Schwartz, ungesüßt... #4 - Hell in a Cell Matches (Teil 1)

  • 03 September, 2012
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Dieses Mal verschlägt es uns ins Jahr 1997, mitten hinein in die von älteren Wrestling-Fans so geliebte Attitude Era. Genauer gesagt begeben wir uns ins Land der Legastheniker, die den PPV-Namen „In your House: Badd Blood“ irgendwie falsch geschrieben hatten. Doppel-d war damals eben schon sehr wichtig für die Verantwortlichen von WWE. Unser exaktes Ziel ist der 7. September 1997 und zwar das Kiel Center in St. Louis, Missouri. Wrestling-Kenner - oder diejenigen, die die Überschrift gelesen haben - wissen es schon: Heute befasse ich mich mit dem Debüt von Hell in a Cell, das für viele heute noch als bestes seiner Art gilt.schwartzartikellogo

schwartzartikellogoIn einer Wrestling-Ära, in der Gimmick-Matches durch eine regelrechte Inflation keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken, sehnt sich der langjährige Fan in die Zeiten zurück, als die ganz spezielle Art des Kampfes auch wirklich noch etwas Besonderes war. Ich lade euch, liebe Leserinnen und Leser, in der Neuauflage von "Schwartz, ungesüßt..." ein, mit mir auf eine Reise zu gehen. Auf einen Trip zurück in die Jahre, in denen Gimmick-Matches noch nicht zeitlich auf einen x-beliebigen PPV fixiert waren  - als diese Fights nicht nur auf dem Papier etwas  Außergewöhnliches waren und man große Augen bekam, als sie angekündigt wurden.

Dieses Mal verschlägt es uns ins Jahr 1997, mitten hinein in die von älteren Wrestling-Fans so geliebte Attitude Era. Genauer gesagt begeben wir uns ins Land der Legastheniker, die den PPV-Namen „In your House: Badd Blood“ irgendwie falsch geschrieben hatten. Doppel-d war damals eben schon sehr wichtig für die Verantwortlichen von WWE. Unser exaktes Ziel ist der 7. September 1997 und zwar das Kiel Center in St. Louis, Missouri. Wrestling-Kenner - oder diejenigen, die die Überschrift gelesen haben - wissen es schon: Heute befasse ich mich mit dem Debüt von Hell in a Cell, das für viele heute noch als bestes seiner Art gilt.


Die Geschichte:

Bei WrestleMania XIII hatte sich Fan-Liebling The Undertaker mit einem Sieg über Psycho Sid erst zum zweiten Mal in seiner Karriere den WWE World Title gesichert. Shawn Michaels nahm sich zu diesem Zeitpunkt eine Auszeit, weil er laut eigener Aussage sein Lächeln verloren hatte. Eigentlich machte er aber nur Backstage-Politik, da er damals nicht von Bret Hart im Ring besiegt werden wollte, dem er ein Jahr zuvor bei WrestleMania XII im legendären Iron Man Match den WWE Championship abgenommen hatte. Eben jener Bret Hart turnte im I Quit Match gegen Stone Cold Steve Austin bei der 13. Ausgabe des größten Events im Sports Entertainment endgültig zum Heel und entwickelte sich – unterstützt von der Hart Foundation um seinen Bruder Owen sowie seine Schwager British Bulldog und  Jim „The Anvil“ Neidhart – langsam zum No.1 Contender.

Seinen Titleshot bekam er schließlich beim SummerSlam gegen den immer noch amtierenden Champion Undertaker. Kurz zuvor hatte sich auch Shawn Michaels dazu entschieden, wieder zurückzukehren. Offenbar hatte er ganz tief in der Unterwäsche-Schublade gewühlt und dort das verloren geglaubte Lächeln wieder gefunden, was er bei einem fast nackten Fotoshooting für Playgirl auch nachhaltig unter Beweis stellte. Jedenfalls wurde der Publikumsliebling bei seinem Comeback nicht aktiv kämpfend eingesetzt, sondern als Special Referee im World Title Match. Die Intention war, dass ein Wrestler für Recht und Ordnung sorgen soll und eine eventuell eingreifende Hart Foundation in Schach halten kann. Damit der Heartbreak Kid das Match seines damaligen Erzfeindes Bret Hart auch fair leitet, wurde bestimmt, dass er nie wieder in den USA antreten darf, sollte er die Excellence of Execution benachteiligen. Genau das hatte der Kanadier Hart nämlich für den Fall versprochen, dass er beim SummerSlam nicht Champion werden würde. Es gab sie also auch schon vor 15 Jahren, diese depperten Zusatz-Stipulations, bei denen man von Anfang an wusste, wer gewinnen würde. Das Match nahm seinen Lauf und lange Zeit machte HBK seinen Job auch ordentlich. Neben dem Abwürgen von Outside Interference entdeckte er auch, dass der Herausforderer während einer Ablenkung illegal einen Stuhl eingesetzt haben muss. Er stellte ihn zur Rede, aber Hart spuckte ihm nur provokant ins Gesicht. Daraufhin holte Michaels selbst zum Stuhlschlag aus, aber weil sich Bret duckte, traf er den Undertaker. Das Cover, das der Special Referee widerwillig durchzählte, war nur noch Formsache und der Deadman war dank Shawn seinen Titel los.


