Und Action! - Die besten Filme mit Wrestler-Beteiligung

Wrestler müssen begnadete Entertainer sein, denn sonst wären sie nicht halbwegs authentisch: dieser Spagat zwischen physischer Leistung, schauspielerischem Talent und dem Spiel mit den Massen gelingt mit Sicherheit nicht jedem, aber einige bestehen diese dreiteilige Balance mit Bravour. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass gerade diese Superstars nicht nur mit einer treuen Fanbase und der einen oder anderen Championship belohnt werden, sondern manchmal auch per Anruf aus Hollywood. Die Traumfabrik hat schon seit Jahrzehnten erkannt, dieses Talent für sich zu nutzen - und so konnten wir den einen oder anderen Ring-Athleten schon auf der Kinoleinwand bewundern. Und da gab es nicht wenige Beispiele.

Zeit also für das inzwischen 20. Kalendertürchen, mal für euch einen Blick auf diese illustren Blockbuster-Ausflüge zu werfen und wer mit seinem Zutun mehr oder weniger dafür gesorgt, dass es wirklich ein solcher Straßenfeger wurde. Beispiele gibt es zuhauf an dieser Stelle, daher beschränken wir uns heuer passend auf eine Top 20 derartiger Ausflüge mit dem Richtwert der Ratings laut größter Internet-Kinoseite: IMDB.com. Auf diese Weise umgeht man einerseits, dass die nachfolgende Auflistung nur mit Machwerken großer Promotions und deren Zelluloid-Nebenbranche gefüllt wird (somit bye-bye an etwa „Shadow Warriors“ und „The Marine“). Andererseits beschränkt sich diese Top 20 auf Spielfilm-Produktionen, weshalb zum Beispiel „Beyond the Mat“ trotz hohem IMDB-Rating (7,6) hier unerwähnt bleibt. Und um es gleichmal vorweg zu nehmen: Die „üblichen Verdächtigen“ stehen dabei vielleicht nicht derart hoch, wie manch einer eventuell erwarten würde…

Leider knapp gescheitert: MacGruber (IMDB-Rating: 5,5)

Ich möchte diesen Kandidaten nicht ungenannt lassen: Wer ein Fan der 80er-Ikone MacGyver ist und zudem auf den manchmal recht zweischneidigen Humor der Amis steht, der dürfte mit dieser Persiflage auf den Vokuhila-Improvisationskünstler bestens bedient sein. „Saturday Night Live“-Comedian Will Forte gibt das etwas linkische Abziehbild mit Bravour, wenngleich die Komik in dieser verfilmten Sketch-Nummer oft sehr derb daherkommt. Als Beispiel sei nur der Name des von Val Kilmer gespielten Erzfeindes „Dieter von Cunth“ genannt - ich übersetze das jetzt mal lieber nicht… Für Wrestling-Fans allein ist eine recht kurze Zeit im Streifen interessant, als MacGruber sein Team rekrutiert: das nämlich ausschließlich aus WWE-Superstars besteht. So geben sich Chris Jericho, The Great Khali, Kane, Mark Henry und MVP ein kurzes Stelldichein - der Grund, warum sie das Filmende nicht erleben, ist einer der besseren Gags des Films. Grundsätzlich gehört auch Big Show zu der Truppe, allerdings sortierte MacGruber diesen in einer ebenfalls sehr amüsanten Szene schon vorher aus. Ganz nett, ganz kurzweilig - aber das war es dann auch schon. Ein Film wie Tischfeuerwerk (aus Kaugummi und Büroklammer): effektvoll, aber brennt sein Feuer schnell ab.

20.) Vorhof zum Paradies (5,8)

Ein etwas untergegangenes Frühwerk von Superstar Sylvester Stallone, dem zwei Jahre zuvor mit „Rocky“ der Durchbruch gelungen war. Sly, der auch Regie führte, spielt dabei einen von drei Brüdern, die im New Yorker Stadtteil Hells Kitchen (also da, wo Stallone ebenfalls herstammt) der 1940er-Jahre versuchen, mit Wrestling ihr Glück zu machen. Und schon… ist man im Metier. Daher lag es für Sly nicht fern, Leute aus der Materie für die Authentizität zu engagieren. Und so tummeln sich in den Nebencasts heutige Routiniers und Hall of Famer wie Ted DiBiase, die Funk-Brüder Terry und Dory jr., Dick Murdoch und Haku. Wirklich zur Mainstream-Tauglichkeit beigetragen hat das aber nur mittelbar. Grundsätzlich schlecht ist „Paradise Alley“ (so der O-Titel) aber nicht.

