So leicht wäre das Ende von WWE Hell in a Cell zu retten gewesen Empfehlung

  • 17 September, 2018
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Das Ende von WWE Hell in a Cell war scheiße. Da sind wir uns doch alle einig, oder? Ein Match-Abbruch und kein Sieger zwischen Roman Reigns und Braun Strowman – das ist für einen PPV-Main-Event grundsätzlich bescheiden, für ein Hell in a Cell Match um die WWE Universal Championship ist ein solches Unentschieden aber besonders kläglich. Dabei wäre es so leicht gewesen, das Finish zu retten.

Ich will gar nicht meckern über die ganzen Run-ins. Die gehören bei Hell in a Cell Matches einfach dazu. Und am Sonntag hat man die im Main Event auch ziemlich klasse eingebunden. Dolph Ziggler, Drew McIntyre, Seth Rollins und Dean Ambrose kloppen sich auf dem Dach des Käfigs, Rollins und Ziggler stürzen sich sogar aus halber Höhe herunter – Respekt dafür! Zu bemängeln ist daran nur, wie Reigns und Strowman in der Zwischenzeit minutenlang regungslos im Ring lagen. Aber das war verschmerzbar, wir wurden ja währenddessen gut unterhalten.

Hell in a Cell Match abgebrochen? Lächerlich!

Und dann kam Brock Lesnar! Ziemlich überraschend kehrte der Ex-Champion zurück, trat die Tür zur Zelle auf, mischte sich ins Title-Picture ein und vermöbelte Reigns und Strowman. Das war schon extrem cool! Das Beast verhaute seine beiden Kontrahenten mit Bruchstücken eines Tischs, der schon vorher zerstört wurde, und verpasste beiden Gegnern je einen F-5. Dann verließ er den Käfig, überließ Reigns und Strowman ihrem Schicksal – und dann war auf einmal Schluss.

Special Guest Referee Mick Foley war von Lesnars Manager Paul Heyman außer Gefecht gesetzt worden. So eilte ein anderer Referee in den Ring, wedelte wild mit den Armen und sagte sinngemäß: Hier geht es nicht weiter! Kurz darauf ging die WWE off-air. Das Match hatte kein Finish und keinen Sieger – und der Zuschauer hatte keine Ahnung. Wie schon beim SummerSlam war die Show einfach zu Ende, und ehe der Zuschauer das schnallte und seinen Unmut kundtun konnte, war die TV-Übertragung bereits beendet. Buhrufe verhallten wie Schreie im Wald. Es wurde tatsächlich ein Hell in a Cell Match abgebrochen. Das vermeintlich brutalste Match der WWE! Das ist ziemlich lächerlich.

Das ist lächerlich aus alleine zwei Gründen, die die WWE selbst während der Show lieferte. Erstens: Mick Foley war Gastringrichter, und die WWE hatte es sich selbst ausgesucht, dessen legendäres und ultra-hartes Hell in a Cell Match mit dem Undertaker von vor 20 Jahren ins Bewusstsein der Leute zu rufen. Damals stürzte Foley alias Mankind zweimal (!) vom Dach des Käfigs, einmal durch einen Kommentatorentisch, einmal auf den harten Ringboden. Und das Match ging trotzdem weiter. (Nur damit wir uns verstehen: Damals hätte man aus Verletzungsgründen sicherlich tatsächlich abbrechen können. Wir reden hier aber nur über die Kayfabe/Story-Ebene.)

Den zweiten Grund lieferte nur etwa zweieinhalb Stunden vor dem Match-Abbruch bei Reigns und Strowman ein gewisser Jeff Hardy. Der Risktaker baumelte in einem Match gegen Randy Orton von der Decke des Cells und krachte dann durch einen Tisch im Ring. Und selbst da gab es ein Finish. Der Ringrichter wollte das Match zwar auch ohne Ergebnis abbrechen, Orton aber nötigte den Referee quasi zum Count. So war es richtig gemacht. Der Pin schadete niemandem, und wir hatten einen Sieger.

Lesnars F-5 gegen Reigns hätte das Show-Ende retten können

Hardy stürzt vom Käfig, etliche andere Wrestler sind schon vor ihm vom Käfig gestürzt, wir haben im Laufe der Jahre schon unzählige brutale Attacken im Hell in a Cell erlebt. Ein Match wurde deshalb nie abgebrochen. (Immer dran denken: Es geht um die Story-Ebene.) Und nun verhaut Lesnar Reigns und Strowman mit Sperrmüll und verpasst beiden gerade mal je einen Finisher, und schon wird der Main Event zwischen zwei vermeintlichen Mega-Stars inside Hell in a Cell für beendet erklärt? Sorry, das kann man nicht als besonderen Story-Twist verkaufen – das ist Leute-Verarsche. Dabei hätte man das Ende der Show so leicht retten können.

Lesnar warf Reigns doch mit seinem F-5 auf Strowman, richtig? Warum ließ man Reigns dort nicht einfach einen Moment länger liegen? Warum schickte man nicht ein paar Sekunden eher einen Referee in den Ring? Der hätte dann den Pin durchgezählt, wir hatten einen Sieger gehabt – und keinen Verlierer. Offensichtlich wollte die WWE Strowman keinen Pin einstecken lassen, aber ganz ehrlich, der hätte auch dem Monster Among Men bei diesem Angle nicht im Geringsten geschadet. Ihm hätte dann genauso ein Rematch um den Titel zugestanden wie jetzt. Es gab einfach keinen sinnvollen Grund, dieses Match ohne Sieger zu belassen. Deswegen war das Ende von WWE Hell in a Cell scheiße. Da sind wir uns doch alle einig, oder?


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Letzte Änderung am Montag, 17 September 2018 20:32

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