Simon Weimer

Simon Weimer

Na, wer von euch hat schonmal ein Kind bekommen? Großartige Zeit im Leben eines Mannes. Kinder zwingen dich, das Richtige zu tun. Du lässt dich beispielsweise lieber drei Stunden lang an kotzen, anstatt dir RAW reinzuziehen, nur um dich anschließend (oder wahlweise mehrmals während der Show) selbst zu übergeben.

Seit ca. einem Jahr bin ich nun nicht mehr auf dem Laufenden, was in den Mainshows abgeht. Diese Woche hatte ich zum ersten Mal wieder die Möglichkeit, mich ausführlich von RAW und SmackDown berieseln zu lassen. Und aus der Perspektive eines Außenseiters bin ich - gelinde gesagt - verwirrt.

Ich stelle mal die gewagte Hypothese auf, dass sich jeder Fan irgendwo tief drinnen wünscht, wieder sagen zu dürfen, dass er Fan ist (ohne dabei angesehen zu werden, als hätte er sich gerade einen Cena-Pyjama im WWE Shop bestellt). Dass Wrestling wieder das coole Thema auf dem Schulhof ist. Und würde man nicht so krampfhaft versuchen, den Smarks hinten rein zu kriechen, würde das vielleicht sogar funktionieren.

Nicht falsch verstehen, es ist wirklich cool, Black, Gargano oder Ciampa auf ihrem wohlverdienten Platz an der Sonne zu sehen. Aber keines dieser Main-Roster-Debüts hat eine echte Bedeutung. Irgendwelche Siege gegen irgendwelche Teams, die - soweit ich das mitbekommen habe - ohnehin nicht gerade ihre heißeste Phase hatten.

Es gibt ein, zwei Storylines, die ihren Namen verdienen und die Einzigartigkeit von Wrestling super umsetzen. Namentlich Becky Lynch vs. Charlotte/Ronda Rousey und Daniel Bryan vs. Kofi Kingston. Und was ist diese Einzigartigkeit, die Wrestling in den 80ern & 90ern cool gemacht hat und es auch heute cool machen könnte?

Die Simplizität, die Einfachheit. Wrestling hat noch nie (bzw. seltenst) mit seinen ausgeklügelten Storylines, tiefsinnigen Dialogen und zwiegespaltenen Charakteren brilliert. Wrestling ist "comicbook heroes come to life", einfaches, actiongeladenes Gut-gegen-Böse. Die Einzigartigkeit von Wrestling bestand also schon immer darin, dieses krasse, comicartige good vs. evil ins echte Leben zu rufen und Heels auf den ersten Blick als Bösewichte zu identifizieren und Babyfaces als die Helden.

Und das ist es, was mir fehlt. Beispiel RAW: Dean Ambrose vs. Drew McIntyre. Im Verlauf des Matches konnte ich erahnen, dass Ambrose der Heel ist. Sicher bin ich mir aber bis jetzt noch nicht. Beispiel SmackDown: Die Promo zwischen Shane McMahon und The Miz von letzter Woche. Super gespielt von The Miz. Aber wirklich eindeutig einordnen fiel mir auch erstmal schwer. Zumal die Usos als Gegenspieler echt schwer zu hassen sind, die Jungs sind einfach verdammt cool.

Aber wie schon erwähnt, es gibt auch Lichtblicke: Allen voran Becky Lynch und Daniel Bryan, die ihre Rollen jeweils zur Perfektion spielen und bei beiden eine klare Linie zu erkennen ist. Kofi blüht ohne Ende auf, bekommt vermutlich sein WrestleMania-Titlmatch. Da lässt es sich verkraften, dass das Zwischenprogramm mit Owens und Bryan nur so halbwegs kreativ gelöst wurde. WWE kann es immer noch. Man sollte nur viel konsequenter klare Geschichten wie die von Becky, Bryan & Kofi erzählen...

Deutschland feiert den 3. Oktober - und damit fallende Barrieren, Reisefreiheit, völlig neue Möglichkeiten für Menschen, ihr Leben zu gestalten und Zugang zur D-Mark. Genauer betrachtet... so viel hat sich an den Wünschen der Deutschen in den letzten Jahrzehnten nicht geändert.

Aber egal, nicht nur Deutschland feiert die Aufhebung von Barrieren, die in erster Linie im Kopf entstehen, sondern derzeit auch die Cruiserweight-Division der WWE. Enzo Amore gibt momentan den David Hasselhoff von Stamford und ist vor allem eines: looking for freedom. In erster Linie natürlich für sich selbst, um ohne seinen 7-footer nicht in der Midcard-Bedeutungslosigkeit (das Wrestling-Äquivalent zum schönen ostdeutschen Städtchen Krauschwitz) zu verschwinden, aber auch für die Cruiserweight Division, die zum ersten Mal seit ihrer Wiederauferstehung Leben eingehaucht bekommt.

Schaut man sich Enzos Vorgeschichte an, kommt es einem ein wenig so vor, alls wäre er nach seinem Team mit Big Cass (welches zunächst großartig lief, zum Ende aber nichts neues mehr brachte und fast schon X-Pac Heat zog) mit einem in den 70er Jahren verdammt schicken, jetzt aber rostigen und altersschwachen Cadillac nach der Maueröffnung in den Osten gefahren, um dort einen fähigen Mechaniker zu suchen. Sein Begrüßungsgeld hat er in Form eines Championships bekommen und hat den Cruiserweights im Gegenzug die Tür zu süßen Südfrüchten (aka Merchandise-Checks) geöffnet.

Doch auch seinen Mechaniker hat er gefunden, und zwar in Neville. Der hat für den Auftrag gut kassiert und kann sich mit dem verdienten Geld nun in den Westen absetzen und sich dort ein schönes Leben machen.

Im Klartext: Enzo hat den Cruiserweights einen großen Dienst erwiesen, sein Besuch wird aber nicht auf Dauer von Erfolg gekrönt sein. Das ganze ist irgendwie Sinnbild für Enzos Karriere, Philosophie und das Konzept seines Charakters: Nichts davon ist darauf ausgelegt, eine lange, ausgedehnte oder gar komplexe Geschichte zu erzählen. Enzo Amore ist niemand, der lange an einem Ort bleibt. Er war clever genug. die Zeichen der Zeit zu erkennen und Heel zu turnen. Ich hoffe, er ist auch clever genug zu wissen, dass er mit seinen doch sehr limitierten In-Ring-Skills auf Dauer nicht in der Lage ist, in der CW-Division zu bestehen. Er hat seinen Impact für die Division bewiesen, und dafür sollte sie ihm dankbar sein - ich hoffe nur, er sieht ein, dass sein Run dort begrenzt ist und nach drei, vier Programmen den Gürtel wieder abgibt und die Division verlässt. Als Manager wäre er ohnehin viel besser geeignet.

Neville hingegen traue ich nach seiner Performance letzte Woche einen ähnlichen Aufstieg zu, wie Austin Aries anno 2011, als er innerhalb eines Jahres einen TNA-Vertrag unterschrieb, Rekordchamp in der X-Division wurde und dann ungeschlagen Bobby Roode (damals World-Rekordchamp) entthronte. Natürlich nicht in der Form, denn wir sind immer noch in der WWE, wir haben immer noch verdammt lange Entscheidungswege und außerdem sind gerade wieder die Super-Heavyweights im Kommen.

Aber: Nevilles Faceturn letzte Woche fühlte sich groß an. Wenn er das ausbauen kann, sehe ich ihn in einer Reihe mit Bret Hart, Shawn Michaels oder Edge: einer, der sich jahrelang den Arsch aufgerissen und den Respekt des Publikums verdient hat, sich angefangen hat, in einer Heelrolle selbst zu finden und den perfekten Zeitpunkt ausgewählt hat, um Face zu turnen. Sollte Neville tatsächlich den Sprung in die Heavyweight-Division schaffen, sehe ich verdammt gute Chancen für einen ausführlichen Run um die Midcard-Titel. Und wenn der entsprechend verläuft, sehe ich keine Barrieren mehr für den King.

Und Enzo, nun ja... es bleibt abzuwarten, wie gut er sein Begrüßungsgeld zu investieren weiß...

Soeben wurde Clothesline.eu ein exklusives Dokument von einer anoymen Quelle zugespielt. Wer also wissen möchte, welches Match heute Abend letztendlich den Main Event stellen darf, wie die Fantasy Warfare ausgeht und ob sich Seth Rollins einen Kreuzbandriss holt, der sollte hier lieber nicht weiterlesen.

"Welcome to WrestleMania, today we write history!"

In gewohnt großspuriger Manier begrüßt uns Lilian Garcia zu WrestleMania 33. Zum in ersten mal in seiner langjährigen Geschichte wird "America the beautiful" von einem Duett vorgetragen. Sie stellt uns die Interpreten vor, zwei alte Rivalen: Vince McMahon und Donald Trump. Als die beiden losschmettern, verlassen die Zuschauer in den cheap seats fluchtartig die Arena. Die armen Teufel ringside hingegen haben zu viel für ihr Ticket bezahlt, als dass es sich nicht lohnen würde, einen Hörsturz in Kauf zu nehmen. Während Trumps auf dem Kopf festgetackertes Frettchen verzweifelt versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden, kommt Mr. America heraus, um die Patrioten-Party perfekt zu machen.

Er gesellt sich zu Vince & Donald ans Mikrofon und gerade, als die drei zum großen Finale ansetzen wollen, schlägt er die Köpfe von McMahon & Trump zusammen. Beide torkeln etwas benommen über die Bühne und müssen jeweils einen Brainbuster einstecken. Mr. America schnappt sich das Mic.

"What is the fate of WWE? Well tonight, we'll all find out. Because the fate, the very fate of WWE is in our hands now!"

Andre the Giant Memorial Battle Royal

Nach diesem Schocker soll uns ein Videoclip auf die Battle Royal einstimmen. Als alle Teilnehmer im Ring sind, ertönt die Musik von Stephanie McMahon. Die Women's Revolution gehe hier und jetzt weiter - mit dem heißesten Free Agent auf dem Markt. Eva Marie! Bei ihrem Entrance ist ebenfalls das Kommentatorenpult im Bild, das zu "schweben" scheint. Ein Indiz dafür, dass Corey Graves unter akutem Geschlechtsverkehrsentzug leidet.

Eva schafft es tatsächlich unter die letzten Beiden, zusammen mit Braun Strowman. In bester Beth-Phoenix-Manier befördert sie ihn mit einem Kuss über das oberste Seil und gewinnt das Ding. Der Kommentatorentisch wippt mehrmals auf und ab, bevor er zum Stillstand kommt. "Ewwww, Corey!", platzt es aus Michael Cole heraus. In den Smark-Wohnzimmern der Nation hingegen herrscht Aufatmen, denn nun wissen wir: Diese Frau wird in der WWE garantiert keine Karriere machen.

Sieger via Stipulation: Eva Marie

RAW Tag Team Championship
Triple Threat Ladder Match
Luke Gallows & Karl Anderson (c) vs. Enzo Amore & Big Cass vs. Cesaro & Sheamus

Es geht nahtlos weiter mit den Tag Teams. Enzo & Cass nutzen Graves' kleine Atempause, um ungestört ihren Entrance zu vollführen. Ihnen folgen vier recht namenlose Gestalten, die man unter dem Überbegriff "Cuppa Haters" zusammenfassen könnte. Das Match verläuft hauptsächlich zwischen Sheamus/Cesaro und SAWFT, während sich The Club darauf beschränkt, Teams, die die Leiter erklimmen wollen, daran zu hindern. Letztendlich werden die beiden aber von Sheamus und Cesaro attackiert und den Uppercut Train rollt. Ceasro mäht alles nieder, bevor er von Cass mit einer Clothesline unsanft mit auf den Hallenboden genommen wird.

Als alle am Boden liegen, erscheinen plötzlich zwei Mr. Americas. Sie erklimmen die Leiter, schnappen sich die Titel und verschwinden wieder Backstage. Für zufriedenstellende Enden von Matches war WM ja auch noch nie bekannt...

No Contest

RAW Women's Championship
Fatal Four Way Elimination Match
Bayley (c) vs. Charlotte vs. Sasha Banks vs. Nia Jax

Das einigermaßen verwirrte/angepisste Publikum wird nun versucht, mit Hug Life besänftigt zu werden. Nach ca. 10 Minuten geht Jax die Puste aus und sie beginnt abseits des Rings zu "sellen". Es ertönen erste "Jax is sleeping"-Chants. Währenddessen arbeiten Bayley und Banks gegen Charlotte zusammen. Letztere muss den Bayley to Belly einstecken, bevor Banks die Gunst der Stunde nutzt und Bayley in die das Bank Statement nimmt. Die kann nur noch abklopfen. Dann geht es gleich weiter mit der geschwächten Charlotte - auch sie muss sich dem Bank Statement geschlagen geben.  Sasha schnappt sich Coles Wasserflasche und kippt sie Nia über den Kopf, um sie aufzuwecken. Sie verfrachtet sie in den Ring, wo sie Jax im Bank Statement bis zur Bewusstlosigkeit würgt. Michael Cole fügt an, dass es für Jax heute, anders als für Corey Graves, kein Happy End gebe.

Sieger via Submission: Sasha Banks
Titelwechsel!

Schauplatzwechsel: Es wird zu einer Kamera auf dem Parkplatz geschaltet, wo gerade eine Limousine anrollt. Sie transportiert einen offensichtlich sehr gut gelaunten Triple H, der von einem noch besser gelaunten Samoa Joe mit einer dicken Umarmung und einem "How are you doing?" begrüßt wird. "I'm great, man!", meint Hunter. Joe löst die Umarmung, tätschelt ihn freundschaftlich in den Nacken und... befördert seinen Kopf schließlich durch das Limousinenfenster! Er schnappt sich eine Eisenstange und bearbeitet damit Hunters Beine, bevor er ihn auf das Dach der Limousine zerrt. Dort setzt es einen Muscle Buster und zum krönenden Abschluss den Coquina Clutch.

