Wrestling-Skandal in England: Referee beendet Karriere nach Shoot-Attacke

  • 08 September, 2019
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Das ist ein Wrestling-Skandal: Der englische Ringrichter Aaren Wilde wird nach einem Match ungeplant von den Wrestlern Sha Samuels und Josh Bodom attackiert und verletzt. Der Referee muss seine Karriere beenden, die Promotion Revolution Pro (RevPro) greift durch.

Dass ein Ringrichter während eines Matches oder danach von einem Wrestler attackiert wird, kommt immer mal wieder vor, das gehört zur Show, das gehört zu den Storys. Doch niemals passiert das ohne Plan. Für Referee Aaren Wilde muss das, was ihm am vorvergangenen Samstag widerfahren ist, daher wie die Hölle auf Erden vorgekommen sein.

„Ich bin immer noch geschockt, verärgert und fassungslos“, schreibt Wilde gut eine Woche nach den Ereignissen in einem Statement auf Twitter und erklärt: „Ich bin aufgrund medizinischer Einschränkungen auf unbestimmte Zeit außer Stande, Ringrichter zu sein.“ Unterm Strich heißt das: Karriereende! Und zwar, weil er schlicht und einfach vor Publikum und laufenden Kameras verprügelt wurde.

Shoot-Angriff auf Aaren Wilde: Wrestler verprügeln Ringrichter

Was war geschehen? Beim Event Summer Sizzler 2019 der britischen Wrestling-Promotion RevPro fand das Tag Team Match zwischen Sha Samuels und Josh Bodom auf der einen sowie Aussie Open (Mark Davis & Kyle Fletcher) ein verfrühtes Ende. Weil es ein Wrestler offenbar verpasste, bei einem Cover rechtzeitig die Schulter zu heben, zählte der Referee bis drei durch. Ein klarer Fehler im geplanten Ablauf.

Aussie Open waren zwar ohnehin als Sieger vorgesehen, das Match endete allerdings geschätzt fünf Minuten eher als gewollt. Die Verlierer Samuels und Bodom waren damit offenbar mehr als unglücklich und entschieden sich eigenhändig, vom Skript abzuweichen. Aus einem Work wurde ein Shoot – und für den Referee wurde es dann ziemlich ungemütlich.

Nach Attacke auf Referee: RevPro schmeißt Josh Bodom raus

Samuels slammte Wilde zu Boden, Bodom verpasste ihm dann außerhalb des Rings Faustschläge und einen Kniestoß gegen den Kopf. Die Folge: Wilde zog sich an Nacken und Schultern ernsthafte Verletzungen zu – und hängt sein Referee-Shirt mit sofortiger Wirkung an den Nagel. Auch seine Arbeit als Fußball-Schiedsrichter, laut eigener Aussage seine Haupt-Einnahmequelle, müsse er nun ruhen lassen.

Für die Wrestler hat das jetzt ernste Konsequenzen: RevPro entzieht dem Duo nicht nur die Undisputed British Tag Team Championships, sondern setzt Josh Bodom mit sofortiger Wirkung vor die Tür. „Leider passen Bodoms Handlungen nicht zu seinen Erinnerungen an die Ereignisse“, teilte RevPro mit. „Seine Handlungen können und werden wir nicht tolerieren.“

Reumütiger Sha Samuels darf nach Angriff auf Referee bei RevPro bleiben

Sha Samuels muss sich derweil einem internen Disziplinarverfahren stellen, darf aber erst mal bleiben. Die Promotion verurteilte die Handlungen des Wrestlers als „fürchterliche Fehleinschätzung“, ist aber ausreichend überzeugt, dass Samuels versucht habe, den Referee bei seinem Bodyslam so gut wie möglich zu schützen. Das hätten Gespräche und die Sichtung des Videomaterials ergeben.

Samuels, der nun ebenfalls um seinen Ruf als Wrestler bangen muss, zeigte sich reumütig. „Ich kann mich nur entschuldigen für das, was passiert ist“, schrieb der 34-Jährige auf Twitter. Er sei im Eifer des Gefechts „nur um die Seriosität des Matches besorgt“ gewesen und habe versucht, mit der Attacke auf den Referee den Fehler am Ende des Matches zu kaschieren. Samuels wollte quasi einen Angle daraus machen und so tun, als wäre sein Team beim Count vom Ringrichter betrogen worden.

RevPro bietet Aaren Wilde anderen Job an

„Ich habe wirklich geglaubt, dass ich nichts falsch gemacht habe, aber jetzt wurden mir die Augen geöffnet“, sagte Samuels. Egal, wie sicher man im Ring sei, dürfe man nicht spontan gegenüber einem Nicht-Wrestler aus der Crew handgreiflich werden. Samuels betonte allerdings: „Ich würde niemals jemanden im Arbeitsumfeld in Gefahr bringen.“

Für Aaren Wilde dürfte das nur ein schwacher Trost sein. „Ich habe es geliebt, als Referee zu performen, jetzt bin ich aber auf absehbare Zeit nicht mehr in der Lage das zu tun“, schreibt er. RevPro entschuldigte bei seinem Mitarbeiter und bot ihm, sofern er nicht in den Ring zurückkehren könne oder wolle, einen Job „in anderen Bereichen des Business“ an. RevPro kündigte außerdem an, ein System etablieren zu wollen, in denen interne Vorfälle besser aufgearbeitet werden können.

 

Letzte Änderung am Montag, 09 September 2019 11:09

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