Gier schlägt Bier: Bobby Roode wird TNA World Heavyweight Champion

  • 03 November, 2016
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Gutes Wrestling kann so einfach sein. Man nehme zwei Freunde, finde einen Aufhänger, und lasse sie zu Feinden werden. Fertig ist die ideale Fehde. Zumindest in der Theorie. Wenn man dann in der Praxis auch noch zwei begnadete Wrestler findet, die reden können, wrestlen können und es schaffen, eine emotionale Bindung zum Publikum aufzubauen, kann nicht mehr viel schiefgehen.

Ein Beispiel dafür ist die Fehde von Bobby Roode und James Storm bei TNA. Heute vor fünf Jahren, am 3. November 2011, wurde Roode TNA World Heavyweight Champion und begann seine erbitterte Rivalität mit Ex-Tag-Team-Partner James Storm. Es war eine Geschichte, die so lange darauf gewartet hatte, endlich erzählt zu werden.

Roode und Storm waren Gründungsmitglieder TNAs, gehörten lange Jahre zum Inventar der Tag-Team-Szene, brachen gemeinsam als Beer Money Inc. über Jahre Tag-Team-Rekorde – und schienen trotz allem Talent der Welt nie für den Main Event vorgesehen. Das änderte sich 2011. Mit einem Mal setzte TNA auf seine Urgesteine, die in der Form ihres Lebens waren.

Die Rivalität begann um Bound for Glory. Bobby Roode gewann überraschend die Bound for Glory Series und forderte TNA World Heavyweight Champion Kurt Angle um den Titel. Auf der größten TNA-Bühne des Jahres hatte Roode seine große Chance – und scheiterte. Der Lebenstraum, einmal World Champion zu werden, schien schon wieder ausgeträumt. Aber nur Tage später, in einer Folge von Impact Wrestling, entthronte plötzlich Roodes Tag-Team-Partner James Storm Kurt Angle.

Storm lebte Roodes Traum. Es fing an, gefährlich zwischen den beiden Tag-Team-Partnern zu knistern. Und die Rivalität explodierte nur zwei Impact-Episoden später – aufgezeichnet am 26. Oktober, ausgestrahlt am 3. November 2011. Roode forderte den biertrinkenden Cowboy um den World Title und ihm sollte jedes Mittel Recht sein, das zu bekommen, was er wollte: den World Title. Und so schmetterte Roode in einem symbolischen Akt Storm dessen eigene Bierflasche über den Kopf – und gewann den Titel.

Mit einem Mal war Bobby Roode Top-Heel bei TNA. Es war der Moment, in dem er sich zum It Factor of Professional Wrestling und zum Leader of the Selfish Generation machte. Für den großen Preis warf Roode die Freundschaft weg. James Storm sollte später sagen: „Ten years to build a company, four years to build a friendship, one bottle to destroy it all.“

Roode, zuvor so lange missachtet bei TNA, wurde mit diesem Title-Run der am längsten amtierende World Champion in der Geschichte von Impact Wrestling. Und James Storm? Er verlor das große, intensive und harte Match bei Lockdown vor seinem Heimatpublikum in Tennessee und sollte den Titel nie wieder in seinen Händen halten. Die Rache an Roode bekam er erst nach einem Jahr, bei Bound for Glory 2012.

Fünf Jahre sind seitdem vergangen. TNA wiederholte seine Fehler, setzte wieder auf andere Namen. Storm versackte in der Midcard, auch Roode blieb nach seinem Title-Run wieder lange außen vor. Während sich Storm gegen einen Wechsel zur WWE entschied, ist Roode dort mittlerweile angekommen. Die Männer sind 39 Jahre alt. Ob sie noch einen großen Titel halten werden, ist fraglich. Ihre größte Zeit hatten sie im Herbst 2011.

 

Letzte Änderung am Samstag, 09 September 2017 20:37

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