Ein sichtlich geschockter Michael Cole lässt uns wissen, dass wir im Laufe des Abends einige Updates zu Hunters Gesundheitszustand erhalten werden. Doch nun habe SmackDown GM Daniel Bryan erst einmal eine Ankündigung für uns. Bryan erklärt uns, um zu gewährleiten, dass SmackDown das "Land Of Opportunity" bleibt, müsse es sich einigen Umstrukturierungen unterziehen. Es sei das letzte mal, dass ein SmackDown Titel nicht bei WrestleMania verteidigt wird (Tag Team Championship). Ab sofort gebe es bei SmackDown einen Titel weniger. Der IC- und WWE Title werden vereinigt und durch den alten World Heavyweight Championship repräsentiert. Und eine Gelegenheit, sich diesen prestigeträchtigen Gürtel unter den Nagel zu reißen, bekommt heute jeder, der eigentlich in einem Titelmätch gestanden hätte.

World Heavyweight Championship
Fatal Four Way Match
Bray Wyatt vs. Randy Orton vs. Dean Ambrose vs. Baron Corbin

Als alle vier im Ring angekommen sind, will Bray sofort auf Orton losgehen, doch der rollt sich aus dem Ring und zaubert eine Urne unter dem Ring hervor. Wyatt krümmt sich vor Schmerzen auf dem Boden, genau wie die "Bullshit" chantenden Fans auf den Rängen. Corbin und Ambrose brawlen derweil im Ring, bis Ambrose schließlich die Oberhand und seinen zweiten World Heavyweight Championship mit dem Dirty Deeds gewinnen kann.

Sieger via Pinfall: Dean Ambrose
Titelwechsel!

Cruiserweight Championship
Neville (c) vs. Austin Aries

Die Fans, die die Urnenszene nicht mitbekommen haben und sich rechtzeitig in die Pinkelpause retten konnten, kommen rechtzeitig zum Ringgong des Cruiserweight-Krachers wieder an ihrem Platz an. Nach umjubelten 25 Minuten mit jeder Menge "This is awesome"-Chants geht der Titel an Aries. Sein selbsticheres Grinsen ist das Letzte, was viele Fans sehen - denn sie wissen, was jetzt noch auf der Card steht und die Einschaltquote des Networks reduziert sich drastisch um 73%.

Sieger via Pinfall: Austin Aries
Titelwechsel!

Roman Reigns vs. The Undertaker

Als Roman im Ring steht, geht das Licht aus und die Druiden versammeln sich auf der Rampe - allerdings ohne den Taker. Der steht, als das Licht ausgeht, bereit hinter Reigns. Kick in die Magengrube, Tombstone, 1...2...3! Die Crowd dankt es ihm mit "Thank you, Taker!"-Chants.

Sieger via Pinfall: The Undertaker

United States Championship
Chris Jericho (c) vs. Kevin Owens

Ohne Verschnaufpause geht es weiter mit einem großartigen Videopackage zum US Title Match. Als sich die beiden im Ring befinden, beginnt Owens sofort mit seinen Kopfspielchen. Sie scheinen zu funktionieren, bringen Y2J völlig aus dem Kontext und die Pop-Up Powerbomb sichert Owens den Sieg. Er hält seinen linken Zeigefinger in die Luft. "That's one!", kann man an seinen Lippen ablesen.

Sieger via Pinfall: Kevin Owens
Titelwechsel!

Auf dem Titantron sehen wir Mr. America. Er wendet sich mit einer kurzen, kryptischen Botschaft ans Publikum.

"You have to grab your competition by its throat and you have to squeeze the life out of it!"

AJ Styles vs. Shane McMahon

Als beide im Ring angekommen sind, lassen sie dem Ringrichter nicht einmal Zeit, das Match anzuläuten und gehen sofort aufeinander los. Styles kann zunächst die Oberhand gewinnen, bevor er von Shane ausgekontert und auf dem Kommentatorentisch drapiert wird. Shane zeigt den Flying Elbow - jedoch ins Leere, Styles kann sich rechtzeitig aufraffen. Anschließend muss auch der deutsche Kommentatorentisch dran glauben, als Shane mit einem Styles Clash unsanft auf den Hallenboden befördert wird. Zu guter Letzt muss Shane im Calf Crusher abklopfen.

Der strahlende Sieger lässt nach kurzer Zeit den verwundeten McMahon im Ring zurück, als die beiden Mr. Americas mit Stühlen bewaffnet durch die Zuschauerränge den Ring stürmen. Sie prügeln wie wild auf den SmackDown General Manager ein und schleppen den blutenden McMahon schließlich Richtung Backstage-Bereich.

Sieger via Submission: AJ Styles

Mixed Tag Team Match
John Cena & Nikki Bella vs. The Miz & Maryse

Your time is up - my time is now. Und jetzt ist es offensichtlich time für John Cena... oder aber für The Miz und seine Schnepfe, die ihren Entrance in voller Cena-Verkleidung zu seinem Themesong vollführen. Cena und Nikki kommen direkt hinterher und hauen sie auf dem Weg zum Ring um. Im Ring angekommen, schafft es Maryse, einen Backstabber zu laden - sie drückt ihre Knie so weit in Nikkis Rücken, dass ihre Brustimplantate vorne herausplatzen. Sie fliegen im hohen Bogen über den Citrus Bowl, wo sie von zwei Tauben abgefangen werden, die sich daran verschlucken und langsam verenden. Daniel Bryan kündigt umgehend und bereitet gemeinsam mit PETA eine Klage gegen WWE vor. Im Ring turnt Maryse derweil gegen Miz  und Cena gewinnt mit dem AA. Maryse versucht ihn zu küssen und Cena nimmt dankend an - er braucht schließlich eine Freundin mit zwei funktionierenden Brüsten.

Fazit: Eine Scheidung, eine gescheiterte nicht-Ehe, eine Klage und zwei tote Tauben. Außerdem vermutlich nie wieder ein Mixed Tag Match bei einer WrestleMania, nachdem Vince das alles auf der nächsten Aktionärsversammlung erklären muss.

Sieger via Pinfall: John Cena, Maryse & Nikki Bellas Implantate

Anschließend sehen wir Michael Cole mit ernster Mine. Er erinnert uns daran, dass Nikki Bella nicht die Einzige sei, die am heutigen Abend eine schwere Verletzung erlitten habe. Wir sehen erneut die Szenen von Joes Attacke gegen Triple H. Leider habe man immer noch keine Rückmeldung aus dem Krankenhaus. Daher geht es jetzt erst einmal weiter mit dem "Ultimate Price for a WWE Superstar". Dem Universal Championship.

Universal Championship
Goldberg (c) vs. Brock Lesnar

Nach dem epischen Videopackage vollführen die epischen Kontrahenten ihre epischen Einzüge mit ihren epischen Themes und der epischen Ansage von Lilian Garcia. Doch kurz bevor der epische Ringrichter das epische Match anläuten will, hören wir Kevin Owens' Musik. Eigentlich hätte ihm ja ein 1on1 Match um den Titel zugestanden, aber er sei da nochmal in sich gegangen... er habe bereits einen Titel gewonnen und wolle sich heute Abend ein Vermächtnis setzen. Er habe sich mit Stephanie unterhalten und... "You know what? Screw it, I don't have to explain myself. I'll handle you two clowns all by myself!"

Universal Championship
Triple Threat Match
Goldberg (c) vs. Brock Lesnar vs. Kevin Owens

Gleich als KO den Ring betritt, will Goldberg ihn mit einem Spear begrüßen. KO weicht jedoch aus und erneut muss Lesnar den Move fressen. Owens nutzt die Gunst der Stunde und flieht. Goldberg jagt ihn um den Ring, bis eine Hand unter dem Apron hervor kommt, ihn am Fuß zieht und er auf die Schnauze fällt. Zwei Gestalten krabbeln unter dem Ring hervor... es sind die beiden Mr. Americas. Sie prügeln auf Goldberg ein. Im Ring schlatet KO blitzschnell und verpasst Lesnar die Pop-Up Powerbomb, bevor er sich sammeln kann. Die Mr. Americas schieben Goldberg in den Ring. Der Eine steigt aufs oberste Ringseil und Lesnar muss eine Swanton Bomb einstecken. Der andere nähert sich Goldberg von hinten und... Twist of Fate! Es folgt die epische Demaskierung. Die Hardy Boyz sind zurück! Sie stapeln Lesnar und Goldberg aufeinander, KO covert, 1...2...3!

Sieger via Pinfall: Kevin Owens
Titelwechsel!

Owens feiert ausgelassen mit den Hardyz, bevor sich Mr. America Nummer drei - der, der zu Beginn Trump & McMahon niedergestreckt hatte - dazu gesellt.

"I don't like to repeat myself, but as I said on RAW: If you wanna make a statement, you find the toughest man in the room, you walk up to him, and you punch him in the face."

Die nächste Demaskierung: Austin Aries!

"We've been hearing the rumors for months. WWE is gonna buy Ring Of Honor. Now we're here to make a statement. We're not gonna stand by and watch you destroying the place that made us, like you did with ECW. And if you won't listen to us, then I have a surprise for you... or two..."

Die Hardyz laufen Richtung Backstage-Bereich, um Samoa Joe und Seth Rollins zu helfen, die verwundeten Triple H und Shane McMahon zum Ring zu schleppen.

"We have the gold of RAW and the power of RAW and SmackDown. Maybe you'll listen to us now. You wanna buy our home? You wanna make us curtain jerkers for a WrestleMania headlined by these two clowns? Well, guess what?! Fuck you, fuck PG and fuck guys 15 years past their prime!"

"You need to define the moment - or the moment defines you."

Diamond Dallas Page verdient seine Brötchen heute unter anderem als Motivationsredner - und obiges Zitat (welches aus einer Nitro-Show der späten 90er stammt) zeigt ein bisschen, dass er das schon immer irgendwie in sich hatte.

Page wuchs als ältestes von drei Kindern (übrigens deutschstämmiger Eltern) grötenteils bei seiner Großmutter auf, teilweise auch bei seinem Vater, einem Nachtclubbesitzer. Bevor Page mit dem Wrestling anfing, trat er in Daddys Fußstapfen.

Erst im zarten Alter von 32 Jahren (1988) näherte DDP sich so langsam dem Wrestling - wenn auch nicht aktiv. Er managte in der AWA etwa Curt Henning. Drei Jahre später tauchte er schließlich in der WCW auf, wo er zunächst die Fabulous Freebirds managte und schließlich auf Scott Hall traf.  Bis heute gibt Page die Lorbeeren für die Idee zu seinem Gimmick an Hall weiter. Der "Diamond Studd", die erste Inkarnation des Diamond-Dallas-Page-Charakters mit Pornobrille, Zigarre und Glitzerjacke (kaum erkennbare Inspiritaion aus seiner Nachtclubbbesitzer-Vergangenheit erkennbar) ist also, ebenso wie Stings Crow-Gimmick Halls damals permanent volltrunkenem Hirn entsprungen - damit sollte Clausthaler mal Werbung machen.

Bei WCW steiler Aufstieg im zarten Wrestling-Alter

Neben seiner Tätigkeit als Manager versuchte er sich als Kommentator an der Seite von Eric Bischoff. Als Gerüchte im Lockerroom die Runde machten, WCW wolle den Diamond Studd begraben, begann Page, sich dafür einzusetzen, eine Rolle als aktiver Wrestler zu bekommen. Im noch zarteren Alter von 35 Jahren, begann er für seine aktive Karriere zu trainieren. Nach nicht einmal einem Jahr Training debütierte er bereits bei Nitro. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer - Ende 1991 begann Page zu wrestlen, Ende 1992 zog er sich eine schwere Schulterverletzung zu und wurde gefeuert.

Etwas über ein Jahr später kehrte er jedoch wieder zurück und gewann prompt die WCW Televevision Championship. Von da an ging es steil bergauf, wie so vieles in der WCW bleibt bei Page vor allem seine Fehde mit der NWO, speziell mit NWO-Mitglied Randy Savage im Gedächtnis. Page bezeichnet das Programm bis heute als sein Katapult in den Main Event. Bei Spring Stampede gewann er selbigen gegen den Macho Man.

Von da an nahm Pages Karriere richtig Fahrt auf, innerhalb von gerade einmal drei Jahren gelang es Page, sich erst den US Title zu sichern, zwischenzeitlich groß angelegte Celebrity-Fehden mit Hulk Hogan und Dennis Rodman zu frühren und schließlich bei Spring Stampede 1999 die World Heavyweight Championship zu erringen (übrigens in einem Fatal 4 Way mit Hogan, Sting und Ric Flair - es gibt kleinere Namen).

Ein Ring der WWE Hall of Fame ist noch zu wenig Ehre

Dass Pages Glanzzeit in den Geschichtsbüchern kaum Würdigung findet, liegt in erster Linie daran, dass sie mitten im Armageddon der WCW-Zeit stattfand. Gegen Ende nahm er sich ein wenig zurück, wrestlete zum Teil nur noch Teilzeit, aber letzten Endes hat Page der WCW vom Anfang bis zum Untergang die Stange gehalten, war bis zum Ende eines letzten Babyfaces, die tatsächlich noch over waren und im Ring ablieferten. Zur Übernahme durch die WWE sagt Page heute, er bereue, dass er mit an Bord gekommen sei. Er war damals in eine Stalker-Storyline mit dem Undertaker vewickelt. Pages Idee war hingegen eine "People's Champ vs. People's Champ"-Fehde mit The Rock. Vince McMahon war dagegen. Heute meint Page, er hätte damals seinem Bauchgefühl vertrauen sollen.

Heutzutage ist der Name "DDP" nicht mehr ohne den Begriff "Yoga" im Anschluss zu lesen. Auch wenn seine Penetranz und die inzwischen gezwungene positive Grundhaltung in seinen Interviews manchmal nerven... so wirklich verübeln kann man es ihm nicht. Bei allem Verkaufsgelaber, bei allen PR-Strategien... Page steht immer noch hinter allem, was er tut. Das spürt man. Und den tüchtigen Geschäftsmann kann man ihm nun wirklich nicht absprechen.

Und alleine dafür, dass er Menschen wie Jake Roberts oder Scott Hall clean bekommen hat, gebührt ihm eigentlich noch viel mehr Ehre als ein Ring der WWE Hall of Fame...

