WWE Super Show-Down: Warum Undertaker vs. Triple H wieder großes Kino war Empfehlung

  • 08 Oktober, 2018
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Ich hab' ja nicht so recht dran geglaubt. Daran, dass der Undertaker und Triple H bei der unfassbar aufgeblasenen Houseshow mit dem unfassbar einfallslosen Namen WWE Super Show-Down noch einmal die glorreichen alten Zeiten aufleben lassen können. Doch genau das konnten sie bei ihrem „Last Time Ever“. Here's why.

Der Undertaker ist 53 Jahre alt, Triple H 49. Ihre großen Kämpfe liegen mittlerweile schon einige Jahre zurück, und selbst damals waren die beiden Wrestling-Legenden bereits im tiefsten Herbst ihrer Karrieren. Wie viel konnte man da schon noch erwarten bei WWE Super Show-Down im australischen Melbourne, einem Event vermeintlich ohne eigentliche Relevanz?


Wer sich die Show wie ich auf dem WWE Network in der Wiederholung anschaute, konnte nur skeptisch sein, als die Kommentatoren zum Main Event überleiteten, aber noch beinahe eine Stunde Sendezeit angezeigt wurde. Klar, schickes Promo-Video und vier dicke Entrances – Shawn Michaels und Kane waren ja auch am Ring –, die kosten Zeit. Aber so viel Zeit nun auch nicht! Sollten der Taker und Triple H echt nochmal einen satten Halbstünder auf die Matte legen? Never! Oder? Doch!

Vom Undertaker hat man in den vergangenen vier bis fünf Jahren wenig Gutes im Ring gesehen, doch in Australien zeigte sich der Deadman deutlich beweglicher als zuletzt. Die Hüftoperation von vor einiger Zeit hat offenbar die erhoffte langfristige Verbesserung gebracht. Und in den großen Matches hat sich der Taker ohnehin nie geschont. Und so war das Match gegen Triple H zwar immer noch recht langsam, aber viel besser, als man es erwarten konnte.

Undertaker vs. Triple H: Kleine Gesten, große Bilder

Aber die athletische Fähigkeit, eine halbe Stunde im Ring Action zu bieten, war nur die Basis. Und das Match war jetzt sicher jetzt kein Leckerbissen vom technischen Standpunkt aus, oder so. Und sicher auch nicht so gut wie einige der vorherigen Matches zwischen Trips und dem Taker wie das Hell in a Cell Match von WrestleMania 28 („End of an Era“). Aber wie hat der Undertaker letztens erst in einem Interview mal wieder betont: „It's not about the moves“ – dieses Match war mal wieder der Beweis. Es war über weite Strecken einfach großes Kino mit großem Nostalgie-Faktor, wie es mich so oft bei diesen Ausnahmekönnern packt.

Der Undertaker und Triple H, auch Shawn Michaels und Kane, haben einfach einen sechsten Sinn für eine gewisse Dramatik. Einen Sinn für ganz kleine Gesten und ganz große Bilder. Für Timing und Atmosphäre. Was der Undertaker mit einem Blick quer durch den Ring manchmal ausdrücken kann – damit könnte man ganze Romane füllen. Wie außerdem Michaels flüssig ins Match eingebaut wurde, mit Sticheleien und vielen mehr oder weniger subtilen Querverweisen auf ihre langjährige Rivalität, ist einfach cleveres Storytelling. Ich mag unheimlich dieses Symbolische, dieses Selbstreferenzielle, wie die Akteure Motive aus früheren Matches oder früheren Stellen des Matches aufgreifen. Und davon gab es ganz schön viele.

Sicher war auch ein bisschen Nonsens dabei (der Undertaker schlägt den Ringrichter grundlos K.o.), aber darüber konnte ich gut hinwegsehen. Am Ende mündete dann alles in ein episches Finale. Michaels verpasst dem Taker eine Sweet Chin Music und Triple H lässt den Pedigree als letzten Move folgen. Diese Sequenz hatte man schon beim gigantischen Hell in a Cell Match 2012 gesehen. Nur führte sie dieses Mal zum Erfolg. Denn dieses Mal hatte sich der Undertaker vorher zu sehr auf Shawn Michaels fokussiert, und kassierte beim Versuch des Tombstones einen kräftigen Hieb mit dem Sledgehammer zwischen die Augen. Die Waffe, die hatte der Taker übrigens vorher selber beiseite gelegt, weil er das Finale gegen Triple H mit seinen Fäusten auskämpfen wollte.

Triple H gewinnt also das letzte One-on-One-Match mit dem Undertaker. Aber wir alle wissen: Die Fehde ist noch nicht zu Ende. Man muss das nicht gut finden, aber höchstwahrscheinlich bei WWE Crown Jewel (noch so eine mit Geld aufgepumpte Houseshow) wird Shawn Michaels aus dem Ruhestand kommen. Das Tag Team Match, Undertaker und Kane gegen Triple H und Michaels, also die Brothers of Destruction gegen die D-Generation X, steht schon in den Startlöchern. Das ist jetzt auch dem Letzten klar. Nicht nur durch die vielen Eingriffe im Match, sondern vor allem die Bilder nach dem Match.

War es das letzte große und gute Undertaker-Match?

Zuerst feierten die vier Legenden gemeinsam ihr großes Match und ihre große gemeinsame Zeit – Bilder wie bei WrestleMania 28. Doch dann gab es den Twist: Der Taker und Kane verpassen Triple H und Shawn Michaels einen saftigen Beatdown, der Deadman befördert das Heartbreak Kid sogar mit einem Chokeslam durch einen Tisch. Triple H gewinnt, die Brothers of Destruction sind aber am Ende der Show die strahlenden Sieger – alle profitieren.

Unterm Strich bleibt ein unterhaltsames Match mit viel Liebe fürs Detail, das besser war, als man erwarten durfte. War es das vielleicht letzte große und gute Undertaker-Match? Wir werden sehen. Wir werden sehen, was Shawn Michaels noch im Ring drauf hat. Der könnte nämlich bei der WWE Survivor Series noch ein Singles Match gegen den Taker bekommen. Michaels ist 53 Jahre alt. Und hat seit mehr als acht Jahren kein Match mehr bestritten. Aber was muss das schon heißen?

 

Letzte Änderung am Samstag, 13 Oktober 2018 21:39

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