Geschichte und Geschichten: Lest Wrestling-Biografien!

In Zeiten des Internets und den zahlreichen Interviews von Wrestlern bekommt man als Fan immer wieder Einblicke, wie das einst so geheime Geschäft im Hintergrund abläuft. Welche Kuriositäten geschehen, wer kann wen nicht leiden und warum wurde im Jahr X eigentlich der Push von Wrestler Y so abrupt gestoppt? All die gerade aufgezählten Merkmale (und viele mehr) findet man allerdings auch in den Wrestling-Biografien. Ob es sich überhaupt lohnt, die Bücher zu lesen? Ja – und wie!

Ich will hierbei gar nicht auf jedes von mir gelesene Buch eingehen, dafür ist zum einen der Platz etwas begrenzt, zum anderen wüsste ich gar nicht mehr ganz genau, was etwa Edge in seiner Biografie schrieb. Diese las ich vor sechs Jahren. Es sei mir also verziehen. Grundsätzlich kann ich nach mittlerweile bei mehr als 15 gelesenen Biografien nur dazu raten, sich mal solch ein Buch zu holen. Sie sind günstig zu erwerben, fördern die eigenen Englisch-Kenntnisse und liefern unbekannte Einblicke in den Wrestling-Zirkus.

Story vom Aufstieg bis in die WWE

Dabei handelt jede Biografie – darum der Name – zunächst vom Aufstieg des betreffenden Wrestler bis hin zur WWE. Schon hier gibt es viele Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Gab es bei Shawn Michaels oder Bret Hart noch keine WCW oder ECW, über die sich etwa ein Jahrzehnt später Chris Jericho oder Eddie Guerrero für die WWE beweisen konnten, so ging es für einen Batista auf direkten Wege zur WWE.

Dadurch erlebt man auch ein wenig die Geschichte des Wrestlings an sich mit und wie sich alles verändert hat. Zudem schön: Man bekommt Einblicke von WCW und ECW, aber auch etlichen kleinen Ligen. Ebenso nett: Wie kamen die Wrestler eigentlich erstmals mit Wrestling in Kontakt? Wurde man in eine Wrestling-Familie hineingeboren wie Eddie Guerrero oder Bret Hart, war der Weg vorgezeichnet. Doch wie verhielt es sich bei Edge oder Mick Foley?

Mick Foley und Chris Jericho besonders empfehlenswert

Besonders Mick Foley und Chris Jericho haben bereits mehrere Teile ihrer tatsächlich selbst verfassten Autobiografie auf den Markt. Für ihre Qualität ist das Beleg genug – sonst gäbe es ja keine Nachfrage nach Nachfolge-Werken. Besonders Chris Jerichos erstes Buch kann ich jeden Fan nur ans Herz liegen. In diesem Teil ist man echt überall auf der Welt unterwegs: Mexiko, Japan, Amerika, Europa – ein kleiner Teil spielt sogar in Deutschland. So lernt man auch die Unterschiede der einzelnen Wrestling-Kulturen kennen.

Mick Foley ist gewissermaßen „speziell“. Zum einen ist sein Erstling “Have a nice day” sehr lang und war mir persönlich zunächst zu anspruchsvoll bzw. gefallen mir bis heute die ersten 100 Seiten nicht besonders. Ich bin kein allzu großer Foley-Fan, daher interessierte mich seine Kindheit jetzt nicht so detailliert, wie er sie beschrieb. Dafür fand ich den Rest dann umso besser, als ich es einige Jahre später nochmals mit dem Buch aufnahm.

Ich kann jedem Wrestling-Fan nur empfehlen, den Biografien eine Chance zu geben. Sie liefern tolle Einblicke und unzählige Infos, die ihr bisher gewiss noch nicht kanntet. Eine besondere Empfehlung: Vergleicht mal die Bücher von Shawn Michaels und Bret Hart und deren unterschiedliche Auffassungen über den berühmt-berüchtigten Montreal Screwjob.

Letzte Änderung amMittwoch, 14 Dezember 2016 07:32
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten