Hankes Standpunkt zu WrestleMania 32: Zweimal wurde es historisch

Die Rekord-Show WrestleMania 32 ist vorbei und bestätigte den Trend der vergangenen zehn Jahre: Die Shows mit den geraden Nummer sind allesamt die besseren. WM 32 war zwar bei Weitem keine Über-Show und auch unter den besseren WrestleManias zuletzt vielleicht eine der schwächeren. Aber immerhin habe ich mich nicht andauernd geärgert. Wir hatten einige gute Matches, ein paar schöne WrestleMania Moments und zweimal haben wir sogar Historisches erlebt, über das wir womöglich in zehn Jahren noch sprechen werden. Gehen wir chronologisch durch. (Achtung, enthält Spoiler von RAW.)

Intercontinental Championship
Ladder Match
Kevin Owens vs. Sami Zayn vs. Zack Ryder vs. Stardust vs. Sin Cara vs. Dolph Ziggler vs. The Miz

Das erwartet solide bis gute Ladder Match, allerdings – erwartungsgemäß – ohne eine echte Kontur, um das Match von den anderen Ladder Matches der vergangenen Jahre abzuheben. Die Stunts waren okay, aber nicht übermäßig spektakulär oder kreativ. Gut war die Einbindung und Weiterführung der Story zwischen Kevin Owens und Sami Zayn. Kurz eingeschoben: Mann, was ich mich für Zayn gefreut habe, als der seinen WrestleMania-Entrance feierte! Zayn ist für mich das derzeit beste Babyface der ganzen WWE! Der Sieger Zack Ryder war für mich eine totale positive Überraschung. Zwar ist er seinen Titel bei RAW schon wieder los. Aber allein die Story und der Moment waren toll: Der Junge, der bei WrestleMania 10 im Publikum saß, imitierte jetzt den legendären Leitersprung von Shawn Michaels, und der Junge, der mit Razor Ramon ein Foto schoss und dessen IC Title halten durfte, hat jetzt ein Foto mit Razor gemacht und ihn seinen Titel halten lassen. Klasse!
Wertung: 7/10

Chris Jericho vs. AJ Styles

Eigentlich war ich von einem klaren Sieg von AJ Styles überzeugt. Wegen der Positionierung auf der Card und dem Video-Package, als nur Siege von AJ gezeigt wurden, wurde ich skeptisch, und während des Matches sah ich irgendwann Jericho plötzlich als Favoriten. Ein Stück weit ist es schade, dass Styles sein erstes großes Match verlieren musste, aber das schadete ihm nicht, denke ich. Gerade wenn man sieht, dass er bei RAW jetzt Number One Contender wurde. Stattdessen freue ich über einen Sieg von Jericho, der nochmal ein halbwegs großes Match auf der größten Bühne clean gewinnen durfte. Und endlich mal mit dem Codebreaker gegen einen heranfliegenden Gegner. Das Match war schon sehr gut, leider aber auch nicht der moderne Klassiker, der er hätte sein können. Jericho ist wohl tatsächlich langsam über seinen Zenit hinaus. Und Styles wirkt auf mich manchmal noch unsicher im WWE-Ring. Insgesamt ein gutes Match.
Wertung: 7,5/10

The New Day (Kofi Kingston, Big E & Xavier Woods) vs. League of Nations (Sheamus, Alberto Del Rio & Rusev, w/King Barrett)

Warum es auf ein Mal kein Handicap-Match mehr war und wieder einmal Barrett außen vor gelassen wurde, ist mir ein Rätsel. Bei RAW flog Barrett jetzt aus der League – womöglich bestätigen sich ja jetzt die WWE-Abgangs-Gerüchte vom englischen King. Der Entrance des New Day war gut und unterhaltsam, ans Match erinnere ich mich aber praktisch überhaupt nicht mehr. Ok für zwischendurch. Ohne großen Nochmal-schau-Wert. In meinen Augen hat das falsche Team gewonnen, aber naja.
Wertung: 4/10

No Holds Barred Street Fight
Dean Ambrose vs. Brock Lesnar

Es hatte seinen Grund, warum ich bei diesem Match nicht so viele Vorfreude-Punkte im PPV-Talk vergab wie meine Kollegen. Denn es wurde tatsächlich nicht das, was ich mir erhoffte. Nicht einmal das, was ich erwartete. Ambrose zeigte sich vielleicht ein Stück weit ernster als sonst, aber immer noch mit zu vielen Comedy-Elementen. Lesnar war dazu extrem faul in der Offensive, beschränkte sich nur auf seine Suplexes wie bereits in seinen letzten Matches. Dass er nicht einmal bei WrestleMania mehr zeigt, ist ungenügend. Außerdem wurde Ambrose kaum durch enge False Finishes oder besonderes Durchhaltevermögen weiter over gebracht. Mit einem Mal war einfach Schluss. Da hätte ich mir mehr erwartet. Und als No Holds Barred Match hat der Kampf sowieso versagt. Lesnar benutzte kein Waffen, und Ambrose beschränkte sich auf fast nur auf die lächerlichen Kendo-Sticks. Die Enttäuschung des Abends.
Wertung: 5/10

