Hall of History: SummerSlam 2002 - The Rock vs. Brock Lesnar

  • 25 August, 2012
  • geschrieben von  Maik Hanke
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Summerslam-Special

Hallo und herzlich willkommen zur einer weiteren Ausgabe der Hall of History. Am Sonntag ist es soweit: Der WWE SummerSlam feiert im Jahr 2012 sein 25-jähriges Jubiläum. Grund genug, auf einen der großen Klassiker der SummerSlam-Geschichte zurückzublicken. Dafür reisen wir zehn Jahre in die Vergangenheit…


Undisputed WWE Championship

Brock Lesnar vs. The Rock ©

SummerSlam 2002

Das Match:

Brock Lesnar betritt als erster Teilnehmer dieses Matches zusammen mit Paul Heyman, seinem Agenten, die Halle. The Rock, der Undisputed WWE Champion, folgt. Auf der Rampe legt The Rock seinen Titel flach auf den Boden, imitiert Brock Lesnars Sprünge auf der Stelle und spurtet in den Ring, wo gleich die Fäuste fliegen. The Rock trifft Lesnar mehrfach, doch der packt einfach zu und schleudert Rocky mit einem Belly-to-Belly Suplex durch den Squared Circle. Lesnar übernimmt erst einmal die Kontrolle und hämmert The Rock zweimal ohne loszulassen mit einem Backbreaker auf sein Knie. Pinversuche reichen natürlich noch nicht zum Erfolg. Lesnar verpasst Rocky in einer Ecke vielfache Shoulder Blocks und schickt ihn mit einem Knee Strike aus dem Ring. Lesnar lenkt den Referee ab und ermöglicht Paul Heyman so einen Angriff. Lesnar verlässt ebenfalls den Ring und schickt den Brahma Bull mit einer Clothesline über eine Absperrung, auf die er ihn danach noch einmal fallen lässt und mit einer weiteren Clothesline zurück ringside befördert. Wieder im Ring setzt es einen zweiten Belly-to-Belly Suplex. The Rock versucht, sich mit Punches wieder ins Match zu bringen, nimmt dann Schwung in den Seilen, doch wird von Heyman an den Beinen gepackt und zu Fall gebracht – unbemerkt vom Ringrichter. The Next Big Thing lässt Elbow Drops folgen und zieht erneut die Aufmerksamkeit des Refs auf sich, um Heyman die Chance zu geben, The Rock zu würgen. Der Great One scheint wenig später wieder einen Ansatz für ein Comeback zu finden, doch läuft genau in einen Powerslam. Cover und Kickout. Wieder rammt Lesnar in einer Ecke seine Schulter in Rockys Bauch, einmal sogar mit Anlauf. Er versucht das ein zweites Mal, aber da weicht The Rock aus und Lesnar trifft nur den Zwischenraum der Ringseile. Rock zeigt einen Back Suplex.


Beide Kontrahenten liegen nun auf der Matte. Der Referee zählt beide an – bis sie mit einem Mal gleichzeitig via Kip-up auf die Beine springen. Rocky wieder mit harten Rechten und Clotheslines, die Lesnar nicht zu Fall bringen. Der ehemalige Ringer ermutigt den Hollywood-Schauspieler sogar, es erneut mit einer Clothesline zu versuchen. Tatsächlich schafft es Rocky beim dritten Ansatz, den Lesnar eigentlich beim Anlauf unterbinden wollte. The Rock lässt einen DDT folgen, aber ein nachfolgendes Cover reicht nicht zum Sieg. Rocky möchte den Sharpshooter ansetzen, aber Paul Heyman springt auf den Apron und wird vom WWE Champion wieder heruntergeschlagen. Rock fängt nun einen Kick Lesnars ab, bringt ihn mit einem Leg Drag auf die Matte und zieht den Sharpshooter inmitten des Rings durch. Lesnar muss eine ganze Weile in dem Griff ausharren und hebt sogar schon seine rechte Hand, bereit zum Abklopfen. Dann hüpft Heyman aber wieder auf den Apron, lenkt den Referee ab und wirft einen metallenen Klappstuhl ins Seilgeviert. Rocky löst seinen Griff und wirft Lesnars Agenten in den Ring, um ihm einen Rock Bottom zu verpassen. Dazu sollte es aber nicht kommen, da Lesnar rechtzeitig eingreift. Der spätere UFC-Kämpfer sichert sich den Stuhl und schlägt mit dessen Kante in Rockys Bauchraum. Der Ringrichter ist indes damit beschäftigt, den Ring von Paul Heyman zu befreien. Brock Lesnar greift dann feste zu und nimmt The Rock in einen Bearhug. Er unterbricht den Hold nur einmal durch einen Back Suplex. Dann ringt er mit dem Griff am Boden weiter. Rocky scheint das Bewusstsein zu verlieren, als Lesnar den Druck immer weiter verstärkt. Der Ringrichter testet, ob The Rock noch wach ist, indem er dreimal den Arm Rocks fallen lässt. Beim dritten Mal bleibt der Arm allerdings oben und The Rock versucht wieder, sich zu befreien. Mit einer Vielzahl von Hieben kommt er tatsächlich wieder los. Kurz darauf steht Paul Heyman schon wieder auf den Apron, doch dieses Mal nutzt The Rock die Gunst der Stunde und verpasst Lesnar einen Lowblow. Mit einem Mal prescht Lesnar aber wieder nach vorne, quetscht The Rock in eine Ringecke und lässt wieder harte Shoulder Tackles folgen. Bei einem Anlauf kommt Rocky ihm allerdings entgegen und fegt ihn mit einer Clothesline zu Boden. Jetzt legt der siebenfache World Champion richtig los und zwingt Lesnar mit einer Schlagserie über die Seile aus dem Ring.


