Don't try this at home: Die krassesten Wrestling-Unfälle

Wrestling-Fans sind blutrünstige, brutale Individuen, denen es gar nicht schmerzvoll genug zugehen kann. Dummes Klischee? Die Tatsache, dass du auf diesen Beitrag geklickt hast, scheint es aber zu bestätigen, meinste nich? Wie dem auch sei, tauchen wir ein in die Welt der Schmerzen, der Verletzungen und der fiesesten Unfälle der Wrestling-Geschichte. Also, liebe Freunde der nackten Zerstörung und blanker Gewalt, das sind die zehn heftigsten Match-Unfälle der Geschichte.

Platz 10: Mick Foley... ihr wisst schon, das Hell-in-a-Cell-Ding

War offensichtlich, das das kommt, gell? Deswegen bringen wir's auch gleich zu Beginn hinter uns. Kaum ein Einspieler aus dem WWE-Fernsehen ist so berühmt und so häufig frequentiert wie Foleys Stürze von der Zelle. Der erste war wohlgemerkt noch geplant, doch der zweite nicht. Das Dach der Zelle gab nach einem Chokeslam des Undertakers nach und Mick „Mankind“ Foley stürzte in die Tiefe – wohlgemerkt noch auf einen der alten WWE-Ringe, die noch nicht gefedert waren und im Wesentlichen aus Sperrholz bestanden. Umso erstaunlicher, dass er das Match noch zu Ende führen konnte. Dass man sich beim Ring bei Foleys zweitem Sturz durch das Zellendach in einem Match gegen Triple H mehr Gedanken gemacht hatte, zeigt dieses Video recht deutlich.

Platz 9: Goldberg tritt Bret Hart total kaputt

Es ist ein Moment, der nicht wirklich nach viel aussieht, aber der die Karriere des Hitman zerstört hat. Nachdem letzterer nach dem Montreal Screwjob trotz seines Talents in der WCW nie wirklich Fuß fassen konnte und nur in mittelprächtige Fehden verwickelt war, durfte er immerhin einmal für kurze Zeit den größten Titel der Promotion halten. Diesem Run war aber kurz nach einer  nichtsdestotrotz erfolgreichen Titelverteidigung gegen Bill Goldberg bei Starrcade 1999 (Ringrichter Roddy Piper läutete das Match ab, als sich Goldberg im Sharpshooter befand, obwohl dieser nicht aufgegeben hatte) ein jähes Ende beschieden. Im Verlauf dieses Matches zog sich Hart  einem Thrust Kick Goldbergs eine schwere Gehirnerschütterung zu. Kurz darauf folgten weitere Gehirnerschütterungen, sowohl in diesem Match als auch in den wenigen, die er danach noch bestritt. So musste der Hitman relativ sang- und klanglos seine Wrestling-Stiefel an den Nagel hängen.

Platz 8: Joey Mercurys face will never be the same

Tag Teams und Leitern – was kann da schon schief gehen? So einiges, wie man an Joey Mercurys Gesicht sehen kann. Bei Armageddon 2006 trafen vier Tag Teams – MNM, Paul London & Brian Kendrick, die Hardy Boys sowie William Regal & Dave Taylor – in einem spontan mit Leitern aufgepimpten Match aufeinander. Nachdem die Hardys ihren Leiter-Spot ausgepackt hatten, in welchem Jeff auf den hinteren Teil einer Leiter springt und der vordere Teil in einer Wippenbewegung nach oben knallt, verwandelte sich Joey Mercury in eine einzige Blutpfütze. Seine Nase hatte sich quasi verabschiedet.

Platz 7: Eddie Guerrero blutet... und blutet... und blutet...

Hat jemand was von Blut gesagt? Beim Schwelgen in alten Erinnerungen auf dem WWE Network bin ich vor Kurzem wieder auf das Aufeinandertreffen zwischen Eddie Guerrero und John „Bradshaw“ Layfield bei Judgment Day 2004 gestoßen. Heutzutage ist „Blading“ aufgrund von PG ja etwas aus der Mode geraten und die Ringrichter tupfen gleich alles trocken, wenn mal einer der beiden Nasenbluten kriegt, deswegen an unsere jüngeren Leser eine kleine Erläuterung: Um einen martialischen Effekt zu erzeugen, haben sich in der Vergangenheit viele Wrestler mit einer Rasierklinge einen Schnitt an der Stirn zugefügt. Das ist in aller Regel relativ ungefährlich; der Schnitt ist nicht tief und dadurch, dass sich das Blut mit dem Schweiß vermischt, sieht das Ganze oft heftiger aus, als es eigentlich ist. Nicht so bei besagtem Aufeinandertreffen. Guerrero ritzte sich nach einem Chairshot versehentlich in eine Arterie. Dabei verlor er viel mehr Blut, als es gesund wäre und brauchte erst mal wieder zwei Wochen, um auf den Damm kommen.

Platz 6: Chris Benoit manifestiert den Spitznamen „Crippler“...

Wusstet ihr schon, wie Chris Benoit den Spitznamen „Crippler“ erlangt hat? Nee, nicht über den Vorfall im Jahr 1994, den wir hier beschreiben. Diesen Beinamen hatte er sich in der ECW schon vorher erarbeitet, nachdem er Rocco Rock besiegt hatte. Aber nachdrücklich unter Beweis gestellt hat er diesen Spitznamen dadurch, dass er Sabu das Genick brach. Benoit setzte beim November to Remember zu einem Flapjack an und Sabu dachte, es sollte ein Back Body Drop werden. Durch diese halbe Rotation landete der Suicidal, Homicidal, Genocidal Death-Defying Maniac ganz, ganz übel auf der Matte. Nach nicht einmal einer Minute war das Match zwangsläufig beendet.

Platz 5: ...aber Owen Hart kann das auch

Und noch ein Genickbruch! Steve Austin hatte bekanntermaßen nach diesem Match in seiner Karriere immer wieder mit Nackenproblemen zu kämpfen. Ein verbotchter Piledriver von Owen Hart beim SummerSlam 1997 schickte ihn über ein Jahr lang aufs Krankenlager. Aber wie wir alle wissen kehrte Austin zurück – und seine Karriere ging nach seiner Rückkehr erst so richtig los.

Platz 4: New Jack, Vic Grimes und der Danbury Fall

New Jack hat in der Wrestling-Welt einen ihm weit vorauseilenden Ruf. Er galt zu aktiven Zeiten als einer der brutalsten Hardcore-Wrestler im Seilgeviert. Laut eigenen Angaben war er vor seiner Karriere als Wrestler ein Kopfgeldjäger und hat vier Menschenleben auf dem Gewissen. Bei so ziemlich jedem anderen würde man wohl sagen „Cool story, bro“, aber New Jack nimmt man so was ab. Im Verlauf seiner illustren Karriere hat er schon mal jemanden im Ring abgestochen, den über 70-jährigen Gypsy Joe mit Stacheldraht traktiert und er hat sich einen Namen dadurch gemacht, extreme Höhen nicht zu scheuen.

Insbesondere zeichnete sich das in seiner Fehde mit Vic Grimes ab. In ihrer Fehde bestritten die beiden beim ECW-PPV Living Dangerously in Danbury in Match, was nicht so ganz wie geplant verlief. Jack zog bei seinem Sturz aus etwa fünf Metern Höhe Grimes mit sich, sodass dieser auch – ungeplant – mit nach unten stürzte. Damit aber nicht genug: Die beiden verfehlten die Tische, die ursprünglich aufgestellt worden waren, um den Fall zu bremsen. So ging es direkt auf Beton. Grimes fiel dabei auf Jacks Kopf, was dazu führte, dass dieser seitdem auf dem rechten Auge blind ist. Darüber hinaus trug er einen Hirnschaden davon, und laut eigenen Angaben trat ihm nach dem Sturz Hirnflüssigkeit aus der Nase.

Wer jetzt den Zeigefinger heben und sagen will: „Na, das wird den beiden aber eine Lektion gewesen sein!“ … Ähm... Nein. Wir reden hier von Wrestlern. Was soll ich sagen – die Fehde ging weiter. Nachdem die ECW aber ihre Pforten schließen musste, erhoben sich mehrere Promotions, die sich mit extremem Hardcore-Wrestling einen Namen machten. Die Combat Zone Wrestling (CZW) ist wohl das prominenteste Beispiel, doch auch Xtreme Pro Wrestling (XPW) war ein Nachfolgeprojekt. In dieser Promotion trafen Jack und Grimes noch einmal in einem Scaffold Match aufeinander – in einer spektakulären Höhe von 40 Fuß, also gut 13 Metern. New Jack... naja, „gewann“, indem er seinen Gegner in die Tiefe warf, doch wieder verfehlte dieser die Tische weitgehend. Mit einem ausgekugelten Knöchel ging es aber noch ziemlich glimpflich für Grimes aus.

Platz 3: Sid Vicious nimmt den Legbreaker ein bisschen zu wörtlich

Sid Vicious konnte so einige Dinge nicht. Promos halten zum Beispiel. Immer und immer wieder verhedderte er sich in seinen schlecht auswendig gelernten Monologen und war so unfreiwillig komisch. Wovon er aber doch die Finger hätte lassen sollen, sind High-Flying-Moves. Beim WCW-PPV Sin 2001 versuchte er sich an einem Flying Big Boot. Der Erfolg war bescheiden – sein linkes Bein brach beim Aufkommen auf der Matte einfach mittendurch.

Platz 2: Stan Hansen holt Vader ein Auge raus

So, jetzt wird’s richtig eklig. Stan Hansen und Vader waren beide bekannt dafür, sehr „stiff“ zu arbeiten – heißt im Klartext: Match mit den beiden = Autsch. Hansen behauptete, dass das bei ihm daher rühre, dass er ohne Brille nicht besonders gut sehen könne. Deswegen haut er seinen Gegnern gerne mal voll eins in die Fresse. Vader vertritt da aber eine ganz ähnliche Philosophie. In einem Match der beiden in Japan bei einer AJPW vs. NJPW Supershow im Jahre 1990 attackierte Hansen Vader derart, dass sein Auge aus der Höhle sprang.

Platz 1: Tödliche Ringunfälle

Es ist immer eine Tragödie und allzu oft passiert es glücklicherweise nicht, doch hin und wieder enden Matches tödlich. In jüngerer Vergangenheit gab es dafür ein paar prominente Beispiele. Chris Candido verstarb im Jahr 2005, nachdem er sich in einem Stahlkäfigmatch bei TNA Lockdown übel das Bein gebrochen hatte. In der Folge der Operation verstarb er an einer Lungenentzündung. Vier Jahre später segnete die japanische Legende Mitsuharu Misawa das Zeitliche, nachdem er bei einem Side Suplex falsch auf der Matte aufkam. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, doch wenig später dort für tot erklärt.

Auch der Name Owen Hart darf an dieser Stelle nicht fehlen. Wenn sich auch sein Unfall nicht während eines Matches ereignet hat. Hart wurde während seines Entrances von der Hallendecke abgeseilt, doch seine Ausrüstung wies einen Fehler auf und Hart stürzte ab. Auf dem Weg ins Krankenhaus wurde Hart ebenfalls für tot erklärt. Ein Name, der heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist, ist Darren Drozdov. Zwar verstarb er nicht an seiner Verletzung, doch seit einer Powerbomb von D'Lo Brown ist er quadriplegisch querschnittsgelähmt und kann seine Extremitäten nicht mehr bewegen.

Das aktuellste Beispiel ist wohl Perro Aguayo Jr., der erst vergangenes Jahr an den direkten Folgen einer Ringverletzung starb. Und im Ring war einige Prominenz vertreten: An der Seite von Manik (vielen Fans wohl inzwischen besser bekannt unter dem Namen TJ Perkins) bestritt er ein Tag-Team-Match gegen Xtreme Tiger und Rey Mysterio. Letzterer beförderte ihn zum 619 mit einem Dropkick auf das zweite Ringseil, doch Aguayo landete zu heftig darauf. Die Folge waren mehrere gebrochene Halswirbel und ein schweres Schleudertrauma, die für Aguayo tödlich endeten.

Letzte Änderung amMontag, 12 Dezember 2016 22:08
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