19.) Legendary (6,3)

Ohne die Nennung von durch WWE oder WCW mitproduzierten Streifen kommt auch dieser Countdown nicht aus. Stellvertretend für die konzerneigenen Machwerke à la „Knucklehead“, „Chaperone“, „McCinsey’s Island“ und Konsorten sei hier eine vergleichsweise Sternstunde herausgepickt, die mal nicht mit Komik zu bestechen versucht. Nicht ganz ohne Pathos, aber mit genügend Tiefgang wird ein Familiendrama dargeboten, in welchem Baby-Babyface John Cena den mürrischen Ringer-Bruder des Helden mimt. Und man muss sagen: er macht seine Sache neben „Lethal Weapon“-Star Danny Glover gar nicht mal so schlecht. Klar ist auch eine ordentlich weichgespülte und auf ein Happy End ausgelegte Handlung inklusive - aber die hat man auch schon schlechter erlebt. John Cena… was here - und das war ganz gut so.

18.) Spiel ohne Regeln (6,4)

Einige hätten diesen Streifen vielleicht weit höher erwartet. Ich ehrlich gesagt auch angesichts der Fülle an WWE-Superstars, dem insgesamt gut aufgelegten Cast und einer für die Verhältnisse knallig dargebotenen Story. Aber Rating ist nun mal Rating… nichtsdestotrotz ist das Remake von „Die härteste Meile“ mit Burt Reynolds, der zudem auch hier mit auftritt, stets ein Garant für gepflegte Testosteron-Unterhaltung: Adam Sandler in einem seiner besseren Filme muss als Football-Profi in den Knast und dort zum Willen des Direktors ein Sport-Team aus Mitinsassen formen, dass es mit der u.a. aus Steve Austin, Kevin Nash und NFL-Baddie Brian Bosworth bestehenden Wärter-Truppe aufnehmen soll. Wie es ausgeht, dürfte indes klar sein - auch weil Sandler seinerseits auf Hünen wie Bill Goldberg, Great Khali sowie MMA-Koloss Bob Sapp zählen kann. Daneben werden ordentlich Härte mit vielen guten Gags gepaart wie der männlichen Cheerleader-Truppe oder einem Big Sexy Kevin Nash, der unwissentlich und arzneibedingt in die Wechseljahre fällt. Für mich: ein Film, den man sich immer wieder geben kann.

17.) Rocky III - das Auge des Tigers (6,7)

Wieder ein Sylvester-Stallone-Streifen, diesmal aus seiner Paraderolle als Box-Ikone Rocky Balboa. Freilich musste er in diesem Teil einen Schritt zurückmachen, um sich seinen Biss (hier symbolisch durch das „Auge des Tigers“ dargestellt) zurückzuholen und zwei Schritte nach vorn zu gehen. Aber bis es soweit kam, bestritt Sly alias Balboa noch einige als seicht angesehene Fights. Unter anderem gegen einen Wrestler - und somit kommen wir im Ranking zu dem Mann, der für den konservativen Rest der Bevölkerung wohl das Synonym für Wrestling (oder wie es der Ottonormalverbraucher nennt: Catchen) bildet: Hulk Hogan. Hier nennt sich der Captain der Hulkamania schlicht „Thunder Lips“ - agiert aber im Grunde wie zu seinen besten hüftsteifen Hochzeiten. Ob ihn der Name letztlich zum Titel seiner Serie „Thunder in Paradise“ inspirierte, ist indes fraglich. Unzweifelhaft aber: Hier hat er eine seiner besten darstellerischen Leistungen abgeliefert.

16.) James Bond 007: Spectre (6,8)

Eine alte Filmweisheit besagt: Ein Held ist immer nur so gut wie sein Widersacher. In den knapp über 100 Jahren Filmgeschichte hat dies keine Filmreihe so treffend bewiesen wie die über den britischen Topagenten James Bond. Zumindest früher (also bevor der Spion seiner Majestät dank Daniel Craig facettenreicher wurde) bildeten die genialen wie psychisch-labilen Megagangster, besetzt mit den Großen der Filmindustrie, stets den erquickenden Kontrast zum oft eindimensionalen Hero. Salz in der Suppe dieser Soziopathen waren dabei auch immer die oft hünenhaften Handlanger, mit denen sich 007 den einen oder anderen Fight liefern durfte. Und man kann sagen: Wrestler sind dafür die Idealbesetzung, wie weitere Topplatzierungen beweisen werden. Im aktuellsten Streifen der Reihe, welchen der Autor im Übrigen nicht so schlecht sieht wie scheinbar der Rest der IMDBler, macht dabei Dave Bautista alias Batista eine mehr als eindrucksvolle Figur. Nahezu wortlos räumt der zweifache Großvater als Mr. Hinx mit rustikaler Durchschlagskraft auf, drückt Schädel ein und demoliert mit Bond mal eben ein Zuginterieur. Das alles mit der Unverwüstlichkeit eines Richard „Jaws“ Kiel - sowie ähnlich diesem mit der Option einer Widerkehr. Ich sage: von mir aus sehr gern.

15.) James Bond 007: Man lebt nur zweimal (6,9)

Und wo wir schon bei Bond sind, machen wir mit diesem gleich weiter. Wie bereits angeführt reihte sich Batista mit seiner Henchman-Rolle in eine illustre Schar von Kollegen ein, die der halbwegs unkaputtbaren Doppel-Null das Leben schwer machen durften. Im fünften Teil der Reihe… war das aber gar nicht so offensichtlich. Zwar spielte der in Japan und es wäre ein Leichtes gewesen, sich aus der Schar an Puroresu- und Sumo-Stars einige der einheimischen Stars herauszupicken. Doch man entschied sich letztlich für eine halbwegs einheimische Lösung - mit samoanischen Wurzeln. Es ist nur eine kurze Szene, in der Sean Connery alias Bond sich von einem Handlanger des Neben-Bösewichts Osato in dessen Firmenzentrale tragen lässt und diesen dann dort nach hartem Kampf überwältigt - aber wer genau hinsieht, erkennt in dem Angreifer „High Chief“ Peter Maivia. Und damit den Großvater von The Rock, der es später zu noch größeren Filmehren bringen sollte. Maivia auf dem Höhepunkt seiner Kämpfer-Karriere kam augenscheinlich sein halbwegs asiatisches Äußeres zugute wie auch sein Können, da man ihn dann auch gleich mit der Stunt-Choreographie des Films betraute. Eine kleine Rolle vergleichbar, korrekt - dafür aber ein starker Film.

14.) Spiel auf Bewährung (6,9)

Wenn man heutzutage an Wrestling und die Filmindustrie denkt, kommt man unweigerlich an dem Namen Dwayne „The Rock“ Johnson nicht vorbei. Und er hat es schon auf viele gute Kinostreifen gebracht - so wie auch diesen Ausflug ins ernstere Fach, der ähnlich Platz 18 versucht, Knast und Football miteinander zu verknüpfen. An der Seite von Rap-Star Xzibit formen beide aus jugendlichen Straftätern eine Mannschaft, die trotz aller internen Konflikte und Gang-Vergangenheit es schafft, zusammenzuarbeiten und bis ins Meisterschaftsendspiel zu gelangen. Eine gut erzählte Geschichte, die zudem auf Tatsachen beruht.

13.) John Wick (7,2)

Ein unbarmherziger Antiheld, der einen ebensolchen Rachefeldzug gegen einen persönlichen Nemesis und dessen Gauner-Organisation beginnt - irgendwie scheinen „Big Sexy“ Kevin Nash kleine Nebenrollen in solchen Produktionen zu liegen. Und offensichtlich auch Parts, die charakterlich nahe beim Russischen liegen. Nachdem er bereits 2004 in „The Punisher“ (Rating 6,5) einen Killer aus dem Putin-Land verkörperte, ist er in diesem Vendetta-Thriller kurz als Türsteher zu sehen, der den Club eines russischen Gangster bewacht und sogar ein paar derartige Vokabeln nebst entsprechendem Akzent aufsagen darf. Letztlich verschont Keanu Reeves als titelgebender Racheengel das Leben des einstigen WWE- und WCW-Champions. Viele andere Rollen im Film hatten dabei nicht derartiges Glück - trotz allem: toller Streifen.

12.) Spiderman (7,3)

Als Sam Raimi dem legendären Comichelden anno 2002 neues Leben einhauchte, hätte sicher niemand damit gerechnet, dass man zwölf Jahre später bereits die Fortsetzung eines neuerlichen Reboots bewundern durfte. Mit Tobey Maguire in der Titelrolle gelang es, den Spinnenmann sowohl heroisch als auch menschlich-verletzlich darzustellen - und dies mit einer Dramaturgie, die mal erfrischend anders (realistisch) war als das hollywood-typische lineare Modell. Im Film selbst will sich Peter Parker Geld für seine verschuldeten Anverwandten verdienen - und steigt dazu erstmals maskiert sogar mit einem Profi-Wrestler in den Käfig. Und wen sah man da als „BoneSaw McGraw“: den legendären „Macho Man“ Randy Savage. Gegen ihn musste Parker drei Minuten bestehen, was er nicht zuletzt dank seiner erworbenen neuen Kräfte auch schaffte. Wiederum: eine kleine Rolle, wenngleich sie bzw. die Ereignisse für spätere Entwicklungen mehr als wegweisend waren.

11.) Fast & Furious Five (7,3)

Und schon wieder sind wir beim ehemaligen People’s Champion, der oft raten lässt, was er denn in der Küche fabriziert hat. Klar könnte man die Liste mit seinen erfolgreichen Filmen voll machen - beispielsweise mit „Welcome to the Jungle“ (6,7), „Faster“ (6,5) oder „San Andreas“ (6,1). Oder - mit Platz 14... In diesem Fall… beschränken wir uns auf seine wohl erfolgreichste Rolle: als DSS-Agent Luke Hobbs, welcher in der PS-Reihe um Vin Diesel und Paul Walker sich inzwischen vom Jäger zum (mehr oder weniger) Verbündeten gemausert hat. Alles in allem hat es die auf Auto-Action getrimmte Filmreihe nach einigen Startschwierigkeiten geschafft, mainstreamtauglich und erfolgreich zu werden. So erfolgreich, dass kommendes Jahr der achte Teil starten wird - und der zudem nicht der Letzte ist.

Außerhalb der Wertung: Shrek, der tollkühne Held (7,9)

Halbzeit im Ranking - Zeit für einen kleinen satirisch gemeinten Blick über den Tellerrand. Natürlich hat der Überraschungserfolg des Jahres 2001 keine Darsteller aus dem Squared Circle - dürfte auch schwierig bei einem Animationsstreifen sein. Auf der anderen Seite ist der erste „Shrek“ für den Autor (und vermutlich viele andere) ein steter Garant für einen gelungenen Fernsehabend. Und… er beinhaltet eine Reminiszenz an das Wrestling: Als Shrek und Esel nämlich bei der ersten Audienz mit Lord Farquaad gegen dessen Ritter bestehen müssen - und das Freigatter für die Pferde verblüffende Ähnlichkeit mit dem Arbeitsplatz von Cena & Co. hat. Folglich legt sich der Oger auch entsprechend ins Zeug und schaltet die blechernen Handlanger u.a. per Vertical Suplex, Ankle Lock und Dropkick aus. Für mich eine der gelungensten Szenen des Films - der aber noch viele mehr zu bieten hat.

