WWE ruiniert Hell in a Cell und The Fiend Bray Wyatt - Review

  • 08 Oktober, 2019
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WWE Hell in a Cell 2019 war ein unfassbares Debakel. In einer extrem wichtigen Woche ruiniert die WWE nicht nur ihre Premium-Match-Art, sondern fährt auch die neue Super-Attraktion Bray Wyatt alias The Fiend vor die Wand. Es könnten Fehlentscheidungen sein, die der Wrestling-Marktführer noch bereuen wird. Ein Kommentar.

Alles wird neu! Alles wird anders! Alles wird besser! Das war die Marschrichtung der ersten Oktober-Woche 2019. Eine Woche, die im Vorfeld von vielen Experten als wichtigste Wrestling-Woche seit 18 Jahren bezeichnet wurde, seit die WCW ihre Pforten schloss und die WWE plötzlich Alleinherrscher der Wrestling-Welt war.

Denn in der ersten Oktober-Woche 2019 stand so viel an: SmackDown debütiert mit frischer Aufmachung als neue A-Show auf FOX, auch RAW bekommt einen neuen Anstrich. Dazu fährt das kürzlich im US-TV debütierte NXT mit drei Titel-Matches groß auf – eine Reaktion auf All Elite Wrestling: Die neue Wrestling-Promotion, und das war für viele Fans der Höhepunkt der Woche, ist mit ihrer neuen TV-Show AEW Dynamite auf TNT an den Start gegangen.

The Fiend Bray Wyatt: Fans waren heiß auf den Titelwechsel

Und dann war da am Sonntag noch WWE Hell in a Cell (zu den Ergebnissen), der vielbeachtete Gimmick-PPV der WWE. Es hätte den Fans schon eine Warnung sein sollen, dass bis zum Tag der Show nur vier Matches feststanden. Die Prioritäten in der WWE lagen vor der Großveranstaltung gewiss woanders. Das Interesse war trotzdem groß, denn er war da: Bray Wyatt alias The Fiend.

The Fiend ist die neue Top-Attraktion der WWE, über Monate aufgebaut und erst einmal in einem Match in Aktion – beim WWE SummerSlam (zu den Ergebnissen) war das Monster über Finn Balor hinweggerollt. Jetzt stand erst das zweite Match an für Bray Wyatt mit seinem neuen Horror-Gimmick, das wie für Hell in a Cell gemacht schien. Die Fans waren heiß auf ihn – und auf den Titelwechsel. Denn Wyatts Gegner war Seth Rollins, der WWE Universal Champion.

Böse Fan-Reaktionen für WWE Hell in a Cell 2019 – zu Recht

Doch das Ende von Hell in a Cell wurde zu einem absoluten Debakel. Die Fans in der Halle buhten sich die Seele aus dem Leib, chanteten „Bullshit“ und für die neue Konkurrenz-Promotion AEW, forderten einen Neustart des Matches oder sogar ihr Geld zurück. Auch das Internet drehte durch, Fans und Medien ließen kein gutes Haar am Ende des PPVs. „Das war fürchterlich, und schlecht, und dumm, und die WWE sollte sich schämen“, schrieb Geno Mrosko auf dem US-Wrestling-Portal Cagesideseats.com sogar als Überschrift eines Textes. Und ja: Es war wirklich so schlimm.

Was war passiert? Ganz einfach: Die WWE hat zwei ihrer größten Attraktionen vielleicht für immer ruiniert: das Hell in a Cell Match und The Fiend Bray Wyatt. Bei der Großveranstaltung am Sonntag sah das so aus: Weil er The Fiend einfach nicht klein kriegt, wird Seth Rollins zum Getriebenen, ja quasi selbst zum Monster, verpasst Wyatt ungefähr zehn Mal seinen Finisher, den Curb Stomp, und schlägt mit etlichen Waffen auf seinen Gegner ein. Am Ende wird das Match durch den Ringrichter gestoppt, weil Rollins vermeintlich zu brutal zu Werke geht, als er Stuhl, Leiter und Werkzeugkoffer auf Wyatts Kopf legt und dann mit dem Sledgehammer draufschlägt.

WWE Hell in a Cell endet wieder ohne echtes Finish – eine Farce!

