Summerslam Special: Eine Zusammenfassung

Am heutigen Sonntag (bzw. bei uns ist ja schon Montag) findet der Summerslam 2014 statt. Grund genug für uns gewesen, ein weiteres Special für euch auf die Bildschirme zu zaubern. Ihr habt was verpasst? Kein Problem, hier bekommt ihr nochmal alle Artikel im Überblick. 

Am Anfang der Woche beschäftigte sich Maik mit der Frage, wie rassistisch die WWE ist. Den Artikel dazu findet ihr hier. Auch in unserem Forum beschäftigten sich ein paar User mit dieser Problematik. 

Dienstag und Mittwoch stand The Shield im Fokus: 

The Way of Justice - Best of The Shield

Roman Reigns - Der neue Stern des Universe?

Wiederum einen Tag später war es Zeit für den Throwback Thursday, natürlich passend zum Summerslam. Vor 5 Jahren lieferten sich CM Punk und Jeff Hardy ein hartes TLC Match. Wer nochmal reinschauen möchte, sollte hier klicken. 

Und mit Blick auf das Wochenende und dem immer näher rückenden PPV, standen bei uns die Protagonisten des diesjährigen Main Events im Fokus. Die größte Frage ist und bleibt natürlich, wer am Sonntag mit dem Titel in der Hand den PPV beendet. Ist es John Cena oder der Herausforderer Brock Lesnar? Wenn ihr eine Meinung dazu habt, dann teilt sie uns doch hier im Forum mit. 

Cross the Line - The next best... Diva

John Cena und der Summerslam

Zum Abschluss unseres Specials gibt es natürlich auch einen PPV Talk unserer Redakteure. Wer die Meinung von Simon Weimer vermisst, sollte zusätzlich noch das passende T-Bone Topic anklicken. 

Zum Abschluss wünschen wir euch natürlich genauso viel Spaß wie uns, bei der größten Party des Sommers 2014! :)

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John Cena und der SummerSlam – 10 Jahre Main Event und wenig echte Erfolge

Beim SummerSlam 2014 wird der Main Event von John Cena und Brock Lesnar bestritten. Und auch, wenn der ein oder andere Internetfan durch das arg früh aufgetauchte PPV-Plakat, das eben diese beiden Männer zieren, sich gespoilert fühlten, ist es doch maximal ein halber Spoiler gewesen.
Denn John Cena stand bereits in den vergangenen neun Jahren im SummerSlam Main - Event. Ja - ganz genau. Die letzten neun Jahre. Nicht schlecht für jemanden, der erst seit 12 Jahren dabei ist...

Sein Debüt hatte Cena 2002 bei WWE; im ersten SummerSlam - Hauptkampf stand er 2005. Damals war sein Gegner Chris Jericho, gegen den er die WWE Championship verteidigen musste. Das Match galt als eines von drei Main Events des SummerSlam 2005, wenngleich es nur das siebte von neun Matches war.

Seither spielt John Cena beim SummerSlam eine durchaus wichtige Rolle. Insgesamt stand er fünf Mal im letzten Match des jeweilen PPVs. Zweimal lösten NACH diesen Matches allerdinge Money in the Bank – Gewinner ihre Koffer ein, so dass es nominell nur noch drei Mal sind. Nebenbei – aber das sollte man von den Hauptkämpfen eines solchen Events wohl auch erwarten – ging es in 7 der 9 Matches um einen Titel. Wobei Cena 4 Mal der verteidigende Champion und 4 Mal der Herausforderer war.

4 + 4 ist acht – ich weiß… Aber 2011 trat Cena in einem Champion vs. Champion – Match gegen CM Punk an, in dem ein Undisputed Champion gekürt werden sollte. Der übrigens nicht John Cena hieß!

Überhaupt sieht die Gewinnbilanz von John-Boy beim SummerSlam gar nicht so gut aus! In den letzten 9 Jahren konnte er lediglich drei Siege einfahren. Und zwar in seinem ersten Summer-Slam Hauptmatch gegen Chris Jericho, 2007 konnte er seinen Titel gegen Randy Orton verteidigen und mit dem Team WWE setzte er sich 2010 gegen The Nexus durch. Aber das war es dann auch. Zweimal verlor er sogar seinen Titel: 2011 wurde, wie schon erwähnt, CM Punk Undisputed Champion und letztes Jahr unterlag Cena als Champion Daniel Bryan.
Bei Titelverteidigung zu Titelverlust steht es also 50:50.

Sein Gegner Brock Lesnar darf übrigens – wenn auch in bescheidenerem Umfang – auf eine Serie von SummerSlam – Hauptmatche zurückblicken. Mit dem Unterschied, dass Lesnar seine beiden Matches 2012 & 2013 beide gewinnen durfte. Beide Male mit Paul Heyman an seiner Seite.

So stehen auf dem Papier die Chancen also gar nicht so schlecht, dass Brock Lesnar neuen Champion wird. Vorübergehend.

Denn noch etwas fällt auf: In den letzten drei Jahren wurde zwei Mal nach einem Match mit Cena-Beteiligung (und seinem Titelverlust) beim SummerSlam eingecasht – 2011 wurde zwar CM Punk Undisputed Champion, als es Cena schlug, doch gab den Titel dann auch direkt an Alberto Del Rio weiter. 2013 unterlag Cena Daniel Bryan und musste ihm den Titel abgeben, nur damit dieser ihn umgehend an Orton weiterreichen konnte.

Verliert also Cena seinen Titel und cashed dann Rollins ein und gewinnt… hieße es „My Client Brock Lesnar…“ gegen The Authority. Das wäre doch was, oder?!

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Throwback Thursday: Jeff Hardy vs. CM Punk

Heute steht der Throwback Thursday ganz im Zeichen von unserem Summerslam Special 2014! Und wohin hat es mich wieder mal verschlagen? Richtig, wie schon in meinem letzten TBT-Beitrag, bin ich im Jahre 2009 gelandet. Der Summerslam dieses Jahres stand ganz im Zeichen einer Match-Art, die genau 9 Jahre vorher, um genauer zu sein beim Summerslam 2000, ihr Debüt feierte: Tables, Ladders and Chairs - TLC! Mit dabei Jeff Hardy, der nicht nur 2000, sondern auch 2009 mit von der Partie war. Sein Gegner? Kein geringerer als CM Punk

Die Fehde der beiden lief schon ein ganzes Stück, doch kurz vor Hardys Abschied, setzten sie den absoluten Höhepunkt der "Biggest Party of the Summer". Wer kann sich denn noch an die Swanton Bomb von der extrem hohen Leiter auf den auf dem Kommentatorenpult liegenden Punk erinnern? Oder weiß noch einer, was nach dem Match passierte? Falls nicht, dann schaut es das Match einfach nochmal an und falls ihr das tut, wünsche ich euch mindestens genauso viel Spaß, wie ich dabei hatte.