10.) Sie leben (7,3)

Und damit hinein in die Top Ten - und das mit dem seinerzeit größten Erfolg „Rowdy“ Roddy Pipers in dessen kurzer Leinwand-Karriere. Natürlich lebt der Film von diesem einen legendären Satz über Kaugummikauen und A***-Treten, von Pipers Präsenz und einem guten Drehbuch, das Horror-Altmeister John Carpenter gekonnt umsetzt. Ungeachtet der Tatsache, dass etliche so genannte Kritiker dem Film Mittelmäßigkeit und wenig Tiefgang bescheinigen, hat sich „Sie leben“ in der Filmgemeinde den Ruf eines Kultstreifens erarbeitet. Zu Recht, wie ich finde…

9.) Der Mondmann (7,4)

Viele Kritiker sind sich einig: Jim Carreys Darstellung des ebenso begnadeten wie anarchistischen Komikers Andy Kaufman zählt zu den besten darstellerischen Leistungen des kanadischen Gummigesichts, der bislang nur durch grotesken Klamauk-Comedy von sich reden machte. Ein Teil von Kaufmans bewegtem Leben, das hier dargestellt wurde, nahm auch das Wrestling ein, wobei der Comedian ausschließlich gegen Frauen antrat und diese hart zu Boden rang… bis ihm Jerry „The King“ Lawler endlich Einhalt gebot. Das Ganze war der Startpunkt einer jahrelangen und in den Medien ausgetragenen Rivalität - die sich letztlich aber als abgesprochenes Schauspiel zwischen beiden herausstellte. Und da der „Burger King“ faktisch noch genau so aussah wie anno dazumal, spielte Jerry in dem Biopic sich einfach mal selbst. Sowohl schauspielerisch als auch aktiv ein Clou, denn in den filmischen Wrestling-Szenen war Lawler mit seiner ganzen Erfahrung eine Stütze für Carreys Agieren im Ring.

8.) Stirb langsam - Jetzt erst recht (7,6)

Bruce Willis in seiner Paraderolle als ungewollte urbane Abrissbirne: Nachdem ihm zweimal Weihnachten fast versaut wurde, spielte sich das Ganze diesmal im Sommer ab und war mal nicht örtlich begrenzt. Nicht die einzige Neuerung für die Kinozuschauer - vor allem die Deutschen mussten sich einmalig umgewöhnen, dass Willis wie Stallone bzw. Schwarzenegger klang. Das Einzige, was man vom Urkonzept aufgriff, waren die deutschen Terroristen - mal ganz abgesehen davon, dass das, was die Jungs da im Original mundartlich von sich gaben, dem Begriff radebrechen ganz neue Dimensionen eröffnete. Sogar ein Finne musste sich da mit teutonischen Vokabeln herumschlagen: nämlich Tony Halme alias Ludvig Borga. Seine Filmminuten waren dabei gefühlt ebenso kurz wie vergleichsweise seine Wrestling-Karriere in der damaligen WWF. Unerwähnt wollen wir es trotzdem nicht lassen - denn wie man 2013 feststellen durfte: Es gab weitaus schlimmere filmischen Versionen, langsam zugrunde zu gehen…

7.) James Bond 007: Goldfinger (7,8)

Und 007 zum Dritten: mit DEM Streifen und DER Blaupause für einen Bösewicht-Handlanger schlechthin. Über die Story des goldverliebten Edelmetall-Fanatikers Auric Goldfinger, dem Bond sich zwecks Verhinderung atomarer Verseuchung der Fort-Knox-Goldreserven entgegenstellt, muss man eigentlich kein Wort verlieren. Gleiches gilt für Obbjob, den wortkargen Koreaner mit dem rasiermesserscharfen Wurf-Zylinder. Dabei steckte in dem Anzug mit Hochwasser-Hosen ein amerikanischer Profi-Wrestler: der japanisch-stämmige Olympia-Gewichtheber Harold Sakata war vor seiner kurzen Filmkarriere nämlich auch im Squared Circle zu Hause und hielt in mehreren nordamerikanischen Ligen Champion-Titel, vorrangig im Tag-Team-Bereich. Doch seine Berühmtheit rührte zeitlebens von seiner einen Rolle her, in welcher er (laut „Making of…“) ganz anders als sein Oddjob-Part war und peinlichst genau darauf achtete, Sean Connery und die anderen Mitwirkenden möglichst nicht zu verletzen. Ganz der Ringprofi halt.