Der Most Electrifying Man in Sports-Entertainment räumt ein Kommentatorenpult ab, haut Lesnar noch einmal nieder, schleudert ihn mit einem Catapult gegen einen Ringpfosten und wendet sich dann Paul Heyman zu. Er nimmt sich den früheren ECW-Boss mit auf den Tisch und slammt ihn mit einem Rock Bottom dadurch. Er rollt daraufhin Brock Lesnar zurück in den Ring und steigt selber hinterher, bereit für den Rock Bottom. Er packt zu – und zieht seinen Finisher durch. Cover: Eins, zwei, Kickout. Kaum wendet sich The Rock nach kurzer Enttäuschung wieder Lesnar zu, findet er sich selber im Ansatz zu seinem eigenen Finisher. Und auch Lesnar gelingt die Attacke. Cover – aber auch The Rock kann sich noch einmal befreien. Nach Whip und Reversal gelingt dem ehemals als Rocky Maivia bekannten Superstar ein Spinebuster. Typischerweise soll der People’s Elbow folgen. Dafür läuft er zwei Bahnen ab und wird vom wieder aufgestandenen Next Big Thing mit einer Clothesline umgesenst. Rocky taumelt in den Ansatz zum F-5. Brock schwingt Rock, doch der kommt wieder sicher zum Stehen, schlägt einige Male zu und setzt den Rock Bottom erneut an. Lesnar wehrt die Aktion aber durch einen Ellenbogenstoß ab. Rocky duckt sich unter einem Schlag Lesnars ab und versucht den Rock Bottom noch einmal. Brock Lesnar windet sich allerdings einmal um die eigene Achse, als er den Arm seines Gegners festhält. Er nutzt den Schwung und zieht The Rock auf seine Schultern in den Ansatz zum F-5 – und zieht seinen Finishing Move kraftvoll durch. Das anschließende Cover ist tatsächlich von Erfolg gekrönt. Brock Lesnar ist neuer WWE Champion.


Die Bewertung:

„Rock vs. Brock“ – das war 2002 eine der größten Attraktionen in der SummerSlam-Geschichte.  Obwohl The Rock und Brock Lesnar genau zehn Jahre später schon lange nicht mehr Bestandteil des WWE-Rosters sind, stehen sie nun dennoch – ausgerechnet im Jahr des Jubiläums – mal wieder im Rampenlicht des Wrestling-Business. The Rock gab zwar schon bei der Survivor Series 2011 sein Comeback im Ring, doch sollte bei WrestleMania XXVIII noch einmal einen großen Main Event bestreiten. Dabei siegte er gegen John Cena. Eine Großveranstaltung später hieß John Cenas Gegner Brock Lesnar – der sich seit seinem Ausscheiden aus der WWE im Jahr 2004 in der McMahon-Company gar nicht mehr blicken ließ. Nun, im Jahr 2012, steht Lesnar zum 25-jährigen Jubiläum des SummerSlams in einem großen Match gegen Triple H. Dieser Rückblick hat also in der Tat einen aktuellen Bezug.

„Rock vs. Brock“ war das Duell eines Generationenwechsels: The Rock, als ein Sinnbild der Attitude Era, trat an gegen Brock Lesnar, ein frisches Gesicht der Post Attitude Era, kurz nachdem die World Wrestling Federation (WWF) zu World Wrestling Entertainment (WWE) umbenannt wurde und somit das letzte Fünkchen der vorigen Ära ausklopfte. Dieses Match als Generationenwechsel hatte sowohl mit Blick auf The Rock als auch Brock Lesnar weiteren sinnbildlichen Gehalt: Es war Lesnars erster Titelgewinn, der The Rocks letzten Run als People’s Champion beendete. Der damals 25-jährige Lesnar wurde somit der jüngste WWE Champion in der Geschichte der Company aus Stamford. Den Rekord hält er bis zum Veröffentlichungszeitpunkt dieses Textes. Wem Lesnar diesen Rekord damals abspenstig machte? Genau – The Rock.