WWE Summerslam 2009 CM Punk Vs Jeff Hardy TLC... von DarkHunter92

Jetzt, nachdem das Video hoffentlich von Anfang bis zum Ende gelaufen ist, noch ein kleiner "Fun-Fact" zu Jeff Hardy. Obwohl er einer der Pioniere dieser Stipulation ist, konnte "The Charismatic Enigma" bisher nur ein einziges Match dieser Art gewinnen! Und das nicht mal in der WWE, denn dort stand er immer auf der Verliererseite. Auch wenn es sicherlich nicht der Höhepunkt seiner TLC-Karriere war, konnte er seinen einzigen Sieg bei TNA gegen Chris Sabin feiern. Dort hieß es allerdings nicht TLC, sondern FMM - Full Metal Mayhem

Wie dem auch sei, Jeff Hardy wird wohl auf immer und ewig einer der Namen sein, die einem als Erstes einfallen, wenn man an diese berühmte Stipulation denkt. 

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Cross the line … The Next Best … Diva!

Wie wertvoll und bedeutend ist ein Brock Lesnar fürs Business?

Dass ich diese Zeilen hier schreibe liegt weniger an der Tatsache, dass Brock und mich eine persönliche Gemeinsamkeit verbindet, sondern vielmehr an seiner Personalie an sich, die mir über die Jahre betrachtet mehr als nur eine Grüblerfalte beschert hat. Nun aber, da sich sein rekordverdächtiger Sommer mit dem Match gegen das Aushängeschild John Cena zum inzwischen zwölften Mal jährt darf die Frage gestellt werden, was ein Brock Lesnar unter dem Strich für die WWE bedeutet. Denn eines ist sicher: er polarisiert - wenn auch nur auf den zweiten Blick.

Aber betrachten wir das Ganze doch einmal global. Nach einem Debüt einen Tag nach WrestleMania X-8 legte der Vanilla Gorilla parallel zur Brand Extinsion einen regelrechten Senkrechtstart hin, in dem er dominant wie kein Zweiter a la Bill Goldberg durch den Stamford – Kader pflügen durfte. Da er zu diesem Zeitpunkt mit dem Prestige etlicher Independent-, Highschool- und Universitäts-Wrestlingtitel seine Aufwartung gemacht hatte, butterten Vince McMahon und seine WWE – Funktionäre ordentlich Kapital in den Nachwuchsathlet. Konkret wurde Brock mit einem Zehn-Jahres-Vertrag (!) ausgestattet – ein deutliches Signal, dass man ihm vertraute. Und dies zahlte Lesnar nicht nur entsprechend zurück, sondern sich für die WWE auch aus. So durfte er sich nicht nur in die Annalen als letzter echter King oft he Ring eintragen, sondern auch gut zwei Monate später: als er The Rock im SummerSlam – Hauptkampf dessen Titelgürtel abnahm und mit 25 Jahren damals jüngster WWE – Champion aller Zeiten wurde.
Eigentlich bezeichnend, dass gerade The Great One sein Gegner war. Hatte dieser doch bei seinem Debüt eine ebensolche Karrierechance vorgesetzt bekommen, die ihm das Publikum aber nach einiger Zeit dann nicht mehr abnahm und den heutigen Filmstar bis zum Reboot als The Rock ins Abseits drückte. Etwas ähnliches befürchteten damals auch Fans und Kritiker … allerdings trat der Effekt nicht ein. Ob es an den Erfahrungen der Vergangenheit lag oder Brocks Präsenz mag heutzutage Spekulation sein. Fakt ist, dass ihm die WWE mit der Matchserie gegen den Undertaker (und dessen zweimaligem Job) ein weiteres Zugeständnis auf seinem goldenen Weg machte. Erst der Verrat seines damaligen Managers Paul Heyman beendet den Run – schon komisch: Heyman ist auch aktuell wieder an Brocks Seite und hat gemeinsam mit dem Taker auch in diesem Jahr bleibende Erinnerungen hinterlassen. Geschichte wiederholt sich halt immer …

Der Titelverlust sollte sich im Nachhinein nicht als Rückschritt entpuppen – oder eben doch, da Lesnar anschließend zwei nach vorne tat. Zunächst mit dem Rumble-Sieg und schließlich einem Titelprogramm gegen Kurt Angle, in welchem er sich im WM-Mainevent seinen Gürtel zurückholte und die technische hochwertige Fehde über das restliche Jahr erstreckte. Damit war er eigentlich am Höhepunkt seines Schaffens angelangt – allerdings bereits in jungen Lebensjahren. Lesnar hatte in seinem Greenhorn-Jahr alles abgeräumt was irgendwie ging und stand an der Spitze der Corporation. So im Nachhinein betrachtet ein zweischneidiges Schwert: der Erfolg konnte noch so groß sein – entscheidend war das Bestehen im täglichen Leben. Und dies erwies sich für Lesnar als umso schwerer. Trotz durchweg guter In-Ring-Leistungen schien er mit dem plötzlichen Erfolg und der Last der Company auf seinen Schultern nur schwer klarzukommen. Ein Phänomen ähnlich dem von Kinderstars, denen der Übergang von Limerenz- in Konsolidierungsphase nicht oder nur schwer gelang. Oder dem eines Ikarus auf dem Weg zur Sonne …
Um dieser Belastung (insbesondere dem Tourenstress) einher zu werden, versuchte Lesnar alles – bat sogar die Führung um separate Flüge im Firmenjet, welche ihrem Zugpferd diese Extrawurst auch gewährten. Doch auch dies konnte die Abwärtsspirale beim hochgelobten Future Athlete letztlich nicht aufhalten, was dann schließlich anläßlich WrestleMania XX in seinem mehr als enttäuschenden Match gegen Bill Goldberg mündete und zu einem unrühmlichen Ende führte. Kometenhafter Auf- und Abstieg innerhalb von nur zwei Jahren – das musste ihm erst einmal einer nachmachen.