6.) Ed Wood (7,9)

Platz 6 ist ein weiteres Biopic und setzt dem menschgewordenen Inbegriff des Wortes „Trash“ ein Denkmal. Vorrangig in den 1950ern stellte Ed Wood, hier genial von Johnny Depp verkörpert, B-Movies in derart billigster Machart her, dass einem vergleichsweise manche deutsche TV-Movies wie ein hollywoodistischer Quantensprung vorkommen. „Plan 9 aus dem Weltall“ kann man als Inbegriff von Woods damaligem Lebenswerk bezeichnen. Dessen einzige Trümpfe bestanden dabei in der halbwegs noch berühmten ehemaligen Horror-Ikone Bela Lugosi (dargestellt von Martin Landau, der dafür einen Oscar erhielt) oder dem hünenhaften schwedisch Ex-Wrestler Tor Johnson. Und für letztere Verkörperung nahm Regisseur Tim Burton dann halt ebenfalls einen Wrestler. In dem Fall WWE Hall of Famer George „The Animal“ Steele: ein Business-Urgestein, das bis heute bei den großen Promotions noch hier und da präsent ist. Sein Part war für die Gesamthandlung vergleichsweise klein - aber das galt auch für Johnson damals bei Wood. Somit hat sich auch beim Dreh der Kreis geschlossen.

5.) The Wrestler (7,9)

Und es geht weiter mit einem preisgekrönten Streifen. Zwar hat es „nur“ für Golden Globe und den Goldenen Löwen gereicht, doch die Oscar-nominierte Pseudo-Biographie über die Schattenseiten des Showkampf-Zirkus ist sehr bewegend, kommt über die Stars authentisch rüber und hat (zumindest kurzzeitig) dafür gesorgt, dass man das Thema Wrestling auch einmal für Normalbürger von der üblichen Schwarz-Weiß-Malerei abhob. Raubein Mickey Rourke ist, obwohl nicht mal erste Wahl, dafür faktisch eine Idealbesetzung - schaut man einmal sein reales Leben an. Tja, und wo Wrestling draufsteht, sollte man natürlich auch richtige Wrestler verpflichten - was man auch tat. ROH- und CZW-Fights werden gekonnt in die Rahmenhandlung eingebettet, so dass man Austin Aries, den Blue Meanie, Nigel McGuinness oder Europa-Export Claudio Castagnoli (alias Cesaro) bewundern darf. Und im eigentlichen (filmischen) Hauptfight tritt Rourke gegen den Ayatollah an… hinter dem sich zwar kein Chris Jericho verbarg, aber mit Ernest „The Cat“ Miller zumindest jemand, der dereinst mal bei der WCW recht aktiv war.

4.) Mad Max: Fury Road (8,1)

Wenn man nicht mehr weiß, was man machen soll… gibt es halt Aufgewärmtes. Diese kulinarische Binsenweisheit kann man genauso gut aufs Filmgenre ummünzen, wenn Hollywood und Co. mal wieder der Drehbuchstoff ausgeht und man daher alte Klassiker recycelt. Das kann gut gehen, manchmal erleidet man aber auch Schiffbruch. „Fury Road“ als inzwischen vierter Teil der Dystopie-Reihe bildet da zum Glück eine positive Ausnahme. Und so brachte Regisseur George Miller zwar statt Mel Gibson Tom Hardy, würzte nach dreißig Jahren das Franchise aber mit sehenswerter Action und Handlung auf. Lohn des Ganzen: sechs Oscars! Bleibt die Frage: Wo ist der Wrestling-Bezug? Der kommt, wenn auch etwas entfernt, besieht man sich einmal Rictus Erectus, den Handlanger von Gegenspielerin Furiosa alias Charlize Theron: Ja, das ist Nathan Jones, der u.a. anno 2003 mal bei der WWE angestellt war. Und man kann auch bei ihm sagen: Seine Kino-Karriere von „First Strike“ (6,6) über „Revenge of the Warrior“ (7,1) bis „Troja“ (7,2) war allemal interessanter und erfolgreicher als das Dasein im Ring. Und das hat er gegen den Verrückten Max mal wieder unter Beweis gestellt.

