Warum UFC-Kämpferin Ronda Rousey zur WWE wechseln soll

Die Frage nach Vorbildern ist schwer zu beantworten. Denn bei prominenten Stars oder Sportlern kann man bestimmte Merkmale oder Eigenschaften zwar für vorbildlich empfinden, dennoch kennt man die "wahre" Person viel zu wenig.

Und trotzdem ist Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Ronda Rousey für mich in gewisser Weise ein Vorbild. Bis hin zu WrestleMania 31 kannte ich sie gar nicht. Erst durch einen für mich imponierenden Auftritt bei diesem Event wurde ich auf sie aufmerksam, habe mir dann ihre UFC-Fights angesehen, wurde zu einem kleinen Fan von UFC und zu einem großen Fan von Ronda Rousey. Nach dem Lesen ihrer Autobiographie hat sich dieser Eindruck nur noch mehr verstärkt. Eine in meinen Augen außergewöhnliche Person.

UFC führt erst mit Ronda Rousey Frauen-Kämpfe ein

Ihre Zielstrebigkeit zunächst im Judo und danach im MMA finde ich beeindruckend, ebenso den Schritt, die Sportart zu wechseln. Ich meine, du gehörst zu den Top-Five-Athleten der Welt im Judo, bist die Beste in deinem Land und entscheidest dich dann gegen den Willen deiner Mutter (der Vater starb schon, als Ronda noch ein kleines Kind war) dafür, ins MMA zu wechseln, wo du ein Niemand bist.

Bei UFC war es Frauen zunächst nicht einmal erlaubt zu kämpfen. Dass sich das mittlerweile geändert hat, liegt vor allem an Ronda Rousey, die durch ihre Matches und ihre Person einen derartigen Hype bei einem Tochterunternehmen von UFC hervorrief, dass der UFC nichts anders übrig blieb, als sie auch bei UFC antreten zu lassen – sie war schließlich im ersten Frauen-UFC-Fight beteiligt und gewann (selbstverständlich) sofort den Bantamweight Title. Wer kann schon von sich behaupten, bei einem Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen aus dem Nichts etwas geschaffen zu haben?

Doch zurück zum Wechsel vom Judo zu MMA: Der Schritt war auch deswegen beeindruckend, weil sie alle Sicherheiten hinter sich ließ. Klar, mit Judo konnte sie keine Reichtümer anhäufen, aber ein sicherer Lebensunterhalt war möglich. Nun mit UFC verdiente sie lange Zeit gar nichts, sie war schließlich ein Niemand. Also arbeitete sie am Tag in einem Cafe und ging nachts im Gym für die MMA-Karriere trainieren. Sie schlief meist im Gästezimmer des Trainers, mehr war finanziell nicht drin. Mit ihrer Mutter sprach sie zu dieser Zeit kein Wort.

Nicht zuletzt gibt Ronda Rousey in ihrer Biographie einige Tipps für das tägliche Leben. Diese lesen sich zwar mit “niemals aufgeben”, “du musst dich jeden Tag neu beweisen – gegenüber jedem” usw. zwar nicht besonders innovativ, aber selbst beim Lesen merkt man, dass Ronda diese Phrasen mit Leben füllt und selbst jeden Tag vorlebt. Und mir persönlich helfen sie weiter, vor allem beim Sport. Dienen wunderbar als Motivationshilfe

Das Comeback naht: "Fear the return"

Daher freue ich mich auch, dass sie noch in diesem Jahr - am 30. Dezember gegen Amanda Nunes - ihr UFC-Comeback feiert unter dem Motto "Fear the return". Denn nach 12 Siegen in 12 Kämpfen verlor sie im November 2015 ihren Titel und trat seitdem nicht mehr an. Nun kommt sie zurück, aber für wie lange?

Denn seit langer Zeit halten sich die Gerüchte, Ronda Rousey werde "bald" ihre Kampf-Karriere beenden. Erst zuletzt wurde vermeldet, dass es nach einem Sieg bei ihrem Comeback-Fight und der damit verbundenden Titel-Rückeroberung so weit sein könnte. Was käme danach? Vielleicht der Sprung in die Wrestling-Welt der WWE?

Ronda Rousey ist seit jeher ein großer Wrestling-Fan, und für WWE gibt es nahezu keine bessere Werbung, denn neben Conor McGregor ist Ronda Rousey die mit Abstand bekannteste und beliebteste Person im ganzen Mixed-Martial-Arts-Bereich.

Selbstverständlich darf man nicht alles auf möglichst große Aufmerksamkeit richten. Was käme denn wrestlerisch für ein Mehrwert auf uns Fans zu? Natürlich fehlt Ronda Rousey der wrestlerische Hintergrund, sodass man hier zunächst einmal notwendige Grundlagen schaffen müssten. Aber andererseits bringt sie natürlich alles mit, um voll durchstarten zu können. Physisch ist sie selbstredend topfit und durch ihre Judo-Vergangenheit (Olympia-Bronze 2008) sowie allgemein durch UFC, wo bekanntlich zahlreiche Kampfstile angewendet werden dürfen, wäre sie mit einem guten Vorwissen ausgestattet.

Plötzlich wird die Armbar wieder populär

Netter Nebeneffekt: Der Armbar wäre auf einen Schlag wieder populär. Denn nahezu jeden ihrer UFC-Fights gewinnt Ronda Rousey durch den Armbar (wie gesagt: Judo-Vergangenheit). Ein simpler, aber enorm effektiver Aufgabegriff, der in der Wrestling-Welt seit Jahren (bzw. Jahrzehnten) total stiefmütterlich behandelt wird.

Mich würde es enorm freuen, wenn Ronda Rousey über kurz oder lang den Weg nach Stamford findet. In meinen Augen wäre das für alle Seiten ein Gewinn. Wer sich schon zuvor von ihr überzeugen will, dem sei ihr Kampf Ende des Jahres wärmstens empfohlen.

Letzte Änderung amSonntag, 18 Dezember 2016 20:17
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