Vielmehr noch bescherte ihm diese „Tellerwäscher zum Millionär und zurück“ – Story etliche nachhaltige negative Frotzeleien sowohl aus dem Fanlager als auch aus dem Entertainment selber ein. Von divenhaftem Verhalten und Rückgratlosigkeit war sinngemäß die Rede und davon, dass er sich nur die Rosinen aus dem Kuchen gepickt haben soll. Harte Worte, zumindest damals. Nimmt man aber einmal den Kontext über die gesamte Zeit bis heute, ist ein gewisses Quäntchen Wahrheit da nicht zu verleugnen. Insbesondere dann, wenn man sich anschaut, wie er seine Zeit bis zum Parttimer – Comeback illuster verbracht hat: NFL, New Japan, MMA, UFC. Während er beim Ultimate Fighting auftrumpfte, zickte er beim Football rum und schmiss bereits nach kurzer Zeit wie schon bei der WWE zuvor. Etwas dass, trotz seiner ersichtlichen Verdienste und Erfolge, seinen Leumund mit dem goldenen Schnuller nur bekräftigte. So war es denn auch wenig verwunderlich, dass er anno 2012 wieder ins Stamford’sche Geschäft zurückkehrte: zwar mit ordentlichem Fan- und Medienecho, aber ein gewisser kritischer Unterton schwang immer mit. Und der kam auch nicht von ungefähr: denn mit John Cena, Triple H und CM Punk bekam er über die vergangenen Jahre wieder hochkarätige Fehden in der Uppercard verpasst, erhielt er parallel dazu wieder vielzitierten Zucker im Anus angesichts eines begrenzen Auftrittskontingents über das Jahr verteilt. Da fragten sich viele, wie so etwas funktionieren kann, wenn doch Präsenz für die Werbetrommel einer Fehde das Salz in der Suppe ist. Die Antwort war klar: neben aufgezeichnetem Material fürs Archiv fungierten andere als Katalysator in den Auseinandersetzungen. Sei es nun Paul Heyman, der einmal mehr an die Seite seines Proteges zurückkehrte, oder eben Cesaro im entsprechenden Fahrwasser.

Die Frage bleibt: rechtfertigt dies die hohe Kaderposition? Eine eindeutige Antwort gibt es da wohl nicht, nur ein Spektrum an Meinungen. Sicher: die Programme, welche er absolvierte, waren durch die Bank weg allesamt gut und überzeugend auf ihre Weise – allen voran das hochgelobte Match gegen Punk. Auf der anderen Seite bleibt der fade Beigeschmack einer Teilzeit – Diva, für die die WWE anscheinend bereits ist / war große Opfer zu bringen. Angefangen vom Job des Undertakers und dem Ende seiner legendären Streak bis hin zum Fahrwasser-Piloten Cesaro, der nun offensichtlich für das anstehenden Programm mit Cena als Bauernopfer herhalten und seinen Push abgeben musste. Die WWE legt sich für die „Golden Mile“ eines Brock Lesnar hin. Eigentlich fast genau dieselbe Kritik wie für seinen Gegner John Cena. Wobei … der zumindest präsenter in der Company ist.

Dass derartiges Kleine Welt – Gehabe gestandene Lockerroom – Helden vor den Kopf stößt, mag auf der Hand liegen und ein möglicher Grund für Frustration im Spind – Universum sein. Auf der anderen Seite spülen On-Air-Minuten einer derartigen „Cash Cow“ dem Unternehmen neben Mainstream auch die eine oder andere satte Summe in die Kassen. Ergo: des einen Freud, des anderen Leid. Angesichts des Wahlspruchs „Best for Business“ sollte man sich selbst hinterfragen, welches Übel man persönlich eher in Kauf nehmen möchte.

Ich persönlich halte es da mit der Philosophie eines weisen alten Mannes: „Das Wohl vieler ist wichtiger als das Wohl weniger … oder eines einzelnen …“
Aber … ich bin gerne bereit, mich kommenden Sonntag vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

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Roman Reigns - der neue Stern des Universe?

Er gilt als der neue Star der WWE: Roman Reigns. Zumindest soll er das mal werden. Im Rahmen unseres SummerSlam Special werfe ich heute mal einen Blick auf den Werdegang von Roman Reigns, zeige Probleme seines aktuellen Pushs auf und gebe einen kleinen Ausblick auf die Zukunft.

Die Anoa'i-Familie - Roman Reigns hat Wrestling im Blut

Roman Reigns wurde am 25. Mai 1985 in Pensacola, Florida, als Leati Joseph Anoa'i geboren. Er ist damit ein Teil der berühmten samoanischen Anoa'i Wrestling-Familie, dessen erfolgreichstes und berühmtestes Mitglied Dwayne "The Rock" Johnson ist.

Wie auch sein berühmter Cousin, The Rock, begann Roman seine sportliche Karriere mit dem American Football. Schon in der High School machte er sich als Defensive Tackle einen Namen und wurde sogar vom Pensacola News Journal zum Defensive Player of the Year ausgezeichnet. Da sich seine endgültige Profi-Karriere aber nicht so erfolgreich entwickelt hat, hat er 2010 einen Entwicklungsvertrag bei der WWE unterschrieben und wurde zur damaligen Entwicklungsliga Florida Championship Wrestling geschickt. In seiner Zeit bei Florida Championship Wrestling konnte er sich sogar einmal gegen seine beiden späteren Weggefährten, Seth Rollins und Dean Ambrose, in einem Triple Threat durchsetzen, um Number One Contender auf die FCW Florida Heavyweight Championship zu werden. Allerdings konnte er diesen Titel nie gewinnen.

Von NXT zu RAW - Beförderung nach einem Monat

Später wurde Florida Championship Wrestling in NXT Wrestling umfunktioniert und Roman Reigns, der bis dahin unter dem Namen Roman Leakee angetreten war, debütierte am 31. Oktober 2012 bei NXT, wo er CJ Parker besiegen konnte. Keinen ganzen Monat später gab es für Roman schon die Beförderung in die Hauptshows, als er zusammen mit Dean Ambrose und Seth Rollins bei der Survivor Series am 18. November 2012 Ryback attackierte. The Shield war geboren.

Und als Teil der Hounds of Justice war Roman Reigns auch schon recht erfolgreich, auch wenn er "nur" einmal die WWE Tag Team Championships zusammen mit seinem Shield-Kollegen Seth Rollins halten konnte. Damit zieht Roman übrigens schon mit seinem Bruder gleich, denn Rosey konnte sich in seiner Zeit in der WWE auch einmal die Tag Team Championships umschnallen – im Team mit The Hurricane. Übrigens: Romans Vater, Sika, konnte sich mit Afa als The Wild Samoans sogar dreimal die Tag Team Championships umschnallen.

Doch Roman konnte auch andere Sachen als Championships gewinnen. So gewannen er und seine Partner von The Shield den Slammy Award für Breakout Star of the Year und den Slammy Award für Faction of the Year. Hinzu kommt der "What a Maneurver" of the Year Slammy Award für seinen Spear. Außerdem wurden er und Seth Rollins von der Pro Wrestling Illustrated und vom Wrestling Observer Newsletter zum Tag Team of the Year (2013) ernannt und der Wrestling Observer Newsletter hat Roman Reigns selbst auch noch mit "Most Improved" (2013) ausgezeichnet.

Survivor Series und Royal Rumble - Reigns rockt

Aber auch in großen Matches konnte Roman oft genug dicke Ausrufezeichen setzen. Noch während  seiner Zeit bei The Shield gewann er als alleiniger Überlebender seines Teams bei der Survivor Series 2013 das traditionelle Survivor Series Elimination Match und konnte dabei vier der fünf Gegner selber eliminieren. Im Royal Rumble Match 2014 brach Roman den 13 Jahre alten Rekord von Kane für die meisten Eliminierungen, indem er die Rekordzahl von elf auf zwölf erhöht hat. Nur den späteren Sieger des Royal Rumbles, Batista, konnte Roman Reigns nicht mehr eliminieren. Dazu war es Roman Reigns, der in beiden Matches gegen die Evolution den siegreichen Pinfall für sein Team, The Shield, einfahren konnte.