Bei RAW sollte sich Michaels für seine Aktion rechtfertigen. Interviewer Vince McMahon, der damals noch normal laufen konnte, unterstellte ihm sogar, das alles absichtlich getan zu haben. Der Heartbreak Kid erwiderte, dass Vince und die Zuschauer einfach nur dumm seien, weil sie über so einen Mist spekulieren. Dieser Bruch mit den Fans war der Anfang von Shawns Heelturn. Die Fans reagierten mit „Shawn is gay“-Rufen, ganz einfach, weil Playgirl damals zu 50 Prozent auch von Schwulen genutzt wurde. „Gelesen“ will ich hier nicht unbedingt sagen. Michaels reagierte auf die Chants mit der Aussage: „Fragt doch mal eure Schwestern und Mütter, wie schwul ich bin.“ Achja, die Attitude Era. Heutzutage würde man für so eine spontane und herrlich fiese Antwort wohl gefeuert werden. Während HBK also sagte, die Fans können zur Hölle fahren, wollte ihn der wütende Undertaker genau dorthin befördern. Also wurde ein Match der beiden für In your House: Ground Zero festgesetzt. „In your House: Ground Zero“… findet außer mir noch jemand diesen PPV-Namen auf angsteinflößende Art prophetisch, weil WWE am 7. September 1997 vier Jahre und vier Tage zu früh dran war?! Schwartz, du bist so geschmacklos, lass die Verschwörungstheorien und widme dich lieber wieder dem Aufbau des ersten Hell in a Cell Matches.

Vor besagtem Großereignis trat Shawn Michaels am 11. August bei RAW gegen Mankind an, den er per Superkick besiegte. In dieser Show stellte er auch seinen neuen Bodyguard Rick Rude vor, da er sich immer größeren Anfeindungen ausgesetzt sah. Außerdem bekam er Unterstützung vom verhassten Triple H und Mannsweib Chyna, die damals mit Mankind fehdeten. Es war de facto die Geburt von D-Generation X, auch wenn sich die Gruppierung erst am 13. Oktober diesen Namen gab.

Bei der darauffolgenden Montagsshow gab es ein ungewöhnliches Tag Team Match. HHH und HBK taten sich erstmalig offiziell zusammen, was den Heelturn von Michaels weiter vorantrieb. Ihnen gegenüber standen der Undertaker und Mankind. Die beiden waren eigentlich Erzfeinde und hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt schon einige verbissene Schlachten geliefert. Im Laufe dieser Rivalität hatte auch Paul Bearer, der einst so treue Manager mit der Eunuchenstimme die Seiten gewechselt. Mittlerweile versuchte er aber, sich wieder dem Phenom anzuschließen und drohte diesem damit, dessen größtes Geheimnis zu verraten. Der Undertaker weigerte sich, erneut mit Bearer zu kollaborieren, also kündigte dieser an, dass er den lange verschollenen Bruder Kane in die WWE bringen würde. Der Undertaker schenkte dem aber wenig Glauben. Außerdem hatte er sowieso gerade ein anderes Problem namens Shawn Michaels. Der setzte beim angesprochenen Tag Team Match nämlich erneut einen Stahlstuhl gegen ihn ein, dieses Mal aber mit voller Absicht. Damit brachte er den Undertaker zum Bluten, was vor ihm noch niemandem gelungen war, sorgte aber auch für eine DQ-Niederlage der designierten DX. HBK war das ziemlich egal, denn er war nicht mehr nur hinter den Kulissen als degenerierter Bösewicht unterwegs, der alles dafür tun würde, an die Spitze zu kommen. Insofern entsprach der On-Screen-Charakter ziemlich gut dem wahren Michael Shawn Hickenbottom. Wie schön für die Welt, dass er einige Jahre später zu Gott gefunden und sich nicht mehr selbst wie einer aufgeführt hat.