Ein PPV vier Wochen vor WrestleMania ist in aller Regel eine sehr undankbare Aufgabe - für die Veranstaltung selbst, für die Booker, die Wrestler und nicht zuletzt: für uns! Die Fans! Drei Stunden durch Matches quälen, deren Ausgang ohnehin schon feststeht, da die Storylines für WrestleMania bereits in vollem Gange sind. Wie sieht es dieses Jahr aus? Wieder nur drei Stunden Lückenfüller oder gibt es tatsächlich Highlights, die man sehen muss? Hier unsere Meinung:

Kickoff Show
Noam Dar & The Brian Kendrick vs. Rich Swann & Akira Tozawa

Simon Weimer: Joa... Da hat man eben alle Cruiserweights reingepackt, die schon einmal bei RAW waren, aber nicht im Titelmatch stehen. Um ehrlich zu sein, skippe ich die CW-Segmente immer - sofern nicht gerade Neville oder Gallagher, die einzig beiden interessanten Charaktere in der Division, zu sehen sind. Swann & Tozawa gewinnen, um die Crowd mit einem Feel-Good-Moment auf die Hauptshow einzustimmen.
Vorfreude: 2/10

Great_One: Alle Cruiserweights stimmt ja nun leider nicht so ganz. Mit TJ Perkins fehlt der Gewinner des CWC und damit der erste Cruiserweight Champion der neuen Division. Aber gut, Leute wie Gran Metalik oder Cedric Alexander fehlen ja auch auf der Card. Immerhin sind die Personen, die hier im Kickoff stehen, nicht einfach nur wild zusammengewürfelt, sondern Dar fehdet mit Swann und Kendrick ja auch mit Tozawa. Die Geschichte rund um Kendrick und Tozawa (und eventuell ja auch nochmal mit Einbindung von Tajiri) gefällt mir sogar echt gut. Kann meinem Vorredner nicht zustimmen mit der Aussage, dass Neville und Gallagher die einzigen interessanten Charaktere sind. Wie angesprochen sehe ich zum Beispiel nahezu alles, was Kendrick macht, sehr gerne. Ich stimme aber bei den Siegern zu. Ich denke auch, dass die Faces gewinnen werden.
Vorfreude: 3/10

Maik: Ich mach's zurzeit wie Simon und skippe fast alles von den Cruiserweights. Einzig bei Jack Gallagher, manchmal bei Neville und manchmal einigen der anderen bleibe ich nochmal hängen. Wo mehr oder weniger plötzlich Akira Tozawa herkommt, weiß ich nicht genau. Ich finde ihn zwar ziemlich öde, aber meinetwegen soll er mal die Chance bekommen, sich auf der WWE-PPV-Bühne zu beweisen. Langweiler als das, was TJ Perkins so macht, wird es schon nicht sein. Der Sieger? Joa, gewinnen wohl die Faces mit dem Fall an Noam Dar.
Vorfreude: 2/10

Sasha Banks vs. Nia Jax

Simon Weimer: Nochmal joa... sind beide eher so lauwarm momentan. Sasha wird in irgendwelchen kalten Verletzungs-Storylines geparkt und soll nebenbei Jax helfen, nicht mehr ganz so grün auszusehen. Ich fürchte ja, sie wird bei WM irgendein Multi-Women-Match gewinnen, während Bayley Charlottes PPV-Streak brechen darf. Von daher ist es relativ egal, wer hier gewinnt, großes Kapital wird niemand daraus schlagen. Ich tippe einfach mal auf Nia. Ich mag sie ja schon irgendwie, würde ihr den Sieg gönnen und hoffe einfach mal, dass Banks nach WM einen Reboot bekommt.
Vorfreude: 2,5/10

Great_One: Ich würde ja ehrlich gesagt gerne Nia Jax gegen Charlotte Flair sehen. Stelle ich mir durchaus interessant vor, da Charlotte vor allem da mal nicht den Kraftvorteil hätte. Aber solange beide Heel sind, wird es das wohl nicht geben, dabei sollte es in dem Interesse einer Zerstörerin wie Jax sein, sich das Gold auch zu holen. Hier sehen wir also erneut Nia Jax vs. Sasha Banks. Die gesamte Story rund um die beiden mit der Verletzung von Sasha packt mich so irgendwie nicht. Aber das betrifft das gesamte aktuelle Geschehen in der Women's Division bei Raw. Auch das Titelgeschehen reizt mich aktuell so nicht. Aber dazu später mehr. Ich tippe hier einfach mal auf Sasha Banks als Siegerin. Jax hat zuletzte Bayley gepinnt und verlangt daher einen Titelshot. Banks hat dann aber Jax besiegt und verlangt auch einen Titelshot. Und am Ende gibt es ein Fatal Four Way Match bei Wrestlemania.
Vorfreude: 2/10

Maik: Hier wird es nur darum gehen, beide in Position zu bringen, um bei WrestleMania ins Fatal Four Way Titelmatch gegen Charlotte und Bayley zu rutschen. Ich sehe nur zwei mögliche Szenarien: Entweder Nia Jax gewinnt und setzt ihren Weg an die Spitze fort oder es gibt es Ende ohne klaren Sieger. Das wäre nicht dumm, damit Sasha Banks weiter in relevanter und glaubwürdiger Position bleibt, wenn WrestleMania vor der Tür steht. Ein Problem habe ich mit dem Match: Es interessiert mich nicht. Und was bei den Männern gilt, gilt auch bei den Frauen: Ich brauche einfach keine Monster.
Vorfreude: 0

Raw Tag Team Championship
Luke Gallows & Karl Anderson (c) vs Enzo Amore & Big Cass

Simon Weimer: Gallows und Anderson zünden in der WWE einfach nicht (was allerdings niemanden überraschen sollte, der die beiden abseits des Rings kennt. Sie haben keinen unbedingt... PG-lastigen Humor). SAWFT sind meiner Meinung nach genau zur richtigen Zeit im Title-Picture angekommen, sollten die Titel hier aber noch nicht holen. Ein Titelgewinn wäre eher etwas für Mania, mit einer großen Enzo-Ansprache beim anschließenden RAW. Screwjob-Finish nach solidem Match und eine Titelverteidigung.
Vorfreude: 4/10

Great_One: Meiner Meinung nach hat es die WWE total verpasst, Enzo und Cass zu Champions zu machen. Aktuell gehen mir die beiden, was vor allem an Enzo liegt, eher auf die Nerven. Nicht umsonst bekam Sheamus vor ein paar Shows "Thank you Sheamus"-Chants, nachdem er Enzo mit dem Brogue Kick niedergestreckt hatte, weil dieser die ganze Zeit zu Cesaro meinte "I've got your Kryptonite". Enzos Gehabe scheint mittlerweile nicht mehr so zu unterhalten wie noch zu Anfang. Von Big Cass bin ich allerdings ein Fan. Aus dem Mann könnte definitiv noch was großes werden, wenn man es richtig anpackt. Zur Not erfüllt Enzo irgendwann nur noch eine Manager Rolle für Cass, allerdings dann bitte ein bisschen weniger aufgedreht. Ich würde hier gerne den Titelwechsel sehen. Weil ich es doof finde, wenn man gezwungen versucht, alle großen Momente und ersten Titelgewinne bis zu Wrestlemania zu ziehen. Warum also nicht hier schon den Titelgewinn? Gallows und Anderson sind zwar endlich Champion, aber werden weiterhin völlig blöd eingesetzt. Ich hätte da also nichts dagegen, hier schon Enzo und Cass gewinnen zu sehen. Sollten die beiden hier aber nicht gewinnen und auch bei Wrestlemania nicht als Tag Team eingesetzt werden, wäre Big Cass ein guter Mann als Sieger der Andre the Giant Memorial Battle Royal.
Vorfreude: 5/10

Maik: Puh, nach Teil 1 der Frauen-Division, Teil 1 der Cruiserweight Division und vor Teil 2 der Frauen-Division hier der nächste Pflegefall. Die Tag-Team-Division liegt irgendwie ziemlich brach. Wenn man sich das bei Raw nicht anguckt, verpasst man nichts. Und deswegen verpasse ich das meiste mittlerweile freiwillig. Wer hier gewinnt? Keine Ahnung. Und ich bin auch schon wieder geneigt zu sagen: Mir egal...
Vorfreude: 2/10

Raw Women's Championship
Bayley (c) vs Charlotte Flair

Simon Weimer: Die Queen of Pay Per View schlägt wieder zu und eifert so langsam ihrem Daddy in Sachen Titelregentschaften nach. Aber sie hat es auch verdient, sie ist definitiv der Leader in der Division und ich bin gespannt, was sie diesmal mit Bayley auf die Beine stellt. Bayley wird dafür bei WrestleMania ihren großen Moment mit dem Streakbruch bekommen, da bin ich mir sehr, sehr sicher.
Vorfreude: 6/10

Great_One: Auch hier frage ich mich: Warum nicht die Pay-Per-View-Streak von Charlotte hier mit einer Titelverteidigung beenden? Ich geh nämlich auch mit einem Fatal Four Way Match bei Wrestlemania aus, auch da ich sonst nicht wüsste, was man mit Sasha Banks anstellen will. Sie ist definitiv zu populär, um sie nicht bei Wrestlemania auf der Card zu haben. Außerdem sollte der Gürtel besser nicht direkt wieder zu Charlotte zurückwechseln. Egal wie gut sie ist, aber dieses Heiße-Kartoffel-Spiel war schon bei Sasha Banks mehr nervig und hat den beiden Damen aus meiner Sicht geschadet, nur weil man die Fehde in die Länge ziehen wollte. Soll Charlotte etwa Ende des Jahres schon zehnfache Championesse sein? Wäre doch definitiv zu viel des Guten. Hier bleibt also hoffentlich Bayley Championesse - und wenn Nia Jax einfach alle angreift und durch das No Contest ein Zeichen für einen Titelshot stellen will.
Vorfreude: 5/10

Maik: Ich bin da bei Simon und fordere sogar: Charlotte soll bloß gewinnen und ihre PPV-Serie behalten. Wenn man schon so kurz vor WrestleMania steht, soll man die Streak bitte auch erst auf der größten Bühne enden lassen. Alles andere wäre ein verschenkter Moment. Warum Bayley schon jetzt das erste Mal den Titel gewinnen musste (und man nicht auch damit bis WM gewartet hat), ist für mich nicht ganz ersichtlich. Einfach um sie glaubhaft im Title-Picture zu halten? Das hätte man auch anders lösen können. Oder weil bei Mania jemand anders gewinnen soll? Möglich. Jedenfalls: Trotz Bayley und wegen Charlotte und ihrer Streak ist in der Division ein gewisser Stillstand eingetreten. Die WWE soll das aktuelle Schema halt noch bis WrestleMania durchziehen. Danach muss aber dringend ein wenig mehr Bewegung rein. Und das heißt: Charlotte muss mal raus aus dem Title-Picture.
Vorfreude: 5/10

Samoa Joe vs. Sami Zayn

Simon Weimer: Ich mag mich nicht so recht darauf freuen... aber ich kann nicht anders! Zum Jahresabschluss letztes Jahr habe ich noch kritisiert, dass es bis auf Kevin Owens (zumindest ansatzweise) absolut niemand schafft, den Zauber von NXT in die Hauptshows zu transportieren. Joe macht das mit Leichtigkeit und es ist die helle Freude, ihm dabei zuzusehen. Mal abgesehen vom Shoot-Background steht der Mann für mich in Sachen Glaubwürdigkeit auf einer Stufe mit Brock Lesnar. Alleine der Pull-Apart mit Zayn beim letzten RAW - die wenigsten schaffen es, so etwas glaubwürdig zu verkaufen. Joe macht das im Alleingang und schafft es mühelos, Zayn mit hochzuziehen. Letzterer zeigt in diesem kurzen Programm Leistungen am Mic, die ich schon seit Monaten nicht mehr von ihm gesehen habe. Eine prominente Rolle bei WrestleMania wird ihm verwehrt bleiben, aber ich hoffe, er kann sich diesen Aufschwung bewahren und mit einem starken Programm in die nächste "Saison" starten. Sieger hier natürlich ganz klar Joe, aber hoffentlich nicht mit einem Squash...
Vorfreude: 7,5/10

Great_One: Joe bringt seine gewohnte Intensität zu Raw und mit Zayn hat er einen tollen Fehdenpartner, auch wenn der vermutlich aus der Not heraus in diese Position gebracht wurde, weil Rollins sich verletzt hat. Was soll ich dazu groß sagen? Die beiden liefern ab. Die beiden unterhalten und das Match kann einfach nur gut werden. Und sofern nicht Rollins auftaucht und Joe ablenkt, wird Joe auch gewinnen. Aber vielleicht hat da ja Rollins ein Wörtchen mitzureden.
Vorfreude: 8/10

Maik: Puh, hier pendele ich auch ein wenig zu sehr zwischen Freude und Angst. Da ist die grundsätzliche Freude auf das Match zweier Könner, aber da ist auch die Angst, dass es nicht liefert. Weil die Beiden nicht liefern dürfen. Das Match ist natürlich nur dafür da, Samoa Joe vor WrestleMania zu stärken. Das passiert hoffentlich durch ein tolles Match - nur warum sollte ein Midcarder wie Sami Zayn den Zerstörer Joe ans Limit treiben dürfen? Von daher habe ich begründete Angst vor einem Match, das in einen Squash ausarten könnte. Immerhin hat man das Zayn zuletzt schon gegen Braun Strowman erspart. Das macht Hoffnung. Zayn übrigens, das ist für mich einer der letzten wirklichen Face-Underdogs, einer, den man einfach endlich mal was gewinnen sehen will. Im Ring ist er über jeden Zweifel erhaben, und seine Promos sind seit einigen Wochen (wieder) Gold. Wie Simon schon sagte: Wahrscheinlich bekommt er bei WrestleMania nur einen Trost-Spot - ich hoffe, danach darf er dann mal durchstarten. Ich würde es ihm gönnen.
Vorfreude: 7/10

WWE Cruiserweight Championship
Neville (c) vs. Jack Gallagher

Simon Weimer: Perfektes... aber wirklich fucking perfektes Match für einen PPV wie Fastlane. Gallagher ist verdammt unterhaltsam, aber noch nicht so weit, die CW-Division zu tragen. Schöner Übergangsgegner für Neville, bevor dann hoffentlich Austin Aries bei WrestleMania ran darf. Gallaghers Zeit wird hoffentlich noch kommen, aber für den Moment würde ich den Fuß erstmal vom Gaspedal lassen, bis Neville und Aries der CW-Division etwas Glaubwürdigkeit verliehen haben. Neville gewinnt, vielleicht sogar clean.
Vorfreude: 6,5/10

Great_One: Mit Neville macht man als Heel aber aktuell auch sehr viel richtig und endlich ist er so eingesetzt wie er es schon lange verdient gehabt hätte. Gallagher als Gegenspieler ist auch sehr unterhaltsam. Unglaublich, wie viel Charisma der Typ ausstrahlen kann, wobei man vorsichtig sein muss, ihn nicht zu sehr in die Comedy-Ecke zu drängen, auch wenn er das hervorragend kann. Ich hoffe hier auf einen cleanen Sieg von Neville, der dann bei Wrestlemania auf Austin Aries treffen kann. Und Gallagher nimmt dann über Umwege erneut Anlauf für einen weiteren Shot irgendwann nach Wrestlemania, wo er sich dann auch wirklich zum Champion krönen kann.
Vorfreude: 7/10

Maik: Meine Vorredner haben es schon gut erfasst. Es ist klar, dass das hier nichts als eine Übergangs-Lösung auf der Road to WrestleMania ist. Trotzdem ist es für Jack Gallagher schön, sich in einem Singles Match bei einem PPV zeigen zu können. Ich gehe aber auch fest davon aus, dass Neville sich hier klar und clean durchsetzt. Dass es bei WrestleMania das Duell zwischen Neville und Austin Aries geben wird, ist für mich gesetzt. Auch wenn das Programm noch nicht direkt läuft. Das könnte aber echt gut werden. Ich frage mich nur, was mit den anderen Cruiserweights bei WrestleMania passiert...
Vorfreude: 6/10

Roman Reigns vs. Braun Strowman

Simon Weimer: Huuraaa vs. UUUUUAAAAHHHHH. Return of the Big Men. Beide haben sich echt gemacht, in Relation hat Strowman sogar schnellere Fortschritte gemacht als Reigns. Ich verstehe nur nicht so ganz, was man mit diesem Match bezwecken will. Reigns muss eigentlich gewinnen, wenn man ihn bei WM gegen den Taker stellen will. Strowman wurde andererseits viel zu prominent gepusht, als dass man ihn so kurz vor WM nochmal einen Dämpfer verpassen könnte... ich bin überfragt. No Contest nach Eingreifen ihrer respektiven WM-Gegner?!
Vorfreude: 5,5/10

Great_One: Strowman hat sich wirklich sehr gut gemacht, ist für seine Statur sehr agil und wird stark gepusht in den letzten Wochen. Eigentlich wäre es typisch WWE, ihn hier und jetzt einfach mal an Roman Reigns zu verfüttern, aber ich hoffe einfach, dass die WWE das nicht macht. Entweder Strowman gewinnt (von mir aus auch nach Ablenkung durch Reigns' Wrestlemania Gegner) oder, wie mein Vorredner auch andeutet, ein No Contest. Sollte Strowman keinen Gegner für Wrestlemania haben, könnte auch er in die Memorial Battle Royal als Favorit gehen.
Vorfreude: 4/10

Maik: Sorry, nein, nein und nochmals nein. Mir fallen in der ganzen WWE wohl keine zwei Leute ein, die ich aktuell weniger sehen und ertragen kann als Reigns und Strowman. Von daher: Vollständige Ablehnung des Matches, werde ich mir nicht angucken. Kurz aber meine Einschätzung: Ich glaube, die WWE zieht mit Strowman jetzt die Handbremse. Reigns wird ihn besiegen, um fit für den Undertaker zu werden. Für Strowman sehe ich keinen geeigneten Platz auf der Mania-Card. (Ich sage es auch hier nochmal: Wer braucht schon noch Monster?!) Das einzige Szenario, bei dem Strowman gut aussehen könnte: Wenn der Taker eingreift, um die Fehde mit Reigns zu starten. Nur würde auch dann wohl der Strowman-Push weiter ins Nichts gehen... (Nur noch eine Bitte, WWE: Haltet Strowman bei WM vom Taker fern...)
Vorfreude: 0 (Darf ich Minuspunkte vergeben?)

WWE Universal Championship
Kevin Owens (c) vs. Goldberg

Simon Weimer: "I think, Kevin Owens has a shot, walking into WrestleMania as the WWE Universal Champion. My client Brock Lesnar disagrees" - Well, ich bin da eher bei Paul, mein Bauchgefühl sagt mir, Owens bleibt Champ. Es sagt mir allerdings nicht, wie sie das anstellen wollen, ohne dass sowohl Goldberg als auch Brock wie die letzten Idioten aussehen. Ein Run-in von Jericho wird da nicht reichen, den fegt Goldberg auch noch weg. Ich bin echt gespannt, wie sie das lösen, bin mir aber relativ sicher, dass der Titel bei Owens bleibt. Ein Lob muss ich allerdings noch an Goldberg aussprechen. Ja, er hat im Ring nicht allzu viel gezeigt, aber die Promos waren, vor allem für jemanden, dem ständig eine Söldner-Mentalität vorgeworfen wird, alles andere als blutleer. Hut ab!
Vorfreude: 7/10

Great_One: Vor allem hieß es immer, dass Goldberg keine Promos halten kann. So wie er bislang die Promos gehalten hat, war das alles echt gut und unterhaltsam. Und Kevin Owens gefällt mir auch in der Darstellung seit dem Bruch mit Jericho verdammt gut. Es wäre einfach eine Schande, wenn die WWE hier wirklich Goldberg den Gürtel - am besten auch noch innerhalb einer Minute - geben würde. Goldberg vs. Lesnar braucht den Gürtel einfach nicht. Aber Lesnar wird niemals für Owens eingreifen. Das ergibt keinen Sinn, da wenn Goldberg Champion wird, Lesnar bei Wrestlemania ja ein Titelmatch hätte - es sei denn Triple H und Stephanie McMahon können Lesnar und Heyman irgendwie ein interessantes "Angebot" machen, was zum Eingriff von Lesnar gegen Goldberg führt. Ich hoffe einfach, dass Kevin Owens irgendwie Champion bleibt und es dann bei Wrestlemania ein Championship vs. Championship Match gegen Jericho gibt. Leider spricht alles gegen Owens. Am einfachsten und aktuell für mich leider am wahrscheinlichsten ist eine Ablenkung von Jericho direkt nach dem Gong. Dann Spear, Jackhammer, neuer Champion: Bill Goldberg. Die WWE hätte hier definitiv erneut die Chance, einen neuen Star zu schaffen, indem sie Owens gegen Goldberg gut aussehen lässt, aber vermutlich wird dies nicht so kommen und eine weitere Chance einen neuen Star zu schaffen wäre verschwendet...
Vorfreude: 5/10

Maik: Leute, ich befürchte, wir sehen hier ein weiteres Sekunden-Squash-Match von Goldberg... Warum sollte die WWE Kevin Owens in einem Match besser aussehen lassen als Brock Lesnar? Ich glaube nicht, dass das passiert. Was auf jeden Fall passieren wird: Eingriffe von außen. Mit einem Angriff von Chris Jericho auf Kevin Owens ist zu rechnen. Außerdem wird wohl Brock Lesnar auftauchen. Er könnte Goldberg den Titel kosten, vielleicht mit einem Eingriff vor dem Match, etwa beim Entrance (wobei die WWE dann die zahlenden Zuschauer um ihren Main Event bringen würde...). Das wäre das einzig denkbare Szenario, in dem ich Owens den Titel behalten sehe. Noch habe ich nicht alle Hoffnung aufgegeben. Nur warum sollte Lesnar das tun, wenn ihm selbst dann ein Universal Title Match bei WrestleMania winken würde? Das macht einfach keinen Sinn... So gern ich Owens gegen Jericho um den Universal Title bei WrestleMania sehen möchte - ich befürchte, das Gold landet bei Goldberg vs. Lesnar, wo es eigentlich nichts zu suchen hat. Bin aber gespannt, wie man alles löst...
Vorfreude: 6/10

Allgemeines

Simon Weimer: Gar nicht schlecht, sind sogar drei, vier Matches dabei, auf die man sich fast schon freut. Die oft sehr gewissen Ausgänge nehmen ein wenig Spannung, aber wenn Matches so organisch aufgebaut wurden wie Owens vs. Goldberg oder Joe vs. Zayn, tut das der Vorfreude nur einen minimalen Abbruch. Meine Prognose: Zwei Filler-Stunden, eine Stunde sehr unterhaltsames Wrestling und keine großen Überraschungen auf der Road to WrestleMania.
Vorfreude: 6/10

Great_One: Grundsolider PPV aus meiner Sicht. Leider sehr schade, dass aufgrund von Wrestlemania viele Matchausgänge zu vermuten sind. Dennoch wird der PPV kein Totalausfall - oder doch, liebe WWE?
Vorfreude: 5/10

Maik: Fast alles ist reines Füllwerk, um die letzten Weichen für WrestleMania zu stellen. Ich gehe mit geringen Erwartungen ins Event, hoffe, dass mich das eine oder andere Match und der eine oder andere Kniff überzeugt.
Vorfreude: 4/10

Was haben Kevin Owens, The Miz, Samoa Joe und Donald Trump gemeinsam? Richtig, sie alle wurden 2016 Champion - und zwar allesamt nach demselben Prinzip.

So schnell sich die Welt inzwischen auch drehen mag, was sich mit einem Jahreswechsel nicht ändert, das sind im Privaten die Menschen, mit denen wir uns umgeben und im Öffentlichen die Figuren, die starken Charaktere, mit denen wir uns auseinandersetzen. Starke Charaktere - das ist der Knackpunkt. Das ist der Unterschied zwischen Miz und Ziggler. Der Unterschied zwischen Joe und Tye Dillinger. Der Unterschied zwischen Donald und Hillary. Heute wollen wir einen kleinen Rückblick auf die großen Charaktere 2016 wagen. Meine Prognose: Genau diese werden uns auch wieder 2017 durchs Jahr begleiten:

Kevin Owens

Der Mann, der 2016 das für mich größte Kunststück vollbracht hat: Den nahtlosen Übergang zu RAW zu schaffen und dabei nur minimal an Authentizität einzubüßen. Charlotte, Sasha Banks, Sami Zayn, die Liste geht endlos weiter. Ich mag sie, aber niemand hat es geschafft, den Zauber von NXT in die Hauptshows zu transportieren. Natürlich kann auch ein KO nichts am Booking ändern, aber er schafft es zumindest immer noch, bei sich selbst zu bleiben. Anders als bei anderen hat man bei ihm nie das Gefühl, Kevin Steen zuzusehen, der gerade Kevin Owens spielt.

 

The Miz

Wie ging der alte Foley-Kalauer nochmal? "What's the difference between The Miz and the 100-year-war? At a certain point, the 100-year-war was over"

Die Zeiten, in denen an dieser Stelle ein Lacher noch gerechtfertigt war, sind vorbei. The Miz hat sich gemacht. Und zwar heftig, In erster Linie zu verdanken ist das seiner Mini-Fehde mit Daniel Bryan. Nach Bret & Shawn, Ric & Sting, Cena & Edge gibt es nun Bryan & Miz. Die beiden haben einfach eine unschlagbare Chemie. Selbst Daniel Bryan, der ständig betont, wie wenig ihm das ganze Charakterzeugs liegt, nimmt man plötzlich jedes Wort ab. Und Miz nutzt das Ganze und trägt es in die Fehden gegen seine eigentlichen Gegner. Wenn Owens derjenige ist, der es am ehesten geschafft hat, seinen Charakter zu wahren, ist Miz vielleicht derjenige, der sich 2016 am meisten gefunden hat. Hut ab!

 

Alexa Bliss

Tatsächlich mal jemand, der im Mainroster seine besten NXT-Leistungen noch toppt. In NXT war die Gute zusammen mit den 4 Horsewomen einfach zur falschen Zeit am falschen Ort, das Spotlight war schlicht überfüllt. Charlotte mag der Star der Division sein. Die, die einfach nach Champ aussieht und auf alle anderen herunter blickt. Wenn es aber nach kleinen, cheatenden und menschlich abstoßenden Heels geht, da kommt zumindest am Mic und in Sachen Mimik niemand an den blonden Giftzwerg ran. Sie und Becky Lynch schaukeln sich gerade wunderbar gegenseitig Woche für Woche hoch. Ich hoffe, sie bleibt noch für lange Zeit bei SmackDown. Während sich Vince und Hunter streiten, wer bei RAW die 5000. Auflage von Charlotte vs. Banks gewinnen soll, soll sie weiterhin bei SD die wirklichen Highlights liefern.

 

Johnny Gargano & Tommaso Ciampa

Niemand hat 2016 weniger geredet und niemand hat mich mehr bewegt, als diese beiden. DIY zeigen: Auch in unseren heutigen Zeiten, in denen so viel Wert auf Promos gelegt wird, musst du kein großartiger Talker sein, um ein großartiger Wrestler und Entertainer zu sein. Ich kann es nicht einmal aufdröseln oder beschreiben - will ich auch nicht. Aber die beiden hatten mich zusammen mit The Revival mehr als einmal den Tränen nahe. Und als sie sich in Toronto die Titel geholt haben, habe ich wie ein verficktes Baby geheult! Danke dafür!

 

Bobby Roode

Can you feel it? Can you feel how glorious we are?! Ich weiß nicht, wie er das anstellt, aber wenn Roode seinen Entrance vollführt, fühlt sich Full Sail University plötzlich wie der Citrus Bowl, die nächste Austragungsstätte von WrestleMania, an. Erinnert mich ein bisschen an Rick Rude, Ric Flair oder Sting... er schafft es irgendwie, alles "groß" aussehen zu lassen. Wenn die Crowd nach dem 15. Entrance immer noch in minutenlangen "That was glorious"-Chants aufgeht, weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Ganz abgesehen davon, dass das ganze Gimmick, angefangen vom Look, über die geniale Einstiegspromo (Stichwort "you can continue to wear your oversized shirts") bis hin zum epischen Theme ein einziger Homerun ist. Roode wird auch das nächste Jahr über eine Bank sein. Die große Frage für mich ist nur: Bei NXT, oder im Mainroster?

 

Donald Trump

Was?! Der Typ ist doch überall, also warum auch nicht hier? Es geht doch um Sternstunden fiktionaler Charaktere, oder? Hat sich mal jemand die Mühe gemacht, Trumps Promos mit seinen Interviews und Pressekonferenzen zu vergleichen? Dieselbe überzogene Mimik, dieselbe überzogene Gestik, derselbe Sprachrhythmus. Immer dieses auf Konfrontation getrimmte, sehr laute, sehr langsam und deutlich vorgetragene Gorilla-Gehabe. Es ist verdammt schwer zu leugnen, dass er sich so einiges aus unserem Universum abgeschaut hat - so kommt man over!