Und auch nun, nach dem Ende von The Shield, scheint es für Roman Reigns erfolgreich weiter zu gehen. Während seine alten Weggefährten sich beim Money in the Bank PPV nur im Money in the Bank Match befanden, stand Roman direkt im Ladder Match um die WWE World Heavyweight Championship. Einen PPV später stand Reigns erneut im Main Event des PPVs um den WWE World Heavyweight Championship, als John Cena diesen in einem Fatal Four Way Match gegen Randy Orton, Kane und eben Roman Reigns zu verteidigen hatte.

Klar, Rollins und Ambrose werden von der WWE nicht gerade schlecht eingesetzt und gerade Rollins ist mit seinem Money-in-the-Bank-Koffer jederzeit ein Titelmatch garantiert, aber ist Roman Reigns der Richtige aus dem Shield-Stable für so einen Push? Angeblich sieht die WWE in Reigns das neue zukünftige Gesicht der WWE. Kommt dieser Push vielleicht zu früh? Geht das Ganze vielleicht zu schnell?

Titelgewinn nach zwei Jahren - wie bei Cousin The Rock?

Nunja, The Rock debütierte damals bei der Survivor Series 1996 in der WWE. Fast auf den Tag zwei Jahre später konnte er sich bei der Survivor Series 1998 zum ersten Mal WWE Champion nennen. Sollte Roman Reigns nun also bei der Survivor Series in diesem Jahr WWE World Heavyweight Champion werden, hätte er wie sein berühmter Cousin nur zwei Jahre vom Debüt bis zum höchsten Championship gebraucht. Und ganz so abwägig würde ich das Ganze gerade nicht finden. Eben auch wegen der Parallele zu The Rock.

Dennoch kommt dieser Push sicherlich sehr früh, wenn man bedenkt, dass Reigns erst seit 2010 in einem Wrestling-Ring steht. Dagegen haben Ambrose und Rollins einige Jahre mehr an Erfahrung auf dem Buckel und hätten, wenn es denn nur danach gehen würde, den Push an die Spitze der WWE mehr verdient. Aber danach geht es in der WWE nicht.

Zugute halten muss man Roman ja, dass er eine Charismabombe ist und eine gewaltige Ausstrahlung hat. Dass er dann auch noch als Einziger von den Hounds of Justice noch eine Abwandlung des alten Shield-Themes hat, noch durch die Zuschauer zum Ring kommt und auch noch ein Shield-ähnliches-Outfit an hat, tut sein Übriges zu seiner Popularität. Er zeichnet immer noch das aus, was The Shield ausgemacht hat und das lieben die Zuschauer. Außerdem finde ich seine Art und Weise, wie er Promos hält, gar nicht mal so schlecht. Mich überzeugt er damit schon. Was ist also noch ausbaufähig?

Ganz klar seine Arbeit im Ring. Sicherlich ist sein Spear einer der krachensten Spears der Geschichte. Allerdings sieht man von Reigns oft nicht mehr als Superman Punch, Samoan Drop, den eingesprungenen Dropkick auf den Apron und den Spear. Und das liegt sicherlich nicht nur an Roman selbst. Die WWE scheint ihn schon jetzt in eine Rolle zu drücken, die Cena inne hat. Ein paar Moves of Doom und selten mehr auspacken. Das war's. Dabei ist Roman Reigns doch fast schon zum Scheitern verurteilt, wenn er wie Cena nur eine Handvoll Moves auspacken darf und ähnlich supermanartig gepusht wird. Cena muss sich immer anhören wie ein Superman rüberzukommen, den man nicht clean besiegen kann. Er steckt immer ein und ein und ein und am Ende zeigt er seine paar Moves und gewinnt das Match. Und zu was hat das Ganze geführt? Er ist das Top-Face der Liga, der aber von vielen nicht als solches angenommen wird.

Pushen gerne - aber nicht wie Cena

Bei Roman Reigns darf man nicht auch noch diesen Fehler machen. Man muss ihm mehr als nur seine paar Moves ausführen lassen. Gerade im Tag Team mit Seth Rollins hat Roman, meine ich, auch andere Moves gezeigt, die ich heute gar nicht mehr von ihm sehe. So hatte Reigns Daniel Bryan in einem Torture Rack, damit Rollins seinen Kniestoß an den Kopf von Bryan springen konnte, was damals zum Gewinn der Tag Team Championships geführt hat. Warum kann Reigns nicht heute auch mal einen Torture Rack einsetzen? Oder warum nicht einfach eine normale Powerbomb benutzen? Als kleine Hommage an die Triple Powerbomb aus Shield-Zeiten.

Nun trifft Roman beim Summerslam auf Randy Orton. Wieder ein großer Name, gegen den Roman Reigns in seiner immer noch jungen Karriere antreten darf. Und der Push von Reigns würde weitergehen, wenn er Orton clean besiegen dürfte. Aber wenigstens durfte Orton zuletzt auch mal wieder gefährlich wirken, indem er Reigns mit zwei RKOs – einen auf und einen durch das Pult der Kommentatoren – abgefertigt hat. Dies war nicht nur gut für Randy Orton, sondern auch für Roman Reigns, denn dieser darf einfach nicht immer wie ein Unbesiegbarer rüberkommen.

In Zukunft wird Reigns sicherlich zu einem der Aushängeschilder der WWE und ich muss sagen, dass ich mich darauf freue, da ich aktuell noch ein großer Fan von Roman bin. Er ist einfach eine coole Sau. Aber wenn er immer locker-flockig alles und jeden platt machen darf und dabei nur seine paar Moves braucht, dann könnte ihm ganz schnell das Schicksal einen John Cena ereilen, der vom Großteil des WWE Universe aufgrund der Art und Weise, wie er eingesetzt wird, fast schon gehasst wird.

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The Way of Justice – Best of The Shield

Das Corpus Delicti war ein schwarzer Metallstuhl. Den zimmerte Seth Rollins seinen Kumpanen Dean Ambrose und Roman Reigns über ihr Rückgrat und brach ihrer gemeinsamen Gruppierung selbiges. Zwei Monate ist es her, dass man The Shield, das Stable, das länger gehalten hat als alle anderen in den vergangenen Jahren, gesplittet hat. Am Sonntag ist es soweit: Während Roman Reigns bereits bei den Großen mitmischen darf und in Main-Event-Nähe gegen Randy Orton antritt, treffen beim SummerSlam 2014 endlich Seth Rollins und Dean Ambrose in einem Match aufeinander. Grund genug, noch einmal zurückzublicken auf die glorreichen anderthalb Jahre der Hounds of Justice, und zu analysieren, was The Shield eigentlich so gut gemacht hat.