Ok, klingt heftig, ist aber einfach nur lächerlich. Im Hell in a Cell soll es doch genau darum gehen: dass sich die beiden Kontrahenten das vermeintlich härteste Match des Jahres liefern. Und dann wird das Match einfach so ohne Ende abgeläutet? Weil Seth Rollins mit einem Sledgehammer zuschlägt? Mit einem Sledgehammer, wie ihn Triple H schon x-mal im Hell in a Cell (und auch außerhalb) eingesetzt hat? In einer Match-Art, die schon so viel heftigere Aktionen gesehen hat? Die Fans verstanden die Welt nicht mehr, es gab auch live keine vernünftige Erklärung. Man musste schon später auf WWE.com lesen, dass das offizielle Ende nicht „Disqualification“ (was es in einem HIAC einfach nicht gibt), sondern „Referee Stoppage“ hieß.

Schon 2018 war WWE Hell in a Cell in einer Farce geendet, als das Match zwischen Roman Reigns und Braun Strowman nach einem Run-in von Brock Lesnar ohne Ergebnis abgebrochen wurde. Mit dem zweiten unklaren Hell-in-a-Cell-Finish in zwei Jahren wird klar: Das sind keine Ausrutscher mehr. Die WWE ruiniert sich schlicht und ergreifend ihre Premium-Match-Art. Da dürfen die Fans schon aufgebracht sein.

WWE zerstört The Fiend Bray Wyatt - Kann er sich davon erholen?

Noch dämlicher ist es aber, was mit Bray Wyatt passiert. Ich habe Fragen. Warum zur Hölle stellt man The Fiend zu diesem Zeitpunkt in ein Titelmatch, wenn er den Titel gar nicht gewinnen soll? Wyatt ist noch in einer Phase, in der er praktisch gezwungen ist, dominant zu gewinnen. Ist der WWE nicht klar, wie sehr sie ihr neues Super-Monster beschädigt? Und warum sieht das Match dann auch noch aus, wie es aussah? Warum muss das Monster derart von Seth Rollins vorgeführt werden? Warum ist Wyatt es nicht, der dominiert? Das hätte ja noch Sinn haben können: Dem Fiend ist der Title egal, er will einfach zerstören. Dann wäre die Referee Stoppage zwar immer noch doof gewesen, aber immerhin erklärbar: Der Referee schützt Rollins vor dem grausamen Fiend.

So aber ist es genau umgekehrt. Es sieht so aus, dass die Bestie, die die WWE seit Wochen terrorisiert, vom Ringrichter beschützt werden muss. Was soll das? Das unzerstörbare Monster ist zerstört, bevor es überhaupt richtig durchgestartet ist. Denn so sieht Wyatt unglaublich schwach aus, während die WWE ihn gleichzeitig irrsinnig stark darstellen wollte. Schließlich hatte der Fiend kurz vor Match-Ende ungefähr zehnmal (!) den Curb Stomp kassiert – und war dann bei 1 (!) aus dem Cover ausgekickt. Überhaupt: Was für eine Übertreibung mit diesen Finishern und Kickouts! Wie soll das bitte in Zukunft weitergehen? Wie sollen in Zukunft überhaupt noch Fiend-Matches aussehen?

WWE treibt AEW die Zuschauer in die Arme

Nach dem Match wurde es noch einmal ganz schön doof: Plötzlich ist The Fiend wieder topfit und fertigt Rollins mit Sister Abigal und Mandible Claw ab. Warum ging das nicht schon vorher? Und wenn er so fit ist, warum musste ihn der Referee dann vor Rollins schützen? So war Wyatt einfach nur ein Typ mit Maske, der von Rollins verdroschen wird. Bye bye, Monster, war schön mit dir. Also in dem einen einzigen Match vorher. Es ist fraglich, ob sich der Fiend-Charakter davon je wieder richtig erholen wird. Die WWE könnte zum wiederholten Male das Talent des Genies Bray Wyatt verschwendet haben.

Kurzum: Das Ende von WWE Hell in a Cell war einfach nur schlecht. Dass es beim RAW nach der Show auch keine Story-Fortsetzung gab, die sich um Schadensbegrenzung bemüht, ist ein Offenbarungseid. Und der WWE könnte das auf die Füße fallen. Nach einer Woche, in der die WWE alles dafür getan hat, All Elite Wrestling den TV-Start so schwer wie möglich zu machen, treibt der Marktführer der neuen Konkurrenz die Fans geradezu in die Arme. Wenn sich das mal nicht rächt!

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Letzte Änderung am Mittwoch, 06 November 2019 19:11

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