Ronda Rousey in der WWE: Stoppt die Schmierenkomödie! Empfehlung

  • 17 März, 2018
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Lange hat sich die WWE um sie bemüht. Die Frau, die als aktuell größter WWE-Star durchgehen könnte. Ex-UFC-Champion Ronda Rousey. Drei Jahre nach ihrem ersten WWE-Auftritt hat die Mixed-Martial-Arts-Kämpferin mit Promi-Faktor einen Vertrag beim Wrestling-Riesen unterschrieben und ist prompt im Spotlight gestartet. Bei WrestleMania 34 soll sie an der Seite von Kurt Angle gegen Triple H und Stephanie McMahon antreten.

Die WWE war darüber so ekstatisch, dass sie vor Kurzem ankündigte, Rousey werde bis WrestleMania bei jeder RAW-Ausgabe auftreten. Um zu zeigen: Wir haben sie, und zwar in Vollzeit. Und um die größte Show des Jahres mit dem vielleicht größten Star so breit zu promoten, wie es nur geht. Schon einen Montag später war die Ekstase offenbar verflogen. „Rowdy Ronda“ fehlte bei RAW, und sie wird wohl auch künftig mal da sein und mal nicht.

Ich will kein MMA in der WWE

Es ist eine Vollbremsung der WWE. Offiziell sind die Gründe nicht bekannt, man kann nur spekulieren. Aber wer ihre ersten Auftritte gesehen hat, muss sagen: Richtig so! Ronda Rousey hat das Wrestling-Business null Komma null drauf und sollte bis WrestleMania dringend so viel Zeit wie möglich mit Coaches verbringen – im Ring, vor der Kamera und dahinter.

Ich gebe zu: Schon seit WrestleMania 31 bin ich kein Fan von Ronda Rousey. Das Segment auf der größten Bühne des Jahres 2015 an der Seite von The Rock mit Triple H und Stephanie McMahon als Gegenspieler fand ich unfassbar schlecht: lahmarschig, zäh, vorhersehbar, lausig ausgeführt. Insgesamt ein riesiger Zeitfresser. Über kaum ein Segment habe ich mich in den vergangenen Jahren mehr geärgert als das. Außerdem kann ich diesem MMA-Trend im Wrestling mal so überhaupt nichts abgewinnen. Wenn ich MMA gucken will, gucke ich MMA. Will ich aber nicht.

Schmierenkomödie auf RTL2-Niveau

Entsprechend verhalten war meine Vorfreude in der Folgezeit, als immer wieder Gerüchte über ein WWE-Engagement Rouseys im Raum standen. Aber als die Kämpferin am Ende des Royal Rumbles 2018 urplötzlich da war und auf das WrestleMania-Logo zeigte, hatte das schon Wirkung. Der Moment an sich war nicht übel, mir gefiel auch die kleine Hommage an Rowdy Roddy Piper. Ich wollte der Kämpferin eine Chance geben. Das hielt nicht lange.

Denn was Rousey in ihren bisherigen Segmenten bei RAW und WWE Elimination Chamber zeigte, war an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Reinste, unfreiwillige Schmierenkomödie auf RTL2-Niveau. Rousey, die Laiendarstellerin, hat zeitweise Probleme, einen Satz geradeaus zu sprechen. Und dann ständig dieser unfassbar künstlich-grimmige, verkniffene Gesichtsausdruck! Sie hat doch Medienerfahrung, oder? Hat keiner mit ihr geübt? Das geht leider gar nicht!

Besonders Stephanie McMahon gibt sich ja Mühe, Rousey „over“ zu bringen. Aber so schlecht, wie die Promos zeitgleich geschrieben sind, hilft das wenig. Die Dialoge stecken voller Fehler und Fragezeichen, als ob sie Grundschüler geschrieben hätten. Zum Beispiel Kurt Angle, der Triple H und Stephanie McMahon erst anschwärzt und Rousey gegen sie aufbringt, ein paar Wochen später aber behauptet, gelogen zu haben. Hat das einer verstanden? Aufgelöst wurde es nicht, Rousey hat das kein Stück interessiert. Und überhaupt: Wieso sind Angle und Rousey so unerschütterlich vertraut?

Und was sollte der plötzliche Faustschlag von Triple H in Angles Gesicht, kurz nachdem sich Stephanie McMahon bei Rousey entschuldigt hat und sich die Wogen gerade geglättet hatten? Klar, so erklärt die WWE, warum sich Angle selbst ins Match bookt. Aber was war der logische Gedanke hinter diesem Ablauf? Das ist alles so sehr an den Haaren herbei gezogen. Also noch mehr als sonst im Wrestling. Und damit will man die Main-Stream-Öffentlichkeit überzeugen? Es ist zum Fremdschämen.

Schlechtes Timing und unsaubere Moves

Oder noch so ein unrühmlicher Tiefpunkt vergangene Woche bei RAW: Stephanie McMahon fordert Ronda Rousey auf, ihre Gegnerin für WrestleMania zu benennen, bittet sogar noch um eine Drumroll, um die Spannung zu erhöhen. Und genau dann, als die Drumroll gerade einsetzt, piepst Rousey ein mildes „You“ ins Mikrofon. Schlechter kann man das nicht timen, weniger Intensität kann man da gar nicht reinlegen. Ein einmaliger Moment – versaut. Rousey, der Sportlerin, fehlt einfach der Sinn für diese Inszenierungen.

Und zum Abschluss des Segments verpasste Rousey McMahon einen Samon Drop. Meine Güte! Das ist ein Standard-Move, der sah aber so unsauber aus, dass sich bei Twitter zum Beispiel ECW-Legende Tommy Dreamer, selbst ja nun auch nicht der größte Techniker vor dem Herrn, sorgenvoll zu Wort meldete. Ganz im Ernst: Das kann ja heiter werden bei WrestleMania! Wäre Kurt Angle nicht dabei – von dem ich gerne mehr sehen würde, um zu erfahren, was er noch drauf hat –, würde ich als Zuschauer das Match bei WrestleMania und alle Segmente dieser Story bis dahin wohl komplett überspringen.

Es ist, als hätte man einer Frau ohne Führerschein die Schlüssel für einen Ferrari in die Hand gedrückt und gesagt: Fahr mal. Immerhin ist die WWE jetzt erstmal auf die Bremse getreten. Wenn sie Ronda Rousey aber nicht schleunigst lenken hilft, fährt sie trotzdem voll gegen die Wand.

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Letzte Änderung am Sonntag, 18 März 2018 20:55

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