Er kannte seinen Charakter, kannte seine Botschaft, wusste wie sie ankommt und hat sie entsprechend gesellt. Der Mann wusste, er wird keinen Popularitätswettbewerb gewinnen und hat es gar nicht erst versucht. Was ihm letztendlich den Wahlerfolg gebracht hat, ist meiner Meinung nach die Abwesenheit eines entsprechend markanten Babyfaces. Ich gebe zu, den Wahlkampf nur flüchtig verfolgt zu haben, aber wenn ich etwas von Trump gehört habe, ging es ihm zumindest im Kern um Amerika - Vormachtstellung halten, Wirtschaft stärken, die bösen Einwanderer rausschmeißen etc. Das einzige, was ich von Clinton je gehört habe war... "E-Mails sind doof... ich bin eine Frau, das ist gut! Wählt mich!". Ein flaches Programm ist eben immer noch besser, als ein Nullprogramm. Dagegen hätte jeder Hydrant anstinken können...

 

Samoa Joe

Den Main Event überlassen wir dann lieber doch jemandem, der weiß, was er tut. So gerne ich The Miz als arroganten A-Lister sehe, so gerne ich Owens als schlagfertiges Arschloch sehe und so gerne ich Enzo auch nackt sehe, wer kommt bitteschön an Joe ran? Bestes Beispiel: Wir befinden uns Backstage, Tye Dillinger hat wieder mal ein Match vergeigt und will sich nun  gegen den Champ (zu dem Zeitpunkt Joe) beweisen. Joe ist natürlich der Meinung, Dillinger gehöre nicht mit ihm in den selben Ring, sei nicht würdig. Dillinger will ihm einen Grund geben und was macht er? Verpasst ihm eine Ohrfeige! Joe! What the fuck?!

Es gab da keine große Hintergrundstory dazu, aber das war ein Markout für mich, ein kleiner Moment, in dem man sich einfach als Fan im Geschehen auf dem Bildschirm verlieren kann. Du verpasst Joe doch keine Ohrfeige! Zumindest nicht, wenn du vor hast, die nächsten 6 Wochen noch feste Nahrung zu dir zu nehmen. Joe hat einfach diese fucking Badass-Aura. Seit er bei NXT und wieder voll motiviert aufgetaucht ist, gab es nicht einen Moment, den ich nicht genossen habe. 2017 bitte mehr davon!

Ali S. spielte Counter Strike. Das war nach Ansicht der Medien und des Bundesinnenministers die entscheidende Erkenntnis , die zum Amoklauf des Schülers führte. Wie nach jedem Blutbad beginnt die wahnsinnige, emotionale und kopflose Suche nach dem Schuldigen.

Der Täter wird von Nachbarn als "ruhig, unauffällig, jemand, dem man so etwas nie zutrauen würde" beschrieben. Das klassische Klischee, dem auch der bekannteste Mörder der Wrestlingwelt entsprach: Chris Benoit. Am Wochenende des 22. Juni 2007 brachte er zuerst seine Frau, anschließend seinen Sohn und zu guter Letzt sich selbst um. Benoits Gräueltaten jährten sich dieses Jahr zum 9. Mal.

Anlässlich des Jahrestages brachte Chris Jeicho im Juni einen Podcast mit Benoits Schwägerin heraus, die über die gemeinsame Zeit mit ihm sprach. Zwei Dinge gingen aus diesem Gespräch hervor: Zum einen wurde klar, dass es unmöglich ist, nach so einer Tat diesen einen Schuldfaktor zu finden, über den sich alles erklären lässt - es ist immer ein Cocktail aus vielen, vielen verschiedenen Erfahrungen, falschen Entscheidungen und fehlender Unterstützung von außen.

Zum anderen hat es mich persönlich dazu bewegt, ein Buch in die Hand zu nehmen, welches ich mir vor langer Zeit gekauft, aber nie gelesen hatte: Ring of Hell - The story of Chris Benoit and the fall of the pro wrestling industry. Jenes Buch ist ein Spiegel dessen, was gerade in unseren Medien abläuft.

Es ist auf der Suche nach dem einen Schuldigen und macht von Anfang an deutlich, wen es für den Teufel persönlich hält: Die komplette Wrestlingwelt. Geschrieben wurde das Ganze von Matthew Randazzo - weder Fan, noch Webseiten-Betreiber, sondern Autor, der vorher nichts mit Wrestling am Hut hatte. Und zwei Dinge muss man ihm lassen: Zum einen ist das Buch auch für nicht-Fans sehr gut verständlich, alle Fachbegriffe und Eigenarten werden super erklärt und zum anderen war seine Recherche erste Sahne.

Er versucht zu erklären, wie Benoit zu dem werden konnte, der er geworden ist und beschreibt dabei lebhaft seine Stationen. Als Geschichtsstunde taugt das Buch wunderbar. Es wird auf die Involvierung der Yakuza im japanischen Wrestling eingegangen (was ich selbst nicht wusste), die Eigenarten des Hart Dungeon aufgezeigt (was einem vor Augen führt, dass Bret nach allem was er durchgemacht hat, vielleicht doch nicht so eine weinerliche Bitch ist, sondern nach so einer Kindheit noch ziemlich emotional normal) und auch Geschichten von Benoit selbst erzählt.

Beispielweise, wie er sich nach einem verbotchten Spot mit 500 Kniebeugen selbst bestrafte. Das war Mitte der 90er und zeigte, dass er seinen Beruf wohl immer schon viel zu ernst nahm.

Zugegeben, Stu Hart, die japanische Wrestlingkultur und Benoits großes Vorbild, Dynamite Kid, liefern jede Menge Munition. Aber das ganze Buch ist aus so einem abgrundtiefen Hass geschrieben, ist mit so vielen menschlich entwertenden Adjektiven vollgestopft, dass man nicht nur als Fan das Buch schon während des ersten Kapitels verbrennen möchte, sondern dass es einem teilweise schwer fällt, die Fakten ernst zu nehmen, wenn einem wirklich in jedem Satz die eigene Meinung vorgekaut wird.

Rückblickend muss man sagen: Das Buch ist relativ kurz nach seinem Tod erschienen und klar darauf ausgelegt, Geld zu machen - Sensationsjournalismus eben. Was Meinungsmache angeht, könnte das Ding von jedem x-beliebigen BILD-Redakteur verfasst worden sein (wenn die denn nicht gerade auf ihrem merkwürdigen Wrestlingtrip wären).

So sehr ich Randazzo aber auch niedermachen möchte, eines muss ich ihm lassen: Sein Machwerk beweist allemal mehr Weitblick, als unsere Öffentlichkeit im Falle München. Er sucht den Schuldigen zumindest in Benoit selbst und seinem direkten Umfeld. Was machen wir? Wir lassen uns auf die von oben diktierte 1000. Killerspieldebatte ein. Glaubt irgendjemand ernsthaft, Thomas de Maizière glaubt noch, dass Counter Strike an allem Schuld ist? Wir sind so blöd!

Der Kerl hat einen super PR-Berater und der rät ihm: Zieh' die Heat auf dich! Mach dich zum Bösewicht! Denn die 1000. Killerspiel-Debatte anzufachen hat gleich drei Vorteile: Einmal sind die Leute beschäftigt, dann gibt es keine Debatte über Bildung und Integration, wo es am Ende möglicherweise Druck durch die Öffentlichkeit geben könnte, in entsprechende Ressorts zu investieren und zum dritten ist die Killerspiel-Debatte eine Leere - da sind noch nie echte Konsequenzen draus enstanden und ich wage zu bezweifeln, dass es dieses Mal welche geben wird.

... um auf den Mikrokosmos Wrestling zurück zu kommen: Nach Eddies Tod wurde die Wellsness Policy (Drogentests) eingeführt. Nach Benoits Tod wurde sie verschärft. Sicher ist sie immer noch nicht perfekt (und wird sie vermutlich nie), aber wir machen Fortschritte. Selbst dem viel gescholtenen Verräter CM Punk ist das Wrestling-Business zu großen Dank verpflichtet. Ungeschützte Stuhlschläge sind schon länger verboten, aber seit wann reagiert die WWE wirklich angemessen auf Gehirnerschütterungen? Richtig, seit Punks medienwirksamer Klage...

Und was lernt die echte Welt aus diesen Ereignissen? Wir lassen uns auf ein und dieselbe, leere Debatte ein. Immer und immer wieder. Wir empören uns darüber, wie ein Staatsmann nur so kurzsichtig sein und ein ganzes Kunstgenre für solch eine Tat verantwortlich machen kann. Wir schieben bereitwillig beiseite, dass der Täter u.a. gemobbt wurde und denken nicht im entferntesten darüber nach, was wir selbst im Alltag, manchmal mit ganz banalen Gesten, tun können, um zumindest ein bisschen entgegenzusteuern, dass ein Mensch zum Amokläufer wird.

Es ist die Politik, die etwas tun muss. Denn mit kleinen Schritten anfangen ist mühsam und hat schließlich noch nie zum Erfolg geführt...

Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass es traurig ist, dass sich die Öffentlichkeit von so einem blutleeren Statement so aufhetzen lässt. Unser Bundesinnenminister ist ein ziemlich schlechter Heel. Schon Altmeister Jake Roberts wusste: Ein Bösewicht weiß tief drinnen, dass seine Worte und Taten gerechtfertigt sind. Insofern ist de Maizière nur der miese Midcarder, der seine vorgescriptete Promo runterrattert. Zum Vergleich kann man nach Amerika schauen: Dort steht Donald Trump im Main Event. In klassischer Wrestling-Manier dreht er vor den Kameras auf und seine Statements kommen zwar für das halbwegs geschulte Auge over the top rüber - aber im Kern glaubt er alles, was er von sich gibt...

"The only thing that's for sure about Sting is: Nothing's for sure."

... außer vielleicht, dass wir seit gestern Abend einen neuen Hall of Famer haben. Ein Wrestler, der mehr ist, als seine Titelgewinne. Mehr als der vielleicht erfolgreichste Bodybuilder im Wrestling-Business und mehr als eine Säule im Monday Night War.

Von den grellen Neon-Farben der 80er über den düsteren "Crow"-Look bis hin zur durchgeknallten Jim Carrey Version des Jokers: Sting steht vor allem für Abwechslung, Vielseitigkeit und die Fähigkeit, sich neu zu erfinden.

Oft wird von den Three Faces of Foley gesprochen. Sting ist der einzige, der ihm in Sachen Kreativität das Wasser reichen kann. Zugegeben, sonderlich originell waren die Gimmicks nicht, aber er hat sie mit Leib und Seele verkörpert, sowie mit einer Story miteinander verknüpft.

Als die nWo über die WCW herfiel, hatte der Stinger mit schlechten Immitatoren zu kämpfen. Und mit jedem Fake-Sting begannen alle mehr und mehr an Stings Loyalität zu zweifeln und wendeten sich von ihm ab. Kommentatoren, alte Weggefährten, sogar Tag Team Partner Lex Luger misstraute seinen Worten.

Kunst ist, wenn du andere fühlen lassen kannst, was du selbst fühlst.

Jedes verdammte Mal, wenn Sting zum Ring marschiert ist, jedes Mal, nachdem er den Baseballschläger geschwungen hat und jedes mal, wenn er sich von der Hallendecke abseilte: Immer hatte er diese leeren Blick. Er bewies: Selbst ein leerer Blick sagt mehr, als tausend Worte.

Man konnte alles darin lesen: Den Schmerz, die Kälte und die Enttäuschung, von jedem seiner alten Weggefährten hintergangen und angezweifelt worden zu sein.

Unter anderem hat dieses Gimmick so überragend funktioniert, weil es Stings echter Persönlichkeit näher kommt. Schaut sich Interviews von Steve Borden an, merkt man schnell: Das ist so gar nicht der bunte Spaßmacher, der laute, auf Konfrontation gebürstete Surfertyp. Steve Borden ist eigentlich ein Mann der leisen Töne.

Was Sting jedoch von den Three Faces of Foley unterscheidet und ihn in meinen Augen sogar noch beeindruckender macht: Jeder seiner Turns von Charakter zu Charakter wurde von einer ausführlichen Geschichte begleitet. Bei TNA drehte er schließlich langsam durch und wurde zum Batman-Joker, nachdem Hogan & Bischoff TNA infiltriereten und der Stinger Hogan wieder auf die richtige Seite losten wollte.

Waren alle Promos des Joker-Sting genießbar? Nein. Bei weitem nicht. Aber genau das ist etwas, das dem heutigen Wrestling fehlt: Hit & Miss. Die Abwesenheit von Angst, sich zu blamieren. Das sieht man heute, wenn überhaupt, nur noch bei New Day.

... und es ist etwas, das alle Größen predigen: Sei es Steve Austin, Jim Ross oder Mick Foley: Du musst nicht immer einen Treffer landen. Aber ohne Versuch wirst du gar nichts landen.

Insofern ist der Main Event unserer diesjährigen Hall of Fame ein wenig symbolisch für vieles, was dem Mainstream-Wrestling unserer Zeit abgeht: Abwechslung, Furchtlosigkeit & Storytelling.

Wir sagen: Herzlich willkommen in der Hall of Fame. Wurde aber auch Zeit!

Twitter explodiert, die Smartmarks stellen voller Stolz ihre Erektion zur Schau und Tyler Breeze kauert weinend in der letzten Ecke des Lockerrooms und fragt sich, warum er unbedingt den Sprung ins Mainroster wollte. Das kann nur eines bedeuten: Es ist Zeit für NXT Takeover! Auch bei uns in der Redaktion gibt es die ein oder andere Erektion...