Brock Lesnar erhielt einen Riesenpush durch die WWE, wie ihn noch niemand vorher erhalten hat. Im Jahr 2002 kam Lesnar in die WWE, fehdete kurz und dominant gegen die etablierten Hardy Boys, gewann das prestigeträchtige King of the Ring Tournament, das schon des Öfteren als Sprungbrett für eine große Karriere diente, und bekam dadurch in der Story das WWE Title Match für den SummerSlam zugesprochen. Bevor es allerdings zum Match mit The Rock kommen sollte, durfte Lesnar schon einen anderen Megastar der Wrestling-Geschichte abfertigen – Hollywood Hulk Hogan. In einem Match siegte Lesnar nach einem F-5 durch einen Bearhug, schmetterte Hogan noch einen Metallstuhl über den Schädel und strich sich in einem martialisch anmutenden Bild Hogans Blut quer über die Brust. Wow.

Es wurde von Vince McMahon und den Offiziellen eine Menge Vertrauen in Brock Lesnar gesetzt, der dann ärgerlicherweise nur zwei Jahre später abhaute. Gewonnen hatte er schon alles. Trotzdem – ein äußerst unschönes Verhalten, das möglicherweise ein Grund sein könnte, warum heute kaum noch Wrestler ernsthaft und dauerhaft in den Main Event gepusht werden.


Beim SummerSlam 2002 durfte Brock Lesnar jedenfalls nach Hulk Hogan mit The Rock eine weitere Ikone des Business besiegen und blieb weiterhin ungeschlagen. Das war eine gute Entscheidung der WWE: Hogan und Rock brauchten die Siege nicht – sie standen kurz davor, die WWE zu verlassen. Also nutzte man ihre Namen aber noch, um einen neuen großen Star zu kreieren und over zu bringen. Die WWE war dabei sogar sehr großzügig: Während des SummerSlam-Matches kickte Lesnar nach einem Rock Bottom aus einem Cover aus, The Rock hingegen blieb nach einem F-5 Lesnars liegen (kickte aber auch nach einem Rock Bottom Lesnars aus). Das hielt den Impact Lesnars und seines Finishers aufrecht, stärkte ihn sogar, während Rocky nach dem SummerSlam eh erst mal gehen würde.

Es entstand insgesamt ein recht ansehnliches Match. Allerdings nichts allzu Besonderes, wie es hätte sein können und sollen. Man hätte noch einiges mehr herausholen können. Das Match hier hätte zum Beispiel noch länger, wettkampforientierter und intensiver sein können. Trotzdem wurde man sehr kurzweilig unterhalten. Gut waren zum Beispiel ein gleichzeitiger Kip-up der beiden Kontrahenten oder der Einsatz des Bearhugs im Match, wenn man an das Match gegen Hulk Hogan denkt. Besonders gut gefallen hat mir die schöne Schlusschoreografie, als The Rock zweimal den Rock Bottom ansetzt, Brock Lesnar sich aber dreht und The Rock zu einem herrlichen F-5 aushebt.


Paul Heyman eröffnete mit etlichen Eingriffen jedoch zu oft einen Nebenschauplatz. Damit sollte womöglich zusätzlicher Heat gezogen werden, denn Lesnar hat als (angehender) Top-Heel eigentlich zu wenig bekommen, teils sogar große Pops und Chants: Man hat gemerkt, dass Brock Lesnar und The Rock polarisiert haben. Es waren ganz offensichtlich nicht gerade wenige Smart Marks in der Halle. Die Chants waren also zwar ab und an unterschiedlich, aber sehr oft wurde Rocky als Face ganz deutlich ausgebuht und Lesnar als Heel bejubelt. Das könnte gut daran liegen, dass Rocky immer mehr Schauspieler wurde und nach dem SummerSlam erst mal wieder WWE verlassen sollte. Das war im Vorfeld schon durchgesickert. Viele Fans hatten offenbar das Gefühl, dass Rocky ihnen und dem Wrestling-Business den Rücken kehre.

Insgesamt war es ein solides Match, das auf jeden Fall den Zweck erfüllt hat, Brock Lesnar weiter zu stärken. The Rock sah zwar im Match nicht schlecht aus, trotzdem war es letztendlich ein klarer Sieg. Und das geht auch so in Ordnung, denn da The Rock die WWE verlassen würde, wurde mit Brock Lesnar ein neuer Star erschaffen und gestärkt. Ein wrestlingtechnischer Klassiker blieb allerdings weitestgehend aus. Ein paar Minuten mehr hätten dem Match sicher auch nicht geschadet, aber die war wohl auch nicht vorhanden: Kaum hatte Lesnar den Titel in den Händen und ein paar erste Jubelposen gezeigt, wurde die Übertragung beendet.

Unterm Strich: *** 1/2

Habt ihr dieses Match damals miterlebt? Was sind eure Erfahrungen und wie beurteilt ihr das Match heute, zehn Jahre später? Schreibt mir unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, hinterlasst einen Kommentar bei Facebook oder Twitter oder diskutiert in unserem Forum. Auch Anregungen, Lob und Kritik sind gerne gesehen. Wenn ihr mehr über The Rock und Brock Lesnar erfahren möchtet, klickt unsere Biografien, die hier verlinkt sind. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Bis zum nächsten Mal!

Letzte Änderung am Montag, 16 September 2013 15:30

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