Undertaker in Saudi-Arabien statt bei WrestleMania: Wie ist ein würdiger WWE-Abschied noch möglich? - Reisingers Standpunkt Empfehlung

  • 07 April, 2019
  • geschrieben von  Manfred Reisinger
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Über Jahre hinweg gab es zu WrestleMania immer eine Frage: Wird die Streak des Undertakers gebrochen? Als das schließlich vor einigen Jahren passiert ist, drängte sich eine neue Frage auf: Wird der Deadman bei der nächsten WrestleMania überhaupt dabei sein? 2018 baute man das geschickt in eine Storyline rund um John Cena ein. Auch wenn das Match nur ein ernüchternder „Squash“ wurde, schaffte es die WWE damit doch noch, die beiden größten Stars der WWE-Neuzeit gegeneinander bei WrestleMania antreten zu lassen.

Es war das letzte Ziel, das es noch zu erfüllen galt. Es gibt im Grunde nun keinen Gegner im aktuellen Kader, gegen den der Undertaker noch unbedingt antreten müsste. John Cena war der wirklich der letzte wirklich große Name, der so lange parallel zum Taker aktiv war, aber noch kein großes (Mania-)Match gegen ihn hatte. Alle anderen, ob Edge, Triple H, Batista, Shawn Michaels oder Brock Lesnar, sie alle hatten zum Teil mehrmals mit dem Undertaker zu tun. Nun gibt es nur noch die „neuen“ Gesichter, die mit der aktiven Zeit des Deadman, die ich persönlich grob bis zum Jahr 2010 sehe, aber wenig zu tun haben. Ein Duell gegen Seth Rollins oder Daniel Bryan hätte für mich daher nicht diesen besonderen Reiz.

In den Wochen und Monaten vor WrestleMania 35 haben sich die Anzeichen verdichtet, als sei die Karriere des Undertaker still und heimlich beendet worden. Zudem berichteten immer mehr Wrestling-News-Seiten, dass der Undertaker dieses Jahr kein Match bei WrestleMania absolvieren würde. Doch dann die Wende: Der Undertaker wird beim nächsten Promo-Event in Saudi-Arabien am Start sein. Doch kein Karriereende!

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Die WWE hat den würdigen Undertaker-Abgang verpasst

Mir stellt sich dadurch allerdings eine wichtige Frage: Wieso wird der Undertaker nicht bei WrestleMania für ein Match eingesetzt, dafür aber irgendwo im Nahen Osten fernab jeglicher Wrestling-Kultur? Klar, wenn man sich die Summen ansieht, die angeblich ein Shawn Michaels für sein Comeback bei einem dieser Events einstrich, so entscheidet sich der Undertaker wohl lieber dafür, sein einziges Match im Jahr dort zu absolvieren statt bei WrestleMania – falls er denn die Wahl hat.

Lässt man den finanziellen Rahmen allerdings außen vor (ich denke, der Undertaker hat über gut zwei Jahrzehnte ein gutes Geld verdient), muss ich allerdings festhalten, dass man es von Seiten der WWE (oder von Seiten des Undertakers?) verpasst hat, dem Undertaker einen würdigen Abschied von der Wrestling-Bühne zu geben. Vor zwei Jahren, nach der Niederlage gegen Roman Reigns bei WrestleMania 33, wäre das symbolische Ablegen des Hutes ein würdiger Rahmen gewesen. Das hatte ganz viel Stil.


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Undertaker-Karriereende: Bitte nicht durch die Hintertür im Nahen Osten

Insofern bin ich enorm zwiegespalten, wie es mit dem Undertaker weitergehen soll. Ein Abschied bei WrestleMania wäre eigentlich selbstverständlich, doch den passenden Zeitpunkt, ihn mit einem tollen Match zu verabschieden, hat man bereits verpasst. Durch das bereits fixe Engagement in Saudi-Arabien könnte man daher frühstens bei WrestleMania 36 das Kapitel ehrenwert abschließen. Die wohl beste Variante wäre dann wohl eine Promo. Es muss ja schließlich nicht zwangsläufig mit einem Match enden.

Alles in allem möchte ich lediglich einen würdigen Abschied für den absoluten Favoriten meiner Wrestling-Anfangszeit. Ohne den Undertaker wäre ich nicht zum Wrestling gekommen, geschweige denn geblieben. Und so wird es Tausenden weiteren Fans weltweit gehen. Dieser absoluten Legende – ein Begriff, der leider viel zu inflationär verwendet wird und jemanden wie dem Undertaker gar nicht mehr gerecht werden kann – wünscht man einfach einen schöneren Abschied, als leise durch die Hintertür bei einem Sponsoring-Event im Nahen Osten zu verschwinden.

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Letzte Änderung am Dienstag, 23 April 2019 09:59

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