Austin Aries vs. Baron Corbin

Simon Weimer: Internet-Darling vs. Indy-Hasser. Überheblicher Big Man vs. Kampfdackel. Und beide gehen voll in ihrer Rolle auf. Aries wird Corbin um einiges weiterbringen, hat ein Händchen für David-vs.-Goliath-Klassiker. Ich bin gespannt, was er aus Corbin rausholen kann. Der Lone Wolf siegt nach hart umkämpftem Match und wird langsam zum Topheel von NXT aufgebaut.
Vorfreude: ***1/2

Niklas Schier: Ein Match, das nur sehr rudimentär aufgebaut wurde – mal wieder nach dem guten alten Schema: „Ich will dich hauen, weil du mich gehauen hast!“ Da ich weder TNA noch die Indys je ausführlich verfolgt habe (jaja, Asche auf mein Haupt), kann ich mir von Aries noch nicht wirklich ein Bild machen. Bisher war es ja immer das Problem der Indy-Stars, dass die WWE sie immer so ein bisschen wie Menschen zweiter Klasse behandelte (rühmliche Ausnahmen CM Punk und Daniel Bryan, wobei es da auch noch die eine oder andere kritische Bemerkung gäbe). Aber es gab in der Hinsicht wirklich große Veränderungen, seit NXT da ist, auch, wenn sich viele NXT-Talente bei RAW immer noch extrem schwertun. Ich muss von Aries nichts gesehen haben, um mich auf dieses Match zu freuen. Ich habe gutes Vertrauen darauf, dass dieses Match was wird. Corbin wird gewinnen, weil er nach seinen Niederlagen in letzter Zeit mal wieder ein bisschen Aufwind braucht.
Vorfreude: ***

Tag Team Championship
The Revival (Dash & Dawson) (c) vs. American Alpha (Jason Jordan & Chad Gable)

Simon Weimer: Starkes Videopackage in der vorletzten Ausgabe von American Alpha. So unterhaltsam die beiden auch sein mögen, aber worum es ihnen geht, ist bislang nicht so wirklich rüber gekommen. Das hat der Einspieler wunderbar erledigt. Jetzt hat man das Gefühl, es geht wirklich um etwas. Nicht nur um die Titel, sondern um Selbstbestätigung. Den Beweis antreten, dass man es doch ganz nach oben schaffen kann. Der Besen steht schon auf meriner Speisekarte, sollten wir hier keine neuen Champs sehen. So sehr ich The Revival auch mag, das ist der perfekte Zeitpunkt für American Alphas großen Moment.
Vorfreude: ****

Niklas Schier: Ich sehe das ganz genau andersherum. Schön und gut, dass man Jordan und Gable ein bisschen Kontur verliehen hat, aber The Revival müssen meines Erachtens ihren Ruf als ernstzunehmende Tag Champs erst noch festigen, nachdem sie lange Zeit nur Jobber für größere Namen waren. Auf mich wirken sie auch immer noch etwas farblos. Im Ring sind beide Teams sicher gut anzusehen, aber der Titel wirkt bei Dash und Dawson immer noch ein wenig deplatziert. Das muss sich erst noch durch ein paar Titelverteidigungen ändern.
Vorfreude: **1/2

Sami Zayn vs. Shinsuke Nakamura

Simon Weimer: Was gibt es da noch zu sagen? Her damit! Never-Give-Up-Sami gegen den King of Strong Style. Die beiden passen so sehr wie Arsch auf Eimer, dass fast schon zwangsläufig jemand seine Seele verkauft haben muss, um diese Paarung zu ermöglichen. Keine großartige Hintergrundgeschichte, aber einfach aufgrund der Namen das Match mit dem größten Buzz. Ich vermute, Sami bringt den Newcomer hier over und verabschiedet sich damit endgültig aus NXT.
Vorfreude: *****

Niklas Schier: Dem schließe ich mich an, außer im Punkt der Vorfreude. Sami Zayn wird verlieren, in den Hauptkader strafbefördert und dort wie schon so viele NXT-Talente vor ihm am ausgestreckten Arm verhungern. Und ja, ich kenne Nakamura auch nicht (nochmal Asche auf mein Haupt), jedoch tut das der Sache keinen Abbruch, da ich es NXT wie auch bei Aries zutraue, das nicht zu vermasseln. Man sehe es mir nach, dass ich dafür nicht so viele Sternchen gebe wie meine Mitstreiter.
Vorfreude: ***

Women's Championship
Bayley (c) vs. Asuka

Simon Weimer: So sehr Zayn und Nakamura stiltechnisch für einander gemacht sind, so sehr sind es Bayley und Asuka charaktertechnisch. Selbst wenn es hier Botches geben sollte, man wird sie schnell verzeihen, bzw. gar nicht bemerken, weil man so sehr im Moment gefangen ist, wenn Bayley von Asuka mit Kicks und Strikes gekillt wird. Bayley hat mich schon mit ihrem Match gegen Nia Jax überrascht und ich bin gespannt, was sie mit einer Etablierten auf die Beine stellen kann. Ich will hier gar keinen Sieger tippen, einfach nur das Match genießen. Der Ausgang ist zweitrangig.
Vorfreude: *****

Niklas Schier: Ich glaube, dass man dieses Match auch nicht eindeutig enden lassen wird – zumindest wird Bayley am Ende noch mit dem Titel in der Hand nach Hause gehen. Wahrscheinlich wird’s auf ein Double Countout oder etwas in der Art hinauslaufen. Die beiden haben das Potential für eine schöne, lange Fehde – vielleicht auch mit einem Heelturn Asukas verbunden – und es wäre schade, gleich eine eindeutige Siegerin zu haben.
Vorfreude: ****

NXT Championship
Finn Balor (c) vs. Samoa Joe

Simon Weimer: Ich bin gespannt, wie die beiden einerseits versuchen werden, ihr Match in London zu toppen, und andererseits mit dem Druck umgehen, eine ganze Reihe von Showstealern vor sich gehabt zu haben. Joe blüht wieder richtig auf und gehört gerade aktuell zu einer aussterbenden Rasse. Ein Heel, der wirklich Heel sein will. Einer, der gehasst werden will und nicht heimlich über drei Ecken doch auf den Pop hinarbeitet. Sieger ist auch hier zweitrangig. Aber meine Prophezeihung: Beim Verlierer dauert es nicht mehr lange, bis er bei RAW debütiert...
Vorfreude: ****

Niklas Schier: Klingt nach einer sehr apokalyptischen Prophezeiung, gell? ;-) Bei Balor habe ich aber den Eindruck, dass er einer derjenigen ist, die es auch im Main Roster wirklich schaffen könnten. Er ist einer derjenigen, der schon überall war und aus allen Ecken der Welt etwas mitbringt. Aber ja, Finn war jetzt schon eine ganze Weile Champion und es ist an der Zeit, neuen Leuten das Feld zu überlassen. Joe wird gewinnen, vielleicht gibt es bald noch ein Rückmatch, aber in Kürze werden wir Finn eine Station weiter oben bewundern dürfen. Ich erwarte ebenfalls ein klasse Match und ich frage mich ernsthaft, wer wem auf der Card überhaupt die Schau stehlen könnte...
Vorfreude: ****

Allgemein

Simon Weimer: Alleine die Tatsache, dass Aries mit Abstand mein Lieblingsworker bei TNA war und sein Debüt bei NXT die niedrigste Vorfreude bei mir hervorruft, zeigt, wie bockstark diese Card ist. Ich würde ja sagen, man läuft Gefahr, die Crowd müde zu machen mit Kracher über Kracher, aber London hat uns da bereits das Gegenteil bewiesen. Einzig schade, dass ein wenig das Storytelling und der persönliche Hass zwischen den Protagonisten verloren geht. Die Card lebt eben von den Namen. Aber ich will mich nicht beschweren, wir sehen hier wieder einmal eine Nacht für die Geschichtsbücher, da bin ich mir sicher.
Vorfreude: ****1/2

Niklas Schier: Wir befinden uns am WrestleMania-Wochenende, aber seit Wochen freue ich mich wie Hulle auf Takeover. Ich finde den Mangel an Storys, zumal bei einer einstündigen Show, übrigens ganz und gar nicht störend. Die Stärke dieser Show ist das Wrestling und bei Storys hat man, gerade im Internetzeitalter, immer das Phänomen, dass man irgendetwas abzieht, was es an anderer Stelle schon einmal gab. Große Storys sind und waren lange Zeit auch nie die Stärken der WWE. Klar habe ich auch bei Konstellationen wie Zayn vs. Owens als positivem Ausreißer in dieser Hinsicht mitgefiebert, aber im Grunde tut die WWE gut daran, das Ganze auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Und das tut man hier echt gut. Und siehe da: Fertig ist eine Card, die für mich die von WrestleMania weit in den Schatten stellt, selbst, wenn ich von einigen Namen noch fast nichts gesehen habe. Keine Matches, die in der Pre-Show verschwinden, keine Multi-Men-Matches ohne Aufbau, keine Leute im Main Event, die man nicht mehr sehen will. Kurz gesagt: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich zum letzten Mal so sehr auf eine Wrestling-Show gefreut habe. Man hat beim Aufbau alles richtig gemacht, die Card bietet wirklich vielversprechende Namen und bei keinem Match ist der Ausgang im Vorfeld klar. All meine Vorhersagen könnten falsch sein – und ich wär' nicht mal böse drum.
Vorfreude: *****

Ein WWE Network Special kurz vor WrestleMania, bei dem man sich sicher sein kann, dass absolut kein Titel wechselt? Wo keine Spannung aufkommen kann? Das kann nicht gut gehen, oder?

Nun, die höchsten Erwartungen hatte ich an so ein Special nicht, aber die hat es immerhin übertroffen. Hier sind jeweils 5 Dinge, die mich an Roadblock (nicht) gestört haben:

Pro:

1. Paul Heyman
Muss ich noch mehr sagen? Die Ansage Backstage war eine Million Mal unterhaltsamer, als das Match.

2. Sami Zayn
Niemand kann aktuell so überzeugend sellen. Match ohne Aufbau, Gegner ohne Overness und trotzdem Zuschauer ohne Aufputschmittel wachgehalten. Geil, der Kerl!

3. Die Produktion
War eine nette Abwechslung, mal eine Halle eben NICHT perfekt ausgeleuchtet und mit allem möglichen Pyro zu sehen. Hin und wieder steht der WWE weniger Hochglanz ganz gut...

4. Die Damen
Charlotte und Natalya haben hier das mit Abstand beste Match seit Beginn der Divas Revolution im Mainroster abgeliefert. Geiler Beginn, relativ ausgeglichen, schön erzählte Story... hat einen daran erinnert, dass Natalya durchaus ihren Platz in der Revolution haben sollte...

5. Das NXT Tag Team Championship Match
Wäre nicht schon die Card für Takeover: Dallas geleakt, hätte man hier wirklich einen Titelwechsel vermuten können. Aber egal, Zo & Big Cass sind ein frischer Wind für absolut JEDE WWE-Veranstaltung und passen zudem wunderbar ins Mainroster. Großartiges Match gegen The Revival.

Contra:

1. Der Kommentar
Fällt einem wieder ins Ohr, wenn man sich mal eine komplette WWE-Shows anschaut, ohne vorzuspulen. Saxton bitte mit Ranallo ersetzen, das würde das Ganze schon um einiges erträglicher machen.

2. Jericho vs. Swagger
WTF?! Mehr fällt mir dazu nicht ein. Oh, außer: Jericho war seit langer Zeit am Mic wieder mal RICHTIG gut, ohne nur sein übliches Programm abzuspielen. Ansonsten aber absolut blödsinniges Match.

3. Zayn vs. Stardust
So sehr ich Sami auch gelobt habe: Genau solche Matches sind es, die Overness killen. Bestes Beispiel Ziggler: War over wie Sau, als er gegen Del Rio eincashte. Aber jede Woche ein belangloses Match, kein Programm von Bedeutung... das hält weder der beste Performer, noch der stärkste Charakter aus. Bitte lasst Sami nicht so enden!

4. Die dämliche Sequenz im Main Event
Der Ref sieht die Füße unter dem Seil und zieht trotzdem den Threecount durch?! Hat anschließend beste Sicht auf Hunter Füße auf den Seilen und zählt trotzdem?! Naja, fast schon irgendwie konsequent. Ziemlich dämlicher Spot, der nach einem eigentlich nettes Match einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

5. Verpasste Chance
Mit dem verpassten Titelwechsel im Main Event hat man jede Menge Geld auf dem Tisch liegen lassen. Nicht nur hätte ein Fatal 4 Way weitere Möglichkeiten für nach WM ermöglicht, auch die Vorfreude auf das Event allgemein wäre gestiegen, da Hunter vs. Reigns alles andere als heiß ist...

Brock Lesnar, Roman Reigns oder Dean Ambrose? Wer tritt gegen Triple H bei WrestleMania 32 um die WWE World Heavyweight Championship an? Das war die große Frage am gestrigen Abend bei WWE Fastlane 2016. Außerdem standen einige Titel auf dem Spiel. Wie es ausging, lest ihr hier:

Pre Show
United States Championship
2 out of 3 Falls Match
Kalisto (c) vs. Alberto Del Rio
Sieger via Pinfall: Kalisto

Sasha Banks & Becky Lynch vs. Naomi & Tamina
Sieger via Submission: Sasha Banks & Becky Lynch

Intercontinental Championship
Kevin Owens (c) vs. Dolph Ziggler
Sieger via Pinfall: Kevin Owens

Six Man Tag Match
Braun Strowman, Luke Haper & Erick Rowan vs. Big Show, Kane & Ryback
Sieger via Pinfall: Big Show, Kane & Ryback

Divas Championship
Charlotte (c) (w/Ric Flair) vs. Brie Bella
Sieger via Submission: Charlotte

Chris Jericho vs. AJ Styles
Sieger via Submission: AJ Styles

No.1 Contender Match
Triple Threat Match
Brock Lesnar vs. Roman Reigns vs. Dean Ambrose
Sieger via Pinfall: Roman Reigns

Der große Rumble unter dem Motto "One vs. All". Konnte sich Roman Reigns durchsetzen? Gab es einen Titelwechsel? Hier bekommt ihr die Antwort.

Intercontinental Championship
Last Man Standing
Dean Ambrose (c) vs. Kevin Owens
Sieger via Stipulation: Dean Ambrose

Tag Team Championship
New Day (c) vs. The Usos
Sieger via Pinfall: New Day

United States Championship
Alberto Del Rio (c) vs. Kalisto
Sieger via Pinfall: Kalisto
Titelwechsel!

Divas Championship
Charlotte (c) vs. Becky Lynch
Sieger via Pinfall: Charlotte

Royal Rumble Match
Roman Reigns vs. Rusev vs. AJ Styles vs. Curtis Axel vs. Chris Jericho vs. Kane vs. Goldust vs. Ryback vs. Kofi Kingston vs. Titus O'Neil vs. R-Truth vs. Luke Harper vs. Stardust vs. Big Show vs. Neville vs. Braun Strowman vs. Kevin Owens vs. Dean Ambrose vs. Sami Zayn vs. Erick Rowan vs. Mark Henry vs. Brock Lesnar vs. Jack Swagger vs. The Miz vs. Alberto Del Rio vs. Bray Wyatt vs. Dolph Ziggler vs. Sheamus vs. Triple H
Sieger via Stpulation: Triple H
Titelwechsel!

