Wrestling-Jahresrückblick 2018: Die besten Matches, die wichtigsten Events, die größten Stars Empfehlung

  • 31 Dezember, 2018
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Was war 2018 für ein Wrestling-Jahr! Gewiss ein Jahr, in dem RAW und SmackDown selten höchsten Ansprüchen gerecht wurden. Vor allem aber ein Jahr mit ganz hervorragendem Wrestling außerhalb der Main Roster der WWE, etwa bei NXT, bei New Japan Pro Wrestling oder auch in den Indys. In Gänze ist dem hier kaum gerecht zu werden. Daher ist das unser unvollständiger (aber hoffentlich annähernd passender) Jahresrückblick.

Matches des Jahres 2018

Wie abgefahren Wrestling 2018 aussah, zeigen die Zahlen. Wrestling-Journalist Dave Meltzer ist bekannt für seine Star-Ratings, die Höchstwertung von fünf Sterne packt er eigentlich ganz selten aus, aber mittlerweile ist die Skala gebrochen. 2018 vergab er an 15 Matches fünf Sterne, sechs weitere Matches bekamen sogar noch mehr, darunter ein Sieben-Sterne-Match. Unglaublich? Realität! Wir heben drei Matches heraus.

IWGP Heavyweight Championship
Two out of three falls
Kazuchika Okada vs. Kenny Omega
NJPW Dominion 2018
Kann es hier zwei Meinungen geben? Kazuchika Okada vs. Kenny Omega von Dominion könnte glatt das beste Match aller Zeiten gewesen sein. In einem absoluten Mega-Marathon-Match, das einfach alles hatte, krönte sich Omega zum ersten Mal zum IWGP Heavyweight Champion und beendete die Rekord-Regentschaft von „Ace“ Okada. Dave Meltzer vergab sieben Sterne, weil er den Eindruck hatte, niemals wieder ein so gutes Match zu sehen zu bekommen. Ein Match für die Ewigkeit.

Unsanctioned Match
Johnny Gargano vs. Tommaso Ciampa
NXT TakeOver: New Orleans
Es war das monumentale Match, auf das die Wrestling-Welt so viele Monate gewartet hatte. Nach dem Split von #DIY fiel Tommaso Ciampa mit einer schweren Knieverletzung aus. NXT TakeOver: New Orleans, am Wochenende von WrestleMania 34, war schließlich die Bühne für das Duell zwischen Ciampa und Johnny Gargano, für den die Zukunft im NXT-Roster auf dem Spiel stand. Die Ex-Tag-Team-Partner lieferten sich ein Match voller Drama, voller Härte, voller Emotionen, voller Querverweise auf ihren bisherigen Weg. Ein unglaubliches Match! Die Neuauflagen bei NXT TakeOver: Chicago II und NXT TakeOver: Brooklyn IV waren auf einem ähnlichen Niveau, New Orleans war aber das beste. Meltzer-Rating? Fünf Sterne.

NXT Championship
Johnny Gargano vs. Andrade „Cien“ Almas
NXT TakeOver: Philadelphia
Besser als am Tag nach NXT TakeOver: Philadelphia im Januar kann ich es auch heute nicht sagen: „Was für ein Hochglanz-, Hochgeschwindigkeits- und Hochspannungs-Match!“ Die zwei phänomenalen Wrestler lieferten ein bockstarkes Match ab, besonders Babyface Gargano stach hervor mit unglaublichem Selling und einer unglaublichen Bindung zum Publikum. Hier fehlte einzig das Happy-End. Meltzer vergab fünf Sterne – zum ersten Mal an ein Match unter dem Dach der WWE seit 2011 und das erste von vier bei NXT 2018.

