Namen sind Schall und Rauch.... nicht!

  • geschrieben von 

Es gibt so Momente im Leben, in denen man sich zwei Fragen stellt:
Warum?! Und noch viel wichtiger: Wieso?!

So geht es mir, wenn ich momentan die Namensänderungen bei WWE verfolge.
Einen nicht nur sehr "griffigen" Namen, den man gut sprechen, gut schreiben, sich gut merken kann, der darüber hinaus den kleinen Vorteil hat "bekannt" zu sein, wird in etwas völlig unaussprechliches geändert.
KENTA wurde Hideo Itami - was in meinen Augen irgendwie wie eine verquere Kombination aus einem Versteckspiel und Origami-Bastelei klingt.

Weiter geht es aktuell mit Prince Devitt. Okay - "Prince" ist irgendwie auch nicht wirklich cool. Die einen wird es an die bösen arabischen Öl-Scheichs erinnern, die anderen dann vielleicht noch an TAFKAP oder Symbol oder meinetwegen Queen Mum...
Aber ist das wirklich ein Grund auf einen Namen wie "Finn Balor" zurück zu greifen?
Spätestens jetzt muss man sich doch fragen: Wer denkt sich denn diese Namen aus? Ich meine... hier will doch keiner den Literaturnobelpreis gewinnen und braucht deswegen möglichst absurde Namen, oder?
Klar - Fergal ist jetzt auch nicht der Oberburner, aber das Devitt hätte man doch durchaus behalten können... hätte ja vielleicht auch der ein oder andere gekannt. Aber mit einem Dartpfeil auf's Telefonbuch zu werfen ist halt auch keine Lösung...

Oh und dann ist da ja noch Arda Ocal - okay, dass die Amis derzeit (oder je) mit arabisch klingenden Namen nichts anfangen können, verstehe ich sogar noch. Aber ehrlich: Kyle Edwards ist irgendwie so gar nicht türkisch-kandadisch und passt auch irgendwie so gar nicht zu dem Typen. Kyle Edwards ist für mich ein schüchterner, kleiner Junge mit straßenköterblonden Haaren, pickeligem Gesicht und jeder Menge pubertärer Probleme.

Abgesehen davon, dass ja zumindest die kanadischen und Internetfans den Namen Ocal durchaus kennen und schätzen.

Also: Warum? Und: Wieso?

Warum holt man Leute, die sich irgendwo, irgendwann, irgendwie in irgendetwas etabliert haben, gibt ihnen einen neuen Namen und setzt damit alles auf Null?

Und wieso gibt man ihnen dann solche hundsgewöhnlichen Namen?

Letztlich ist es ja nichtmal so, dass Wrestling Seifenoper ist.
Wrestling ist Geschichten-Erzählen. Wrestling ist Märchen.
Schneewittchen, Aschenputtel, der Gestiefelte Kater, Rotköppchen. Jeder kann sich etwas darunter vorstellen. Bei Hulk setzt schon eine gewisste Erwartungshaltung ein. Ebenso bei Flair. Selbst ein Jericho hat eine Geschichte zu seinem Namen, die zu seinem Gimmick, seiner Figur, seinem Wesen passt. Der Texaner, der Austin heißt und der Freak mit dem Namen Savage.

Und heute? Haben wir dann halt einen Finn, einen Edwards, einen Rollins, einen Harper (und es ist nichtmal ein Charlie)...
LAAAAAAANGWEILIG.

Momentan kann man über "Kreationen" wie Stardust noch froh sein - auch wenn er aussieht wie der Meerjungfraumann.

Namen sind so unglaublich wichtig, denn nicht nur Kleider, sondern eben auch Namen machen Leute. Namen beeinflussen, wie jemand wirkt. Und wenn man sich in seinem eigenen Leben schon nicht aussuchen kann, wie man heißt, will man dann wirklich in einer Unterhaltungssendung mit hundsgewöhnlichen Namen konfrontiert werden? Wie viel "Nachhall" haben solche Namen denn schon?

Namen müssen passen und sie müssen auch eine Geschichte erzählen. Jericho tut das - und hat mit den Walls of Jericho sogar noch einen weitern Aufhänger.
Und Finn? Nun... Finn sitzt vermutlich mit seiner voll-emanzipierten Feministinnen-Mutter im veganen Kochkurs für Kinder oder besucht mit seinem Vater einen Vater-Sohn-Selbsterfahrungskurs für den neuen Mann. Danke WWE...

2 Kommentare

  • Simon Weimer
    Simon Weimer Freitag, 26. September 2014 10:35 Kommentar-Link

    Na vielen Dank auch für den Vergleich mit Meerjungfraumann. Damit wird Goldust für mich nun auf Ewigkeit der Blaubarschbube sein...

    Grund Nr.1 wird eben immer noch Copyright sein. Hunter wollte KENTA ja behalten, aber noch ist Vince an der Macht. Und der ist Kontrollfreak und will, dass Marken, die unter ihm bekannt worden sind (auch wenn er sie nicht selbst kreiert hat), auch nur unter ihm Geld scheffeln. Man will nicht noch einen dritten Hulk Hogan oder CM Punk. Was an der Bescheuertheit mancher Namen natürlich nichts ändert. Müssen ja nicht mal eine Geschichte erzählen, aber wenigstens halbwegs griffig sein. Bei Finn Balor ist mir auch erstmal das Frühstück hochgenkommen.

  • Great_One
    Great_One Donnerstag, 25. September 2014 15:13 Kommentar-Link

    Bei manchen Namen kann man sich sicher sein, dass aus dem Wrestler innerhalb der WWE nichts werden wird. Kassius Ohno war auch so ein Fall. Da war doch schon bei dem Namen jedem klar, dass der bis dahin als Chris Hero bekannte Wrestler in der WWE nicht weit kommen wird. Und so kam es auch. Manch andere haben Glück. Dean Ambrose, Seth Rollins oder auch (Antonio) Cesaro. Mit solchen Namen lässt sich ja noch was anfangen. Solche Namen können auch als spätere Champions nach Außen eine gewisse Ausstrahlung und Wiedererkennungswert haben.
    Beim neuen Namen von KENTA oder jetzt von Devitt sehe ich da aktuell eher schwarz...

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten