Patriarchen zeitgleich erwischten. Wrestling-Romantiker könnten behaupten: Eine Krankheit allein hätten diesen Mann wohl kaum alleine dahinraffen können. Bei seiner Beerdigung zollten ihm Hunderte Verwandte, Freunde und Bewunderer Respekt. Aber auch nach seinem Tod wird der Geist von Stu Hart gewiss weiterleben. Eben wie bei Yoda.

 

(Foto Stu Hart: "Stu Hart circa 2001" by Source (WP:NFCC#4). Licensed under Fair use via Wikipedia - http://en.wikipedia.org/wiki/File:Stu_Hart_circa_2001.jpg#/media/File:Stu_Hart_circa_2001.jpg, Foto Hart House: en.wikipedia.org)

Es hat so vieles gepasst – und es hat doch nicht sollen sein. William Regal wird zwar immer in den Geschichtsbüchern stehen als King oft he Ring 2008, seine Regentschaft ist aber gleichzeitig eine der größten vertanen Ideen der jüngeren WWE-Geschichte.

Man merkte früh am 21. April 2008 bei RAW, dass dies der Abend von William Regal wird. Es war ein geradezu typischer Aufbau für einen WWE-Heel, der ein Turnier gewinnen soll: Mit locker-leichten Siegen gegen den Zwerg Hornswoggle und den laut Storyline verletzten Finlay erreichte der Engländer relativ erholt das Finale. Sein Gegner: CM Punk. Der hatte in Viertel- und Halbfinale mit Matt Hardy und Chris Jericho zwei harte, zumindest ebenbürtige Gegner vor der Brust.

In einem mit gut vier Minuten leider für ein Finale viel zu kurzen Match setzte sich Regal gegen Punk nach Knee Trembler und Regal Stretch (erstaunlicher- und erfreulicherweise clean!) durch und setzte sich danach – ohne eine Emotion zu zeigen – auf den Thron. William Regal, in den 90ern als Lord Steven Regal unterwegs und 2006 neben Finlay ein Lakai im Kabinett von King Booker, war nun selber King of the Ring.

Regal war damals außerdem General Manager von RAW – eine Story mit viel Potential für den begnadeten Wrestler und noch besseren Talker. Regal war auch durchaus over. Spekulationen zufolge hätte für Regal eine Fehde gegen den WWE Champion Triple H ins Haus gestanden. Bei dem Gedanken schnalzten viele Fans mit der Zunge. Wäre das nach dem King-of-the-Ring-Erfolg endlich die krönende Fehde für Regals lange, aber viel zu höhepunktarme Karriere? Hätte er vielleicht sogar einmal WWE Champion werden dürfen? Nur: Dazu kam es nicht mehr.

Regal hatte unerlaubte Mittel zu sich genommen und verstieß gegen die Wellness Policy der WWE. Regals zweites Vergehen. Die Folge: WWE suspendierte ihn für 60 Tage. Sein Momentum war dahin. Und das Vertrauen der WWE-Offiziellen auch. Zu einer Fortsetzung der vielversprechenden Fehde kam es nie. Schade.

Der frühere WCW- und WWE-Megastar Goldberg verspricht eine Rückkehr in den Wrestling-Ring. „Ich werde im Wrestling auftreten, aber nicht für WWE“, kündigte Goldberg gegenüber Fox Sports an. „Wenn ich meine Wrestling-Stiefel und -Hose noch ein letztes Mal anziehe – und das werde ich –, dann mache ich das für mich und nur für mich.“

Immer wieder gab es Gerüchte über Gespräche mit der WWE. Jetzt will Goldberg offenbar nicht mehr mit der McMahon-Company sprechen. Noch im Januar schien die Tür laut einem Interview mit dem Miami Herald nicht vollends geschlossen. Goldberg bezeichnete das WWE-Produkt aber bereits damals als „hirnlose Seifenoper“, die er sich nicht anschaue.

Oder ändert Goldberg seine Meinung doch nochmal?

(Quelle: Cagesideseats.com)

Houseshows dienen WWE-Wrestlern oft als Probe-Plattform. Wenn ich mich etwa an meine erste Live-WWE-Show 2007 in Bremen erinnere: Shawn Michaels, John Cena und Edge haben in ihrem Match dort das gleiche Finish gezeigt wie wenige Wochen später (!) bei Backlash. Nach der neuen WWE-Show in Hamburg stellt sich die Frage: Haben auch Seth Rollins und Randy Orton für ihr Titelmatch bei Backlash geprobt?

Diese Aufnahme von WWE Live in Hamburg – die sich mittlerweile sogar fremde Social-Media-Kanäle zu eigen gemacht haben, und die mittlerweile Zehntausende Zuschauer gefunden hat – zeigt WWE World Heavyweight Champion Seth Rollins, wie er Randy Orton dessen eigenen Finisher, den RKO, verpasst. Diese Aktion haben sie weder in ihrem WrestleMania-Match noch bei einem anderen TV-Auftritt zuvor vorgeführt. Da ansonsten bei Houseshows oft nur wenig innovative Standard-Move-Folgen wiederholt werden, könnte das ein Hinweis sein, dass sie diesen Move vielleicht noch in der Zukunft zeigen wollen.

Bei Extreme Rules treffen Rollins und Orton in einem Steel Cage Match aufeinander – bei dem der RKO per Klausel verboten ist. Wird Rollins die Attacke trotzdem zeigen? Wird er behaupten, die Klausel hätte nur für Orton gegolten (die Initialen RKO stehen ja offensichtlich für Randall Keith Orton)? Wäre auf jeden Fall Stoff für Diskussionen und eine Fortsetzung der Fehde.

Neun Länder, elf Tage, 21 Shows – so sieht der Plan der aktuellen WWE-Europatour aus. Von Schottland, Irland und England geht es nach Deutschland, Polen, Ungarn, Frankreich, Belgien und in die Schweiz. Immerhin teilt sich das WWE-Roster in zwei Gruppen die Stationen auf. Dennoch: Europa-Houseshows sind reine Fließbandproduktion – lästige Pflichttermine. Und das merkt man.

Meine Erwartungen an die Houseshow am Mittwochabend in Hamburg hat die WWE voll erfüllt – ich hatte nämlich keine. Bereits beim vorigen Mal, im November 2012, als WWE Halt in der Hansestadt gemacht hat, war ich als langjähriger Fan von der Show enttäuscht gewesen. Daher habe ich dieses Mal – auch angesichts des eher lahmen angekündigten Programms – erst recht nichts erwartet. So hätte mich eine gute Show immerhin positiv überraschen können. Hat sie dann aber nicht. Denn die Show war nicht gut.

Die Show-Elemente fehlten – ausgerechnet

„Also, wenn ich Kind wäre, wäre ich jetzt enttäuscht“, sagte mir ein Fan in der Showpause. Er war Anfang der 90er-Jahre Fan gewesen und wollte jetzt wenigstens einmal eine Show live erleben. Er fühlte sich zwar weitgehend unterhalten – aber eine wirkliche Stimmung wollte nicht aufkommen. Sein Kritikpunkt: Die Show-Elemente fehlten. Ausgerechnet.

Tatsächlich folgte die Veranstaltung nur einem Schema: Match an Match an Match an Match. Zwei kurze Videoeinspieler und eine kaum verständlich gekreischte Heel-Promo von WWE-Diva Naomi kamen mal dazwischen. Das war’s. Selbst die Entrances, so eine andere Meinung, seien ja nicht gerade spektakulär gewesen. Selbst Laien, die bereit waren, sich voll auf das WWE-Programm einzulassen, hatten mehr erwartet.

Für den erfahrenen Fan kommt erschwerend hinzu, dass jede Sekunde der Show so unendlich vorhersehbar war. Bei einem Tippspiel hätte ich wohl jedes Ergebnis richtig getippt. Es gewann in acht Matches typischerweise nur einmal der Heel (Stardust setzte sich gegen Goldust durch), außerdem sind Titelmatches Gift für die Spannung. Natürlich wechselt bei einer Houseshow kein Titel. Eine alte Wrestling-Weisheit besagt: What didn’t happen on camera, didn’t happen. Mein Appell: Lasst die Titelklauseln endlich weg!

Magerkost als Hauptgericht und Verarsche als Nachtisch

Wenn wenigstens die Match-Qualität gestimmt hätte! Aber jedes Match lief nach Schema F ab. Kein Wrestler hat mehr gemacht, als er musste. Mit Ausnahme vielleicht von Seth Rollins, der seinen überdurchschnittlich riskanten Phoenix Splash ins Leere vollführte. Aber auch sein Match gegen Randy Orton – bei WrestleMania in meinen Augen der Showstealer – kam bei Weitem nicht an ihr vorheriges Aufeinandertreffen ran. Es hatte zwar seine Momente und war klar das beste Match des Abends, in manchen Phasen habe ich mich aber gefragt, ob die beiden miteinander gewettet hätten, wer das Match auf möglichst unkreative Weise in die Länge zu ziehen weiß.

Mit das Schlimmste war dann wieder das Finish. Wie schon bei der Hamburger Show im November 2012 mit dem Main Event zwischen Big Show vs. Sheamus endete auch das Titelmatch zwischen Rollins und Orton in einer Disqualifikation. Erst läuft das Match 20 Minuten, dann deutet Orton mit einer Pose den RKO gerade einmal an, und plötzlich stürmen J & J Security den Ring. So ein Ende ist einfach nur faul und frech. Magerkost als Hauptgericht – und Verarsche als Nachtisch.

Houseshows sind die reinste Mogelpackung

Nach dem offiziellen Match war erwartungsgemäß noch nicht Schluss, schließlich hat Orton zwar durch DQ gewonnen, Rollins aber den Titel behalten und war zum Match-Ende oben auf. Klar, Orton musste alle drei Gegner noch abfertigen und jedem einen RKO verpassen. So konnten immerhin die Marks zufrieden nach Hause gehen. Orton hat dann nicht mal Ärger über eine verpasste Titelchance gesellt, sondern sich ganz regulär feiern lassen. Schon bedenklich, wenn Wrestler somit offen zeigen, wie wenig Houseshows wert sind.

Ich will klarstellen: Ich hab mich nicht durchweg gelangweilt und man konnte sich das meiste zumindest angucken. Aber ausgerechnet dort, wo Fans den Wrestlern und angeblich auch die Wrestler den Fans am nahsten sein wollen, setzt man den Zuschauern das lascheste und faulste Standard-Produkt vor. „Anything can happen in the WWE“? Von wegen! Houseshows sind die reinste Mogelpackung. Hamburg war wieder das beste Beispiel.

Fotos vom roten Teppich von Julia Henys

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Kommentator Taz hat TNA offiziell verlassen. Beobachter nehmen verspätete Gehaltszahlungen als einen Grund an. Aktuelle Tweets deuten darauf hin, dass es aber kein böses Blut zwischen den Parteien gibt.

 

 (Quellen: WrestlingInc.com, Twitter.com)

Axel Tischer wechselt in die WWE und bereitet sich als erster Deutscher im Performance Center auf seine Zeit in der größten Wrestling-Promotion der Welt vor. In der deutschen Wrestling-Szene sind die Macher vor allem eins: stolz. Clothesline.eu sammelt Stimmen.

Tassilo Jung (wXw-Geschäftsführer):

„Für uns von Westside Xtreme Wrestling ist es immer eine absolute Bestätigung, wenn einer unserer Top-Wrestler den nächsten Schritt macht und bei der WWE unterschreibt. Wir haben uns darüber bei ehemaligen Champions wie Cesaro, Daniel Bryan, Dean Ambrose, Sami Zayn, Adrian Neville und vielen anderen gefreut, doch Axel Tischer ist nochmal eine eigene Geschichte. Genau wie Cesaro ist Axeman in den wXw-Ringen groß geworden – zugleich ist er der erste Wrestler, der aus einem Exklusivdeal mit der wXw direkt zu WWE wechselt.

Axel ist aus rein technischer Hinsicht der beste deutsche Wrestler und zugleich einer der besten Trainer, die wir in Deutschland haben. Wrestler wie Ilja Dragunov, Franz Engel und Laurence Roman sind komplett von ihm ausgebildet worden und haben nicht umsonst den Sprung zu uns geschafft. Axel wird als Kollege im Locker Room sehr geschätzt – sein Abschied in Apolda war ein wahnsinnig emotionaler Moment für uns alle und das erste Mal, das zahlreiche Wrestler quer durch die Bank offen im Ring geweint haben. Spätestens als sich Axel und sein Vater da in die Arme gefallen sind und der 120 kg schwere, eisenharte ehemalige DDR-Ringer geheult hat, war es für viele von uns mit der Selbstbeherrschung vorbei.“

To be continued…

Darauf haben wir lange gewartet, jetzt ist es soweit: Ein Deutscher in der WWE! Es ist der Dresdner Axel Tischer, zuletzt bei Westside Xtreme Wrestling unter Vertrag.

 

Tischer hat einen Ausbildungsvertrag für NXT unterschrieben. Das teilte die WWE auf der hauseigenen Website mit. Der „Axeman“ ist Teil eines internationalen Jahrgangs mit elf Teilnehmern und wird im Performance Center weitergebildet.

„Die globale Reichweite der WWE spiegelt sich in dieser Klasse der NXT-Rekruten“, sagt Triple H als Execute Vice President of Talent, Live Events und Creative. „Talente sind die wichtigste natürliche Ressource, die wir haben, und jeder einzelne bekommt im Performance Center die Chance, seine Fähigkeiten zu verfeinern, und sich den Traum, WWE Superstar oder Diva zu werden, wahrwerden zu lassen.“

 

Tischer wurde seit 2006 in Berlin trainiert, heißt es auf der Website. Von 2005 bis 2007 diente er in der Bundeswehr. Von August 2012 bis Juni 2012 war Axel Tischer wXw Unified World Wrestling Champion. Zuletzt war der Deutsche bei wXw auf Abschiedstournee.

Als AJ Lee das erste Mal ihr großes Vorbild Lita trifft, bricht sie in Freudentränen aus und klappt fast zusammen. Viel mehr als ein „Thank you so much“ bringt sie nicht heraus. 14 Jahre später ist AJ Lee selber eine Top-Diva in der WWE. Beziehungsweise sie war es: Denn jetzt hat sie ihr Karriereende bekanntgegeben. Die 28-Jährige ist in ihren sechs Jahren in der WWE zu einem echten Superstar gereift, der in Zukunft in einer Reihe mit Größen wie Lita genannt werden muss.

AJ Lee war mehr als ein hübsches Gesicht und viel mehr als eine typische WWE-Diva. Während Lita als Top-Wrestlerin und High-Flying-Pionierin zur Ikone wurde und inzwischen ihren verdienten Platz in der WWE Hall of Fame hat, wurde AJ Lee eine Top-Wrestlerin und die vielleicht beste Talkerin, die keine Managerin war. Ganz nebenbei hat AJ hat das Frauen-Wrestling in den vergangenen Jahren vor der Belanglosigkeit gerettet. Sie gewann zweimal die Diva’s Championship und ist bis heute Rekordhalterin für die längste Regentschaft mit 295 Tagen. 2012 und 2014 wurde sie als Diva of the Year mit dem WWE Slammy Award ausgezeichnet.

Sieg bei WrestleMania – ein Abschiedsgeschenk?

Aber wird AJ Lee im Rückblick je den Stellenwert bekommen, den sie verdient? Denn sie ist mit Phil „CM Punk“ Brooks verheiratet, dem Superstar, der WWE Anfang 2014 im Streit verließ. Seitdem steht Punk auf der schwarzen Liste der Namen, die in Stamford keiner gerne hört. Die Entlassungspapiere bekam Punk am Tag seiner Hochzeit mit AJ. Von daher kommt auch AJs Rückzug aus der WWE grundsätzlich nicht überraschend.

Lediglich über den Zeitpunkt kann man sich wundern. Nach längerer Pause war AJ Lee kürzlich erst in die WWE-Shows zurückgekehrt. Bei WrestleMania 31 trat sie an der Seite von Paige gegen die Bella Twins an – und holte mit ihrer beeindruckenden „Black Widow“ den Sieg. Vielleicht ein kleines Abschiedsgeschenk der WWE. Denn den Verantwortlichen muss klar gewesen sein, was sie an AJ hatten.

Zu gut für die Diven-Division

In den vergangenen Jahren arbeitete sie sogar in Hauptstorys zusammen mit Superstars wie Daniel Bryan, CM Punk, Kane und Dolph Ziggler. Für die Diven-Division allein war AJ offenbar zu gut. Erst im vergangenen Jahr kam mit Paige wieder eine junge Wrestlerin ins Hauptroster, die auch als Gesamtpaket mit AJ mithalten konnte. Die Gesichter von AJ und Paige fehlen seitdem in keinem Promo-Video der WWE. AJ und Paige wurden zu Aushängeschildern der WWE, wie es Frauen nur selten – falls überhaupt jemals – waren.

Dank AJ war das Frauen-Wrestling bei WWE auf dem Vormarsch wie lange nicht, wie vielleicht seit dem Abgang von Lita nicht mehr. Sie bewies, dass Frauen-Wrestling in der WWE durchaus einen ernsthaften Platz in den Shows verdient hat. Und die Zukunft verspricht noch viel mehr: Bei NXT stehlen Damen wie Charlotte und Sasha Banks mit ihren Matches durchaus regelmäßig den Männern die Show. Bei diesen Aussichten versuchte WWE-Legende Mick Foley bereits jetzt, AJ zum Rücktritt vom Rücktritt zu überzeugen. Gleichzeitig gratulierte er AJ für eine großartige Karriere.

Wir schließen uns Foley an. Dabei klappen wir zusammen und weinen heimlich. Und auch uns bleibt nur eins zu sagen: Thank you, AJ!

Ein Schock für viele Wrestling-Fans: Top-Diva AJ Lee beendet ihre Karriere in der WWE. Das teilte WWE am späten Abend auf den Internet-Kanälen des Unternehmens mit.

AJ ist dreifache Diva’s Champion und zweifache WWE Diva of the Year. Erst kürzlich war sie nach einer Pause ins aktuelle WWE-Programm zurückgekehrt. Bei WrestleMania 31 gewann sie an der Seite von Paige gegen die Bella Twins.

Die 28-Jährige ist mit dem ehemaligen WWE Superstar CM Punk verheiratet, der WWE Anfang 2014 im Streit verließ.

Der Plan, dass Seth Rollins bei WrestleMania 31 Money in the Bank eincashen und die WWE World Heavyweight Championship gewinnen würde, war keine kurzfristige Entscheidung. Es seien aber nur wenige Menschen vor WrestleMania in diesen Plan eingeweiht gewesen – nicht einmal Seth Rollins. Das schreiben diverse Medien unter Berufung auf den Wrestling Observer Newsletter.

Es hieß, Roman Reigns habe den Titel eigentlich gewinnen sollen. Rollins sei erst zu Beginn des Segments mit The Rock und Ronda Rousey von einem Produzenten eingeweiht worden. Daraufhin hätten Rollins, Reigns, Brock Lesnar und Paul Heyman zusammen mit Michael „PS“ Hayes das neue Finish des Matches ausgearbeitet. Der Rest des Matches war zu dem Zeitpunkt bereits abgestimmt – es ging lediglich um die letzten 45 Sekunden.

Bekanntermaßen griff Seth Rollins mit dem Cash-in seines Money-in-the-Bank-Koffers ins Match zwischen Champion Lesnar und Herausforderer Reigns ein. Am Ende verpasste er Roman Reigns einen Curb Stomp und pinnte seinen ehemaligen Shield-Kumpanen. Während des Pins dankte Rollins Reigns.

 

 (Quellen: WrestlingInc.com, Cagesideseats.com)

Bevor ich mir gleich die Post-WrestleMania-Posts in unserem Forum, die Post-WrestleMania-RAW-Show und die Post-WrestleMania-RAW-Show-Posts angucke, wollte ich noch meine Einschätzungen zu WrestleMania 31 niederschreiben, ehe meine Meinung durch äußere Einflüsse oder weitere Entwicklungen automatisch manipuliert wird. So sah WrestleMania für mich aus. Mit Bewertungen tue ich mich immer etwas schwer, aber ich versuch's einfach mal.

Intercontinental Championship
Ladder Match
Bad News Barrett vs. Daniel Bryan vs. Dolph Ziggler vs. Stardust vs. R-Truth vs. Luke Harper vs. Dean Ambrose

Das Match war ok. Kurzweilig, halbwegs spannend und mit gutem Sieger, Daniel Bryan. Ein Titelgewinn federt den Absturz von WM-30-Main-Event in die WM-31-Multi-Man-Midcard ab. Es gab auch eine Handvoll krachender Spots, etwa die Powerbomb durch die Leiter gegen Ambrose oder den Zig-Zag von der Leiter (den die Kommentatoren dummerweise nicht als solchen zu identifizieren imstande waren…). Dummerweise hat man fast alle Aktionen so oder ähnlich schon mehr als einmal gesehen. Mit Innovationen konnte das Match also nicht punkten. Ich hab mir, um ehrlich zu sein, insgesamt ein wenig mehr erwartet. War aber noch im Rahmen.
6,5/10

Seth Rollins vs. Randy Orton

Absoluter Showstealer. Noch eine ganze Ecke besser als erwartet. Das Match hat auf mich echt frisch gewirkt, die Wrestler waren motiviert und die Chemie zwischen beiden hat gestimmt. Tolles Tempo, tolle Konter, tolles Finish. Auch die Story, die noch erzählt wurde – Frühere Zukunft Orton vs. Neue Zukunft Rollins – fand ich gut. Hätte man gerne schon im Vorfeld stärker fokussieren dürfen. Hab nix zu meckern.
8,5/10

Sting vs.Triple H

Jetzt beginnt das große Meckern. Im Vorfeld hatte ich im PPV-Talk gefragt, wer denn bitte damit rechne, dass Triple H das Match hier verlieren würde. Damit wollte ich nicht kritisieren, dass es die einzig richtige Entscheidung gewesen wäre, dass Triple H verliert. Unglaublich, aber WWE hat es tatsächlich durchgezogen und Sting sein erstes WWE-Match verlieren lassen. Die WCW wurde damit endgültig begraben. Traurig, dass Vinces Ego offenbar immer noch so angegriffen ist, dass das jetzt nötig war. Jetzt wünschte ich, Sting wäre gar nicht erst zur WWE gegangen. Das Match an sich fand ich übrigens auch eher blöde, ist ja mit den ganzen Eingreifen von DX und nWo ja teils zum overbookten Comedy-Mist geworden. Habe mich gewundert, warum Ric Flair nicht noch ins Match eingegriffen hat, er war doch da, wie man ein Backstage-Segment später gesehen hat. Enttäuschung des Abends.
3,5/10

AJ Lee und Paige vs. Bella Twins

Auch hier hätte ich mir mehr erwartet. Ich kritisiere zwar oft, wenn Matches alle nach demselben Schema ablaufen (Shine, Heat, Comeback, Finish), aber dieses Match war irgendwie sehr unstrukturiert und ohne klaren Spannungsbogen aufgebaut. Leider war das Match auch qualitativ nicht sonderlich gut, sogar AJ hat eine Hurricanrana (oder was das werden sollte) gebotcht – wenngleich Bella da wohl nicht ganz unschuldig war… Dass man AJ überhaupt so viel rausgehalten hat, fand ich schade. Das Siegerinnen-Team war wiederum richtig gewählt. Durch die Submission von AJ an Nikki hat man auch gleich das nächste Titelmatch aufgebaut.
2,5/10

United States Championship
John Cena vs. Rusev

Tatsache, WWE gibt Cena also den kleinen US Title, während Bryan IC Champ ist. Bin mal gespannt, was man da vorhat. Das Match hat gut angefangen, ist aber abgeflacht und war schließlich wurde schließlich sogar schwächer als erwartet. Das Finish war dämliche typische Midcard-TV-Show-Kost. Absolut vergessenswert. Um ehrlich zu sein: Das meiste hab ich auch schon wieder vergessen. Achja, an eins erinner ich mich noch: Cena hat einen neuen Move gelernt! Einen vom Seil eingesprungen Stunner, wer hätte das gedacht.
3/10

The Rock und Ronda Rousey konfrontieren Triple H und Stephanie McMahon

Neben dem Konzert von Kid Rock bei WrestleMania 25 die wohl größte Zeitverschwendung in der Geschichte von WrestleMania. Wie unfassbar lahmarschig war das denn? Jeder wusste, worauf die verbale Konfrontation hinausläuft: auf eine körperliche. Dass das aber so extrem in die Länge gezogen wurde (auch wegen der dämlichen Fans, die einfach nicht still sein wollten) – und dann der „Kampf“ selber auch noch kurz und ohne Höhepunkt endete, ist eine Frechheit. Und das ging mehr als 25 Minuten! Dafür hätte ich mir lieber ein gutes Match gewünscht. Denn das hat genau hier – und im zweiten Teil der Show allgemein – gefehlt.
0/10

Undertaker vs. Bray Wyatt

Wieder kann ich mich aufregen. Dass man diesem Match kein Video-Package spendiert hat. Das hat sich doch angeboten. Klar, der Taker war in den Vorwochen nicht da. Aber Wyatt hat genug Großes geliefert, und beim Taker muss man sowieso altes Material zeigen, um anzudeuten, dass Wyatt sein Erbe ist. Die Entrances haben mir wohl gefallen – aber verdammt nochmal, wird das in Santa Clara eigentlich nie dunkel? Das Match an sich war mittelmäßig, aber spannend. Der Moment, als Wyatt in seiner Grusel-Brücke vor dem Taker steht und der sich aufsetzt, war ganz cool. Dass der Taker gewonnen hat, geht für mich voll in Ordnung. War sogar die richtige Entscheidung, wage ich zu behaupten. So kann er nächstes Jahr noch glaubwürdig bei seiner Heim-WM in Texas auftreten. Und ich glaube, den Fans hat’s auch gefallen, den Taker nochmal triumphieren zu sehen. Ach, und wow, der Taker hat wieder Haare!
6/10

WWE World Heavyweight Championship
Brock Lesnar vs. Roman Reigns (vs. Seth Rollins)

Das Wichtigste zuerst: Geiles Finish. Man hat ja schon damit rechnen können, dass Rollins eincasht – und trotzdem hat man es geschafft, einen Überraschungsmoment zu kreieren. Nicht nur ist Rollins der Erste, der bei WrestleMania eincasht, er ist auch der Erste, der während eines laufenden Matches eincasht. Er musste gar nicht gegen Lesnar oder Reigns eincashen (alle Spekulationen im Vorfeld umsonst) – er casht einfach gegen beide ein. Wer bitte hatte das als Möglichkeit auf dem Zettel? Gut gemacht! Auch gut, dass Rollins mit seinem Finisher gewinnen durfte. Dass Lesnar als Champion nicht gepinnt wurde, kann man kritisieren, muss man aber nicht. Es gibt jetzt schier endlos viele Möglichkeiten, wie es weitergehen kann. Lesnar muss sein Rematch bekommen, Reigns wurde ein faires Titelmatch gestohlen und ist mit Rollins sowieso durch seine Shield-Vergangenheit verbunden (und die beiden hatten noch keine Fehde nach dem Split) und Orton hat nach seinem Sieg gegen Rollins früher am Abend auch einen Anspruch auf ein Titelmatch. Sehr gut!

Noch zum Match: Ich war zwiegespalten. Schließlich war das genau das Match, das man schon zwischen Lesnar und John Cena beim SummerSlam gesehen hatte. Lesnar dominiert, suplex-repeatet Reigns ohne Ende. Das war schon cool und das zieht irgendwie auch. Aber Reigns’ Superman-Comeback war dann wiederum megaätzend (Update: Geht nicht um Reigns-Bashing, geht eher um die Kritik von überzogenem Superman-Booking). Und es war halt somit auch nicht unbedingt das Fünf-Sterne-Match, das ein WM-Main-Event sein kann und eigentlich auch annähernd sein sollte. Aber das hat mit Lesnar und Reigns wohl eh kaum einer erwartet. Ansonsten gefiel mir die Intensität, die von der ersten Sekunde an zu spüren war. Dass Lesnar (nach meinem Eindruck ungeplant?) zu bluten anfing, hat gut ins Bild gepasst.
Match 7/10
Match mit Moment 9/10

Allgemein

Im Prinzip war diese WrestleMania die dritte eher schwache WrestleMania in Folge. Nur ein wirklich gutes Match und ein-zwei ganz gute, der Rest war mittelmäßig bis schwach. Das Rock/Trips/Steph/Rousey-Segment hat nur gesuckt und die Zeit für ein dringend benötigtes weiteres gutes Match weggenommen (gilt auch für das Kurz-Konzert). Das war der Platz, an dem man sonst Angle vs. Michaels oder Undertaker vs. Michaels einst hatte. Es wäre also genau der Spot gewesen, in dem ich mir etwa ein Super-Match zwischen Daniel Bryan und Dolph Ziggler (oder etwas Ähnliches) hätte vorstellen können.
Geärgert habe ich mich außerdem über die vielen Versprecher der Kommentatoren (etwa: Michael Cole spricht von DX vs. New Age Outlaws statt New World Order) oder manche Bildumschnitte zum falschen Moment (zum Beispiel bei vielen Entrances, etwa: nicht erkennbar, wie Wyatt seine Lampe auspustet). Naja.
Was bleibt? Rollins als Champion am Ende war ein wahrer WrestleMania Moment, für den diese WM in Erinnerung bleiben wird. Denn an viel mehr wird man sich wohl nicht erinnern. Rollins vs. Orton wäre nach aktuellem Stand außerdem das einzige Match des Abends, das ich mir in Zukunft wirklich gerne noch einmal ansehen möchte. Diese Show war nicht WrestleMania – es war RollinsMania.

Seit WWE Superstar Dean Ambrose als Einzelwrestler unterwegs ist, trägt der Jeans – und nicht die klassischen kurzen Spandex-Hosen, wie sie beim Wrestling üblich sind. In einem Interview hat er seine Kleiderwahl jetzt erklärt.

Die traditionellen Wrestling-Hosen kämen aus den 1920er-Jahren, als George Hackenschmidt und Co. aktiv waren, sagt Ambrose. Die Wrestler hätten damals enge Grappling-Kämpfe über 90 Minuten geführt, und mit dieser knappen Kleidung konnten sie besser aus den Griffen des Gegners herausrutschen. Das sei in der heutigen Zeit von Sports-Entertainment anders.

„Wir klettern auf Leitern, sind innerhalb und außerhalb des Rings, stürzen durch Tische. Da frage ich mich: Warum sollte man bei sowas Unterwäsche tragen? Das macht überhaupt keinen Sinn“, sagt Ambrose. Wrestling sei heute mehr mit Straßenkämpfen vergleichbar. Wenn man in einer Kneipe in einen Kampf gerät, würde man ja auch nicht sagen: „Alles klar, gehen wir vor die Tür. Zieh deine Hosen aus – los geht’s!“

Von daher habe es Ambrose begrüßt, als er Zeichnungen mit neuen Outfit-Vorschlägen für die frisch gesplitteten Shield-Mitglieder gesehen habe, und er Alltagskleidung tragen sollte.

Hier das ganze Interview:

(Quelle: Cagesideseats.com, Youtube.com)

„My time is now!“ – und das schon seit mittlerweile zehn Jahren. John Cena ist das absolute Aushängeschild der WWE. Einen Push wie er hat zuvor höchstens noch Hulk Hogan bekommen. Dem Motto „My time is now“ ist allerdings noch ein Halbsatz vorangestellt: „You’re time is up“ – und nicht wenige WWE-Fans dürften sich davon selbst angesprochen fühlen. Denn mit dem Aufstieg und dem Spitzen-Run Cenas wendeten sich zahlreiche Fans von WWE ab. Cena ist der polarisierendste Wrestling-Star aller Zeiten. Vor zehn Jahren gewann er seinen ersten WWE Title.

Bei WrestleMania 21 sicherte sich John Cena die WWE Championship von John Bradshaw Layfield. Bei der gleichen Show triumphierte auch Batista über Triple H und gewann die World Heavyweight Championship. Die 2005er-WrestleMania leitete eine Zeitenwende ein und schuf zwei der größten Stars der jüngsten WWE-Geschichte. Doch während Batista „nur“ ein Topstar wurde und mittlerweile den Sprung nach Hollywood geschafft hat, wurde John Cena der Posterboy der WWE. Ganz gemäß seinem Gimmick ein treuer Soldat, der nie einen Gedanken daran verschwenden würde, seiner WWE-Army den Rücken zu kehren.

Abziehbild von Hulk Hogan

Es ist unklar, wie es heute um WWE stehen würde, wäre Cena nicht da gewesen. Vielleicht ja viel schlechter. Vielleicht aber auch besser. Fakt ist: Bereits ein Jahr nach seinem Titelgewinn hatte Cena vielfach mehr als die halbe Halle gegen sich. Dabei sollte Ein Top-Face der Hauptgrund sein, sich Tickets für eine Show zu kaufen oder den Fernseher anzuschalten. Bei John Cena ist dummerweise vielfach das Gegenteil eingetreten. Eigentlich soll ein Top-Face keine Fans vertreiben. Eigentlich soll ein Top-Face nicht polarisieren. Megastars wie Hulk Hogan oder Stone Cold Steve Austin haben es geschafft, das ganze Wrestling-Business in eine neue Ära zu führen. Mit jedem Schritt vorwärts hat Cena die WWE vielmehr zwei Schritte zurück geführt.

John Cena leitete als Gesicht die PG Era ein – eine Abkehr von allem, für was die Attitude Era stand, und eine Rückbesinnung auf die quietschbunte Familienunterhaltung von Mitte der 80er-Jahre. John Cena wurde ein Abziehbild von Hulk Hogan. Statt „Eat your vitamines“ und „Say your prayers“ propagiert Cena lieber eine „Never Give Up”-Mentalität und wirbt für „Hustle, Loyalty and Respect“. Cena verkauft Unmengen an T-Shirts an Kinder – den wenige Jahre zuvor erwachsen gewordenen WWE-Fan repräsentiert er aber nicht mehr. Dabei setzte WWE in den vergangenen Jahren auf Cena als alleiniges Zugpferd – und verlor Zuschauer.

Eine Frage der Zeit, bis Ric Flairs Rekord fällt

Es gibt kaum Wrestling-Fans, die vor zehn Jahren zusammen mit ihren Freunden anfingen, Wrestling zu gucken, und heute immer noch zusammen gucken. Die meisten Fans wachsen aus dem Wrestling heraus – gerade mit einem Kinderheld wie Cena an der Spitze. Es ist auffallend, wie sich in den vergangenen zehn Jahren die Einschaltquoten der WWE-Shows verschlechtert haben. Während vor zehn Jahren Monday Night RAW noch regelmäßig die Rating-Marke von 4.0 geknackt hat, tut sich die Show heute schwer, überhaupt noch die 3.0 zu erreichen – selbst auf der Road to WrestleMania, der tendenziell quotenstärkten Phase im Jahr.

John Cena ist mittlerweile 15-facher World Champion in der WWE – nur der zweifache Hall of Famer Ric Flair hat einen Titel mehr. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Cena sich den Rekord krallt. Während vor allem jüngere Fans John Cena als Megastar feiern, kritisieren vornehmlich langjährige Fans, dass Cena nie den Status einer Legende Hogan, Austin oder eben Flair erreichen wird – egal, wie viele Titel WWE ihm schenkt. In ihrer Kritik geht es kaum mehr darum, dass Cena allein vom Talent – von seinen Fähigkeiten im Ring, am Mikrofon und als Schauspieler – nicht mithalten könne, John Cena ist vielmehr zu einem Gesicht geworden für alles, was nach Meinung der kritischen Fans heute in der WWE schief läuft.

Zehn Jahre Top-Face – das kann nicht jeder

In den vergangenen zehn Jahren hat John Cena in einigen der prägendsten Fehden gestanden: etwa gegen Edge, Randy Orton und CM Punk. In all diesen Jahren mit Cena als Top-Face gab es aber nahezu keinen Wrestler, den er nicht unzählige Male besiegt hat. Bei WrestleMania triumphierte er etwa über Triple H und Shawn Michaels, Edge und Big Show, Batista und The Rock. Cena stand am Ende von so ziemlich jeder seiner Fehden als strahlender Held da. In seinem Schatten konnte sich kein neuer Star wirklich entwickeln. Würde Cena WWE von heute auf morgen verlassen, sähe die McMahon-Company alt aus.

„Same old shit“, kritisieren langjährige Fans. Nicht nur laufen Cenas Fehden stets nach demselben Muster ab – Cena selbst entwickelte sich in den vergangenen Jahren auch kaum weiter. Eher zurück. Ja, er wurde ein routinierter Big Match Wrestler und kann mit dem Mikrofon umgehen, aber die Zeit schmirgelte seinen Charakter von Jahr zu Jahr glatter. Ecken und Kanten fehlen gänzlich. Provokante Raps, wie er sie zu Anfang seiner Karriere zelebrierte, schüttelt er keine mehr aus dem Ärmel, und selbst seine Finishing Moves, die zu einst rebellisch FU und STFU hießen, wurden zu Attitude Adjustment und STF verniedlicht.

Jeder Megastar, auch Hogan und Austin, turnte im Laufe seiner Karriere noch einmal Heel und erfand sich neu. „I guess there are only so many times you can rescue the girl from the railroad tracks without people getting bored with it”, musste etwa Bret Hart erkennen. Doch mittlerweile ist der Zeitpunkt für einen Turn längst verpasst. Viele Fans wollen John Cena nicht als Heel sehen – sie wollen ihn gar nicht mehr sehen. Dennoch müssen sie Cena eins zugutehalten: Zehn Jahre an der Spitze der WWE – das schafft nicht jeder. Und das kann auch nicht jeder.

Dass ein kurzes Intermezzo in der WWE oder seinen „Vorgängern“ WWF und WWWF ausreicht, um in die WWE Hall of Fame aufgenommen zu werden, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Auf diese Weise lässt sich die WWE auch einen Teil der von Legenden andernorts verdienten Lorbeeren anrechnen. Die WWE Hall of Fame entwickelt sich somit zunehmend bis zu einem gewissen Grad zu einer Wrestling Hall of Fame. Bestes Beispiel: Tatsumi Fujinami.

Mit der heutigen WWE hat der Japaner herzlich wenig zu tun. Ist sein Name vor der Hall-of-Fame-Ankündigung jemals in einer WWE-Show gefallen? Entsprechend groß waren bei vielen Fans die Fragezeichen auf den Gesichtern: Wer bitteschön ist denn dieser Tatsumi Fujinami? Denn eine WWE-Legende ist er sicher nicht. Dennoch: Eine Wrestling-Legende ist er ganz sicher. Oder genauer gesagt: eine Puroresu-Legende. Fujinami ist einer der Gründungsväter von New Japan Pro Wrestling.

Erfinder von Dragon Sleeper und Dragon Suplex

Fujinami ist 61 Jahre alt, seit über 40 Jahren Wrestler – und immer noch aktiv. Seine große Zeit hatte er zwischen den 70er- und 90er-Jahren. Vor allem eben in Japan. Er gilt als hervorragender Matten-Techniker, ausgestattet mit glaubwürdiger Statur und Charisma sowie ausgewiesener Wrestling-Psychologie und Fähigkeiten im Selling. Fujinami gilt als Erfinder des Dragon Suplex und des Dragon Sleeper. Mit seinem Spitznamen „Dragon“ dürfte er der originale, der erste Drache gewesen sein.

Tatsumi Fujinami hat in Japan nicht nur New Japan Pro Wrestling – neben etwa Antonio Inoki – mit gegründet, er war bis Oktober 2014 mit sechs Runs auch Rekordchampion des IWGP Heavyweight Titles (Hiroshi Tanahashi löste ihn ab), dem höchsten Preis in Japans wichtigster Promotion. In seiner Heimat gewann Fujinami zahlreiche weitere Titel und Turniere, darunter im Jahr 1993 das prestigeträchtige G1 Climax.

NWA-Title-Gewinn gegen Ric Flair

Vor allem in den 80er-Jahren machte sich Fujinami auch außerhalb des Lands der aufgehenden Sonne einen Namen. Zu Zeiten von Vince McMahon Sr. gewann er 1982 die WWF International Heavyweight Championship. Außerdem konnte er sich je einmal die WWF International Tag Team Championship und die WWF Junior Heavyweight Championship sichern.

Seinen größten internationalen Erfolg feierte Fujinami am 21. März 1991 bei der WCW/New Japan Supershow in Tokio vor 64500 Zuschauern. Als IWGP Champion trat er in einem Titel-gegen-Titel-Match gegen WCW/NWA Champion Ric Flair an – und gewann nach einem Cobra Twist. Somit war Fujinami der Erste, der beide Titel gleichzeitig hielt. Wobei, Fun Fact für Angeber: Flair war zwar Champion bei WCW, der WCW Title stand aber nicht auf dem Spiel, sondern nur der NWA Title. Anders als in der WCW wurden NWA und WCW Title in Japan als zwei unterschiedliche Titel anerkannt.

Champion vs. Champion

Das Match endete übrigens in einer Kontroverse, denn vor dem Finish hatte Fujinami Flair über die Ringseile nach draußen geschleudert. Nach damaligen Regeln hätte er dafür disqualifiziert werden müssen. Entsprechend gab es zwei Monate später ein Rückmatch beim WCW-Pay-per-View SuperBrawl. Wieder ein Titel-gegen-Titel-Match, dieses Mal mit den Vorzeichen WCW Champion vs. NWA Champion. Dort gewann wiederum Flair – nachdem er Fujinami eingerollt und mit einer „handful of tights“, wie es so schön heißt, unten gehalten hatte.

Heute ist Fujinami Chef seiner eigenen Promotion mit den Namen Dradition – ein Kofferword aus Tradition und Dragon. Fujinamis Sohn Leona ist seit etwa anderthalb Jahren ebenfalls Wrestler.

Dieses Outfit! Diese Musik! Dieser Blick! Diese Bewegungen! Einfach alles am Undertaker schreit „Legende“. Sein halbes Leben lang schon fasziniert Mark William Calaway Millionen von WWE-Fans. Heute wird er 50 – und in wenigen Tagen steigt er gegen Bray Wyatt noch einmal bei WrestleMania 31 in den Ring. Ein Blick auf die unnachahmliche Karriere eines der besten und wichtigsten Wrestler aller Zeiten.

„Gibt es den Undertaker eigentlich noch?“ Kaum eine Frage wird heutigen Wrestling-Fans häufiger von ehemaligen gestellt. Und seit knapp einem Jahr konnte man diese Frage nicht mehr sicher mit Ja beantworten. Es war seine legendäre WrestleMania Streak, diese nie mehr wiederholbare Siegesserie auf der größten aller Bühnen, die den Undertaker im Business gehalten hat. In den vergangenen Jahren trat der Undertaker kaum auf – nur noch für sein jährliches WrestleMania-Spektakel, für das alleine Tausende Fans horrende Summen für Tickets auf den Tisch legten. Doch die Streak ist tot.

Spitze im Herbst der Karriere

Brock Lesnar besiegte den Undertaker bei WrestleMania 30. Aus 21:0 wurde 21:1. Man dachte, wenn die Streak endet, endet der Undertaker mit ihr. Falsch gedacht. Der Undertaker ist zwar seit WrestleMania 30 noch nicht wieder vor die WWE-Kameras getreten, das Match für WrestleMania 31 ist aber bereits fix. Der Undertaker steht einfach synonym für die Showcase of the Immortals. Und dass er auch in diesem Jahr noch ein Match auf die Matte legen will, verdeutlicht eins, was in den vergangenen Jahren schon offensichtlich war: Der Undertaker lebt und liebt dieses Business wie kaum ein Zweiter.

Schon seit Jahren raten Fans dem Deadman, seine geschundenen Knochen doch lieber endlich zu schonen. Seit Jahren hieß es, der Taker könne doch kaum noch krauchen. Doch immer wieder hat der Undertaker ihnen das Gegenteil bewiesen. Totgesagte leben länger! Gerade im Spätherbst seiner Karriere lief er zu seinen besten Leistungen auf. Der Undertaker war der Benjamin Button unter den Wrestlern.

Zwischen den Jahren 2007 und 2013 war jedes WrestleMania-Match ein absoluter Showstealer. Das Match gegen Shawn Michaels bei WrestleMania 25 gilt als eines der besten Matches aller Zeiten, gewann 2009 den WWE Slammy für das Match des Jahres, in der gleichen Kategorie auch den Preis von der Pro Wrestling Illustrated (PWI) und dem Wrestling Observer Newsletter (WON). Das Rematch ein Jahr später – das Karriereende von Shawn Michaels – steht der ersten Schlacht in nichts nach und räumte ebenfalls sämtliche Preise ab. Auch für das Hell in a Cell Match gegen Triple H bei WrestleMania 28 gab es den Slammy und den PWI Award für das Match des Jahres.

Nach innen wie außen: Der Undertaker ist unersetzlich

Dabei war nie abzusehen, dass der Undertaker noch einmal eine solche Entwicklung nehmen würde. Bei der Survivor Series 1990 – vor 25 Jahren – war der Undertaker debütiert, gewann nur ein Jahr später erstmals den WWE Title. Doch während, zunächst noch ungeplant im Kleinen, seine WrestleMania-Siegesserie wuchs, stagnierte die Karriere des Undertakers immer wieder. Das Gesicht der Company und ein dauerhafter Main Eventer wurde er nicht, oft stand er nur in der Midcard. Und auch seine Leistungen im Ring waren meist eher mittelmäßig als alles andere. Und trotzdem wurde der Undertaker, alleine schon seines Gimmicks wegen, schnell zur Ikone. Der Undertaker ist einer der wenigen Wrestler, die auch Nicht-Fans kennen. Als Repräsentant ist der Undertaker bis heute unersetzlich.

Auch Backstage mauserte sich der Undertaker als geschickter Politiker zum Locker Room Leader. Der Undertaker war es, der nach dem Montreal Screwjob an die Tür von Vince McMahon klopfte, der sich vor Bret Hart in sein Büro eingeschlossen hatte, und ihn zur Rede stellte. Die Meinung des Undertakers hatte Gewicht. Und er war die Verlässlichkeit in Person. Gleichzeitig nutzte der Undertaker gewiss auch seine Macht für eigene Zwecke – gegen Jungstars oder Wrestler mit kleineren Staturen verlor er fast nie. Dennoch: Gegen die Topstars gewann der Undertaker wiederum auch selber kaum mal eine Fehde. Bis heute stehen zwar 21 Opfer bei WrestleMania auf dem Kerbholz des Demons from Death Valley – Hulk Hogan, Bret Hart, Stone Cold Steve Austin, The Rock oder John Cena stehen aber alle nicht darauf.

Unendlich viele legendäre Momente

Obwohl der Undertaker mit seinem – sind wir mal ehrlich – kitschigen Gimmick eine Kreation der bunten WWF von Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre war, würde heute kaum jemandem einfallen, zu behaupten, dass der Undertaker aus der Zeit gefallen ist. Sicher weil er schon zum Inventar gehört, das sich heute keiner zu hinterfragen anmaßen würde. Sicher aber auch, weil er sich im Laufe von 25 Jahren immer wieder neu erfunden hat: Aus dem frühen Totengräber wurde der Ministry-Undertaker als düsterer Cult Leader in den 90ern, dann wurde er als Biker das American Badass zu Beginn der 2000er, und schließlich, 2004, verwandelte er sich wieder in einen klassischen Undertaker im modernen Gewand. Zuletzt, vor drei Jahren, trennte sich der Taker von seiner langen dunklen Haarpracht: Seitdem sieht er mit seinem Mix aus Glatze und Irokesenschnitt schon fast futuristisch aus.

Der Undertaker hat im Laufe seiner Karriere sieben World Championships in der WWE gewonnen und ist Royal-Rumble-Sieger von 2007. Mehr noch als für seine Titel wird der Undertaker für seine unzählbaren legendären Storys, Matches und Momente in Erinnerung bleiben. Für den Gong. Für seine Entrances und Comebacks. Für seine Fehde gegen und seine Partnerschaft mit seinem „Bruder“ Kane. Für seine Mindgames. Für seine Hell in a Cell Matches wie für die Casket, Buried Alive und Inferno Matches. Für Paul Bearer. Für Fehden gegen Mankind, Shawn Michaels und Edge. Für den Tombstone Piledriver.

Der Undetaker ist die Legende der Legenden. Doch langsam neigt sich seine Karriere tatsächlich dem Ende zu. Am Sonntag tritt er gegen Bray Wyatt an, das selbsternannte New Face of Fear. Was das Gimmick angeht, ist Bray Wyatt sicherlich der Erbe des Undertakers. Wird sich der Undertaker bei WrestleMania rehabilitieren? Wird er danach endgültig in Frieden ruhen? Oder wird er – und das ist wohl am wahrscheinlichsten – irgendwie doch für immer da sein?

Der mexikanische Wrestler El Hijo del Perro Aguayo ist vergangene Nacht nach einem Unfall im Wrestling-Ring gestorben. Für die Promotion AAA trat Aguayo in Tijuana in einem Tag-Team-Match an der Seite von Manik (TJ Perkins) gegen Rey Mysterio und Extreme Tiger an. Der fatale Unfall im Match soll bei der Vorbereitung zum 619 von Rey Mysterio geschehen sein. Die genauen Umstände sind noch unklar.

Berichten und Videos zufolge soll Aguayo nach einem Dropkick Mysterios mit dem Hals auf das mittlere Ringseil gefallen sein und das Bewusstsein verloren haben. Die Wrestler brachten das Match noch zu Ende, sämtliche Beteiligte machten jedoch einen hilflosen und unkoordinierten Eindruck. Aguayo wurde in ein Krankenhaus gebracht und erlag dort wenig später seinen Verletzungen. Berichten zufolge könnten ein schweres Schädelhirntrauma und eine Hirnblutung Todesursache sein.

Update: Neueren Erkenntnissen zufolge war die Todesursache kein Schädel-Hirn-Trauma, sondern der Bruch eines Nackenwirbels. Aguayo, der wohl noch mit Vitalzeichen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, starb letztlich aber am Herzstillstand. Sollte eine Autopsie diese Diagnose bestätigen, kann das zögernde Verhalten der Offiziellen und insbesondere das Schütteln des Bewusstlosen die Dinge schlimmer gemacht haben, als sie hätten ausgehen müssen.

Perro Aguayo Ramírez, so sein bürgerlicher Name, wurde nur 35 Jahre alt. Er hatte seine Wrestling-Karriere 1995 begonnen und wurde im Jahr 2007 von der Pro Wrestling lllustrated auf Platz acht der 500 besten Wrestler der Welt gewählt.

Update: Hier gibt es ein Video vom Match - wir haben bewusst auf das Einbinden verzichtet. Wer es sehen will: https://www.youtube.com/watch?v=B_4-tffjVn4

(Quellen: WrestlingInc.com, Power-Wrestling.de, Youtube.com)

In manchen Momenten war das Publikum toter als tot. Man hätte eine Stecknadel auf den Boden fallen hören können – und das bei einer Wrestling-Show! Doch dann kam am Ende plötzlich ein klein wenig Post-WrestleMania-RAW-Atmosphäre auf und die Fans rissen die Show an sich. So geschehen bei der DWA-Show Wrestling Legends VII in Visselhövede am Sonnabend, 14. März 2015.

Ich gebe zu, ich habe mir von dieser Show nicht viel erwartet. Es standen zwar ein paar interessante Namen auf der Card – aber sind nicht gerade diese kleinen „Legenden“-Shows eher letzte Arbeitsamt-Hinauszögerungs-Methoden von abgehalfterten Ex-Stars? Etwa für Headliner Brutus „The Barber“ Beefcake, der – wenn man Wikipedia glauben darf – früher kokainabhängig war, sich selber schon auf Ebay versteigert hat, und nach seiner Karriere als U-Bahn-Ticketverkäufer arbeitete. Ich war trotzdem mal gespannt.

Mike Bennett vs. Chimaera: So geht Comedy-Wrestling

Die Show begann mit dem Match zwischen ROH-Star Mike Bennett und Chimaera. Der Amerikaner würde sagen: Es war ein Fun Match. Hat Spaß gemacht, Bennett und Chimaera zeigten, wie Comedy beim Wrestling gut funktionieren kann. Klar war das kein Match fürs Fernsehen, sondern konzeptioniert für ein Live-Publikum in der Halle. Gerade Spielereien mit Bennetts Valet (und Ehefrau) Maria Kanellis haben viele der komischen Momente ausgemacht.

Bennett gefiel auch mit witzigen Sprüchen für Insider: Als er einen Spear andeutete, fing er an die ersten Sätze von Edges Entrance-Theme zu singen: On this day I see clearly… An einer anderen Stelle im Match hatte er einen Griff angesetzt, doch Chimaera kam ins Seil und der Referee zählte Bennett an. Und in bester Bryan-Danielson-Manier aus alten Ring-of-Honor-Tagen sagte Bennett: I have till five. Ob das noch wer kennt?

Immer wenn das Match etwas zu klaumaukig zu werden drohte, wendeten sich Bennett und Chimaera wieder dem Match zu – und wrestlen konnten sie auch. Ein schickes kleines Match – das leider mit einem 15-Minute-Time-Limit-Draw endete. Dummerweise ging wirklich etwas zu viel Zeit für Comedy drauf, am Ende des Matches wurde gehetzt, um noch in eine halbwegs spannende Finish-Sequenz zu kommen. Das Match hätte definitiv noch fünf bis zehn Minuten mehr Wrestling – und ein gutes sauberes Finish – vertragen können. Ich kann verraten: Besser wurd’s an diesem Abend nicht mehr.

