Bayley vs. Sasha Banks - Sind wir wieder cool? Austin sagt ja!

  • 07 Oktober, 2015
  • geschrieben von 
  • Gelesen 1195 mal
  • Artikel bewerten
    (0 Stimmen)

Kann sich noch jemand an Zeiten erinnern, in denen es nicht peinlich war, Wrestlingfan zu sein? Als Wrestling noch cool war? Nein? Ist ja auch schon ein bisschen her. Aber aktuell gibt es tatsächlich wieder Dinge, auf die man zeigen und voller Stolz sagen kann: Ja, ich schau mir das gerne an.

Dabei ist es doch gar nicht so schwer. Jim Ross hat es einmal wunderbar auf den Punkt gebracht: Firmen zahlen Millionen von Dollar, um herauzufinden, was ihre Kunden wollen. Der Wrestlingfan zahlt und tut lautstark seine Meinung kund. Als Company musst du nur hinhören.

Dass nun ausgerechnet WWE für diese Revolution verantwortlich ist, ist ein wenig so, als würde Markus Söder für einen Umschwung in der bayerischen Politik sorgen, aber naja, wenn die Konkurrenz sich die Ohren zuhält, wird es schwer fallen, den Fan zu hören.

"I always wanted to be in the WWE, but I wanted to be a wrestler." - Sasha Banks

Die Matches, die mich in den letzten 10 Jahren emotional am meisten mitgenommen haben, waren die Aufeinandertreffen zwischen Bobby Roode und Austin Aries um den TNA World Championship. Aries als der ultimative Underdog, dem man einen World Title so sehr wünschte und auf der anderen Seite Roode, den man als "smarter" Fan zwar mochte, der aber in den entscheidenden Momenten so mies und ekelhaft in der Rolle der Heels aufging, dass man ihm die Niederlage gewünscht hat - inklusive Hämorrhoiden, wenn er am nächsten Morgen aufwacht.

Sasha & Bayley erinnern mich wieder an dieses Gefühl. Mitfiebern mit dem Babyface. Dieser Moment, wenn du im Match versinkst. Verzweiflung, Erleichterungsschreie und Haareraufen bei jedem False Finish. Die beiden gehen derart in ihrer Rolle auf, dass dem Zuschauer quasi keine Wahl bleibt, ob er da nun glaubt, was er sieht.

Ganz ehrlich: Ich mochte die Gruppenumarmung bei Takeover: Brooklyn nicht. Sasha, die auf Bayley zugeht, war mir dann doch ein bisschen zu viel. Aber diese anschließende Promo! Fuck! Sasha ist das Sprachrohr dieser Divas Revolution, niemand toppt die Frau am Mikrofon! So herablassend, so ekelhaft, so hassenswert. Ich habe gebetet, dass sie am nächsten Morgen mit Hämorrhoiden aufwacht.

Bayley als Gegenstück macht das ganze komplett. Wenn man ein wenig auf die Feinheiten achtet: Bayley hat die Körpersprache einer Introvertierten - und zwar in Reinkultur. Habe ich so im Wrestling noch nicht gesehen und bislang auch nicht für möglich gehalten, dass das fuktioniert. Aber in dem Verbindung mit dieser speziellen Rolle passt das einfach wunderbar ins Gesamtbild.

Wie krass Banks und Bayley fesseln merkt man, wie so oft, an den kleinen Dingen: Stone Cold Steve Austin reviewt in seinem Podacast gerne mal PPVs. Schaut aber aus Zeitmangel kaum RAWs an (wer kann es ihm verübeln?) und muss sich von seinen Gästen erst einmal die Storylines erklären lassen. Von Wade Keller wurde ihm während einer solchen Review das Brooklyn-Match der beiden empfohlen.

Die Woche darauf hat er nicht nur ausführliichst von dem Match geschwärmt, sondern wusste sogar, wie Bayley zu ihrem Titelmatch gekommen ist. Vielleicht ja ein kleines Indiz dafür, dass NXT nicht nur Wrestlingfans begeistern, sondern eventuell auch neue Fans anlocken kann.

... und für alle, die genauso heiß wie ich auf Takeover: Respect sind, hier nochmal das Hypevideo der beiden:

Letzte Änderung am Mittwoch, 07 Oktober 2015 20:14

Kalender

« Januar 2021 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31