Mit dem blutigen Stahlstuhl, den er als Trophäe behalten hatte, provozierte Michaels den Deadman in einem späteren Interview. Außerdem griff Shawn ein weiteres Mal unverhohlen an, als der Undertaker gegen Triple H antreten durfte. Es setzte einen Beatdown, an dem sich auch Rick Rude und Chyna beteiligten.

So ging es also zu In your House: Ground Zero, wo die Fronten geklärt werden sollten. Aber nix da. Shawn Michaels und der Undertaker waren so verbissen, dass sie mehrere Referees, die sie zu fairem Wrestling auffordern wollten, einfach ausknockten. Und das sogar schon vor dem Ringgong, der das Match offiziell eröffnen sollte. Weil sie auch weiterhin keine Anweisungen bei ihrer Prügelei beachteten und auch Rick Rude, Triple H sowie Chyna sich einmischten, resultierte die Angelegenheit in einem No Contest. Mehrere Kollegen versuchten daraufhin, die Streithähne zu trennen, was ihnen aber schwerlich gelang, da der Undertaker sich einfach mit einem Dive ins Getümmel stürzte. In der Attitude Era war sowas fast schon normal. Heute würde der Smart Mark, der diese Zeit in der Retrospektive so lobt, WWE verfluchen, falls er bei einem teuer erstandenen PPV ein derartiges Main-Event-Ende präsentiert bekäme.


Auf diese Weise konnte die Fehde natürlich nicht enden und es musste unbedingt einen weiteren Kampf geben. Ursprünglich sollte dieser als Steel Cage Match ausgetragen werden, aber angesichts der chaotischen Ereignisse bei In Your House: Ground Zero sahen sich die Offiziellen gezwungen, eine Struktur zu entwerfen, durch die Eingriffe auch wirklich ausgeschlossen waren: Hell in a Cell. Zudem sollte beim Debüt des Riesenkäfigs auch ermittelt werden, wer der neue No. 1 Contender für Bret Hart wird, und ihn in Montreal screwen darf.

Noch davor traf der Undertaker ein weiteres Mal bei RAW auf Triple H, was wieder in einer Disqualifikation für Hunter Hearst Helmsley resultierte. Rick Rude schlug das Phenom nämlich mit seinem Aktenkoffer nieder. Solche Dinger gab es also schon vor Money in the Bank häufiger, nur fragt man sich, warum es erlaubt war, dass Wrestler und Manager sowas mit sich rumschleppen. Das Pausenbrot wird da ja wohl kaum drin sein. Gut verpackt wurde dafür an diesem Abend der Deadman. Nur nicht in einer Vesperbüchse, sondern in einem Leichensack. Er weigerte sich aber partout, KO zu gehen und setzte sich in dem schwarzen Ganzkörperkondom in der charakteristischen Art und Weise auf. Während er HHH den Tombstone verpasste, flüchtete Kletteräffchen Shawn Michaels auf den Titan Tron.

Ausufernd, teilweise trashig und chaotisch, manchmal brutal und geschmacklos, aber immer unterhaltsam – das war sie, die Attitude Era Ende der 90er. Diese dreimonatige Fehde ist eines von vielen Beispielen dafür, warum früher einfach alles besser war. Nach dem Aufbau freute man sich richtig auf den großen Showdown und bekam dabei sogar noch etwas Neues geboten.


Das Match:

No.1 Contender for the WWE Championship
Hell in a Cell Match
Shawn Michaels vs. The Undertaker