World Title wechselt in der Midcard / Marty Jannetty in mäßiger Form

Das Tag Team Match zwischen den Young Lions (Lucky Kid & Tarkan Aslan) und ihren Mentoren Crazy Sexy Mike und Ahmed Chaer war das Match, das am wenigsten Reaktionen zog. Nicht, dass es die Teams nicht versucht hätten, zu interagieren. Aber es hat halt kaum etwas wirklich funktioniert. Zum Teil jubelten die Fans für die jungen Heels – und wussten selber nicht so recht warum.

Das dritte Match des Abends war das DWA World Title Match zwischen dem Ex-Rocker Marty Jannetty, bekannt aus der WWF, und dem Belgier Rob Raw. Dieses Match konnte kaum in seinen Bann ziehen. Jannetty machte auf mich einen körperlich schlechten Eindruck, pustete bei jedem Lauf und biss bei jeder Aktion auf die Zähne. Und dann höre ich hinter mir Fans sagen: „Oh, der ist ja heute richtig schnell. Letztes Mal war der so Hacke. Da konnte man froh sein, dass er den Ring gefunden hat.“ Prost. Ans Finish konnte ich mich zugegebenermaßen schon wenige Stunden später nicht mehr erinnern. Dabei gab es sogar den Titelwechsel. Jannetty gab das Gold an Raw ab. Fürchterlich gebookt meiner Meinung nach: Der Titel (ein billiger WWF-Replika-Gürtel) ist offenbar so wenig wert, dass man ihn in der tiefsten Midcard noch vor der Pause wechseln lässt. Oh weh.

Wartezeiten und Preise nicht akzeptabel

Dann eine halbe Stunde Pause. Eine halbe Stunde! Bei, wie sich herausstellen sollte, gerade einmal fünf Matches und zwei Stunden Wrestling. Das kannste einfach nicht bringen. Grundsätzlich waren Wartezeiten ein ganz großes Problem an diesem Tag. Ich war bereits zu 16 Uhr zum Meet and Greet gekommen und wusste dort bereits nicht so recht, wohin mit mir: Einfach mal die Reihen durch zu allen Wrestlern gehen, sich Autogramme und Fotos holen, stellte sich als Problem heraus: Fast jeder der Wrestler verlangte fünf bis zehn Euro für Foto ODER Autogramm. Dabei hat das Meet and Greet schon zehn Euro Eintritt gekostet. Puh.

Und dann: Nach etwa 100 Minuten Meet and Greet wurden die Fans nochmal für eine Dreiviertelstunde aus der Halle geschmissen, und alle mussten draußen oder im Vorraum des Dorfgemeinschaftshauses warten. Um 18 Uhr war Einlass und es war erst mal wieder ne Dreiviertelstunde warten angesagt, bis die Show losging. Immerhin gab es eine kleine Pre-Show mit zwei kurzen Matches von No-Names. Später dann die halbe Stunde Pause. Nächstes Mal würde ich mir ganz genau überlegen, wann ich zu einer DWA-Show fahre.

Maria Kanellis – die heimliche Headlinerin

Und wie ging es nach der Pause weiter? Mit einem Diven-Match! Grundsätzlich würde ich sagen: Schlechter kann man eine Show nicht aufbauen. Ausgerechnet Frauen-Wrestling soll die Zuschauer aus einem Halbe-Stunde-Schlaf aufwecken? Aber hier: Gar nicht mal so dumm. Die eine Frau im Ring war die hierzulande mittlerweile dank ihres TNA-Engagements halbwegs bekannte Alpha Female. Mit ihr im Ring: Die heimliche Headlinerin Maria Kanellis. Bei niemandem wurden so viele Fotoapparate gezückt – und niemand musste sich so viele dumme Sprüche anhören.

Das Match war jetzt allerdings auch kein Knaller. Es hieß Püppchen gegen Killer-Braut, es war weitgehend ein Squash. Und auch wenn sich Maria bei Ring of Honor verbessert hat, ist sie immer noch weit davon entfernt, dass man sie als gute Wrestlerin bezeichnen kann. Das bewiesen einige Botches in ihren wenigen Offensivaktionen. Das Match endete in einer Disqualifikation, als Alpha Maria nicht zu würgen aufhören wollte. Klar, Alpha sollte dominieren und ihren Women’s Title behalten, aber Maria am Ende aber auch nicht allzu schlecht aussehen. Aber sorry, faules Finish, und auch das zweite Match des guten Duos Mike & Maria endete ohne cleanes Finish. Und für sowas fliegt man die beiden von Amerika aus ein… Noch einmal: Schade. Gerade weil ich für meinen Teil auch derentwegen gekommen war.

Ricardo und Heimo – Chants wie bei RAW nach WrestleMania

Dann Main-Event-Zeit: Brutus „the Barber“ Beefcake im Face-Team an der Seite von Crazy Johnny Tiger und Dennis „the Machine“ Schatull gegen die Heels Ricardo Rodriguez (ja, der aus der WWE), Andre Trucker und Heimo Ukonselkä, einem Finnen im Wikinger-Look. Auch das Match war reine Durchschnittskost. Der einzige Höhepunkt war das Publikum. Eigentlich hatte es bis dahin keinen wirklich „smarten“ Eindruck gemacht, doch plötzlich standen die lauten Fans deutlich hinter den Heels. Sie riefen „Brutus, du bist im falschen Team“. Denn viele hatten einfach keinen Bock auf Johnny Tiger. Nicht nur, weil er kein sonderlich guter Wrestler ist. Sondern auch, weil er sich als DWA-Verantwortlicher einfach – mal wieder – selber in den Main Event ins Team der Legende Beefcake gebookt hat. Das Gleiche gilt für Schatull, nur dass ihm nicht so viel Ärger der Fans entgegenschlug. „Johnny Tiger sucks!“, riefen Zuschauer. „Andre Trucker aber auch. Von daher is egal“, war die coole Antwort eines anderen Fans.

Die Fans chanteten dann während des Matches, worauf sie gerade Bock hatten. Fast wie bei einer RAW-Show nach WrestleMania. Sie besangen vor allem Ricardo Rodriguez – der einen guten Eindruck hinterließ –  und für Heimo Ukonselkä – wahrscheinlich einfach weil er Heimo hieß. Der Finne wusste zum Teil gar nicht recht, wie er darauf reagieren soll. In manchen Momenten ertappte er sich dabei, wie er zurückjubelt, und musste dann schnell abwinken und das Publikum ignorieren, um nicht zu sehr aus der Rolle zu fallen. Am Ende des höhepunktlosen, aber durch das Publikum kurzweiligen Matches siegte das Face-Team nach einem Sleeper Hold vom Barber.

Auch wenn ich jetzt eine Menge kritisiert habe – das muss erlaubt sein –, war es insgesamt aber irgendwie schon ein recht unterhaltsamer Abend. Die Matches waren zwar kein großer Sport, aber zumindest kurzweilig. Es gab keine Bullshit-Storys mit Comeback-Superman-Faces, die einem sonst schon immer zum Halse raushängen, dafür mehr Face-vs.-Face-Matches ohne lahme Isolierphasen der Heels, außerdem eine nette Prise Comedy. Dennoch: Bedenkt man, dass etwa ein Erste-Reihe-Ticket knapp 65 Euro kostet (!!!), und man nur fünf mittelmäßige Matches und zwei Stunden Show auf der Hauptcard geboten bekam, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht in Ordnung. Aber ich bin, auch dank der Crowd am Ende, zumindest zufrieden nach Hause gefahren.

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