Die irren Fehden der WWE - #1: Um Himmels Willen

  • 13 September, 2017
  • geschrieben von  Thomas Janetzko
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In den vergangenen Jahren gab es schon einige Fehden in der WWE, bei denen man sich fragte, wie die Storywriter auf die Ideen gekommen sind. Ein aktuelles Beispiel ist die aktuelle Geschichte um Dolph Ziggler, der bei der letzten Smackdown-Ausgabe unter anderem als Naomi verkleidet die Halle betreten hat. Manchmal denkt man, schlimmer geht’s nimmer. Nun… die folgende Geschichte dürfte Euch eines Besseren belehren – und ist ein Vorgeschmack auf die kommenden Folgen.

Wie wir alle wissen, spielt die Familie McMahon um das Oberhaupt Vince gerne mal eine tragende Rolle in den Shows und in diversen Storylines. Dies ist manchmal sehr positiv – siehe die Attitude Ära und die lange Fehde mit Stone Cold Steve Austin, und manchmal auch negativ. Es soll ja auch immer ein zumindest ansatzweise würdiger Kontrahent sein, der sich mit McMahon messen darf / muss. Nun – da machte es im Jahr 2006 Sinn, nachdem es bei WrestleMania eine Niederlage für den Chairman gegen das Heartbreak Kid Shawn Michaels gegeben hatte, die die Schuld an dieser Niederlage jemandem zu geben, der – von allen anderen glaube ich unbemerkt – Shawn Michaels hier zu diesem aus Sicht von McMahon unfairen Sieg verholfen habe.

WWE Backlash 2006: „Gott“ bekommt einen Entrance

McMahon stellte fest, dass es ein Handicap Match gewesen sei, da Gott an der Seite von Michaels gestanden habe. Nun, viele würden sagen: okay, HBK ist ein gläubiger Mensch, und als solcher ist Gott immer an seiner Seite, was soll's? Nun, hierbei wurde es leider nicht belassen. In Folge dieser Erkenntnis mischte sich Shane O´Mac, seines Zeichens Gottes Sohn, ähm…. Entschuldigung… der Sohn des Chairman, ein. Es gab unter anderem einen der typischen Beatdowns für HBK durch Shane, wie sie von der Familie McMahon bis heute gerne mal praktiziert werden, und für den kommenden PPV, Backlash, wurde ein Tag Team Match angesetzt: Vince & Shane gegen HBK & Gott.

Sofern Ihr Euch gerade fragt ob ich die falschen Pillen genommen habe – nein, das wurde tatsächlich genauso angesetzt. Noch vor dem PPV gründete McMahon die Religion „McMahonism“, ging über Wasser, teilte Brot und Fisch und vermehrte dies – leider ist nicht überliefert, wie die Reaktionen der Kirche zu dieser Thematik ausgefallen sind, andererseits haben die Vertreter dieses Millieus wohl andere Sorgen und Themen als die WWE. Der Höhepunkt war dann der PPV selbst, bei dem „Gott“ vermeintlich in der Arena zugegen war – inklusive Entrance im Scheinwerferkegel mit inklusive Einlaufmusik –, und einem „Gott“ provozierenden Vince McMahon am Mikrofon.

Das Match selbst – ein No Holds Barred Match – ist schnell erzählt: HBK vermöbelt die McMahons, diese kommen zurück, vermöbeln wiederum Shawn Michaels, infolgedessen verlässt „Gott“ seinen Tag-Team-Partner mitten im Match, Michaels schafft das Comeback, und als er das Match mit einem Sprung von der Leiter gegen zwei auf Tischen liegende McMahons beenden will, greift das Cheerleader-Kommando Spirit Squad ein und verpasst HBK eine Abreibung.

HBK verliert, wird von Vince gepinnt. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass die Fehde – allerdings ohne weitere Eingriffe von oben – noch etwa ein halbes Jahr weitergehen sollte, in dem die Degeneration X wiederbelebt wurde und Triple H und HBK sich messen würden mit den McMahons und der Spirit Squad. Das Cheerleader-Quintett sollte schon bald in Vergessenheit geraten - bis auf einen, der damals Nicky war, heute Dolph Ziggler heißt und immer noch in einigen der dämlichsten Storys sein Talent verschwendet.

In der nächsten Folge erzähle ich Euch vom Zank zweiter Stars um ein Kind - und wie man Sorgerechtsstreitigkeiten in der WWE so löst.

Letzte Änderung am Montag, 25 September 2017 12:16

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