- Charlotte gewann mithilfe ihres Vaters. Nach dem Match kam Sasha Banks heraus und attackierte Becky Lynch, machte damit klar, dass das ihr Spotlight sei. Anschließend ging sie noch gegen Chalotte und nahm sie in das Bank Statement.

- AJ Styles gab im Rumble sein WWE Debüt

- Die League of Nation kam mit Mr. McMahon heraus, um Reigns auseinander zu nehmen, aber sie eliminierten ihn nicht. Reigns musste verletzt in den Backstage-Bereich, kam jedoch später wieder ins Match.

Morgen ist wieder die zweitgrößte Nacht des WWE-Jahres. Zeit, sich auf den Rumble einzustimmen. In unserem zweiten Network-Pick geht es um den Royal Rumble 2011, der mit der bislang einzigen 40-Mann-Battle-Royal aufwartete. Da das ganze wohl nicht so der Burner war und das Konzept wieder gekillt wurde, gibt es die Matchbewertungen heute in überschüssigen Rumbleteilnehmern.

World Heavyweight Championship
Edge (c) vs. Dolph Ziggler
Die Geschichte ist schnell erzählt. Vickie Guerrero als SmackDown General Manager und Edges rachsüchtige Ex-Ehefrau, die mit ihrem neuen Stecher Ziggler versucht, ihrem Verflossenen den Titel abzunehmen. Stipulation: Nutzt Edge den Spear, verliert er sowohl das Match, als auch den Titel.

Die viel gescholtene Guerrero diente hier als überragender Heat-Fänger für Ziggler. Der Kerl geht einfach nur als white meat Babyface durch, den bösen Buben hat er nicht drauf. Im Zusammenspiel mit Vickie hat das aber wunderbar funktioniert. Dazu zwei echte Könner im Ring, und das nicht nur auf technischer Ebene.

Es ist eine Sache, ein technisch nett anzusehendes Match zu wrestlen. Den Zuschauer emotional in das Match zu ziehen ist wiederum eine hohe Kunst. Und was soll ich sagen? Die beiden hatten mich. Ziggler hat lange dominiert, wenn auch eher mäßig Heat gezogen (die Fans lieben ihn einfach), aber spätestens nach der Involvierung von Vickie sehnte man sich nach dem Comeback von Edge. Das kam dann auch heimlich, still, leise und mit einigen sehr netten Kontern garniert.

Kelly Kelly schaltete schließlich nach einem Run In Guerrero aus, Edge schlug versehentlich den Ref nieder und verpasste Ziggler den Spear. Als der Ref zu sich kam, setzte er dem ganzen mit dem Unprettier ein Ende. Das Finish war gut, doch die False Finishes davor waren richtig stark. Wenn sich jemand in der Mitte des Ringes in einem Headlock befindet und es dich nicht mehr auf deinem Stuhl hält, weil du denkst, es könnte vorbei sein weißt du, dass du zwei der ganz Großen ihrer Zunft zuschaust. Starker Auftakt!
8/10 überschüssigen Rumble-Teilnehmern

WWE Championship
The Miz (c) (w/Alex Riley) vs. Randy Orton
Auch hier einfache Hintergrundstory: Miz casht in klassischer Heel-Manier gegen eine verwundete Viper ein und die will nun ihren Titel wieder.

Ein wunderbares Gegenbeispiel zum Opener. Genau das meinte ich mit einem technisch nett anzusehenden Match. Ein kurzweiliges Match in der Upper-Midcard, das aber nicht unbedingt zum Mitfiebern einlädt.

Zum einen liegt das an Miz' Darstellung. Im Opener hielten sich Guerreros Eingriffe noch in Maßen, man hatte das Gefühl, Ziggler könne das Match auch alleine gewinnen. The Miz hingegen war ohne Rileys Hilfe komplett chancenlos und fast das komplette Match über eine Witzfigur.

Zum anderen sind die beiden Charaktere einfach so flach, dass keine emotionale Tiefe entstehen kann. Zum Finish kamen schließlich die New Nexus heraus. Die wurden mitsamt Riley von Orton abgefertigt, bevor sich CM Punk von hinten anschlich und die Viper mit dem GTS zur Strecke brachte. Miz verteidigt also in einem ansehnlichen, aber ziemlich missbookten Match.
6/10 überschüssigen Rumble-Teilnehmern

Divas Championship
Fatal 4 Way Match
Natalya (c) vs. Layla vs. Michelle McCool vs. Eve
Ursprünglich von Teddy Long als Handicap Match (Natalya vs. LayCool) angesetzt, wurde das Match kurzfristig vom anonymen RAW General Manager (wir erinnern uns: Das wundervolle Gespann aus Michael Cole & Laptop) in ein Fatal 4 Way geändert.

Was soll ich zum Match selbest sagen? Vier Teilnehmer, Bell-to-Bell 5 Minuten, darunter ein Double-Sharpshooter von Natalya gegen Layla & Eve gleichzeitig und ein zweifelhaftes Finish, bei dem Eve und McCool jeweils die anderen beiden gepinnt hatten, aber nur der Pin von Eve gezählt wurde und sie so mit dem Titel nach Hause ging...

Nach dem Match kann ich nur sagen: So viel Kritik die aktuelle Divas Revolution auch einstecken musste: Wir haben bereits einen großen Schritt gemacht! Nur dank des Willen der Vier da was draus zu machen (zumindest der war da) gibt's grade so noch
2,5/10 überschüssigen Rumbleteilnehmern

40 Man Royal Rumble
Das ganze fing sehr kurzweilig an. Ein paar schöne Spots mir Nexus, The Corre, Punk, Bryan, Cena & Hornswoggle (schlagt mich, aber ich fand das ganz unterhaltsam), aber gegen Ende hat man doch gemerkt, dass es sich viel zu lange zieht. Ziemlich genau die 10 Teilnehmer, die zu viel waren.

Ohne die hätte ich diesen Rumble vermutlich als einen der besten überhaupt bezeichnet. Gegen Ende war es dann wieder der übliche Clusterfuck und auch das Finish mit Santino war miserabel-vorhersehbar. Einzig der Sieger Alberto Del Rio ging in Ordnung. Auch wenn man meinen sollte, dass der Sieger des ersten 40-Mann-Rumbles dann auch seinen Push mit Titelgewinn bekommen sollte, aber das gehört hier nicht in die Bewertung. Am Ende war es kurzweilig, aber doch auch irgendwo nervig.
5/10 überschüssigen Rumbleteilnehmern

Allgemeines/Fazit
Gott, ich vermisse Matt Striker! Er mag nicht der aller emotionalste sein, aber holy hell, da hat tatsächlich noch jemand die Action im Ring kommentiert!

Ansonsten hatten wir einen sehr guten Opener, ein nett anzusehendes Titelmatch, die übliche Pinkelpause mit den Damen und einen recht kurzweiligen Rumble. Kann man sich allemal anschauen. Muss man aber auch nicht...
6/10 überschüssigen Rumbleteilnehmern

Wenn ein Mann ein neues Spielzeug hat, muss er es natürlich gleich ausprobieren. So geschehen heute mit mir und dem WWE Network. Die meisten Fans werden es wohl nutzen, um ihre Nostalgiegelüste zu befriedigen und genau damit habe ich heute begonnen. WCW Starrcade 1997. Es ging natürlich um WCW vs. nWo, die Kontrolle über Nitro und um die Frage, ob Sting endlich den Titel nach 18 Monaten aus den Händen des Hulkster befreien könnte. Daher gibt es die Bewertung heute auch stilecht in Baseballschlägern.

Eddie Guerrero vs. Dean Malenko
Cruiserweight Championship
Zwei Worte, die wunderbar beschreiben, warum Eddie 7 Jahre nach diesem Auftritt bei WrestleMania um einen World Title antrat: Eddie sucks! Wer es damals schaffte mit den gegebenen (sprich: nicht vorhandenen) Mitteln in der Cruiserweight Division der WCW beim Publikum over zu kommen, musste einfach was drauf haben.

Allgemein haben die beiden von Anfang an gezeigt, was heute eine Rarität ist: Man erkannte klar, wer Heel und wer Babyface ist. Vor allem Eddie mit seinen kleinen Details, wie ein Eyepoke. Sowas sieht man heute mit Ausnahme von Sasha Banks gar nicht mehr. Dabei sind es gerade diese Details, die einen so sehr hassen lassen... Eddie verteidigt nach dem Frogsplash.
6,5/10 Baseballschlägern

Kevin Nash vs. The Giant (Big Show)
Sollte stattfinden, doch Scott Hall ließ uns wissen, dass sein Tag Partner heute nicht hier sei. Eine von Halls schwächeren Promos (trotzdem noch gut). Der Giant kam schließlich heraus, um Hall abzufertigen. Prophetische Worte vom Giant zum Abschluss, die jedem Fan im Jahre 2016 das Blut in den Adern gefrieren lassen: "I'm a patient man. And I'm gonna be in professional wrestling for a looong looong time."

nWo vs. WCW Six Man Tag Team Match
Vincent, Scott Norton & Randy Savage (w/Miss Elizabeth) vs. The Steiner Brothers & Ray Traylor (Big Bossman) (w/Ted DiBiase)
Savage startete als Mystery Opponent, der nicht angekündigt war - schöne Überraschung! Das Match hat auch nett angefangen mit mit Savage und Scotty, die ein paar Respektlosigkeiten ausgetauscht haben, danach ging es aber verdammt zäh weiter. Ich mag 6 Man Tags ohnehin nicht gerne, dann wirft man noch einen Macho Man rein, der über seinen Zenit hinaus ist, die Steiners, die zu dem Zeitpunkt auch schon bessere Tage gesehen hatten und der Rest ist auch nicht unbedingt in der Lage, ein Technikfeuerwerk abzubrennen. Naja. nWo gewinnt nach dem Savage-Elbow.
3,5/10 Baseballschlägern

Bill Goldberg vs. Steve McMichael
Ich wiederhole mich: zäh. Wirklich zäh. Goldberg nocht nicht hot, Crowd nicht im Match, next one please. Einzig erwähnenswerter Spot: McMichael musste durch einen Tisch. Sah schon nur vom Anschauen schmerzhaft aus. Nicht zu vergleichen mit den heutigen Tischen, die speziell für sowas hergestellt werden. Da hat's noch richtig schön gesplittert. Aua!
2,5/10 Baseballschlägern

Perry Saturn vs. Chris Benoit
Eigentlich Teil einer Fehde zwischen Benoit und Raven. Doch Raven war sich zu schade und schickte ein Mitglied seines Flocks. Eindlich ein Match, das wieder wach machte. Sehr kurzweilig. Und im Rahmen einer anderen Storyline mit cleanem Finish hätte das sogar zum Klassiker werden können. So musste sich Benoit ständig mit dem Flock rumschlagen und nach einem DDT von Raven schließlich gegen Saturn abklopfen.
6/10 Baseballschlägern

Buff Bagwell vs. Lex Luger
Wir kommen langsam zur Uppercard. Klassisches 90er Big Man Match. Jede Menge Strikes, Clotheslines, ein paar Suplessen, jede Menge Powermoves, das Babyface darf seine Stärke unter Beweis stellen, bevor es in diesem Fall von der nWo abgefertigt wird. Würde heute niemand mehr als gutes Match bezeichnen, aber für seine Zeit ein guter Durchschnitt.
5/10 Baseballschlägern

United States Championship
Curt Hennig vs. Diamond Dallas Page
Neben dem Opener eindeutig das Match des Abends bislang. Hennig ohnehin eine Bank, Page hier noch nicht ganz so gereift, etwas grün, daher streckenweise ein eher wenig flüssiges Match, dennoch: Unterhaltsame Spots und zum Abschluss etwas, das man heute vergeblich sucht: Ein Finisher! Und zwar einer! Nach dem niemand mehr aufsteht. Was vermisse ich die Zeiten, als Finisher noch das Finish bedeuteten... DDP mit seinem ersten großen und verdienten Titelgewinn.
6,5/10 Baseballschlägern

Larry Zbysko vs. Eric Bischoff (w/Scott Hall)
Special Guest Refereee: Bret Hart
Wieder etwas zum Runterkommen. Kein "richtiges" Match, sondern eben storygetrieben. Es ging um die Kontrolle über Nitro, Zbysko repräsentierte die WCW. Zuerst sahen wir den Hitman, der einige fragwürdige Entscheidungen zugunsten Bischoffs traf, weil er wohl seinen Job behalten wollte. Schließlich reizte ihn Bischoff so sehr, dass er ihm eine verpasste und auch Hall ausschaltete. Zbysko gewann die Kontrolle über Nitro. Wie gesagt, diente der Story, war in Ordnung, aber nichts berauschendes.
4,5/10 Baseballschlägern

World Heavyweight Championship
Hulk Hogan (c) vs. Sting
Hier kann man nur nach Story bewerten. Klar, Hogan konnte sich schon hier nicht mehr bewegen und Sting ist auch keine Kandidat, der unbedingt aus jedem ein gutes Match hervorzaubern kann, aber es war das Ende einer 1 1/2jährigen Storyline, alleine das muss gewürdigt werden. Abzüge gibt es ganz klar für das Screwfinish, das wieder einmal nur entstand, weil Hogan nicht den Job machen wollte. Hogan gewann ursprünglich das Match dank gekauftem Referee, doch Bret Hart (der, wir erinnern aus, auch an diesem Abend als Ref angestellt war) wollte das nicht so stehen lassen, startete das Match noch einmal und Hogan gab schließlich im Deathlock auf. Eine Schande, dass man aus solch einer Story keinen 5 Sterne Klassiker machen kann, aber trotzdem ist und bleibt es ein Moment für de Geschichtsbücher
8,5/10 Baseballschlägern

Alles in alles eine okaye Veranstaltung mit 3 recht sehenwerten Matches und einem Main Event, der das abendübergreifende Thema WCW vs. nWo zu einem naja... halbwegs würdigen (vorläufigen) Ende führte. Alles in allem gibt es von mir
6,5/10 Baseballschlägern