3.) Demolition Man (8,1)

Wir begeben uns aufs Treppchen und gehen hinein in die Film-Top-3, wobei man sagen muss, dass bereits ab dem vierten Platz des Kandidatenfeld so eng beieinander ist, das faktisch nur noch Nuancen… oder persönlicher Geschmack entscheidend sind. So auch in dem Fall, der stellvertretend für all die Filme des Multitalents stehen, der sowohl in Wrestling-Ring, Parlament als auch vor Kamera und Mikro immer seine Arbeit abgeliefert hat: Jesse „The Body“ Ventura. Ihm nahm man es ab, Federboas zu tragen, über Agent Orange zu reden oder verbal auszuteilen. Aber auch hier muss man feststellen: Schauspielerei und Politik machten ihn weitaus bekannter - wenngleich seine verbalen Entgleisungen als Gouverneur von Minnesota berüchtigt waren. Seine Filmkarriere war dagegen überschaubar - und man fragt sich, warum er mit dieser Minirolle Nennung findet, wo doch seine Parts in Predator (7,8) oder Running Man (6,6) weitaus bedeutender waren. Klare Frage - klare Antwort: Dieser Film ist einfach klasse. Sly als rustikaler Cop in einer anscheinend keimfreien und politisch (manchmal zu) korrekten Welt ist einfach ein tolles Setting. Und wer’s nicht mag - ein Fall für die Spülung. Aber bitte die Muscheln benutzen…

2.) Die Braut des Prinzen (8,1)

Es gibt Filme, deren Ruhm nebst guter Qualität meist von einem berühmten Schlagwort oder -satz herrühren. So zum Beispiel auch: „Hallo. Mein Name ist Inigo Montoya. Du hast meinen Vater getötet - jetzt bist du des Todes.“ Das Ganze am besten mit ordentlich Schmalz und spanischem Akzent verkleidet - so wie seinerzeit seitens Mandy Patinkin. In deutschen Gefilden nicht ganz so bekannt, genießt dieses Fantasymärchen in den USA eine beachtliche Beliebtheit - was sich auch in der Zitierfreude des genannten Satzes bsp. unlängst bei „The Big Bang Theory“ erklären ließe. Der Rest der Geschichte, die von der Liebe des vielseitigen Stallburschen Westley, gespielt von Cary „Saw“ Elwes, zu einer Prinzessin erzählt, ist recht linear: Dieser muss die Holde u.a. aus der Gewalt eines Räubertrios befreien - von denen einer ein hünenhafter Koloss ist. Und wer verkörpert diesen? André René Roussimoff alias der legendäre Andre The Giant. Die Ringkarriere des achten Weltwunders neigte sich aufgrund seines Krankheitsbildes damals (1987) schon fast dem Ende zu - und so versuchte er nach einigen vormaligen TV- und Kino-Ausflügen (u.a. „Conan - der Zerstörer“ (5,8)) es weiter in diesem Metier. „The Princess Bride“ blieb dabei (leider) sein einziger großer Erfolg - dessen Beliebtheit bis heute aber ungebrochen ist.

1.) Guardians of the Galaxy (8,1)

Und damit haben wir einen Sieger: einen charmanten, kurzhaarigen Endvierziger namens David Michael Bautista jr. - dem mehrfachen WWE-Titelträger, der bereits als Bond-Bösewicht im Ranking verewigt ist… damit aber nicht seinen Part als grau-rot-häutiger Drax, der Zerstörer in DEM Sommer-Blockbuster 2014 verdrängen konnte. Mit einem derartigen Erfolg hatte vermutlich nicht mal Marvel seinerzeit gerechnet, denn die actionreiche Space-Opera macht einfach Spaß beim Zusehen und das immer und immer wieder. Zirka 1,8 Millionen deutsche Kinogänger haben das bestätigt. Und endlich, möchte man sagen, gibt es kommenden März die langersehnte Fortsetzung - genügend offene Fäden und Handlungsstränge waren ja vorhanden wie mit Star-Lords noch unbekanntem Vater, Thanos und Nebula oder Wiedergeburt des lebenden Baumes Groot (der mit seinem einen Satz für mich einen der besten Kino-Oneliner der letzten Jahre abgeliefert hat). Ein gut aufgelegter Cast, in den Batze sich als Alien mit Metapher-Schwäche bestens eingefügt hat. Man darf daher gespannt sein, wie er sich im kommenden Frühjahr gibt. Der Top-Spot… ist, denke ich, aber mehr als verdient.

Letzte Änderung amMontag, 19 Dezember 2016 23:09
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