CM Punk: Real oder Fake? So echt war die „Pipe Bomb“-Promo bei WWE 2011 Empfehlung

  • 22 Oktober, 2021
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Es dauerte nur wenige Sekunden, wenige Sätze, und CM Punk hatte wie aus dem Nichts einen Moment für die Ewigkeit geschaffen. Bei Monday Night RAW am 27. Juni 2011 zündete der damalige WWE-Superstar seine „Pipe Bomb“, jene beispiellose Promo, die die Wrestling-Welt erschütterte. Es war eine Brandrede, eine Abrechnung voller Tabubrüche – live im TV. Bis heute fragen sich viele Fans: Fake oder real? Oder in Wrestling-Sprache: Work oder Shoot? Jetzt hat CM Punk deutlich wie nie die Antwort darauf gegeben.

„Alles war real“, sagt der 42-Jährige im Interview bei „Heelturn“, dem Wrestling-Podcast von „Sport1“, und erklärt, wie er im strikt durchgeplanten TV-Programm des Sports-Entertainment-Giganten diesen Redebeitrag durchsetzte: indem er WWE-Boss Vince McMahon belog. „Ich musste einen Entwurf für Vince schreiben – und ich habe nichts von dem gesagt, was in diesem Entwurf stand.“ CM Punks Grundsatz: Lieber hinterher um Vergebung bitten als vorher um Erlaubnis fragen.

CM Punk und die „Pipe Bomb“-Promo: Falsches Skript für WWE-Boss Vince McMahon

„Ich hätte Vince nicht sagen können, dass ich Brock Lesnar und Paul Heyman erwähnen würde, die damals unerwünschte Personen bei WWE waren. Vince hätte auch gesagt: ‚Erwähne nicht New Japan – und was zur Hölle ist Ring of Honor?‘“ So berichtet es CM Punk, der aus Frust über seinen Status mutmaßlich schon 2011 die Promotion verlassen wollte, schließlich Anfang 2014 Hals über Kopf alle Zelte abbrach und dem Wrestling als Ganzes für sieben Jahre den Rücken kehrte, ehe er 2021 beim neuen WWE-Konkurrenten All Elite Wrestling (AEW) unterschrieb und ein Sensations-Comeback feierte.

An jenem 27. Juni 2011 sagte CM Punk also einfach ganz viele der Dinge, die ihn störten. Dass er die Idee hasse, dass John Cena der Beste sei. Dass er trotz Top-Leistung nicht vorankomme. Dass The Rock ihm den Platz im Main Event von WrestleMania geklaut habe. Dass sich Vince McMahon nur mit Arschkriechern umgebe. Und dass sich die Firma nicht einmal nach McMahons Tod bessern würde, weil dessen idiotische Familie um Stephanie McMahon und Triple H den Laden dann übernehme.

„Pipe Bomb“: CM Punk „wollte Kunstwerk schaffen“ – Vince McMahon war „nicht böse“

Rumms! CM Punk überschritt eine rote Linie nach der anderen, und obwohl er ganz offensichtlich auch seiner Heel-Rolle gerecht werden wollte und die eine oder andere Fan-Beleidigung unterbrachte, traf er bei unzähligen Zuschauern einen Nerv. Kayfabe? Gibt Wichtigeres! Punk sprach den Fans aus der Seele, die sich schon lange Veränderungen bei der WWE wünschten, setzte sich quasi an die Spitze einer Anti-Same-Old-Shit-Bewegung. Das war großes Kino, intensiv, klug, bedeutsam. Bis heute bleiben viele der Inhalte aktuell, CM Punk und die „Pipe Bomb“-Promo haben aber längst Kultstatus erreicht.

„Ich wollte eine Art von Kunstwerk schaffen, für das ich all das sagen musste, darum habe ich es getan“, sagt der Wrestling-Superstar. „Also habe ich ihm [McMahon, Anm. d. Red.] einen falschen Entwurf gegeben und absegnen lassen, habe ‚Ja, okay‘ gesagt, als er noch vorgeschlagen hat, dass ich mich noch über seine Tochter Stephanie lustig machen sollte – und hab dann was anderes gemacht.“ Mit Konsequenzen vom Boss? Offenbar weniger. „Weil das, was ich gemacht habe, gut war, war er nicht böse“, behauptet Punk. Tatsächlich hatte er für mächtig Aufsehen gesorgt – und das ist im Wrestling schließlich so etwas wie eine Währung. Bei WWE Money in the Bank 2011 drei Wochen später wurde CM Punk erstmals zum WWE Champion gekrönt.

Letzte Änderung am Freitag, 22 Oktober 2021 12:27

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