New Japans größte Show des Jahres ist schon wieder Geschichte und hat Geschichte geschrieben. Wieder einmal redet das Internet über Nakamura, Okada, Tanahashi & Co. Wie sie sich geschlagen haben, lest ihr hier:

Four Way Tag Team Match
IWGP Junior Tag Team Championship
ReDRagon (Kyle O'Reilly & Bobby Fish) (c) vs. The Young Bucks (w/Cody Hall) vs. Matt Sydal & Ricochet vs. Rocky Romero & Trent Beretta
Sieger via Pinfall: The Young Bucks

NEVER Openweight Six Man Tag Team Championship
The Bullet Club (Yujiro Takahashi & Bad Luck Fale & Tama Tonga) vs. Toru Yano & The Briscoes
Sieger via Pinfall: The Briscoes & Toru Yano

ROH World Heavyweight Championship
Jay Lethal (c) (w/Truth Martini) vs. Michael Elgin
Sieger via Pinfall: Jay Lethal

IWGP Jr. Heavyweight Championship
Kenny Omega (w/The Young Bucks) (c) vs. KUSHIDA (w/Doc Taguchi)
Sieger via Pinfall: KUSHIDA

IWGP Heavyweight Tag Team Championship
Bullet Club (DOC Gallows & Karl Anderson w/Amber O'Neal) (c) vs. vs. Tomoaki Honma & Togi Makabe
Sieger via Pinfall: Tomoaki Honma & Togi Makabe

Tetsuya Naito (w/Los Ingobernables) vs. Hirooki Goto
Sieger via Pinfall: Hirooki Goto

NEVER Openweight Championship
Ishii (c) vs. Katsuyori Shibata
Sieger via Pinfall: Katsuyori Shibata

IWGP Intercontinental Championship
Shinsuke Nakamura (c) vs. AJ Styles
Sieger via Pinfall: Shinsuke Nakamura

IWGP World Heavyweight Championship
Kazuchika Okada vs. Hiroshi Tanahashi
Sieger via Pinfall: Kazuchika Okada

Seit gestern ist das WWE Network in Deutschland erhältlich. Wir haben es schon getestet und wollen euch einen kleinen Überblick verschaffen, ob es eure 9,99$ wert ist.

Nachdem ihr einen Account kreiert und eine Zahlungsmethode gewählt habt (Zeitaufwand: 2 Minuten), werdet ihr je nach dem entweder gleich zu Paypal weiter geleitet oder sofort zum Login. Wer langwierige Anmeldeszenarien befürchtet hatte, wird enttäuscht.

Nach dem Login landet man auf der Startseite, auf der einem gleich der Livestream entgegenstrahlt. Hier laufen für das Network eigens produzierte Shows, NXT, Live Pay Per Views und so weiter. Scrollt man etwas runter, sieht man welche Videos man zuletzt gesehen hat und was WWE gerade so empfiehlt.

Das Menü ist sehr übersichtlich gehalten. Oben auf der Seite kann man zwischen Shows, Schedule (des Livestreams), Search und My Account wählen. Man kann also in der riesigen Auswahl stöbern oder gezielt nach Shows suchen. Zur Auswahl stehen so gut wie alle Weeklies und PPVs aus WWF/E, WCW, ECW und WCCW.

Sowohl beim Livestream, als auch in der on Demand Bibliothek gab es keinerlei Ruckeln und jederzeit einwandfreies Bild (mit DSL 2000, wohlgemekrt).

Alle Shows sind mit Zeitmarkierungen ausgestattet. Sucht man also ein bstimmtes Match in einer Show, muss man sich nicht wahllos durch den Zeitstrahl klicken, sondern kann direkt zum gewünschten Match springen. Auch Shows zur Hälfte sehen und später weiterschauen funktioniert problemlos. Das Network merkt sich, wo man aufgehört hat und spielt das Video bei erneutem anlicken ab diesem Zeitpunkt weiter.

Das alles mag sich jetzt wie eine Werbebroschüre anhören, aber was soll ich sagen... WWE hat hier einen verdammten Homerun geschlagen. Ich wüsste auf Anhieb nichts, was ich verbessern würde. Die größte Schande ist gerade für mich, dass die WWE das Network fast nur mit den eigenen PPVs bewirbt - denn alleine dafür wird sich kaum jemand das Network zulegen. Dabei gäbe es so viel mehr zu erzählen...

Schon seit einiger Zeit kamen Gerüchte auf, die besagten, dass AJ Styles mit der WWE liebäugele. Nun soll der Deal nicht nur fix sein, man soll auch weitere Stars der größten japanischen Promotion abgeworben haben. Darunter den amtierenden IWGP Intercontinental Champion Shinsuke Nakamura.

Dieser soll jedoch, anders als Alberto Del Rio bei AAA, seine verbleibenden Veranstaltungen noch wrestlen dürfen und wird den Titel ordnungsgemäß verlieren. Zudem wurden noch DOC Gallows (aka Luke Gallows aka Festus) und Karl Anderson verpflichtet.

Laut Wrestling Observer sei mit einigen Überraschungen im Royal Rumble zu rechnen. Außerdem wurde angemerkt, dass sowohl Styles, als auch Nakamura nicht für NXT verpflichtet wurden und wohl direkt im Mainroster debütieren werden.

(Quelle: LoP)

Der 4. Advent ist da und nachdem wir die vergangenen Wochen damit verbracht haben, zurück zu schauen, heute ein Blick in die Zukunft: Welcher NXTler ist nächstes Jahr ein Kandidat für's Mainroster und welche Chancen haben sie, wenn sie bei RAW gelandet sind?

Sami Zayn
Der arabische Franko-Kanadier mit der Altmänner-Mütze hatte schon den Sprung ins Mainroster geschafft, als er sich bei seinem ersten RAW-Entrance die Schulter verletzte. Ich gehe nicht davon aus, dass er noch einen weiteren NXT-Titelrun hinlegen wird, sondern nach eine kurzen Welcome-Back-Tour gleich bei RAW weitermachen wird. Die Fehde mit Kevin Owens wartet immer noch auf eine Fortsetzung...

Vaudevillains
Die beiden Gentlemen sind momentan mehr als bereit für das Mainroster, im Grunde könnten sie schon nächste Woche debütieren. Ihre Charaktere sind over, sie wissen sich im Ring zu bewegen, hatten schon einen Titelrun hinter sich und bringen nun aufstrebende Teams over. Normalerweise alles Anzeichen für einen baldigen Aufstieg ins Mainroster. Eine bunte Ergänzung zur ohnehin schon bunten Tag Team Szene.

Bayley
Wo wir es gerade von bunt hatten: Die vierte der Horsewomen darf natürlich auf lange Sicht nicht bei RAW fehlen. Hier gehe ich ganz stark von einem Post-WrestleMania-Debüt aus, da sie doch noch etwas bei NXT verweilen sollte. Ohne sie wäre die Women's Division bei NXT doch etwas leer. Es gibt ein paar vielversprechende Nachzügler, die brauchen aber noch Zeit.

Samoa Joe
Eigentlich ein Kandidat, der auch ohne NXT-Titelrun in die Mainshows gepusht werden könnte. Altermäßig hat er nicht mehr allzu lange, auch wenn man ihm das gerade überhaupt nicht anmerkt und er seinen zweiten Frühling erlebt. Einen Charakter wie ihn hat es bei RAW schon lange nicht mehr gegeben. Wäre mal was erfrischend Neues.

Finn Balor
Auch hier wie bei Bayley halte ich ein Post-WrestleMania-Debüt für sehr wahrscheinlich. Balor hat einen guten Run als NXT Champ, den könnte man irgendwann im Februar beenden, er könnte sich noch für das ein oder andere Talent hinlegen und dann beim nächsten Takeover-Special vor WrestleMania seinen großen Abschied geben.

Wir schreiben den dritten Advent und nachdem wir uns in den letzten Wochen den Main Eventern und Damen gewidmet haben geht es heute um die Tag Teams.

Was NXT in diesem Jahr an Teams geschaffen und damit fast schon abgeschriebenen Talenten einen zweiten Frühling verschaffen hat, ist eine wahre Pracht. Gehen wir sie der Reihe nach durch:

Lucha Dragons
Das Jahr startete mit den Mexikanern als Champs. Kallisto schafft es, den eigentlich zurecht vergessenen Sin Cara wieder mit hochzuziehen. Die beiden werden sicher keine Singles-Karriere machen und auch ihr Start im Mainroster hätte spektakulärer verlaufen können, aber für ein schönes, spottiges Match sind die beiden immer zu gebrauchen.

Blake & Murphy
Die Entthoner der Dragons zeigen dem Mainroster wunderbar, wie man auf Fanreaktionen reagieren sollte. Als Babyfaces gestartet hat man relativ schnell gemerkt, dass sie nicht ziehen (dazu fehlt ihnen einfach die Persönlichkeit), anschließend mal eben gegen ein paar Face-Teams gestellt, Alexa Bliss an die Hand gegeben und Bums! - schon hatten sie einen netten Run. Ob es allerdings für ein Mainroster-Debüt reicht, wage ich noch zu bezweifeln...

Vaudevillains
Die nächsten in der Reihe der Champs und ich wage zu behaupten, die "rundesten" Performer im Feld. English & Gotch mögen keine überragenden Micskills haben, aber sie haben zwei Charaktere, die ohne große Worte funktionieren und verdammt unterhaltsam sind. Gute Social-Media-Entertainer sind sie allemal. Mit dem Hashtag #quitemanly machen sie Twitter unsicher. Sie hätten Maria damals sicher zur Rede gestellt und nicht wie Josef den Schmu von wegen heiliger Geist geglaubt. Auch im Ring sind sie nicht zu verachten. Vor allem Gotch, der mit seiner Kreativität immer wieder neue Spots aus dem Ärmel zaubert, ist beeindruckend. Da sie nun die Tag Titles losgeworden sind und sogar Gable & Jordan over bringen mussten, hoffe ich auf ein baldiges Mainroster-Debüt der beiden.

SAWFT
Nicht so rund wie die Vaudevillains, aber das müssen sie meiner Meinung nach auch nicht sein. Zo & Big Cass erinnern mich wieder daran, warum ich Wrestling als Kind so geliebt habe. Nicht wegen der überragenden Athletik, den gut getimten Matches oder den kreativ gestalteten False Finishes. Nein, wegen der trashigen over-the-trop-Charaktere. Und das bringen die beiden rüber wie kein anderes Team. Wenn die WWE ihren Kurs mit den Tag Teams weiter beibehält, sehe ich die beiden als riesige Ergänzung für das Mainroster.

Dash & Dawson
Ein weiteres Paradebeispiel für das simple, aber effektive Booking bei NXT. Beide wollten als Singles-Wrestler nicht so wirklich Feuer fangen. Nächster Schritt: In ein Team stecken. Techniker sind sie, Psychologie verstehen sie, nur an der Persönlichkeit fehlt es, also: Heel turnen. Und schon hat man zwei ganz, ganz starke Champs, die nun etwas Zeit haben, ihre Stimme zu finden.Ganz starkes Booking!

Jason Jordan & Chad Gable
Mein persönlicher Favorit. Ich will nicht zu weit in die Zukunft blicken, aber wenn nichts unfassbar schief geht, hat Chad Gable noch Großes vor sich! Der Typ in mit wahnsinnigem Charisma gesegnet, kann ähnlich wie Gotch immer wieder kreative Spots aus dem Hut zaubern und hat mit Jason Jordan die perfekte Ergänzung. Jordan fehlt es an Persönlichkeit, aber das macht er mit Größe wieder wett. Sobald sich Gable den Arsch abgesellt hat kommt der Hot-Tag zu Jordan und dieses Comeback macht einfach immer was her. Es dauert sicher noch einige Zeit, aber es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn die zwei es nicht auf lange Sicht ins Mainroster schaffen. Die beiden sind Ready, Willing & Gable!

Ja, dem Feminismus ist nicht mehr zu entkommen. Nach Aufsichtsräten und Ü-Eiern übernehmen die Femen nun auch noch die Weihnachtsgeschichte.

Denn Gott, vielen besser bekannt als Ric Flair, schickte uns den Heiland (oder politisch korrekt... die Heiländseuse?!), der in diesem Jahr mithalf, Frauen in ernsthafter Weise im Wrestling-Mainstream zu etablieren. Was in anderen Ligen schon Alltag ist, ist auch endlich bei WWE angekommen.

Egal, wie man zum Feminismus steht, man muss schon ein Kostverächter sein, um nicht das zu schätzen, was die Damen in diesem Jahr bei NXT an mitreißenden Matches geschaffen haben. Gestartet wurde das ganze von Charlotte, die schon rein von der Statur her mit ihren breiten Schultern die klassischen Diven in den wort-wörtlichen Schatten stellt.

Doch wie sich herausstellte, sollte Charlotte nur der Anfang sein. Entthront wurde sie von Sasha Banks, die dich zum Herzstück der NXT Divas Division entwickeln sollte. Banks ist die größte Perönlichkeit unter den Four Horsewomen. Sie ist der Roddy Piper unter den Hulk Hogans & Jimmy Snukas dieser Divas Revolution.

Banks beherrscht es wie keine andere, sowohl sich selbst, als auch ihr Gegenstück over zu bringen. Becky Lynch, die bis dato Farbloseste der vier Damen, wurde durch den Split von ihrer BFF erst so wirklich vom Publikum wahrgenommen. Und schließlich nach ihrem hart umkämpften Match von der Full Sail Crowd mit einer Standing Ovation verabschiedet.

Aber auch Bayley, die bereits lange bei den Fans angekommen war, schaffte nochmal einen ordentlichen Sprung auf der Beliebtheitsskala nach ihrer Fehde mit Banks. Was auch wenig verwunderlich ist, die Charaktere sind füreinander geschaffen. Banks als der kaltherzige Boss gegen Bayley, das naive Mädchen, das ihren Kindheitstraum lebt.

Den emotionalen Höhepunkt des Jahres lieferten die beiden sicherlich bei Takerover: Respect mit ihrem Ironman Match. Spätestens als Sasha Izzy angeht, wünscht man ihr nur noch die Pest an den Hals. Das Match war einfahc groß. Es fühlte sich größer als jedes Match der diesjährigen WrestlMania an und das vor 400 Zuschauern. Ein Stück Wrestlinggeschichte, das jeder Fan einmal gesehen haben sollte.

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