Wrestling hat eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Zirkus. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es auf Volksfesten und Karnevals fingierte Kämpfe von Kontrahenten mit erdachten Biografien, um naiven Zuschauern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Begriff „Mark“ stammt aus dieser Zeit. Die Schausteller markierten den kaufkräftigen, aber ahnungslosen Kunden mit Kreide – sodass die Kollegen wussten, wen sie leicht ausnehmen konnten.

Bis heute teilt sich Wrestling mit dem Zirkus eine Eigenschaft: Die Shows sind segmentiert aufgebaut. Im Zirkus gibt es beispielsweise dressierte Tiere, schier lebensmüde Akrobaten und bunte Clowns. Wrestling bietet zum Vergleich interessante Charaktere, athletisches Highflying oder auch lockere Comedy. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das macht Wrestling erfolgreich. Und im Kleinen hat dieses Prinzip auch The Shield erfolgreich gemacht.


WWE TLC 2012 Team Hell No & Ryback vs The...von EmilMoeller

Alle Ansprüche abgedeckt

The Shield hat fast alle Ansprüche eines Wrestling-Fans abgedeckt: Die drei Hounds of Justice hatten unterschiedliche Fähigkeiten, vertraten unterschiedliche Charaktere und verbanden unterschiedliche Stile. Dean Ambrose, der charismatische Chaot und Top-Talker. Seth Rollins, der High-Flyer. Roman Reigns, das Kraftpaket. Die drei ergänzten sich nicht trotz, sondern wegen ihrer Verschiedenheit perfekt. Und so konnten sie auch mit jeder Art von Gegner funktionieren. Egal, welchen Stil der Gegenüber hatte – irgendwer passte immer dazu, und auch manch ein Cross-over der Stile wirkte frisch und aufregend.

Frisch und aufregend wirkte The Shield gerade auch anfangs, als sie mit einem unorthodoxen Stil den typischen Tag-Team-Trott durchbrachen. Sechs-Mann-Matches waren in den TV-Shows oft Verlegenheitslösungen mit allzu vorhersehbarem Aufbau. The Shield hat diese Matchart wieder hoffähig gemacht. Gleich in ihrem ersten großen Match, bei TLC 2012, traten sie in einem Tables, Ladders und Chairs Match an und zeigten, was man zukünftig von ihnen erwarten konnte.

Showstealer en masse

2013 und 2014 stahlen Ambrose, Rollins und Reigns in schöner Regelmäßigkeit mit ihren Matches die Show. Weitere „Anspieltipps“: The Shield vs. The Usos (Money in the Bank 2013), vs. Usos vs. Cody Rhodes & Goldust (Hell in a Cell 2013), vs. Wyatt Family (Elimination Chamber) und vs. Evolution (Elimination Chamber und Payback 2014). Einfach mal einen Abend Zeit nehmen und sich durch ein paar Matches und Segmente klicken – beste Popcorn-Unterhaltung. Wir haben euch dieses Best of hier mal zusammengestellt.



Hell in a Cell 2013 - The Usos vs The Shield vs... von TheUsosOnline

The Shield etablierte sich nicht nur mit guten Matches, sondern auch mit ihren Fehden. Trotz der oft gleichen Story um das Überzahl-Spiel der Truppe wurden ihre Geschichten nicht langweilig, nicht zuletzt, weil man sie mit echten Superstars in den Ring schickte. Erst arbeiteten sie als Anarchotruppe gegen alles und jeden unter dem losen Motto der Gerechtigkeit, dann als Lakaien von WWE Champion CM Punk. Sie gingen brutal gegen den Undertaker vor und bestritten in der Tag-Team-Szene erfolgreich ihr Tag- und Titelwerk. Dean Ambrose gewann zusätzlich den US Title. Später turnte man The Shield Face und ließ sie wiederum eine neue Richtung einschlagen, indem sie sich der Authority in den Weg stellten.

"This is awesome"

Dass der Face-Turn funktionierte, ist bei heutigen guten Heels nicht selbstverständlich. Aber The Shield war längst so gut eingespielt und etabliert und stand längst für so gute Qualität, dass man die drei coolen Hunde einfach anfeuern wollte. Passenderweise leitete WWE eine Fehde gegen die ebenfalls kochend heiße Wyatt Family ein. Die Fans wollten den Clash dieser Stables unbedingt sehen und feierten den alleinigen Ansatz mit „This is awesome“-Chants, ohne dass sich die Teams überhaupt gegenseitig anrührten. Sie mussten sich nur gegenüberstehen und die Arena verwandelte sich in einen Hexenkessel.

Dazu zelebrierten The Shield von Anfang an einen Entrance, der geradezu für ein Face-Trio prädestiniert ist: der Weg durch die Fans. Dazu gab es ein catchy Theme („Sierra, Hotel, India, Echo, Lima, Delta – Shield“). Und auch beim Entrance fiel auf: Alle drei Shield-Mitglieder stiegen auf unterschiedliche Art über die Ringabsperrung. Reigns machte einen großen Schritt, Ambrose slidete locker drüber und Rollins sprang mit einer Vorwärtsrolle über die Barrikade. Oft sind es Details, die die Charaktere funktionieren lassen.

Evolution of the Shield

WWE hat The Shield als Gruppierung mit realistischem Werdegang verkauft. Zwischendurch gab es Spannungen und Tendenzen zum Split, doch getrennt wurde die Gruppe noch nicht, wie es WWE oft überstürzt bei anderen Teams durchzieht. Stattdessen raufte sich The Shield wieder zusammen und wurde noch stärker. The Shield feierte große Siege und große Momente und die drei Mitglieder etablierten sich als auch auf Dauer glaubwürdige Kräfte in der WWE. Mit dem glatten 3:0-Sweep im Elimination Match gegen Evolution um die Megastars Triple H, Randy Orton und Batista – bei dem jeder der drei einen Fall erzielen durfte – hatten sie alles erreicht. Es gab keine Ziele mehr. Ihr Weg war zu Ende.

Während Fans noch spekulierten, was man jetzt noch mit The Shield machen könnte, gelang der WWE ein Schocker: Lange hatte es keine Split-Andeutungen mehr gegeben – und zack, da kommt der Heel-Turn von Seth Rollins. Ausgerechnet Rollins, der bisher bei jeglichen Streitigkeiten als sozialer Kitt die Gruppe zusammenhielt. Von ihm hatte man den Turn nicht erwartet. Als derjenige, dem man – wegen Statur und Mic-Skills – in der WWE den großen Wurf am wenigsten zutraute, hatte er den Turn und den einhergehenden Push aber wohl auch am nötigsten.