Als Orientierung: Dave Meltzers Top-Matches des Jahres 2018:
7 Sterne: Kenny Omega vs. Kazuchika Omega, NJPW Dominion 2018
5,75 Sterne: Hiroshi Tanahashi vs. Kota Ibushi, NJPW G1 Climax – Day 19
5,5 Sterne: Kota Ibushi vs. Kenny Omega, NJPW G1 Climax – Day 18
5,5 Sterne: Tomohiro Ishii vs. Kenny Omega, NJPW G1 Climax – Day 14
5,5 Sterne: Hiromu Takahashi vs. Taiji Ishimori, NJPW Best of the Super Juniors XXV – Day 14
5,5 Sterne: Kazuchika Okada vs. Hiroshi Tanahashi, NJPW Wrestling Dontaku – Day 2
5 Sterne: Golden Lovers (Kenny Omega & Kota Ibushi) vs. Will Ospreay & Hiroshi Tanahashi, NJPW Road To Tokyo Dome – Day 2
5 Sterne: Golden Lovers (Kenny Omega & Kota Ibushi) vs. Kazuchika Okada & Tomohiro Ishii, NJPW Fighting Spirit Unleashed 2018
5 Sterne: Hiroshi Tanashi vs. Kazuchika Okada, NJPW Destruction in Kobe 2018
5 Sterne: Hiroshi Tanahashi vs. Kazuchika Okada, NJPW G1 Climax – Day 17
5 Sterne: Tomohiro Ishii vs. Hirooki Goto, NJPW G1 Climax – Day 6
5 Sterne: Kenny Omega vs. Hirooki Goto, NJPW G1 Climax – Day 4
5 Sterne: Kenny Omega vs. Tetsuya Naito, NJPW G1 Climax – Day 2
5 Sterne: Undisputed Era (Kyle O'Reilly & Roderick Strong) vs. Moustache Mountain (Tyler Bate & Trent Seven), NXT 11. Juli 2018
5 Sterne: A-Kid vs. Zack Sabre Jr., White Wolf Wrestling 14. April 2018
5 Sterne: Johnny Gargano vs. Tommaso Ciampa, NXT TakeOver: New Orleans
5 Sterne: Adam Cole vs. EC3 vs. Killian Dain vs. Lars Sullivan vs. Ricochet vs. Velveteen Dream (Ladder Match), NXT TakeOver: New Orleans
5 Sterne: Will Ospreay vs. Marty Scurll, NJPW Sakura Genesis 2018
5 Sterne: Golden Lovers (Kenny Omega & Kota Ibushi) vs. Young Bucks (Nick Jackson & Matt Jackson), NJPW Strong Style Evolved 2018
5 Sterne: Andrade „Cien“ Almas vs. Johnny Gargano, NXT TakeOver: Philadelphia
5 Sterne: Kenny Omega vs. Chris Jericho, NJPW Wrestle Kingdom 12

You're welcome.

Events des Jahres 2018

NXT TakeOver: New Orleans
Vom reinen Wrestling-Standpunkt könnte das hier die beste Wrestling-Show in der Geschichte der WWE gewesen sein. So sagt es zumindest Dave Meltzer und könnte Recht haben. Zum ersten Mal überhaupt vergab der Rating-Papst an zwei Matches bei der gleichen Show fünf Sterne. Einmal für Johnny Gargano und Tommaso Ciampa, und dann für das Ladder Match um die neue North American Championship mit Adam Cole, Ricochet, Velveteen Dream, Lars Sullivan, Killian Dain und EC3. NXT TakeOver hat WrestleMania 34 mal sowas von in den Schatten gestellt.

All In
Ein Event, das der Beginn einer neuen Ära sein könnte. Als Dave Meltzer (wie oft kommt der hier eigentlich im Text vor?) behauptete, dass es keine Indy-Promotion in absehbarer Zeit schaffen werde, eine Halle mit 10.000 Plätzen zu füllen, nahmen das Cody Rhodes und die Young Bucks als Herausforderung. Die Indy-Superstars stellten in monatelanger Vorbereitung das Event eigenhändig auf die Beine, die Tickets waren ratzfatz weg, und die Show voller Superstars wurde mit Lob überhäuft. 2019 kommt es wohl nicht nur zur Wiederholung: Cody und die Jacksons stehen womöglich vor der Gründung einer eigenen Promotion: All Elite Wrestling. 2019 kann ein heißes Jahr werden.

PROGRESS Wrestling: Chapter 76 – Hello Wembley
Noch eine ganz besondere Show abseits von WWE und Co.: PROGRESS Wrestling füllt die Wembley Arena in London und stellt mit „Hello Wembley“ die angeblich größte britische Wrestling-Show der vergangenen 30 Jahre auf die Beine. Der tolle Main Event zwischen WALTER und Tyler Bate schafft Bilder wie einst bei WrestleMania III zwischen Andre the Giant und Hulk Hogan. Es war außerdem die Abschieds-Bühne von Doug Williams, der seine Karriere beendete.

WWE Evolution
Der vorläufige Höhepunkt der Women's Evolution in der WWE trägt ebendiesen Namen: WWE Evolution war der erste reine Frauen-PPV der WWE. Im Co-Main-Event reißen Becky Lynch und Charlotte Flair die Hütte ab, ihr Last Women Standing Match war vielleicht das beste Main-Roster-Match des Jahres in der WWE.

NXT TakeOver: WarGames
Ein Kracher zum Abschluss eines geniales Jahres NXT. Neben dem namensgebenden War Games Match bestach die Show auch mit Aleister Black vs. Johnny Gargano und Tommaso Ciampa vs. Velveteen Dream. Ein großartiger Abschluss für ein perfektes (und kaum zu toppendes) NXT-Jahr 2018.

Gesichter des Jahres 2018

Johnny Gargano und Tommaso Ciampa
Ohne Gut kein Böse, ohne Teufel kein Engel: Johnny Gargano und Tommaso Ciampa müssen in einem Atemzug genannt werden. Die beiden Superstars machten NXT zur besten Show des Jahres mit einer Qualität, wie sie kaum in Zukunft zu wiederholen sein wird. Die Story Gargano/Ciampa prägte das komplette Jahr, ist immer noch nicht abgeschlossen, entwickelt sich durch ganz spannende Turns und Twists immer weiter und mündet in gigantische Matches, ach was, Epen. Die beiden produzieren einfach unfassbar mitreißendes Wrestling. Hoffentlich bleiben die beiden noch länger in ihrem perfekten Umfeld namens NXT. Auch so ist Gargano vs. Ciampa schon eine der besten WWE-Fehden ever. Mein voller Ernst.

Cody Rhodes
Cody Rhodes hat sich 2018 zum MVP auf dem Independent Circuit gemausert, nicht zuletzt durch die Organisation von All In, dem Erfolgsevent, das bald in eine eigene Promotion münden könnte. Auch als Wrestler ist Cody zu einem echten Schwergewicht geworden. Allein sein Einzug bei All In, bevor er sich die NWA Worlds Championship von Nick Aldis holte, wirkte einfach groß. Außerdem trug der „American Nightmare“ die IWGP United States Heavyweight Championship und trat um die ROH Championship an. Papa Dusty wäre stolz.

Daniel Bryan
Er ist wieder da! Drei Jahre nach seinem erzwungenen Karriereende hat Daniel Bryan wieder die Freigabe für den WWE-Ring bekommen. Eine Sensation! Und gegen Jahresende hat sich der Edel-Techniker nochmal neu erfunden: Als veganer Wutbürger beerdigte er das Yes-Movement und holte sich die WWE Championship von AJ Styles. Wir haben noch längst nicht alles von Bryan gesehen.

Chris Jericho
Der Oldie erlebt einen goldenen Karriere-Herbst! Chris Jericho debütierte bei New Japan Pro Wrestling, verbuchte bei Wrestle Kingdom 12 mit Kenny Omega das erste Fünf-Sterne-Match seiner Karriere (laut Meltzer-Skala), holte sich die IWGP Intercontinental Championship von Tetsuya Naito und organisierte den Rock 'N' Wrestling Rager At Sea, eine Rock- und Wrestling-Kreuzfahrt („Jericho Cruise“). Jeder will zurzeit mit Jericho arbeiten, und der hat diesem Business immer noch viel zu geben.

Roman Reigns
Bei WrestleMania 34 verlor Roman Reigns zwar im Main Event gegen Brock Lesnar, den Titel holte sich der Big Dog schließlich beim SummerSlam und beendete mutmaßlich die Fehde gegen das „Beast Incarnate“. Dann der schwere Schlag: Reigns gab bekannt, zum zweiten Mal in seinem Leben an Leukämie erkrankt zu sein. Er trat die WWE Universal Championship ab, um sich um seine Familie zu kümmern und den Kampf gegen den Krebs aufzunehmen. Auf den Schock folgte eine warme Welle des Mitgefühls für Reigns. Bis zu einem Comeback kann es aber noch lange dauern.