Die Fans wurden zu Beginn noch ein wenig auf die Folter gespannt, als Sgt. Slaughter sein Doppelkinn halbherzig unter den Ring steckte und mit Taschenlampe nachschaute, ob sich niemand dort versteckt hatte. Erstaunlicherweise fand er weder Hornswoggle noch das Fegefeuer, in das der Undertaker einige Hell in a Cells später bekanntlich Edge chokeslamte. Die Kontrahenten konnten in dem 16 Fuß hohen und zwei Tonnen schweren Gebilde also im Prinzip ganz ungestört Krieg führen. Shawn Michaels, der mit Triple H (im weißen Rüschenhemd), Rick Rude (in feinem Zwirn) und Chyna (mit Hackfresse) im Schlepptau zum Ring kam, erntete gemischte Reaktionen aus dem Publikum. Frauen sahen in ihm halt immer noch den Sexyboy und kreischten. Als der Undertaker im üblichen Tempo zum Ring geschlichen war, konnte es losgehen. Der Heartbreak Kid wollte sogleich flüchten, aber die Tür war mit Kette und Vorhängeschloss verriegelt. So wurde auch dem dümmsten Zuschauer noch einmal verdeutlicht, dass es hier nicht darum geht, aus dem Käfig zu türmen, sondern dass das Maschendrahtmonstrum dafür da war, beide Kontrahenten einzuzäunen.


Also ging HBK zum Angriff über, rannte aber direkt in einen heftigen Big Boot, den er wunderbar übertrieben verkaufte. Es begann schon jetzt eine Phase, in der das Phenom from Death Valley zehn Minuten lang dominierte. Der Undertaker verpasste seinem Gegner Old School, bugsierte ihn bei einem Back Body Drop so hoch in die Luft, dass seine Beine das Käfigdach berührten und warf ihn über das oberste Seil hinweg krachend gegen den Maschendrahtzaun. Man kann sagen, der Deadman nahm seinen Gegner methodisch auseinander, so auch, als er ihn zwischen der Ecke des Käfigs und dem Ringpfosten hin und her hämmerte. Natürlich versuchte HBK sich zu wehren, aber das zeigte erst nach einer ganzen Weile Wirkung.

Dann aber war er mehrere Minuten lang der Herr im Haus. Er drückte den Undertaker mit einem Dive gegen die Käfigwand, kletterte an dieser ein Stück empor, um einen Elbow Drop zu zeigen und nutzte Stahltreppe sowie den liebgewonnenen Stuhl als Schlaginstrumente. Als Höhepunkt ließ Shawn den Undertaker mit einem heftigen Piledriver auf die Ringtreppe krachen.


Phase drei wurde mit einem Back Body Drop des Deadman eingeleitet. Er warf Michaels in hohem Bogen über das Top Rope und der landete auf einem Kameramann. HBK war darüber so wütend, dass er erst einmal ein Weilchen den ausgeknockten Unbeteiligten mit Tritten malträtierte. Die Arme dieses „Kameramanns“ waren übrigens so dick wie meine Oberschenkel, woran man merkte, dass ein unbekannter Wrestler hier die Rolle des Opfers übernahm und die ganze Szene geworkt war. Vince McMahon – damals noch als Kommentator tätig – entschuldigte sich bei der Familie des attackierten  Kameramanns. Er wollte dabei wohl besonders betroffen wirken, kam aber unfreiwillig komisch rüber. Michaels besann sich unterdessen wieder auf das Wesentliche und fertigte den Undertaker mit seinem Flying Elbow Drop und der Sweet Chin Music ab. Doof nur, dass sich sein Gegner nach dem Superkick direkt wieder aufsetzte und mit bösem Blick zum Angriff überging.

Nun war gerade die Tür der Höllenzelle geöffnet worden, um den schlimm verwundeten Kameramann versorgen zu können und Shawn nutzte das zur Flucht. Direkt hinter ihm: das Phenom. Der schmetterte HBK mit einem Catapult gegen den Maschendraht, woraufhin die rote Brühe gewaltig aus dessen Stirn lief. Natürlich blutete der Showstopper nach zwei Snake Eyes gegen den Stahl noch mehr und floh vorsorglich auf das Käfigdach. Der Undertaker ließ aber nicht locker und verfolgte ihn. Oben angekommen setzte der Hüne gnadenlos nach und bugsierte Shawn Michaels per Back Body Drop und Gorilla Press Slam zweimal auf die Decke der Konstruktion. Hier war HBK demnach auch nicht sicher, also wollte er an der anderen Seite wieder runter. Sein Rivale hielt ihn aber auf und trat ganz fies auf seine Hände. Michaels konnte sich nicht mehr festhalten und krachte in einem genialen Spot durch ein Kommentatorenpult. Während sich die Regie mit Zeitlupen fast überschlug und der Undertaker langsam hinterher kletterte, vergaß Vince McMahon ganz, sich bei der Familie des zerbrochenen Tisches zu entschuldigen.