Rollins hat sich inzwischen den Money-in-the-Bank-Koffer gekrallt und fehdet gegen den hintergangenen Ambrose. Spannend, gerade vor ihrem Match beim SummerSlam, ist die Tatsache, dass die beiden eine Indy-Vergangenheit haben. Rollins war als Tyler Black bereits das Aushängeschild von Ring of Honor, Ambrose gaunerte sich als Jon Moxley durch den Wrestling-Untergrund. Indy-Stars hatten es in der WWE lange schwer. Mit Ambrose einen früheren Death-Match-Wrestler nun sogar in prominenter und vielversprechender Rolle in der WWE zu sehen, war bis vor Kurzem undenkbar. WWE scheint ein Einsehen zu haben.

Dennoch wird wohl Roman Reigns derjenige sein, den Bodybuilding-Liebhaber Vince McMahon unter die Decke pushen wird. Schließlich ist die WWE immer noch das Land der Riesen, das Land der Vetternwirtschaft und das Land, das lieber auf Eigengewächse setzt, statt auf die, die es anderswo schon zu etwas gebracht haben. Schließlich will sich in Stamford keiner vorschreiben lassen, wer etwas auf dem Kasten hat und wer nicht. Wie es mit Rollins und Ambrose nach ihrer Fehde weitergeht, ist offen. Aber vielleicht siegt auch in ihren Fällen die Gerechtigkeit.

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Wie rassistisch ist die WWE?

In der 62-jährigen Geschichte der WWE hat es 44 verschiedene WWE Champions gegeben. Unter ihnen viele US-Amerikaner und Kanadier, dazu ein paar Männer mit mexikanischen, samoanischen und italienischen Wurzeln. Sogar ein Iraner, ein Franzose und ein Ire waren Champion. Nur schwarz war keiner. Nicht einer. In 62 Jahren. Das Thema ist nicht neu, doch kocht in den USA durch einen Bericht des Atlantic nun wieder auf. Die Frage: Wie rassistisch ist die WWE? Oder konkreter: Ist Vince McMahon ein Rassist?

Um den Diskussionen gleich zuvor zu kommen: Ja, The Rock ist halb schwarz. Aber auch halb samoanisch. Und er stammt aus einer berühmten Wrestling-Familie. Seine Bilderbuch-Karriere trifft also nicht ganz den Kern dieser Diskussion. Und ja, es hat auch schon schwarze World Heavyweight Champions in der WWE gegeben: Booker T und Mark Henry. Und Bobby Lashley war ECW Champion. Aber wir wissen: Der World Title ist nicht der A-Titel und die Schwarzen haben als Champions nicht den A-Brand RAW getragen. Nie durfte ein Schwarzer das Aushängeschild der WWE sein.

Schwarze World Champions – eine kurze Liste

Schaut man sich einmal in der Wrestling-Geschichte nach schwarzen World Champions um, muss man die Lupe zur Hand nehmen. 1962 wurde Bobo Brazil NWA Heavyweight Champion – sein Run ist allerdings nicht von der NWA anerkannt. Erst 2002 und 2004 wurde mit Ron Killings (heute als R-Truth bekannt) bei TNA ein weiterer Schwarzer NWA Champion. 1992 wurde Ron Simmons in der WCW als offiziell erster schwarzer World Heavyweight Champion in der Wrestling-Geschichte auserkoren. Später gewann Booker T fünfmal diesen Titel in der WCW und einmal in der WWE. Heute ist Lashley TNA World Heavyweight Champion. Eine Liste von Namen, die man an einer Hand abzählen kann.

Fakt ist: Etwa drei Viertel der US-Bevölkerung sind weiß und Ringen wird an vielen Schulen trainiert. Ringen war schon immer eher ein Sport der Weißen. So wie Eishockey schon immer ein Sport der Weißen war und Basketball sowie Boxen eher Sportarten der Schwarzen sind. Wenn man annimmt, dass grundsätzlich viele Wrestler aus dem Ringen kamen und kommen, kann es schon sein, dass sich auch im Wrestling zumindest deutlich mehr talentierte Weiße umhertreiben. Aber so viele?

Wilde, Gangster und Rapper

Anders als in richtigen Sportarten können sich Wrestling-Promoter aussuchen, wer gewinnt und wen sie wie in der Liga positionieren. Sind also alle großen Wrestling-Promoter verkappte Rassisten? Auch wenn man sich die Gimmicks von vielen Schwarzen anschaut, könnte man leicht zu einem vernichtenden Urteil gelangen:

Kamala: Wilder
Godfather: Zuhälter
Cryme Tyme: Gangster
R-Truth: Rapper
Und das sind nur ein paar Beispiele aus der WWE.

Kamala ist dabei einer von denen, die die WWE anklagen: In einem Interview hat er mal ein Match mit dem Undertaker beim SummerSlam 1992 angesprochen. Während der Taker laut Aussagen Kamalas eine halbe Million Dollar verdient habe, habe er selber gerade mal 13.000 Dollar bekommen. „Es gab eine ganze Menge Rassismus in der WWE“, wird Kamala zitiert. Manchmal, wenn er für einen Event früh in der Halle war, hat er sich eine schicke Umkleide ausgesucht. Später seien dann die Agenten gekommen und hätten ihn rausgeschmissen, damit die weißen Stars sich dort umziehen können. „Wenn ich im Ring stand, war ich ein Superstar. Backstage war ich ein Nichts.

„Jemand wie du“

Auch on-air kam es bereits zu Situationen, die Kritiker als eindeutiges Indiz für Rassismus auslegen. 2003, Road to WrestleMania XIX: Auf der größten Bühne des Jahres sollte Booker T Triple H um dessen World Heavyweight Title – den damals wohl größten Titel, weil bei RAW – herausfordern. In einer Promo sagte Triple H im Vorfeld des Matches, dass „Leute wie du“  niemals in der WWE World Champion werden. Das sagte Triple H zu einem fünffachen WCW World Champion! Klar, Triple H war der Top-Heel und wollte Heat ziehen. Aber es war ein gefundenes Fressen für Kritiker. Die legen diesen Satz als Anspielung auf Bookers Hautfarbe aus. Triple H behauptete später, er habe die Knast-Vergangenheit seines Gegenübers gemeint. Bei WrestleMania besiegte Triple H Booker schließlich so sauber und eindeutig, wie es nicht sauberer und eindeutiger geht. Drei Jahre später durfte er immerhin als King Booker – bei SmackDown – vier Monate den Titel tragen.

Heutzutage bemüht sich WWE zunehmend um Political Correctness. WWE beteiligt sich im Februar am amerikaweiten Black History Month und die Charaktere der Schwarzen kommen derzeit weitgehend ohne negativ beladene Stereotypen aus. WWE bemüht sich außerdem darum, unterschiedliche Anspruchsgruppen zu erreichen. Mit internationalen Stars versucht das McMahon-Imperium, überall auf der Welt Menschen anzusprechen. Für den mexikanischen Markt gibt bzw. gab es Rey Mysterio und Alberto Del Rio, für England und Irland treten derzeit Wade Barrett und Sheamus an, mit Cesaro gibt es inzwischen auch jemanden für den deutschsprachigen Raum, und der Great Khali ist wahrscheinlich auch nur noch in der WWE angestellt, damit sich das Milliardenvolk Indien mit seinem riesigen Konsumpotential repräsentiert fühlt.