Becky Lynch
Was innerhalb eines Jahres alles passieren kann! Anfang 2018 kam Becky Lynch kaum über eine Mitläufer-Rolle in der Women's Division hinaus – trotz Support der Fans. Rund um den SummerSlam traf die WWE dann eine falsche Entscheidung, die sich im Nachhinein ganz wichtig war: Statt Becky Lynch den Titel von Charlotte Flair gewinnen zu lassen, verlor sie mal wieder und wurde Heel geturnt. Aber nicht mit den Zuschauern! Die Anhänger bejubelten die Irin stärker als je zuvor. Becky wurde in kürzester Zeit zum heißesten Eisen im WWE-Feuer. Ein weiterer Schlüsselmoment: Die von Lynch angeführte SmackDown-Invasion bei RAW. Als Lynch sich im Brawl eine gebrochene Nase abholte und sich später blutverschmiert im Publikum feiern ließ, war das die Geburt eines absoluten Superstars und der Beginn eines Aufstiegs, der Lynch 2019 sogar in den Main Event von WrestleMania 35 führen könnte.

Was 2018 sonst noch los war:

Ronda Rousey ist in der WWE angekommen – und hat in ihrem Debüt-Jahr für jede Menge Furore gesorgt. Als Charakter und am Mikrofon wirkte sie zunächst noch etwas unbeholfen, im Ring überzeugte sie aber schnell. Ihr Match bei WrestleMania 34 an der Seite von Kurt Angle gegen Triple H und Stephanie McMahon war womöglich das beste der Mega-Show. Inzwischen ist die RAW Women's Champion – und könnte bei WrestleMania 35 im Main Event stehen.

Shawn Michaels hat es doch nochmal getan. Gegen eine Mega-Gage stieg das Heartbreak Kid noch einmal in den Ring. Die Bühne: WWE Crown Jewel in Saudi-Arabien. An der Seite von Triple H gewann Michaels gegen den Undertaker und Kane.

Greatest Royal Rumble und Crown Jewel sind die Stichwörter. Die WWE schließt einen langjährigen Monster-Deal mit Saudi-Arabien und macht bereitwillig Propaganda für das Königreich – trotz massiver Kritik von Fans und Medien. Eine weitere aufgeblähte Houseshow gegen viel Geld ging in Australien über die Bühne: WWE Super Show-Down.

Titus O'Neil sorgte für den größten Lacher des Jahres und einen der größten Botches der Wrestling-Geschichte. Beim Greatest Royal Rumble stolperte der WWE Superstar bei seinem Entrance – und landete im Sturzflug unter dem Ring. Instant Classic.

Die WWE ist mit NXT UK an den Start gegangen, dem ersten europäischen WWE-Brand. Später machten Berichte die Runde, die WWE plane auch ein NXT Germany. Passend dazu gab es das erste WWE-Tryout in Deutschland.

2018 war auch ein großes Jahr für deutschsprachige Wrestler in der WWE: Axel Tischer alias Alexander Wolfe ist mit dem Stable SAnitY bei SmackDown debütiert, Marcel Barthel (ehemals bekannt als Axel Dieter Jr.) hat seine ersten TV-Auftritte für NXT und NXT UK absolviert, und WALTER hat einen Vertrag beim Wrestling-Marktführer unterschrieben.

Der Bullet Club hat ein neues Gesicht. Kenny Omega, Cody Rhodes, die Young Bucks, Marty Scurll, Adam Page und einige andere gehören nicht mehr dem Stable an, sondern sind jetzt selber als The Elite unterwegs. Unter Führung von Jay White existiert der Bullet Club aber weiter.

Die Wrestling-Welt trauert um viele ihrer Legenden. 2018 starben unter anderen Johnny Valiant, Bruno Sammartino, Vader, Nikolai Volkoff, „Grandmaster Sexay“ Brian Christopher, Jim „The Anvil“ Neidhart, „Dynamite Kid“ Tom Billington, Larry „The Axe“ Hennig, Peter William und Rene Lasartesse.

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Letzte Änderung am Montag, 31 Dezember 2018 15:52

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