Shawn Michaels taumelte eigentlich nur noch durch die Gegend und wurde von einem unerbittlichen Undertaker weiter malträtiert. Zurück in der Zelle gab es einen Chokeslam vom Top Rope zu bewundern. Das sieht man auch nicht alle Tage. Danach schmetterte der Deadman mit voller Wucht einen Stahlstuhl auf den Schädel vom Showstopper. Wohlgemerkt ungeschützt, was heutzutage in der WWE auch nicht mehr möglich wäre. Der Undertaker hatte nun genug Leid verbreitet und deutete den Tombstone an, doch plötzlich ging das Licht aus. Da war es nicht mehr hell in der Zell.


Orgelmusik ertönte, rote Scheinwerfer leuchteten auf und gemeinsam mit Paul Bearer marschierte langsam ein Hüne mit langen Haaren und Maske zum Ring. Vince McMahon kombinierte mit schlecht gespieltem Stottern mehrfach  „That’s gotta be Kane!“ Ja, hat er schon recht. Im Ring starrte der Undertaker ganz ungläubig in Richtung seines verschollen geglaubten Halbbruders, der ganz einfach die inzwischen wieder verschlossene Käfigtür aus den Angeln riss, damit den Referee ausknockte und sich in den Ring begabt. Dort glotzten sich die Brothers of Destruction erst einmal ein Weilchen an. Ein richtiger Gänsehautmoment, den ich immer wieder gerne sehe. Unvermittelt packte Kane den Undertaker und verpasste ihm einen Tombstone. Kane verzog sich wieder und Paul Bearer weckte den Ringrichter mit einer Flasche Wasser über den Kopf wieder auf. Vince brüllte lieber noch einmal „That’s gotta be Kane!“, statt sich höflich bei der Familie von Earl Hebner zu entschuldigen. Dieser robbte nun zurück in den Ring, während sich auch Shawn Michaels langsam wieder aus einer großen Blutlache aufrappelte. Der Heartbreak Kid schaffte es gerade noch so, sich zum Deadman zu schleppen und einen Arm über dessen Brust zu legen. 1, 2 und 3, das erste Hell in a Cell Mach war entschieden.

Ein Wahnsinns-Fight ging also zu Ende. Damals war das wirklich die Hölle in einer Zelle. In diesen Zeiten wussten die Booker einfach noch, wie man eine gescheite Story erzählt. Das Match hatte schon vom Verlauf her eine überzeugende Geschichte und mit dem genialen Finish setzte man noch ein Tüpfelchen auf das i. Das Debüt von Kane hat damals wohl niemand in dieser Form erwartet, und selbst wenn man das Match rückblickend noch einmal ohne die Überraschung unter die Lupe nimmt, ist das alles perfekt inszeniert. Paul Bearer triumphierte fies grinsend bei seinem Abgang, der Undertaker blieb regungslos im Ring liegen und Shawn Michaels musste von seinen Kumpanen gestützt werden, um sich überhaupt noch bewegen zu können. Übrigens hatte Triple H zu diesem Zeitpunkt sein weißes Rüschenhemd ausgezogen, das er beim Einmarsch noch trug. Blutflecken gehen halt schwer aus der Wäsche raus.


And the Winner is...

"Holy Shit"-Award:

  • Ein wie verrückt blutender Shawn Michaels kracht aus halber Höhe des Käfigs durch ein Kommentatorenpult.
  • Kane feiert sein Debüt, reißt die Käfigtür aus den Angeln und zerstört den Undertaker mit dessen eigenem Finishing Move.

"What the fuck?!"-Award:

  • Vince McMahon entschuldigt sich bei der Familie eines Kameramannes, der als Unbeteiligter zum Opfer von Shawn Michaels' Wut wird.

 

Ausgabe vier von "Schwartz, ungesüßt..." ist damit auch Geschichte. Ich hoffe, das Lesen hat euch ein bisschen Spaß bereitet. Über Feedback an meine Email-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder in unserem wunderbaren Forum würde ich mich sehr freuen. Wir sehen uns dann bei der nächsten Ausgabe dieser Kolumne.

PS: Ich möchte mich hiermit offiziell bei den Familien von all denjenigen entschuldigen, die ich mit meinem Geschreibsel in irgendeiner Form verunglimpft habe.

Letzte Änderung am Donnerstag, 20 Juni 2013 09:13

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