Einige von den Genannten waren World Champions, einige sogar WWE Champions, einige werden es zukünftig vielleicht werden. Sogar ein Alberto Del Rio war WWE Champion – obwohl er, wie sich herausstellen sollte, in vielerlei Hinsicht nicht wirklich das Zeug dazu hatte. Wenn selbst er WWE Champion sein durfte: Wieso gibt es eigentlich keinen wirklichen Repräsentanten für die schwarze Bevölkerung, der halbwegs erfolgreich in der WWE unterwegs ist? Kann es wirklich sein, dass in über 60 Jahren WWE kein Schwarzer (selbst wenn er Amerikaner ist) mal gut genug gewesen wäre, wenigstens einmal WWE Champion zu sein?

Wir können ja mal ein paar Namen durchgehen.

„Die rassistischste Organisation der Welt“

Mabel aka Viscera hatte man das King of the Ring Tournament 1995 gewinnen lassen. Die WWE-Verantwortlichen müssen also durchaus etwas in ihm gesehen haben. Den Push hatte man aber nie durchgezogen. Außer seiner massigen Erscheinung und einer Prise Charisma hatte er allerdings ohnehin nicht viel vorzuweisen. Ahmed Johnson war als Intercontinental Champion im Jahr 1996 (!) überhaupt der erste Schwarze, der in der WWE einen Singles Title hielt. Johnson galt zwar immer als etwas uncharismatisch, wurde dennoch als möglicher zukünftiger WWE Champion gehandelt. Er hatte das nötige muskulöse Aussehen und war ein versierter Athlet im Ring. In einem Interview sagte Johnson nicht nur, dass er durch Shawn Michaels die Auflage bekam, sich im Ring zu limitieren und auf High-Flying-Moves zu verzichten. Johnson klagte auch Vince McMahon an, ein Rassist zu sein, wie er im Buche steht. Bereits im Vorfeld seines Engagements soll WWE Hall of Famer Ernie Ladd ihm gesagt haben: „Du trittst in die rassistischste Organisation der Welt ein.“

Vielleicht waren tatsächlich nur wenige Schwarze so gut, dass sie unbedingt WWE Champion hätten sein müssen. Ein Ron Simmons, der in der WWE als Farooq auftrat, und ein Booker T hatten jedoch schon in der WCW bewiesen, das Zeug zum Champion zu haben. Gerade Booker war zu Zeiten des Monday Night Wars ein tragender Pfeiler der WCW, der mit dafür gesorgt hatte, die WWE im Quotenkrieg über Jahre zu dominieren. Sie hätten an der Spitze der WWE funktionieren können. Doch wahrscheinlich war gerade ihre WCW-Vergangenheit ein Problem. Denn Vince McMahon hatte, als die WCW Geschichte war, nur ein Ziel: Die Stars der ehemaligen Konkurrenz zu demontieren und seine eigenen Leute als einzig wahre Superstars darzustellen.

MVP, Kingston und Co. – Pushs ins Nichts

In den vergangenen Jahren gab es in der WWE eine Handvoll schwarzer Eigengewächse, die hätten durchstarten können, aber immer wieder – aus unterschiedlichen Gründen – zurückgehalten wurden. Ein Shelton Benjamin war ein grandioser Athlet mit wenig Charisma und Redegewandtheit. Elijah Burke war im Ring kein Schlechter, hatte Charisma und Mic-Skills – aber er hatte nicht den WWE-typischen Look eines Champions. R-Truth hatte 2011 als Heel bewiesen, dass auch er auch in Main-Event-Nähe ernst genommen werden kann. Doch das war nur auf einen kurzen Run ausgelegt. Zu dem Zeitpunkt war er auch schon 39 Jahre alt. Montel Vontavious Porter, MVP, legte ab 2008 einen Raketenstart hin, ehe er irgendwann, ohne erkennbaren Grund, fallen gelassen wurde.

Ähnlich wie bei MVP war es bei Kofi Kingston. Der Super-Athlet stand Ende 2009 vor einem großen Push, zeigte auch am Mikrofon – wenn er denn mal ran durfte – gute Ansätze. Doch dann war es auf einmal vorbei. Randy Orton soll sich während seiner Fehde gegen Kingston bei den Verantwortlichen beschwert haben. Seitdem ist Kingston Edeljobber, darf nicht mehr, als ab und an einen kleinen Titel halten. Bei Battle Royals und Ladder Matches gibt er nun mit spektakulären Stunts den neuen Shelton Benjamin. Auf eine Weiterentwicklung seines Charakters wartet er seit Jahren.

Nun könnte es endlich so weit sein. Kingston scheint zusammen mit Big E und Xavier Woods eine neue Gruppierung zu bilden. Eine Gruppe der Unterschätzten. Motto: „Schluss mit lustig – Wir wollen endlich erfolgreich sein.“ Ein Heel-Turn ist in greifbarer Nähe. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass WWE der Tendenz verfällt, bei Ideenlosigkeit einfach wahllos schwarze Wrestler als Team zusammenzuwürfeln. Das gab es schon bei Darren Young und Titus O’Neil sowie R-Truth und Xavier Woods. „Ach, komm, die sind schwarz, die passen schon zusammen.“ So könnte der Gedankengang eines Verantwortlichen ausgesehen haben.

Eine neue Nation of Domination?

Das noch namenlose Stable, das sicherlich irgendwann mit dem halbwegs erfolgreichen Schwarzen-Stable Nation of Domination in Verbindung gebracht werden wird, wird wohl niemanden der Beteiligten mehr zum WWE Title führen. Vielleicht noch den recht neuen, aber auch wieder ziemlich limitierten Muskelprotz Big E. Immerhin ist dem vergessenen Kofi Kingston mit einem längst überfälligen Heel-Turn ein wenig Scheinwerferlicht sicher. So kann er endlich einmal wieder neu versuchen, over zu kommen. Beim SummerSlam 2014 hat die Gruppierung keinen geplanten Auftritt – ebenso wenig wie andere Schwarze.

Bisher nicht mit in der Gruppierung ist Mark Henry, selber früher Mitglied in der Nation of Domination. Der WWE-Veteran und frühere World Heavyweight Champion hätte nach Meinung Einiger auch mal einen Run als WWE Champion verdient gehabt. Der lange verschmähte Klaftkloß hat gerade in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er am Mikrofon durchaus etwas auf dem Kasten hat und mit dem richtigen Gegner auch mal im Ring überraschen kann. Henry ist auch einer, der kürzlich in einer Web-Show der Huffington Post jegliche Gerüchte über Rassismus in der WWE zurückwies und log, dass alle anderen Titel genauso wichtig wie der WWE Title seien.