Women’s Championship
Charlotte vs. Sasha Banks vs. Becky Lynch

Doch schon bei WrestleMania und nicht erst den Tag drauf bei RAW: Die Diven-Division ist Geschichte, die Frauen-Division ist zurück – und besser denn je! Charlotte, Sasha Banks und Becky Lynch lieferten einen Auftritt ab, der schlicht historisch war. Durch die „Revolution“ hatte es Bedeutung, es gab ein tolles Video-Package, die Entrances und das Match waren dazu das Beste, was Frauen je bei WrestleMania bekamen und zeigten. Sasha Banks mit einem Eddie-Guerrero-Tribute-Outfit (in der Nacht von Eddies Titelgewinn gegen Lesnar entschied sie, Wrestlerin zu werden), Charlotte mit einer Robe, die aus Teilen von Ric Flairs WM-24-Retirement-Robe geschneidert wurde. Dazu das Feuerwerk und die Bilder – wow. Und das Match war ebenfalls einfach toll: ordentliche Länge, viel Fluss, viel Spannung. Und ich glaube, es geht noch mehr. Überrascht war ich, dass wir hier den vierten Heel-Sieg in Folge erlebten.
Wertung: 8/10

Hell in a Cell Match
Shane McMahon vs. The Undertaker

In etwa das, was ich erwartet habe: kein wirklich schönes Match, aber eines, das man wohl in Erinnerung behält. Dank eines weiteren todesdefinierenden Sprungs von Shane-O-Mac. Ein Match, das in die Geschichte ähnlich eingehen wird wie Undertaker vs. Mankind, das damals auch nur von seinen paar Stunts lebte. So legendär wie damals wird dieses Match hier aber gewiss nicht. Den Moment werden wir aber jetzt wohl jedes Jahr in den Hype-Videos zu sehen bekommen. Ich freue mich, dass der Undertaker gewonnen hat. Und dass es mit Shane und seiner Story doch noch irgendwie weitergeht, zeigte sich ja bei RAW.
Wertung: 7/10

The Rock Returns – John Cena Returns

Ähnlich wie im vergangenen Jahr war auch diesmal das Rock-Segment pure Zeitverschwendung. Allerdings war Bray Wyatt so viel besser als Ronda Rousey. Gebt Wyatt ein Mikrofon und ich bin glücklich. Ich hab mich gefreut, dass Rock teilweise versucht hat, Wyatt over zu bringen („Du hast die Fähigkeiten und das Charisma.“), gleichzeitig aber jede Intensität mit Idioten-Comedy zerstörte. Ehe er die Wyatt Family komplett zerstörte. Ich hab mich schon gefragt, ob Rock da etwa Ring-Stiefel trägt und sollte kurz darauf die Bestätigung kriegen. Die kurze Freude, dass wir jetzt wohl Rock vs. Bray Wyatt bekommen, verflog allerdings schnell. Der Sechs-Sekunden-Rekord-Sieg gegen Erick Rowan war mehr als bescheuert. Wer hat da was von? Die Rückkehr von John Cena war natürlich meilenweit gegen den Wind zu riechen, aber ich hatte im Vorfeld gehofft, dass sich seine Rolle auf ein Segment wie dieses beschränkt.
Wertung: 2/10

Andre the Giant Memorial Battle Royal

Ich hab während des Matches damit gerechnet, dass Mark Henry seinen Sieg vor heimischer texanischer Kulisse bekommt – falsch gedacht. Baron Corbin ist ein Sieger, den man so vorher gewiss nicht auf dem Zettel hatte. Alleine deswegen finde ich es gar nicht mal so schlecht. Zumal man so NXT auch ein Stück weit weiter etabliert. Die Einsätze von DDP, Tatanka und Shaquille O’Neal, der endlich seine Konfrontation mit Big Show bekam, fand ich in Ordnung. Insgesamt war das Match aber nicht so pralle.
Wertung: 3/10

WWE World Heavyweight Championship
Triple H vs. Roman Reigns

Werden die Entrances von Triple H eigentlich von Jahr zu Jahr bescheuerter? Naja. Das Match gehörte zu den schwächsten WrestleMania-Main-Events, an die ich mich in den vergangenen Jahren erinnern kann. Reigns‘ Ring-Schwächen wurden gnadenlos aufgezeigt. Triple H dazu mit etwas zu langen Heat-Phasen. Der finale Spear sah immerhin ganz gut aus. Was soll man sonst noch dazu sagen? Sieger und die Reaktionen darauf waren ja klar.
Wertung: 3,5/10

Letzte Änderung amDienstag, 05 April 2016 13:35
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