WWE WrestleMania muss ein Zwei-Tages-Event werden – ein Kommentar Empfehlung

  • 27 März, 2019
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WrestleMania ist die größte Wrestling-Show der Welt. Und die „Showcase of the Immortals“ wächst Jahr für Jahr weiter. 2019 wird das Mega-Event der WWE endgültig eine Gaga-Größe erreichen. Sieben Stunden Sendezeit, angeblich bis zu 17 Matches, zehn Titel auf dem Spiel und mehr als 100 WWE Superstars im Ring. Es reicht! Es wird Zeit für eine Revolution. WrestleMania muss künftig über zwei Tage gehen!

Okay, es gab schon schlechtere Match-Cards als bei WrestleMania 35, die Show könnte gut werden, und irgendwo hat alles seine Daseinsberechtigung. Aber sieben Stunden Sendezeit, zwei Stunden Pre-Show (deren Matches man sich bei WrestleMania ruhig auch geben sollte) und fünf Stunden Haupt-Show – da hört der Spaß langsam auf. WrestleMania wird anstrengend. WrestleMania wird Arbeit. Die Zuschauer zu Hause brauchen zumindest gutes Sitzfleisch. Die Fans in der Arena auch einen langen Atem und viel Kraft.

Keine Stimmung im Main Event? Da ist die WWE selbst für verantwortlich! Nach sechseinhalb Stunden braucht sich keiner wundern, wenn die Fans beim vermeintlich wichtigsten Match des Abends völlig ausgepowert, völlig erschöpft sind und mit Pech sogar einfach nur noch nach Hause wollen. Das hat es die letzten Jahre immer häufiger gegeben und kann wohl kaum Sinn der Sache sein.

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Mega-Event über zwei Tage? NJPW Wrestle Kingdom macht es vor

Uns muss klar sein: WrestleMania wieder merklich kleiner zu machen, ist wohl keine ernsthafte Option für die WWE. Da hängt einfach zu viel Geld dran. Außerdem: Verdiente Superstars von der Card zu streichen oder Titel und ihre Champions gar nicht erst zu berücksichtigen? Früher hat die WWE das gemacht, aber im Grunde ist es für die Betroffenen die absolute Höchststrafe am eigentlich größten Feiertag des Jahres. Von daher finde ich es schon gut, wenn möglichst viele Wrestler und Titel ihren Platz bei WrestleMania finden. Ein Problem ist es allerdings, dass die WWE jedes Jahr mehr Wrestler hat. Es gibt ständig neue Call-ups von NXT, und ein paar Legenden sollen als Draws auch immer dabei sein.

Was könnte also die Lösung sein, wenn WrestleMania aus allen Nähten zu platzen droht? Wir brauchen zwei WrestleManias! Irre? Oder irre clever? Abwarten. New Japan Pro Wrestling (NJPW) macht es vor. Für das kommende Jahr hat Japans wichtigste Promotion angekündigt, ihre größte Show, Wrestle Kingdom, auf zwei Tage aufzuteilen. Noch ist das nicht passiert, noch kann man nur raten, ob das Event das verträgt, ob die Fans das annehmen. Aber der Ansatz ist gut.

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Card voller Traum-Matches – Show voller Enttäuschungen?

Wer Wrestle Kingdom 13 gesehen hat, hat gemerkt, dass die Show gerade in diesem Jahr sehr gehetzt wirkte, dass viele Matches nicht die Luft bekamen, die sie zum Atmen brauchten und normalerweise bei NJPW bekommen. Bei WrestleMania ist das schon seit Jahren so, da werden potentielle Showstealer schon in Minutenschnelle abgefrühstückt, eine Zeitlang gab es sogar regelmäßig ein unvermeidliches wie unsägliches Squash-Match. Da stehen teilweise etliche Traum-Matches auf der Card, am Ende bleibt aber ganz viel Enttäuschung. Und je voller die Card ist, desto ärger wird es.

Zwei Tage bedeutet zwei Shows. Dadurch wird WrestleMania zwar noch weiter aufgeblasen, die Sendezeit noch weiter gestreckt. Aber zwei lange Shows sind womöglich (oder sagen wir: hoffentlich) leichter erträglich als eine superduper-überlange Show. Und der Qualität kann es nur zuträglich sein: Jeder Wrestler, jedes Match, jede Story hat mehr Raum, sich zu entfalten. Und dann könnten wir uns sogar auf zwei Tage tolles Wrestling freuen!

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WrestleMania über zwei Tage? Chance für WWE und Zuschauer

Es ist auch eine weitere Chance für mehr Gleichberechtigung in der WWE: Einen Abend bildet ein Männer-Match den Main Event, einen anderen Tag ein Frauen-Match. Zum Beispiel. Dann hätte man nicht das Dilemma wie dieses Jahr, ob das WWE Universal Championship Match Seth Rollins vs. Brock Lesnar oder Ronda Rousey vs. Charlotte Flair vs. Becky Lynch um die WWE RAW Women's Championship das Haupt-Match stellt. Alternativ könnte man auch die Brands gleichstellen: Einen Tag bekommt RAW den Main Event, einen Tag SmackDown. Oder einen Tag geht es im Hauptkampf um die Universal Championship und einen um die WWE Championship.

Außerdem, und damit kommen wir an den Punkt, der die WWE am meisten interessieren dürfte: Zwei Shows bedeutet auch zweimal kassieren: Eintritt, TV-Gelder, Werbung und, und, und. Ob es sich wirklich rechnet, müssen Experten kalkulieren. Aber die Infrastruktur steht ja ohnehin – ob für einen Tag oder zwei. WrestleMania als Doppel-Event? Es könnte sich für die Zuschauer und die WWE lohnen. Man sollte es mal versuchen.

Letzte Änderung am Montag, 09 September 2019 15:55

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