Michael Hayes und das N-Word

Ein möglicher Grund für Henrys einstige Titelgewinne könnte eine Entschuldigung vonseiten der WWE sein. Creative-Mitglied Michael Hayes hatte Mark Henry mal als „Nigger“ bezeichnet. Er war für diesen Vorfall 60 Tage suspendiert worden. Die Sperre zeigte: Immerhin offener Rassismus wird in der WWE unter Strafe gestellt. Booker T hält laut eigenen Aussagen Hayes für keinen Rassisten. Hayes habe das „N-Word“ schon häufiger benutzt. Booker glaubt nicht, dass das einen boshaften Vorsatz habe. Hayes glaube eher, dass er selber ein Schwarzer sei.

Der Zwischenfall mit Henry ist allerdings nicht Hayes‘ einziger „Ausrutscher“ gewesen. Bobby Lashleys Abgang soll direkt auf Ärger mit Hayes zurückzuführen sein. „Ich kann jetzt nichts Genaues sagen, aber wie ich schon mal gesagt habe, manchmal hassen dich Leute einfach persönlich und versuchen, dich zu vernichten. Das ist hier passiert. Das Böse hat gesiegt”, hat Lashley nach seinem WWE-Abgang 2008 auf seinem Internet-Auftritt gepostet. Er soll Hayes gemeint haben, glauben Beobachter.

Lashley hingegen ist einer von denen, bei denen die WWE dazu neigte, sie fix bis unter die Decke zu pushen. Denn er hatte das Bodybuilder-Aussehen, das Vince McMahon gefällt. Er hätte problemlos glaubhaft in einem Main Event stehen können. Kritiker hielten ihn hingegen für durchschnittlich im Ring, äußerst schwach am Mikrofon und sahen in ihm keinerlei Ausstrahlung. Trotzdem hätte Lashley das Beispiel sein können, das nach all den Jahren den Bann durchbricht. Das Beispiel, das alle Kritiker Lügen straft. Aber er ist dieses Beispiel nicht. Vielleicht wegen Rassismus. Und auch kein anderer scheint in naher Zukunft dieses Beispiel zu sein. Vielleicht wegen Rassismus. Vielleicht aber auch, weil einfach zurzeit keiner da ist, der gut genug wäre.

Die Debatte um Rassismus in der WWE wird noch lange nicht vorbei sein. Gerade erst gewinnt sie durch neueste Ereignisse einiges an Brisanz: Ein Social-Media-Mitarbeiter der WWE soll den mexikanischen Wrestler Alberto Del Rio im Backstage-Bereich rassistisch beleidigt haben. Er soll nach dem Essen beim Catering gescherzt haben, dass Teller-Abwaschen eine Aufgabe für Del Rio sei. Der revanchierte sich dafür mit einer Ohrfeige. Del Rio wurde entlassen. Via Twitter (welch Wunder) traten WWE-Mitarbeiter nach: „@VivaDelRio ist für sein Handeln selber verantwortlich. Wenn ihr auf jemanden wütend sein wollt, dann auf Alberto. Es gibt keine Entschuldigung dafür, sich als Profi-Athlet nicht professionell zu verhalten.“ Über Konsequenzen für den Social-Media-Mitarbeiter ist bislang nichts bekannt.

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Dinge, die ich als Wrestlingfan zu oft gehört habe

Tja, zum Zweijährigen wollte das Team ja ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Die Geschichte, wie ich zum Wrestling kam, ist allerdings in zwei Sätzen erzählt und die Story, wie ich Chris Jericho vermutlich ziemlich vor den Kopf gestoßen habe, als er mir vor einem Fozzy-Konzert über den Weg lief, auch.

Also mache ich es mir einfach und eine Liste... Denn wer über 20 Jahre mehr oder weniger Wrestlingfan war, hat auch immer wieder das Unverständnis der Nichtfans erlebt. Hier meine Top 8 der ...

Dinge, die ich als Wrestlingfan zu oft gehört habe

Ach, das gibt es noch?!

Nein… ich gucke das auf uralten VHS – Kassetten… selten dämliche Frage

Diese Show, die Hulk Hogan gehört?

Ähm…. Nein?!

Lebt XY eigentlich noch?

-.- Wenngleich die Antwort meistens „Ja“ lautet – bin ich das Sterberegister?

Das ist doch was für Kinder! / Bist du dafür nicht zu alt?

Ja, nackte Haut, Prügeleien, Menschen, die sich Stühle über den Kopf zimmern, blutend zusammenbrechen, in Käfige gesperrt werden, sich in Särge verfrachten… DAS ist die perfekte Unterhaltung für Kinder. Außerdem bin ich nicht alt!

So ein bisschen schwul ist das ja schon...

Ja, in DEINEM Kopf vielleicht… wenn es dich stört, mach dir lieber darüber Gedanken…

Die nehmen doch eh alle Anabolika / Drogen...

Ja, die Teilnehmer der Tour de France auch – und Models hungern sich soweit runter, dass Photoshop den Rest machen kann. Man mag darüber streiten, aber ich bin der Meinung, dass jeder selbst wissen muss, was er seinem Körper antut. Abgesehen davon, dass ich das auch als Fan weder gut finden, noch gutheißen muss, werden es wohl auch nicht „alle“ sein. Auch mit konsequentem Training und Ernährung kann man viel erreichen – mehr, als viele sich vorstellen mögen. Aber das Thema ist so unsagbar mühsam…

Aber du weißt schon, dass das alles nicht echt ist?

NEIN?! Mein Leben ist eine Lüge….

Aber du bist doch ein Mädchen....

Mein persönliches Highlight… Das hat sowas von: „Du fährt Auto? Dürfen Frauen das?“

Und jetzt seid ihr dran... was habt ihr zu oft gehört?
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Wie alles begann: a whole new world …

summer-cross

So in etwa war es für mich, wenn ich heute einmal zurückblicke auf die Tage, in denen ich erstmals mit der Leidenschaft fürs Wrestling konfrontiert wurde. Vielleicht auch ein Wunder, dass ich dem Faible irgendwie treu geblieben bin – betrachtet man einmal die Zeit, als ich mit dem Schauen begann.
 
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Zehn Jahre danach – Wie bin ich zum Wrestling gekommen?

 

summer-maik

Aus irgendeinem Grund, den ich nicht mehr weiß, schaltete ich am Freitagabend, 17. September 2004, Tele 5 ein. WWE SmackDown. Wrestling. Etwas, das ich bis dahin als „gewaltverherrlichende Scheiße“ abgetan hatte. Vielleicht war es Neugier. Zwei meiner Freunde waren schon Wrestling-Fans und sprachen regelmäßig darüber. Vielleicht wollte ich dem Ganzen doch mal eine Chance geben. Ich war dreizehneinhalb Jahre alt, als ich zum ersten Mal bewusst Wrestling geguckt habe. Was sich daraus entwickeln würde, hatte ich nicht im Ansatz geahnt.

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